#WMDEDGT Juli 2023

Alltagsschnipsel

Gestern Abend war ich unfassbar müde. Ein Blick in den Spiegel bestätigte dieses Gefühl. Direkt nach meinen Schwedischübungen in der Duolingo App legte ich das Telefon beiseite und mich schlafen. Das war definitiv die richtige Entscheidung, denn meine Nacht war gut und ich schlief ohne Störungen und Unterbrechungen durch. Genauso wie in der Nacht davor träumte ich sehr viel, konnte mich aber nicht mehr an das im Traum Erlebte erinnern.
Heute Morgen erwachte ich etwa zehn Minuten vor dem Klingeln des Weckers. Ich fühlte mich ausgeschlafen und gut erholt. Motiviert aufzustehen war ich noch nicht, weshalb ich zunächst einige Beiträge in Blogs, denen ich folge, las.

Während ich duschte und meine Runde im Badezimmer drehte, zog sich L (im Schneckentempo) an. Dass sie bummelte, störte mich heute wenig. Wir hatten nämlich keine Eile. Nachdem ich Ls Frühstück und Vesper für den Schultag zubereitet hatte und L im Badezimmer war, verließen wir die Wohnung. Beim Auto angekommen stellten wir fest, dass L vergessen hatte, ihre Haare zu kämmen. Sie störte es nicht und mich schon gleich gar nicht. Wir machten uns somit ungekämmt auf den Weg in die Schule.

An der letzten Ampel verabschiedeten wir uns wenig später voneinander. L lief zum Schultor und ich drehte eine kleine Morgenrunde um den Block. Nach dem kurzen Spaziergang fuhr ich nach Hause zurück. Dort angekommen bereitete ich mir mein Frühstück inklusive Schokocappuccino und einer Kanne Apfel-Vanille-Tee zu. Nun begann mein Arbeitstag.
Heute überwies ich unter anderem einige Rechnungen, lud die Belege anschließend im Unternehmen online für unsere Finanzbuchhalterin hoch, verpackte ein MacBook Pro, dessen Leasingvertrag nun beendet ist, brachte dieses zur Postfiliale und plante die nächsten Arbeitstage vor und nach meinem Urlaub. Nebenbei führte ich einige Telefonate, darunter mit meiner Schwiegermama (Ls Oma M). Da ich zeitig wieder Hunger bekam, futterte ich mein Mittagessen nebenbei am Arbeitsplatz.

Die Mittagspause selbst nutzte ich für eine Thai Massage. Der Masseurin gelang es heute wieder, nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele zu berühren. Sie aktivierte zum Glück keinen Ausschalter, aber ich fühlte mich nach der Behandlung dennoch wunderbar. Unter anderem wegen meiner urlaubsbedingten Abwesenheit wird mein nächster Termin erst in drei Wochen stattfinden.

Nach der entspannenden Massage arbeitete ich weiter, ehe ich nachmittags Äpfel und Pfirsiche in kleine Stücke schnitt, die Kirschen abwusch und meinen Rucksack für das Picknick, an welchem alle Kinder in Ls Klasse, deren Eltern, ein Erzieher, eine Studentin und zwei Lehrerinnen teilnehmen, packte. Danach machte ich mich auf den Weg zur Schule, um L abzuholen. Wir verstauten den schweren Ranzen, denn heute gab es sämtliche Bücher mit nach Hause, im Auto und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Torhaus Dölitz, dem Ort, an dem das Picknick stattfinden sollte.

Obwohl es am Morgen sehr bewölkt war und stellenweise sogar regnete, hatten wir am späten Nachmittag unfassbares Glück. Es ging zwar ein leichter Wind, aber es war sonnig und angenehm warm. Das Picknickbuffet war wahnsinnig vielfältig und lecker. Ich futterte mich durch so ziemlich alles einmal durch. Ich hatte das große Glück, bei vielen spannenden Unterhaltungen mit dabei gewesen zu sein. So lernte ich nicht nur (Jungen-)Namen dem entsprechenden Kind oder Eltern dem jeweiligen Kind zuzuordnen, sondern auch viel über Ls Verhalten im Unterricht. Vor allem Ls Mathelehrerin lobte L in den höchsten Tönen. Das überraschte mich sehr. Ich merkte wieder einmal, dass ich mir immer viel zu viele (unnötige) Gedanken über alles mögliche mache.

Gegen sieben Uhr am Abend waren L und ich wieder zu Hause.
Den Abend werden wir jetzt gemütlich mit einem eBook (ich) und Serien auf dem iPad (L) ausklingen lassen. Glücklicherweise müssen wir morgen nicht so früh aufstehen, da L einen Arzttermin am Vormittag hat.

Tagebuch – 4. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war gut. Ich hatte durchgeschlafen und unfassbar viel geträumt. Darunter war auch ein sehr merkwürdiger Traum, an den ich mich nach dem Aufwachen noch sehr genau erinnern konnte, dessen Inhalte in der Realität so aber niemals passieren werden. Niemals. Das Weckerklingeln riss mich aus diesem Traum heraus. Ich brauchte sogar eine Weile und wesentlich länger als sonst, ehe mein Gehirn verstand, dass es Zeit zum Aufstehen und das Geräusch nicht Teil meines Traums war. Ein wenig gerädert und nicht gut erholt startete ich in den Tag.
Auch bei L ist die Luft raus. Wir quälen uns beide im Moment sehr durch den Arbeits- und Schulalltag. Ich bin sehr froh, dass ich ab morgen meine Arbeitstage bis zum Beginn meines Urlaubs an einer Hand abzählen kann. Ich mag nicht mehr und brauche sehr dringend eine Pause.

Am Morgen fuhr ich ins Büro nach Erfurt. Das dauerte heute ein wenig länger als sonst, da auf meiner ursprünglichen Autobahnverbindung eine Vollsperrung war. Dennoch war auch die zweite Verbindung nach Erfurt angenehm zu fahren. Die Autobahnen war sehr leer. So konnte ich dem zweiundvierzigsten Abenteuer von „Die drei ???“ lauschen. Im Anschluss daran hörte ich in den Soundtrack zur Serie „True Blood“, die ich vor x Jahren bis zur fünften (?) Staffel geschaut hatte, rein. Ich fühlte mich ab Song zwei sehr an eine Fahrt über den Highway in den USA erinnert. Ich bekam direkt Urlaubsfeeling.
Auf der Rückfahrt nach Leipzig fuhr ich wieder über die beiden anderen Autobahnen. Auch hier war kaum Verkehr und ich kam gut vorwärts. Es war aber stellenweise sehr windig. Ein weiteres Hörspiel der drei Detektive begleitete mich während der Fahrt.

Mittags um zwölf sollte das Gespräch mit unserem Schülerpraktikanten und dessen Mutter stattfinden. Sollte. Denn als ich um kurz nach neun Uhr im Büro in Erfurt ankam, waren beide schon da. Da mein erster Termin des Tages erst um zehn Uhr begann, schnappte ich mir meinen Kollegen H und zog das Gespräch vor.
Der arme Junge wurde von seiner Mama angehalten, sich bei uns für sein introvertiertes, stellenweise unhöfliches Verhalten und das viele Zuspätkommen zu entschuldigen. Mit dieser gestern bis zum Umfallen einstudierten Entschuldigung, wie uns die Mama mitteilte, wurden mir eine Orchidee und eine große Box Celebrations, die ich selbstverständlich in die Büroküche zum gemeinsamen Verzehr stellte, überreicht.
Das Gespräch selbst war angenehmer als erwartet. Wir sind nun übereingekommen, dass der Junge noch eine weitere Woche Praktikant bei uns bleibt, sein Praktikum somit nicht schon diesen Freitag endet. Zudem bekommt er eine Aufgabe, der er sich in den kommenden fünf Sommerferienwochen widmen und uns in der letzten Woche der Ferien präsentieren soll. Wirklich Ferien wird der Junge definitiv nicht haben, da er für vier der sechs Ferienwochen einen Ferienjob angenommen hat. Seine Mama zeigte diesbezüglich allerdings kein Mitleid.
Im Verlauf des Tages führten mein Kollege/Freund M und ich die letzten drei Mitarbeitergespräche. Ich glaube, wir waren beide sehr froh, als das letzte Gespräch zu Ende war. Ende des Monats werden wir diese stellenweise komischen Gespräche und noch vieles mehr gemeinsam auswerten.
Die Mitarbeitergespräche liefen überwiegend gut. Mit merkwürdigen Argumenten, weshalb wir nun noch mehr Bruttogehalt als ohnehin schon zahlen sollen, wurden wir jedoch wieder konfrontiert. Ich spürte aber sehr deutlich, dass ich besser mit dieser Thematik umgehen konnte als noch vor ein paar Wochen.
Wie schon vor einer Weile gesagt: Bei uns muss keiner hungern und alle verdienen überdurchschnittlich gut für Thüringer Verhältnisse.


Was heute schön war:

Orchidee.
Auch wenn ich die Entschuldigungsgeschenke ein bisschen too much fand, freute ich mich sehr über die Orchidee. Meine letzte hatte ich viele Jahre lang, bis sie vor einiger Zeit leider einging. Ich bin gespannt, ob die Pflanze den von mir in der Wohnung gewählten Standort mag.

Spontantreffen mit Abendessen.
Auf der Fahrt zurück nach Leipzig rief mich S, die Mama von Ls Schulfreundin L an. Die beiden Mädels wollten sich nicht trennen und so holte S beide Kinder von der Schule ab.
Am Abend stieß ich zu den dreien bzw. vieren. Den Hund Sukhi möchte ich natürlich nicht unterschlagen. Die beiden Mädels waren bei meinem Eintreffen schon ziemlich müde. Vor allem meine L war nöliger und weinerlicher als sonst. Wir gingen trotzdem noch gemeinsam Abendessen. Für mich gab es eine Falafel im Fladenbrot, für L Pommes und Chicken Nuggets.

Tagebuch – 3. Juli 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte in der Nacht gut geschlafen und viel geträumt. Meiner Müdigkeit am Morgen nach zu urteilen, hätten es aber gut und gern ein wenig mehr Stunden Schlaf sein dürfen. Zum Glück erfüllt sich dieser Wunsch dank Ls bevorstehenden Sommerferien in Kürze.

Mein heutiger Arbeitstag bestand aus vielen kleinen To-dos und einigen montäglichen Terminen.
Ich telefonierte am Vormittag nochmals mit dem Lehrer, der für den stark introvertierten Schülerpraktikanten zuständig ist. Morgen kommt der Junge mit seiner Mama zu uns in die Firma, damit wir gemeinsam über die letzten vier Tage seines Praktikums sprechen können. Ich bin schon sehr gespannt.

Was heute schön war:

Gummistiefel.
Die am Samstag bestellten Gummi-/Regenstiefel für L und mich kamen heute mit der Post an. Ich hatte, wenn überhaupt, zuletzt als Kind solche Schuhe und war total begeistert, wie schick und unfassbar bequem meine Stiefel sind. Auch L passten ihre neuen Schuhe wie angegossen. Nun steht unserer Irlandreise in der Hinsicht nichts mehr im Wege.

Gartenbesuch.
Nachmittags fragte mich S, die Mama von Ls Schulfreundin L, ob wir nicht spontan bei ihr und L im Garten vorbeischauen wollen. L war sofort begeistert. Wir kauften im Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten und machten uns anschließend auf direktem Wege in die Gartenanlage nach Liebertwolkwitz.
Während S die Hecke schnitt, die beiden Ls harmonisch miteinander spielten und lachten, kümmerte ich mich um den Hund Sukhi, sammelte nebenbei die heruntergefallenen Blätter auf und unterhielt mich mit S.

Pizza Kruste.
Abends fuhren wir vier gemeinsam nach Connewitz zur „Kruste“. Dort teilten sich die beiden Ls eine kleine Pizza. S und ich taten es ihnen mit einer mittleren gleich. Unsere Pizza war unglaublich lecker. Sie schmeckte mir heute sogar noch mal besser als bei unserem letzten Besuch.

Ein Wochenende im Juli

Alltagsschnipsel

Mit diesem Wochenende startet bereits die zweite Hälfte des Jahres 2023. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! L und ich verbrachten den Samstag und Sonntag wieder in Erfurt, um unter anderem den beiden Prachtrosellas meiner Eltern Gesellschaft zu leisten.


Samstag, 1. Juli 2023


Bis halb vier Uhr morgens schlief ich wunderbar. Aus irgendeinem Grund wurde ich wach und blieb das auch eine Weile. Allzu lange dürfte es dennoch nicht gewesen sein. Ich fand definitiv in den Schlaf zurück und startete „erst“ halb acht richtig in den Tag. L schlief noch eine ganze Stunde länger.
Ich nutzte diese Zeit und plante unsere Irlandreise. L und ich benötigen beispielsweise Gummistiefel. Ich selbst habe überhaupt gar keine und Ls sind mittlerweile zu klein geworden. Ich suchte uns schicke Exemplare heraus, die im Laufe der nächsten Woche und somit rechtzeitig vor Urlaubsantritt ankommen sollen. Den Kindern T und J möchte ich auch eine Kleinigkeit mitbringen. Zudem bietet es sich an, schon Ts Geschenk zu seinem Geburtstag Ende August im Koffer mitzunehmen. Es gab somit gleich morgens viel zu organisieren.

Als ich gegen neun Uhr aufstand, kümmerte ich mich zuerst um die beiden Vögelchen. Ich säuberte den Käfig, bereitete das Futter zu und wechselte das Trink- und Badewasser aus.
Anschließend deckte ich für L und mich den Frühstückstisch. Meine Mama hatte extra für uns Croissants gekauft. Zudem waren noch zwei Pfannkuchen vom Vortag übrig, die ich ebenfalls mit auf den Tisch stellte. Da sich unser Besuch in Erfurt ein bisschen wie Urlaub anfühlte, schauten wir beim Essen ausnahmsweise fern. Das gibt es sonst ja nicht.


Nach dem Duschen machten L und ich uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Petersberg. Dort fand das Petersbergfest statt. Wir schafften es rechtzeitig zur Bühne des Kinderkanals, auf dem der Moderator Juri ein neues Programm im Rahmen der Sendung „Baumhaus“ aufführte – natürlich gemeinsam mit der Fledermaus Fidi. L schaut das hin und wieder ganz gern. Die kleine Show war wirklich wunderbar gemacht und bot meines Erachtens einen richtigen Mehrwert hinsichtlich der Kinderfreundlichkeit dieses Festes.
Nach der Aufführung, bei der es stellenweise richtig stark windete, gingen wir kurz zum Spielplatz. L mag Wind überhaupt nicht und hatte ein wenig Angst. Gerade als wir beschlossen, nach Hause zurückzukehren, entdeckten wir, dass die Verkehrsschule geöffnet hatte. Normalerweise ist diese IMMER geschlossen. Doch im Rahmen des Petersbergfests stand die Polizei auf dem Gelände und hielt für interessierte Kinder jeden Alters einige Fahrräder und Roller bereit. L hatte somit Gelegenheit, dieselben Strecken abzufahren wie ich im Alter von neun Jahren, als ich in der vierten Klasse am Verkehrsunterricht teilnahm und genau dort die Fahrradprüfung ablegte. Ich schwelgte ein paar Minuten in meinen Erinnerungen.  


Bevor wir mit der Straßenbahn zurück zur Wohnung meiner Eltern fuhren, holte ich noch etwas Bargeld bei der Sparkasse. In den letzten Monaten kamen immer mehr Ausgaben hinzu, die ausschließlich mit Bargeld beglichen werden können.
Zu Hause angekommen, teilten L und ich uns den letzten Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade. Ich legte mich anschließend hin und hielt Mittagsruhe, während L auf dem iPad etwas gucken durfte.

Überpünktlich trudelten L und ich am Nachmittag bei unseren ehemaligen Vermietern C und A ein. C hatte sogar eine Erdbeertorte gebacken, die wir uns schmecken ließen.
Es windete immer noch ganz schön und L war das Wetter nicht sonderlich geheuer. Wir schauten uns nach dem Vesper unsere ehemalige, mittlerweile vollständig möblierte Wohnung an, die wirklich mega schön geworden ist. Eine Runde durch den Garten mit kleiner Erd-, Him-, Stachel- und Johannisbeerernte drehten wir auch noch, ehe wir L erlösten und in die Wohnung von C und A gingen.
Völlig überrascht war ich, als es plötzlich halb sieben war und C und A fragten, ob wir mit bei ihnen Abendessen wollten. L sagte sofort Ja. So kam es, dass wir uns erst kurz vor halb neun von den beiden verabschiedeten. Auf dem kurzen Weg zum Auto trafen wir noch unseren ehemaligen Nachbarn aus dem Dachgeschoss mit seiner Freundin und unterhielten uns.

Als wir wieder in der Wohnung meiner Eltern ankamen, schauten wir noch eine halbe Stunde fern. In der Zeit kümmerte ich mich nochmals um das Wohl der zwei Prachtrosellas.
L schlief danach ziemlich schnell ein. Ich absolvierte meine Italienischübungen auf Duolingo und folgte ihr kurz nach halb zehn in den Schlaf.


Sonntag, 2. Juli 2023


Ähnlich wie die Nacht zuvor schlief ich bis halb drei Uhr morgens sehr gut. Ich wurde wach, fand aber nach kurzer Zeit zurück in den Schlaf.
L und ich wachten am Morgen kurz nach acht Uhr gemeinsam auf. Ich las noch ein bisschen in meinem aktuellen eBook weiter.

Vor dem Frühstück kümmerte ich mich um die beiden Prachtrosellas meiner Eltern, die übrigens Hänschen und Gretchen heißen.
Während ich danach den Tisch deckte, zog sich L im Schlafzimmer an. Dabei berührte sie mit ihrem Oberteil etwas unglücklich einen Zahn, der bereits seit Monaten heftig wackelt, aber bisher einfach nicht herausfallen wollte. Nun blutete dieser Zahn und lag noch schiefer im Mund als ohnehin schon. Weil L eben meine L ist, hatte sie von diesem Moment an eine weinerlich-nölende Stimmung. So kam es, dass ich mit mir selbst frühstückte. Auch als meine Eltern, mein Bruder und seine J bei uns anriefen, telefonierte ich mit allen alleine. L schniefte und schluchzte zwar lautstark im Hintergrund, wollte zu den vieren aber nichts sagen. Ich musste zwischendurch immer mal wieder das Zimmer wechseln, da ich mich sonst kaum auf die Worte der Anrufer konzentrieren konnte. Noch vor Ende des Telefonats saß sie allerdings am Tisch und aß von ihrem Croissant.

Den Vormittag nutzte ich für den Abschluss des Monats Juni in meinem Terminkalender „Ein guter Plan“. Den Juli im Allgemeinen und die erste Juliwoche bereitete ich ebenfalls vor.

Während ich wenig später unter der Dusche stand, schaffte es L, den Wackelzahn aus dem Mund zu holen. Endlich! Stolz zeigte sie mir ihren herausgefallenen Zahn. Das ist nun bereits der dritte. Eine Zahnlücke hat sie allerdings keine, da der bleibende Zahn schon seit Monaten vollständig zu sehen ist.

Bevor wir am späten Vormittag die Heimreise antraten, pflückten wir auf dem Hof meiner Eltern ein paar Erd-, Him- und Johannisbeeren. Ein Hörspiel hörten wir auf der Rückfahrt nicht. Stattdessen schlief L ein, während ich auf angenehm gefüllten Autobahnen bei starkem Wind nach Markkleeberg fuhr.

Hungrig kamen wir mittags zu Hause an. Ich kochte uns ein kleines Mittagessen, räumte unsere Tasche und die beiden Rucksäcke aus und ruhte mich anschließend ein wenig aus.
Nachmittags fuhren L und ich mit der S-Bahn in die Leipziger Innenstadt. Ziel war das Cinestar. Gemeinsam mit einem halben Dutzend Menschen schauten wir uns den Film „Ruby taucht ab“ an. Der war sehr schön gemacht, auch wenn L die Darstellung der bösen Meerjungfrau ein wenig gruselig fand.


Als ich abends in meinem eBook las, trudelten plötzlich zwei E-Mails meines Stromanbieters ein. Als Angang beigefügt waren die Abrechnungen für den Tag- und den Nachtstrom.
Sehr zu meiner Freude muss ich nur 270 Euro für den Tagstrom nachzahlen. Ich hatte mir vor Kurzem ja einen Betrag von um die 500 Euro errechnet. Für den Nachtstrom hatte ich im vergangenen Jahr tatsächlich viel zu viel gezahlt. Ich erhalte hierfür 856 Euro zurück. Gehofft beziehungsweise errechnet hatte ich mir circa 600 Euro.
Ich freute mich wie ein Schnitzel über diese Mitteilung. Die Thematik beschäftigte mich – so wie viele andere auch – seit Monaten. Ich war bis vor wenigen Tagen fest davon überzeugt, tausende Euro nachzahlen zu müssen. Mit so einer hohen Erstattung hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Jetzt können die Sommerferien kommen.

Hallo Juli!

Dies & Das

Im Juli werde ich …

… mich mit L an einem Wochenende um die zwei Prachtrosellas meiner Eltern kümmern 
… zwei Thai Massagen genießen
… am Picknick zum Abschluss des ersten Schuljahres teilnehmen 
… mit L zur Asthmasprechstunde gehen
… einen Hautcheck bei einer Hautärztin wahrnehmen 
… mich mit L über ihr zweites Zeugnis freuen
… mit L und meiner Schwiegerfamilie ein paar Tage in den Harz fahren
… mit L nach Irland fliegen 
… und dort S und R und die Kinder T und J besuchen
… L an drei Tagen in den Ferienhort bringen
… vielleicht Besuch von meinen Eltern bekommen 
… einige Wünsche von Ls und meiner Sommerferien-Bucket-List erfüllen 
… den Sommer genießen 

Tagebuch – 30. Juni 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war sehr gut, für meinen Geschmack aber ein wenig zu kurz. Zum Glück steht das Wochenende vor der Tür. Als es heute Morgen Zeit zum Aufstehen war, wurde ich aus dem Tiefschlaf gerissen und brauchte einige Minuten, um richtig wach zu werden. L bummelte zudem ziemlich herum, sodass ich mich im Nachhinein ein kleines bisschen ärgerte, früher aufgestanden zu sein. Wir verließen die Wohnung in Richtung Schule nämlich zur gleichen Zeit wie immer.

Morgens fuhr ich mit dem Auto ins Büro nach Erfurt. Auf der Hinfahrt trank ich meinen Schokocappuccino aus dem Thermobecher und hörte das vierzigste Abenteuer der Detektive Die drei ???, während ich über die leeren Autobahnen bretterte. Zwischendurch telefonierte ich über die Freisprechanlage mit dem Klassenlehrer eines unserer Schülerpraktikanten. Ihm wurde meine E-Mail, in der ich mitteilte, was bisher im Praktikum nicht so optimal lief, weitergeleitet. Er konnte meine Punkte nahezu komplett nachvollziehen. Am kommenden Montag wird es ein Gespräch mit dem Jungen, seinen Eltern und dem Klassenlehrer in der Schule geben. Danach wird mich der Lehrer telefonisch kontaktieren, um mit mir die letzten vier Praktikumstage abzustimmen.
Auf der nachmittäglichen Fahrt zurück nach Leipzig hörte ich die nächste Folge meines Hörspiels und hatte aufgrund des starken Regens stellenweise ganz schön zu tun, die Spur zu halten, da ich oftmals keine zehn Meter weit gucken konnte.

Und weil es für heute noch nicht genug war, machten L und ich uns am Abend erneut auf den Weg nach Erfurt, wählten für diese Fahrt allerdings eine andere Autobahnverbindung. Meine Eltern besuchen nämlich über das Wochenende meinen Bruder und seine J in München. L und ich hatten den beiden versprochen, uns in der Zeit ihrer Abwesenheit um die zwei Prachtrosellas zu kümmern und ihnen ein bisschen Gesellschaft zu leisten.

Was heute schön war:

Workshop.
Heute fand nach einem von mir ans Team mitgeteilten Finanzupdate zu den Umsätzen seit Januar und einem von drei meiner Kollegen vorbereiteten ausführlichen Bericht zur AppDevCon, die im Mai in Amsterdam stattfand, der vierte Teil unseres Leitbild-Workshops statt. Wir erarbeiteten uns gemeinsam anhand unserer Aufzeichnungen aus dem dritten Workshop die Chancen und Risiken unseres Unternehmens, kamen wie die Male zuvor aber nur langsam voran, da wir uns oft in sehr kleinen Details verloren.
Über ein leckeres Mittagessen auf Kosten der Firma durfte sich jede*r freuen. Für mich gab es eine kleine Portion Sushi und Edamame.

Tagebuch – 29. Juni 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte in der Nacht gut geschlafen. Ich akzeptiere allmählich, dass ich in den Sommermonaten deutlich weniger Schlaf benötige als in der dunklen Jahreszeit.

Für L und ihre Klasse stand heute ein Wandertag an. Statt des Ranzens packten wir gestern einen Rucksack. Da es zu einem Wasserspielplatz gehen sollte, legte ich vorsichtshalber Wechselkleidung in den Rucksack. Benötigt wurde diese allerdings nicht, wie ich am Abend feststellte.

Mein Arbeitstag war angenehm ruhig. Ich erledigte konzentriert viele kleinere To-dos.
Zum Beispiel schrieb ich eine lange E-Mail an die Lehrerin eines unserer drei Schülerpraktikanten. (Sie war telefonisch leider nicht erreichbar.) Das Verhalten und die Arbeitsmoral des Jungen lassen derart zu wünschen übrig, dass wir das Praktikum gern vorzeitig beenden wollen. Unsere kleine Firma hatte schon einige Schülerpraktikanten, aber so etwas ist uns bisher noch nicht untergekommen. Morgen wird sich der zuständige Klassenlehrer mit mir in Verbindung setzen. Ich bin gespannt, was bei dem Gespräch herauskommen wird.

Was heute schön war:

Besuch von Oma M.
Am Nachmittag kam Ls Oma M (meine Schwiegermama) mit einem Fahrrad, welches bei ihr seit Jahren nur in der Garage herumsteht, zu uns nach Markkleeberg angereist. Sie transportierte es von Erfurt aus in der Regionalbahn und anschließend in der S-Bahn. Dieses Fahrrad soll fortan bei uns im Keller verbleiben. Die Oma fährt sehr gern Fahrrad und würde ab und an bei ihren Besuchen in Markkleeberg mit uns eine Fahrradtour machen.
Nachdem wir L gemeinsam von der Schule abgeholt hatten, fuhren wir mit dem Auto zurück nach Hause. Dort holte ich Ls und mein Fahrrad aus dem Keller und wir radelten zu dritt wenige Kilometer in Richtung des agra-Parks. Bei einem italienischen Restaurant, aus dem allein von der Gemütlichkeit her viel mehr herausgeholt werden könnte, aßen wir je einen Eisbecher. Anschließend durfte sich L noch ein wenig auf dem Spielplatz austoben, ehe wir zurück zur Wohnung radelten, die Fahrräder in den Keller stellten und die Oma verabschiedeten, die ihren Zug zurück nach Erfurt rechtzeitig erreichen wollte.

Im agra-Park ist alles möglich! 🙂

Tagebuch – 28. Juni 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war dieses Mal nur okay. Ich schlief ziemlich spät ein, da ich einerseits nicht müde genug war und andererseits den Kopf nicht zur Ruhe bekam. Der wollte lieber noch eine Weile mit meinen Gedanken spielen.
Als ich heute Morgen um kurz nach sechs Uhr aufwachte, fühlte ich mich trotzdem fit und nicht allzu müde. Dennoch zeigte mir die Fitbit-Uhr nur vierzig Minuten Tiefschlaf an. Das ist schon ziemlich wenig.

Seit Monaten habe ich vor, meine beiden Zählerstände abzulesen, damit ich mir die in etwa zu erwarteten Nachzahlungen ausrechnen kann und in einigen Wochen, wenn die Rechnungen meines Stromanbieters eintrudeln, nicht allzu überrascht werde. Wegen Faulheit, Unlust und anderen Gründen schob ich dieses Thema ewig vor mir her.
Aber heute Morgen war es schließlich soweit. Ich machte ein Foto von den Werten meines Tag- und Nachtstroms. Ich suchte mir anschließend die beiden letzten Schreiben des Stomanbieters mit den Beträgen pro kWh heraus und rechnete fleißig vor mich hin. Wenn meine Milchmädchenrechnung auch nur ansatzweise hinhaut, dürfte ich in etwa fünfhundert Euro für den Tagstrom nachzahlen, bekomme aber sechshundert Euro für den Nachtstrom erstattet.
Im besten Fall erhalte ich somit insgesamt eine kleine Erstattung. Das wäre ja wunderbar. Ich rechne seit letzten Herbst ja mit Nachzahlungen von mehreren tausend Euro und schiebe so gut es eben geht Geld auf das Sparbuch. In wenigen Wochen weiß ich mehr, dann dürfte mir der Stromanbieter die Rechnungen zuschicken.

Was heute schön war:

Joggen.
In Sportsachen fuhr ich L mit dem Auto zur Schule. Ich ließ das Fahrzeug in der Nähe stehen, begleitete L bis zum Schultor, musste dabei aber einige Meter hinter ihr gehen und durfte auch nicht stehenbleiben, um ihren Freundinnen kurz Hallo zu sagen, und lief von dort aus fünf Kilometer bis nach Hause. Es waren angenehme Temperaturen. Ich freute mich zum einen darüber, noch vor Beginn des Arbeitstages Sport gemacht zu haben, und zum anderen, dass ich diesmal keine Kopfschmerzen bekam.

Gedanken- und Alltagsschnipsel im Juni

Alltagsschnipsel, Dies & Das

Da ist es wieder: Das Hamsterrad. Und ich stehe mittendrin.
Unbemerkt ließ ich mich in den letzten Wochen und Monaten wieder tiefer in die Probleme der sich verändernden Welt um uns alle herum hineinziehen. Alle wollen wegen der Inflation und gestiegenen Energiekosten immer mehr und mehr. Dieses Gedankengut sprang schnell auf mich über, sodass ich über viele Wochen wie selbstverständlich glaubte, auch mehr zu brauchen: Mehr tolle Urlaubsreisen. Mehr Bruttogehalt. Einfach mehr.
Als mein Kollege/Freund M und ich die zweiten von drei in diesem Jahr stattfindenden Mitarbeitergespräche führten, spürte ich es vom einen auf den anderen Moment plötzlich ganz deutlich: Ich möchte wieder aussteigen. Aus dem Hamsterrad. Ich will wieder fokussierter dem minimalistischen Weg folgen.

Ich bin definitiv ein glücklicher und zufriedener Mensch. Ich habe alles, was ich brauche. Ich habe alles, was ich für L brauche. Uns geht es finanziell sehr gut.
Nahezu jede Kollegin und jeder Kollege erhält ein deutlich höheres Bruttogehalt als ich. Na und?! Ob sie deshalb glücklicher und zufriedener sind, wage ich zu behaupten. Ich erhalte ein gutes Gehalt und obendrauf noch zig wunderbare Benefits, die ich an keinem Tag im Jahr mehr missen möchte. Ich bin sehr dankbar dafür.

Für eine vor drei Jahren von jetzt auf gleich alleinerziehend gewordene Frau verdiene ich mit Sicherheit überdurchschnittlich gut. L und ich leben nicht in Armut. Ich zähle mich selbst zur mittleren Mittelschicht. Als M noch lebte, gehörten wir zur oberen Mittelschicht.
L und ich können uns alles leisten, was wirklich absolut notwendig ist. Ich bin in der Lage, L mehrmals im Monat kleinere Aufmerksamkeiten außer der Reihe zu kaufen. Eine sehr gute und strenge Finanzplanung meinerseits vorausgesetzt, können wir mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren. Da wir lediglich eine Unterkunft brauchen und auf sonstigen luxuriösen Schnickschnack verzichten, fanden wir bisher immer eine preiswerte Bleibe. Ich bin in der Lage, monatlich etwas Geld auf das Sparbuch und in Ls und meinen eigenen Fond zu legen. Uns steht zudem jeden Monat ein gutes Taschengeld nach Abzug ALLER Verbindlichkeiten zur Verfügung, das wir für Freizeitaktivitäten verballern können.

Für mich ist es wieder höchste Zeit, minimalistischer zu denken und zu leben. Ich habe alles. Ich brauche nichts. Ich will mit der Habgier meiner Mitmenschen nichts mehr zu tun haben. Ich will keine vor Neid zerfressene Frau sein und werden. Amen.

Tagebuch – 27. Juni 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war gut, aber ein wenig zu kurz. Ich werde abends einfach nicht müde genug, um spätestens 22 Uhr schlafen zu gehen und so ausreichend viele Stunden Schlaf zu bekommen. Ich erhoffe mir in wenigen Tagen Besserung, wenn L Ferien hat und wir morgens etwas länger schlafen können.
Zu meiner Freude machte L bei unserem Morgenprogramm gut mit. Wir konnten pünktlich die Wohnung in Richtung Schule verlassen.

Gemeinsam mit meinem Kollegen L fuhr ich mit dem Auto ins Büro nach Erfurt. Wir unterhielten uns die ganze Fahrt über sehr nett miteinander. Es ging unter anderem darum, wie die (Super-)Reichen der Arbeiterklasse beim Kämpfen/Schwimmen während der Corona-, aber auch jetzt während der Inflationszeit zuschaut und nichts tut. L selbst ist ein gutes Jahrzehnt jünger als ich. Umso erstaunter war ich, als er mir mitteilte, dass er bei sich erste Anzeichen einer Verbitterung aufgrund sozialer Ungerechtigkeiten entdecke. Es ergeht also nicht nur mir so, dachte ich ein wenig erleichtert.
Auf dem Rückweg nach Leipzig hörte ich das neununddreißigste Abenteuer der Detektive „Die drei ???“. Auf beiden Fahrten waren die Autobahnen ziemlich leer. Das war sehr angenehm.

Auf dem Tagesprogramm standen für meinen Kollegen/Freund M und mich drei Mitarbeitergespräche. (Nächste Woche sprechen wir mit den letzten drei Kollegen und dann haben wir es bis zum Spätherbst geschafft.) Ich spürte bei mir sehr deutlich, dass die Luft raus war. Ich glaube, M erging es ähnlich. Umso schöner war es, dass wir drei angenehme Gespräche führen konnten. Es gab keinen Streit, keine unschönen Worte und auch keine unlösbaren Probleme.
Zwischendurch kam unsere Kollegin S vorbei, die seit Ende April krankgeschrieben ist. Ab nächste Woche wird sie eine Wiedereingliederung machen. Sie sah erholt aus und sprach sehr positiv über die vergangenen Wochen. Ihre Zukunftspläne für ihre eigene psychische Gesundheit klangen sehr vielversprechend.

Was heute schön war:

Lesen.
Wie ich es befürchtet habe, konnte mich die Serie „Game of Thrones“ nicht so fesseln, dass ich Staffel für Staffel ohne Pause durchschaue. Interessant und spannend genug ist die Serie für mich dennoch, sodass ich sie irgendwann weiterverfolgen werde. Ich lese aber einfach viel zu gerne, als mich tage- und wochenlang nur mit fernsehen zu befassen. Und das tat ich am Abend auch. Ich kaufte mir ein eBook für 9,99 Euro, da dieses nicht im Abonnement Kindle Unlimited enthalten ist/war, und begann die ersten Seiten zu lesen.

Abkühlung.
Gegen Nachmittag zog ein ziemlich starker Wind auf. Die Wolken fand ich den gesamten Tag über total schön, doch irgendwann wurden sie dunkler und dunkler. L mag „Unwetter“ ja so gar nicht, weshalb wir uns direkt nach Hause verkrümelten. Das war auch gut so, denn wenig später, regnete es wie aus Eimern und es blitzte und donnerte. Beim Schließen der Fenster entdeckten wir diesen schönen Regenbogen.