Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 93

Alltagsschnipsel

Unter Ms OP-Narbe am Hals scheint sich eine Art Blutgerinnsel gebildet zu haben. Die gerötete und mittlerweile leicht angeschwollene Stelle schmerzt auch bei leichten Berührungen. Vor zwei oder drei Tagen fiel mir der Halsbereich schon auf, jedoch dachte ich mir vorerst nichts dabei. (Wie immer. Ich lerne einfach nicht dazu!) Neben der Mangelernährung und dem andauernden Schub der Colitis ulcerosa hatten wir nun drei Gründe für unseren Gang in die Notaufnahme.

Im Helios kamen wir mittags gegen zwölf Uhr an. Die Stimmung der Schwester bei der Patientenaufnahme war leicht aggressiv. Verständlich: Sie war ganz alleine für zwei Bereiche zuständig. Nach einer Dreiviertelstunde des Wartens bekamen wir die Info, dass wir in die erste Etage zum Kassenärztlichen Notfalldienst gehen sollen. Och nö! Zum Glück gab es dort keine Warteschlange. Wir konnten unser Anliegen schildern und waren keine fünf Minuten später beim Arzt, der uns eine Überweisung mitgab, mit der wir wieder ins Erdgeschoss in die Notaufnahme gingen. Dort dauerte es diesmal nur eine Viertelstunde, bis ich an der Reihe war und M final anmelden konnte. Am Nachmittag wurde ein kleines CT von Ms Halsbereich gemacht. Gegen 18:00 Uhr ließ ein Arzt den Eiter aus dem Flüssigkeitsverhall (es handelt sich vielleicht um einen Abszess, aber zum Glück um keine Thrombose) ab und legte eine Lasche, um den Bereich in den nächsten Tagen besser spülen zu können. Es wurden auch grüne Knoten entdeckt. Vermutlich handelt es sich hierbei um Nahtmaterial von den zahlreichen Operationen zwischen Dezember und Februar, welches sich nicht zersetzt hat. Die Ärzte der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der Gastroenterologie arbeiten von nun an zusammen und nehmen auch Kontakt zur onkologischen Praxis auf.

Was heute schön war:

Filmmorgen.
Mit den Worten „Mama, wir haben eine Abmachung!“ erwachte L heute um 07:30 Uhr. So sehr ich auch grübelte, ich konnte mich einfach an keine erinnern. L half mir zum Glück auf die Sprünge. Ich habe ihr versprochen, dass sie heute nochmals den Zeichentrickfilm „Die Schöne und das Biest“ sehen darf. (Den Film schauten wir schon gestern Abend vor dem Einschlafen.) Das stimmte, jedoch fiel mir auch ein, dass ich ihr den Film für heute Abend versprach. 😉 Sei‘s drum! L durfte ihn trotzdem schauen. (Ich hatte keine Lust auf Zoff mit ihr.)

Oma-Tag für L.
Ms Mama kümmerte sich heute um Prinz und L, während ich mich mit M im Krankenhaus befand.

Filmabend.
Und weil der Film so schön ist, schauten L und ich auch heute Abend „Die Schöne und das Biest“ – mit Erdnüssen und Esspapier.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 92

Alltagsschnipsel

Planänderung.
Ms Nacht war laut eigener Aussage katastrophal. Ich habe das kaum mitbekommen und war nur gegen 04:00 Uhr kurz wach. Er hat die intravenöse Ernährung immer mal pausiert und wieder angeschaltet. Mit der Pflegerin besprachen wir heute Morgen das weitere Vorgehen: tagsüber nur Tee und Flüssigkeit zuführen und nichts essen. Heute Abend werden achthundert Milliliter Nahrung angehängt. Die Pflegerin hat sich gestern noch mit dem Gesundheitsdienst ausgetauscht. Alle gehen eher davon aus, dass M die tagsüber aufgenommene Nahrung (Fresubin) nicht verträgt und der Darm deswegen abends, wenn der Körper generell zur Ruhe kommt, Schwierigkeiten macht.

Ms Tag …
… war nicht so gut. Er konnte vormittags und mittags ausreichend Flüssigkeit über die Magensonde aufnehmen. Allerdings litt er unter Hunger. Entgegen der Absprache mit dem Pflegedienst mixte ich ihm im Thermomix etwa einhundertfünfzig Milliliter Milchshake. Hiervon konnte er nur die Hälfte trinken, weil es sofort wieder im Magen rumorte. Er hat (berechtigterweise) Angst zu verhungern, wenn auch heute Nacht die angehängte Nahrung nicht an Ort und Stelle verbleibt. Er ist sehr schwach geworden. Ist die Nacht wieder so schlimm, fahren wir morgen ins Helios.

Rechnungsflut.
Zu Hause stapeln sich die Rechnungen – von den Krankenhäusern, Apotheken, Ärzten, dem Pflegedienst etc. Geht es M gut, lädt er die Rechnungen sofort bzw. zeitnah nach Erhalt in der App seiner privaten Krankenkasse hoch. Geht es ihm sehr schlecht, bleiben diese Rechnungen vorerst unbearbeitet liegen. Anfang der Woche habe ich nun endlich für ihn einen großen Schwung über die App eingereicht. Allerdings stand heute Vormittag Ms Beutel-Lieferung für die intravenöse Ernährung auf der Kippe. Die Schwester des Gesundheitsdienstes wird dem Pflegedienst trotzdem Nahrung mitgeben. Wir sollen aber bitte schnellstmöglich die offenen Rechnungen begleichen. (Eine haben wir definitiv Anfang dieser Woche überwiesen.) Ich werde nunmehr das Einreichen per App für M (in den schlechten Zeiten) übernehmen. So der Plan …

Kindergarten.
L wird ab nächste Woche jeweils von Dienstag bis Donnerstag ein paar Stunden den Kindergarten besuchen. Unser Oberbürgermeister hat Erfurt heute für coronafrei erklärt. Wir werden natürlich sofort reagieren, sollte sich die Lage ändern. Ls Kommentar: „Na gut!“

Was heute schön war:

Oma/Opa-Tag für L.
Heute ist der schönste und wärmste Tag der Woche. Meine Eltern sind mit L auf die Ega gegangen. L nahm ihren neuen Badeanzug, ihre Badeschuhe, ihren gelben Sonnenhut und den Wasserball mit.

Poolsaison.
L und ich haben heute die Badesaison – zumindest hier zu Hause – eröffnet. Wir plantschten im neuen Pool (Danke an C und A), lasen Pixi-Bücher auf der Picknickdecke und lümmelten entspannt im Schatten herum.

Sport.
Einhundert Burpees (ohne Liegestütze)! L war so in ihr Spiel vertieft und ich hatte nichts weiter zu tun. Diese fünfunddreißig Minuten waren gut investiert. Ich habe das Gefühl, meinem Nacken hat es sehr gut getan. (Seit heute kann ich den Kopf nämlich nicht nur schlecht nach links, sondern auch nach rechts drehen.) M hat währenddessen draußen im Schatten im Liegestuhl geschlafen. ❤

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 91

Alltagsschnipsel

Gestern Abend hat M nach zwei Stunden die Pumpe abgestellt und die Ernährung über den Port gestoppt. Er scheint die Nahrung nicht zu vertragen und kam lange Zeit nicht von der Toilette runter. Eine Stunde nach dem Abstellen war endlich Ruhe im Darm. Heute Morgen sprachen wir dies gleich beim Pflegedienst an. Die Pflegerin meinte, dass wir es heute Nacht mit weniger Kalorien probieren werden. Sie glaubt, Ms Körper ist überfordert. Von einer Unverträglichkeit geht sie nicht aus, da sich dies eher durch Übelkeit und Erbrechen zeigt. (Die Ärztin in der onkologischen Praxis hält eine Unverträglichkeit im Übrigen aber für möglich.) Sollte M heute Abend wieder Huddeleien bekommen, können wir die Nahrung in Zukunft auch tagsüber laufen lassen.

M hatte gestern einen guten bzw. besseren Tag. Er konnte ein wenig arbeiten und sogar ein Playstation-Game zocken. Seit dem Wochenende ist die Stimmung deutlich besser und wieder normal: kein Genöle, kein Gezanke! Ich werte das als gutes Zeichen. Auch heute saß er einen Großteil des Tages an seinem Arbeitsplatz hier zu Hause.

Tagsüber laufen die Ernährung und die Flüssigkeit auch gut. Ich bereite M alles entsprechend vor, sodass er sich die Schläuche, die am Infusionsständer hängen, nur anstecken muss. Das werden wir die nächsten Wochen und Monate beibehalten, damit er langsam wieder zunimmt. Oral kann er auch wieder richtig gut trinken. 

Ls Freunde gehen ab Montag wieder normal in den Kindergarten. Ab Montag ist Corona zumindest in den Thüringer Kindergärten scheinbar offiziell vorbei. Das bedeutet, dass L ihre Freunde mindestens acht Wochen nicht sehen kann. Ich weiß leider nicht, was richtig und was falsch ist. Würde L in den Kindergarten gehen, hätte ich mehr Zeit für M und die Arbeit. Auf der anderen Seite stehen die Krankheiten, die L mit nach Hause bringen könnte … Schwierig!

Die Schmerzen in meinem Nacken werden nur mäßig besser. Letztes Jahr meinte der Physiotherapeut, dass Sport alleine schon lange nicht mehr hilft und ich behandelt werden muss. Wenn ich mal Zeit habe, hole ich mir ein Rezept und lasse mich massieren.

Was heute schön war:

Zeit am Morgen.
L war bereits 07:30 Uhr wach – also kurz nachdem der Pflegedienst wieder weg war. Na gut! Wir standen auf und lasen in Ruhe zwei Bücher im Wohnzimmer, damit M weiterschlafen konnte. L zog sich danach ganz alleine an! Sie kam selbst auf die Idee und holte sich sogar ihre Sachen alleine aus dem Schrank. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wir konnten sogar gemeinsam frühstücken. (Normalerweise stehen wir so spät auf, dass das arme Kind beim Fernsehen essen muss, während ich das Frühstück beim ersten Call verputze.) Das Frühstück endete jedoch mit einer umgeschmissenen Müslischale und einer mit der Hand in der Milchpfütze patschenden L. 😉 Nach dem Essen liefen L und ich mit Prinzi zum Briefkasten.

Spielzeit am Nachmittag.
L und ich spielten heute abwechselnd drinnen und draußen. Für ihr Königin-Klara-Spiel bastelten wir extra eine Krone. Klara wurde fortan mit Majestät oder Eure Hoheit angesprochen. Ich übernahm wieder die Rolle der L, die ungefähr einhundert Mal in Folge ihren Ball in Richtung Wasserfall zu schießen hatte. Zum Glück rettete ihn Königin Klara jedes Mal.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 90

Alltagsschnipsel

Die letzten Nächte waren bereits unruhig, weil M oft aufstehen muss und das Bett dabei knarzt. Zudem brennt in vielen Zimmern der Wohnung auch nachts Licht, sodass es seither im Schlafzimmer nie richtig dunkel ist. Doch letzte Nacht war wirklich schlimm. Zu dem oben genannten kam noch L hinzu, die alle paar Stunden weinend/schreiend oder nörgelnd aufwachte. Zum Glück ließ sie sich recht schnell beruhigen. Trotzdem … ich wollte doch nur schlafen. Ich war doch so müde.

M und ich werden L auch in den kommenden fünf Wochen vor der Schließzeit nicht in den Kindergarten schicken. M nimmt aufgrund des Schubs der Colitis ulcerosa hoch dosiertes Cortison ein. Eine Erkrankung (im Kindergarten lauert nicht nur das Coronavirus) muss unbedingt vermieden werden. L mag sowieso lieber zu Hause bleiben, denn bei uns gibt es keinen Mittagsschlaf, im Kindergarten schon. 😉 Wir werden uns in den nun folgenden acht Wochen dennoch hin und wieder mit dem ein oder anderen ihrer Freunde treffen. So der Plan!

Um 06:30 Uhr war der Pflegedienst heute da. Gut, dass ich mir keinen Wecker gestellt hatte, der hätte nämlich erst zwanzig Minuten später geklingelt.

Mit einer der beiden Studienärztinnen habe ich heute Abend telefoniert und sie auf den aktuellen Stand hinsichtlich Ms Gesundheit gebracht. In den nächsten Tagen und Wochen entscheidet sich, ob die Antikörper-Impfung wie geplant ab 6. Juli beginnen kann oder verschoben werden muss. Die Bildgebung (CT) ist nach wie vor für den 2. Juli anberaumt.

Was heute schön war:

Übersicht.
Ich werde ab heute beginnen, mich über die Aufgaben, die ich für die Arbeit geschafft habe, zu freuen, und versuchen, wegen der To Dos, die ich nicht geschafft habe, nicht zu verzweifeln. Alle anfallenden Tätigkeiten habe ich zusammengetragen und in eine Übersicht gepackt. Jetzt fühle ich mich schon wesentlich besser.

Parkrunde.
Am Vormittag lief ich mit Prinz und L im Bollerwagen zum Briefkasten und anschließend in den Park. Wir spielten auf der großen Wiese Feuerwehrmann Sam – eigentlich spielte das heute nur L. Ich konnte Prinz nicht dazu motivieren, sich großartig von der Stelle zu bewegen. Er hatte keine Lust. (Prinz übernimmt oft die Rolle des Hauptfeuerwehrmannes. 😉)

Telefonat mit meinem Bruder.
Das war abends sehr schön. Wir versuchen, uns jetzt auch einmal wöchentlich auszutauschen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 89

Alltagsschnipsel

Morgens um 06:58 Uhr wurden M und ich vom Pflegedienst aus dem Tiefschlaf gerissen. Ich mag solche Starts in den Tag überhaupt nicht, da eine gewisse Müdigkeit über mehrere Stunden hartnäckig bestehen bleibt und ich meist zu nichts zu gebrauchen bin. (Wir sind aber selbst schuld, denn wir wussten, dass der Pflegedienst um diese Zeit kommt und hätten uns einen Wecker stellen können.) 

Heute Abend kam der Pflegedienst wieder zu uns und hing den nächsten Beutel Ernährung an. Im Krankenhaus beinhaltete ein Beutel circa eintausend Kilokalorien, dieser leider nur fünfhundert. M wird nun tagsüber seine Ernährung entsprechend anpassen müssen. M und ich müssen generell zusehen, die Ernährung wieder in den Griff zu bekommen. Würde M weiterhin abnehmen, so sagte er mir, wäre er in einem Vierteljahr nicht mehr am Leben. Sein Körperfettanteil liegt aktuell bei fünf (!!!) Prozent. (Dieser sollte bei Männern zwischen acht und zwanzig Prozent liegen.)

Frisches Blut.
Gegen Mittag bekam M zwei (!) Beutel Blut per Transfusion. Er meinte, er spürte sofort, wie in seinem Gehirn die Lampen heller zu leuchten begannen.

Arbeit.
Alle Rollen liefen heute super: Ehefrau, Mutter, Pflegerin, Hundebesitzerin, Köchin, Hausfrau, Erzieherin, Sportlerin (…) – nur die Arbeitnehmerin scheiterte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das ändern kann. Die Erhöhung der Arbeitszeit hat zumindest gestern und heute nicht funktioniert. Die anderen auf mir ruhenden Aufgaben nehmen leider einen zu hohen Stellenwert ein und damit sehr viel Zeit in Anspruch. 

Was heute schön war:

Sport.
Es waren zwar nur wenig Wiederholungen pro Übung, aber besser als nichts. Ich freue mich trotzdem darüber.

Spielzeit.
L und ich haben heute sowohl drinnen als auch draußen viel miteinander gespielt. Ls Fantasie ist einfach genial. Ich habe nun schon über zehn Stories gesammelt. Jetzt brauche ich „nur“ noch Zeit, diese in Geschichten für Kinder zu verpacken.

Badewannenzeit.
Am Abend regnete es. (Ich freue mich darüber immer noch. Der Regen hat in den letzten Jahren gefehlt und ist mir mehr als Willkommen.) Sonderlich warm war es auch nicht (für mich), also gingen L und ich wieder baden. Dieses Mal blieben wir etwas länger in der Badewanne. Das war sehr entspannend.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 88

Alltagsschnipsel

Es ist so unglaublich viel zu tun für die Arbeit, doch mir fehlt einfach die Zeit. Viele Dinge regle ich zusätzlich noch für M, der es zwar gern selbst machen würde, es aus gesundheitlichen Gründen aber nicht kann. Ich fühle mich hilflos, stellenweise überfordert und irgendwie auch von der Muttergesellschaft alleine gelassen. Ich werde diese Woche die Arbeitszeit erhöhen. Sonst fliegt mir das alles irgendwann um die Ohren.

Unser kinderfreier Abend verlief gestern anders als erwartet. M hatte die geniale Idee, einen der neueren Star Wars-Filme zu sehen. Dazu kam es leider nicht, weil der neue Fernseher unbedingt noch aufgestellt werden musste und das unter gar keinen Umständen bis morgen Zeit hatte. Als wir fertig waren, war es bereits 23 Uhr. Echt schade!

Was heute schön war:

Badewannenzeit.
L und ich sind direkt nach dem Aufstehen in die Badewanne gegangen. L trug dabei ihre neuen Badeschuhe. Schon anderthalb Stunden später hätte ich sie erneut in die Badewanne packen können, da sie sich ein Gemisch aus Haferflocken und Milch ins Gesicht schmierte.

Intravenöse Ernährung.
Was habe ich den heutigen Tag herbeigesehnt. Ms und meine Zusammenarbeit am gestrigen Tag hat zum Glück insoweit geholfen, als dass ausreichend Flüssigkeit in seinen Körper gegeben wurde und überwiegend auch dort verblieb. In der onkologischen Arztpraxis wurde ab sofort/schnellstmöglich die intravenöse Ernährung verordnet. Ich habe dem Gesundheitsdienst Bescheid gegeben. Dieser regelt alles Notwendige mit dem Pflegedienst. Ich gehe davon aus, dass es heute Abend direkt losgeht. (Die Nahrung läuft circa zwölf Stunden und wird deshalb über Nacht verabreicht.) Die Immuntherapie und die Chemotherapie werden so lange verschoben, bis die Durchfälle aufhören und es M besser geht. Die Gefahr ist derzeit zu groß, Ms Darm zu zerstören oder ihn umzubringen. Der Wert der roten Blutkörperchen ist im Keller. M bekommt morgen eine Bluttransfusion.

Oma-Tag & -Nacht für L.
Während des Arztbesuchs war L bei Ms Mama. Die beiden hatten zunächst beschlossen, bis zum Abend Zeit miteinander zu verbringen und schickten mir eine Nachricht. (Geplant war nur eine oder zwei Stunden.) Wenig später entschieden sie sich erneut um: L will bei ihrer Oma übernachten. So hatten M und ich sehr viel mehr Zeit für ein paar Erledigungen. (Der neue 4k-Fernseher holt sich schließlich nicht von alleine ab. 😉)

Aufräumen & Wischen.
Die freie Zeit nutze ich zum Aufräumen. (Für was auch sonst?!) Das war so nötig und fühlte sich gut an. Jetzt ist in unserer Wohnung alles wieder ordentlich. Da sich der Pflegedienst für den Abend ankündigte, wischte ich noch in dem ein oder anderen (relevanten) Zimmer.

Telefonat mit J.
Montags ist Telefontag. Dieser ist mittlerweile zu einem sehr schönen Wochenbeginn für mich geworden. Heute quatschten J und ich etwas über zwei Stunden – ganz ohne (L-)Unterbrechungen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 87

Alltagsschnipsel

M und ich leben aktuell verschiedene Lebenseinstellungen. M lebt aus nachvollziehbaren Gründen nach dem Motto „Wer weiß, ob ich morgen noch lebe?!“ Er hat in den letzten Wochen viele, stellenweise sehr teure Anschaffungen getätigt. (Er verdient auch entsprechend.) Ich freunde mich hingegen immer mehr mit dem Minimalismus an. Ich habe schon einiges aussortiert und entsorgt. Zudem habe ich in den letzten Monaten kaum etwas gekauft. Die Dinge, die ich angeschafft habe, waren auch notwendig. Zudem habe ich vor dem Kauf lange darüber nachgedacht. 

Nackenverspannung.
Seit ein paar Nächten zerknautsche ich mein Kissen auf merkwürdige Weise und schlafe in ungesunder Haltung. Heute Morgen bekam ich dafür die Quittung: Ich kann meinen Kopf nun linksseitig nicht mehr drehen, ohne dass es schmerzt. Zum Glück hat M vor einigen Jahren einen Faszienball gekauft. Der kam heute öfters zum Einsatz – ebenso das Nackenmassagegerät.

Schock am Vormittag.
Ms Nacht war schlecht und von Durchfällen begleitet. Als er sich heute Morgen wog, zeigte die Waage nur noch 36,5 kg an. Was für ein Schock! Vier Kilogramm weniger als gestern. Zum Glück stellte sich wenig später heraus, dass die Waage uneben stand. Es sind doch 40 kg Körpergewicht. M versicherte mir, dass er dem Flüssigkeitsverlust noch in der Nacht durch ausreichendes Trinken entgegengewirkt hat. Da bis zum Abend drei Liter Flüssigkeit im Körper blieben, entschied M sich gegen die Aufnahme im Helios. Morgen gehen wir endlich in die onkologische Praxis.

Beleidigungen.
Unser Nachbar Herr B ließ am Abend einen Schwall Beleidigungen auf L und mich herab. Er findet L zu wild und zu vorlaut. Seiner Meinung nach hat sie das alles von mir. (Er kennt mich gar nicht.) Er machte mir Vorwürfe, weil ich L barfuß laufen lasse. Dies wiederholte er circa zehn Mal. Ebenso fragte er mich allen ernstes, weshalb L so lange nicht mehr im Kindergarten war, und betonte, dass das nicht gut sei. Ich verwies auf die Corona-Pandemie. Das schien ihn zu erstaunen, denn er äußerte: „Was?! Das geht sogar runter bis zu den Kleinen?!“ Und obwohl seine Worte ausgemachter Unsinn sind und nichts davon für mich Bedeutung haben sollte, haben sie mich verletzt.

Was heute schön war:

Sport im Schlafanzug.
Sonntage sind die besten Tage. L und ich können ohne schlechtes Gewissen so lange wie wir mögen, im Schlafanzug bleiben. Denn Pakete oder Briefe werden nicht zugestellt. Ich nutzte die frühe Stunde des Tages für zwei Sportübungen und war eine halbe Stunde später glücklich über siebzig Liegestütze und einhundert Kniebeuge. Im Anschluss hüpfte ich schnell unter die Dusche. Perfekt!

Feedback.
Ich bin überwältigt und gerührt. Es war nicht leicht für mich, die Inhalte des Blogs mit anderen zu teilen. Umso mehr freue ich mich, dass es guten Anklang findet. Den Blog teilte ich heute Abend mit weiteren Freunden.

Prinz.
Prinz hatte heute einen guten Tag. Nach den ersten Metern merkte ich, dass er weniger Schmerzen beim Laufen zu haben scheint und bin mit ihm die größere Runde spazieren gegangen.

Besuch.
Ich hatte heute Besuch von meiner Cousine und ihrer kleinen Tochter. L hatte anfangs unglaublich schlechte Laune und wollte gar nichts mit uns zu tun haben. Zum Glück änderte sie nach gut einer Stunde ihre Meinung und leistete uns doch noch Gesellschaft. Nach eigener Aussage war der Müsliriegel der Grund ihres Unmuts. Äh ja … schon klar, mit Eifersucht hatte das ganz sicher nichts zu tun. 😉

Fangen.
Wie bereits gestern spielten L und ich heute Fangen auf der Wiese. L ist super schnell!

Die Vögel haben uns die Kirschernte abgenommen 😉

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 86

Alltagsschnipsel

Schwellerbruch.
Ms Papa wechselte gestern Abend bei unserem Familienauto (das Auto, in das Prinz darf) die Räder. Er wollte gerade das letzte Sommerrad festschrauben, als der Schweller brach. Wir werden den Schaden in einer Werkstatt beheben lassen und das Fahrzeug anschließend verkaufen.

T.E.C.
Wir waren lange nicht mehr hier. 😉 M wollte etwas – wie ich erst auf der Rückfahrt erfuhr, handelt es sich um einen neuen 4K-Fernseher (!!!) – vom Media Markt abholen. Allerdings hatte das Geschäft 18:30 Uhr bereits zu. Darüber war M sehr traurig, konnte er sich doch gerade so zu diesem Ausflug aufraffen. L und ich kauften derweil im Real ein. Allerdings ist meine Einkaufsliste immer noch gut gefüllt. Nachdem ich dreimal im Laden auf der Suche nach den Produkten herumgeirrt bin, gab ich es auf. Das wichtigste für das Wochenende habe ich bekommen.

Ms Gesundheitszustand …
… ist wie immer ein einziges Auf und Ab. Eigentlich mehr ein Ab. Ich sehne den Montag und somit den Arztbesuch in der onkologischen Praxis herbei. Entweder verordnet die Ärztin eine intravenöse Nahrungsaufnahme oder M muss wieder ins Krankenhaus. Gewichtstiefpunkt lag bei 38,5 kg. Er hat ständig Bauchkrämpfe, gegen die kein Medikament so richtig zu wirken scheint. Nur mäßig gebessert haben sich die Übelkeit und der Durchfall. Er sieht schrecklich aus. Laut eigener Aussage fühlt er sich auch so. Ich hätte ihn am liebsten schon gestern wieder ins Helios gebracht, denn ich habe Angst.

Was heute schön war:

Duschen.
Nachdem das Badezimmer die letzten Tage mehr oder weniger ganztägig von M blockiert war, nutzte ich heute Morgen kurz vor neun, als M noch schlief, die Gunst der Stunde und duschte. Das war schön (und nötig).

Fangen.
Am frühen Nachmittag rannten L und ich durch den Garten und spielten eine Mischung aus Verstecken und Fangen. Das hat großen Spaß gemacht. Meine sonst so strenge Apple Watch hat mir sogar sechzehn Trainingsminuten dafür gegeben. (Normalerweise ist jede einzelne Minute hart erkämpft.)

Mut.
Etwa sechs Jahre hat es gedauert, bis ich mich traute, die Inhalte dieses Blogs mit anderen zu teilen. Einzig mein Bruder wusste bisher davon (er hat ihn erstellt). Das war heute ein sehr wichtiger und richtiger Schritt für mich.

Years and Years.
Gegen 23:00 Uhr starteten M und ich die sechste und somit letzte Folge. Was für eine Serie! M wird sie morgen wohl noch mal gucken müssen – er ist wieder eingeschlafen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 85

Alltagsschnipsel

Der Sport kommt aktuell wieder zu kurz! Es liegt nicht an meiner mangelnden Lust, sondern an der Zeit. Ich hatte die letzten Tage nicht mal zehn Minuten Freiraum, um meine Übungen zu machen. Das will und muss ich schnellstmöglich ändern.

Aus der stellenweise angespannten Situation zwischen M und mir konnte ich bereits viel Nützliches lernen – über mich, über M und über uns als Paar. Ich denke, wir bekommen unsere Probleme wieder in den Griff. An mangelnder Kommunikation könnte es diesmal liegen. Wir hatten schon lange keine wirkliche Paarzeit mehr. (Angesichts seiner Krankheit und der damit verbundenen ständigen Behandlungen und des Umstands, dass wir seit Wochen alle zu Hause sind, ist das nicht weiter verwunderlich.) Und wenn L doch mal bei ihren Großeltern ist, müssen wir arbeiten, irgendwelche Termine wahrnehmen oder uns um den Haushalt kümmern. Sobald es etwas ruhiger ist, fahren M und ich weg – für eine oder zwei Nächte und nur wir beide allein.

M hat schon wieder abgenommen. Sein Körpergewicht beträgt vierzig Kilogramm. Ich finde es unverantwortlich, dass er keinen Ansprechpartner/keinen Ernährungsplan hat. Wir müssen uns darum jetzt unbedingt kümmern. Eine entsprechende App hat er sich gekauft, um in regelmäßigen Abständen an die Nahrungsaufnahme erinnert zu werden. Das ist zumindest ein Anfang. Dennoch mache ich mir große Sorgen um ihn.

Unordnung … 
… ist die nette Umschreibung hinsichtlich des Zustandes in unserer Wohnung. Mir fehlt aktuell die Kraft, daran etwas zu ändern, weil es nichts bringt. Würde ich an der einen Stelle aufräumen oder an einer anderen wischen, würde es bereits eine Stunde später genauso, wenn nicht noch schlimmer aussehen. Das frustriert mich aktuell sehr. Bis einschließlich Montag war der Zustand unserer Wohnung mehr als in Ordnung. Was ein Familienmitglied mehr im Haushalt alles so bewirken kann. 😉

Was heute schön war:

Sport.
Juhuuuu! Doch wieder geschafft. Heute waren ausschließlich die Bauchmuskeln an der Reihe. Das Training war furchtbar und schön zugleich. Ich versuche, die Sportübungen wieder täglich in den Alltag zu integrieren.

Erdbeeren.
Durch den Regen der vergangenen drei Tage konnten L und ich heute einige rote Erdbeeren pflücken, die wir mit unseren Vermietern teilten. Schließlich hat C die ganze Arbeit.

Aufräumen.
Als M mir mittags unter Tränen sagte, dass er selbst zum Lappen halten und wischen zu schwach sei, konnte ich mich doch aufraffen und einen Teil unserer Wohnung aufräumen und säubern.

Years and Years.
Folge fünf habe ich mehr oder weniger alleine geschaut. M ist neben mir eingeschlafen ❤

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 84

Alltagsschnipsel

Spontaner Oma-Tag für L.
Und weil das so spontan war, weinte L beim Hinbringen. Ms Mama meinte aber, dass L schnell wieder aufhörte und Spaß hatte. Prinz war heute auch dabei. Etwa dreieinhalb Stunden später holte ich meine beiden Kinder wieder ab.

Arztbesuch.
Ich begleitete M zu seinem Gastroenterologen, bei dem er seit Anfang 2015 wegen seiner Colitis ulcerosa in Behandlung ist. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus sollte M sich zeitnah bei ihm vorstellen. Wir mussten nicht lange im Wartezimmer sitzen. M bekam unzählige Medikamente verordnet, die sogar alle in der Apotheke verfügbar waren.

Was heute schön war:

Badewannenzeit.
Direkt nach dem Aufstehen gingen L und ich baden. (Abends schaffen wir das kaum noch. Es kommt fast immer etwas dazwischen.) Wir spielten L zu Besuch bei ihrem Freund K und dessen Schwester Linda. L war Linda, ich wie immer L. 😉

Höffner.
Für M wollten wir einen Massagesessel mit Hocker kaufen. Im Internet wurde er von 800 Euro auf 550 Euro reduziert. Im Möbelhaus hätten wir sogar nur 334 Euro zahlen müssen – aber: Beim Hinsetzen spürte M das Metall an seinem Rücken (M besteht aktuell nur aus Haut und Knochen). Die Massagefunktion beim Ausstellungsstück war leider defekt und konnte nicht getestet werden. Wir suchten weiter. Die anderen Relaxsessel hatten keine Massagefunktion und lagen im Schnitt bei 3.500 Euro. Blöd.Wir holten uns erst mal einen Beratungstermin für die Planung einer neuen Küche. Nächste Woche Dienstag ist es schon soweit. M will derweil im Internet noch mal wegen des Sessels recherchieren.

Years and Years.
Heute Abend schauten wir die Folgen drei und vier. Es war wieder unglaublich spannend. Die Serie ist sehr realistisch. Wirklich gut! Zwei Folgen stehen noch aus.