Ein Wochenende im November

Alltagsschnipsel

Freitag, 25. November 2022


Unser Wochenende begann mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes in Ls Schule. Gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin L und deren Mama zogen L und ich am Nachmittag durch das Schulhaus. 

Zuerst holten sich gefühlt alle Kinder der Schule und ihre Begleiter Essen und Getränke im Speiseraum. Wir bildeten hier keine Ausnahme. Da ich noch satt vom leckeren Sushi Mittagsmenü, welches es im Rahmen unseres regelmäßigen Open Space Fridays auf Arbeit gab, war, trank ich nur einen Kinderpunsch, während die beiden Kinder Obst und Plätzchen verköstigten.

Die erste Bastelstation, bei der wir Halt machten, war im Hortraum von Ls Klasse. L und L bemalten, beklebten und verschönerten einen aus Holzstäben zusammengesetzten Weihnachtsbaum. Anschließend wurde L beim Kinderschminken auf eigenen Wunsch in einen Hasen verwandelt, der uns wenig später zwei Etagen weiter oben einen wunderschönen Adventskranz (für die Wohnungstür) gestaltete. Bei unserer letzten Station bastelte L einen weißen Stern aus zusammengeklebtem Butterbrotpapier.

Halb sechs am Abend sollte der schulische Weihnachtsmarkt enden. Kurz vor sechs fanden wir uns erneut im Speiseraum zum Pizza essen (ich war leider immer noch satt) ein. L und L aßen aber mit großem Appetit.


Viertel nach sechs verließen wir das Schulgebäude und machten uns auf den Weg zum Auto. Im nächsten Jahr werden wir hoffentlich auch bei der Feuerschale mit dem Stockbrot und beim Kerzen ziehen vorbeischauen können. Das haben wir leider nicht geschafft.

Zu Hause angekommen, malte und schrieb L konzentriert vor sich hin, während ich den Einkauf ausräumte und noch kleine Dinge im Haushalt erledigte. Halb acht kuschelten wir uns unter die Bettdecke, schauten noch etwas fern (und erledigten die Schwedisch Übungen auf Duolingo), ehe es zwei Stunden später schlafen ging.


Samstag, 26. November 2022


Aufgewacht war ich bereits halb acht. L schlief noch eine ganze Stunde länger. Ehe wir gemeinsam frühstückten, las ich L noch ein Kapitel aus einem Band der Reihe “Die Schule der magischen Tiere” vor.

Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Buch “Ein guter Plan” und schrieb fleißig ein paar Momente auf, die ich in Zukunft nicht vergessen mag. Zwischendrin holte ich unsere Weihnachtsdekoration aus dem Keller und L begann, unsere Wohnung zu schmücken. 


Es war bereits Mittagszeit, als ich unsere frisch gewaschene Kleidung aufhing. Mein Körper signalisierte mir, dass er dringend eine Pause brauchte, sodass ich mich zum Ausruhen ins Schlafzimmer verzog. L durfte derweil ein bisschen fernsehen.

Am Nachmittag bereitete ich mit Ls Hilfe Plätzchenteig vor. Das Ausstechen und Backen der Plätzchen überließ sie allerdings mir und kümmerte sich weiter um die Dekoration unserer Wohnung. Beim Verzieren der Plätzchen half L mir jedoch mit großer Begeisterung. Das machte ihr auch im vergangenen Jahr bereits den meisten Spaß. Ihre verzierten Plätzchen sind auch sehr schön geworden.


Weil ich sehr geschafft war, schlug ich L vor, Pizza zu bestellen. So ließen wir uns abends die Pizzen schmecken, die ich direkt von einem italienischen Restaurant bestellt hatte. L durfte bis zum Schlafengehen fernsehen, während ich bis kurz vor Mitternacht in einem sehr spannend geschriebenen Buch las und meine Müdigkeit ignorierte.



Sonntag, 27. November 2022


Spannende Bücher sind meine Hassliebe. Nach knapp sechs Stunden Schlaf war ich wieder wach und las zwei Stunden ungestört in meinem Buch weiter, ehe L erwachte. 

Erst halb zehn frühstückten wir gemeinsam die restlichen Pizzastücke. Die erste Kerze auf unserem schönen, von meinem Papa selbstgebastelten Adventskranz leistete uns mit ihrem hellen Licht Gesellschaft.

Einen schönen ersten Advent!


Gemeinsam mit L dekorierte ich nach dem Frühstück die Wohnung fertig und schmückte den Weihnachtsbaum. Ich mag es, wenn der Baum viele Wochen vor Heiligabend geschmückt in der Wohnung steht und wir uns daran erfreuen können. In diesem Jahr kaufte ich für uns einen künstlichen Baum, der uns nun die nächsten Jahre durch die Advents- und Weihnachtszeit begleiten soll. Er sieht wie ein echter Baum aus und fühlt sich auch so an. Ich bin sehr zufrieden.

Da wir gestern nicht alle Plätzchen verziert hatten, widmeten wir uns mittags dem Rest. L half wieder sehr schön mit.


Als L etwas fernsah, las ich zuerst mein Buch aus und nahm dann ein Bad. Ich trug seit Freitagabend Schlafsachen und die Aktivitäten in den letzten Stunden hatten ihre Spuren hinterlassen.

Ich nähte anschließend die Träger an Ls Weihnachtsbeutel fest, da dieser uns unbedingt auf den Leipziger Weihnachtsmarkt begleiten sollte. Ich gebe zu, es war nur eine mittel gute Idee, am späten Nachmittag des ersten Advents den Weihnachtsmarkt zu besuchen. L und ich wurden mehr geschoben als dass wir selbst liefen. Zudem waren die schillernden Farben und Habseligkeiten an jedem zweiten Stand zu viel für L. Sie wollte alles haben. Das wurde mir sehr schnell zu anstrengend. Wir kauften uns Süßigkeiten, fuhren mit dem kleinsten Riesenrad der Welt, kauften den zehnten Schlüsselanhänger für L und fuhren dann mit der S-Bahn wieder nach Hause. Der nächste Besuch wird unter der Woche stattfinden und nicht am Wochenende.


Nun war L mit Baden an der Reihe. Ich bereitete in der Zeit unser Abendessen zu. Nach dem Essen kuschelten wir uns ins Bett und genossen die restliche ruhige Zeit unseres Adventssonntags.

12 von 12 im November

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen am heutigen Samstagmorgen aus und wachten erst Viertel nach acht oder wie wir sagen Viertel neun auf. Ich konnte ein wenig in meinem aktuellen Buch lesen, ehe ich L und Wolfi, dem Klassenmaskottchen, der gestern zu Ls großer Freude den Weg in ihren Schulrucksack fand, zwei Kapitel aus dem Buch „Die Schule der magischen Tiere“ vorlas. Wir sind momentan bei Band neun angekommen und fiebern wieder mit den Tieren und Kindern mit.

Gefrühstückt haben wir in Schlafsachen und bei Kerzenschein erst halb zehn. Den wolkenverhangenen Himmel fand ich richtig schön. Ich trank anschließend in Ruhe meinen heiß geliebten Schokocappuccino und trug die Ereignisse der letzten Woche in meinem Kalender „Ein guter Plan“ nach, während unser Staubsaugerroboter im Schlafzimmer für Sauberkeit sorgte. Zwischendrin klingelte die Postfrau und brachte zwei Pakete. In einem befand sich Js Geburtstagsgeschenk.


Wolfi soll ein schönes Wochenende bei uns verbringen und durfte uns in den Zoo begleiten. Ich bereitete ein Picknick für L und mich vor. Es wanderten unter anderem belegte Toastbrotscheiben und Obstsalat in den Rucksack. In unsere Thermoskannen füllte ich Zimtschnecken-Tee. Wir fuhren mittags mit der S-Bahn und der Tram zum Leipziger Zoo. Ich bin froh, vor zwei Monaten die Jahreskarten gekauft zu haben, denn so konnten wir heute ohne schlechtes Gewissen in Anbetracht der Uhrzeit und ohne Druck, etwas zu verpassen, unseren Aufenthalt genießen. Obwohl für mich heute die unglaublich liebevoll gestalteten zooeigenen Spielplätze Vorrang hatten, für die wir die letzten Male kaum Zeit fanden, schauten L und ich auch bei dem ein oder anderen Tier vorbei. Ich freute mich sehr, erstmals die Areale der Koalabären, Schneeleoparden und Katzenbären entdeckt zu haben. Dem Gondwanaland statteten wir ebenfalls einen Besuch ab und fuhren sogar mit dem Boot.


Am Nachmittag begaben wir uns in die Leipziger Innenstadt zum Petersbogen. Für die ein oder andere Überraschung brauchte ich noch Kleinigkeiten.

Erst Viertel nach fünf am frühen Abend waren L und ich wieder zu Hause. Ich bereitete gleich das Essen zu. L wünschte sich Nudeln mit Tomatensoße und ich aß drei Minipizzen und den restlichen Nudelauflauf, den L und ich vorgestern in Gedenken an M, der seinen 39. Geburtstag gefeiert hätte und Nudelauflauf sehr mochte, zubereitet hatten.


Den restlichen Abend werden wir nun fernsehend und (vor-)lesend, eingekuschelt unter unsere warmen Decken, im Bett ausklingen lassen. Morgen darf Wolfi uns ins Kino begleiten, ehe L ihn am Montag wieder in der Schule abgeben muss und über ihr Wochenende mit dem kleinen Wolf sprechen darf.

Die erste Novemberwoche …

Alltagsschnipsel

… startete für L und mich etwas holprig und war sowohl beruflich als auch privat ziemlich vollgepackt.

L ist absolut kein Morgenmensch. Ihr fiel das zeitige Aufstehen um Viertel nach sechs nach den zweiwöchigen Herbstferien und der Zeitumstellung unglaublich schwer. Unsere Morgen waren somit begleitet von ihrem Genöle, Gebummel und unnötiger Hektik. Die S-Bahn erreichten wir dennoch an jedem Tag und L kam pünktlich in der Schule an. Darüber bin ich sehr erstaunt. An den Nachmittagen und Abenden haben wir nichts Weltbewegendes mehr getan und uns ausgeruht. Es war ohnehin schon dunkel und spät und die Luft war bei uns beiden raus.

Obwohl der ein oder andere Termin abgesagt wurde, nahm ich diese Woche an vielen beruflichen Treffen teil. Einerseits ist das toll, weil es sich sehr gut anfühlt, gebraucht zu werden und wichtig zu sein, andererseits muss ich gerade jetzt im November darauf achten, genügend Pausen und Ruhephasen einzulegen. Mich begleitete in den letzten Tagen ein innerliches Gefühl der (positiven) Aufgeregtheit, von dem ich nicht weiß, warum es da ist und wie ich es herunterfahren kann. Mein Körper steht quasi unter Spannung und der Ausschalter scheint irgendwie verschwunden zu sein.

Das erste Mitarbeitergespräch lief besser als erwartet. Es freut mich, dass mein Kollege allmählich auftaut und nicht mehr hinter jeder Ecke eine Gefahr für sich vermutet. Mit meinem Kollegen/Freund M konnte ich sogar die fünf Gespräche, die nächste Woche anstehen, vorbereiten.

Meine Ernährung lief richtig gut. Die ersten paar hundert Gramm konnte ich an Gewicht bereits abbauen. Ich bemühte mich auch, für mich mittags eine Kleinigkeit zuzubereiten und nicht auf Fertigprodukte zurückzugreifen. Jeden Tag absolvierte ich wenigstens eine Sporteinheit. Mir ist es im Moment wichtig, eine Routine aufzubauen, unabhängig von Dauer oder Intensität. Es soll wieder normal sein, jeden Tag Sportübungen zu machen.

Bei der Wohnungseinweihungsfeier am Freitag waren L und ich nicht. Grund war der zeitliche Beginn der Party und der für uns volle Samstag. Es wäre zu viel geworden. 

Gestern begleitete ich L zum ersten Kindergeburtstag seit unserem Umzug. Ich hätte natürlich nach dem Bringen gehen können, da ich mich aber mit den Eltern des Geburtstagskindes gut verstehe, wollte ich das gar nicht. Wir trafen uns vormittags um zehn im Kinderland Leipzig und hatten ein paar Stunden Zeit zum quatschen, während die Kinder herumtobten. Eine wirklich tolle Location, um einen Kindergeburtstag stressfrei zu feiern. Nachmittags ruhten L und ich uns eine Stunde aus, ehe das Samstagsprogramm schon weiter ging. Wir sprangen am frühen Abend gemeinsam mit J in den ICE nach Erfurt, feierten bei einem leckeren italienischen Abendessen in gemütlicher Runde (mein Bruder und seine Verlobte J, mein Cousin D und meine zwei Onkels mütterlicherseits waren da) den Geburtstag meiner Mama nach und kamen müde und erschöpft gegen 23 Uhr wieder in unserer Wohnung an.

Heute war ein Ausruhtag. L und ich haben nur das getan, worauf wir Lust hatten. Wir bummelten durch den Vormittag und aßen ziemlich spät Frühstück. Ich strickte an Ls apfelgrünem Loop weiter, den sie sich schon lange von mir wünscht. Ein kleines Mittagsschläfchen war für mich auch drin. Am Nachmittag fuhren wir mit der S-Bahn zum Wilhelm-Leuschner-Platz, liefen in der Kälte in den Clara-Zetkin-Park zu den tollen Spielplätzen, trafen eine Schulfreundin von L und waren kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause. Ich konnte den fast vollen Mond fotografieren und habe mich über die große leuchtende Kugel am Himmel sehr gefreut. Zum Abendessen bestellten L und ich Sushi. Ich habe genau darauf geachtet, nicht zu viel Sushi und auch innerhalb meines Kalorienbedarfs zu wählen. Eine Völlerei wollte ich heute vermeiden. Umso erschrockener war ich über die stark angezogenen Preise. Sushibestellungen werden somit in Zukunft eine Besonderheit bleiben (und ich werde mich weiterhin darin üben, es selbst zuzubereiten). Den restlichen Abend werden L und ich gemütlich und warm eingekuschelt im Bett verbringen und noch ein bisschen fernsehen und (vor-)lesen.

Hallo November!

Dies & Das

Im November werde ich …

… weniger und gesünder essen 
… Sport in den Alltag integrieren
… mindestens drei Thai Massagen genießen 
… Mitarbeitergespräche führen
… zu einer Wohnungseinweihungsfeier gehen
… L zu einem Kindergeburtstag begleiten 
… den Geburtstag meiner Mama bei einem leckeren Abendessen feiern
… mein Auto zum Räderwechsel und zur Wartung in die Werkstatt bringen
… mit L auf den Friedhof gehen
… den Leipziger Weihnachtsmarkt besuchen
… am Open Space Friday im Büro teilnehmen 
… den Weihnachtsmarkt in Ls Schule besuchen 
… die Wohnung weihnachtlich dekorieren
… die ersten Weihnachtsplätzchen backen und verzieren
… vielleicht den GenussPark im EGApark Erfurt besuchen

Gedanken- und Alltagsschnipsel im Oktober

Alltagsschnipsel

Dass L in ihrem neuen Schulalltag und in der Klassengemeinschaft gut angekommen sein muss, zeigt mir unter anderem die Tatsache, dass sie mittlerweile einen Teil ihres Schulweges alleine bestreiten will. Zuerst lief sie ohne mich die restlichen dreißig Meter von der Tram Haltestelle zur Schule. Nun fährt sie sogar schon alleine mit der Tram. (Um zur Schule zu kommen, fahren wir drei Stationen mit der S-Bahn und eine mit der Tram.) Dank der modernen Technik brauche ich mir auch nicht den ganzen Tag über den Kopf zu zerbrechen, ob sie gut angekommen ist. Ein kurzer Blick auf die Anwesenheitszeit im Hortportal genügt zur Beruhigung meiner Nerven. Ich bin sehr stolz auf sie. Mein großes Mädchen.


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Anfang Oktober kam Oma M uns in Markkleeberg besuchen. Sie schaute sich unsere Wohnung an, spazierte mit uns in der Nachbarschaft herum, lud uns zum Mittagessen ins Restaurant ein und begleitete uns ins Kino. 


L war an diesem Wochenende etwas überdreht und verfiel in alte, nervige Verhaltensmuster. Ich vermute, sie kommt nicht gut damit klar, wenn andere Menschen als ich dauerhaft in ihrer Nähe sind und sie keine wirkliche Rückzugsmöglichkeit hat. (Oma M übernachtete zwei Nächte bei uns.) Als meine Eltern die Woche darauf zu Besuch kamen, verhielt sie sich so wie immer. Schade, dass mein Bruder nicht kommen konnte. Er hätte nämlich auch bei uns übernachtet. Ich beobachte das weiter.


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Ich weiß, dass es verrückt klingt. Aber ich bin schon seit Anfang Oktober in Weihnachtsstimmung. Ich habe bereits einige Weihnachtsgeschenke gekauft, mir für die Adventszeit kleine Überraschungen für andere ausgedacht, den Inhalt meines Kartons für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ organisiert, Winterteesorten ausprobiert und zahlreiche Weihnachtsbücher gelesen. In den vergangenen Jahren begann die Vorfreude bei mir ähnlich zeitig.


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Zuletzt hatte ich Anfang September diese krampfartigen Rückenschmerzen aus der Hölle. Ich habe in der Zwischenzeit gelernt, dass es sich hierbei sehr wahrscheinlich um psychosomatische Schmerzen handelt, sprich kein Arzt der Welt wird eine (körperliche) Ursache feststellen können. Ich habe in den letzten Wochen nicht nur akzeptiert, hin und wieder solche Schmerzen zu haben, sondern auch bewusst darauf geachtet, nach jeder Anstrengung eine Pause einzulegen, damit solche Signale gar nicht erst auftreten. Meine Freundin J ist der Ansicht, das tief in mir schlummernde Trauma versucht auf diesem Wege, meinen Körper zu verlassen. Ihre Aussage finde ich sehr spannend. (Und irgendwie auch gruselig.)

Als ich im September zwei Wochen aufgrund einer Erkältung krank war, konnte ich mir nicht vorstellen, mit L die Einschlafbegleitung auf dem Boden vor ihrer Tür fortzuführen. Ich wollte ja selbst liegen, schlafen und mich ausruhen. Aus diesem Grund warf ich den gesellschaftlichen Druck über Bord und ließ sie wieder in meinem Bett schlafen. Bis heute. Und was soll ich sagen? Sie schläft ruhiger. Ich schlafe ruhiger. Wir bekommen beide ausreichend viel Schlaf. Ich habe das Gefühl, dass Ls Mama-Akku wieder aufgeladen ist, denn sie benimmt sich seit Wochen wie ein Kind ihres Alters. (Klar streiten wir hin und wieder oder L zischt beleidigt ab, aber das passiert wieder auf einem normalen und vor allen Dingen nachvollziehbaren Level.) All die Punkte, die mich so beschäftigt und belastet hatten, treten aktuell nicht mehr auf. L sagt sogar mehrmals wöchentlich von sich aus, dass wir auch mal wieder Einschlafbegleitung machen müssen, denn schließlich fährt sie in Klassenstufe 2 ein paar Tage mit ihrer Klasse weg und da will sie das geübt haben. 

Ich habe wirklich den Verdacht, wir tun unseren Kindern absolut nichts Gutes, indem wir den Ist-Zustand ignorieren und mit allen Mitteln versuchen, einen So-muss-es-sein-Zustand aufzuzwingen. 

Mir ist es gerade egal, was andere sagen könnten. Für L und mich fühlt sich dieses Vorgehen gerade sehr gut und richtig an. Und nur darauf kommt es aktuell an.


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Der Oktober war wunderbar golden. ❤

Unsere Zeit in Albanien 7/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Ich mag es, aus dem Urlaub zurück nach Hause zu kommen und nur wenig schmutzige Kleidung mitzubringen. So wird es auch dieses Mal sein, denn den gestrigen Tag nutzten wir zum Waschen. Die Wäsche ließen wir zudem von der Sonne trocknen. Das mag ich auch sehr.

U und die Kinder K und L buken am gestrigen Vormittag einen Schokoladenkuchen, denn M wurde ein Jahr alt. Nachmittags spazierten wir mit den drei Hunden durchs Dorf, ehe wir den Abend mit leckerem Stockbrot am Lagerfeuer ausklingen ließen.


Bevor wir heute um 17 Uhr am Tiraner Flughafen eintrudelten, fuhren wir mit der Seilbahn auf einen Berg in Tirana, aßen ein letztes Mal sehr viele verschiedene Gerichte zum Mittag und ließen anschließend die Kinder auf den dortigen Spielplätzen spielen.


Wir hatten eine schöne Zeit in Albanien und kommen U, E, K und M mit Sicherheit wieder besuchen. Morgen fahren L und ich von Berlin aus zu meinem Bruder nach München. Am Sonntag wird er dreißig.

Was gestern schön war:

– entspannter Vormittag mit lesen
– Schokoladenkuchen
– kleiner Spaziergang durchs Dorf mit Us und Es drei Hunden
– Lagerfeuer mit Stockbrot 

Was heute schön war:

– ausschlafen
– Seilbahnfahrt in Tirana mit leckerem Mittagessen
– drei spielende Kinder auf dem Spielplatz 
– entspannter Rückflug trotz einer Stunde Verspätung

Unsere Zeit in Albanien 6/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

J ging es heute Morgen zum Glück wieder gut. Er hat um die zwölf Stunden geschlafen, sich einmal erbrochen, eine Ibuprofen eingeworfen und unglaublich viel geschwitzt. Was auch immer ihm gestern zu schaffen machte, war heute wieder vorbei.

Nach dem Frühstück fuhren wir zur Burg von Berat. Das Burginnere erinnerte mich an eine kleine Stadt mit Steinhäusern und verwinkelten Gässchen. Einige der Häuser waren Restaurants oder Gästehäuser, in anderen wurden Souvenirs angeboten. Obwohl M und K je ein Spielzeug bekamen, kaufte ich L nichts. Ich hätte ihr gern ein Armband geschenkt. Die von ihr bevorzugte kleine Trommel wollte ich jedoch nicht kaufen. Darüber war L traurig, was ich natürlich verstehe, fing sich aber recht schnell wieder. Ich bin gespannt, ob das Thema Trommel bei ihr noch mal aufkommen wird oder ob diese, was ich eher vermute, komplett in Vergessenheit gerät. In der Burg gibt und gab es unzählige Kirchen. Wir schauten uns erneut eine sehr schöne orthodoxe Kirche an.


Gegen Mittag fuhren wir zurück ins Dorf bei Tirana und setzten unterwegs E, der nun für ein paar Tage geschäftlich unterwegs sein wird, ab. Nach einer Portion Nudeln und Granatäpfel (ich weiß jetzt, wie sich diese schnell und unkompliziert schälen lassen) für alle, spielten die Kinder draußen. Ich schlenderte noch mal durch den Gartenbereich und bestaunte die Obstbäume. Am Abend waren wir bei Es Eltern zum Abendessen eingeladen.


Was heute schön war:

– gesunder J
– Besichtigung der Burg von Berat mit einer orthodoxen Kirche 
– entspannte Autofahrt zurück ins Dorf bei Tirana
– Abendessen bei Es Eltern

Was ich festgestellt habe:

Keine zehn Pferde würden mich in ein Auto bekommen, mit denen ich durch Tirana fahren soll.

Was ich gelernt habe:

Wenn eine albanische Familie Gäste zum Essen einlädt, essen die Gäste zuerst, während die Gastgeber dabei zusehen. So war das auch heute Abend. Es fühlte sich sehr merkwürdig an. (In traditionellen albanischen Familien ist es sogar üblich, dass die Frau die Speisen für die ausschließlich männlichen Gäste zubereitet, der Gastgeber anschließend gemeinsam mit seinen Gästen und die Frau allein in der Küche isst.)

Albanien ist ein sehr armes Land. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei circa 350 Euro. (Das heißt es gibt Menschen, die noch weniger haben.) Das Auto ist hier ein Statussymbol. Wie das funktioniert, denn das tut es, ist mir schleierhaft, sind die Spritpreise doch identisch mit denen in Deutschland.

Unsere Zeit in Albanien 5/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Nach dem Frühstück fuhren wir zurück ins Landesinnere, machten eine längere Mittagspause in Ardenice mit anschließender Klosterbesichtigung und kamen am Nachmittag in der Stadt Berat an.


Schon während der Fahrt ging es J zunehmend schlechter. Er legte sich direkt nach Ankunft im Gästehaus ins Bett und verließ dieses für den restlichen Tag auch nicht mehr. Zum Abendessen konnte und wollte er uns nicht begleiten. Wir vermuteten, dass das Leitungswasser Schuld an seinem Befinden haben könnte, denn nur er trank das seit Tagen. Mal sehen, wie es ihm morgen geht.

L isst zu jeder Mahlzeit sehr gut. Ihr scheint das albanische Essen offensichtlich sehr zu schmecken.

Was heute schön war:

– ausschlafen 
– Frühstück mit Blick aufs Meer
– Mittagessen mit herrlichem Ausblick
– Besichtigung des orthodoxen Klosters in Ardenice
– kleiner Spaziergang durch Berat

Unsere Zeit in Albanien 4/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Nach dem Ausschlafen und einem reichhaltigen, leckeren Frühstück mit Blick aufs Meer machten U, E, K, M, L, J und ich uns auf den Weg ins Altdorf Qeparo, welches etwa zwei Kilometer mit zweihundert Höhenmetern Unterschied vom neuen Dorf, in dem wir uns befinden, entfernt liegt. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg gab es Genöle oder Gejammer von L. Sie wanderte lieb und fröhlich mit uns bergauf und -ab. Es war ein wirklich sehr schöner Ausflug mit herrlicher Aussicht.


Am Nachmittag hüpften L, J und ich ins Meer. Wir waren fast die einzigen. In Albanien ist bereits Nebensaison und den allermeisten Albanern ist es zu kalt, um im Meer zu baden. Für uns waren Wasser- und Lufttemperatur jedoch identisch mit denen eines warmen Sommertages in Deutschland.

Was heute schön war:

– ausschlafen 
– Frühstück mit Blick aufs Meer
– kleine Wanderung zum Altdorf Qeparo
– Baden im Ionischen Meer mit J und L
– Abendspaziergang entlang der Strandpromenade

Unsere Zeit in Albanien 3/7

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Meine Fitbituhr kommt aus ihren Begeisterungsstürmen hinsichtlich meiner Schlafstunden nicht mehr heraus: Über neun Stunden schlief ich vergangene Nacht.

Nach einem unglaublich leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Burg von Gjirokastra, in der unzählige Kanonen ausgestellt sind. Diese Burg ist noch sehr gut erhalten und sehr weitläufig. Es gab viel zu entdecken.


Gegen Mittag fuhren wir zum Meer. U buchte uns von unterwegs aus ein Hotelzimmer direkt am Strand. Ab dem Nachmittag spielten L und K im und am Wasser und kletterten auf den Steinmauern herum. J war sogar im Meer schwimmen.


Nach unserem Abendspaziergang ließen wir die Kinder noch eine Weile draußen spielen und bekamen am Strand Besuch von vier herrenlosen Kätzchen. Am liebsten würde ich ja alle Straßentiere mitnehmen.


Was heute schön war:

– ausschlafen 
– Burgbesichtigung in Gjirokastra 
– entspannte und für mich „ereignislose“ Autofahrt nach Qeparo
– Hotelunterkunft direkt am Ionischen Meer mit Blick auf die Insel Korfu
– Lesen am Strand
– Abendspaziergang entlang der Strandpromenade