12 von 12 im August

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen die zweite Nacht bei meiner Freundin C, deren Sohn M in dieser Woche (leider) Urlaub an der Ostsee mit seinem Papa macht und somit vorgestern und gestern Abend nicht als Spielkamerad für L zur Verfügung stand. Den Wecker stellte ich gestern auf 07:15 Uhr. Ich war jedoch schon viertel vor sieben wach. Ich blieb noch ein paar Minuten in Cs Bett neben L liegen, ehe ich aufstand, um für L und mich Kleidung für den Tag herauszulegen. Nachdem wir beide angezogen waren und unsere morgendliche Badrunde gedreht hatten, frühstückten wir gemeinsam mit C, die erst kurz vor sieben Uhr nach einer sehr kurzen Nacht nach Hause kam.

Schlafquartier der letzten zwei Nächte


Nach der Verabschiedung von C machten L und ich uns auf den Weg in den Kindergarten. Heute soll die Abschiedsfeier der drei Vorschulkinder und das Überreichen der kleinen Geschenke für die zwei Erzieherinnen der Gruppe und die zwei Erzieherinnen der Nachbargruppe stattfinden. Da L eines der Vorschulkinder ist, buk ich vorgestern einen Kuchen für das Abschiedsfest. L wünschte sich einen Schokoladenkuchen mit vielen Streuseln. Diesmal übertrieb ich es ganz schön mit den Streuseln. Ich bin gespannt, ob die Kinder den Kuchen essen werden. (Update von L am Abend: Jedes Kind hat den Kuchen gefuttert.) Ich unterhielt mich im Kindergarten kurz mit einer der Erzieherinnen und fuhr anschließend zum in der Nähe des Büros befindlichen Parkplatzes.

Seeeeehr viele Streusel


Im Supermarkt kaufte ich Zutaten für meinen Salat am Mittag und etliche Eispackungen. Diese kamen wenig später in das Büroeisfach und erfreuen im Laufe der nächsten Woche hoffentlich die/den ein oder andere/n Mitarbeiter/in. Auf dem Weg zum Büro lief ich an einer evangelischen Kirche vorbei. An vielen Morgen gegen halb neun übt/spielt jemand die Orgel. Heute war dies leider nicht der Fall. Dennoch ist das jedes Mal ein ganz besonderer Moment, erinnert mich an das Musizieren im Orchester und zaubert mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.



Der heutige Arbeitstag war sehr ruhig. Bis Ende des Monats müssen einige geleaste Laptops an den Leasinggeber zurückgesandt werden. Aus diesem Grund stapeln sich die Geräte auf meinem Schreibtisch. Nächste Woche können sicherlich mit Ausnahme eines Notebooks alle auf Reisen gehen. Ersatzgeräte kamen bereits Ende Juli bzw. Anfang August. Wir sind somit alle gut mit neuer Hardware versorgt.


Gegen Mittag telefonierte ich mit meinem Bruder. Wir brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand. Im August werden wir zwei Gelegenheiten haben, uns zu treffen. Nach dem Telefonat aß ich Mittag mit M. Er war neben mir heute der einzige, der im Büro anwesend war. Es war ungewohnt still. So hatten wir aber die Gelegenheit, über verschiedenen Dinge ungestört oder auch mal etwas länger zu sprechen.


Am Nachmittag fuhr ich in die alte Wohnung. (Meine Mama holte L aus dem Kindergarten ab. Mein Papa wartete derweil zu Hause auf die beiden. Er hat seit einigen Tagen einen schmerzenden Fuß und kann sich nicht gut bewegen. Ich vermute, er hat eine Gicht-Arthritis. Leider mag er nicht zum Arzt gehen, um das abklären zu lassen.) Ich belud das Auto mit noch in der Wohnung befindlichen Gegenständen. Nun ist wirklich nicht mehr viel in der alten Wohnung. Ich bin zuversichtlich, dass ich nächste Woche, wenn ich nochmals das Auto voll belade, den Rest mitnehmen kann.



Diese Woche habe ich Friedhofsdienst. Ich fuhr somit zum Erfurter Hauptfriedhof, stattete Ms Grab einen Besuch ab, säuberte die Umrandung und den Grabstein, entfernte die Nadeln und goss die Pflanzen. Auf dem Rückweg sah ich ein braunes Eichhörnchen. Der Anblick der vertrockneten Blätter am Boden stimmt mich sehr traurig.



Am frühen Abend war ich bei L und meinen Eltern. Wir unterhielten uns und aßen gemeinsam Abendbrot. Gegen sieben Uhr fuhren L und ich zurück nach Markkleeberg. L bekam nach dem Ausladen des Autos und einer kurzen Dusche meinerseits ihre Einschlafbegleitung. Ich sitze nun wieder im Türrahmen, schreibe den Beitrag fertig und warte, dass sie schläft, damit ich hinüber in mein Schlafzimmer gehen kann.

Morgen bekomme ich Besuch von meiner Freundin aus Dresden. Es ist praktisch, dass wir jetzt so „nah“ beieinander wohnen. So sind Spontanbesuche einfacher möglich. Ich freu mich schon sehr darauf.

Ein Wochenende im August

Alltagsschnipsel

Zu Weihnachten schenkten J und ich seinen Eltern zwei Karten für die diesjährigen Domstufenfestspiele. Das Theater Erfurt führte Verdis Oper „Nabucco“ auf. Wir nutzten diese Gelegenheit, um uns alle in Erfurt zu treffen.


Freitag, 5. August 2022


Js Eltern trudelten mittags halb zwölf mit dem Zug am Hauptbahnhof in Erfurt ein und waren kurze Zeit später bei uns im Büro in der Innenstadt, um sich dieses anzuschauen und ihre Taschen abzustellen. Js Mama war im Vorfeld super nervös wegen der Fahrt mit dem ICE, musste letztendlich aber zugeben, dass ihre Reise angenehm war und sie das Tempo um die zweihundert Stundenkilometer gar nicht merkte. (Das war ihre größte Angst.) Die beiden tranken am Domplatz einen Kaffee, während J und ich noch etwas arbeiteten.

Am Nachmittag machten wir vier uns gemeinsam auf den Weg in die Pension Hochheimer Schlösschen. Js, Ls und mein Zimmer lag im Erdgeschoss und hatte vier Betten, Js Eltern schliefen in der ersten Etage in einem Zweibettzimmer. Gemeinsam mit Js Mama holte ich wenig später meine L ab. Sie verbrachte die letzten Tage bei ihrer Oma. (Der Kindergarten hat jährlich drei Wochen Schließzeit und wir vereinbarten bereits im letzten Jahr, dass sie L ein paar Tage zu sich nimmt.) L und ihre Oma hatten Kaffee, Tee und Waffeln mit Puderzucker und Kirschen vorbereitet und so saßen wir zu viert in Ms Wohnung und unterhielten uns. J und sein Papa reservierten derweil in der Stadt einen Tisch für unser Frühstück am nächsten Tag und suchten ein Lokal für das Abendessen aus.



Kurz vor 18 Uhr kamen L, Js Mama und ich im Restaurant Platzhirsch am Wenigemarkt in Erfurt an und gesellten uns zu J und seinem Papa, die draußen an einem Tisch saßen. Es hatte sich mittlerweile so stark abgekühlt, dass ich unglaublich fror und feststellte, zu dünn angezogen zu sein. Zum Glück verteilte das Lokal Kuscheldecken. Nach dem leckeren Essen begleiteten wir Js Eltern zum Domplatz, wünschten ihnen einen schönen Abend in der Oper und liefen mit kurzer Pause zum Unterstellen aufgrund einer Regenhusche mit einer völlig aufgedrehten und müden L zum Auto zurück. 


Gegen 21 Uhr waren wir wieder in der Pension. L wollte kurz abgeduscht werden. (Das grenzt an ein Wunder, denn sie mag Duschen so überhaupt gar nicht.) Wir verkrümelten uns in die Betten und schliefen kurz nach 22 Uhr ein.


Samstag, 6. August 2022


J, L und ich wachten gegen Viertel nach neun auf. Meinen Telegram-Mitteilungen zufolge kamen Js Eltern am Abend zuvor gut mit Bahn und Bus zur Pension zurück. (Alternativ hätte ich sie nach der Oper mit dem Auto vom Domplatz abgeholt, wenn sie angerufen hätten.)

Wir frühstückten im Cognito zwischen Wenigemarkt und Benediktsplatz. Es gab sehr viel Auswahl und ein reichhaltiges Angebot von veganem über vegetarisches bis hin zu fleischhaltigem Frühstück. Auch die Heißgetränke konnten Wahlweise mit Soja- oder Haferdrink bestellt werden.

Der sich an das Frühstück anschließende Stadtbummel war schön und anstrengend zugleich. Schön war er, weil ich bisher selbst kaum bis nie die kleinen Läden der Stadt betreten habe, um mich umzuschauen. Das habe ich sehr genossen. Anstrengend war er, weil L in jedem Laden etwas haben wollte und eingeschnappt war, wenn wir ihr dies verwehrten. L ist noch nicht alt genug für einen Wir-schauen-einfach-nur-Stadtbummel. Ich kann ihr Verhalten absolut nachvollziehen. Die Läden sind vollgestopft mit schönen Dingen und wir vier Erwachsene zerren sie von Laden zu Laden. Das arme Kind war schließlich so überfordert, dass sie sich aus einer Zu-verschenken-Box ein dickes PONS Englischwörterbuch mitgenommen hatte. Etwa fünfundvierzig Minuten später sah sie ein, dass das Quatsch war und brachte das Buch mit Js Papa wieder zurück.



Mittags halb zwei trafen wir uns mit meiner Mama am Domplatz. Gemeinsam schauten wir uns das Stück „Petterson und Findus und der Hahn im Korb“ bei den Domino-Domstufenfestspielen an. So lernte meine Mama Js Eltern kennen. Zur Überraschung aller tauchte auch Ls Oma M auf, saß aber einige Reihen vor uns. Sie war ein wenig verärgert, dass ihr niemand Bescheid gegeben hatte. (Meine Mama und sie können sich nicht leiden. Natürlich gebe ich da nicht Bescheid. Die Ursprungsidee war zudem, dass nur J, L, Js Eltern und ich das Stück gemeinsam anschauen.) Mit Beginn des Stücks kam plötzlich die Sonne heraus und verbrannte mir jede Minute mehr das Dekolleté. Die Aufführung selbst war sehr schön.



Nach dem Stück verabschiedeten sich meine Mama und Ls Oma M. Wir anderen kauften Snacks und etwas zu trinken, ehe wir uns den Mariendom anschauten. L und ich zündeten für M eine Kerze an. L war die ganze Zeit über sehr interessiert und beteuerte immer wieder, dass sie an Gott glaubt. Zum Glück wurde Js Papa streng katholisch erzogen und konnte ihr ein paar Fragen beantworten.



Wir fuhren in die Pension zurück und „ruhten“ uns aus. L war überdreht und ließ J und mich eine Dreiviertelstunde lang an ihrem Lachanfall teilhaben. Zum Glück war dieser vorbei, als wir uns auf den Weg zum Abendessen mit meinen Eltern machten. Js und meine Eltern verstanden sich auf Anhieb gut und erzählten sich gegenseitig viel. Es war ein sehr schöner Abend, auch wenn ich mich ein wenig am asiatischen Buffet überfressen hatte. Mir war so unglaublich schlecht. 🙂


Kurz vor 22 Uhr waren wir zurück in der Pension. L wollte wieder abgeduscht werden und schlief innerhalb weniger Minuten ein. J und ich auch.


Sonntag, 7. August 2022


Aufgewacht bin ich heute schon Viertel vor acht. Da wir bereits halb neun gemeinsam mit Js Eltern frühstücken wollten, lohnte es sich für mich nicht weiterzuschlafen. Beim Frühstück selbst stellte L fest, dass heißer Tee in der Tasse wirklich heiß ist. Sie kippte einen Großteil des Teewassers über ihren Bauch und den Oberschenkel. Wir kühlten sofort und stellten wenig später erleichtert fest, dass der Schrecken größer war als das tatsächliche Ausmaß der „Verletzung“.

Kurz vor zehn Uhr fuhren wir Js Eltern zum Hauptbahnhof, verabschiedeten uns und machten uns direkt auf den Weg in die alte Wohnung. Ich belud sämtliche Freiflächen im Auto mit Kartons und Kleinkram. Die Wohnung leert sich wirklich zusehends. Schon eine halbe Stunde später begaben wir uns auf den Rückweg nach Leipzig beziehungsweise Markkleeberg.

Die Nachmittagsstunden über räumte ich weitere Kisten aus und verteilte die sich darin befindlichen Dinge in der Wohnung. Nun muss ich nur noch einen kleinen Schrank einräumen, dann habe ich alles geschafft und kann mich der Ordnung im Keller widmen. (Ich habe meine Sachen zwar sortiert, aber Optimierungsbedarf besteht dennoch.) Ich konnte L am frühen Abend tatsächlich noch für einen kleinen Abendspaziergang gewinnen und fand so heraus, dass nur wenige Meter von uns entfernt Fahrradwege verlaufen, die uns in die Stadt, zum See und wer weiß wohin noch führen. Fehlen nur noch unsere Fahrräder.

Heute sollte die erste Nacht sein, in der L in der neuen Wohnung in ihrem Bett einschläft – natürlich mit Einschlafbegleitung. Weil ich lieber im Türrahmen und nicht wie sonst auf dem (unglaublich unbequemen) Kuscheltiersack sitzen wollte, gab es eine Dreiviertelstunde Tränen und Gejammer. Dann hatte sich L soweit beruhigt, dass ich ihr noch eine Geschichte vorlesen konnte. Und es dauerte danach nicht lange, bis sie schließlich schlief und ich in meinem Bett den Film zu Ende schauen konnte, den ich während des Jammern begonnen hatte.

Hallo August!

Dies & Das

Im August werde ich …

… drei Nächte ohne L verbringen, die in ihrer letzten Woche der jährlichen Kindergartenschließzeit bei ihrer Oma ist
… deshalb etwas ungestörte Zeit mit J haben
… überwiegend von zu Hause aus arbeiten 
… eine Thai-Massage genießen und weitere Termine vereinbaren 
… mehrmals in Erfurt sein
… zwei Nächte im Hochheimer Schlösschen übernachten 
… und mich über den Besuch von Js Eltern freuen
… mir die Kinderaufführung „Petterson und Findus und der Hahn im Korb“ bei den Domstufenfestspielen ansehen
… letzte Kisten und Dinge in die neue Wohnung nach Markkleeberg fahren 
… L in den Ferienhort schicken
… einen Kuchen für das Abschiedsfest im Kindergarten backen
… Besuch von meiner Freundin J bekommen 
… zum 60. Geburtstag meines Onkels gehen 
… den Zoopark Leipzig besuchen 
… Ls Schuleinführung feiern
… und mich an diesem Wochenende über zahlreichen Besuch in Markkleeberg freuen
… L in die Schule begleiten

Gedanken- und Alltagsschnipsel im Juli

Alltagsschnipsel, Dies & Das

L hat es geschafft! Seit dem 14. Juli 2022 hat sie ihr Seepferdchen-Abzeichen. Sie ist stolz. Ich bin stolz. Alle, die mit ihr mitgefiebert haben, sind stolz. Gut gemacht, L! 

Durch unseren Umzug in unmittelbare See(n)nähe und unseren gemeinsamen Urlaub am Senftenberger See konnte sie die Schwimmbewegungen bereits verfestigen und schon viel üben. Gemeinsamen Schwimmhallenbesuchen steht somit nichts mehr im Wege, wenn ich die bevorstehende Heizproblematik ab Herbst mal außen vor lasse.


***


Ls Laune ist an manchen Tagen wirklich unerträglich. Ich merke, wie sich der Umgang mit ihr zusehends verschlechtert, wenn wir beide ohne andere Leute um uns herum zusammen sind. Sie wird unausstehlich, beleidigt mich, versucht mich herumzukommandieren, ist unfreundlich und grundlos eingeschnappt … Das gefällt mir nicht. Und zwar überhaupt nicht. Ich hoffe sehr, dass sich dieses Verhalten mit dem Schulbeginn bessert. Sollte das alles bereits ein Vorgeschmack auf die Pubertät sein, dann Prost Mahlzeit!


***


An den Wochenenden vor und direkt nach unserem Umzug nach Markkleeberg fuhren L und ich viel mit der S-Bahn, anstatt das Auto zu nehmen. Hier merkte ich bereits, dass ich plötzlich wieder problemlos meine zehntausend Schritte am Tag schaffe. (Ich besitze seit ein paar Wochen eine ältere Version der FitBit-Uhren fürs Tracking.) Ich merkte jedoch auch, wie entschleunigend das Hin- und Zurücklaufen zur Haltestelle und das Warten auf und die Fahrt mit dem Zug sind. Ich beschloss, L ab August mit der S-Bahn zur Schule zu bringen, und schloss für sie und mich ab September ein entsprechendes Abonnement ab.

Und weil offensichtlich das S-Bahn-Fahren eine entspannende Wirkung auf mich hat, habe ich für mich erneut beschlossen, meine ab und an aufkommenden Stresssymptome (das Wort Depression gefällt mir nach wie vor nicht) wieder vollständig in den Griff zu bekommen. Ich möchte unbedingt wieder so „gesund“ und irgendwie auch belastbar sein wie noch vor wenigen Jahren.


***


Durch unseren Mama-L-Urlaub habe ich verstanden, dass für mich aktuell nur erholsame Momente herausspringen, wenn L Kinder oder andere Personen zum Spielen um sich scharrt und ich quasi abgeschrieben bin. Dass in dem Nachbarbungalow in Hohenbocka zwei Kinder in ihrem Alter zur selben Zeit mit uns Urlaub machten, war für L, für die Verbesserung ihrer Laune und auch für mich ein absoluter Glückstreffer.

Unser Mama-L-Urlaub 7/7

Alltagsschnipsel

Wir waren heute um acht wach, kuschelten aber noch ein bisschen in meinem Bett. Eine Stunde später waren auch die beiden Kinder aus dem Nachbarbungalow da, um mit L zu spielen. Ich stand erst halb zehn auf, frühstückte in aller Ruhe und packte anschließend unsere Badesachen und etwas Proviant in meinen Rucksack. Als die Großeltern mit ihren Enkeln losfuhren, frühstückte L und durfte nebenbei ein paar Minuten fernsehen.

Zur frühen Mittagsstunde kamen auch L und ich am FKK-Strand Buchwalde an, den wir bereits gestern und am Montag besuchten. Das Wetter war viel besser als angesagt. Nach einer Portion Pommes entschied ich, im Senftenberger See baden zu gehen. Etwa fünf Minuten später war ich wieder draußen. Das Wasser war mir dann doch zu kalt. Den Kindern machte das aber wie immer nichts aus. 

L spricht sehr laut. Sie redet oft so laut, dass ich sie immer aus mehreren Metern Entfernung heraushöre. Offenbar fühlte sich eine andere Strandbesucherin von den drei Kindern bzw. deren Lautstärke beim Spielen gestört und sagte ihnen das auch mehrfach. Interessanterweise konnten die Großeltern und ich aus der Ferne beobachten, wie sie die Angelegenheit mit der Frau selbst klärten. Es ging alles gut aus.

Meinen täglichen Spaziergang machte ich mittags. Ich lief einen Teil des Radweges, freute mich über den Ausblick und entdeckte sogar Salamander (Eidechsen?) und Mäuse.


Als ich zum Strand zurückkehrte, merkte ich, dass es L ganz und gar nicht gefiel, dass ihre Freundin N auch hin und wieder etwas ohne sie machen wollte. Sie verfiel leider in eine Art „erpresserisches“ Verhalten, indem sie N sagte, dass sie heute nicht mehr mit ihr spielen würde, wenn sie jetzt schwimmen, rutschen oder was auch immer geht. Auch mir gegenüber zeigte sich L heute Nachmittag wieder von ihrer komischen Seite. Ich durfte mir anhören, dass sie lieber im Kinderheim leben will. (Ich wollte lediglich nicht mit ihr rutschen, weil mir das Wasser heute zu kalt war.) Im Endeffekt bestraft sich L mit solchen Aussagen nur selbst. Und keine zehn Minuten später kam sie bei N oder bei mir doch wieder angekrochen. L wird hoffentlich in der Schule lernen und verstehen, dass nicht immer alles nach ihrem Kopf gehen kann.

Am frühen Abend kehrten wir zu unserem Bungalow zurück. Nach dem Abendessen sprangen L und N noch mal in den Pool und schauten anschließend eine Serie auf dem Tablet. Ich machte meine zehntausend Schritte voll, räumte ein paar Dinge zusammen, da wir morgen halb zehn das Bungalow verlassen werden, las in meinem Buch, telefonierte mit Ls Tante und ihrer Oma und bekam Besuch vom Nachbarn U, der mir Zucchini-Kompott (sehr sehr lecker) zum Probieren vorbeibrachte und noch ein paar Schwänke aus seiner Jugend erzählte.

L und ich kuschelten uns kurz nach acht nach einem zweiten Abendbrot für L wieder auf die Couch und ließen den letzten Abend entspannt beim Film „Die Schneekönigin“ ausklingen. Es war ein sehr schöner Mama-L-Urlaub. ❤

Unser Mama-L-Urlaub 6/7

Alltagsschnipsel

Da L heute bis Viertel nach acht schlief, musste sie nicht lange darauf warten, bis die Kinder aus dem Nachbarbungalow vor unserer Tür standen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, in Ruhe alleine zu frühstücken und langsam in den Morgen zu starten. Nach dem Abwasch vertrat ich mir etwas die Beine und absolvierte nebenbei einige Duolingo-Übungen. Die Kinder hüpften zwischenzeitlich wieder auf dem Trampolin des Nachbarn U.

Nach meinem Spaziergang las ich eine Weile in meinem Buch und aß zu Mittag. L bekam von den Großeltern der beiden Kinder Eierkuchen (auch als Pfannkuchen oder Pancakes bekannt). Mittlerweile schien die Sonne und es wurde warm. Wir beschlossen, gemeinsam an den See zu fahren. 

L und ich hielten auf dem Weg zum Badestrand beim Supermarkt im Nachbarort. Hätte ich gewusst, wie unglaublich gut sortiert und preiswert dieser Laden ist, hätte ich alle unsere bisherigen Einkäufe hier erledigt. Wie bereits am Montag suchten wir uns am See im FKK-Bereich ein Plätzchen. Voll war es allerdings nicht. Mir war im Schatten kalt und nur in der Sonne (angenehm) warm, weshalb ich meine Kleidung anbehielt. Zum Baden war es mir viel zu kalt. Den Kindern machte es allerdings überhaupt nichts aus. L war bestimmt drei oder vier Mal im Wasser.


Erst am Abend kehrten wir zum Ferienbungalow zurück. L und ich aßen gemeinsam, ehe sie zu den Kindern ins Nachbarbungalow verschwand. Ich genoss in der Zeit meinen Abendspaziergang. L und ich kuschelten uns danach auf die Couch und schauten noch ein wenig fern. Halb zehn lagen wir in unseren Betten, ich las L ein halbes Kapitel aus ihrem Conni-Buch vor und es dauerte nicht lange, bis sie tief und fest schlief.

Im Hintergrund ist unser kleiner Ferienbungalow zu sehen. 🙂

Unser Mama-L-Urlaub 5/7

Alltagsschnipsel

Nach dem Aufwachen las ich L ein Kapitel aus ihrem Conni-Buch vor, ehe sie aufstand, sich anzog und auf die Kinder wartete. Als diese nach einer für L gefühlten Ewigkeit endlich kamen, stand auch ich auf, ging duschen und frühstückte in Ruhe. Die Kinder waren inzwischen auf dem Trampolin beim Nachbarn U verschwunden.

Vormittags fuhren die Kinder, ihre Großeltern und wir zur wunderschönen KRABAT-Mühle in Schwarzkollm. Dort finden bis einschließlich Sonntag die Festspiele statt, weshalb leider viele Wege und Gebäude auf dem Gelände abgesperrt waren und nicht betreten werden durften. Ein schwarzes Eis und etwas zu essen für die Kinder bekamen wir glücklicherweise dennoch.


Wir beschlossen, in den Tierpark Senftenberg zu fahren. Auf dem Weg dorthin hörten L und ich ein Conni-Hörspiel. „Conni geht zum Film“ wird momentan von L in Dauerschleife gehört. Der Tierpark befindet sich direkt am Hafen und somit unmittelbar am Senftenberger See. Es ist ein kleiner, aber sehr liebevoll gestalteter und sauberer Tierpark. Wir sahen und fütterten einige Tiere und verweilten ansonsten auf den zwei zum Tierpark gehörenden Spielplätzen.


Nachmittags halb drei waren wir wieder in unserem Bungalow. Die Kinder spielten abwechselnd im Wohnbereich unserer Unterkunft oder draußen, sodass ich ein paar Minuten schlafen und anschließend lesen konnte. (Es ist herrlich, wie gut sich bereits zwanzig Minuten Mittagsschlaf anfühlen.) Als die Kinder wieder beim Nachbarn U waren, vertrat ich mir kurz die Beine und machte meine täglichen Duolingo-Übungen (Italienisch-Woche).

L und ich aßen kurz nach sechs am Abend zusammen. Als sie danach mit den Kindern im Nachbarbungalow war, gab ich dem Opa Bescheid, dass ich einen kurzen Abendspaziergang mache. Ich lief wieder am Schloss vorbei und stellte erneut fest, dass viele Häuser sehr neu aussehen. Schon die Tage zuvor fiel mir auf, dass offenbar reger Zuzug herrscht.

Da um acht abends nur Blödsinn im Fernsehen lief, hörten L und ich bei unserem zweiten Abendessen und danach unser Conni-Hörspiel weiter. Ehe mir L tief und fest auf der Couch einschlief, wechselten wir ins Bett. Sie schien wirklich sehr müde zu sein, denn kurz nach halb zehn war Ruhe, sodass ich noch ungestört ein paar Seiten in meinem Buch lesen konnte, ehe auch ich schlafen ging.

Unser Mama-L-Urlaub 4/7

Alltagsschnipsel

Nach über neun Stunden Schlaf wachten L und ich um kurz nach acht Uhr auf. L war auch heute Morgen nicht hungrig, weshalb sie sich anzog und zum Spielen mit den beiden Kindern aus dem Nachbarbungalow nach draußen ging. Ich blieb noch ein paar Minuten liegen, las, zog mich dann auch an und genoss in Ruhe mein Frühstück inklusive meines Schokocappuccinos. Dabei atmete ich die herrlich frische Luft, die noch leicht nach dem gestrigen Regen roch, ein. Windig und leicht bewölkt war es heute und bei weitem nicht so heiß wie gestern. L und N hielt das nicht davon ab, hin und wieder in den Pool zu springen.

Am Vormittag spazierten die Kinder, ihre Großeltern und wir zum Reiterhof. Auf dem Weg dorthin boten mir die Großeltern das Du an. Die Pferde haben wirklich unendlich viel Platz zum Weiden, dennoch merkt man deutlich, dass es an Geld fehlt. Stellenweise sieht der Reiterhof ziemlich verwahrlost aus. Viele Gebäude und Außenanlagen müssten dringend renoviert werden. Ich vermute, die Lockdowns und Schließungen/Verbote wegen Covid-19 im letzten und vorletzten Jahr haben ihr Übriges dazu beigetragen. Gerade als wir uns auf dem Rückweg befanden, lernten wir Stefano kennen. Stefano ist bereits 25 Jahre alt, für sein Alter aber noch topfit und agil. Er leidet an einer psychischen Erkrankung, da er lange Zeit von anderen, jüngeren Ponys gemobbt und gebissen wurde. Dies zeigt sich bei ihm durch Stresswunden am ganzen Körper. Wir durften das kinderfreundliche Pony streicheln, während es von seiner Besitzerin gestriegelt wurde, und bekamen anschließend eine kleine Vorführung seines täglichen Bewegungstrainings. 


Während die Kinder nach unserem Ausflug draußen und drinnen spielten, schlief ich ein paar Minuten, ehe ich mich meinem Kalender „Ein guter Plan“ widmete und ihn aktualisierte. Ich schloss bereits den Juli ab und bereitete den August vor. Ich merke, dass es mir schwerfällt, „nichts zu tun“ bzw. das Nichtstun zu genießen. Ich merke aber auch, dass es besser wird, dass sich das schlechte Gewissen immer seltener meldet und dass es vor allem meinem Körper guttut. Und ich erinnerte mich daran, dass ich vor wenigen Jahren, als es nur Prinz zu bespaßen galt, sehr oft mittags schlief und einfach mal nichts tat.

Am späteren Nachmittag wollte ich mir unbedingt noch mal die Beine vertreten. Ns Oma auch. Wir gingen zu den Ponys ein paar Grundstücke weiter und lernten den Nachbarn U kennen, der uns in ein Gespräch verwickelte. So lernte ich beispielsweise, dass Hohenbocka Hohe Buchen bedeutet und dass es früher sehr hohe Buchen in diesem Ort gab, diese aber allmählich absterben, weil der Mensch mit seinen „Ideen“ die Umwelt zerstört. Die Kinder, die wir kurz darauf holten, durften auf Us Grundstück rutschen, schaukeln und auf dem Trampolin hüpfen. Zuvor wurden die beiden Ponys gestreichelt und die Kinder durften sogar aufsitzen. (L war das nicht geheuer.) Ich bekam eine ziemlich große Zucchini geschenkt. Ns Oma ging zurück ins Bungalow. Die Kinder wollten sich jedoch nicht vom Trampolin trennen. So kam es, dass ich mich in Us Partyraum wiederfand und das erste Mal in meinem Leben Billard spielte (und verlor). Nachdem wir auch noch Us Hasen und Hühner gezeigt bekamen, war es Zeit für das Abendessen. L hatte diesmal ordentlich Hunger.


Nach dem Essen ging L mit ins Nachbarbungalow. Ich nutzte die freie Zeit für einen kleinen Abendspaziergang. Bevor wir kurz nach halb zehn das Licht ausknipsten, aßen L und ich noch eine Kleinigkeit, schauten gemeinsam auf der Couch kuschelnd ein bisschen fern und lasen (vor).

Unser Mama-L-Urlaub 3/7

Alltagsschnipsel

L und ich starteten ausgeschlafen gegen acht Uhr in den Tag. L aß nur eine Kleinigkeit und verschwand anschließend mit den Kindern aus dem Nachbarbungalow im Pool. Ich duschte, frühstückte anschließend in Ruhe und packte unsere Badesachen nebst Proviant ein.

Am Vormittag fuhren wir mit den beiden Kindern und ihren Großeltern zum FKK-Strand Buchwalde am Senftenberger See. Das hatten wir gestern bereits ausgemacht. Ich war noch nie im FKK-Bereich baden. Dass es mir in den folgenden sechs Stunden überhaupt nichts ausmachte, nackt herumzuliegen und herumzulaufen oder andere Menschen nackt zu sehen, beweist, dass ich allmählich (in meiner Einstellung) älter werde. Vor einigen Jahren hätten mich meine Komplexe und Selbstzweifel niemals an solch eine Badestelle gelassen. Das Wasser war sehr angenehm. Ich ging fünfmal baden. (Normalerweise ist es eine Überwindung, ein zweites Mal ins Wasser zu gehen.) Da die Kinder die meiste Zeit über gemeinsam spielten, hatte ich Zeit, in meinem von J geschenkten Buch „Siddhartha“ zu lesen. 


Gegen 17 Uhr kauften L und ich noch Kleinigkeiten im Supermarkt ein. Wieder im Bungalow angekommen, spielte L mit den Kindern im und am Pool, sodass ich weiterhin nichts großartiges tun brauchte. Ich nutzte die Zeit, um meine August-Finanzen zu planen und mir ein neues E-Book auszusuchen. Nebenbei aß ich Abendbrot.

Gegen 20 Uhr begann es zu stürmen. L kam zurück zu mir, futterte auch noch was und verkrümelte sich mit mir anschließend ins Bett. Wir hörten noch ein Hörspiel, während es draußen regnete und gewitterte. Müde und geschafft vom Badetag schliefen wir zeitnah ein.

Unser Mama-L-Urlaub 2/7

Alltagsschnipsel

Unser Morgen begann kurz vor um acht. L und ich waren beide ausgeschlafen. Wir machten es uns im Wohnzimmer gemütlich und aßen beim Fernsehen Frühstück. Ich bin froh, dass wir zu Hause kein lineares Fernsehen schauen. Bei jeder Werbung, die gezeigt wird, sagt L, dass sie jenes Spielzeug haben oder dieses Abenteuer erleben will. Zum Glück waren die Kinder des Bungalows neben unserem zeitig draußen, sodass L mit ihnen spielen konnte. 

Um die Mittagszeit brachen alle in Richtung Badestrand Großkoschen am Senftenberger See auf. Dort entdeckten wir den wunderschönen Familienpark mit Unterkünften, Spielplätzen, Wasserrutsche, einem Zugang zum See, einem Campingplatz … Ich überlege, hier mit L im nächsten Jahr zu zelten. (Das ist das einzige, was ich mir leisten kann und will.) L schwamm wie eine Weltmeisterin und auch ich war dreimal im See baden. Der See ist wunderschön.


Als wir zum Auto zurückkehrten – ich parkte wie immer irgendwo – gab es ein saftiges Verwarngeld wegen Falschparkens in Höhe von vierzig Euro. Autsch. Aber ich bin selbst schuld daran. (Eindeutig gekennzeichnet war das Halteverbot allerdings nicht.) Ich hab mich nur sehr kurz darüber geärgert, was ich als gutes Zeichen werte. Dummerweise rammte ich auf dem Heimweg mit dem Dienstfahrzeug das Einfahrtstor. Jetzt befinden sich ein paar kleine Kratzer auf der rechten hinteren Autotür. Mäh. Dumm ist das vor allem deshalb, weil ich noch nicht weiß, ob ich das Fahrzeug über den November hinaus weiter nutzen will. Aber auch hierüber ärgerte ich mich nur kurz. Es gibt wahrlich schlimmeres als ein paar Kratzer auf einem Fahrzeug.

Ab halb fünf am Nachmittag spielten die Kinder und L auf dem Grundstück. Für mich bedeutete das ausruhen und lesen. Nach dem Abendessen zeigte uns die Vermieterin, die auf dem Grundstück vor unserem wohnt, all ihre Tiere: Fische, Hühner, Gänse, Truthennen/Puten, Hasen und ihren Hund. Die Kinder waren begeistert. Mir gab es Gelegenheit, unser seit zwei Stunden laufendes Wasser anzusprechen. Schnell war dieses Problem behoben, indem sie irgendetwas im Spülkasten wieder einsetzte. 

Abends schauten L und ich auf dem Disney Channel den Film „Bärenbrüder“ bis zur zweiten Werbepause. Müde lagen wir anschließend in unseren Betten und machten das Licht nach dem Vorlesen eines Kapitels im Conni-Buch aus.