Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 48

Alltagsschnipsel

Mein Onkel O befindet sich nach wie vor im Helios Klinikum in Erfurt. Er hat mittlerweile zahlreiche Operationen hinter sich – unter anderem an der Halsschlagader. Über zwanzig Kilogramm hat er in den letzten Wochen abgenommen. (Zum Glück hatte er genug Reserven, sodass sein Körper den Gewichtsverlust zumindest im Moment gut verkraftet.) Mit viel Glück wird er demnächst zur Reha gehen. Ich habe keine Ahnung, wie diese Sache ausgehen wird …

Meine Mama hat einen dicken, offenbar innerlich entzündeten Ellenbogen. Ich erinnere mich, dass sie bereits im vergangenen Jahr Probleme an genau dieser Stelle hatte. Durch den Stress mit ihrem kranken Bruder hat auch sie bereits zehn Kilogramm abgenommen.

Was heute schön war:

Büro.
Es war schön, heute im Office zu arbeiten. Ich kann mich fernab der Wohnung besser konzentrieren/fokussieren und werde auch seltener abgelenkt. Prinz fühlte sich sehr wohl.

Spaziergang.
Am Nachmittag lief ich mit L, ihrem Laufrad und Prinz durch den Park. Beim Spielplatz des Espachcafés machten wir einen längeren Zwischenstopp und traten erst gegen Abend den Heimweg an. Herbstlich frisch war es da bereits.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 47

Alltagsschnipsel

Heute war ich bereits halb sieben wach. Das war ganz schön früh. Neun Stunden hatte ich allerdings tief und fest geschlafen. Das reichte meinem Körper wohl aus. L schlief bis kurz nach acht Uhr. Ich nutzte die Zeit, um den gestrigen und vorgestrigen Blogeintrag fertigzustellen und ein paar Minuten meiner Serie zu schauen.

Ich habe nun eine (rationale) Erklärung für das Zustandekommen des Geruchs, den ich mit Ms Tod in Verbindung bringe, gefunden: Es muss eine Mischung aus Desinfektionsmittel, durch Adrenalin/Aufregung freigegebener Schweiß und schlechte Durchblutung (kalte Hände/Nase) sein. Denn genau diese drei Dinge begleiteten mich in den letzten Wochen hin und wieder. Und wenn es diese Mischung doch nicht sein sollte, speichert das menschliche Gehirn tausende von Gerüchen ab und kann diese bei Bedarf einfach so „hervorkramen“/abrufen.

Obwohl ich überhaupt so gar keine Lust hatte, setzte ich mich am Nachmittag eine Stunde vor das MacBook und antwortete auf die Fragen des Familiengerichts hinsichtlich Ls Erbausschlagung. Prinz, L und ich warfen den fertigen Brief wenig später sogar noch in den Briefkasten. Nun fehlen „nur“ noch die von mir auszufüllenden Fragebögen für die Deutsche Rentenversicherung.

Was heute schön war:

Rumtrödeln.
Den Morgen/Vormittag begannen wir sehr entspannt. Wir spielten erst in Ls Kinderzimmer, aßen dann eine Kleinigkeit zum Frühstück, hingen im Garten die Wäsche auf, quatschten mit den Nachbarn, zogen uns anschließend endlich die Schlafsachen aus und die Alltagskleidung an, pflückten Brombeeren und quatschten nochmals mit den Nachbarn, die L eine Schüssel Himbeeren aus ihrem Garten schenkten. ❤


Waldhaus.
Am späten Vormittag fuhr ich mit Prinz und L zum Waldhaus. Wir wollten meinen Eltern entgegenlaufen und machten uns direkt nach dem Parken auf in den Wald. Als wir bei der Fuchsfarm ankamen, schrieb meine Mama, dass sie nun beim Waldhaus sind. Tja … wir waren achthundert Meter von diesem entfernt. Also liefen wir wieder zurück. Prinz lief sehr zügig und gut. (Ich glaube, die Cortison-Tabletten gegen seine Arthrose-Schmerzen zeigen allmählich Wirkung.) Kurz nach unserem Eintreffen wurden die Pizzen fertig. L aß unsere gemeinsame Pilzpizza nahezu alleine. Ich bekam lediglich den offenbar unliebsamen Rand. Ansonsten war L während der Dauer unseres Aufenthalts auf dem Spielplatz verschwunden. Meine Mama wurde von ihr oft gerufen und durfte kaum mit bei uns am Tisch sitzen. 😉 


Lego.
Den Abend nutzte ich, um am Lego Technic-Fahrzeug weiterzubauen. Die Einzelteile im Karton werden allmählich weniger. Aber ich werde trotzdem noch eine Weile zu tun haben, ehe ich fertig bin.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 46

Alltagsschnipsel

Die Nacht war recht entspannt. L und ich schliefen gemeinsam auf der Couch im Wohnraum des Gartenhauses. Sogar Prinz lief nur zwei- oder dreimal (unruhig) des Nachts umher, konnte von mir jedoch schnell zum Weiterschlafen überredet werden. Irgendwann in den frühen Morgenstunden begann es zu regnen. (J meinte, es hätte für wenige Minuten sogar gewittert.) Bereits 07:30 Uhr wachte L auf. Das war mir zwar etwas zu früh, aber noch okay. Wir machten uns direkt auf den Weg zur Außentoilette. J und N standen nur kurze Zeit nach uns auf.

Mit Herzklopfen schaute ich am Abend in die E-Mails rein. Nichts! Aufatmen! Zum Glück hat der Spuk demnächst ein Ende und ich brauche kein ungutes Gefühl mehr zu haben, wenn ich das MacBook aufklappe. (Der zweite/einzige Geschäftsführer schrieb ab und an merkwürdige Nachrichten oder leitete mir solche weiter.) Mein Kollege/Freund J ließ mir seine Gesprächsnotizen zukommen. Ich hoffe, dass ich diese morgen mit meinen Aufzeichnungen vergleichen und gegebenenfalls ergänzen kann. Lust darauf hab ich nämlich. Nur ist es dafür heute schon etwas zu spät.

Was heute schön war:

Gastfreundschaft.
Diese strapazierten Prinz, L und ich noch bis mittags. 😉 Gegen 08:30 Uhr frühstückten wir gemeinsam mit J und N draußen auf der Garten-Veranda. L aß nur wenig und wollte lieber mit den Kindern auf dem Nachbargrundstück spielen. Und so war sie recht schnell verschwunden. Und kurz darauf auch N. (Es ist wirklich super lieb von ihm, dass er sich gestern und heute meiner kleinen L annahm. Ich behaupte, L hat ihn unterbewusst „auserwählt“. Unser Kontakt zu Männern ist zwar nicht null, aber durch Ms Tod natürlich seltener geworden.) Wir hatten eine tolle Zeit im Garten (und kommen gerne wieder)! 🙂

Haushalt.
Halb eins am Mittag waren wir zurück zu Hause. L durfte ein wenig fernsehen. Ich nutzte die Gunst der Stunde und meine Motivation, holte den großen Staubsauger hervor und saugte in vier Räumen. Das Esszimmer/den Wintergarten swifferte ich. Das war überfällig. Ich freute mich sogar am Abend noch über die nicht mehr vorhandenen Fusseln am Boden.

EGA.
Kurz vor 14:00 Uhr trudelte erst Ms Mama ein und kurz darauf M mit seiner Mama C. Ich ließ die drei gemeinsam mit L im Garten, positionierte Prinz vor dem Fernsehtisch, stellte ihm einen Film an (ich glaube, es war „Eclipse – Biss zum Abendrot“), wartete kurz, bis er schlief, und schlich mich dann aus der Wohnung. Mit dem Bollerwagen liefen wir zur EGA. Dort fand heute auch der Comicpark statt. Uns begegneten zahlreiche kostümierte Menschen … so auch Hulk. Und da war es bei L kurzzeitig vorbei. (Noch am Abend fragte sie mich, warum Hulk heute da war.) Wir machten uns schnell auf direktem Wege auf zu den Tieren und zum Spielplatz. Und da blieben wir bis zum Abend. Ich traf meine Kollegen/Freunde R und S mit ihren Kindern R und P (L war mit beiden Kindern bestimmt gut eine Stunde verschollen) und einen Orchesterfreund, der laut eigener Aussage seit über acht Jahren nicht mehr im E-Mail-Verteiler des Orchesters zu stehen scheint.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 45

Alltagsschnipsel

Die gestrige positive Nachricht war vermutlich zu überraschend/zu plötzlich für mich. Ich lag ab circa 02:30 Uhr für mindestens anderthalb Stunden wach und konnte meine Gedanken nicht zur Ruhe bringen. Mir sind zig Dinge eingefallen, an die wir jetzt denken und die wir in naher Zukunft unbedingt angehen müssen. Ist das alles aufregend. 🙂

Ich bin mir sicher, dass M sehr stolz auf das Erreichte wäre. Auch wenn ich sein Erbe ausschlagen musste, bedeutet mir die Rettung seiner Firma/seines Lebenswerkes unglaublich viel. Das ist das wahre Erbe, dass er uns hinterlassen hat. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Unternehmen nicht schlechter führen werden als die ehemalige Muttergesellschaft in den letzten siebzehn Monaten. (Das Wort ehemalig klingt richtig gut!)

Was heute schön war:


Gespräche.
Auch wenn deren Inhalte zeitweise unangenehm waren, enthielten die mit zwei Teammitgliedern unabhängig voneinander geführten Gespräche sehr guten Input bzw. Kritik an Bisherigem. Vieles ist in den letzten Monaten (aufgrund meiner eigenen Probleme) komplett an mir vorbeigegangen bzw. von mir anders wahrgenommen worden. Es ist gut, dass nun Licht ins Dunkle kommt. 

Übernachtungsgäste.
Am Nachmittag fuhren Prinz, L und ich mit einer mittelgroßen Reisetasche, einem Laufrad und einem Hula-Hoop-Reifen im Gepäck wenige Kilometer in Richtung des Nachbardorfes. Dort haben meine Grundschul-/Orchesterfreundin J und N ihren Garten. L war nahezu den ganzen restlichen Tag (zusammen mit N) bei den Nachbarn verschwunden, die einen Kindergeburtstag feierten und einen unglaublich großen Pool hatten. Prinz drehte währenddessen (unruhig) seine Runden. J und ich gingen noch ein paar Meter mit ihm auf dem Feld spazieren. Am Abend grillte N für uns. L aß unglaublich viel und fand alles auf dem Teller so lecker, dass sie gar nicht mehr aufhören wollte und regelmäßig nach Nachschlag verlangte. Gegen 21:30 Uhr machte ich sie allmählich bettfertig. Wir lasen noch ein Pixi-Buch und schalteten dann die Stirnlampe aus. Eine halbe Stunde später teilte mir L mit, dass sie lieber nach Hause wolle. Äh … nein?! Noch mal eine halbe Stunde später schlief sie und ich konnte mich wieder nach draußen zu J und N begeben.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 44

Alltagsschnipsel

Irgendwann kurz nach vier Uhr morgens wurde ich von Prinz geweckt. Ich wollte gerade aufstehen, um ihn in den Garten zu lassen, als auch L erwachte. Sie stand gleich mit auf. Prinz durfte in den Garten, L auf die Toilette. Zum Glück kehrte danach schnell Ruhe ein. L und ich kuschelten und redeten noch ein wenig, bis wir halb fünf rum wieder einschliefen.

Was heute schön war:

Entscheidung.
Mit dieser positiven Wendung hätte ich heute nie gerechnet. Um 12:44 Uhr trudelte bei unserem neuen Partner eine E-Mail des Insolvenzverwalters ein. In dieser teilte er mit, dass das Angebot, an dem mein Kollege/Freund M und ich seit Wochen mitgearbeitet haben, ANGENOMMEN wurde. Der Zuschlag ging somit an uns. Wow! Ich kann das immer noch nicht fassen! Die Unsicherheit/Ungewissheit hat endlich ein Ende. Nun können wir beruflich voll durchstarten. Ich freue mich so!

Tierarzt.
Heute Nacht sah Prinzis Wunde am linken Hinterbein richtig gruselig aus. L und ich beschlossen daher morgens kurz nach vier, nach dem Kindergarten gemeinsam zumTierarzt zu gehen. Die Wunde sah zum Glück schlimmer aus als sie letztendlich ist. In wenigen Tagen dürfte sie laut Tierarzt verheilt sein. ❤ Sowohl L als auch Prinz waren die liebsten Kinder der Welt. Wir gingen nach dem Tierarztbesuch noch auf den Spielplatz in der Tettaustraße. Wir drei hatten einen super tollen Nachmittag/Abend.


Lego.
Um mich „abzureagieren“ bzw. die positive Neuigkeit zu verarbeiten, baute ich abends ein bisschen am Lego Technic-Fahrzeug weiter. Schnaps habe ich aktuell nicht im Haus. Also musste Lego her. 😉

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 43

Alltagsschnipsel

Der Countdown läuft! Heute erfuhr ich, dass der Insolvenzverwalter die Angebotsabgabefrist auf den morgigen Tag, 12:00 Uhr, gelegt hat. Da er das Insolvenzverfahren zum 1. September eröffnen will und dafür noch ein Gutachten schreiben muss, in dem er das von ihm auserwählte Angebot mit einbezieht, dürfte er sich am Freitag oder spätestens Anfang nächster Woche entscheiden. Spannung!

Nach ausführlicher Beratung mit diversen Kollegen entschied ich mich heute Mittag gegen die Kündigung. Diese hätte nur Sinn ergeben, wenn mehrere mitgezogen hätten. Meine Kündigung allein hätte niemanden gejuckt und vor allem im Team Fragen aufgeworfen. Diese hätte ich sicherlich beantworten können, aber das Misstrauen wäre weiter gewachsen. Danke für euren Rat!

Was heute schön war:

Neubeginn.
Allmählich gewöhne ich mich an das Mehr an Gesprächen bzw. die Zunahme der Kommunikation im Allgemeinen. Zunächst telefonierte ich lange mit D, dem Vorstand des neuen Partners. Das lief sehr gut. Ich werde immer zuversichtlicher, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.Mit meinem Kollegen/Freund J sprach ich heute auch viel. Er wird mich in Zukunft vermehrt unterstützen. Gemeinsam mit H und M starteten J und ich einen ersten Anlauf hinsichtlich zukünftiger Strukturen. Wir werden uns nun täglich Zeit nehmen, um am neuen beruflichen Weg zu arbeiten/voranzukommen.

Telefonat mit J.
Nachdem ich die arme J (aus Dresden) gestern in dem ganzen Trubel vergessen habe, führten wir mittags endlich unser wöchentliches Telefonat. J teilte super spannende Neuigkeiten mit mir und wir überlegten uns/kreierten ein entsprechendes Ende zum vorgegebenen Sachverhalt. Ich bin sehr gespannt, ob wir Recht behalten werden. (Aus Rücksicht auf einzelne Personen kann ich leider nicht genauer ins Detail gehen.)

Spontan-Treffen.
Mittags schrieb mich C an und fragte, ob wir für den Nachmittag/Abend schon verplant seien. Ich verneinte. Und so kam es, dass L, Prinzi und ich gegen 16 Uhr Besuch von M und seiner Mama bekamen. Es folgte eine furchtbare Stunde, in der beide Kinder völlig am Rad drehten, sich gegenseitig hochschaukelten/anstachelten und ich mich kurzzeitig sehr weit weg wünschte. Wir schnappten uns den Bollerwagen, den Hund und die Kinder und machten uns auf den Weg runter zum Fluss. Es dauerte nicht lange und die Stimmung der beiden verbesserte sich, sodass die folgenden anderthalb Stunden das komplette Gegenteil zu den ersten waren. Am nächsten Wochenende (Ende August) werden wir einen gemeinsamen Ausflug machen. ❤

Kartoffelbrei mit Eissoße und Sahne

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 42

Alltagsschnipsel

Sechs Wochen oder eben zweiundvierzig Tage ist M nun schon nicht mehr bei uns. In den vergangenen Tagen fiel mir der Verlust leichter, denn ich war rund um die Uhr beschäftigt. Ich hatte schlicht und ergreifend keine Zeit, großartig traurig zu sein.

Während andere ihr (gemeinsames) Leben in gute und schlechte Zeiten einteilen, hatten sich bei M und mir lediglich gute und sehr gute Zeiten etabliert. Ms Diagnose und der damit verbundene Krankheitsverlauf zählten bei uns somit zu den „guten Zeiten“. Unsere Hoffnung galt immer einer Wundertherapie, um schnellstmöglich wieder eine sehr gute Zeit miteinander zu haben. 

Auch die seit acht oder neun Wochen andauernde heikle/verfahrene/ungewisse berufliche Situation betrachte ich – optimistisch wie ich bin – als gute Zeit. Denn ich weiß, ich arbeite aktiv daran, dass meine berufliche Zukunft wieder zu einer sehr guten Zeit wird.

Eine ruhige Nacht ohne Störungen liegt hinter mir. L schlief durch, Prinz schlief durch. ❤

Morgen ist der letzte Tag, an dem ich zum Quartalsende kündigen könnte. Ich glaube, das mache ich auch … 

Was heute schön war:

Planung.
Ich bin voller Energie, Tatendrang und Ideen. Das muss alles dringend raus, sonst platze ich. Und ich habe beschlossen, nicht mehr auf was auch immer zu warten. Mein Kollege/Freund J ist zum Glück ähnlicher Ansicht wie ich. So kam es, dass wir heute (während der Arbeitszeit) begannen, uns allerlei Gedanken zur neuen beruflichen Zukunft zu machen. Das war super. Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit.

Sushi.
Mittags bestellte ich (mal wieder) Sushi für mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Personen. Natürlich war alles nur für mich. 😉 So konnte ich auch am Abend nach der Probe noch eine Portion Sushi genießen.

Orchesterprobe.
Dienstag ist Oma-Tag für L. Seit einigen Wochen sogar mit Übernachtung. Somit habe ich einmal wöchentlich Zeit für (Prinz und) mich. Nach vier Jahren und neun Monaten nahm ich heute Abend erstmals wieder an einer Orchesterprobe teil. Lustigerweise spielten wir zwei Stücke, die ich schon mal gespielt hatte. Das machte es für mich leichter. Es war ein wunderbares Gefühl, wieder Saxophon zu spielen. Prinz war in der Zeit meiner Abwesenheit oben bei unseren Vermietern. Vielen lieben Dank dafür! ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 41

Alltagsschnipsel

Der gestrige Abend endete sehr merkwürdig. Zum einen schämte ich mich wegen unseres Unrats, den andere für mich sortiert hatten. Zum anderen endete das L-Duschen mit vielen Tränen, da sie starke Schmerzen im Intimbereich (?) zu haben schien. Ich dachte zuerst an eine Blasenentzündung. Allerdings war sie wenige Minuten vor dem Duschen auf der Toilette und hatte nichts dergleichen geäußert. (Jeder, der schon mal eine Blasenentzündung hatte, weiß, wie unglaublich schmerzhaft so etwas ist.) Da sie (glaubhaft) viel und laut weinte, zog ich bereits den Gang in die Notaufnahme in Erwägung. Wir kuschelten uns gegen 21:00 Uhr ins Bett und ich las eine Gutenachtgeschichte vor. Nur etwa zehn Minuten, nachdem ich das Licht ausmachte, schlief L. (So etwas kommt vielleicht fünfmal im Jahr vor.) Heute Morgen war von den gestrigen Schmerzen keine Rede mehr. Ich hoffe, dass L gestern Abend einfach nur übermüdet war.

Gerade als ich gegen 22:00 Uhr das Handy zur Seite gelegt und mein Kissen zurechtgerückt hatte, stand Prinz, der bis dato im Flur schlief, auf und tippelte (mal wieder) unruhig durch die Wohnung. Ich stand zweimal für ihn auf und ließ ihn hinaus in den Garten. Irgendwann halb eins am Morgen war endlich Ruhe und wir konnten alle ungestört schlafen.

Was heute schön war:

Kindergarten.
Ich bin sehr stolz auf L. Heute ging sie ohne Tränen mit ihrer Erzieherin C in den Gruppenraum. Ich bin derzeit sehr dankbar für diese Art der Normalität. Als ich nach Hause kam, hatte Prinz zwar sein Fressen nebst Cortisontablette aufgefuttert, jedoch lagen auch zwei Kothaufen in der Wohnung verteilt. (Die einzige Alternative: Ich nehme Prinz morgens im Auto mit zum Kindergarten und wieder zurück nach Hause und habe die Kothaufen in der Autobox.)

Spaziergang.
Nachdem wir am Nachmittag eine Weile im Kinderzimmer spielten (und begannen, Lego Technic aufzubauen), gingen L, Prinz und ich noch mal an die frische Luft. L hatte zunächst überhaupt keine Lust. Sie durfte aber ihr Puky mitnehmen und fuhr mehrmals voller Freude einen kleinen Hang hinab. Trotz des Regens hatten wir drei richtig viel Spaß im Park. Der Spaziergang tat uns allen gut.


Telefonat mit meinem Bruder.
Pünktlich um neunzehn Uhr rief mein Bruder an. Er berichtete einiges von seinem Workshop und seinem kleinen Österreich-Urlaub, aber auch von seinem Geschäftspartner, dem es seit Monaten schon nicht gut zu gehen scheint. Während des knapp anderthalbstündigen Telefonats baute ich weiter das Lego Technic-Fahrzeug auf.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 40

Alltagsschnipsel

Irgendwann kurz nach ein Uhr morgens wachte L auf. Sie schlief zwar recht schnell wieder ein, aber durch ihr Weinen und die Tatsache, dass wir für den Toilettengang aufstehen mussten, wurde auch Prinz wach und lief anschließend laaaaange unruhig in der Wohnung umher. Ich ließ ihn mehrmals in den Garten gehen. Erst halb drei kam er und somit auch endlich ich zur Ruhe und wir konnten schlafen.

Morgen wird unser Sperrmüll abgeholt. Wir trugen um die Mittagszeit zu viert etwa eine Stunde Krempel/Unrat aus Garage und Keller zusammen und stellten diesen vor das Grundstück. Als ich am Abend mit L und Prinz nach Hause kam, waren unsere Vermieter und die Dachgeschoss-Mieter gerade fertiggeworden, den Kram direkt zur Straße zu tragen und (noch viel schlimmer) den Unrat zu sortieren! Ich wünschte mir schnell ein Erdloch herbei, in dem ich verschwinden wollte. Natürlich wurde mein Wunsch ignoriert. Peinlich!!! Ich habe absolut keine Ahnung mehr, was sich alles in den Kisten und Kartons befand. Allein die Vorstellung, was die vier dort für Dinge entdeckt/gesehen haben könnten … Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das sein Zimmer nicht aufgeräumt und heimlich Kram in Kartons gepackt hat. 

Was heute schön war:

Spielende Kinder.
Da der Zug zum Flughafen erst am Nachmittag fuhr, konnte L nach dem Aufstehen noch ein paar Stunden mit T und J spielen (und fernsehen). Wir aßen sogar noch mal oben gemeinsam Frühstück und später auch Kuchen. Hoffentlich können alle um die Weihnachtszeit wieder nach Deutschland kommen.

Playdate.
Halb fünf am Nachmittag trafen wir A, M und ihre Noch-Baby-Tochter A beim Espachcafé. Während es in der Ferne bereits donnerte, aßen wir super leckeres Eis. Ich bin sehr stolz auf L, denn obwohl hin und wieder eine Wespe um ihr Eis schwirrte, blieb sie ruhig sitzen. Da kein Unwetter aufzog, konnten wir bis abends halb acht im Sand spielen, baden oder herumsitzen und quatschen. Prinz war für seine Verhältnisse ein sehr lieber Spielplatzhund. Schade ist es trotzdem, dass er nicht richtig zur Ruhe kommen kann. Aber er hatte kaum (aus lauter Langeweile) gebellt. Das war schon mal ein Anfang.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 39

Alltagsschnipsel

Gestern Abend vor dem Einschlafen steigerte sich L in eine (kleine) Mücken-Hysterie herein. (Die Mücken haben nun also die Wespen abgelöst.) Irgendwann schlief sie glücklicherweise ein. In der Nacht erwachte sie und fing erneut an, wegen möglicher Mücken im Schlafzimmer zu jammern. Nach ein paar Minuten beruhigte sie sich wieder und wir konnten unsere Nachtruhe fortsetzen.
Wenn ich unsere Nächte grob überschlage, sind mindestens fünf von sieben Nächte pro Woche verkorkst/wenig erholsam/nervig. Entweder ist Prinz der Auslöser dafür oder eben L. Das ist unschön und darf sich in Zukunft bitte gern ändern.

Wenn deine Wohnung tagsüber nach Urin riecht …
… bist du vermutlich selbst daran Schuld. Halb acht am Morgen lief Prinz unruhig in der Wohnung umher. Da ich einfach nicht dazulerne, ignorierte ich seine Unruhe. Als seine Schritte plätschernd klangen, ahnte ich nichts Gutes und stand auf. Der komplette Flur und später auch ein Teil des Wohnzimmers waren mit Urin versehen. Obwohl ich diesen mit Küchenrolle beseitigte und mehrmals mit dem Swiffer den Boden wischte, bekam ich den penetranten Geruch nach Urin viele Stunden nicht aus der Wohnung. Immerhin hinterließ Prinz sein großes Geschäft im Garten und ich sammelte die Haufen im strömenden Regen ein. Gern hätte ich mich danach zurück zu L ins Bett gelegt und noch ein wenig in meinem Buch gelesen. Aber wie das Leben so spielt, war sie natürlich bereits munter.

Was heute schön war:

Gesellschaftsspiele.
Am Vormittag spielten L, T und J Wackelturm. (T, J und R sind bis zu ihrem morgigen Rückflug nach Dublin bei uns in Erfurt. <3) Kurz darauf spielten wir gemeinsam mit unserer Vermieterin C eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ und nutzten einen von A selbstgebauten Würfel. (Ich belegte Platz vier.) Nach etwa zehn Minuten hatte L keine Lust mehr mitzuspielen und ließ ihren Unmut so lange an uns aus, bis sich unser Vermieter A erbarmte und sie ein wenig beschäftigte.
Nachmittags kramten wir das „Spiel des Lebens“ hervor. Diesmal hielt L über eine Stunde durch. Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß dieses Spiel macht. (Vermutlich lag es daran, dass ich am Ende gewann.) T hatte ziemlich viel Pech und nur wenig Freude am Spiel. Es kullerten sogar ein paar (Frustrations-)Tränen.


Kuchen.
C buk (vermutlich gestern) zwei super leckere Kuchen: einen mit Erdbeeren, einen mit Pflaumen. Und da am Nachmittag die Sonne den Starkregen ablöste, machten wir es uns im Garten bei Kaffee und Kuchen gemütlich.

Grillabend.
Leider wurde das Lichterfest auf der EGA abgesagt. Wir ließen uns die Stimmung dennoch nicht vermiesen und schmissen am Abend den Grill an. Das Wetter meinte es ebenfalls gut mit uns. L aß sehr viel und schaute mutig und ohne Panik den Wespen dabei zu, wie sie sich Stück für Stück Fleisch vom Tisch stibitzten.