Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 98

Alltagsschnipsel

Exakt vierzehn Wochen nach Ms Tod musste ich heute meinen geliebten Prinz, mit dem ich bis auf drei Monate genauso lange zusammen war wie mit M, auf seinem letzten Weg begleiten. Seine letzte Nacht war nicht gut und er signalisierte mir, dass er erlöst werden will. (Das mag komisch klingen, aber das war tatsächlich mein Eindruck.) 

Prinzi fand sehr sanft in den Tod. Ich war die ganze Zeit bei ihm, habe ihn gestreichelt, liebe Worte gesagt und geküsst. Und dabei ist mein Herz gebrochen – erneut in diesem Jahr. Bei meinem Hundekind beruhigt mich allerdings die Tatsache, dass er wirklich alt (laut Tierärztin definitiv älter als die geschätzten zwölf Jahre) geworden ist. Ich denke, er hatte ein gutes Leben bei uns. (Besser geht natürlich allemal, aber es hätte ihn auch schlechter treffen können.) 

Mach‘s gut, mein Freund, wir sehen uns eines Tages wieder! Ich werde dich nie vergessen! Du warst der beste Hund der Welt! ❤


Was heute schön war:

C.
Mitten in der Nacht schrieb ich C, Mama von M, dass es eine Planänderung gibt und ich bereits vormittags mit Prinzi zum Tierarzt gehe, um ihn zu erlösen. Und C begleitete mich. Das war wirklich total lieb von ihr. Tausend Dank! Nachdem ich mich in Ruhe von meinem Hundekind verabschiedet hatte, wärmten wir uns bei einer Tasse Heiße Schokolade im nahegelegenen Cafe auf und liefen anschließend nach Hause zurück.

Laufen.
Seit Tagen meckern meine Beine, dass sie nicht genug Auslauf erhalten. Und Recht haben sie. Ich nutzte den kinderfreien Tag und schmiss mich nach über einem halben Jahr in meine Laufsachen. Drei Kilometer und zwanzig Minuten später war ich zwar bereits zurück, aber ich bin stolz, dass ich mich motivieren konnte. Der Lauf tat nach diesem traurigen Vormittag sehr gut.

Double B.
Spontan verabredete ich mich am Nachmittag mit S und S für den Abend. Da ich unglaublich großen Hunger hatte, schwebte mir ein Besuch in Ms Stammkneipe vor, denn dort gibt es richtig leckere Burger. S war so lieb, rief dort an und konnte den letzten freien Tisch für uns reservieren. Ich aß den Vegan Burger mit Pommes. (So gute Pommes hatte ich schon lange nicht mehr.) Es war ein wunderbarer Abend, den wir hoffentlich bald wiederholen.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 97

Alltagsschnipsel

Die von unseren Nachbarn empfohlene Tierärztin war sehr einfühlsam. Sie hatte sich Prinz angeschaut und mir gesagt, dass sie ihn guten Gewissens (heute) einschläfern würde. Leider arbeitet sie mit einem empathielosen Tierarzt, der in allen Belangen das letzte Wort zu haben scheint, zusammen. Seine Worte, sein Auftreten und seine Einstellung führten dazu, dass Ms Schwester und ich am Mittag fluchtartig mit einem lebenden Prinz die Tierarztpraxis verlassen haben, obwohl ich nach einem kleinen Spaziergang emotional so weit war, mich für immer von ihm zu verabschieden. Morgen Nachmittag gehe ich mit Prinz zu unserem Stamm-Tierarzt, um mir einen zweiten Rat einzuholen.

Was heute schön war:

Ms Schwester.
Ich bin Ms Schwester wirklich sehr dankbar, dass sie mich heute zum Tierarzt begleitet hat. Ich hoffe, dass ich ihr in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise das zurückgeben kann, was sie L und mir in den vergangenen Wochen an Unterstützung und Liebe gegeben hat. ❤

Besuch.
Am späten Nachmittag besuchte uns Ms Mama. Wir spielten zu dritt Memory. (Ich gewann jedes Mal und fand es echt cool, dass L das wieder sehr gelassen nahm.) Der Besuch brachte mir Abwechslung, die ich bitter nötig hatte.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 94 bis 96

Alltagsschnipsel

Was für ein Schock! Ich war bisher wirklich nicht sauer auf M. Doch als ich am Donnerstag Abend feststellte, dass er im Mai 2019 einen nicht unerheblichen Betrag von Ls Depot, bei dem sie Kontoinhaberin ist, auf ein mir unbekanntes Konto auf seinen Namen überwiesen hat, überkam mich große Wut. Mein Puls schnellte auf einhundertachtzig. Es war Ls Geld. Er hätte es mir sagen müssen. (Die Überweisung fand vor dem Erhalt seiner Diagnose statt, was es für mich noch mal schlimmer macht.)

Die Nacht von Samstag zu heute war schlimm. Prinz fiepste und jaulte mehrmals in der Nacht. Ich eilte aufgrund der neuen Geräusche jedesmal herbei. Er schaffte es aus eigenem Antrieb nicht mehr von der Liege- in die Stehposition. Auch so wirkte er ängstlich und ganz anders als noch am Freitag. Morgen werde ich die Tierärztin kontaktieren und um Rat bitten. Vielleicht kann sie Prinz helfen. Ich habe Angst.

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Rummel.
Zum fünften und letzten Mal besuchten L und ich trotz Regenwetters zusammen mit Y und seiner Mama am Freitag den Erfurter Altstadtherbst. Anschließend trafen wir meine Eltern bei einem chinesischen Restaurant und aßen leckere Dinge zum Abendbrot.

Umtopfen.
Die beiden Dresden-Js waren Samstag Mittag so lieb und brachten einen (für mich) neuen Backofen nebst Herdplatte vorbei und tauschten die Geräte aus. Beides ist zwar gebraucht, aber deutlich neuer als mein Backofen und meine Herdplatte bisher.
Meine Freundin J blieb bis zum späten Abend bei uns. Wir fuhren zusammen mit L in den Obi Baumarkt und kauften Zubehör zum Umtopfen meiner Zimmerpflanzen und einen Dampfreiniger. Während L draußen spielte oder unserer Vermieterin C bei der Ernte half, topften J und ich vierzehn Pflanzen um. ❤ (Wir konnten die Pflanzen vor Dankbarkeit jubeln hören.) Zur Belohnung gab es Sushi.

Besuch.
L und ich wollten heute Nachmittag Ms Schwester und Baby-M besuchen. Allerdings war ich zu sehr in Sorge um Prinz und wollte ihn nicht alleine zu Hause lassen. Also kamen Ms Schwester und M zu uns nach Hause. So konnten L und ich die beiden mal wieder sehen. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 90 bis 93

Alltagsschnipsel

Prinzi ist zwar seit Wochen geistig wieder voll dabei, jedoch geht es ihm körperlich zusehends schlechter. Seine Wunde am/beim Hüftknochen ist nach wie vor da und sieht unverändert (schlimm) aus. Auf der anderen Seite entsteht nun auch so eine Wunde. Mein armes Hundi. 😦
Autofahrten machen ihm von Tag zu Tag weniger Spaß. Mindestens einmal, eher zweimal täglich verrichtet er sein großes Geschäft in der Hundebox im Auto. Dieses kommt mir immer mehr wie eine große Kloake vor.
Wenigstens hat sich in der Nacht eine Art Routine eingestellt. Maximal zweimal stehe ich für höchstens zehn Minuten auf und begleite Prinz in den Garten. Er macht dort sein kleines Geschäft und schläft (zum Glück) schnell in der Wohnung wieder ein.

Seit Dienstag ist M dreizehn Wochen tot, seit gestern exakt drei Monate … Wahnsinn!
Ich interessiere mich aktuell sehr stark für den Verbleib der Seele/der Energie. Sogar namhafte Wissenschaftler haben diesbezüglich eine Meinung/forschen nach. (Hokuspokus ist ja nicht so meins.) Erste Erkenntnisse sind unglaublich spannend und auch irgendwie gruselig. Darüber muss ich nachdenken.

Was in den letzten vier Tagen schön war:

Telefonat mit A.
Den Dienstag Abend nutzte ich für ein anderthalbstündiges Telefonat mit A. Er und K machen gerade Urlaub an der Nordsee. Ich freute mich sehr, dass wir Zeit fanden, miteinander zu quatschen. Irgendwann im nächsten Jahr fahren L und ich zu Besuch nach Bonn.

Telefonat mit meinem Bruder.
Mittlerweile brauchen wir feste Termine, wenn wir telefonieren wollen. Entweder ist er ausgebucht oder ich habe Termine/Verabredungen. Gestern Mittag schafften wir es tatsächlich, uns auf den neuesten Stand zu bringen. M plant, Anfang November für eine Woche nach Erfurt zu kommen.

Besuch.
Gestern gegen 16:30 Uhr besuchte uns Ms Papa für eine halbe Stunde. Er schenkte L zehn Euro für den Rummelbesuch. L war darüber sehr glücklich und hat ihren Opa sogar freiwillig umarmt. ❤

Rummel.
Weil L und ich bisher erst (😃) dreimal dort waren, trafen wir uns Mittwoch am späten Nachmittag mit meinen Eltern beim Domplatz und besuchten zum vierten Mal den Erfurter Altstadtherbst. Obwohl Familientag war, war leider nicht allzu viel los. Prinz schlief in der Zeit friedlich bei unserem Vermieter A, der so lieb war, ihn mit zu sich hochzunehmen.

Telefonat mit J.
Gestern Abend telefonierte ich mit J aus Dresden. Sie wird von Freitag bis Sonntag in Erfurt sein und einen Großteil des Samstags mit L, Prinzi und mir verbringen.

Verteidigung.
Mein Kollege R verteidigte heute Vormittag seine Masterarbeit. Ich steckte so gar nicht in der Materie/hatte mich im Vorfeld nicht mit der Thematik beschäftigt, konnte seinem Vortrag aber problemlos folgen und spürte beim Anblick der mathematischen Formeln ein angenehmes Kribbeln. (Da schlägt mein Herz tatsächlich höher und erinnert sich an die guten alten Zeiten, als das Lösen von Gleichungen für mich noch wichtig war.) Ab Mitte Oktober ist R endlich fester Bestandteil unseres Teams. ❤

Arbeit.
Diese Arbeitswoche war bisher wieder äußerst produktiv. Es macht mir unglaublich viel Spaß, Neues anzustoßen/in die Wege zu leiten, an den vielen (internen) Meetings teilzunehmen und Stück für Stück die Fortschritte zu sehen. Auch wenn noch viel zu tun ist, sind wir auf einem guten Weg.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 87 bis 89

Alltagsschnipsel

Verstehe einer die innere Uhr bei Kindern. In der Woche muss ich L nahezu täglich wecken und mit Engelszungen auf sie einreden, damit wir spätestens um acht gemeinsam eine Kleinigkeit am Frühstückstisch essen können. Und am Wochenende? Da ist sie plötzlich um sieben wach und will bespaßt werden. (Ich weiß, dass ich auf einem hohen Niveau jammere.)

Freitag Nachmittag setzte L sich und mich einem Trigger aus. Wir hörten gemeinsam in ihrem Kinderzimmer zweimal das Hörspiel „Der König der Löwen“. Wir blieben beide an der Stelle stark/stabil, als Mufasa, Simbas Papa, starb. Im Vorfeld sprach L allerdings viel von diesem bevorstehenden Ereignis. Sie wollte das Hörspiel erst an dieser Stelle abbrechen, entschied sich aber schnell dagegen. Ich baute die ganze Zeit über Lego und hing meinen Gedanken/Erinnerungen an M nach. Es ist noch nicht so lange her, als M, L und ich gemeinsam die Neuverfilmung schauten. Auch wenn es schmerzte, war es eine gute Idee von L, dieses Hörspiel zu hören. Nur so können wir nach und nach Ms Tod aufarbeiten.

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Teamfrühstück.
Am Freitag stand ich etwas eher auf, um bei den Vorbereitungen des ersten Teamfrühstücks helfen zu können. Obwohl L nur so mittel begeistert war, zeitiger in den Kindergarten gehen zu müssen, und Prinz sein großes Geschäft (wie immer) in der Hundebox im Kofferraum des Autos verrichtete, war ich (über)pünktlich halb neun im Office. Von um neun bis um elf saßen wir zu zwölft (von vierzehn Mitarbeitern) im Konferenzraum beisammen, aßen leckere Dinge, erzählten (viel Unsinn) und lachten (über diesen Unsinn). So entspannt saßen wir wirklich ewig nicht beisammen. ❤ Wir werden ab sofort immer zum Anfang eines Monats ein Teamfrühstück veranstalten.


Lego.
Ich nutzte das Wochenende, um am Lego Technic-Fahrzeug weiterzubauen. Die Teile in der Kiste sind mittlerweile sehr überschaubar. Ich werde sicherlich nicht mehr ewig brauchen. 


Wohnungsputz.
Wie schon oft erwähnt, gehört Wischen oder Putzen im Allgemeinen mit zu meinen meist gehassten Tätigkeiten. Die schöne Lebenszeit! Umso glücklicher bin ich jedes Mal, wenn ich mich doch überwinden konnte, den Swiffer oder Staubsauger zu benutzen. So war es auch am Samstag Vormittag. Ich wischte oder saugte in jedem unserer Zimmer und putzte das Bad. Miro, der Staubsaugerroboter, saugte im Schlafzimmer.

Goldener Herbst.
Samstag Mittag war es wunderschön draußen. Es duftete nach Herbst, die Sonne schien und es war angenehm warm. L, Prinzi und ich besuchten einen Spielplatz im Stadtpark. Wir spielten Paw Patrol und nutzten die Rutsche als Zentrale.
Auch heute Nachmittag schien die Sonne. L, Prinzi und ich spazierten durch den Luisenpark.


Grillnachmittag.
Mein Papa hat sich vor Kurzem einen Elektrogrill gekauft. Gestern Nachmittag probierten wir ihn bei meinen Eltern zu Hause aus. Prinzi schlief die meiste Zeit, L kletterte unaufhörlich auf dem Sessel herum und ich saß an Ort und Stelle und machte gar nichts. 🙂

Rummel.
Zum Abschluss des Wochenendes besuchten L und ich heute Nachmittag den Erfurter Altstadtherbst – zum dritten Mal in dieser Woche. Der Rummel war zum Glück wieder gut besucht.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 86

Alltagsschnipsel

Was heute schön war:

Rummel.
Wetter und Temperatur waren auch heute so ideal/angenehm, dass L und ich nochmals den Erfurter Altstadtherbst besuchten, obwohl wir erst gestern dort waren.
Nach dem Kindergarten machten wir uns zunächst auf den Heimweg. Ich packte den kleinen Rucksack, quatschte kurz mit den Nachbarn, stellte Prinzi etwas zu fressen hin und fuhr kurz nach 17:00 Uhr mit L in Richtung Domplatz.
Die Ampel am Einlass stand auf grün. (Das bedeutet, dass unter zweitausend Besucher anwesend waren. L und ich mussten somit nicht warten.) Trotz Außenbereich und Frischluft müssen alle Besucher ab sieben Jahren während der Dauer ihres Aufenthalts eine Maske tragen. Beim Einlass zeigte ich meine Online-Registrierung und wir durften passieren. L und ich fuhren heute mit jedem Fahrgeschäft, das ihrem Alter entsprechend war. Sie gewann außerdem beim Entenangeln und Dartpfeile auf Luftballons werfen zwei Kuscheltiere (wir haben ja auch so wenige) und schwatzte mir am Süßigkeitenstand ein Flugzeug (neun (!!) Euro) ab.
L war das liebste Rummel-Kind der Welt. ❤ Wir hatten einen tollen Nachmittag/Abend und werden sicherlich Ende der Woche und/oder nächste Woche wieder herkommen.

Hallo Oktober!

Dies & Das

Im Oktober werde ich …

… zwei neue Mitarbeiter begrüßen 
… das erste Teamfrühstück genießen
… mit L den Erfurter Altstadtherbst besuchen
… mit Dresden-J telefonieren und mich über ihren Besuch freuen
… mit A telefonieren 
… mit meinem Bruder telefonieren 
… Spielverabredungen mit anderen Mamas und/oder Papas und ihren Kindern wahrnehmen 
… zur Orchesterprobe gehen
… Sport machen
… mit zwei Freunden frühstücken 
… am ersten Open Space Friday in unserem Office teilnehmen 
… eventuell meinen Bruder in München besuchen

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 83 bis 85

Alltagsschnipsel

Zwölf Wochen … oder vierundachtzig Tage waren am Dienstag bereits seit Ms Tod vergangen. Es ist unfassbar, wie schnell die Zeit vergangen ist und auch weiterhin vergeht. Ob man will oder nicht: Das Leben geht weiter.
L und ich spielen hin und wieder (am liebsten im Park) ihr ausgedachtes Papa-Spiel. Mittlerweile bin ich gefühlsmäßig so stabil, dass ich ihr den Wunsch nach diesem gemeinsamen Spiel gerne erfüllen kann. ❤

Ms Schwester wies mich gestern darauf hin, dass L womöglich ihre Kinderärztin wechseln muss. Durch Ms Tod verlor sie vor einigen Wochen ihr Recht, privatversichert zu sein (und ist nun über mich familienversichert). Ihre Kinderärztin behandelt lediglich und ausnahmslos privatversicherte Kinder … oder Selbstzahler. Bisher sind unsere jährlichen Kinderarztkosten sehr überschaubar. Ich liebäugele somit mit der letzteren Variante. Ls Kinderärztin ist zudem wirklich gut. Ich werde trotzdem noch eine Weile darüber nachdenken (müssen).

Heute trudelte ein Schreiben einer Abrechnungsstelle bezüglich der Kosten für Ms Hautarztbesuch im Mai oder Juni ein. Die Stelle berief sich auf Paragraf 1357 BGB und verlangt von mir trotz der Erbausschlagung die Zahlung der Behandlungskosten. Ich sehe mich nicht in der Verpflichtung, irgendetwas zu bezahlen. Die Angelegenheit werde ich schnellstmöglich dem Nachlassverwalter übergeben. (Ich gehe davon aus, dass Ms Krankenkasse den Betrag schon längst auf sein Konto überwiesen hat. Ich habe auf dieses seit über zwei Monaten keinen Zugriff mehr, der Nachlassverwalter hingegen schon.) Dennoch belasten mich solche Schreiben sehr. Sie setzen mich unter Druck und rauben mir Energie. Ich will das nicht!

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Neue Mitarbeiter.
Am Montag Vormittag trudelte (endlich) der unterschriebene Arbeitsvertrag unseres neuen PO ein. Am Nachmittag gewannen wir eine neue Designerin dazu. Beide beginnen bereits am Donnerstag (1. Oktober). ❤

Sport.
Gestern war ich motiviert … und hatte Zeit nur für mich allein. Diese Energie nutzte ich für acht Sportübungen, aufgeteilt auf vier arm- und vier beinlastige. Heute hatte ich Muskelkater. 🙂

Telefonat mit J.
Über zweieinhalb Stunden telefonierte ich am Dienstag Abend mit J (aus Kassel). Sie teilte mir mit, dass sie derzeit überlegt, sich ein neues berufliches Standbein aufzubauen. Ihre Idee ist wirklich sehr gut. J lud (L und) mich zu sich nach Kassel ein. Sobald mir das möglich ist, werde ich darauf zurückkommen. 🙂

Rummel.
Ich versprach L, dass wir am Mittwoch nach dem Kindergarten auf den Rummel (Erfurter Altstadtherbst) gehen. Rein zufällig ging Ls Kindergartenfreund Y mit seinen Eltern heute auch hin. L und ich fuhren Prinz nach Hause und trafen die drei eine Dreiviertelstunde später auf dem Domplatz. Gemeinsam schauten wir uns alles an und fuhren mit dem ein oder anderen Fahrgeschäft. Vermutlich gehen L und ich morgen gleich wieder hin.


Telefonat mit meinem Bruder.
Wir brachten uns heute Abend auf den neuesten Stand. M wird definitiv Anfang November nach Erfurt kommen. Ob ich Ende Oktober zu ihm nach München fahren kann, steht wegen Prinz und dem Verlauf der Corona-Pandemie noch in den Sternen.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tage 80 bis 82

Alltagsschnipsel

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war grässlich. Ich habe mir nun eingestehen müssen, dass ich seit Ms Tod immer mal wieder unter Schlafstörungen leide. In solchen Nächten kommt mein Kopf einfach nicht zur Ruhe und hält mich vom Schlafen ab. (In allen anderen Nächten ist Prinz der Störenfried.)

Glücklicherweise waren die zwei darauffolgenden Nächte erholsam und ruhig. Ich musste zwar ein oder zwei Mal Prinz zuliebe aufstehen, aber ab ein Uhr morgens war tatsächlich Ruhe. Das darf gerne in den nächsten Tagen und Wochen so bleiben!

Was in den letzten drei Tagen schön war:

Urlaub.
Um das Projekt „Malern im Wohnzimmer“ abschließen zu können, nahm ich am Freitag einen Tag Urlaub. L ging in den Kindergarten. Meine Dresden-Freundin J kam kurz nach halb zehn vorbei und gemeinsam besserten wir das Muster aus. Zwischendrin machten wir immer mal wieder längere Pausen und unterhielten uns. Am Mittag fuhren wir gemeinsam zum Einkaufen und brachten uns eine kleine Portion Sushi mit. Die Malerarbeiten in der gesamten Wohnung sind nun abgeschlossen. Ich freue mich so! ❤

Regentag.
Gestern regnete es nahezu den ganzen Tag. L, Prinzi und ich bummelten durch den Vormittag, lasen hin und wieder einige Bücher (vor) oder schauten Serien auf Netflix. Ich swifferte und saugte nebenbei durch die Wohnung. Miro, unser Staubsaugerroboter, kam auch mal wieder zum Einsatz.Kurz nach 16:00 Uhr kam Ms Mama vorbei. Wir ließen uns zunächst von L unterhalten und verließen am Abend trotz des Regens kurz die Wohnung, um frische Luft zu tanken. L hatte großen Spaß bei unserem Regenspaziergang.


Besuch.
Heute Mittag kamen meine Eltern zu Besuch. Wir bestellten Sushi, futterten uns kurz darauf ordentlich satt und brachten im Anschluss in einigen Zimmern Bilder an die Wand an. Unsere Räume wirken gleich viel wohnlicher und lebendiger. ❤ Nachmittags besuchten uns J und J aus Dresden, ehe sie genau dorthin zurückfuhren.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 79

Alltagsschnipsel

Alles Liebe zum ersten Hochzeitstag, mein lieber M! Ich denke an dich (so wie jeden Tag) und wünschte, wir könnten die Papierne Hochzeit heute gemeinsam feiern. 

Nach etwas über siebeneinhalb Jahren schafften M und ich es letztes Jahr, endlich zu heiraten. (Verlobt waren wir bereits seit dem 29. März 2015.) Die Entscheidung und anschließende Hochzeits“planung“ passte sehr gut zu uns. Wir überrumpelten nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Familien, Freunde und Kollegen.
Wir besuchten das Standesamt am 19. September 2019 und heirateten fünf Tage später. 😉 (Die Standesbeamtin hätte uns sogar direkt am Schreibtisch vermählt, aber ein paar Gäste wollten wir dann doch dabei haben.)
M und mir blieben somit nur wenige Tage Zeit, alles für uns Notwendige zu organisieren. Und es klappte! Diese Hochzeit war zwar spontan, aber wunderschön/perfekt. ❤

Ms Schwester und der kleine Baby-M kamen mich am Vormittag im Büro besuchen und brachten mir zum Hochzeitstag einen Blumenstrauß vorbei. Da musste ich gleich ein paar Tränen vergießen. Danke für die schönen Blumen. ❤


Was heute schön war:

Obstkorb.
Es ist Obst im Haus! Im Büro genauer gesagt. Nach seeeeehr langer coronabedingter Pause trudelte heute der erste Obstkorb ein. Wir haben dieses Mal einen anderen Anbieter ausprobiert und eine vielfältigere Auswahl. Ein Großteil des Obstes muss aber über das Wochenende nachreifen.


Malerarbeiten.
Am Nachmittag kam J zu uns nach Hause und strich das Wohnzimmer weiter. (Nach dem morgigen Tag sind wir definitiv fertig.) Dabei betreute sie Prinz. Ich glänzte mit Abwesenheit.

Grill & Greet.
Um vier am Nachmittag traf ich meine Kollegen hinter dem Dom. Dort hat die neue Muttergesellschaft ihren Sitz. Wir lernten nahezu das gesamte Team, bestehend aus Designern, Admins, POs, Entwicklern (…) kennen. Das beste an diesen Menschen: Sie ticken genauso wie wir. Und sie sind genauso verrückt wie wir. Wir haben nahezu mit allen in einer entspannten und lockeren Atmosphäre gequatscht. Zwischendurch gab es leckeres vom Grill. L verbrachte den Nachmittag/Abend mit Ms Mama im Zoopark und trudelte halb acht abends hinter dem Dom (mit einem Blumenstrauß für mich) ein. L erzählte allen Anwesenden ohne Scheu vom Rummel und bekam sogar einen Duplo-Riegel geschenkt. ❤ Ich freue mich schon auf die erste gemeinsame After Work Party.