Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 86

Alltagsschnipsel

Was heute schön war:

Rummel.
Wetter und Temperatur waren auch heute so ideal/angenehm, dass L und ich nochmals den Erfurter Altstadtherbst besuchten, obwohl wir erst gestern dort waren.
Nach dem Kindergarten machten wir uns zunächst auf den Heimweg. Ich packte den kleinen Rucksack, quatschte kurz mit den Nachbarn, stellte Prinzi etwas zu fressen hin und fuhr kurz nach 17:00 Uhr mit L in Richtung Domplatz.
Die Ampel am Einlass stand auf grün. (Das bedeutet, dass unter zweitausend Besucher anwesend waren. L und ich mussten somit nicht warten.) Trotz Außenbereich und Frischluft müssen alle Besucher ab sieben Jahren während der Dauer ihres Aufenthalts eine Maske tragen. Beim Einlass zeigte ich meine Online-Registrierung und wir durften passieren. L und ich fuhren heute mit jedem Fahrgeschäft, das ihrem Alter entsprechend war. Sie gewann außerdem beim Entenangeln und Dartpfeile auf Luftballons werfen zwei Kuscheltiere (wir haben ja auch so wenige) und schwatzte mir am Süßigkeitenstand ein Flugzeug (neun (!!) Euro) ab.
L war das liebste Rummel-Kind der Welt. ❤ Wir hatten einen tollen Nachmittag/Abend und werden sicherlich Ende der Woche und/oder nächste Woche wieder herkommen.

Hallo Oktober!

Dies & Das

Im Oktober werde ich …

… zwei neue Mitarbeiter begrüßen 
… das erste Teamfrühstück genießen
… mit L den Erfurter Altstadtherbst besuchen
… mit Dresden-J telefonieren und mich über ihren Besuch freuen
… mit A telefonieren 
… mit meinem Bruder telefonieren 
… Spielverabredungen mit anderen Mamas und/oder Papas und ihren Kindern wahrnehmen 
… zur Orchesterprobe gehen
… Sport machen
… mit zwei Freunden frühstücken 
… am ersten Open Space Friday in unserem Office teilnehmen 
… eventuell meinen Bruder in München besuchen

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 83 bis 85

Alltagsschnipsel

Zwölf Wochen … oder vierundachtzig Tage waren am Dienstag bereits seit Ms Tod vergangen. Es ist unfassbar, wie schnell die Zeit vergangen ist und auch weiterhin vergeht. Ob man will oder nicht: Das Leben geht weiter.
L und ich spielen hin und wieder (am liebsten im Park) ihr ausgedachtes Papa-Spiel. Mittlerweile bin ich gefühlsmäßig so stabil, dass ich ihr den Wunsch nach diesem gemeinsamen Spiel gerne erfüllen kann. ❤

Ms Schwester wies mich gestern darauf hin, dass L womöglich ihre Kinderärztin wechseln muss. Durch Ms Tod verlor sie vor einigen Wochen ihr Recht, privatversichert zu sein (und ist nun über mich familienversichert). Ihre Kinderärztin behandelt lediglich und ausnahmslos privatversicherte Kinder … oder Selbstzahler. Bisher sind unsere jährlichen Kinderarztkosten sehr überschaubar. Ich liebäugele somit mit der letzteren Variante. Ls Kinderärztin ist zudem wirklich gut. Ich werde trotzdem noch eine Weile darüber nachdenken (müssen).

Heute trudelte ein Schreiben einer Abrechnungsstelle bezüglich der Kosten für Ms Hautarztbesuch im Mai oder Juni ein. Die Stelle berief sich auf Paragraf 1357 BGB und verlangt von mir trotz der Erbausschlagung die Zahlung der Behandlungskosten. Ich sehe mich nicht in der Verpflichtung, irgendetwas zu bezahlen. Die Angelegenheit werde ich schnellstmöglich dem Nachlassverwalter übergeben. (Ich gehe davon aus, dass Ms Krankenkasse den Betrag schon längst auf sein Konto überwiesen hat. Ich habe auf dieses seit über zwei Monaten keinen Zugriff mehr, der Nachlassverwalter hingegen schon.) Dennoch belasten mich solche Schreiben sehr. Sie setzen mich unter Druck und rauben mir Energie. Ich will das nicht!

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Neue Mitarbeiter.
Am Montag Vormittag trudelte (endlich) der unterschriebene Arbeitsvertrag unseres neuen PO ein. Am Nachmittag gewannen wir eine neue Designerin dazu. Beide beginnen bereits am Donnerstag (1. Oktober). ❤

Sport.
Gestern war ich motiviert … und hatte Zeit nur für mich allein. Diese Energie nutzte ich für acht Sportübungen, aufgeteilt auf vier arm- und vier beinlastige. Heute hatte ich Muskelkater. 🙂

Telefonat mit J.
Über zweieinhalb Stunden telefonierte ich am Dienstag Abend mit J (aus Kassel). Sie teilte mir mit, dass sie derzeit überlegt, sich ein neues berufliches Standbein aufzubauen. Ihre Idee ist wirklich sehr gut. J lud (L und) mich zu sich nach Kassel ein. Sobald mir das möglich ist, werde ich darauf zurückkommen. 🙂

Rummel.
Ich versprach L, dass wir am Mittwoch nach dem Kindergarten auf den Rummel (Erfurter Altstadtherbst) gehen. Rein zufällig ging Ls Kindergartenfreund Y mit seinen Eltern heute auch hin. L und ich fuhren Prinz nach Hause und trafen die drei eine Dreiviertelstunde später auf dem Domplatz. Gemeinsam schauten wir uns alles an und fuhren mit dem ein oder anderen Fahrgeschäft. Vermutlich gehen L und ich morgen gleich wieder hin.


Telefonat mit meinem Bruder.
Wir brachten uns heute Abend auf den neuesten Stand. M wird definitiv Anfang November nach Erfurt kommen. Ob ich Ende Oktober zu ihm nach München fahren kann, steht wegen Prinz und dem Verlauf der Corona-Pandemie noch in den Sternen.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 80 bis 82

Alltagsschnipsel

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war grässlich. Ich habe mir nun eingestehen müssen, dass ich seit Ms Tod immer mal wieder unter Schlafstörungen leide. In solchen Nächten kommt mein Kopf einfach nicht zur Ruhe und hält mich vom Schlafen ab. (In allen anderen Nächten ist Prinz der Störenfried.)

Glücklicherweise waren die zwei darauffolgenden Nächte erholsam und ruhig. Ich musste zwar ein oder zwei Mal Prinz zuliebe aufstehen, aber ab ein Uhr morgens war tatsächlich Ruhe. Das darf gerne in den nächsten Tagen und Wochen so bleiben!

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Urlaub.
Um das Projekt „Malern im Wohnzimmer“ abschließen zu können, nahm ich am Freitag einen Tag Urlaub. L ging in den Kindergarten. Meine Dresden-Freundin J kam kurz nach halb zehn vorbei und gemeinsam besserten wir das Muster aus. Zwischendrin machten wir immer mal wieder längere Pausen und unterhielten uns. Am Mittag fuhren wir gemeinsam zum Einkaufen und brachten uns eine kleine Portion Sushi mit. Die Malerarbeiten in der gesamten Wohnung sind nun abgeschlossen. Ich freue mich so! ❤

Regentag.
Gestern regnete es nahezu den ganzen Tag. L, Prinzi und ich bummelten durch den Vormittag, lasen hin und wieder einige Bücher (vor) oder schauten Serien auf Netflix. Ich swifferte und saugte nebenbei durch die Wohnung. Miro, unser Staubsaugerroboter, kam auch mal wieder zum Einsatz.Kurz nach 16:00 Uhr kam Ms Mama vorbei. Wir ließen uns zunächst von L unterhalten und verließen am Abend trotz des Regens kurz die Wohnung, um frische Luft zu tanken. L hatte großen Spaß bei unserem Regenspaziergang.


Besuch.
Heute Mittag kamen meine Eltern zu Besuch. Wir bestellten Sushi, futterten uns kurz darauf ordentlich satt und brachten im Anschluss in einigen Zimmern Bilder an die Wand an. Unsere Räume wirken gleich viel wohnlicher und lebendiger. ❤ Nachmittags besuchten uns J und J aus Dresden, ehe sie genau dorthin zurückfuhren.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 79

Alltagsschnipsel

Alles Liebe zum ersten Hochzeitstag, mein lieber M! Ich denke an dich (so wie jeden Tag) und wünschte, wir könnten die Papierne Hochzeit heute gemeinsam feiern. 

Nach etwas über siebeneinhalb Jahren schafften M und ich es letztes Jahr, endlich zu heiraten. (Verlobt waren wir bereits seit dem 29. März 2015.) Die Entscheidung und anschließende Hochzeits“planung“ passte sehr gut zu uns. Wir überrumpelten nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Familien, Freunde und Kollegen.
Wir besuchten das Standesamt am 19. September 2019 und heirateten fünf Tage später. 😉 (Die Standesbeamtin hätte uns sogar direkt am Schreibtisch vermählt, aber ein paar Gäste wollten wir dann doch dabei haben.)
M und mir blieben somit nur wenige Tage Zeit, alles für uns Notwendige zu organisieren. Und es klappte! Diese Hochzeit war zwar spontan, aber wunderschön/perfekt. ❤

Ms Schwester und der kleine Baby-M kamen mich am Vormittag im Büro besuchen und brachten mir zum Hochzeitstag einen Blumenstrauß vorbei. Da musste ich gleich ein paar Tränen vergießen. Danke für die schönen Blumen. ❤


Was heute schön war:

Obstkorb.
Es ist Obst im Haus! Im Büro genauer gesagt. Nach seeeeehr langer coronabedingter Pause trudelte heute der erste Obstkorb ein. Wir haben dieses Mal einen anderen Anbieter ausprobiert und eine vielfältigere Auswahl. Ein Großteil des Obstes muss aber über das Wochenende nachreifen.


Malerarbeiten.
Am Nachmittag kam J zu uns nach Hause und strich das Wohnzimmer weiter. (Nach dem morgigen Tag sind wir definitiv fertig.) Dabei betreute sie Prinz. Ich glänzte mit Abwesenheit.

Grill & Greet.
Um vier am Nachmittag traf ich meine Kollegen hinter dem Dom. Dort hat die neue Muttergesellschaft ihren Sitz. Wir lernten nahezu das gesamte Team, bestehend aus Designern, Admins, POs, Entwicklern (…) kennen. Das beste an diesen Menschen: Sie ticken genauso wie wir. Und sie sind genauso verrückt wie wir. Wir haben nahezu mit allen in einer entspannten und lockeren Atmosphäre gequatscht. Zwischendurch gab es leckeres vom Grill. L verbrachte den Nachmittag/Abend mit Ms Mama im Zoopark und trudelte halb acht abends hinter dem Dom (mit einem Blumenstrauß für mich) ein. L erzählte allen Anwesenden ohne Scheu vom Rummel und bekam sogar einen Duplo-Riegel geschenkt. ❤ Ich freue mich schon auf die erste gemeinsame After Work Party.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 78

Alltagsschnipsel

Erst kurz nach Mitternacht machte sich J (aus Dresden) auf den Weg zu ihren Schwiegereltern. Ich schlief recht schnell ein, wurde aber gegen drei Uhr morgens von Prinzi geweckt. Wegen des fehlenden Grundstückszaunes begleitete ich ihn angeleint nach draußen. Nach ein paar Minuten gingen wir zurück in die Wohnung und legten uns wieder schlafen. Leider wälzte ich mich bis zum Weckerklingeln mehr umher als dass ich schlief. 😦

Theorie und Praxis liegen glücklicherweise oft weit auseinander. Ich erzählte unserer Vermieterin C gestern, dass der Nachlassverwalter sie und A wegen der Rückzahlung von Ms Kaution kontaktieren wird. Sie ist sich jedoch ziemlich sicher, dass M vor zwölf Jahren keine Kaution leisten brauchte. Auch von mir werden sie keine verlangen.

Was heute schön war:

Malerarbeiten.
Die liebe J trug heute die zweite Farbe im Wohnzimmer auf, während ich mich um L und Prinzi kümmerte.

Leucht-Räder.
Einen Tag früher als angekündigt, trafen heute Vormittag Ls Leucht-Räder für ihren neuen Roller ein. Ms Papa kam uns abends kurz besuchen und tauschte die Räder aus. L ist nun total happy und saust freudig umher.


Telefonat mit meinem Bruder.
Trotz diverser Störungen während des Telefonats schafften es mein Bruder und ich, uns über die aktuellen Geschehnisse der letzten Tage auszutauschen. In München werden derzeit wieder verschärfte Corona-Maßnahmen umgesetzt. Er bleibt trotzdem optimistisch, dass er uns auch in der nächsten Zeit hin und wieder besuchen darf.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 77

Alltagsschnipsel

Wir nähern uns allmählich dem Vierteljahr. M ist heute vor elf Wochen in den frühen Morgenstunden mehr oder weniger plötzlich, zumindest aber zur Überraschung aller einschließlich ihm verstorben. In diesen elf Wochen ist unglaublich viel passiert. Nach und nach kehrt wieder Ruhe in mein Leben ein und doch wird mich das Thema Nachlass noch einige Zeit beschäftigen. Das Familiengericht hat nun einen Nachlasspfleger bestellt, der gestern unsere Wohnung und Ms Fahrzeuge besichtigte. Er hat nun acht Wochen Zeit, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen. Erst nach Vorlage dieses Verzeichnisses wird das Familiengericht entscheiden, ob auch für L das Erbe ausgeschlagen wird. So lange ist ihre Ausschlagungsfrist gehemmt.

Dass ich gelegentlich blauäugig durchs Leben gehe, merkte ich gestern wieder während des Besuchs des Nachlasspflegers. Die von M vor zwölf Jahren an unsere Vermieter entrichtete Kaution für die Wohnung wird nun von diesen an den Nachlasspfleger zurückgezahlt werden müssen. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss natürlich, dass ich zeitnah eine neue Kaution bei den beiden hinterlegen muss. Da ich durch die Intrige der ehemaligen Muttergesellschaft gezwungen war, das Erbe auszuschlagen, erhalte ich logischerweise nicht einen einzigen Cent. Auch die Witwen- und Halbwaisenrente wurde von Seiten der Deutschen Rentenversicherung abgelehnt.

Heute Nacht schlief ich nicht sonderlich gut. Gegen halb zwölf wachte Prinz auf und war für einige Zeit im Garten verschwunden. Ich musste ihn sogar suchen. Dadurch wurde ich wieder richtig wach. Gegen halb vier träumte L schlecht und fing an zu weinen. Bis zum Weckerklingeln befand ich mich nur noch in einer Art Halbschlaf. Meine Gedanken kreisten unaufhörlich vor allem um die ehemalige Muttergesellschaft. Ich musste feststellen, dass mein Hass auf diese weiterhin in gleicher Intensität besteht. Zudem traf mich die Erkenntnis hart, dass sie mir nahezu alles Positive genommen haben.

Die Zaunarbeiten am Grundstück haben begonnen …


Was heute schön war:

Malerarbeiten.
Ich war heute nützlich(er). Da L ihren Dienstag wieder mit Ms Mama verbrachte, konnten J (aus Dresden) und ich gemeinsam das Wohnzimmer streichen. Wir sind sehr gut vorangekommen und werden diese Woche auch fertig. Zur Belohnung und Motivation gab es abends Sushi.

Vorher – Nachher

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 76

Alltagsschnipsel

Seit gestern hat L in einem Nasenloch leichten (farblosen) Schnupfen. Da sie weder Fieber hat noch ihr Verhalten auf eine ernsthafte Erkältung hindeutet, ging sie heute in den Kindergarten. Es rief auch niemand an.

Unsere Nacht war zum Glück ruhig. Ich stand Prinz zuliebe zweimal gegen 22:00 Uhr auf und ließ ihn kurz raus in den Garten. Er machte sich erst wieder heute Morgen halb sieben bemerkbar. Ich würde mich freuen, wenn es auch in den nächsten Tagen/Wochen so bliebe.

Am frühen Nachmittag stattete mir der vom Amtsgericht bestellte Nachlassverwalter zu Hause einen Besuch ab. Er ging durch alle Zimmer, machte Fotos und nahm Fahrzeugpapiere und -schlüssel der zwei wertvollen Autos mit. 
Ich darf das „Familienauto“, das vom bloßen Angucken schon halb auseinander fällt, kulanter Weise ab sofort gegen eine Nutzungsgebühr weiterfahren. (Ich hoffe, dass ich mein Dienstfahrzeug noch in diesem Jahr in Empfang nehmen kann.) 
Bei Ms und meinem Gemeinschaftskonto wird nun nach dem Kontostand zum Zeitpunk des Todes geschaut. Die Hälfte muss ich demnächst an den Nachlassverwalter abdrücken. (Ich bin dankbar, dass M nicht innerhalb der ersten vier Tage am Monatsanfang verstarb, wenn sich wegen der gemeinsamen Verbindlichen viel Geld auf dem Konto befindet, sonst hätte ich jetzt ein Problem.)
Einige Tränen verdrückte ich, als Ms geliebter Pontiac Trans Am mitgenommen wurde. Es hängen halt doch diverse Erinnerungen an dem weißen Sportflitzer. Dieser Moment brach mir vorhin erneut das Herz.

Was heute schön war:

Spielplatz.
Heute besuchten uns am Nachmittag nach dem Kindergarten M und seine Mama C. Wir spazierten nach einem kurzen Aufenthalt bei uns im Garten zum Spielplatz beim Kressepark, kauften den Kindern ein Eis und ließen sie Enten mit Haferflocken füttern.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 73 bis 75

Alltagsschnipsel

Am späten Freitag Vormittag rief mich ein/der Nachlassverwalter an. Er wird sich am Montag unsere Wohnung und Ms Fahrzeug(e) anschauen, Fotos knipsen und Unterlagen einsehen. (Da das Amtsgericht nun einen solchen Verwalter bestellt hat, gehe ich davon aus, dass auch Ls Erbausschlagung vom Familiengericht genehmigt werden wird. Bisher habe ich nämlich nichts weiter gehört.)

Seit Mittwoch ist Prinz wieder aufmerksam und für sein Alter recht fit. Dennoch wird sich eine Tierärztin in Kürze einen Eindruck von seinem Gesamtzustand machen.
Als ich Prinz Samstag Morgen gegen um sieben zitternd in die Wohnung holte, war es beschlossene Sache: Die (kurze) Zeit des Draußenschlafens ist endgültig vorbei. Letzte Nacht war überraschend erholsam. Ich stand 23:00 Uhr und 03:30 Uhr für wenige Minuten auf, ließ Prinz zum Pinkeln raus in den Garten und freute mich, dass sowohl er als auch ich im Anschluss sofort wieder einschliefen.

In meiner rosaroten Traumwelt verbrachte ich am Samstag Vormittag einen entspannten und lustigen Einkaufsbummel gemeinsam mit L. In der Realität war diese jedoch nölig, quengelig und fordernd/unzufrieden. Ich musste am Samstag ziemlich oft mit ihr schimpfen. Die nächste Einkaufstour mit L wird definitiv erst in sehr ferner Zukunft stattfinden.

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Malerarbeiten.
Am Freitag und Samstag strich J (aus Dresden) unseren Wintergarten und das Badezimmer. Ich kann mich seitdem an dem Anblick des strahlenden Weiß nicht satt sehen. ❤ (Ich besteche/motiviere J im Übrigen mit leckerem selbstgekauften Essen.) Nun fehlt „nur“ noch das Wohnzimmer, dann ist jeder Raum in unserer Wohnung frisch gestrichen. Das Wohnzimmer wird im Übrigen zweifarbig.


Decathlon.
Gestern trafen L und ich uns halb elf am Vormittag mit Ms Papa auf dem Parkplatz vor dem Decathlon. Wir suchten L gemeinsam einen neuen Roller aus und wurden schnell fündig. Da L unbedingt Leucht-Räder haben wollte, dieser Roller jedoch über keine verfügte, bestellte ich zwei über Amazon, die im Laufe der kommenden Woche eintrudeln sollen. Kinder sind so dankbar … 😉


Freie Zeit.
Heute Vormittag spazierten Prinzi, L und ich in Richtung Espachcafé. Dort trafen wir Ms Mama, die sogleich mit L zum Familienkonzert („Peter und der Wolf“) ins Theater lief. Ich machte mich mit Prinz wieder auf den Heimweg und nutzte die freie Zeit, um ein wenig in der Wohnung auf-/umzuräumen, in einem Bastelkatalog zu blättern und nichts zu tun.

Besuch.
Heute Nachmittag kamen meine Eltern mit leckerem Kuchen vorbei. Sie bestaunten die Fortschritte in der Wohnung und brachten die zwei neuen Lampen in der Küche an.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 69 bis 72

Alltagsschnipsel

Seit der Nacht von Sonntag zu Montag schläft Prinz nun (angeleint) im Garten. Dies war nicht meine Idee, sondern vielmehr seine. Und ich liebe sie. Ich konnte seitdem wieder Schlaf finden und fühle mich morgens nicht mehr so gerädert. Nun muss ich mir nur überlegen, wie ich Prinz nachts wärmen kann, wenn die Temperaturen bald im unteren einstelligen Bereich liegen …
Seit Mittwoch geht es Prinz deutlich besser. Seine Wunde am Hinterbein hat sich verkleinert und scheint heilen zu wollen. Ich hatte auch den Eindruck, dass er seine Umgebung viel aufmerksamer wahrnahm als noch vorige Woche.

Am Montag kurz nach dem Mittag verabschiedeten wir mit kleinen Geschenken unseren Kollegen S. Aus der Welt wird er nicht sein, sodass wir hin und wieder erfahren werden, wie ihm seine neue berufliche Aufgabe gefällt.

Dienstag lag Ms Tod zehn Wochen zurück. Vergangene Woche (oder war es sogar noch die Woche davor?!) fühlte ich mich unglaublich verwirrt. Diese Woche war ich wieder die Alte und mein Verstand arbeitete (für meine Verhältnisse) normal. Ich spürte oft den Drang bzw. hatte vermehrt das Bedürfnis, M etwas zu sagen. Wir hielten uns über Jahre hinweg ja in allen Lebenslagen immer auf dem neuesten Stand und schrieben und quatschten über den Tag verteilt sehr viel. Dieser Austausch fehlt mir wirklich sehr. Es schmerzt, immer wieder festzustellen, dass ich ihm nie wieder etwas aus meinem Leben mitteilen kann.


Was in den letzten vier Tagen schön war:

Besuch.
Am Montag kam meine Dresden-Freundin J zu Besuch. Voller Elan und Motivation rührte sie den Tapetenkleister an und reparierte im Badezimmer die Stelle, an der seit mindestens achteinhalb Jahren Tapete herabhing.

Film- & Sushiabend.
L war am Dienstag Mittagskind. Ms Mama holte sie ab und ging mit ihr in den Zoopark. Dort waren sie mit Ms Schwester und Baby-M verabredet. Als ich nach der Arbeit nach Hause kam, gab es anlässlich des 65. Geburtstags unseres Vermieters A Kaffee und Kuchen im Garten. J (aus Dresden) kam wenig später dazu. Am Abend klebten wir den Wintergarten und das Bad ab, aßen selbst bestelltes Sushi und schauten bis Mitternacht den dritten und letzten Teil „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs.“

Verabredung.
Direkt nach dem Kindergarten machte ich mich am Mittwoch Nachmittag mit L und Prinz auf den Weg zu meiner ehemaligen Kollegin A, ihrem Mann und ihrer nunmehr Kleinkind-Tochter A. Während A „Mittagsschlaf“ hielt, spielten L und ich mit so ziemlich allem was wir fanden. Als A schließlich erwachte, kümmerte sich L sehr liebevoll um sie. Abends gab es zur Abwechslung (selbstgemachtes) Sushi. 😉 Prinzi kam leider erst eine Viertelstunde vor Aufbruch zur Ruhe und lief mehrere Stunden unruhig in der Wohnung umher.

Malerarbeiten.
Die liebe J begann heute mit dem Streichen/Weißen unseres Wintergartens aka Esszimmers. Wenigstens beim Abkleben der Türen, Leisten und Fenster konnte ich mich ein wenig nützlich machen.

Vorher – Nachher