Vor zwei Monaten verlor M den Kampf gegen seinen Krebs. Mittlerweile ist bei L und mir der Alltag eingekehrt. L geht nun die fünfte Woche in Folge wieder in den Kindergarten und Prinz und ich ins Büro. Seit ein paar Tagen habe ich auch endlich Zeit zu trauern. Seitdem letzte Woche beruflich alles unter Dach und Fach war, begann mein Geist automatisch mit der Verarbeitung der Ereignisse. Ich befinde mich aktuell irgendwo zwischen der zweiten und dritten von insgesamt vier Trauerphasen.
Pinkelparty im Büro …
… ist die nette Umschreibung der (unvorhersehbaren) Überraschung eines älter werdenden Hundes. Am Nachmittag erwachte Prinz aus seinem langen Mittagsschlaf und lief in den Eingangsbereich. Per Zufall sah ich ihn in vertrauter Position in der Glasscheibe der Eingangstür. Doch da war es bereits zu spät und sein kleines Geschäft auf dem Teppich verrichtet. Etwa eine halbe Stunde später machte ich mich mit ihm auf den Weg zum Auto. Mitten auf der Treppe hielt er plötzlich inne und pinkelte auf die Stufe. Der Urin lief glücklicherweise nur eine weitere Stufe abwärts. Und ich hatte eine Packung Taschentücher dabei! Während der Autofahrt zum Kindergarten und anschließend nach Hause rochen meine Hände … unangenehm.
Weder Prinzi noch L oder ich hatten Essen im Haus. L und ich fuhren deshalb am späten Nachmittag einkaufen. An der Kasse lag mir L jammernd in den Ohren, weil sie gern ein Kuscheltier gekauft hätte. (Nur gut, dass sie erst gestern im Zoopark ihr eintausendstes bekam.) Als wir nach anderthalb Stunden wieder zu Hause ankamen, war im ganzen Flur Hundekot verschmiert. Jippie yeah! Mir gruselt es jedes Mal mehr davor, ohne Prinz wegzugehen.
Was heute schön war:
Autowäsche.
L, Prinzi und ich verließen heute ziemlich zeitig das Haus. Ich nutzte die gewonnenen Minuten, um tanken und zur Autowäsche zu fahren. (Ich bin Meisterin im Ignorieren eines schmutzigen Autos. Zudem ist die Fahrt in die Waschstraße äußerst lästig. Ich bin wirklich stolz darauf, über meinen Schatten gesprungen zu sein. Nun erfreue ich mich an einem sauberen Auto.)
Autor: Katja
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 61
AlltagsschnipselDie Nacht war im Gegensatz zur vorherigen sehr ruhig. Keine Störung/Unruhe durch Prinz, keine Albträume bei L. Einfach nur perfekt! Da L und ich allerdings kurz nach 21:00 Uhr tief und fest schliefen, erwachten wir heute schon um Viertel vor acht.
Was heute schön war:
Zoopark.
Am Mittag fuhren Prinz, L und ich mit dem Auto zum Zoopark. Gleich auf dem Parkplatz hinter dem Kreisverkehr stellten wir das Fahrzeug ab. Diese Entscheidung war offensichtlich genau die richtige, denn alle anderen zum Zoopark gehörenden Parkplätze waren belegt. Vor dem Haupteingang trafen wir uns mit meinen Eltern und meinem Bruder. Wir liefen in die entgegengesetzte Richtung des empfohlenen Rundwegs, entkamen so den Menschenmassen und sahen zudem die Tiere zuerst, die bei vorherigen Besuchen gern mal zu kurz kommen. L konnte ihrem Opa ein kleines Elefanten-Kuscheltier abschwatzen.
Spielplatz.
Kurz vor siebzehn Uhr trafen wir uns mit Ms Papa auf dem Spielplatz beim Espachcafé. L verstand sich ausnahmslos gut mit ihrem Opa. Nach einer Stunde mussten wir leider die Zelte schon wieder abrechen, da L mit ihrer langen Hose in den Wasserbereich sprang und diese binnen kürzester Zeit pitschnass war. Sooo warm war es heute leider nicht, um die Hose in der Sonne trocken lassen zu können.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 60
AlltagsschnipselEine sehr unruhige Nacht liegt hinter mir. Ich schlief gestern Abend relativ zeitig ein und stand gegen 22:30 Uhr erstmals Prinz’ zuliebe wieder auf. Da ich so unglaublich müde war, krabbelte ich schnell wieder zurück ins Bett. Ich ignorierte sein unruhiges Herumlaufen in der Wohnung so gut es ging. Um zwei Uhr morgens hielt ich es nicht mehr aus und quälte mich erneut aus dem Bett. Ich ging ins Wohnzimmer, entdeckte zwei Kothäufchen, machte diese weg, ließ Prinz währenddessen noch mal raus in den Garten, legte ihn kurz darauf in der Wohnung in seine Schlafposition und mich zurück ins Bett. Und dann, dann war endlich Ruhe!
Was heute schön war:
Lego.
Noch vor dem Frühstück, direkt nach dem Frühstück und am Abend baute ich weiter am Lego-Fahrzeug. Heft eins von drei habe ich nun geschafft. Es ist Land in Sicht! 🙂

Waldhaus.
Am Mittag trafen L, Prinzi und ich uns mit meinen Eltern und meinem Bruder im Waldhaus, um eine der besten Pizzen in ganz Erfurt zu genießen. Mein Bruder und teilweise auch meine Mama waren nahezu die ganze Zeit mit der Bespaßung von L beschäftigt. Mein Papa und ich bewachten währenddessen das Gepäck. Prinz schlief.
Fernseher.
Dank der Hilfe meines Bruders kann L nun wieder die Amazon Prime Video und Disney Plus App nutzen. Es lag tatsächlich nicht an meiner technischen Unfähigkeit, dass uns diese beiden Apps eine zeitlang nicht zur Verfügung standen. Durch dumme Zufälle fand mein Bruder heraus, wie er beide Apps wieder zum Laufen bringen kann. Die Lösung der Probleme war so an den Haaren herbeigezogen, dass ich niemals nie in diesem Leben darauf gekommen wäre. Tausend Dank an unseren Retter! 🙂
Sushi.
Abends bestellte ich für L und mich eine kleine Portion veganes Sushi. Das war wieder super lecker und ein toller Tagesausklang.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 54 bis 59
AlltagsschnipselAusgeknockt …
… fühlte ich mich am Sonntag, als mich Krämpfe und Schmerzen abends ans Bett fesselten. Ich musste die arme L etwas länger als sonst vor dem Fernseher parken, weil ich nicht so oft aufstehen wollte/konnte. Ausnahmsweise (und sehr zu ihrer Freude) durfte sie ihr Abendbrot auch beim Serien schauen essen.
Ein wenig Unbehagen fühlte ich am Wochenende vor dem bevorstehenden Arbeitstag am Montag, dem letzten Tag des Monats August. Denn dieser Tag war für sechs unserer Kollegen der letzte. Das bedeutete, Schlüssel, Notebooks und sonstiges Zubehör mussten an mich zurückgegeben werden. Glücklicherweise verlief die Rückgabe der Geräte ereignis- und einigermaßen emotionslos. Ich hatte mich somit mal wieder umsonst verrückt gemacht.
Am Tag unseres beruflichen Neubeginns (1. September 2020) lag Ms Tod bereits acht Wochen zurück. Oder anderes formuliert: Meine Kollegen und ich haben es innerhalb von nur acht Wochen geschafft, Ms Lebenswerk aus den Händen der Muttergesellschaft zu befreien. Das fühlt sich verdammt gut an. Auch wenn Ms Firma nie wieder das sein kann, was sie mal war, bin ich doch optimistisch, dass wir etwas tolles neues kreieren werden.
Die kleine Katja in der großen, weiten Männerwelt!
Dieser Gedanke kam mir kürzlich ganz plötzlich in den Sinn. Durch meine neue berufliche Stellung hat sich für mich eine unsichtbare Tür geöffnet, und zwar eine in die große, weite, bunte, schillernde Männerwelt. Ich weiß noch nicht, ob ich das gut finde. Das gilt es nun herauszufinden. Ich muss nun für mich entscheiden, wie weit ich mich in diese neue Welt hineinwage. Wäre ich ein Mann oder zumindest eine Frau ohne Kind stünden mir vermutlich noch weitere Türen offen. L ist mir aber zu wichtig, um mich nur noch dem Beruflichen zu verschreiben. … Trotzdem mag ich die Männer und ihre Welt. Spannende Zeiten sind das, die auf mich zukommen werden!
Am Mittwoch folgte ich (endlich) meinem inneren Drang und schloss ein Abonnement bei Spotify ab. Ich habe diesen Dienstleister mindestens sechs oder sieben Jahre lang konsequent ignoriert. Innerhalb weniger Minuten füllte sich meine erste Playlist auf über dreißig Songs. Voll cool! 🙂
Ich mache mir große Sorgen um meinen alten Prinzi. Die Wunde am Hinterbein heilt nur schleppend/mäßig und sieht immer noch übel aus. Meine Freundin aus Dresden J äußerte ihren Verdacht: Prinz könnte unter Demenz leiden. Und ich fürchte, sie hat Recht. Alle genannten Symptome passen sehr gut auf Prinz’ Verhalten. Er ist vor allen Dingen nachts unglaublich unruhig, kann sein kleines/großes Geschäft nicht mehr halten, leidet noch stärker als sonst unter Trennungen … Ich könnte die Aufzählung ewig fortführen.
Um weniger Arbeit zu haben und meine Nerven zu schonen, bestellte ich waschbare Windeln für Prinz. Die trägt er seit ein paar Tagen überwiegend während der Autofahrt. Ich bin gespannt, ob sich die Investition gelohnt hat. Schlimmer, als zweimal täglich den Kofferraum des Autos von seinem Hundekot zu befreien, kann es kaum werden …
Obwohl ich erst vergangene Woche das Paket nach Dublin bei der Post aufgab, kam die Kaffeemaschine bereits an. S und R bauten sie in ihrer Küche auf … und stellten fest, dass sie nicht funktioniert/defekt ist. Das ist … super blöd. (M hatte diese Kaffeemaschine im Frühjahr gekauft, allerdings nie in Betrieb genommen.)
Seit einigen Tagen ist bei mir das Thema Trauer sehr präsent. Das ist gut so. Ich lasse meine Gefühle meist direkt an Ort und Stelle heraus. Das mag in Zukunft für den ein oder anderen komisch/ungewohnt sein, scheint für mich aber der beste Weg zu sein. Ich spüre, dass Verdrängen und Unterdrücken schlecht für mich wären. Meine aufkommenden Gefühle sind unglaublich verschieden. Bei einigen dieser Gefühle fühle ich mich schlecht oder teilweise sogar als Verräterin. Besonders verwirrte mich die Erkenntnis, dass ich nicht für die nächsten Monate, Jahre, Jahrzehnte oder sogar für immer alleine (ohne Mann) sein möchte.
Was in den letzten sechs Tagen schön war:
Erinnerungen.
L schwelgte wieder in Erinnerungen an ihren verstorbenen Papa. Sie kann sich nach wie vor an jedes noch so kleine Detail erinnern – zum Beispiel an die lustigen Kissenschlachten, die sie sich gelegentlich am Abend mit M lieferte.
Während eines Spaziergangs in der Mitte der Woche spielte ich auf Ls Wunsch hin ein von ihr ins Leben gerufene Papa-Spiel. Wir taten dabei so, als sei M noch am Leben, gesund und würde bald von der Arbeit nach Hause kommen. In Wirklichkeit überraschte uns M aber im Park und spielte mit L. (Dieses Spiel fiel mir unglaublich schwer. Ich biss jedoch die Zähne zusammen und erfüllte L den Wunsch nach diesem Spiel.)
Badewanne.
Die Badewannen-Saison ist bei uns offiziell wieder eröffnet. Am Sonntag regnete es ab dem Nachmittag unaufhörlich in Strömen. L, Prinzi und ich befanden uns zu dieser Zeit mit Ms Mama, C und ihrem Sohn M auf dem Indianerspielplatz im Steigerwald. Nass (trotz Regenjacke) und komplett durchgefroren kehrten wir gegen 17:00 Uhr nach Hause zurück und wärmten uns in der Badewanne auf.
Neubeginn.
Vor exakt zehn Jahren gründete M sein Einzelunternehmen. Diese Historie und den Neubeginn mit unserem neuen Partner nahmen wir am Dienstag zum Anlass, um ordentlich zu feiern. Nach einem sehr produktiven ersten Arbeitstag in kleinerer Runde (ich habe schon seit unglaublich vielen Monaten nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Tag) trafen wir uns alle am Abend vor dem Dompalais. Bei leckerem Essen und viel zu viel gutem Alkohol quatschten wir über vier Stunden über Berufliches, Privates oder Gott und die Welt. (Danke an C und A, die sich in dieser Zeit so lieb um Prinzi kümmerten. L übernachtete wieder bei ihrer Oma.)
Zwei Tage später übernahm mein Bruder, der am Mittwoch Abend nach Erfurt reiste, die Bespannung von L und Prinzi. ❤ Ich machte mich gegen 17:30 Uhr auf zu meinem nächsten Event: der Business Lounge. Diese Veranstaltung wurde von einem unserer Kunden ausgerichtet. Ich erschien in Begleitung der beiden Hauptansprechpartner unseres neuen Partners. Bei interessantem Essen, diversen Gesprächen und ersten neuen Kontakten war es auf einmal da: das Gefühl, beruflich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich fühlte mich erleichtert, frei und glücklich. ❤
Sport.
Ich konnte zwar nur einmal in dieser Woche ein paar Sportübungen mit in den Alltag integrieren, dennoch ist einmal besser als keinmal. Vorsatz für kommende Woche: zweimal Sport.
Grillabend.
Direkt nach dem Kindergarten fuhr ich mit L zu meinen Eltern. Mein Bruder, der kurz vorher Prinz entgegennahm, war ebenfalls beim Grillnachmittag und -abend dabei. Es gab wieder viele leckere Sachen zu futtern. Mein Bruder und meine Mama spielten viel mit L. Ich hatte somit kaum etwas zu tun außer herumzusitzen und zu essen. 🙂

Hallo September!
Dies & DasIm September werde ich …
… Prokuristin sein
… unseren beruflichen Neuanfang im Dompalais begießen
… viele Ideen visualisieren und im Team besprechen
… mit Dresden-J telefonieren und mich über ihren langen Besuch freuen
… mich über den Besuch meines Bruders freuen
… Spielverabredungen mit anderen Mamas und/oder Papas und ihren Kindern wahrnehmen
… ganz viel Sushi essen
… zur Orchesterprobe gehen
… den ersten Friedhofsdienst antreten
… Sport machen
… kleinere Ausflüge unternehmen
… trauern
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 53
AlltagsschnipselHerr von Unruh …
… alias Prinz lief nahezu vierundzwanzig Stunden am Stück unruhig durch die Wohnung. Demzufolge bescheiden waren seine und meine Nacht. Ich habe keinen blassen Schimmer, was ihm fehlt. Er frisst gut, er säuft gut, er verrichtet seine beiden Geschäfte völlig zufriedenstellend, ihm kann es unmöglich zu warm sein und sogar seine Wunde am Hinterbein verdient seit heute die Bezeichnung Heilungsprozess. Sein unruhiges Verhalten ist mir ein Mysterium.
Aufgrund meines Schlafmangels war ich heute etwas dünnhäutig. L und Prinzi gingen mir zeitweise ziemlich auf den Keks: Prinz mit seiner nicht enden wollenden Unruhe und L mit ihren nicht vorhandenen Tischmanieren und dem ständigen Gemecker.
Was heute schön war:
Gartenarbeit.
Durch den Sturm am Mittwoch wurden zahlreiche Nadeln von unserer Kiefer auf den Rasen geweht. Während unser Vermieter A heute Rasen mähte, half mir L beim Aufrechen besagter Nadeln. Sie war mir wirklich eine große Hilfe. ❤
Hausarbeit.
Ich kann nicht oft genug erwähnen, wie lästig ich Hausarbeit finde. Umso glücklicher bin ich, dass ich heute Küche und Esszimmer gewischt und den Staubsaugerroboter ins Schlafzimmer getragen und angestellt habe. Wäsche wurde auch noch mal gewaschen, aufgehängt und später sonnen-/windgetrocknet wieder abgenommen. Am Nachmittag verbanden wir den Spielplatzbesuch mit dem Wegbringen unseres Altglases.
Mittagsruhe.
Während L, die im Gegensatz zu mir niemals müde ist, nach dem Mittagessen ein paar Folgen „Lauras Stern“ gucken durfte, ruhte ich mich im Bett aus und las ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch.
Arbeit.
Sogar heute war ich motiviert genug, um ein paar Dinge für den Start in der nächsten Woche vorzubereiten.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 52
AlltagsschnipselIch glaube mich zu erinnern, heute Nacht wieder zweimal aufgestanden zu sein, um Prinz die Wohnungstür zu öffnen und ihm so den Zugang zum Garten zu ermöglichen. Sollte dem so gewesen sein, muss ich jedes Mal danach sofort problemlos in den Tiefschlaf zurückgefunden haben. Heute Morgen erwachte ich jedenfalls fit und ausgeschlafen.
Nach einer leicht anstrengenden Autofahrt zum Kindergarten, in der Prinz L und mir lautstark sein Leid klagte, stellte ich nach der Verabschiedung von L fest, dass er sein großes Geschäft in der Hundebox verrichtet und breitgeschmiert hatte. Juhu! Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich die Box einigermaßen zufriedenstellend gesäubert hatte. Ich vermute, dass dies ab nächster Woche vermehrt vorkommen wird. Ich werde nämlich wieder regelmäßig(er) im Office arbeiten.
Trotz großer Unlust meinerseits fuhr ich am späten Nachmittag gemeinsam mit L ins Edeka zum Einkaufen. Nun brauchen wir uns am Wochenende doch nicht von Staub ernähren. 😉
Was heute schön war:
Arbeit.
Am Vormittag waren nach dem Telefonat mit D meine Sorgen/Bedenken/Zweifel/Trauererscheinungen der letzten Tage wie weggeblasen. Ich war bis zum Abend hochmotiviert und schaffte sogar alle noch zu erledigenden Zuarbeiten bis zum Mittag. Ich sehne den 1. September herbei, wenn wir offiziell neu (durch)starten können.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 51
AlltagsschnipselIch habe richtig gut, lange und erholsam geschlafen. Nach den letzten Wochen, in denen ich gelegentlich unter Schlafstörungen litt, fühlt sich das wirklich sehr gut an. Ich hoffe, das bleibt so.
Seit Dienstag trauere ich wieder. Es ploppte automatisch am späten Abend auf und hält seitdem an. Ich werde den Teufel tun und diese Gefühle/Gedanken/Zweifel unterdrücken. Es muss/will raus! Mir schwirrt jedenfalls ordentlich der Kopf, die Gedanken kreisen und meine Gefühle spielen verrückt.
Da Prinzis Wunde am Hinterbein nur mäßig besser ausschaut, er viel daran leckt und sie zudem ständig eitert und blutet, ging ich mit L und ihm heute Nachmittag erneut zum Tierarzt. Wir waren nur wenige Minuten nach Öffnung der Praxis dort … und wurden wieder weggeschickt. Dem Tierarzt sei „etwas dazwischen gekommen“. Da ich zu den morgigen Öffnungszeiten noch arbeite, werde ich wohl oder übel erst am Montag wiederkommen können. Unschön!
Was heute schön war:
Paket.
Vor einer Woche fragte mich S, ob ich ihr unsere ungenutzte Kaffeemaschine nach Irland schicken könne. Ja, das kann ich! Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass ich ihr diesen Wunsch nach „nur“ einer Woche erfüllen konnte. Heute Morgen gab ich das Paket bei der Post auf. (In spätestens drei Wochen sollte die Kaffeemaschine ankommen.)
Spielplatz.
Nach unserem sinnlosen Gang zum Tierarzt verbrachten L, Prinz und ich anderthalb Stunden auf dem (überfüllten) Spielplatz in der Tettaustraße. Prinzi war wirklich sehr lieb. ❤
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 50
AlltagsschnipselFünfzig Tage! Fünfzig Tage ohne M! Es ist und bleibt unfassbar/unwirklich.
Seit gestern versuche ich mir vermehrt die Beweggründe meiner Ex-Kollegen vorzustellen, in Zukunft bei der Muttergesellschaft zu arbeiten. Bei dem ein oder anderen ergibt das sicherlich Sinn, aber bei denen, die hautnah mitbekamen, wie mit M in den letzten Wochen und Monaten vor seinem Tod umgegangen wurde, schockiert mich das doch sehr.
Was heute schön war:
Produktivität.
Heute war ein richtig guter Arbeitstag. Ich habe sehr viele wichtige Zuarbeiten erledigen können. Zum Mittag bestellte ich mir Sushi.
L.
So krass gefehlt wie in dieser Woche hatte mir L bisher noch nie, wenn sie eine Nacht bei ihrer Oma schlief. Trotz ihrer (kurz andauernden) schlechten Laune nach Abholung aus dem Kindergarten freute ich mich wie ein (vegetarisches) Schnitzel, sie wieder bei mir und um mich zu haben.
Telefonat mit meinem Bruder.
Auch wenn wir heute nur eine Viertelstunde telefonierten, freute ich mich über den Anruf. Wir sind beide momentan so beschäftigt, sodass wir in letzter Zeit nur eingeschränkte Kommunikation/wenig Austausch hatten. Nächste Woche kommt er zu Besuch. ❤
Telefonat mit J.
Kurz nach 19:00 Uhr rief ich J (aus Dresden) an. Auch sie kommt nächste Woche nach Erfurt und bleibt circa drei (!) Wochen. ❤ Semesterferien sind schon was tolles!
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 49
AlltagsschnipselVor mittlerweile sieben Wochen starb M. Irgendwie plötzlich und völlig unerwartet und irgendwie auch nicht. Nach dem heutigen Tag bräuchte ich M mehr denn je. Mir fehlen unsere Gespräche, unser Austausch, seine Weitsicht, seine Ratschläge, sein kühler Kopf – einfach alles! Mir fehlt mein bester Freund. Generell hätte ich heute dringend (s)eine Schulter zum Anlehnen gebrauchen können.
Die Sache mit der Spreu und dem Weizen …
… haute mich am Ende des Tages doch aus den Socken. Sechs Kollegen teilten uns heute mit, den neuen beruflichen Weg mit meinem Kollegen/Freund M und mir nicht mitzugehen. Ich könnte mit den Entscheidungen vermutlich besser umgehen, würden nicht alle ab September bei der Muttergesellschaft arbeiten. Das ist so skurril, dass ich darüber nur lachen kann.
Was heute schön war:
Erinnerung.
Direkt nach dem Aufwachen entdeckte L die Fotos auf meiner Apple Watch. Und obwohl die meisten Bilder schon zwei Jahre alt sind, schwelgte sie in Erinnerungen an ihren Papa. Sie wusste noch so manches von unserem Ausflug zum Possen oder lachte über die Doppelselfies von M und sich. ❤
Orchesterprobe.
Ich hatte lange überlegt, ob ich nach diesem Arbeitstag wirklich noch zur Probe gehen will. Da L wie jeden Dienstag bei Ms Mama übernachtete, C sich gemeinsam mit A um Prinz kümmerte und ich noch irgendetwas Positives erleben wollte, fuhr ich ins Rieth. Das war eine gute Entscheidung, denn wir spielten heute sehr viele mir unbekannte Stücke.
Als ich kurz nach 21:00 Uhr wieder zu Hause war, setzte ich mich bei/mit unseren Vermietern in deren Wohnzimmer und betrank mich. Läuft bei mir!











