Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 68

Alltagsschnipsel

Erneut liegt eine Nacht mit nur wenigen Stunden Schlaf hinter mir. Von 23:00 Uhr bis kurz vor drei Uhr morgens lief Prinzi unaufhörlich in der Wohnung umher und fand keine Ruhe. Ich bin froh, dass sich L von der nächtlichen Unruhe nicht stören lässt.

Was heute schön war:

Waldhaus.
Wir trudelten bereits kurz nach halb elf auf dem Parkplatz ein. L, Prinzi und ich gingen ein wenig spazieren. L sammelte auf dem Schotterweg etliche Steine, verlor plötzlich das Gleichgewicht, fiel hin und schürfte sich dabei ihren Unterarm leicht auf. Gegen elf Uhr trafen wir uns mit Ms Schwester, S und Baby-M zum Pizza essen. L fütterte ihren kleinen Cousin und spielte ein wenig auf dem Spielplatz. Für Prinz war der gewählte Tisch etwas ungeeignet, da er kaum bzw. immer nur kurz zur Ruhe kam.


Spielplatz.
Am Nachmittag schnappte ich mir den Bollerwagen, L und Prinzi und lief mit ihnen durch den Park. Wir strandeten am Espachcafé. L badete und spielte auf dem Spielplatz. Obwohl es unglaublich voll war und die Leute Schlange standen, wollte L ein Eis essen. Sie stellte sich mindestens zwanzig Minuten (!) an und bestellte und bezahlte ihr Eis erstmals ganz alleine. ❤


Haushalt & Gartenarbeit.
Am Abend swifferte ich noch ein wenig in der Wohnung herum, während L unserer Vermieterin C beim Blumen gießen half.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 67

Alltagsschnipsel

In der Nacht träumte ich von M. Seit seinem Tod war das erst das zweite Mal. Leider handelte es sich um einen Albtraum, aus dem ich glücklicherweise nach wenigen Minuten erwachte. Ich erinnere mich, dass mir M etwas erzählte und seine Wunde am Hals plötzlich zu bluten begann. Ich stellte ihm daraufhin die Frage, ob er sich an die letzte Sickerblutung erinnern kann. Er verneinte. Ich überlegte, ob und wie ich ihm sagen sollte, dass er dabei gestorben ist. Entweder beschloss mein Unterbewusstsein daraufhin, mich seinen Tod nicht noch mal durchleben zu lassen, oder aber die Logikfehler im Traum ließen mich schließlich erwachen …

Was heute schön war:

OBI.
Am Mittag kam mein Bruder vorbei, um L (und Prinzi) zu bespaßen. Ich nutzte die Zeit, um ins Edeka zum Einkaufen und anschließend nach Marbach zu fahren, um meine Dresden-Freundin J einzusammeln. Gemeinsam fuhren wir zum OBI und kauften unter anderem einen zwanzig Liter Eimer weiße Farbe. Ich freue mich, dass wir den Einkauf heute erledigen konnten. ❤

Garten.
Am Nachmittag machte ich mich mit Prinzi und L auf den Weg zur alten Ziegelei. Ls Kindergartenfreund L und seine Eltern haben dort einen Garten. Wir waren heute zum Kaffee und Kuchen und Grillen eingeladen. Die Kinder hatten viel Spaß zusammen. Der Garten ist wirklich unglaublich schön. ❤ Ich durfte sogar Prinzi mitbringen, der sich fünf Stunden lang von seiner besten Seite zeigte und der liebste Hund der Welt war. Wir hatten eine tolle Zeit. 🙂

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 65 & 66

Alltagsschnipsel

Auch die beiden vergangenen Nächte waren unruhig und ich musste mehrmals Prinzi zuliebe aufstehen. 
Meine Dresden-Freundin J sprach nun das aus, was ich seit einigen Wochen selbst vermutete/befürchtete: Die „Wunde“ am Hinterbein wird nie heilen können. Da Prinz sehr viel abgenommen hat und jeder einzelne Knochen an seinem Körper spürbar ist, bezweifle ich mittlerweile auch, dass die offene Stelle, bei der bereits sein Hüftknochen durchscheint, wieder zuwächst. Wir suchten gestern seinen Hüftknochen am anderen Hinterbein und stellten fest, dass auch hier erste Anzeichen einer Aufscheuerung des Knochens zu sehen sind. Ich werde mich in den nächsten zwei Wochen beim Tierarzt zum Thema Einschläfern beraten lassen … 😦
Es fühlt sich so falsch an.

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Spaziergang.
Gemeinsam mit J spazierten wir am Donnerstag Nachmittag mit dem Bollerwagen im Schlepptau zum Spielplatz in der Tettaustraße. Dabei gaben wir sicherlich ein lustiges Bild ab, denn Prinz hatte überhaupt keine Lust zu laufen, sodass wir ihn kurzerhand in den Bollerwagen verfrachteten und hinter uns herzogen. Während L auf dem Spielplatz rutschte und hüpfte, kämmte J Prinz‘ Fell.


Entrümpelung.
Die heutige Arbeitszeit nach der Mittagspause nutzte ich fürs Auf-/Umräumen und Ausmisten. Jetzt sieht es in den Büroschränken wieder ordentlich aus und wir haben einen Überblick, was alles vorrätig ist.

Sushi-Party.
Mein Bruder, J, L und ich bestellten heute Abend gaaaaanz viel Sushi, das wie immer super lecker schmeckte. Eine Mahlzeit für eine Person blieb sogar noch übrig, sodass ich morgen gleich weiterfuttern kann. 🙂

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 64

Alltagsschnipsel

Ms Tod liegt nun über neun Wochen zurück … Diese Woche geht es mir schon viel besser als letzte. Vermutlich hat mein Körper/Geist eine Trauerpause eingelegt.

Ich kann nicht oft genug erwähnen, dass die Erziehung eines Kindes nicht nur von einer einzigen Person geleistet werden sollte. Da das in Deutschland die Regel ist, kann definitiv festgehalten werden, dass da grundlegend etwas falsch läuft. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es weder für den Alleinerziehenden noch für das Kind gut sein kann.
Ich war bereits heute Morgen so dünnhäutig/gestresst, dass ich L anschrie. Ja, sie hat extrem gebummelt, aber trotzdem war sie nicht der Grund meiner Gereiztheit. Und so etwas darf nicht sein! Mir fehlt aktuell eine kleine Auszeit/Pause oder einfach mal nur Zeit für mich, um meine offensichtlich leeren Akkus wieder aufzufüllen. 

Allmählich habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden, dass Prinzi in den nächsten Wochen/Monaten nicht mehr bei uns sein wird. Noch kann ich mich nicht großartig mit der Thematik Einschläfern beschäftigen, aber unser Zusammenleben und sein Allgemeinzustand haben sich in den letzten zwei Wochen so derart verschlechtert, dass dieses Thema immer öfter in meinen Gedanken aufploppt. Das Leben kann ein ganz schönes Arschloch sein!

Was heute schön war:

Arbeit.
Auf dem Weg zur Arbeit freute ich mich von jetzt auf gleich über die Tatsache, nicht mehr für die ehemalige Muttergesellschaft arbeiten zu müssen. Ich lief also eine Weile mit einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend. Den heutigen Arbeitstag würde ich wieder als produktiv bezeichnen. Wir sind ein Stück in unseren internen Planungen vorangekommen und haben sogar für kommende Woche einen Folgetermin vereinbart. Zudemkonnten wir weitere Unklarheiten beseitigen/aus der Welt schaffen.

Spaziergang.
Am Nachmittag kam uns meine Dresden-Freundin J zu Hause besuchen. Wir spazierten in den Park und verbrachten eine Weile unten an der Gera. Während L Steine ins Wasser warf, wurde Prinzi von J gekämmt. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 63

Alltagsschnipsel

Wenn dir morgens nach dem Aufstehen der penetrante Geruch von Urin in die Nase steigt …
… warst du nachts vermutlich zu faul, nach dem Aufwischen der Pfütze noch mal den Fußboden zu swiffern. Als ich gegen halb vier in den Flur kam, entdeckte ich direkt vor der Wohnungstür eine kleine Pfütze. Ich ließ Prinz in den Garten und beseitigte das Malheur. Ich legte mich kurz darauf zurück ins Bett, fand aber wegen Prinz‘ Umherlaufen über anderthalb Stunden keinen Schlaf. Viertel nach fünf stand ich auf, legte ihn in seine Schlafposition und krabbelte zurück ins Bett. Dann war endlich Ruhe! (Armer Prinz. Ich weiß nicht, was das in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten noch werden soll.)

Der Vergleich hinkt zwar ein wenig, aber ich fühle mich allmählich wie eine verrückte Katzenomi. Ja, ich habe keine Katzen, sondern einen alten Hund. Und ja, eine Omi bin ich auch noch nicht. Aber verrückt bin ich. Und mein Hund auch. Und mein Leben sowieso.

Was heute schön war:

Marbach.
Direkt nach dem Kindergarten fuhr ich mit L und Prinz nach Marbach zu Dresden-J, die sich aktuell bei ihren Schwiegereltern aufhält. L verstand sich auf Anhieb sehr gut mit den beiden und staubte zwei Eis und etliche Weintrauben ab. Wir besuchten im Laufe des Nachmittags/Abends zwei Spielplätze. Gegen 19:00 Uhr fuhren wir mit J zu uns nach Hause. L zeigte J ihr Kinderzimmer (und wer weiß was noch alles), ehe J sich von uns für heute verabschiedete.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 62

Alltagsschnipsel

Vor zwei Monaten verlor M den Kampf gegen seinen Krebs. Mittlerweile ist bei L und mir der Alltag eingekehrt. L geht nun die fünfte Woche in Folge wieder in den Kindergarten und Prinz und ich ins Büro. Seit ein paar Tagen habe ich auch endlich Zeit zu trauern. Seitdem letzte Woche beruflich alles unter Dach und Fach war, begann mein Geist automatisch mit der Verarbeitung der Ereignisse. Ich befinde mich aktuell irgendwo zwischen der zweiten und dritten von insgesamt vier Trauerphasen.

Pinkelparty im Büro …
… ist die nette Umschreibung der (unvorhersehbaren) Überraschung eines älter werdenden Hundes. Am Nachmittag erwachte Prinz aus seinem langen Mittagsschlaf und lief in den Eingangsbereich. Per Zufall sah ich ihn in vertrauter Position in der Glasscheibe der Eingangstür. Doch da war es bereits zu spät und sein kleines Geschäft auf dem Teppich verrichtet. Etwa eine halbe Stunde später machte ich mich mit ihm auf den Weg zum Auto. Mitten auf der Treppe hielt er plötzlich inne und pinkelte auf die Stufe. Der Urin lief glücklicherweise nur eine weitere Stufe abwärts. Und ich hatte eine Packung Taschentücher dabei! Während der Autofahrt zum Kindergarten und anschließend nach Hause rochen meine Hände … unangenehm.

Weder Prinzi noch L oder ich hatten Essen im Haus. L und ich fuhren deshalb am späten Nachmittag einkaufen. An der Kasse lag mir L jammernd in den Ohren, weil sie gern ein Kuscheltier gekauft hätte. (Nur gut, dass sie erst gestern im Zoopark ihr eintausendstes bekam.) Als wir nach anderthalb Stunden wieder zu Hause ankamen, war im ganzen Flur Hundekot verschmiert. Jippie yeah! Mir gruselt es jedes Mal mehr davor, ohne Prinz wegzugehen.

Was heute schön war:

Autowäsche.
L, Prinzi und ich verließen heute ziemlich zeitig das Haus. Ich nutzte die gewonnenen Minuten, um tanken und zur Autowäsche zu fahren. (Ich bin Meisterin im Ignorieren eines schmutzigen Autos. Zudem ist die Fahrt in die Waschstraße äußerst lästig. Ich bin wirklich stolz darauf, über meinen Schatten gesprungen zu sein. Nun erfreue ich mich an einem sauberen Auto.)

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 61

Alltagsschnipsel

Die Nacht war im Gegensatz zur vorherigen sehr ruhig. Keine Störung/Unruhe durch Prinz, keine Albträume bei L. Einfach nur perfekt! Da L und ich allerdings kurz nach 21:00 Uhr tief und fest schliefen, erwachten wir heute schon um Viertel vor acht.

Was heute schön war:

Zoopark.
Am Mittag fuhren Prinz, L und ich mit dem Auto zum Zoopark. Gleich auf dem Parkplatz hinter dem Kreisverkehr stellten wir das Fahrzeug ab. Diese Entscheidung war offensichtlich genau die richtige, denn alle anderen zum Zoopark gehörenden Parkplätze waren belegt. Vor dem Haupteingang trafen wir uns mit meinen Eltern und meinem Bruder. Wir liefen in die entgegengesetzte Richtung des empfohlenen Rundwegs, entkamen so den Menschenmassen und sahen zudem die Tiere zuerst, die bei vorherigen Besuchen gern mal zu kurz kommen. L konnte ihrem Opa ein kleines Elefanten-Kuscheltier abschwatzen.


Spielplatz.
Kurz vor siebzehn Uhr trafen wir uns mit Ms Papa auf dem Spielplatz beim Espachcafé. L verstand sich ausnahmslos gut mit ihrem Opa. Nach einer Stunde mussten wir leider die Zelte schon wieder abrechen, da L mit ihrer langen Hose in den Wasserbereich sprang und diese binnen kürzester Zeit pitschnass war. Sooo warm war es heute leider nicht, um die Hose in der Sonne trocken lassen zu können.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 60

Alltagsschnipsel

Eine sehr unruhige Nacht liegt hinter mir. Ich schlief gestern Abend relativ zeitig ein und stand gegen 22:30 Uhr erstmals Prinz’ zuliebe wieder auf. Da ich so unglaublich müde war, krabbelte ich schnell wieder zurück ins Bett. Ich ignorierte sein unruhiges Herumlaufen in der Wohnung so gut es ging. Um zwei Uhr morgens hielt ich es nicht mehr aus und quälte mich erneut aus dem Bett. Ich ging ins Wohnzimmer, entdeckte zwei Kothäufchen, machte diese weg, ließ Prinz währenddessen noch mal raus in den Garten, legte ihn kurz darauf in der Wohnung in seine Schlafposition und mich zurück ins Bett. Und dann, dann war endlich Ruhe!

Was heute schön war:

Lego.
Noch vor dem Frühstück, direkt nach dem Frühstück und am Abend baute ich weiter am Lego-Fahrzeug. Heft eins von drei habe ich nun geschafft. Es ist Land in Sicht! 🙂


Waldhaus.
Am Mittag trafen L, Prinzi und ich uns mit meinen Eltern und meinem Bruder im Waldhaus, um eine der besten Pizzen in ganz Erfurt zu genießen. Mein Bruder und teilweise auch meine Mama waren nahezu die ganze Zeit mit der Bespaßung von L beschäftigt. Mein Papa und ich bewachten währenddessen das Gepäck. Prinz schlief. 

Fernseher.
Dank der Hilfe meines Bruders kann L nun wieder die Amazon Prime Video und Disney Plus App nutzen. Es lag tatsächlich nicht an meiner technischen Unfähigkeit, dass uns diese beiden Apps eine zeitlang nicht zur Verfügung standen. Durch dumme Zufälle fand mein Bruder heraus, wie er beide Apps wieder zum Laufen bringen kann. Die Lösung der Probleme war so an den Haaren herbeigezogen, dass ich niemals nie in diesem Leben darauf gekommen wäre. Tausend Dank an unseren Retter! 🙂

Sushi.
Abends bestellte ich für L und mich eine kleine Portion veganes Sushi. Das war wieder super lecker und ein toller Tagesausklang.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 54 bis 59

Alltagsschnipsel

Ausgeknockt …
… fühlte ich mich am Sonntag, als mich Krämpfe und Schmerzen abends ans Bett fesselten. Ich musste die arme L etwas länger als sonst vor dem Fernseher parken, weil ich nicht so oft aufstehen wollte/konnte. Ausnahmsweise (und sehr zu ihrer Freude) durfte sie ihr Abendbrot auch beim Serien schauen essen.

Ein wenig Unbehagen fühlte ich am Wochenende vor dem bevorstehenden Arbeitstag am Montag, dem letzten Tag des Monats August. Denn dieser Tag war für sechs unserer Kollegen der letzte. Das bedeutete, Schlüssel, Notebooks und sonstiges Zubehör mussten an mich zurückgegeben werden. Glücklicherweise verlief die Rückgabe der Geräte ereignis- und einigermaßen emotionslos. Ich hatte mich somit mal wieder umsonst verrückt gemacht.

Am Tag unseres beruflichen Neubeginns (1. September 2020) lag Ms Tod bereits acht Wochen zurück. Oder anderes formuliert: Meine Kollegen und ich haben es innerhalb von nur acht Wochen geschafft, Ms Lebenswerk aus den Händen der Muttergesellschaft zu befreien. Das fühlt sich verdammt gut an. Auch wenn Ms Firma nie wieder das sein kann, was sie mal war, bin ich doch optimistisch, dass wir etwas tolles neues kreieren werden. 

Die kleine Katja in der großen, weiten Männerwelt!
Dieser Gedanke kam mir kürzlich ganz plötzlich in den Sinn. Durch meine neue berufliche Stellung hat sich für mich eine unsichtbare Tür geöffnet, und zwar eine in die große, weite, bunte, schillernde Männerwelt. Ich weiß noch nicht, ob ich das gut finde. Das gilt es nun herauszufinden. Ich muss nun für mich entscheiden, wie weit ich mich in diese neue Welt hineinwage. Wäre ich ein Mann oder zumindest eine Frau ohne Kind stünden mir vermutlich noch weitere Türen offen. L ist mir aber zu wichtig, um mich nur noch dem Beruflichen zu verschreiben. … Trotzdem mag ich die Männer und ihre Welt. Spannende Zeiten sind das, die auf mich zukommen werden!

Am Mittwoch folgte ich (endlich) meinem inneren Drang und schloss ein Abonnement bei Spotify ab. Ich habe diesen Dienstleister mindestens sechs oder sieben Jahre lang konsequent ignoriert. Innerhalb weniger Minuten füllte sich meine erste Playlist auf über dreißig Songs. Voll cool! 🙂 

Ich mache mir große Sorgen um meinen alten Prinzi. Die Wunde am Hinterbein heilt nur schleppend/mäßig und sieht immer noch übel aus. Meine Freundin aus Dresden J äußerte ihren Verdacht: Prinz könnte unter Demenz leiden. Und ich fürchte, sie hat Recht. Alle genannten Symptome passen sehr gut auf Prinz’ Verhalten. Er ist vor allen Dingen nachts unglaublich unruhig, kann sein kleines/großes Geschäft nicht mehr halten, leidet noch stärker als sonst unter Trennungen … Ich könnte die Aufzählung ewig fortführen.
Um weniger Arbeit zu haben und meine Nerven zu schonen, bestellte ich waschbare Windeln für Prinz. Die trägt er seit ein paar Tagen überwiegend während der Autofahrt. Ich bin gespannt, ob sich die Investition gelohnt hat. Schlimmer, als zweimal täglich den Kofferraum des Autos von seinem Hundekot zu befreien, kann es kaum werden …

Obwohl ich erst vergangene Woche das Paket nach Dublin bei der Post aufgab, kam die Kaffeemaschine bereits an. S und R bauten sie in ihrer Küche auf … und stellten fest, dass sie nicht funktioniert/defekt ist. Das ist … super blöd. (M hatte diese Kaffeemaschine im Frühjahr gekauft, allerdings nie in Betrieb genommen.)

Seit einigen Tagen ist bei mir das Thema Trauer sehr präsent. Das ist gut so. Ich lasse meine Gefühle meist direkt an Ort und Stelle heraus. Das mag in Zukunft für den ein oder anderen komisch/ungewohnt sein, scheint für mich aber der beste Weg zu sein. Ich spüre, dass Verdrängen und Unterdrücken schlecht für mich wären. Meine aufkommenden Gefühle sind unglaublich verschieden. Bei einigen dieser Gefühle fühle ich mich schlecht oder teilweise sogar als Verräterin. Besonders verwirrte mich die Erkenntnis, dass ich nicht für die nächsten Monate, Jahre, Jahrzehnte oder sogar für immer alleine (ohne Mann) sein möchte.

Was in den letzten sechs Tagen schön war:

Erinnerungen.
L schwelgte wieder in Erinnerungen an ihren verstorbenen Papa. Sie kann sich nach wie vor an jedes noch so kleine Detail erinnern – zum Beispiel an die lustigen Kissenschlachten, die sie sich gelegentlich am Abend mit M lieferte.
Während eines Spaziergangs in der Mitte der Woche spielte ich auf Ls Wunsch hin ein von ihr ins Leben gerufene Papa-Spiel. Wir taten dabei so, als sei M noch am Leben, gesund und würde bald von der Arbeit nach Hause kommen. In Wirklichkeit überraschte uns M aber im Park und spielte mit L. (Dieses Spiel fiel mir unglaublich schwer. Ich biss jedoch die Zähne zusammen und erfüllte L den Wunsch nach diesem Spiel.) 


Badewanne.
Die Badewannen-Saison ist bei uns offiziell wieder eröffnet. Am Sonntag regnete es ab dem Nachmittag unaufhörlich in Strömen. L, Prinzi und ich befanden uns zu dieser Zeit mit Ms Mama, C und ihrem Sohn M auf dem Indianerspielplatz im Steigerwald. Nass (trotz Regenjacke) und komplett durchgefroren kehrten wir gegen 17:00 Uhr nach Hause zurück und wärmten uns in der Badewanne auf.


Neubeginn.
Vor exakt zehn Jahren gründete M sein Einzelunternehmen. Diese Historie und den Neubeginn mit unserem neuen Partner nahmen wir am Dienstag zum Anlass, um ordentlich zu feiern. Nach einem sehr produktiven ersten Arbeitstag in kleinerer Runde (ich habe schon seit unglaublich vielen Monaten nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Tag) trafen wir uns alle am Abend vor dem Dompalais. Bei leckerem Essen und viel zu viel gutem Alkohol quatschten wir über vier Stunden über Berufliches, Privates oder Gott und die Welt. (Danke an C und A, die sich in dieser Zeit so lieb um Prinzi kümmerten. L übernachtete wieder bei ihrer Oma.)
Zwei Tage später übernahm mein Bruder, der am Mittwoch Abend nach Erfurt reiste, die Bespannung von L und Prinzi. ❤ Ich machte mich gegen 17:30 Uhr auf zu meinem nächsten Event: der Business Lounge. Diese Veranstaltung wurde von einem unserer Kunden ausgerichtet. Ich erschien in Begleitung der beiden Hauptansprechpartner unseres neuen Partners. Bei interessantem Essen, diversen Gesprächen und ersten neuen Kontakten war es auf einmal da: das Gefühl, beruflich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich fühlte mich erleichtert, frei und glücklich. ❤

Sport.
Ich konnte zwar nur einmal in dieser Woche ein paar Sportübungen mit in den Alltag integrieren, dennoch ist einmal besser als keinmal. Vorsatz für kommende Woche: zweimal Sport.

Grillabend.
Direkt nach dem Kindergarten fuhr ich mit L zu meinen Eltern. Mein Bruder, der kurz vorher Prinz entgegennahm, war ebenfalls beim Grillnachmittag und -abend dabei. Es gab wieder viele leckere Sachen zu futtern. Mein Bruder und meine Mama spielten viel mit L. Ich hatte somit kaum etwas zu tun außer herumzusitzen und zu essen. 🙂 

Vegane Bratwurst

Hallo September!

Dies & Das

Im September werde ich …

… Prokuristin sein
… unseren beruflichen Neuanfang im Dompalais begießen
… viele Ideen visualisieren und im Team besprechen
… mit Dresden-J telefonieren und mich über ihren langen Besuch freuen
… mich über den Besuch meines Bruders freuen
… Spielverabredungen mit anderen Mamas und/oder Papas und ihren Kindern wahrnehmen 
… ganz viel Sushi essen
… zur Orchesterprobe gehen
… den ersten Friedhofsdienst antreten
… Sport machen
… kleinere Ausflüge unternehmen
… trauern