Unsere Radtour von Dresden nach Prag – Teil 2/2

Reisen & Ausflüge

Nach einem sehr guten Frühstücksbuffet im hoteleigenen Restaurant verließen M und ich um 11:30 Uhr die Stadt Děčín, um mit den Bikes in das circa achtzig Kilometer entfernte Štětí, zu deutsch Wegstädtl, zu fahren. In dieser Stadt befand sich unsere Unterkunft für die Nacht. Bei Sonnenschein und durchschnittlich 32 Grad Celsius fuhren wir teils Holper- und Feldwege, teils Landstraße. Bei letzterer war außer uns jedoch so gut wie kein anderer Verkehrsteilnehmer unterwegs.

Da wir wieder unser allmorgendliches Start-Foto schießen wollten, hielten wir bereits nach wenigen Kilometern an. Eine richtig passende Stelle konnten wir dieses Mal leider nicht finden. Wir entschieden uns deshalb, direkt auf dem Radweg stehen zu bleiben. Die Aussicht auf ein dahinter befindliches Dorf hatte M und mich angesprochen. Es gab zur Motivation wieder einen Guter Start-Saft, sodass den ersten zwanzig Kilometern unserer Tagestour nichts mehr im Wege stehen konnte.

Unsere erste Pause machten wir in Ústí nad Labem, zu deutsch Aussig an der Elbe. Es handelt sich um die achtgrößte Stadt Tschechiens. Wir fanden schnell einen kleinen Lebensmittelladen und deckten uns mit Riegeln, einer neuen Wasserflasche sowie zwei Büchsen Mangosaft ein. Wir ließen uns anschließend für etwa eine halbe Stunde bei einem zum Bungalow-Dorf gehörenden Imbiss mit kleinem Schwimmbecken kurz vor dem Ortsausgang Ústí nieder. M und ich teilten uns eine Portion Pommes mit Ketchup und aßen jeder noch ein Eis. Kurz vor unserem Aufbruch spielten M und ich mit den im Schwimmbecken befindlichen Wasserbällen und verschafften uns so noch ein wenig Abkühlung 😀

Etwa 24 Kilometer später machten wir Rast in Litoměřice, hierzulande bekannt als Leitmeritz. Diese Stadt liegt südlich des Böhmischen Mittelgebirges am rechten Elbufer und zählt knapp über 24 000 Einwohner. Es war bereits kurz nach halb vier und M und ich waren hungrig. Wir fuhren etwas bergauf in das Stadtinnere und fanden eine Art Marktplatz mit unzähligen Restaurants. Wir ließen uns in einem Burger-Restaurant nieder und stellten überrascht fest, dass sogar ein vegetarischer Burger mit Pommes im Angebot war. Gestärkt und zufrieden verließen wir das hübsche Städtchen und machten uns auf den Weg nach Roudnice nad Labem, zu deutsch Raudnitz an der Elbe.

Da wir nun wieder 25 Kilometer hinter uns gelassen hatten und sichtlich erschöpft waren, machten M und ich noch einmal kurz Pause und tranken die zuvor in Ústí gekauften Büchsen Mango-Saft. Wir saßen eine Weile auf einer Bank direkt an einer stark befahrenen Kreuzung und beobachteten die Leute. Motiviert, nur noch acht Kilometer bis Štětí vor uns zu haben, der Stadt, bei der sich unsere Unterkunft für die Nacht befand, machten wir uns wieder entlang der Elbe auf den Weg.

Vom Ortseingang Wegstädtl bis zu unserer Unterkunft war es glücklicherweise nur noch ein Kilometer zu fahren. Kurz vor acht Uhr abends erreichten wir das Hotel, in welchem sich auch ein Restaurant befand. Das Zimmer war angemessen groß und wir genossen nach dieser anstrengenden Tour bei der Hitze eine kalte Dusche. Wir schlüpften wieder in unsere normalen Sommersachen und begaben uns runter ins Restaurant. In Děčín hatte es bereits wunderbar geklappt und der Kellner dort wusste, dass ein Colabier auch Diesel heißt. Ich dachte mir also, ich bestelle wieder ein Diesel. Die Kellnerin schien mich nicht zu verstehen, weshalb ich wieder Colabier sagte. Gebracht wurde mir letztendlich eine Cola und ein Bier 😀 Das stellte natürlich absolut kein Problem dar, mixte ich mir beide Getränke einfach zu einem Diesel zusammen. M und ich aßen jeder eine Portion Nudeln mit Bärlauchpesto sowie einen Nachtisch und tranken zwei Getränke. Wir zahlten wieder nur um die 15 € für alles zusammen.

Auch in Štětí war das Frühstücksbuffet zu unserer Zufriedenheit und wir konnten uns für die anstehenden letzten siebzig Kilometer bis Prag satt essen. Natürlich begleitete uns heute auch wieder die Sonne, allerdings kamen schon die ersten Wolken und leichter Nieselregen für wenige Minuten zum Vorschein. Dreißig Grad hatten wir trotzdem. Halb elf ging unsere Fahrt los.

Gleich auf den ersten Kilometern, die entlang der Elbe führten, begleitete uns ein Jetski, der einen Mann auf Wasserskiern hinter sich herzog. Der Mann hatte sichtlich Spaß. Auch uns machte das Zusehen große Freude. Wir hielten kurz an, tranken wieder unseren Guter Start-Saft und fuhren noch eine Weile neben dem Jetski her.

Wir fuhren bis Mělník, einem circa dreißig Kilometer vor Prag gelegenen Städtchen, an dem Elbe und Moldau zusammenfließen. Hier endete unser Elberadweg und M und ich wechselten auf den Moldauradweg. Der Elberadweg war von Dresden bis nach Mělník wirklich einwandfrei ausgeschildert, sodass wir die Kilometer ohne Probleme nur so schrubben konnten. Leider änderte sich das auf dem Moldauradweg. Es gab natürlich eine Beschilderung, allerdings mussten M und ich an mehr als nur einer Stelle wirklich ausgiebig nach dem Weg suchen und waren uns ab und an nicht sicher, überhaupt noch richtig zu sein.

Etwa zwanzig Kilometer vor Prag teilte sich plötzlich der Weg. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir uns für den anstrengenderen entschieden hatten. Wären wir geradeaus weiter gefahren, hätten wir nicht nur Kilometer und Zeit sparen können, sondern auch unsere Kräfte. Wir entschieden uns aber für den linken Weg, der etwa drei (!) Kilometer nur bergauf führte, und zwar so steil, dass es nach einer Weile einfach nicht mehr zu fahren ging. Da sich mein rechtes Knie wieder leicht bemerkbar machte und meine Gangschaltung nur begrenzt zur Verfügung stand, schob ich leicht frustriert mein Rad den endlosen Berg hinauf. Schnell war dies aber vergessen, als eine etwa drei Kilometer rasante Abfahrt hinunter zur anderen Seite des Bergs auf M und mich wartete 😉

Wir kamen abends um sieben in Prag an, checkten in unserem Hotel ein und machten uns nach einer verdienten Dusche auf den Weg in die Innenstadt. Zu unserer großen Freude fanden wir sogar ein veganes Restaurant. Unser einziges Problem bestand darin, uns ein Gericht aus der seitenlangen, super lecker klingenden Speisekarte auszusuchen 😉 Da wir bisher kein Geld umgetauscht hatten, holten wir dies nach dem Essen bei einer an jeder Straßenecke befindlichen Wechselstube nach. Die Gebühr hierfür war unverschämt hoch und M und ich ärgerten uns kurz darauf umso mehr, als wir eine kostenlose Umtauschmöglichkeit entdeckten. Wir tranken noch ein Bier in einem Irish Pub und suchten uns anschließend eine Location, die noch nicht so überlaufen war. Doch auch an diesem Ort konnten wir unser Getränk nicht in Ruhe genießen, da neben lautstark grölenden britischen und deutschen Touristen plötzlich zig Motorräder immer wieder ihre Runden drehten.

Am Sonntag stand eine Stadtbesichtigung auf dem Programm und M und ich entschieden uns für einen Hop on Hop off-Bus. Bei dieser Variante kann an jeder beliebigen Haltestelle aus- und später wieder in den nächsten Bus eingestiegen werden. Wie sinnlos diese Entscheidung war – in Prag sind sämtliche Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar – merkten wir, als in unserem Bus die Klimaanlage bei über dreißig Grad Außentemperatur nicht funktionierte. Wir fuhren also zunächst in einem Backofen umher und hörten uns den gelangweilt vorgelesenen deutschen Text zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten an. Als es uns zu heiß wurde, stiegen wir aus und liefen die einzelnen Stationen zu Fuß ab.

In unserem Hop on Hop off-Ticket mit inbegriffen war eine einstündige Schifffahrt, die wirklich viel Spaß machte und bei der wir bei Kaffee und einem leckeren Zwischenimbiss noch einiges von Prag sehen konnten.

Am frühen Abend holten wir unsere Fahrräder wieder ab, die wir trotz der Tatsache, bereits im Hotel ausgecheckt zu haben, den Tag über dort stehen lassen durften. M und ich machten uns auf den Weg zum Hauptbahnhof und stellten fest, dass die Gleise anders als in Deutschland erst zwanzig Minuten vor Abfahrt bekannt gegeben werden. Die knapp zweistündige Zugfahrt bis nach Dresden verlief ohne besondere Vorkommnisse. Leider ließ sich im Abteil kein Fenster öffnen. Klimaanlagen gab es auch nicht. Auf der Rückfahrt regnete es die ganze Zeit in Strömen und M und mir wurde bewusst, was für ein unglaublich großes Glück wir bei unserer Radtour mit dem Wetter hatten.

In Dresden angekommen, radelten wir die wenigen Kilometer bis zu unserem Hotel. Wegen eines Kreditkartenlesefehlers erhielten wir erneut ein Upgrade und fanden uns nun in einem Komfortzimmer mit super schönem Ausblick auf die Dresdner Altstadt wieder 😀 Wir bestellten uns das Abendessen aufs Zimmer. Weder M noch ich hatten sowas jemals zuvor gemacht, weshalb wir beide davon ausgingen, dass die Kosten hierfür auf die Hotelrechnung gesetzt werden. Schnell wurden wir aber eines Besseren belehrt, als der Lieferant bezahlt werden wollte. M und ich sind nach dem Duschen nur in Bademäntel geschlüpft und hatten unsere Portemonnaies nicht griffbereit. Wir wühlten hektisch unsere Taschen durch, bemerkten aus dem Augenwinkel, dass der Hotelangestellte vor Verlegenheit nicht wusste, wohin er gucken sollte, konnten unsere Bestellung aber nach einigen Minuten bezahlen. Nach dem Essen gingen wir runter in die Hotelbar und ließen den letzten Abend bei einem Glas Rotwein ausklingen.

Wieder in Erfurt angekommen, musste ich feststellen, dass eine weitere Flasche mit Zitronenlimonade in meinen Fahrradtaschen ausgelaufen war.

Diese Radtour war einfach fantastisch ❤ Es hat vom Wetter, den Unterkünften, dem Essen und der Stadtbesichtigung alles gepasst und viel Freude gemacht. Ich hoffe sehr, dass M und ich das irgendwann wiederholen werden.

Unsere Radtour von Dresden nach Prag – Teil 1/2

Reisen & Ausflüge

In unserem Radreiseführer erweckte im Frühjahr dieses Jahres die für sieben Tage ausgelegte Tour von Prag nach Dresden unsere Aufmerksamkeit. Da wir jedoch nicht so viel Zeit hatten, beschlossen wir, von Dresden nach Prag in nur drei Tagen zu fahren. Ein weiterer Tag sollte der Besichtigung von Prag zu Gute kommen. Für unsere Verhältnisse sehr zeitig, suchten wir bereits über zwei Monate vorher die Zwischenstopps nebst Unterkünfte heraus.

Einen Tag vor unserer geplanten Anreise in Dresden war schon so gut wie alles vorbereitet. Die vier Fahrradtaschen, die nur mit dem Nötigsten gefüllt wurden, sowie unser Proviant-/Erste Hilfe-Rucksack standen abfahrbereit im Flur. Die Wetter-App sagte hervorragendes Wetter voraus, weshalb überwiegend leichte Sommerbekleidung den Weg in unsere Taschen fand. Da an einem Tag auch ein Gewitterbild auftauchte, packte ich sicherheitshalber auch Regensachen mit ein.

Nach der Arbeit am Mittwoch bereitete ich den Rest vor. M und ich machten uns zuerst auf den Weg zu M und P, die so lieb waren, sich auf einen längeren Aufenthalt mit Prinzi einzustellen und ihn für die Zeit unserer Abwesenheit zu bespaßen. Da für Prinz die Umgebung schnell interessanter als unser Fortgehen war – ich hatte zumindest mit einem Bellen seinerseits gerechnet 😉 -, machten wir uns auf den Weg zu Ms Mama, um sein Tourenrad abzuholen. Wir montierten das Bike neben meinem auf dem Fahrradträger, aßen noch eine Kleinigkeit beim Döner um die Ecke, fuhren zur Packstation, um noch etwas wichtiges für die Reise abzuholen, und holten Geld bei der Sparkasse. Mir kam noch die grandiose Idee, ein Bier sowie ein mit Lemon gemixtes Bier für den Abendausklang in Dresden mitzunehmen.

Aufgrund unserer Bummelei in Erfurt erreichten wir erst kurz vor 23 Uhr unser Hotel in der Dresdner Altstadt Nahe der Frauenkirche. Uns wurde ein Platz in der zum Hotel dazugehörigen Tiefgarage angeboten, den wir aufgrund unserer Bikes dankend annahmen. Die Einfahrtshöhe betrug nur 1,90 Meter und wir waren froh, dass unsere Bikes nicht oben auf dem Dach, sondern hinten angebracht waren. Wir haben ewig gebraucht, ehe wir einen freien Parkplatz fanden – später an der Rezeption stellte sich heraus, dass es auch nur noch diesen einen freien Platz gab -, bemerkten jedoch nach einem aufwendigen Einparkmanöver recht schnell, dass unser Auto mit den Bikes hinten dran viel zu lang für diesen Stellplatz war und gut einen halben Meter überstand. M schaffte es irgendwie, in der viel zu engen Tiefgarage rückwärts auszuparken und viele Meter rückwärts Richtung Ausgang zu fahren – ein Wenden war nicht möglich. Lustigerweise befand sich nur drei Straßen vom Hotel entfernt ein öffentlicher Parkplatz, der uns nur 3 € statt der vom Hotel geforderten 22 € kostete 😀

Unser gebuchtes Zimmer lag im zweiten Obergeschoss des Hotels. Wir schlossen auf … und landeten in einem Raucherzimmer?! Da wir beide Nichtraucher sind und es sich um ein wirklich schlimm nach Rauch riechendes Zimmer handelte, machten wir uns wieder auf den Weg zur Rezeptionsdame und schilderten ihr unser Problem. Das Hotel verfügte über keine Raucherzimmer, weshalb ein Gast widerrechtlich geraucht haben musste. Als Entschuldigung für diese Unannehmlichkeit wurde uns eine Juniorsuite in der vierten Etage ohne Aufpreis angeboten. Da haben M und ich natürlich nicht nein gesagt 😉

Wir vermuteten, dass die hoteleigene Cocktailbar zu teuer für einen Absacker sein würde und begaben uns in die Dresdner Altstadt, die sich direkt vor dem Hotel erstreckte. Im Außenbereich einer Champagner Lounge, die als einzige noch nicht schließen wollte, machten wir es uns gemütlich und bekamen beim Anblick der viel zu überteuerten Preise einen Husten- und Lachanfall. Dummerweise sind M und ich von der Sorte Mensch, die eine Location nicht ohne Bestellung wieder verlassen. So kam es, dass jeder von uns ein Glas Rotwein für 14,50 € bestellte. Die Karte bot zudem einen Snack-Teller für 8,50 € an, den wir in Erwartung von ein paar Nüssen, Salzstangen und Chips oder Flips mit dazu bestellten. Serviert wurden ausgefallene Nusssorten, vier Pralinen und eine Auswahl an Trockenobst, das M und ich nicht allzu gern essen. Mit 40 € weniger im Portemonnaie verließen wir die Champagner Lounge und gingen zurück ins Hotel. Auch wenn der Wein wirklich vorzüglich schmeckte, war es doch eine sinnlose Geldverschwendung.

Nach dem zeitigen Check out am Donnerstag Morgen machten wir uns auf den Weg, einen schönen Platz in einem Café zu finden, um dort entspannt zu frühstücken. Die vom Hotel fürs Frühstück geforderten 40 € waren uns schlicht und ergreifend zu teuer. Gesättigt vom wirklich sehr leckeren Frühstück begaben wir uns noch in einen Fahrradladen, um eine Fahrradpumpe sowie zwei Fitnessriegel für unterwegs zu kaufen. Mit nur geringem Aufwand fanden wir anschließend in einem Wohngebiet einen kostenlosen freien Parkplatz, auf dem unser Auto bis zum Montag bedenkenlos stehen bleiben konnte.

Mittags um zwölf war es endlich soweit und unsere dreitägige Fahrradtour in Richtung Prag startete. An diesem Abend wollten wir das von Dresden aus circa achtzig Kilometer entfernte Děčín erreichen. Der Tag startete sehr sonnig und warm und eine gelegentlich auftauchende Wolkendecke sorgte für ein wenig Abkühlung. Dennoch lag die Temperatur bei durchschnittlich dreißig Grad. Wir fuhren die ersten Meter noch auf den Dresdner Straßen, fanden aber sehr schnell den Elberadweg. Wir kamen tatsächlich nur fünf (!) Kilometer voran – überwiegend auf einer sehr holprigen Strecke -, bis ich plötzlich an meinem Bike feststellte, dass einer der Schalthebel vorn auf der linken Seite abgebrochen ist 😮 Glücklicherweise befand sich nur wenige Kilometer von unserem Standort entfernt ein Fahrradladen. Mit einem neuen Schalthebel konnte mir zwar nicht gedient werden, aber es war zumindest möglich, vom schweren auf den mittleren Gang umzustellen. Der Mitarbeiter sprach mir noch ein Verbot aus, links zu schalten, sicherte mir aber zu, dass ich auf der rechten Seite jeden einzelnen Gang problemlos einstellen kann. Mit dieser Information machten wir uns endlich auf den Weg in das zwanzig Kilometer entfernte Pirna.

Als ob wir nicht schon spät genug dran waren, befand sich mitten auf dem Elberadweg plötzlich eine Baustelle sowie der Hinweis, dass bis Pirna eine Umleitung zu fahren ist. Aus den zwanzig Kilometern wurden dreißig. Die erste Fähre zum anderen Ufer nahmen wir aus dem Grund nicht, da Pirna auch auf unserer Seite erreicht werden konnte. Nachdem wir jedoch einen für unsere Bikes mit Taschen viel zu engen Weg passieren mussten und der auf unserer Uferseite befindliche Weg bis Pirna gesperrt war, setzten wir doch noch mit einer Fähre über und befanden uns endlich wieder auf einem asphaltierten Fahrradweg.

Die nächsten 25 Kilometer bis Bad Schandau gingen zügig voran und verliefen ohne Störungen. Wir machten fünfzehn Kilometer vor Děčín, zu deutsch Tetschen, noch einmal Rast, aßen unsere Fitnessriegel und tranken den Guter Start-Saft. Die letzten Kilometer gingen nur sehr langsam vorbei und waren auch anstrengend. Abends halb sieben erreichten wir endlich die Stadt, in der wir die Nacht verbringen wollten.

Sobald die ersten Häuser zu sehen waren, schauten wir bei Google Maps nach, wo sich in Děčín unsere Unterkunft befand. Mit Erschrecken stellten wir fest, dass sie außerhalb lag und von unserem Standpunkt aus nochmals acht Kilometer zu fahren sind. Müde und mit wenig Motivation machten wir uns auf den Weg, die Unterkunft zu suchen, gaben aber auf, als uns das Navi über die Autobahn schicken wollte. Wir schauten online nach anderen verfügbaren Hotels und fanden eines in nur zwei Kilometern Entfernung. Wir erreichten kurz vor um acht das auf einem Berg befindliche Vier-Sterne-Hotel, welches tatsächlich noch ein Doppelzimmer für uns frei hatte.

Erfreulicherweise gehörte zum Hotel auch ein Restaurant, welches wir nach einer ausgiebigen Dusche und der ernüchternden Feststellung, dass ein Bier in unserem Rucksack ausgelaufen und teilweise auch in meine beiden Taschen gewandert ist, sofort aufsuchten. Jeder von uns aß eine Portion Gnocchi mit Spinat sowie eine halbe Portion Pommes. Obwohl insgesamt noch vier Getränke hinzu kamen, bezahlten wir inklusive Trinkgeld gerade mal 14 €. Bevor wir erschöpft einschliefen, schauten wir noch eine halbe Folge unserer derzeitigen Serie The Wire, wegen der wir extra einen externen BluRay-Player mitgenommen haben.

42. Thüringer Burgenfahrt

Reisen & Ausflüge

Um in knapp anderthalb Wochen die dreitägige Radtour von Dresden nach Prag gut zu überstehen, ließ ich es mir heute trotz vorhergesagter 38 Grad Celsius nicht nehmen, das erste Mal mit M an der Thüringer Burgenfahrt teilzunehmen. Der Name klingt allerdings schlimmer, als die Tour ist. Es handelt sich um eine recht gemütliche Fahrt von Jung und Alt ohne Zeitmessung zu den Drei Gleichen, die aber nicht mit dem Rad erklommen werden müssen 😉

Wir starteten um halb zehn bei gut 28 Grad vom Leipziger Platz aus in Richtung Theaterplatz. Da mit vielen Teilnehmern gerechnet wurde, nahmen M und ich es mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Start vom Theaterplatz sollte nämlich um 09:30 Uhr sein. Wir trudelten auf unseren Bikes kurz nach halb 10 ein … und stellten fest, dass alle weg waren 😮

Wir kauften uns schnell eine der in diesem Jahr blauen Startkarten und fuhren über die Alfred-Hess-Straße und Motzstraße zum Fahrradweg von Erfurt-Hochheim nach Erfurt-Bischleben in der Hoffnung, die anderen noch einzuholen. Wir wechselten nach einer Weile auf den Fahrradweg in Richtung Ingersleben und entdeckten endlich eine Gruppe von Bikern zwischen Erfurt-Bischleben und Ingersleben. Wir gesellten uns glücklich dazu, nahmen dankend einen Becher Wasser entgegen und fuhren dann in der Gruppe im Schlepptau mit Kranken- und Polizeiwagen nach Neudietendorf.

In Neudietendorf kamen zwei Familien auf die grandiose Idee, sich links und rechts von der Straße mit Wasserschläuchen hinzustellen und auf die vorbeifahrenden Radfahrer zu zielen. Das war bei der Hitze eine willkommene Erfrischung, auch wenn man bereits nach gut 5 Minuten schon wieder trocken war 😉 Die letzten paar Kilometer bis Freudenthal, unserem Zielort, führten über Apfelstädt. Auch hier standen ein paar Freiwillige von der Feuerwehr mit Wasserschläuchen bereit und sorgten erneut für eine kleine Abkühlung.

Am Ziel angekommen, erwartete uns ein größerer Platz mit Fressbuden, Hüpfburgen, Verkaufsständen und vielem mehr. Da der gesamte Platz der prallen Sonne ausgesetzt war, flüchteten M und ich in den Biergarten der Gaststätte Freudenthal. So konnte ich eine angenehm gekühlte Himbeer-Brause genießen.

Unsere Hundebetreuung sollte mittags um eins enden, weshalb wir bereits um 11:30 Uhr den Heimweg antraten. Die Fahrt ging bis nach Ingersleben sehr zügig voran und wir lagen sehr gut in der Zeit. Zwischen Ingersleben und Erfurt-Bischleben stand plötzlich ein Hund mitten auf dem Weg – von Herrchen oder Frauchen war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Der Hund war sehr ängstlich und rannte plötzlich in Richtung Ingersleben. Da wir beschlossen hatten, die Feuerwehr zu kontaktieren, eilte M auf seinem Rennrad in einem Mordstempo dem Hund hinterher, um ihn festzuhalten. Hierbei wechselte der Hund immer wieder zwischen Straße und Fahrradweg. Irgendwann kurz vor Ingersleben traf M auf das Herrchen, der sich zwar bedankte, auf uns jedoch keinen verantwortungsvollen Eindruck machte. Am liebsten hätte ich ihm noch mal verdeutlicht, dass sein Hund bei der Hitze hätte sterben oder gar überfahren werden können. Ich beherrschte mich jedoch und es ging zurück zum Leipziger Platz, an dem wir kurz nach 13:00 Uhr ankamen.

Alles in allem war es eine sehr schöne Radtour, die wir sicher in Zukunft noch das ein oder andere Mal mitmachen werden. Wir haben insgesamt knapp 47 Kilometer zurückgelegt, weshalb ich für unsere Radtour Mitte Juli optimistisch gestimmt bin. Prag, wir kommen! 😉

Ein Wochenende an der Mosel

Reisen & Ausflüge

Im Januar dieses Jahres vereinbarte ich mit meiner Kollegin ein für M und mich hundefreies Wochenende. Da die beiden selbst gern einen Hund hätten, derzeit aber der nötige Platz fehlt, leihen sie sich ab und an gern mal unseren aus. Wir einigten uns schnell auf Ende Juni und freuten uns, dass Prinzi die paar Tage so gut aufgehoben sein würde.

Obwohl das Wochenende immer näher rückte, hatten M und ich weder einen Plan, wohin wir überhaupt fahren, was wir besichtigen und erleben wollten – es sollte definitiv etwas sein, das nur schwer mit Hund möglich gewesen wäre -, noch entsprechende Unterkünfte herausgesucht. Einzig das Wetter wurde sehr sonnig und warm sowie regenfrei vorhergesagt. Von mehreren Seiten wurde uns die Mosel wärmstens empfohlen. Diesen Vorschlag nahmen wir dankend an und einigten uns schnell auf die Orte Cochem und Zell im Landkreis Cochem-Zell. Da ich innerlich unruhig wurde, buchten wir zwei Tage vor Beginn unserer kleinen Reise ein Hotel in Cochem, welches sich direkt in ruhiger Waldlage befindet.

Dank des wunderbaren Wetters konnte M sich einen Traum erfüllen: Wir fuhren mit dem weißen Trans Am Pontiac, Baujahr 1988, in das von Erfurt knapp vier Stunden entfernte Cochem. Überrascht waren wir, dass wir die Stadt mit nur einer Tankfüllung erreichten, hatten wir doch fest damit gerechnet, unterwegs nochmals volltanken zu müssen.

Wir kamen am Freitag um kurz nach halb acht in Cochem an und steuerten auf das Hotel im Wald zu. Schnell fanden wir heraus, dass unsere Unterkunft zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt lag. Da wir durch die Arbeit und die Autofahrt jedoch schon den ganzen Tag gesessen hatten, waren wir erfreut, uns endlich die Beine vertreten zu können.

In einem gemütlichen kleinen Restaurant mit fantastischem Ausblick auf die Mosel und die Weinberge aßen wir Flammkuchen bzw. Kartoffelrösti mit Gemüse. Auf einem der Weinberge auf der anderen Uferseite wurde an diesem Wochenende ein Weinlagenfest veranstaltet. Da es erst kurz nach um neun war, machten M und ich uns natürlich auf den Weg dorthin und genossen bei einem Glas Mosel-Rotling unsere ersten Eindrücke von der wunderschönen Stadt mit Blick auf die abends beleuchtete Reichsburg. Gegen Mitternacht verließen wir das in ruhiger Umgebung gelegene Weinlagenfest und traten zu Fuß den Rückweg zum Hotel an.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Sesselbahn zum Pinnerkreuz, von welchem man ebenfalls eine wunderbare Aussicht auf ganz Cochem genießen kann. Auf gleicher Höhe befindet sich auch ein Restaurant sowie ein Vergnügungspark, der von unserem Standort aus knapp 1,5 Kilometer entfernt lag. Leider hatten wir für letzteres keine Zeit. Wir ließen uns auf der Sesselbahn fotografieren und hoffen, dass die Bilder uns eines Tages nach Ende der Poststreiks zu Hause erreichen werden. Zudem sind wir auf unsere Gesichter gespannt, ließ die Technik es ja noch nicht mal zu, sich das Foto vorher anzusehen 😉

Um die Mittagszeit fuhren wir in das circa vierzig Kilometer entfernte Zell. Eine Unterkunft hatten wir noch nicht gebucht, weshalb wir auf der Suche nach einem Parkplatz Ausschau nach freien Zimmern hielten. Beim Schloss Zell fragten wir schließlich nach einer Unterkunft für die Nacht. Uns wurden prompt zwei Schlüssel in die Hand gedrückt und wir durften das Zimmer auswählen, welches uns am besten gefiel. Wir entschieden uns für ein Zimmer im Dachgeschoss. Als wir kurze Zeit darauf ein paar Postkarten kauften, fanden wir heraus, dass das Schloss Zell täglich von mehreren Touristen besucht wird und ein kleines Wahrzeichen der Stadt ist 😮

Am Nachmittag wanderten wir auf dem Collie-Rundweg mit Steilpfad. Insgesamt mussten zwei Kletterpassagen absolviert werden, wovon ich die erste trotz nicht vorhandener Kletterskills problemlos bewältigen konnte. Bei der zweiten hing ich gut fünf Minuten am Felsen fest, da mir das nötige Vertrauen in die Befestigungen fehlte. Die für mich problematische Stelle bestand nur aus Steigbügeln, einem eng am Felsen entlangführenden Seil sowie Stiften. Man musste sich also am Seil festhalten und Schritt für Schritt die Steilbügel wie eine Art Treppe nach oben laufen. Unbehaglich war mir deshalb, da ich mich aufgrund des Seils nicht mehr eng am Felsen befinden, sondern mehr oder weniger in der Luft hängen würde. Es dauerte ein Weilchen, bis ich mir wirklich sicher war, dass die Befestigungen mein Gewicht aushielten. Armer M! 😉

Wie durch Zufall fand an diesem Wochenende auch in Zell ein Weinfest statt. Es erfüllte die gesamte Innenstadt mit Leben und bot für die Kinder und Jugendlichen zudem noch einen kleinen Rummel. Von der Atmosphäre her konnte dieses Fest mit dem in Cochem absolut nicht verglichen werden. In Zell war es unangenehm laut und die Leute benahmen sich größtenteils auch daneben. Wir tranken ein Glas Mosel-Rotwein und ließen den Abend entspannt im schlosseigenen Restaurant ausklingen. Obwohl es noch vor Mitternacht war, räumten die beiden Kellner plötzlich alles zusammen und verließen gemeinsam mit dem Hotelier das Schloss – vermutlich steuerten sie das Weinfest an 😉

Bevor wir am Sonntag wieder von Zell nach Cochem fuhren, hielten wir noch im Weinladen des Winzers Theo Engel, um ein paar Rotwein- und Weißweinflaschen zu erstehen. In Cochem angekommen, fuhren wir auf den Weinberg, auf welchem das Weinlagenfest veranstaltet wurde, und kauften noch eine Flasche des leckeren Mosel-Rotlings. Unbedingt teilnehmen wollten wir an einer Führung auf und in der Reichsburg. Diese dauerte nur vierzig Minuten, war jedoch sehr interessant aufgebaut und ist absolut weiterzuempfehlen. Anschließend fuhren wir noch eine Stunde auf der „Stadt Bonn“ auf der Mosel entlang und konnten nochmals die Schönheit der Reichsburg sowie benachbarte Orte bewundern.

Mittlerweile war es Nachmittag und wir entschieden uns, in Richtung Koblenz aufzubrechen, dort beim Italiener zu Abend zu essen und dann die Fahrt nach Hause anzutreten. Nach unserer Ankunft in Erfurt holten wir unser liebes Hundi bei meiner Kollegin und ihrem Mann ab, hielten noch ein kleines Schwätzchen und machten uns zu dritt auf den Heimweg.

Dieses in Unterkünften und Aktivitäten spontan und flexibel gestaltete Wochenende an der Mosel war sehr entspannend. Das Wetter war jeden Tag ausgezeichnet und die Leute super freundlich. Es kam uns beiden so vor, als wären wir eine Woche fort gewesen und nicht nur ein paar Tage.

15. Kirschlauf über die Fahner Höhe

Sportveranstaltung

Am Donnerstag erfuhr M zufällig von einem am Sonntag im Landkreis Gotha stattfindenden Lauf. Diese Veranstaltung kam gerade richtig, da wir nach einer dreiwöchigen Pause seit gut einer Woche wieder mit Trainingsläufen begonnen haben und sich uns nun eine willkommene Abwechslung bot.

Die Anmeldefrist war leider seit Mittwoch Abend abgelaufen. Es bestand jedoch die Möglichkeit, sich am Sonntag kurz vor dem Lauf noch anzumelden. Bei der Nachmeldung bekamen M und ich zufällig ein Gespräch zwischen zwei älteren Männern mit, die feststellten, dass mit rund fünfhundert Läufern wieder mehr Teilnehmer als im Vorjahr an den Start gehen werden und der Kirschlauf vor fünfzehn Jahren mit gerade mal fünfzig Läufern eröffnet wurde. Gefreut hat uns auch die Information, dass heute viele Rennsteig-Spitzenläufer an der Veranstaltung teilnehmen.

Wegen unseres Wiedereinstiegs ins Lauftraining entschieden wir uns beide nur für den 4 km-Jedermannlauf und nicht für den 14 km-Jedermannlauf. Dass diese Entscheidung genau richtig war, merkten wir gleich am Sonntag Morgen, als das Thermometer bereits 28 Grad anzeigte. Die beiden Läufe starteten glücklicherweise bereits um 10:00 Uhr, weshalb wir nicht der Mittagshitze ausgesetzt waren 🙂

Die ersten zwei Kilometer kam ich gut voran. Dank eines angenehmen leichten Windes merkte ich zunächst die Hitze nicht. Als es jedoch nach dem zweiten Kilometer einen Richtungswechsel gab, ging es einen Kilometer in praller Sonne ohne Wind nur bergauf. Beim letzten Kilometer besserte sich die Situation ein wenig, führten hier nur die letzten zweihundert Meter bis zum Ziel einen kleinen Berg hinauf.

Aufgrund der Temperatur und der Tatsache, dass wir zuvor nur drei Trainingsläufe absolviert hatten, ließ ich diese Veranstaltung entspannt und ohne Zeitdruck angehen. Nach 25 Minuten und 59 Sekunden erreichte ich das Ziel, M bereits nach 21 Minuten und 40 Sekunden.

Wir fühlten uns beide nach diesem Lauf hervorragend. Die Atmosphäre und Organisation war sehr gut, weshalb wir auch in den nächsten Jahren beim Kirschlauf immer mal wieder vorbeischauen werden. Bevor wir die kurze Heimfahrt antraten, um unseren wartenden Prinz zu erlösen und mit ihm einen langen Spaziergang zu machen, deckten wir uns noch mit etlichen Kirschen und Erdbeeren ein. Der Lauf heißt ja nicht ohne Grund Kirschlauf 😉

Erste Tour des Jahres auf dem Ilm-Rennsteig-Radweg

Reisen & Ausflüge

Mich hat das Radfieber gepackt! Am liebsten würde ich sofort die Radtaschen packen und auf einem der zig Radwege mit unbekanntem Ziel losfahren. Unterkünfte und Verpflegung würden sich unterwegs schon finden.
Seit wir Anfang des Monats unsere 3-Tages-Tour Mitte Juli diesen Jahres von Dresden nach Prag geplant haben, denke ich mehrmals wöchentlich voller Vorfreude an das bevorstehende Ereignis.

Als M Anfang der Woche von einer neuen Radstrecke bei Ilmenau hörte, stand schnell fest, dass wir diese bald erkunden würden. Der Radweg existiert erst seit wenigen Jahren und war bis vor kurzem eine stillgelegte Bahnstrecke. Dass unsere Tour noch in dieser Woche stattfinden würde, freute mich besonders. Auch das Wetter stand heute unserem Vorhaben nicht im Wege. Es war leicht bewölkt bei circa 18 Grad und gelegentlich kam die Sonne zum Vorschein.

Wir fuhren mittags mit dem Auto zum Alten Bahnhof in Langewiesen. Mit dabei war neben unseren Fahrrädern und den Helmen auch unser Hund Prinz, weshalb wir den neuen Radweg ihm zuliebe in gemütlichem Tempo auf uns wirken ließen.

Wir legten circa fünf Kilometer bis zum Nachbarort Gehren zurück und machten dort bei der Schlossruine eine kleine Trinkpause. Früher hatten meine Eltern zwischen Gehren und Langewiesen einen Garten gepachtet. Vom Radweg aus betrachtet, sah ich unseren Garten nicht. Vermutlich mussten die alten Gartenanlagen der neuen ICE-Strecke weichen. Diese führt oberhalb unseres Weges auf einer Brücke entlang.

Nach der kleinen Verschnaufpause fuhren wir sieben Kilometer bis Meuselbach-Schwarzmühle über das kleine Örtchen Möhrenbach. In Meuselbach-Schwarzmühle befindet sich eine Radweggabelung. Man kann nun entscheiden, ob man nach Neustadt am Rennsteig oder nach Großbreitenbach fahren will. Beide Orte liegen von diesem Standort aus jeweils 4,5 Kilometer entfernt.
Auf einer wilden Blumenwiese machten wir eine größere Rast. Wir aßen unsere Reisnudeln mit Gemüse und etwas Obstsalat und genossen die Stille um uns herum. Nach einer Weile machten wir uns wieder auf den Rückweg – erneut mit einer Trinkpause im Gehrener Stadtpark.

Wer wie ich bis vor kurzem noch nichts vom Ilm-Rennsteig-Radweg gehört hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass sich eine Tour definitiv lohnt. Es handelt sich um einen komplett asphaltierten Weg, der entlang von Feldern und Wiesen und durch den Wald bis zum Rennsteig führt. Alle paar Kilometer wurden sehr gemütlich aussehende Picknickecken errichtet. Begeistert waren wir beide von den Hundetütenspendern, an denen wir ebenfalls oft vorbeifuhren.

Auf unseren Prinzi bin ich heute besonders stolz. Super lieb ist er heute 24 Kilometer mit Leine am Fahrrad gelaufen. (Als wir zu Hause ankamen, wollte er sogar noch mal Ball spielen ;)) Ich konnte heute das erste Mal mit ihm an der Leine üben, neben mir am Fahrrad zu laufen. Es hat einwandfrei geklappt.

Bärlauchsuppe

Rezepte

Heute bereitete ich das erste Mal eine Bärlauchsuppe zu. Ende März wurden von mir einige frisch gepflückte Blätter in der Hoffnung, sie zeitnah zu etwas leckerem zu verarbeiten, eingefroren. Dass nun tatsächlich weit über ein Monat vergangen ist, liegt größtenteils an meinem Vorurteil, Bärlauch würde zu intensiv und herb schmecken.

Ich entschied mich aufgrund des geringen Arbeitsaufwands von knapp fünfzehn Minuten für eine Bärlauchsuppe. Selbstverständlich wurde diese in unserem geliebten Thermomix gekocht.

Zuerst werden zwei mittelgroße rote Zwiebeln für zehn Sekunden auf Stufe 8 zerkleinert. Anschließend wird etwas Olivenöl in den Thermomix gegeben, um die Zwiebeln unter Betätigung der Varoma-Taste auf Stufe 1 für 5 Minuten dünsten zu können. In der Zwischenzeit habe ich vier mittelgroße Bio-Kartoffeln geschält.

Die Bio-Kartoffeln und 170 g Bärlauch gab ich meinen Zwiebeln hinzu und ließ das Gemisch für zwanzig Sekunden auf Stufe 8 zerkleinern. Im Anschluss werden ein Liter Gemüsebrühe, 35 g vegane Butter und 75 ml Soya Cuisine hinzugegeben. Abgeschmeckt habe ich mit etwas Pfeffer und Soja-Sauce. Die Bärlauchsuppe köchelte unter Betätigung der Linksdreh-Taste für 25 Minuten auf Stufe 1,5. Nach der Hälfte der Zeit gab ich noch ein paar zuvor in der Pfanne angebratene vegane Mini-Wiener hinzu.

Hätte ich vorher gewusst, wie unglaublich lecker Bärlauchsuppe ist, hätte ich nicht so lange mit der Zubereitung gewartet. Für uns steht jedenfalls fest, dass die nächste Bärlauch-Saison kommen kann 😉

73. Pizza-Steigerlauf

Sportveranstaltung

Vor ein paar Tagen konnte ich eine Freundin überreden, mit mir am 73. Steigerlauf in Erfurt teilzunehmen. Dieser Lauf findet zwei Mal jährlich statt, und zwar im Frühjahr unter dem Namen Pizza-Steigerlauf und im Herbst als Honig-Steigerlauf. Neben dem Bambini-, zwei Schülerläufen sowie einer 8 Kilometer Walking-Strecke kann sich noch zwischen dem 4 Kilometer Jedermann- und dem 13 Kilometer Hauptlauf entschieden werden.

Bei Durchsicht der älteren Ergebnislisten des 13 Kilometer Hauptlaufs musste ich feststellen, dass mir die Teilnehmer momentan viel zu schnell sind. Da ich keine große Lust verspürte, als letzte völlig abgehetzt ins Ziel zu laufen, wählte ich den 4 Kilometer Jedermannlauf. Ich nahm mir trotz Waldboden und einigen Höhenmetern aufgrund der Kürze der Strecke vor, unter 24 Minuten zu bleiben.

Treffpunkt sowie Start und Ziel der Veranstaltung war wie immer das Waldkasino in Erfurt. Als wir mit unseren Fahrrädern eintrudelten, waren schon zahlreiche Läufer vor Ort. Auch das Wetter war mit wunderbarem Sonnenschein voll auf unserer Seite. Im Startbereich befand sich die Verpflegungsstelle, bei der es nach dem Lauf Tee, Obst oder selbstgebackenen Kuchen gab. Das Ziel lag nur fünfzehn Meter daneben. Hier konnte sich die Teilnehmerurkunde abgeholt werden.

Die ersten zwei Kilometer nach dem Startschuss liefen für mich ganz gut. Danach geriet ich jedoch immer mehr außer Puste. Zwischen dem zweiten und vierten Kilometer musste ich zwei Mal für knapp zehn Sekunden eine Verschnaufpause einlegen, um meinen Puls wieder runterzubringen. Während des Laufs war es mir dann auch egal, welche Zeit ich erbringen werde. Umso überraschter war ich, als ich das Ziel nach 23 Minuten und 9 Sekunden erreichte 🙂

Für mich steht jedoch fest, dass die Zeit beim 4 Kilometer Jedermannlauf hart erkämpft war und ich noch einen langen Weg vor mir habe, um besser, schneller und fitter zu werden. Zufrieden bin ich aber dennoch 😉

35. Vattenfall Berliner Halbmarathon

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Geschafft! Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich heute tatsächlich meinen ersten Halbmarathon gefinisht habe. Dieses grandiose Laufevent wird mir so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

Als M und ich morgens halb acht unsere Ferienwohnung in Berlin verließen, um mit der Straßenbahn zum Potsdamer Platz zu fahren, stellten wir betrübt fest, dass es in Strömen regnete. Zu dieser Zeit wussten wir noch nicht, dass der Regen pünktlich zu Beginn des Laufs aufhören und uns lediglich eine dichte Wolkendecke erhalten bleiben sollte 🙂

Um zehn vor elf war unser Start des 35. Vattenfall Berliner Halbmarathons, obwohl der erste Pfiff bereits zehn Uhr erklang. Grund hierfür war die Teilnahme von über dreißigtausend Läufern sowie die Tatsache, dass wir noch nie zuvor einen Halbmarathon gelaufen sind und deshalb im letzten Block standen.

Die ersten zwölf Kilometer liefen super. M und ich genossen es, alle paar hundert Meter an Orchestern, Big Bands sowie Solokünstler im Bereich Gesang und Zirkus vorbeizulaufen. Das Zentrum Berlins war wirklich eine einzige Party und die Stimmung ausgelassen gut.

Leider hatte ich dann bis zum vollendeten fünfzehnten Kilometer ein richtiges Tief. Da M, obwohl er besser trainiert war, den ganzen Lauf über bei mir blieb, besserte sich meine Lust am Laufen wieder ein wenig.

Dennoch schleppte ich mich die restlichen sechs Kilometer nur noch vorwärts in Richtung Ziel. Mir ging es definitiv nicht allein so. Während sich die Teilnehmer am Anfang des Halbmarathons noch alle lustig unterhielten, war es in der Endphase um uns herum total still.

Als wir nach 21,1 km erschöpft im Ziel ankamen, war ich trotz meiner bescheidenen Zeit von 2 Stunden 22 Minuten und 59 Sekunden super happy.

Beim nächsten Halbmarathon muss ich vorher im Training definitiv häufiger längere Distanzen zurücklegen, damit ein Tief nicht schon nach zwölf Kilometern – am besten natürlich gar nicht 😉 – kommt. Meine Wunschzielzeit beim nächsten Mal soll höchstens 2 Stunden und 10 Minuten betragen.

Als ich wenig später aus meinen Laufschuhen schlüpfte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich an beiden Füßen mehrere Blutblasen hatte und jeweils der Nagel des zweiten Zehs locker war.

Zur Belohnung unserer großen Anstrengung gingen M und ich am Abend in das italienische Restaurant „Zwölf Apostel“. Nach dem Essen überraschte mich M mit unseren Verlobungsringen ❤

Vorbereitung des Halbmarathons – Teil 3/3

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Oh weh … bereits seit ein paar Tagen bin ich wegen des Halbmarathons am 29. März total angespannt und werde auch zusehends nervöser. Leider habe ich in den vergangenen drei Wochen das Vorbereitungstraining etwas schleifen lassen bzw. das Gefühl, nicht genug für diesen langen Lauf getan zu haben. An dieser Tatsache kann ich jetzt natürlich nichts mehr ändern, weshalb ich in vier Tagen einfach mein Bestes geben und mich von den Eindrücken überraschen lassen werde.

In diesem Monat fand der Anspannungskurs auf Arbeit nur zwei Mal, nämlich am 3. und am 24. März statt. Unser Trainer kannte wieder keine Gnade und ließ uns in den jeweils zur Verfügung stehenden fünfunddreißig Minuten ordentlich schwitzen. Viel Wert legte er erneut auf die Rücken- und Bauchmuskulatur, ließ aber auch Liegestütze, Kniebeuge und Springseilspringen nicht zu kurz kommen. Selbstverständlich kam auch der bei meinen Kollegen allseits beliebte Unterarmstand wieder zum Einsatz 😉

Ich konnte mich nur für fünf Laufeinheiten motivieren. Wären längere Strecken dabei gewesen, würde ich aufgrund der geringen Anzahl nicht so besorgt sein, denn so hätten sich meine Beinmuskeln besser auf das noch Kommende einstellen können.
Gleich nach der Arbeit machte ich mich am 10. und 24. März auf den Weg in Richtung Bachstelzen-Café, legte jedoch nur Distanzen von 5 Kilometern bzw. 5,55 Kilometern zurück. Zusammen mit M und Prinzi lief ich am 11. und 18. März ein Mal 4,92 Kilometer und ein Mal 7,73 Kilometer im Erfurter Steigerwald. Zuletzt joggten wir drei am 16. März noch 5,74 Kilometer auf einem Feldweg Nahe unseres Nachbarorts Schmira.

Spontan entschieden M und ich uns heute Mittag, an dem abends im Erfurter Rieth auf einem Sportplatz stattfindenden Stundenpaarlauf teilzunehmen. Es handelt sich hierbei um einen kleinen einstündigen Wettkampf, bei dem Teams gebildet werden und immer abwechselnd ein Teamkollege jeweils eine Sportplatzrunde über 400 Meter zurücklegt. Dies war ein hervorragendes Puls- und Tempolauftraining. Zeitweise befürchtete ich schon, meine Sportuhr sei defekt, da öfters eine Pace von 3:50 Minuten pro Kilometer angezeigt wurde. Es stellte sich aber heraus, dass ich tatsächlich so schnell lief 😉 Obwohl viele Laufverein-Teams mit an den Start gingen, fanden M und ich uns nach einer Stunde im guten Mittelfeld wieder, was uns beide sehr überraschte. An diesem Abend legte jeder von uns eine Distanz von 6,61 Kilometern zurück. Da es so großen Spaß gemacht hat, haben wir beschlossen, definitiv noch öfter an einem Stundenpaarlauf teilzunehmen 🙂