Unser Mama-L-Urlaub 1/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Unser Umzug nach Markkleeberg liegt nun eine Woche zurück. Die Wohnung sieht bereits sehr gut eingerichtet aus. Es sind lediglich noch Kleinigkeiten, um die ich mich in den nächsten Wochen kümmern werde. Mit gutem Gewissen konnten L und ich somit gestern in den Urlaub in Richtung Senftenberger See fahren.


Freitag, 22. Juli 2022

Entspannt kamen L und ich am Nachmittag mit dem Auto in einem kleinen Brandenburger Dorf in der Nähe der sächsischen und tschechischen Grenze an. Unser Ferienbungalow sieht genauso aus wie auf den Fotos des Vermieters. Es hat für L und mich genau die richtige Größe und verfügt über ein Wohn-, Schlaf- und Badezimmer, einen Flur und Bereich für unsere Kleidung sowie eine gut ausgestattete Küche. Auch der zum Objekt gehörende große Pool entspricht voll und ganz unseren Erwartungen und sorgte vor allem bei L, die mittlerweile schwimmen kann und ihr Seepferdchen hat, für große Begeisterungsstürme.

Ich konnte L überreden, mit mir am späten Nachmittag auf Entdeckungstour zu gehen. L entdeckte schnell einen Geheimweg und so fanden wir uns wenig später auf einem großen parkähnlichen Gelände wieder, auf dem ein hübsches Schloss und viele Nebengebäude stehen. Vor einigen Jahren muss dies ein Hotel mit Restaurant und Café gewesen sein. Mittlerweile ist alles verwildert. Es sieht immer noch wunderschön und ein bisschen verwunschen aus.


In den letzten Tagen war L oft unausstehlich und frech zu mir – so leider auch bei unserem kurzen Spaziergang. Sie nölte solange herum, bis auch ich schließlich die Lust verlor und resigniert zustimmte, zurück zum Bungalow zu gehen.

Nachdem wir zwei weitere Male im Pool badeten, begleitete L mich mit ihrem Roller auf einen Abendspaziergang. Wir stellten fest, dass nur wenige Häuser entfernt zwei Ponys wohnen, und sahen zahlreiche Pferde und Schmetterlinge. (Ich hoffe noch darauf, Hasen und Rehe zu sehen, denn viele Felder mit Waldgebieten liegen unmittelbar vor der Haustür.) Es ist ruhig. Hier ist unendlich viel Platz. Jedes Grundstück ist riesengroß und überall weiden Pferde. Ich glaube, es lebt sich hier in Brandenburg sehr angenehm.


Nach dem Abendessen machten L und ich uns allmählich bettfertig. Wir lasen noch drei Kapitel aus dem Conni-Buch „Das tanzende Pony“ vor. In der Theorie wollte ich anschließend in meinem Buch weiterlesen, sobald das Licht ausgeschaltet wurde. In der Realität saß ein weinendes Kind auf dem Bettrand und brüllte eine Dreiviertelstunde wie am Spieß, weil unsere beiden Betten ungefähr dreißig Zentimeter auseinander standen und sie nicht in meinem Bett, das viel zu klein für zwei Personen ist, schlafen durfte. Ich las dennoch in meinem Buch, wenn auch nicht so entspannt wie erhofft. Erst meine Androhung, dass wir umgehend nach Hause fahren, wenn hier nicht bald Ruhe einkehrt, brachte L dazu, sich in ihr Bett zu legen und einzuschlafen. Es war inzwischen nach 22 Uhr.


Samstag, 23. Juli 2022

Ich wachte halb acht morgens auf. L und ich hatten gut geschlafen und es gab keinen weiteren Zwischenfall in der Nacht. Es regnete bereits leicht. Da Bewölkung und Regen für heute angesagt wurde, hatte ich die Idee, nach dem Frühstück nach Hoyerswerda ins Kino zu fahren. Ein paar Lebensmittel einkaufen wollte ich dort auch.

Gegen Mittag schauten L und ich uns den Film „Mia and me“ an. L glänzte davor und danach wieder mit bester Laune. Nicht. Es nervt mich sehr. Ich hatte mich wirklich sehr auf unseren gemeinsamen Urlaub gefreut. Ich hoffe, ihre Stimmung bessert sich in den nächsten Tagen.


Als wir nachmittags mit einer vollen Einkaufskiste zum Bungalow zurückkehrten, war das zweite Ferienhaus auf dem Grundstück bereits bezogen. Unter den vier Feriengästen befanden sich zwei Kinder. Das Mädchen ist sieben Jahre alt, der Junge vier. Sehr zu Ls Freude, verstand sie sich auf Anhieb sehr gut mit den Kindern. Für mich hieß das etwas Freizeit und entspanntes und ungestörtes Lesen. Für L hieß das herumtoben, im Pool baden und spielen. Sie und ich waren glücklich. 🙂

Als die Kinder um halb acht schlafen gingen, spazierte L mit mir durch den Ort – ohne Genöle. Es war ein sehr schöner Tagesabschluss. Wir aßen anschließend noch eine Kleinigkeit und verkrümelten uns dann auch in unsere Betten. Ich las noch ein Kapitel in Ls Buch vor. Ohne Gejammer schlief L heute in ihrem Bett ein.

Unsere Zeit in Schweden 8/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Auch in dieser Nacht war es schwierig, in den Schlaf zu finden. Ls Gezappel, das Geraschel der Bettwäsche und die Wärme ihres an mir klebenden Körpers war unerträglich. Hinzu kommt, dass es hier auch um Mitternacht nicht richtig dunkel wird und es am Schlafzimmerfenster keine Verdunklungsmöglichkeit gibt. 

Ein wenig müde war ich heute Morgen also schon noch, als ich um halb neun meine Freundin J und ihren Freund J verabschiedete. Ihre Fähre sollte bereits um die Mittagszeit fahren, hatte letztendlich aber über zwei Stunden Verspätung.

J, L und ich fuhren mittags halb eins von Gölhult 1 in Kristdala los. Wir machten dieses Mal kürzere und längere Zwischenstopps in Växjö, Helsingborg und Malmö. Abends halb neun trafen wir nach einer angenehmen und entspannten Fahrt am Hafen in Trelleborg ein und konnten bereits wenige Minuten später auf die Fähre fahren.

Wir hatten einen wunderbaren Aufenthalt in Schweden. Wenn ich mal wieder Ruhe brauche, komme ich gern wieder! 🙂

Was heute schön war:

– Vorlesen aus Band 6 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– Zimtschnecken essen
– Spaziergänge in Växjö, Helsingborg und Malmö
– Besichtigung der Fähre “Nils Holgersson”

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 7/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

L schlief gestern ewig nicht ein, obwohl sie am Abendbrotstisch schon sehr müde war. Durch das stundenlange Gezappel und Anschmiegen fiel es auch mir sehr schwer, in den Schlaf zu finden. Dennoch oder vielmehr zum Glück war die Nacht erholsam.

Es war heute wieder unglaublich warm, sodass J, L und ich die Ishults Badplats wenige Kilometer von unserem Ferienhaus entfernt ansteuerten. An diesem Badesee trafen wir die Entenfrau. Sie ist im August (letzten Jahres?) von Hamburg nach Schweden gezogen und kann jedem Auswanderer nur empfehlen, im März oder April herzuziehen. Der Frühling und Sommer macht es leichter, im neuen Land anzukommen. Diese Information gab ich direkt weiter an meine Freundin J.

Ich sah heute lebendige Muscheln, eine Wasserschnecke, acht Entenküken, (tote) Hirschkäfer(überreste), einen Hasen und eine Blindschleiche.

Wir hatten einen schönen letzten Urlaubstag. Morgen Mittag fahren wir zur Fähre, die uns über Nacht zurück nach Deutschland bringt.

Was heute schön war:

– ausschlafen 
– lesen
– Vorlesen aus Band 6 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– barfuß laufen
– Federball spielen mit L, meiner Freundin J und J
– Zimtschnecken essen 
– Ausflug zum Badesee bei Ishults
– zwei Stunden kindfrei (Js Freund J ging mit L angeln, die sogar einen kleinen Fisch fing)
– Abendspaziergang mit J
– Tacos zum Abendbrot 
– ganztägiger Sonnenschein

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 6/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Das Wetter war heute genauso schön sonnig und warm wie am ersten Tag nach unserer Ankunft. Meine Freundin J und ihr Freund J gingen am späten Vormittag wandern. J, L und ich blieben den ganzen Tag über beim Ferienhaus und fuhren am späten Nachmittag lediglich ein paar Kleinigkeiten einkaufen.

Was heute schön war:

– ausschlafen
– Vorlesen aus Band 5 und 6 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– barfuß laufen 
– Zimtschnecken essen 
– Wikingerschach in Unterwäsche (Ich hab das noch nie zuvor gespielt. Auch wenn ich dreimal gegen J verloren habe, macht das Spiel echt Spaß. Dass wir uns nebenbei sonnen konnten, war ebenfalls sehr erfreulich.)
– viel Sonnenschein 
– selbstgemachte Pizza essen

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 5/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Ich habe in Astrid Lindgrens Welt heute zwei Dinge gelernt: Karlsson vom Dach hat einen Vornamen, nämlich Nils. Karlsson ist somit sein Nachname. Und Michel aus Lönneberga heißt im Original Emil. Für uns Deutsche wurde der Name Michel verwendet, um keine Verwirrung mit der Buchreihe “Emil und die Detektive” zu stiften. 

Ich habe festgestellt, dass ich so einige Geschichten von Astrid Lindgren nicht kenne. Die Brüder Löwenherz zum Beispiel. Oder auch Madita oder Rasmus und der Landstreicher. Das möchte und werde ich ändern. 

Der Park oder vielmehr der Waldbereich ist sehr liebevoll aufgebaut. Es gibt einige Tiere und es wurde sehr viel angepflanzt (Blumen und Gemüse). An Spiel-, Picknick-, Ess- und Erholungsbereichen mangelt es ebenfalls nicht. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn einige zwei oder sogar drei Tage infolge hierher kommen.

Ich war zwar noch nie im Disneyland Paris, stelle es mir dort aber wesentlich anstrengender hinsichtlich der Reizüberflutung vor als in Astrid Lindgrens Welt.

Meinen Körper zieren zahlreiche Mückenstiche. Alleine an jeder meiner Waden befinden sich vierzehn Stiche. Und da fehlen ja noch ein paar Körperteile …

Was heute schön war:

– ausschlafen
– Besuch und Erkunden der Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby
– Zuschauen bei Theateraufführungen von Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter und Pipi Langstrumpf
– Vorlesen aus Band 5 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– erster Angelversuch am späteren Abend mit L (wir haben keinen Fisch gefangen, aber unser Mais wurde vom Angelhaken gefuttert)

Eindrücke des Tages:


Unsere Zeit in Schweden 4/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Beim Frühstück googelten wir nach den Öffnungszeiten der beiden in der Nähe befindlichen Elchparks. Der Park, durch den wir mit dem Auto hätten fahren sollen, hatte gestern geöffnet und öffnet erst wieder am Sonntag, wenn wir bereits auf der Rückfahrt sind. Der Park, durch den wir laufen können (was uns auch lieber ist), hat nur heute und dann erst wieder am Samstag, wenn wir auf dem Weg zur Fähre sind, geöffnet. Somit war Js, Ls und mein Ausflugsziel klar. Meine Freundin J und ihr Freund J wollten einkaufen und anschließend mit dem Boot zum Angeln auf den See hinausfahren.

Der Elchpark in Målilla ist wunderschön. Die Bilder können leider nicht die Größe und somit den Platz, der den Tieren zur Verfügung steht, einfangen. Ich bin kein großer Freund von eingesperrten Tieren, aber diesen Elchen ging es wirklich gut. L hatte zwischendurch zweimal schlechte Laune, einmal weil sie stolperte und niemand ihr groß Beachtung schenkte, einmal weil sie das teure Hasenkuscheltier nicht haben durfte (zu Hause warten über 170 Kuscheltiere auf sie und beim letzten Einkauf hier in Schweden bekam sie einen pinken Affen). J und ich waren bemüht, uns den Ausflug nicht vermiesen zu lassen.

Auf der Rückfahrt zur Unterkunft musste ich tanken. In Schweden gibt es kaum bis nie Menschen, die bei einer Tankstelle arbeiten. Meine Tankkarte wurde tatsächlich problemlos akzeptiert, was mich überraschte und freute. Ich ließ das Auto für 860 Schwedische Kronen volltanken, was ungefähr 86 Euro entspricht. Das dürfte trotz unserer noch geplanten Ausflüge und der langen Fahrt bis zur Fähre locker reichen, bis wir wieder in Travemünde sind.

Die von Js Freund J gefangenen Plötze wurden am Abend zusammen mit zahlreichem Gemüse und Tofu-Spießen gegrillt. Während wir beim späten Abendessen saßen, zog Nebel auf, der unserer Umgebung etwas mystisches verlieh.

Was heute schön war:

– ausschlafen
– lesen
– Besuch des Målilla Älgparks
– Elche, einen Hund, Hühner und einen Hahn, Kaninchen und Ziegen sehen 
– unkompliziertes Tanken mit meiner Tankkarte (nach dieser Erfahrung bin ich der Meinung, dass wir in Deutschland ein ganz schönes Heckmeck veranstalten)
– Zimtschnecken essen
– eine eigene Angelrute für L (meine Freundin J und ihr Freund J haben sie gekauft)
– Vorlesen aus Band 5 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– grillen 
– Nebel am Abend

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 3/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Aufgewacht bin ich heute als Erste um kurz vor neun. Die Nacht war wieder sehr erholsam. Anderthalb Stunden später frühstückten wir zu fünft und beschlossen, ans Meer zu fahren.

Meine Freundin J suchte einen Ort heraus, an dem sowohl gebadet als auch geangelt werden kann. Wir packten ein paar Kleinigkeiten zusammen und fuhren nur etwa dreißig Minuten bis Vånevik. Auf der kurzen Autofahrt hörten wir unser aktuelles Hörspiel von Die drei ??? zu Ende. L gefallen die Geschichten genauso gut wie J und mir.

Der Erholungsbereich war unglaublich schön. Es gab Sand, kleine Felsen (große Steine) zum Klettern, Miniinseln zum Entdecken und natürlich das Meer. Wir sahen Möwen, Schwäne und einen Wasserreiher. Erfolg beim Angeln hatten meine Freundin J und ihr Freund J allerdings nicht.

Auf der Rückfahrt zum Ferienhaus hielten wir nochmals beim Supermarkt ICA Maxi. Das Knäckebrot schmeckt so lecker, dass wir unbedingt welches nachkaufen wollten.

Was heute schön war:

– ausschlafen
– der Bade- und Erholungsbereich bei Vånevik mit vielen Klettermöglichkeiten
– der Geruch und die Geräusche des Meeres
– Ls Phantasie
– lesen
– Vorlesen aus Band 5 der Kinderbuchreihe „Die Schule der magischen Tiere“
– Zimtschnecken essen

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 2/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Die erste Nacht war super und wir schliefen alle tief und fest. L und ich waren zuerst wach und machten noch in Schlafsachen einen kurzen Spaziergang zum See, ehe wir gemeinsam mit den anderen frühstückten.

Zahlreiche Mückenstiche zieren unsere Körper. Beim heutigen Einkauf organisierten wir deshalb Mückenschutz, der vor allem am Abend seinen Einsatz fand. Es juckt trotzdem überall.

Meine Freundin J und ihr Freund J angelten am Nachmittag und am späteren Abend im See, der nur wenige Meter von unserer Unterkunft entfernt liegt. L lief begeistert zwischen den beiden hin und her, half ihnen und verhielt sich sehr ruhig, um die Fische nicht zu verschrecken. Ein paar kleinere Fische (Rotaugen aka Plötze) wurden gefangen.

Wir haben sehr oft den Kuckuck gehört und wieder ein Reh gesehen. ❤

Was heute schön war:

– ausschlafen
– barfuß laufen
– Morgenspaziergang zum See mit L
– Einkauf im riesengroßen Supermarkt ICA Maxi in Oskarshamn mit sehr großer Produktauswahl 
– Zimtschnecken essen
– Chillen am See
– Vorlesen aus Band 5 der Kinderbuchreihe “Die Schule der magischen Tiere”
– dreißig Minuten joggen
– Abendspaziergang zu den von J gefundenen Tierschädeln (Dachsschädeln?)
– ganztägiger Sonnenschein 
– Ls gute Laune (die war in den letzten Tagen wirklich selten vorhanden) und Begeisterung für alles rund ums Angeln

Eindrücke des Tages:

Unsere Zeit in Schweden 1/8

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Wir sind am heutigen Abend in Schweden angekommen! Es ist ruhig und grün und wunderbar. Wir haben Rehe, Hasen, Kühe, Schafe, Pferde, Nacktschnecken, Libellen und einen Frosch gesehen. 

Unser Ferienhaus liegt mitten im Nirgendwo und ist wunderschön. In hundert Metern Entfernung liegt ein See. Das Boot und die Sauna dürfen wir mitbenutzen. 

Ich bin mir sehr sicher, dass wir hier eine tolle Zeit haben werden.

Was gestern und heute schön war:

– pünktliche Ankunft am Skandinavienkai in Travemünde
– sehr guter Spritverbrauch 
– Ls Begeisterung auf der Fähre, als sie einen kleinen Indoorspielplatz entdeckte (ihre tagelange Angst, die Fähre könne sinken, war innerhalb von Sekunden nach unserer Ankunft in Travemünde verschwunden)
– erholsame Nacht auf der Fähre TT-Line Akka
– entspannte Autofahrt auf den Straßen Südschwedens
– Frühstück in der Crêperiet in Lund
– Spaziergang durch Kalmar und Mittagsbuffet im asiatischen Restaurant E.A.T
– Spaziergang in Oskarshamn 
– Besichtigung unseres Ferienhauses in der Nähe von Kristdala und Abendspaziergang
– Wiedersehensfreude (ich telefoniere zwar regelmäßig mit meiner Freundin J, habe sie aber seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr gesehen)
– sehr gutes Internet und WLAN
– ganztägiger Sonnenschein

Eindrücke der letzten zwei Tage:

Osterspaziergang durch die Drachenschlucht

Reisen & Ausflüge

Mindestens fünf Jahre ist es her, seit M, Prinzi und ich durch die Drachenschlucht, eine Klamm bei Eisenach, gewandert sind. Heute machten wir zum Ausklang unseres Osterurlaubs bei herrlichstem Wetter erneut einen Ausflug zu diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Ich muss zugeben, dass sich L und ich hinsichtlich unserer Kleiderwahl heute nicht mit Ruhm bekleckert haben. L zog sich alleine an und bestand auf einem Sommerkleidchen. Darunter trug sie glücklicherweise eine kurze Hose, denn wie wir am späten Vormittag feststellen mussten, war es in Eisenach noch ziemlich frisch. Nur ihre neuen roten Wandersandaletten waren dem Anlass angemessen. Auch ich hatte Lust, ein Kleid mit langer Leggins zu tragen. Dies hielt mich nicht davon ab, meine Barfuß-Wanderschuhe anzuziehen. Ich sah sicher etwas merkwürdig aus, denn das Kleid passte absolut nicht zu meinen Schuhen. Um aber meine neuen Schuhe einlaufen und nebenbei ein Barfuß-Gefühl haben zu können, nahm ich das gern in Kauf 😉

Die Fahrt nach Eisenach ging schnell vorbei. Wir hatten jedoch große Mühe, einen Parkplatz zu finden. Dass es am Ostermontag voll sein wird, ahnten wir bereits. Unsere Erwartungen wurden jedoch noch übertroffen. M ließ mich mit Prinz und L auf einem Privatparkplatz aussteigen und suchte alleine weiter. Ich lief derweil in einem entspannten, soll heißen sehr langsamen Tempo Richtung Drachenschlucht-Tor. L, die ich überreden konnte, ihre Jacke anzuziehen, sammelte unterwegs zahlreiche Stöcke. Nach einer Viertelstunde holte uns M ein, bekam von L einen Stock in die Hand gedrückt und setzte mit uns gemeinsam die Wanderung fort.

Etwas über einen Kilometer später erreichten wir das Tor zur Drachenschlucht. Vor uns lagen 2,6 Kilometer unberührte, wunderschöne Natur. Einziger Wermutstropfen waren die vielen Menschen. Es war unglaublich voll. So viele Hunde auf einem Haufen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Obwohl wir nur schleppend vorwärts kamen, versuchten M und ich den Ausflug zu genießen und unsere aufkommende Gereiztheit zu unterdrücken. Denn ändern konnten wir es ohnehin nicht, dass L abwechselnd Schokolade essen, etwas trinken, getragen werden, sich die Jacke ausziehen, balancieren oder ihren Rucksack selbst tragen wollte. Prinz schlug sich ebenfalls tapfer. Wäre er ein Mensch, wäre er bereits über achtzig Jahre alt. Glücklicherweise war der Weg nicht allzu steil und er konnte hin und wieder aus dem kleinen Bächlein trinken. Er hat sich von keinem einzigen Hund provozieren lassen. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn ❤

Gegen Ende des Weges durch die Drachenschlucht wurde es etwas matschiger. Sowohl Ls Kleid und Schuhe als auch meine Leggins und Barfuß-Schuhe hatten ihre Farbe gewechselt. M, der dummerweise ein Paar Turnschuhe mit eingerissener Sohle trug, bekam eine nasse Socke.

Die letzten Meter trug M L auf seinen Schultern. Am frühen Nachmittag erreichten wir Hohe Sonne, eine Waldsiedlung mit Imbiss direkt an der Bundesstraße. Für L und mich gab es jeweils ein Eis, welches wir zwischendrin tauschen mussten, da L ihr Eis zu kalt war. M, der bereits seit Dezember 2018 eine Zahnfleischentzündung und seit kurzem auch eine wunde Zunge hat, aß ein Stückchen Kuchen. Die ungewürzten Pommes musste er schmerzbedingt zum Großteil L und mir überlassen. Anfangs ließ sich Prinz von den anderen Hunden nicht aus der Ruhe bringen und genoss die Pause. Gerade als wir Bekannte mit ihren drei Kindern entdeckten, bemerkte er unter unserem Tisch einen anderen Hund und bellte laut drauf los. Das war uns sehr unangenehm.

Kaum hatten wir die Bundesstraße überquert, um auf einem anderen Wanderweg den Rückweg anzutreten, bemerkten wir, dass Prinz ungewöhnlich langsam lief. Kurz darauf zog er sein linkes Hinterbein hinter sich her. Wir konnten ihm seine Schmerzen ansehen. M entschied, die knapp 4,5 Kilometer allein zum Auto zurückzulaufen und uns beim Imbiss Hohe Sonne abzuholen.

Ich lief mit Prinz und L die wenigen Meter zum Parkplatz Hohe Sonne zurück. Unterwegs spielten L und ich Rumpelstilzchen, indem L mich fragte, ob ich Stroh zu Gold spinnen könne. Immer wenn ich dies verneinte, bot sie mir ihre Hilfe an und fragte, was sie dafür bekäme. Nach einer Weile wechselte sie zum Märchen Schneewittchen und fragte ihren imaginären Spiegel, wer denn die Schönste sei.

Abseits des Imbiss’ standen zwei Bänke, auf denen ich es mir mit L und Prinz gemütlich machte. L und ich aßen Schokolade, gingen gefühlt zehn Mal auf die Toilette und genossen bis zu Ms Eintreffen die Sonne. Auf der Rückfahrt schief L sofort ein. Auch Prinz, der auf der Hinfahrt gelegentlich seinen Unmut mit uns teilte, gab keinen Mucks mehr von sich ❤