Unser Kurzurlaub im Harz 2/2

Reisen & Ausflüge

Gestern schliefen die Kinder etwa eine Stunde eher ein als am Abend zuvor, sodass wir drei Frauen wieder Zeit für ein nettes Plauderstündchen hatten. Gegen halb elf gingen aber auch wir in die Betten.
Ich hatte wunderbar geschlafen. Es gab nachts weder großartigen Autolärm noch auf der Brücke herumhüpfende Menschen. Bis kurz vor acht Uhr morgens ließ uns Ls kleiner Cousin M schlafen.

Nach unserem Tagesausflug legten meine Schwägerin, mein Neffe, L und ich eine kleine Shoppingtour ein. Für mich fand ich eine Jeansshorts, L bekam einen schicken Badeanzug und ein bauchfreies Top.

Zum Abendessen kochten wir heute nichts, sondern holten uns auswärts etwas Leckeres zu futtern.

Was heute schön war:

Rosstrappe.
Mit dem Sessellift fuhren wir am späten Vormittag vom Bodetal hinauf auf den Granitfelsen Rosstrappe, liefen dort etwa einen Kilometer bis zum Aussichtspunkt, picknickten und fuhren mehr als zwei Stunden später zurück ins Tal.
Beim Aussichtspunkt ist ein riesiger Hufabdruck zu sehen. Der Sage nach floh Prinzessin Brunhilde auf ihrem Pferd vor dem Riesen (einer anderen Erzählung nach vor einem Ritter) Bodo, der in sie verliebt war. Vor der großen Felsschlucht nahm sie all ihren Mut zusammen und wagte auf ihrem Pferd den waghalsigen Sprung, der besagten Hufabdruck hinterließ. Der Riese (oder Ritter) war mitsamt seinem Pferd zu schwer, stürzte in die Schlucht und fiel in den Fluss, der fortan „Bode“ genannt wurde. Als Hund soll Bodo noch heute am Ufer über die Krone der Prinzessin, die in den Tiefen des Flusses liegt, wachen.

Spaßinsel.
Am Nachmittag durften sich die beiden Kinder M und L bei den Fahrgeschäften austoben. Am meisten Spaß hatte L tatsächlich auf einem Karussell für Kleinkinder. Das hatte ich nicht erwartet. Zum Abschluss bekam jede und jeder noch ein Eis.

Eindrücke des Tages:


Unser Kurzurlaub im Harz 1/2

Reisen & Ausflüge

Meine Nacht war etwas kurz, aber von den erhaltenen Schlafstunden dennoch ausreichend. 
Halb zwölf ging ich gestern Abend nach einer netten Plauderrunde ins Bett. Immer mal wieder weckten mich laut krakeelende Stimmen und/oder Schritte auf der hinter unserer Unterkunft befindlichen Brücke oder der Autolärm. Dass wir alle genug geschlafen haben, beschloss schließlich Ls kleiner Cousin M kurz vor halb acht.

Nach einer belebenden Dusche deckte ich für uns alle den Frühstückstisch auf der Terrasse. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein ließen wir uns das Essen (und den Schokocappuccino) schmecken.

Mit immer noch leicht vor Erschöpfung schmerzenden Füßen begleitete ich L, ihre Tante M und ihren Cousin M am Abend zum Kaufland, um noch einige wenige Lebensmittel zu kaufen. 

Was heute schön war:

Hexentanzplatz.
Ich war als Kind und Jahrzehnte später mit M schon mal hier. Bekannt kam mir allerdings überhaupt nichts vor. Rein gar nichts vom heute Gesehenen weckte meine Erinnerungen. Eventuell lag es an den zahlreichen Baumaßnahmen, die aktuell in vollem Gange sind. Ein Besuch wird sich in einigen Jahren bestimmt wieder lohnen.
Heute schauten wir uns das Hexenhaus, das verkehrt herum steht, an und holten uns zur späten Mittagszeit eine Portion Pommes, nachdem unser mitgebrachter Proviant vollständig verzehrt war.

Tierpark.
Die meiste Zeit des Tages verbrachten wir im Tierpark auf dem Hexentanzplatz. L kaufte sich von ihrem Taschengeld einen schönen Schlüsselanhänger.
Ich liebe es, in Tierparks kaum oder sogar keine Tiere zu sehen. Das zeigt mir, dass die Tiere genug Möglichkeiten haben, sich vor den Besucherinnen und Besuchern zu verstecken, und die Gehege groß sind. Dass sich uns aber drei Wölfe zeigten, freute mich sehr. 
Besonders begeistert war L vom Streichelzoo und dem wunderschönen Spielplatz.

Sommerrodelbahn.
Bevor es am frühen Abend zur Unterkunft zurückging, fuhren L und ich zwei Mal mit der Sommerrodelbahn. Bei der ersten Fahrt war ich relativ langsam unterwegs, bei der zweiten wesentlich mutiger und schneller. Gern wären wir noch einige Male gefahren, aber es war zu teuer. Ein Eis futterten wir auch.

Eindrücke des Tages:



Und ab geht die Post!

12 von 12 im Juli

Alltagsschnipsel

Gestern legte ich erst Viertel zwölf (Viertel nach elf) das Telefon beiseite und mich schlafen. Irgendwann in der Nacht wurde ich durch das Zuknallen des Fensters im Schlafzimmer wach. Draußen windete es sehr, blieb aber regen- und gewitterfrei.
Kurz nach um sieben am Morgen wurde ich wieder wach. Da heute mein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub war, blieb ich trotz (extremer) Müdigkeit wach.


L ließ ich noch weiter schlafen. Ich schnappte mir meinen Laptop und startete im Bett in den Arbeitstag.
Unsere Finanzbuchhalterin lud sämtliche Rechnungen für Juli im Unternehmen online hoch, sodass ich mit der Bearbeitung der Belege und dem anschließenden Bereitstellen der Unterlagen weitermachen konnte.

L wachte mit mäßig guter Laune auf. Nach ein paar Minuten war mir das Gemotze zu viel und ich machte ihr eine Ansage. Dann wurde über den Vormittag abwechselnd genölt, geweint und wieder vertragen. Ich dachte, wir hätten die Wackelzahn-Pubertät hinter uns.


Um meine Nerven zu besänftigen, machte ich mir ein leckeres Frühstück, bei dem auch mein Schokocappuccino nicht fehlen durfte. Sogar L fand etwas, das sie gern essen wollte.

An einigen Videocalls hatte ich bis zum Mittag noch teilzunehmen. Nachdem ich auch die letzten wichtigen E-Mails versendet hatte, widmete ich mich dem Packen unserer Reisetasche und Rucksäcke.


Ich dachte, es sei eine gute Idee, zur späten Mittagszeit in Richtung Harz aufzubrechen. Ich hatte nicht mit so viel Verkehr auf den Autobahnen gerechnet. Vor allem auf der A14 war heute einiges los. Es waren viele Idioten unterwegs, die andere Verkehrsteilnehmer*innen mit der Fahrweise in Gefahr brachten.


Nachmittags kamen L und ich gut in unserer Unterkunft in Thale an. Meine Schwägerin und Schwiegermama und mein Neffe waren auch schon da.

Wir bestaunten die moderne und geschmackvolle Einrichtung in unserer Ferienwohnung, verteilten die Zimmer und setzten uns auf die Terrasse, um Kaffee zu trinken und Waffeln zu essen.

Danach arbeitete ich noch die restlichen kleineren To-dos ab und verabschiedete mich in meinen lang ersehnten Sommerurlaub. Uff. Endlich.


Am Abend liefen wir zum nahegelegenen Supermarkt und kauften die wenigen noch fehlenden Lebensmittel ein. Auf dem Rückweg entdeckte ich dieses lustige Schild.


Zum Abendessen gab es eine sehr leckere Tiefkühlpizza. Die Marke hatte ich schon oft gesehen, konnte mich bisher aber nicht zum Kauf durchringen. Das wird sich in Zukunft aber ändern.

Nach dem Essen purzelte Ls Cousin M ein paar Treppenstufen herunter. Kurz darauf rannte L mit vollem Karacho vor die Glasscheibe auf dem Weg zur Terrasse. Es wurde geweint und viel getröstet. Dann ging es beiden Kindern wieder besser.


Den Abend nutzten wir für einen Spaziergang durch den Ort. M und L meckerten nicht ein einziges Mal und hatten unterwegs großen Spaß. 

Bevor die Kinder ins Bett gehen, werden sie gemeinsam ein Bad in der Badewanne nehmen. Mal sehen, was wir Erwachsenen später noch machen werden.

Tagebuch – 11. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Gegen 23 Uhr schlief ich gestern ein, kurz nach sieben Uhr wachte ich heute Morgen wieder auf und fühlte mich wunderbar ausgeschlafen.

L fand erneut nichts leckeres für sich zum Frühstück. Ich kann das wirklich so gar nicht verstehen, weil für jeden Geschmack etwas im Haus ist.
Mit Pudding, Johannisbeeren und Pizzastreu verzog sie sich schließlich irgendwann zurück ins Bett, um auf ihrem iPad Serien zu schauen.

Besagter Pizzastreu verteilte sich ausgerechnet dann zuhauf auf dem Bettlaken, als ich mir von mehreren Kollegen der Muttergesellschaft die VPN-Verbindung neu einrichten ließ. L durfte das Malheur somit selbst beseitigen (und bekam das auch sehr gut hin.)

Mein heutiger Arbeitstag bestand aus einem kurzen Daily in dem Projekt, das ich als Scrum Master begleite, und einer Absprache mit unserem neuen Kollegen D. Diesen werde ich mir nach meinem Urlaub schnappen, um sämtliche Onboardingprozesse in unserem Unternehmen voranzutreiben. Endlich scheine ich jemanden gefunden zu haben, der mit der gleichen Begeisterung und einem großen Ideenreichtum an die Sache herangeht wie ich. 
Nachdem ich wieder eine stabile VPN-Verbindung hatte, konnte ich wichtige Überweisungen tätigen. Parallel stellte ich die Belege unserer Finanzbuchhalterin zur Verfügung.
Der Tag im Home Office gemeinsam mit L war heute wesentlich angenehmer als gestern. Es gab keinen Streit.

Was heute schön war:

Störmthaler See.
Um die Mittagszeit trudelte die von mir bestellte Hängematte ein, die L und ich am Nachmittag an einer geeigneten Stelle beim See ausprobierten. Das Aufhängen klappte auf Anhieb. (Ich bin offenbar gar nicht so dumm wie ich aussehe.) Als wir vom zweiten Mal Baden zurück zu unserem Liegeplatz kamen, liefen Ls Schulfreundin L, ihre Mama S und Hund Sukhi an uns vorbei. Das war ein wunderbarer Zufall. Die Mädels freuten sich sehr und waren für die nächste Zeit unzertrennlich.

Gartenbesuch.
Sie waren sogar so unzertrennlich, dass ich nach dem Aufenthalt am See mit beiden Ls zu McDonald‘s fuhr und jeder ein Happy Meal kaufte. Mit dem Essen im Gepäck machten wir uns auf den Weg in den Garten von S und L. Dort aßen wir gemeinsam Abendbrot. Während die Mädels miteinander spielten, unterhielten S und ich uns lange und intensiv über ein unfassbar krasses Thema aus S‘ und Ls Vergangenheit. Erst nach 22 Uhr verließen wir den Garten und machten uns auf den Weg nach Hause.

Tagebuch – 10. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Geschlafen hatte ich in dieser Nacht nur so mittel gut. Ich wurde durch das zuknallende Fenster im Schlafzimmer kurz vor zwei Uhr morgens geweckt. Draußen wehte ein heftiger Wind. Irgendwo in weiter Ferne muss es gewittert haben. Ich sah viele Blitze am Himmel, hörte aber keinen einzigen Donner. Bis in die Morgenstunden hinein träumte ich merkwürdige Sachen und hatte vor dem Aufwachen um kurz nach sieben Uhr einen Albtraum. Ich bin froh, dass gerade Ferien sind. So konnte ich knapp eine Stunde länger schlafen als sonst. Dieser Luxus machte sich beim Aufwachen bemerkbar.

Den Arbeitstag verbrachte ich im Home Office. L blieb bei mir zu Hause und musste nicht den Ferienhort besuchen. Wir beide müssen definitiv noch unseren Rhythmus finden. L langweilte sich und wollte meine Aufmerksamkeit, die ich ihr allerdings nicht sofort geben konnte, da ich mich bis zum Mittag in (zum Glück nur) internen Meetings befand. Für morgen werde ich mir eine andere Strategie überlegen müssen. Ich hatte wirklich geglaubt, dass Home Office und L zu Hause mittlerweile besser funktioniert. Aber vermutlich klappt das nur, wenn L krank im Bett liegt.

Was heute schön war:

Sachsen-Therme.
Als am Nachmittag plötzlich viele Wolken am Himmel waren und es ordentlich windete, kam L auf die Idee, zum Baden in die Sachsen-Therme zu fahren. Ursprünglich geplant hatten wir wieder einen Ausflug zum Störmthaler See. Die Therme war angenehm leer, sodass wir viel Platz zum Schwimmen (L und ich) und Herumtoben (L) hatten. Ein frühzeitiges Abendessen gab es für L und mich dort auch.

Tagebuch – 9. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war wieder sehr gut. Noch können L und ich bei den aktuellen Außentemperaturen problemlos schlafen. Es ist nämlich noch nicht zu warm in unserer Dachgeschosswohnung. Ich hatte viel geträumt, konnte mich am Morgen aber an nichts konkretes mehr erinnern. Ich weiß aber, dass ich im Laufe der Nacht mehrmals Ls Füße im Gesicht hatte.
Kurz nach halb acht wurde ich heute von L geweckt. Ich hätte gern noch ein bisschen weiter geschlafen.

Nach einem kleinen Frühstück mit einer Tasse meines heiß geliebten Schokocappuccinos bereitete ich unser Picknick für den See vor. Wir hatten für heute nur das geplant, sodass ich Proviant für einen mehrstündigen Aufenthalt einpackte.

Am späten Vormittag telefonierte ich kurz mit meiner Mama und ließ mir den aktuellen Familien-Gossip erzählen.

Was heute schön war:

Störmthaler See.
Über fünf Stunden verbrachten L und ich heute am Störmthaler See. Wir hatten Glück und konnten unsere Picknickdecke genau an derselben Stelle wie gestern ausbreiten. L ging sechs Mal ins angenehm warme Wasser, ich fünf Mal. Ls neuer Delfin war die meiste Zeit an ihrer Seite. Die Badepausen verbrachten wir mit Trinken, Essen und UNO oder Double spielen.
Als ich abends unter die Dusche hüpfte, spülte ich den halben See aus meinen Haaren.

McDonald’s.
Auf Ls Wunsch hin fuhren wir nach dem Baden nicht direkt nach Hause, sondern zu McDonald’s. Da gibt es derzeit süße Kuscheltiere (oder was auch immer) für die Kinder. Ich bestellte mir als zeitiges Abendessen einen vegetarischen Burger und einen super leckeren McFlurry.

Tagebuch – 8. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte wieder super gut geschlafen und viel geträumt, an das ich mich aber nicht mehr erinnern konnte. Gemeinsam mit L erwachte ich heute Morgen erst gegen acht Uhr.  

Ein Blick auf Ls Ohrläppchen zeigte mir, dass alles in bester Ordnung ist. Ich bin sehr zufrieden und L ist nach wie vor mega glücklich.

Wir starteten in den Samstag mit bestem Sommerwetter. Bevor wir nahezu den gesamten Tag draußen verbrachten, telefonierte ich beim und nach dem Frühstück mit meinen Eltern und meiner Schiegermama (Ls Oma M).

Was heute schön war:

Bummelei.
Ganz entspannt starteten L und ich in den Vormittag. Nach den Telefonaten widmete ich mich meinem Terminkalender „Ein guter Plan“, der in den vergangenen Tagen ein wenig zu kurz kam. Es war einfach zu viel zu tun. Aufgrund bestehender Unordnung räumte ich einen Großteil der Wohnung auf, ließ den geliebten Staubsaugerroboter Miro das ein oder andere Zimmer säubern und kümmerte mich parallel dazu um die Wäsche. Mittags fuhren L und ich einkaufen. Ich gehe besondern gern einkaufen, wenn nahezu nichts (leckeres) mehr im Kühlschrank ist. Das Gefühl hinterher ist nämlich unbeschreiblich schön.

Baden.
Nachmittags machten wir uns mit einem leckeren Picknick im Gepäck auf den Weg zum Störmthaler See. Wir hatten Glück und konnten unsere Picknickdecke genau an derselben Stelle wie gestern ausbreiten. Zweimal badeten L und ich gemeinsam im angenehm warmen Wasser.
Da L beim Einkauf einen aufblasbaren Delfin bekam, fuhren wir am Abend zum Markkleeberger See, um ihn im Wasser auszuprobieren. Während ich neben L her schwamm, saß sie glücklich auf ihrem Delfin und konnte ihn kurze Zeit später in alle gewünschten Richtungen lenken und bewegen.

Tagebuch – 7. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war sehr gut. Ich hatte wieder viel geträumt, wusste allerdings nicht mehr, ob ich den Verbrechern auf den Fersen oder selbst eine Verbrecherin auf der Flucht war. Es ging in meinem Traum jedenfalls ordentlich ab.

Seit langer Zeit hatte ich mal wieder einen komplett terminfreien Arbeitstag. Das war auch gut so, denn ich hatte einige wichtige Zuarbeiten für meinen Kollegen A zu erledigen. Normalerweise eilt bei uns nichts, aber die Urlaubszeit steht unmittelbar bevor und so musste ich zusehen, die wichtigsten Aufgaben abzuarbeiten.
Das Tool „Unternehmen online“ funktionierte heute nur teilweise. Ich konnte unserer Finanzbuchhalterin lediglich unsere Rechnungsausgänge hochladen und zur Verfügung stellen. Beim Hochladen der Rechnungseingänge erhielt ich jedesmal eine Fehlermeldung. Ein wenig verzweifelt, packte ich alle Rechnungen in eine E-Mail und sendete ihr diese zu. Sie konnte die Belege problemlos hochladen. Als sie mich kurz darauf anrief und mir dies mitteilte, stellte ich fest, dass ich die Rechnungen wenigstens bearbeiten kann. Das machte ich auch und fühlte mich gleich nützlich. Ich habe somit „nur“ Probleme beim Hochladen von Belegen. Nach meinem Urlaub werden wir gemeinsam schauen, warum es Schwierigkeiten gibt.

Was heute schön war:

Ls Zeugnis.
Das erste Schuljahr ist geschafft. Ls Zeugnis las sich wunderbar. Im Vergleich zum Halbjahreszeugnis, das ehrlich offenlegte, was noch verbesserungswürdig ist, konnte sie sich in jedem Fach deutlich verbessern. Mit der Schreibschrift hat L noch Probleme, aber daran soll in der zweiten Klasse gearbeitet werden. Sie hat sich ihre Ferien auf jeden Fall verdient. Ich bin sehr stolz auf sie.

Ohrläppchen-Piercings.
Seit Wochen wünscht sich L Ohrlöcher. Ich versprach ihr, mit ihr am letzten Schultag vor den langen Ferien in ein entsprechendes Geschäft zu gehen, und vereinbarte direkt einen Termin. Ich hätte nicht gedacht, dass sie es heute tatsächlich durchzieht, wurde aber eines besseren belehrt. Kurz und schmerzlos und ohne die Miene zu verziehen hatte L am Nachmittag Ohrringe. Die stehen ihr wirklich wunderbar und sie sieht gleich viel älter aus. Nach ihr waren noch zwei andere Mädels in ihrem Alter da, die sich ebenfalls Ohrlöcher stechen lassen wollten. L schaute den beiden dabei zu und drückte ihnen ganz doll die Daumen.

Störmthaler See.
Am späten Nachmittag trafen wir uns mit S, ihrer Tochter L, der Klassenkameradin H und Hund Sukhi am Störmthaler See zum Baden. Es war bestes Wetter, wir hatten zwischen den Bäumen einen wunderbaren Platz und das Wasser im See war angenehm warm. Ich konnte problemlos darin baden. Wir aßen dort Abendbrot und machten uns erst am Abend wieder auf den Heimweg. Das war eine gelungene kleine Feier zum Ende des ersten Schuljahres.

Drei Jahre ohne M

Persönliches

Heute ist Ms dritter Todestag. Es ist erschreckend, wie schnell mehr als eintausend Tage ohne ihn vergangen sind. Für mich ist diese Zeitspanne – gesehen auf meine fünfunddreißig Jahre – eher kurz, aber L hat fast ihr halbes Leben ohne ihren Papa verbringen müssen.

Wir haben gut in den Alltag und ins Leben zurückgefunden. L und ich haben unsere ganz eigene Meinung bezüglich Ms „Verbleib“. Das mag ich hier gar nicht ausführlicher beschreiben, da der oder die ein oder andere uns ansonsten für verrückt erklärt. Dennoch glauben wir beide daran, dass M über uns wacht und uns in schweren Situationen beisteht, zumindest aber hin und wieder „ein Auge“ auf uns hat. In unserer Vorstellung ist er selbstverständlich bei Prinzi.

In den letzten Jahren ist sehr viel passiert. Die größte Änderung war vermutlich unser Umzug von Erfurt nach Markkleeberg im letzten Juli.

L beispielsweise …
… ist nun kein Kindergartenkind mehr, sondern geht zur Schule
… hat die erste Klasse ganz toll gemeistert
… hat viele neue Freundinnen und einen Freund gefunden
… durfte sich im Malen und Kindertanz ausprobieren, um festzustellen, dass beides noch nicht das richtige Hobby für sie ist
… ist sehr emphatisch ihren Mitmenschen gegenüber.

Auch ich habe mich verändert. Zum Beispiel …
… fahre ich mittlerweile sehr viel Auto. Ohne zu meckern oder zu zögern, fahre ich über sämtliche Autobahnen des (Aus-)Landes. Das gab es zu Ms Lebzeiten nur unter großem Protest, weil ich einfach zu viel Angst hatte.
… manage ich unseren Alltag und die Freizeit nun komplett alleine. (Ich hatte aber schon immer die meiste Verantwortung.) Ich kümmere mich um nahezu alles, was so anfallen kann, alleine. Egal in welchem Bereich. Eine Ausnahme bildet aktuell das Aufhängen von Lampen und Anschließen elektrischer Geräte. Davor habe ich im Moment noch zu großen Respekt.  

Auch wenn M vielleicht die ein oder andere Entscheidung, die ich beziehungsweise wir gefällt haben, nicht nachvollziehen könnte, bin ich überzeugt, dass er sehr stolz auf L und mich wäre, könnte er uns heute sehen.

Er fehlt mir nach wie vor in sämtlichen Lebenslagen. Ich mag nicht seit drei Jahren verwitwet sein, lieber wäre ich noch immer seine Ehefrau. Auch wenn ich im Alltag gut alleine zurechtkomme, gibt es immer wieder Momente, in denen ich mir wünschte, nicht alle Entscheidungen alleine treffen zu müssen. In der Nachbetrachtung ist es kein Wunder, dass mich vor allem 2021 und 2022 die psychosomatischen Schmerzen und Burnout-Symptome heimgesucht hatten. Es ist einfach ein Kraftakt, für alles verantwortlich zu sein.

Mit den Träumen, die M und ich im Laufe unserer Beziehung hatten und die mit seinem Tod geplatzt sind, komme ich immer besser klar. Ich habe viele davon begraben, akzeptiert, dass sie sich niemals erfüllen können, oder umgewandelt in für L und mich realistische Träume. Dennoch möchte ich nicht leugnen, dass ich ab und an in Selbstmitleid verfalle. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht nach kurzer Zeit aus meiner Trauer wieder herausfände. Das Leben ist immer noch lebenswert.

Ich habe gelernt, dass es unmöglich ist, L sowohl Mama als auch Papa zu sein. Ich habe gelernt, meine Trauer zuzulassen, egal wann und an welchen Orten sie kommt. Ich hatte vor einer Weile beispielsweise eine Phase, da überfiel mich auf der Fahrt ins Büro nach Erfurt der Schmerz, also weinte ich vor mich hin, während ich über die Autobahn fuhr. Im Moment triggert mich Musik sehr stark. Dieser Thematik fühle ich mich noch nicht gewachsen. So gern ich wieder im Orchester spielen würde, so sehr weiß ich, dass der Moment dafür noch nicht gekommen ist.

Egal was die Zukunft für L und mich noch bringen mag, M wird immer in unseren Herzen sein.

 

Tagebuch – 6. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war sehr gut, störungsfrei und traumreich. Ich konnte am Morgen sogar eine halbe Stunde länger schlafen als sonst, da L nicht in die Schule ging. Meinen Arbeitstag startete ich somit auch zeitiger als die Tage zuvor.
L schlümmelte bis Viertel vor acht (Dreiviertel acht). Es ist unglaublich, was es für einen Unterschied macht, wenn die Kinder ausgeschlafen in den Tag starten. Ich wollte es beispielsweise nicht glauben, als sich L in weniger als zwei Minuten vollständig angekleidet hatte. Solche Rekordwerte gibt es sonst nur am Wochenende.

Der heutige Arbeitstag war aufgrund zweier Arzttermine sehr zerstückelt. Ich begann kurz vor um sieben mit meiner Arbeit und verabschiedete mich halb acht endgültig in den Feierabend. Dazwischen gab es viele und stellenweise lange Pausen.
Ein wenig genervt war ich vom Tool „Unternehmen online“. Ich konnte keine weiteren Rechnungen für unsere Finanzbuchhalterin hochladen, da ständig Fehlermeldungen kamen. Das passiert in letzter Zeit auffallend häufig. Ich hoffe, dass es morgen wieder funktioniert.

Die beiden Arzttermine waren für mich sehr anstrengend.
Zum einen plapperte L ständig dazwischen, obwohl sich die Schwestern oder Ärzte mit mir unterhielten. Zum anderen bekam ich vor allem bei der Kinder-Pneumologie das Gefühl, geistig nicht ganz zurechnungsfähig zu sein. Die Schwester war nett und freundlich und gab sich auch die größte Mühe, L zu erklären, wie sie mit dem Mundstück in einer engen Kabine atmen soll, sprach aber mit ihr, als wäre sie ein zweijähriges Kind. Mit mir sprach sie in einem ähnlichen Ton. (Vermutlich spricht sie die meiste Zeit ihres Arbeitstages mit Kindern.) Dass L diese Atem-Aufgabe nicht verstand, wunderte mich nach drei Sätzen der Schwester nicht mehr. Hätte ich in dieser Kabine atmen müssen, hätte ich es mit Sicherheit auch falsch gemacht. Die Frau war sehr hektisch und das übertrug sich nach kurzer Zeit auf L und mich. Wir waren beide dankbar, die Praxis nach zwei Stunden wieder verlassen zu können.
Mein Hautcheck-Termin war zwar kurz, aber ein Sympathiebolzen war die Ärztin wahrlich nicht. Ich kann mir dennoch vorstellen, in zwei Jahren die Praxis wieder aufzusuchen. Ein paar Minuten Unfreundlichkeit überstehe ich sicherlich auch dann.

Was heute schön war:

Gesundheit.
Ich bin sehr dankbar, dass L weder Asthma in welcher Stufe und Form auch immer noch irgendwelche Allergien hat. Sie war im vergangenen Dezember und kurz darauf im Februar wirklich einfach nur richtig krank und ihre Lunge brauchte mehr Zeit als sonst, um sich von den Krankheitserregern zu erholen. Ich bin sehr glücklich über dieses positive Ergebnis.
Des Weiteren freue ich mich, keinen Hautkrebs zu haben. Ich wurde von Kopf bis Fuß ausgiebig untersucht. Obwohl ich in den letzten Jahren mehr (Leber-)Flecken (L meint, es sind eher Sommersprossen) auf meinem Körper entdeckt habe, gehöre ich laut Hautärztin zu den Menschen, die im Vergleich zu anderen eher (sehr) wenige Flecken am Körper tragen. Sie gab mir ein paar Tipps, wie ich mich richtig in der Sonne verhalten soll. Beispielsweise braucht die Sonnencreme eine halbe Stunde, ehe sie wirkt. Für das Gesicht sollen zwei Teelöffel und für den restlichen Körper vier Esslöffel aufgetragen werden. Auch die auf meinem Dekolleté und Rücken befindlichen Blutschwämmchen sind ungefährlich.


Kinobesuch.
L und ich schauten uns am späten Nachmittag im Cinestar „Miraculous – Ladybug & Cat Noir – Der Film“ an. Sehr zu Ls Freude war der Film gut besucht.
Ich hatte mich auf diesen Film gefreut, klang die Vorschau recht vielversprechend. Als allerdings nach nicht einmal fünf Minuten der erste von unzählig noch folgenden Gesangstiteln kam, fühlte ich mich wie in einem Disney Film. Der Unterschied hierbei ist, dass ich Gesang bei einem Disney Film erwarte. Den anderen Kinobesuchern schien es ähnlich zu ergehen. Jedes Mal, wenn gesungen wurde, ging ein genervtes Stöhnen durch die Reihen.
Immerhin endete der Film mit einem Happyend, das bis dato glaube ich so noch nicht gezeigt wurde.