Gestern schliefen die Kinder etwa eine Stunde eher ein als am Abend zuvor, sodass wir drei Frauen wieder Zeit für ein nettes Plauderstündchen hatten. Gegen halb elf gingen aber auch wir in die Betten. Ich hatte wunderbar geschlafen. Es gab nachts weder großartigen Autolärm noch auf der Brücke herumhüpfende Menschen. Bis kurz vor acht Uhr morgens ließ uns Ls kleiner Cousin M schlafen.
Nach unserem Tagesausflug legten meine Schwägerin, mein Neffe, L und ich eine kleine Shoppingtour ein. Für mich fand ich eine Jeansshorts, L bekam einen schicken Badeanzug und ein bauchfreies Top.
Zum Abendessen kochten wir heute nichts, sondern holten uns auswärts etwas Leckeres zu futtern.
Was heute schön war:
Rosstrappe. Mit dem Sessellift fuhren wir am späten Vormittag vom Bodetal hinauf auf den Granitfelsen Rosstrappe, liefen dort etwa einen Kilometer bis zum Aussichtspunkt, picknickten und fuhren mehr als zwei Stunden später zurück ins Tal. Beim Aussichtspunkt ist ein riesiger Hufabdruck zu sehen. Der Sage nach floh Prinzessin Brunhilde auf ihrem Pferd vor dem Riesen (einer anderen Erzählung nach vor einem Ritter) Bodo, der in sie verliebt war. Vor der großen Felsschlucht nahm sie all ihren Mut zusammen und wagte auf ihrem Pferd den waghalsigen Sprung, der besagten Hufabdruck hinterließ. Der Riese (oder Ritter) war mitsamt seinem Pferd zu schwer, stürzte in die Schlucht und fiel in den Fluss, der fortan „Bode“ genannt wurde. Als Hund soll Bodo noch heute am Ufer über die Krone der Prinzessin, die in den Tiefen des Flusses liegt, wachen.
Spaßinsel. Am Nachmittag durften sich die beiden Kinder M und L bei den Fahrgeschäften austoben. Am meisten Spaß hatte L tatsächlich auf einem Karussell für Kleinkinder. Das hatte ich nicht erwartet. Zum Abschluss bekam jede und jeder noch ein Eis.
Eindrücke des Tages:
Blick zum HexentanzplatzHufabdruckBlick aufs Bodetal
SpaßinselManchmal sind Kinder leicht zufriedenzustellen.
Meine Nacht war etwas kurz, aber von den erhaltenen Schlafstunden dennoch ausreichend. Halb zwölf ging ich gestern Abend nach einer netten Plauderrunde ins Bett. Immer mal wieder weckten mich laut krakeelende Stimmen und/oder Schritte auf der hinter unserer Unterkunft befindlichen Brücke oder der Autolärm. Dass wir alle genug geschlafen haben, beschloss schließlich Ls kleiner Cousin M kurz vor halb acht.
Nach einer belebenden Dusche deckte ich für uns alle den Frühstückstisch auf der Terrasse. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein ließen wir uns das Essen (und den Schokocappuccino) schmecken.
Mit immer noch leicht vor Erschöpfung schmerzenden Füßen begleitete ich L, ihre Tante M und ihren Cousin M am Abend zum Kaufland, um noch einige wenige Lebensmittel zu kaufen.
Was heute schön war:
Hexentanzplatz. Ich war als Kind und Jahrzehnte später mit M schon mal hier. Bekannt kam mir allerdings überhaupt nichts vor. Rein gar nichts vom heute Gesehenen weckte meine Erinnerungen. Eventuell lag es an den zahlreichen Baumaßnahmen, die aktuell in vollem Gange sind. Ein Besuch wird sich in einigen Jahren bestimmt wieder lohnen. Heute schauten wir uns das Hexenhaus, das verkehrt herum steht, an und holten uns zur späten Mittagszeit eine Portion Pommes, nachdem unser mitgebrachter Proviant vollständig verzehrt war.
Tierpark. Die meiste Zeit des Tages verbrachten wir im Tierpark auf dem Hexentanzplatz. L kaufte sich von ihrem Taschengeld einen schönen Schlüsselanhänger. Ich liebe es, in Tierparks kaum oder sogar keine Tiere zu sehen. Das zeigt mir, dass die Tiere genug Möglichkeiten haben, sich vor den Besucherinnen und Besuchern zu verstecken, und die Gehege groß sind. Dass sich uns aber drei Wölfe zeigten, freute mich sehr. Besonders begeistert war L vom Streichelzoo und dem wunderschönen Spielplatz.
Sommerrodelbahn. Bevor es am frühen Abend zur Unterkunft zurückging, fuhren L und ich zwei Mal mit der Sommerrodelbahn. Bei der ersten Fahrt war ich relativ langsam unterwegs, bei der zweiten wesentlich mutiger und schneller. Gern wären wir noch einige Male gefahren, aber es war zu teuer. Ein Eis futterten wir auch.
Wunderbar und über acht Stunden haben L und ich in dieser Nacht in unserem Himmelbett geschlafen. Ich verzichtete gestern Abend aufs Fernsehen und schlief direkt nach meinen Englischübungen in der Duolingo App ein. Das war die richtige Entscheidung.
Nach dem Frühstück packten wir in Ruhe unsere Sachen zusammen. Nach einem angenehmen letzten Plausch mit dem Vermieterehepaar verließen Ls Oma M, L und ich das kleine ruhig gelegene Dorf Kleingießhübel. Bevor wir am Nachmittag den Heimweg ansteuerten, fuhren wir in den Ort Pfaffendorf, um ein letztes Mal ein paar Kilometer zu wandern.
Im Gegensatz zur Hinfahrt am Mittwoch Nachmittag war die heutige Rückfahrt super entspannt. Die Autobahnen waren komplett frei. Weder gab es Unfälle noch Baustellen. Wir kamen nach anderthalbstündiger Fahrt am Leipziger Hauptbahnhof an. Ls Oma M stieg dort in eine Regionalbahn in Richtung Erfurt, L und ich fuhren die letzten Meter nach Markkleeberg.
Was heute schön war:
Pfaffenstein mit Barbarine. Während der gesamten etwa fünf Kilometer langen Wanderung nölte L heute nicht ein einziges Mal. Im Gegenteil. Der abenteuerliche Wanderweg, bestehend aus Steinstufen, Wurzeln und kleinen Felsen zum Hochklettern machte ihr sehr viel Spaß. Sie gab unserem Ausflug zehn von möglichen zehn Punkten. Als wir am späten Vormittag oben auf dem Pfaffenstein ankamen, hatte ich beim Anblick des Aussichtsturms und der sich davor befindlichen Gastronomie das Gefühl, vor einigen Jahren schon einmal mit Prinzi und Ls Papa M hier gewesen zu sein. Ich werde hier im Blog recherchieren, ob dem so war und ich unsere damalige Tour vielleicht sogar schriftlich verewigt hatte.
Eis essen. Bevor wir uns am Nachmittag auf den Heimweg machten, spendierte Ls Oma M jeder ein oder zwei Kugeln Eis.
Eindrücke des Tages:
Blick vom Pfaffenstein auf das PfaffendorfAussichtsturm
Gestern Abend schaute ich trotz Müdigkeit noch zwei Folgen einer Serie. Das war nur eine mittelgute Idee, wie sich hinterher herausstellte, hatte ich nach dem Fernsehen doch einige Probleme einzuschlafen. Ich schlief in dieser Nacht leider auch nicht so tief und fest wie in der vergangenen. Aufgewacht bin ich zudem bereits gegen sieben Uhr.
Kurz vor halb zehn verließen wir unsere Unterkunft und machten uns auf den Weg nach Bad Schandau. Erst 18 Uhr kehrten wir wieder zurück. Den ganzen Tag über war es deutlich frischer als gestern. Vor allem Ls Oma M fror stellenweise ganz schön. Über das Wetter können wir uns ansonsten aber wieder nicht beschweren. Es war sonnig und/oder bewölkt und die meiste Zeit windstill.
Durch Bad Schandau fuhr ich im Jahr 2015 gemeinsam mit M mit dem Fahrrad. Wir waren damals auf dem Weg nach Prag. Ich erinnere mich, dass uns die Stadt gut gefiel und wir irgendwann noch mal für längere Zeit vorbeischauen wollten. Nun habe ich es acht Jahre später mit L und ihrer Oma M gemacht.
Auch wenn ich hier überwiegend die schönen Ausflugsfotos zeige, ist das Ausmaß an kranker und toter Bäume auch in der sächsischen Schweiz enorm. Der Borkenkäfer hat auch in diesem Teil Deutschlands bereits eine Menge zerstört. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es in wenigen Jahren hier aussehen wird.
Was heute schön war:
Fahrt mit der Fähre und Kirnitzschtalbahn. Um vom Bahnhof in Bad Schandau bis zur Innenstadt zu kommen, kann mit der Fähre übergesetzt werden. Das machten wir drei sowohl hin- als auch rückwärts. L hatte sehr viel Freude auf dem Boot und genoss die Fahrten sichtlich. Von Bad Schandau aus fuhren wir bis zum Lichtenhainer Wasserfall mit der Kirnitzschtalbahn. Dank unserer 49-Euro-Tickets brauchten wir die Fahrten nicht extra zu bezahlen. Auf der Rückfahrt war es nicht so voll wie auf der Hinfahrt, sodass wir die Fahrt richtig genießen konnten. L schlief sogar für ein paar Minuten ein.
Wanderung zum Kuhstall. Nachdem wir uns den Lichtenhainer Wasserfall angeschaut hatten, wanderten wir zum Kuhstall, einem sehr bekannten Felsentor. Dort angekommen, machten wir ein kleines Picknick, genossen den herrlichen Ausblick und bestiegen wenig später die Himmelsleiter. Dieser Aufstieg direkt in einer Felsspalte war so eng und steil, dass L im ersten Drittel ein wenig Panik verspürte. Gemeinsam schafften wir es aber, heil oben anzukommen und wurden mit einer weiteren wunderbaren Aussicht belohnt. Bevor wir einen anderen Weg zurück zum Lichtenhainer Wasserfall nahmen, aßen L und ich je noch ein kleines Softeis.
Pizzeria. In Bad Schandau kehrten wir am Nachmittag in eine Pizzeria ein. L hatte großen Appetit auf eine Pizza Funghi, die sie sich sehr schmecken ließ. Viel genölt und gejammert hatte sie heute während der Wanderung wieder nicht. Sie hatte sich ihre Pizza somit redlich verdient.
Eindrücke des Tages:
ElbeFähre
Bad Schandau
Lichtenhainer Wasserfall
Ausblick vom KuhstallKuhstallEnde der HimmelsleiterDas Werk der Borkenkäfer!
Gestern Abend wollte ich noch etwas fernsehen. Wollte. Ich war allerdings während meiner Sprachübungen bereits so müde, dass mir immer wieder die Augen zufielen. Ich gab dem Drang nach und legte mich gegen 22 Uhr schlafen. Wir schliefen alle bis kurz nach acht Uhr durch. Meine Fitbit-Uhr zeigte mir heute Morgen etwas mehr als neun Stunden Schlaf an. Ich fühlte mich nach dem Aufwachen auch sehr ausgeschlafen und fit.
In jedem Dorf, in dem L, ihre Oma M und ich bisher waren, gibt es mitten im Ortskern (große) öffentliche Bücherschränke. Das finde ich wunderbar. L schnappte sich heute ein Weihnachtsliederbuch.
Die vielen Bäume, die hier jeden einzelnen Ort umgeben, sorgen für sehr saubere und frische Luft. Als Stadtmensch konnte ich sofort den Unterschied erschnuppern. Zudem herrscht sehr wenig Verkehr. Die Kinder können unbesorgt auf den Straßen spielen.
Am Abend schauten wir uns das Grundstück der Vermieter genauer an. Ich schätze, dieses ist mindestens zweitausend Quadratmeter groß. Auf dem Grundstück befinden sich ein Wohnhaus, eine alte, baufällige Scheune, ein Sommerhaus, ein großes Lagerhaus, ein Spielplatz und Wiese ohne Ende.
Was heute schön war:
Wanderung. Nach dem Frühstück machten L, ihre Oma M und ich mich auf den Weg zum Kleinen Zschirnstein. Der Wanderweg startete und endete direkt hinter dem Haus, in dem wir unsere Unterkunft haben. Auf dem steinigen Weg bergauf suchten sich L und ihre Oma je einen Wanderstock. L nölte anfangs herum, weil sie wandern musste, fand aber nach und nach Gefallen daran. Wir beschäftigten sie mit dem Aufsagen des Alphabets und zahlreichen anderen Spielen. Die Aussicht auf dem Kleinen Zschirnstein vor und während unseres mitgebrachten Picknicks war grandios. Ich machte viele Bilder und hätte am liebsten noch tausende gemacht. Vier Stunden, über fünfzehntausend Schritte und zehn Kilometer später waren wir wieder in unserer Unterkunft.
Flohmarkt. Am Nachmittag machten wir uns mit dem Auto auf den Weg in den Nachbarort Reinhardtsdorf. Zum Männertag fand dort bei der Freiwilligen Feuerwehr ein kleines Fest mit Bier, Bratwurst, Hüpfburg und Fahrt im Feuerwehrauto statt, wie wir bei unserer Ankunft feststellten. Wir liefen aber fünfzig Meter weiter auf einen kleinen Hofflohmarkt. Dort kaufte ich mir ein eintausendteiliges Puzzle und einen kleinen Grill. L gab einen Teil ihres Taschengeldes für ein Eisbär-Kuscheltier und eine Ziegenfigur aus. Leckeren Kuchen gab es auch. Wir entdeckten später noch einen schönen Spielplatz, auf dem wir noch eine Weile blieben.
ABC. Seit heute kann L das Alphabet vollständig und in der richtigen Reihenfolge. (Ich weiß, dass viele Kinder das bereits können, bevor sie in die erste Klasse kommen. L hatte bisher aber kein großes Interesse gezeigt, es zu lernen.) Das war heute schon vor unserer Wanderung anders. Eifrig und mehrfach hintereinander sagte sie es immer wieder auf. Nun kann sie es.
Eindrücke des Tages:
HimmelbettSchaukel im WohnzimmerSommerschlafplatz
Blick vom kleinen Zschirnstein
Neues Puzzle und Kuchen für michFlohmarkt in Reinhardtsdorf …… mit Fahrt im Feuerwehrauto
Ich habe gut geschlafen, aber nicht so tief wie in den letzten Nächten. Zum einen wachte ich in der Nacht mehrfach auf, um Ls Körpertemperatur zu überprüfen. Seit Sonntagabend hat sie nämlich leichten Schnupfen. Sie hatte aber die ganze Schlafenszeit über zum Glück Normaltemperatur. Zum anderen war ich ein wenig aufgeregt, weil heute ein Firmenwandertag anstand, an dem ich unbedingt teilnehmen wollte. Hätte L nachts Fieber bekommen, hätte ich zu meinem Bedauern nicht mitfahren können. So musste ich „nur“ bewerkstelligen, dass L und ich am Morgen die Wohnung über eine halbe Stunde eher als sonst verlassen.
Kurz nach sieben Uhr war L in der Schule und ich gemeinsam mit meinen Kollegen L und A auf dem Weg zur Gemeinde Geraberg Ortsteil Geratal in Thüringen. Wir kamen pünktlich kurz vor um neun an. Den ganzen Tag über hatten wir bestes Wetter. Es war wunderbar warm und sonnig, es duftete an jeder Ecke und die Stimmung unter den achtzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern war ebenfalls sehr gut.
Start unserer Wanderung …… auf dem Klimaweg!
Wir hatten eine geführte Wanderung. Da wir für diesen Klimaweg in naher Zukunft eine App entwickeln werden, diente der heutige Ausflug nicht nur zur Bespaßung, sondern war auch ein Auftakt in unser neues Projekt, bei dem ein Teil des heute anwesenden Teams mitwirken wird. Wir haben quasi ein Teamevent daraus gemacht.
Für die ersten zwei Kilometer brauchten wir ungelogen über zwei Stunden, weil wir an jeder Informationstafel stehen blieben, höchst Interessante Informationen über die Region, das Klima und Sagen aus dem Umkreis erfuhren, und uns (zu) detailliert über mögliche Features in der App oder Besonderheiten auf dem Weg unterhielten. Der Ausblick war die ganze Zeit über wunderschön. Große Sorge bereitet dem Wald aktuell der Borkenkäfer, der bereits zahlreiche Bäume getötet hat. Das Ausmaß des Befalls sahen wir heute mit eigenen Augen.
So sehen Bäume aus, wenn der Borkenkäfer am Werk war.
Nach unserem Halt beim Goethefelsen (Wo war Goethe eigentlich nicht?!) liefen wir die restlichen Kilometer zügiger. Wir fuhren mit unseren Autos direkt zum Deutschen Thermometermuseum, in dessen Außenbereich wir zunächst unsere mitgebrachten belegten Brötchen im Rahmen einer Mittagspause verspeisten, ehe wir um kurz nach 13 Uhr eine Führung durch das Museum erhielten.
Goethefelsen
Deutsches Thermometermuseum … klingt erst mal nicht so spannend. Ähnlich voreingenommen waren wir im Team auch. Doch ein Großteil merkte schnell, dass die Geschichte des Thermometers höchst interessant ist. Für jede und jeden, der das Museum besucht, empfehle ich eine Führung, da die Mitarbeiterinnen unglaublich viel Fachwissen haben, das die Informationstafeln nicht hergeben. Zudem gaben sie ihr Wissen mit so viel Freude und Liebe weiter, dass man sich danach um einiges schlauer fühlt. Besonders beeindruckend war die Vorführung einer sechsundachtzigjährigen Frau, die zu tiefsten DDR-Zeiten gemeinsam mit hunderten anderen Frauen im Akkord Thermometer herstellte. Thüringen war nämlich einst Europas Martkführer in der Herstellung von Thermometern. Die alte Frau zeigte uns die Arbeitsschritte, um ein Thermometer herzustellen. Das war unglaublich spannend. Viele wussten danach jedenfalls, dass das heutzutage keine geeignete Arbeit für sie wäre.
Gegen 15 Uhr verließen wir Geratal und machten uns auf den Heimweg.
Was heute schön war:
Wanderung und Museumsbesuch. Ein wirklich gelungenes kleines Teamevent. Die Mitglieder der Gemeinde und die Mitarbeiterinnen des Museums haben unfassbar viel Lust, ihre Region bekannter zu machen und positive Veränderungen herbeizuführen. Allerdings werden viele Ideen vermutlich an den Entscheidungen einzelner Gremien scheitern. Es klang jedenfalls alles unfassbar bürokratisch, langwierig und ernüchternd. Schauen wir mal, ob und was sich in den nächsten Jahren so tut.
Eis essen. Die Mama von Ls Schulfreundin L holte L mit von der Schule ab. So hatte ich auf der Heimfahrt weniger Zeitdruck und Stress. Wir trafen uns kurz nach halb fünf am Nachmittag in der Eisdiele in der Nähe der Schule. Bei dem schönen Wetter konnte ich natürlich nicht widerstehen und kaufte mir ein Eis. L und ich gingen im Anschluss noch ein paar Minuten auf den Spielplatz, ehe auch wir den Heimweg antraten.
Ich mag es, aus dem Urlaub zurück nach Hause zu kommen und nur wenig schmutzige Kleidung mitzubringen. So wird es auch dieses Mal sein, denn den gestrigen Tag nutzten wir zum Waschen. Die Wäsche ließen wir zudem von der Sonne trocknen. Das mag ich auch sehr.
U und die Kinder K und L buken am gestrigen Vormittag einen Schokoladenkuchen, denn M wurde ein Jahr alt. Nachmittags spazierten wir mit den drei Hunden durchs Dorf, ehe wir den Abend mit leckerem Stockbrot am Lagerfeuer ausklingen ließen.
Bevor wir heute um 17 Uhr am Tiraner Flughafen eintrudelten, fuhren wir mit der Seilbahn auf einen Berg in Tirana, aßen ein letztes Mal sehr viele verschiedene Gerichte zum Mittag und ließen anschließend die Kinder auf den dortigen Spielplätzen spielen.
Wir hatten eine schöne Zeit in Albanien und kommen U, E, K und M mit Sicherheit wieder besuchen. Morgen fahren L und ich von Berlin aus zu meinem Bruder nach München. Am Sonntag wird er dreißig.
Was gestern schön war:
– entspannter Vormittag mit lesen – Schokoladenkuchen – kleiner Spaziergang durchs Dorf mit Us und Es drei Hunden – Lagerfeuer mit Stockbrot
Was heute schön war:
– ausschlafen – Seilbahnfahrt in Tirana mit leckerem Mittagessen – drei spielende Kinder auf dem Spielplatz – entspannter Rückflug trotz einer Stunde Verspätung
J ging es heute Morgen zum Glück wieder gut. Er hat um die zwölf Stunden geschlafen, sich einmal erbrochen, eine Ibuprofen eingeworfen und unglaublich viel geschwitzt. Was auch immer ihm gestern zu schaffen machte, war heute wieder vorbei.
Nach dem Frühstück fuhren wir zur Burg von Berat. Das Burginnere erinnerte mich an eine kleine Stadt mit Steinhäusern und verwinkelten Gässchen. Einige der Häuser waren Restaurants oder Gästehäuser, in anderen wurden Souvenirs angeboten. Obwohl M und K je ein Spielzeug bekamen, kaufte ich L nichts. Ich hätte ihr gern ein Armband geschenkt. Die von ihr bevorzugte kleine Trommel wollte ich jedoch nicht kaufen. Darüber war L traurig, was ich natürlich verstehe, fing sich aber recht schnell wieder. Ich bin gespannt, ob das Thema Trommel bei ihr noch mal aufkommen wird oder ob diese, was ich eher vermute, komplett in Vergessenheit gerät. In der Burg gibt und gab es unzählige Kirchen. Wir schauten uns erneut eine sehr schöne orthodoxe Kirche an.
Gegen Mittag fuhren wir zurück ins Dorf bei Tirana und setzten unterwegs E, der nun für ein paar Tage geschäftlich unterwegs sein wird, ab. Nach einer Portion Nudeln und Granatäpfel (ich weiß jetzt, wie sich diese schnell und unkompliziert schälen lassen) für alle, spielten die Kinder draußen. Ich schlenderte noch mal durch den Gartenbereich und bestaunte die Obstbäume. Am Abend waren wir bei Es Eltern zum Abendessen eingeladen.
Was heute schön war:
– gesunder J – Besichtigung der Burg von Berat mit einer orthodoxen Kirche – entspannte Autofahrt zurück ins Dorf bei Tirana – Abendessen bei Es Eltern
Was ich festgestellt habe:
Keine zehn Pferde würden mich in ein Auto bekommen, mit denen ich durch Tirana fahren soll.
Was ich gelernt habe:
Wenn eine albanische Familie Gäste zum Essen einlädt, essen die Gäste zuerst, während die Gastgeber dabei zusehen. So war das auch heute Abend. Es fühlte sich sehr merkwürdig an. (In traditionellen albanischen Familien ist es sogar üblich, dass die Frau die Speisen für die ausschließlich männlichen Gäste zubereitet, der Gastgeber anschließend gemeinsam mit seinen Gästen und die Frau allein in der Küche isst.)
Albanien ist ein sehr armes Land. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei circa 350 Euro. (Das heißt es gibt Menschen, die noch weniger haben.) Das Auto ist hier ein Statussymbol. Wie das funktioniert, denn das tut es, ist mir schleierhaft, sind die Spritpreise doch identisch mit denen in Deutschland.
Nach dem Frühstück fuhren wir zurück ins Landesinnere, machten eine längere Mittagspause in Ardenice mit anschließender Klosterbesichtigung und kamen am Nachmittag in der Stadt Berat an.
Restaurant bei Ardenice
Schon während der Fahrt ging es J zunehmend schlechter. Er legte sich direkt nach Ankunft im Gästehaus ins Bett und verließ dieses für den restlichen Tag auch nicht mehr. Zum Abendessen konnte und wollte er uns nicht begleiten. Wir vermuteten, dass das Leitungswasser Schuld an seinem Befinden haben könnte, denn nur er trank das seit Tagen. Mal sehen, wie es ihm morgen geht.
L isst zu jeder Mahlzeit sehr gut. Ihr scheint das albanische Essen offensichtlich sehr zu schmecken.
Was heute schön war:
– ausschlafen – Frühstück mit Blick aufs Meer – Mittagessen mit herrlichem Ausblick – Besichtigung des orthodoxen Klosters in Ardenice – kleiner Spaziergang durch Berat
Nach dem Ausschlafen und einem reichhaltigen, leckeren Frühstück mit Blick aufs Meer machten U, E, K, M, L, J und ich uns auf den Weg ins Altdorf Qeparo, welches etwa zwei Kilometer mit zweihundert Höhenmetern Unterschied vom neuen Dorf, in dem wir uns befinden, entfernt liegt. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg gab es Genöle oder Gejammer von L. Sie wanderte lieb und fröhlich mit uns bergauf und -ab. Es war ein wirklich sehr schöner Ausflug mit herrlicher Aussicht.
WanderwegOlivenbaum zum KletternStreunerAltdorfNormalgewichtige Kuh
Am Nachmittag hüpften L, J und ich ins Meer. Wir waren fast die einzigen. In Albanien ist bereits Nebensaison und den allermeisten Albanern ist es zu kalt, um im Meer zu baden. Für uns waren Wasser- und Lufttemperatur jedoch identisch mit denen eines warmen Sommertages in Deutschland.
Was heute schön war:
– ausschlafen – Frühstück mit Blick aufs Meer – kleine Wanderung zum Altdorf Qeparo – Baden im Ionischen Meer mit J und L – Abendspaziergang entlang der Strandpromenade