Unsere Radtour von Jena nach Bad Kösen

Reisen & Ausflüge

Seit Anfang der Woche freuen M und ich uns auf das Wochenende, denn wir planten eine erste größere Radtour seit zwei Jahren. Ms Mama war so lieb und sagte zu, sich in den Stunden unserer Abwesenheit um Prinzi zu kümmern. L nahmen wir mit.

Erst gestern suchte M eine geeignete Strecke für uns heraus und entschied sich für den Saaleradweg. Geplant war, mit dem Zug nach Jena-West zu fahren und im knapp fünfzig Kilometer entfernten Naumburg in den Zug zurück nach Erfurt zu springen. Etwas Sorgen bereitete mir die Wettervorhersage mit leichtem Regen und Gewitter.

Heute wachten wir kurz nach halb acht auf. L war immer noch etwas warm, hatte aber kein Fieber. (Gestern vor dem Einschlafen und in der Nacht wurde sie merklich wärmer.) Allerdings regnete es aus Eimern und in der Ferne hörten wir es donnern. Unsere Motivation geriet ins Wanken und wir überlegten uns beim Frühstück bereits mögliche Alternativen.

M brachte Prinzi erst mal zu seiner Mama. Ich räumte derweil die Wohnung auf. Kurz nach zehn rief M an und fragte, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass wir den 10:52 Uhr-Zug nach Jena erwischen. In Windeseile packte ich die Fahrradtasche – zum Glück hatte ich bereits gestern eine Packliste geschrieben. M, der kurz nach seinem Anruf eintrudelte, machte die Fahrräder startklar. L hatte auch wieder Normaltemperatur.

Halb elf fuhren wir los in Richtung des zweieinhalb Kilometer entfernten Erfurter Hauptbahnhofs. Dort angekommen, kaufte M zwei Minuten vor Abfahrt des Zuges die Fahrkarten am Automaten, während ich mit L zum Gleis gehen sollte. Leider funktionierte das nicht, denn Fahrrad nebst Kinderwagen sind auf der Rolltreppe nicht gestattet. Um den schmalen Aufzug benutzen zu können, hätte der Kinderwagen erst vom Fahrrad abgekoppelt werden müssen. Der Zug fuhr ohne uns nach Jena. Glücklicherweise fuhr keine zehn Minuten später ein weiterer Zug in diese Richtung.

L fand ihre erste Zugfahrt super spannend. Sie schaute aus dem Fenster und lief später mit M herum. Es war zum Glück nicht voll. Das Umsteigen in Weimar funktionierte ebenfalls problemlos.

Viertel vor zwölf kamen wir am Bahnhof Jena-West an. M montierte den Fahrradträger an sein Rennrad, eine Katze wich in dieser Zeit nicht von unserer Seite und L mümmelte in ihrem Kinderwagen zufrieden an ein paar Keksen ❤

Um zwölf ging unsere Tour los. Wir fuhren zum Bahnhof Jena-Paradies, der direkt am Fluss gelegen ist und gelangten so auf den Saaleradweg Richtung Naumburg. Nachdem M endlich zu meckern aufgehört hatte (aufgrund der verwirrenden Wettervorhersagen waren wir gekleidet wie im Herbst), genoss ich das wunderbare Wetter (von wegen Regen und Gewitter), die tollen Aussichten und erlebte wieder das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das mich bereits vor zwei Jahren auf unserer Radtour von Dresden nach Prag begleitete. L schlief irgendwann in ihrem Kinderwagen ein. Sehr gefallen hat mir die kleine Stadt Dornburg an der Saale ❤

Drei Kilometer vor Camburg machten wir eine Pause. Wir aßen Pommes, setzten uns an die Saale und genossen unseren Aufenthalt. L hätte am liebsten im Wasser gebadet.

Viertel nach zwei fuhren wir weiter. Wir kamen nach wenigen Kilometern am Freibad in Camburg vorbei, dass uns aufgrund seiner Angebote für Kleinkinder sehr gut gefiel. Vielleicht schauen wir eines Tages mit L hier vorbei 🙂 Bei Stöben fuhren wir eineinhalb Kilometer in die falsche Richtung. Beim Wenden stürzte M, fiel auf seinen rechten Arm und das Rennrad landete auf ihm. Die nächsten Minuten war seine gute Laune dahin. Ich hoffe, dass er heute Abend oder morgen nicht weitere Folgen des Sturzes spürt.

Einen Kilometer vor Bad Kösen steuerten wir einen Biergarten an, bestellten uns Getränke und Eis und winkten vorbeifahrenden Schlauchboot-Crews zu 😉 Es war bereits halb vier und wir entschieden uns, um 17:12 Uhr den Zug zurück nach Hause zu nehmen. Bis Naumburg sind wir heute also nicht geradelt.

Halb fünf trafen wir am Bahnhof in Bad Kösen ein. M kaufte unsere Zugtickets und stellte dabei fest, dass seine Hauptgeldkarte fehlte. Er hatte diese am Automaten in
Erfurt stecken lassen 😦 Wir besuchten den angrenzenden Kurpark, planschten mit den Füßen im Wasser, montierten den Fahrradträger wieder an mein Fahrrad und brachen 17:08 Uhr zum Bahnhof auf.

Laut Auskunft sollte der Zug drei Minuten Verspätung haben. Dummerweise haben wir uns darauf verlassen. Zehn nach um fünf fuhr der Zug ein und M hatte gerade erst sein Rennrad durch die Unterführung gebracht. Wie es in solchen Momenten bei uns immer ist, hat sich die Koppelung verschoben, weshalb wir den Kinderwagen nicht von meinem Fahrrad lösen konnten. Hektisch trug M mein Fahrrad, ich den dranhängenden Kinderwagen treppab. Treppauf gestaltete sich jedoch äußerst schwierig. Zum Glück half uns ein Mann, in dem er mir beim Tragen des Kinderwagens behilflich war. Dieser Mann war unsere Rettung. Mit Ach und Krach schafften wir es in den Zug.

Die Fahrt ging zügig vorüber. L konnten wir mit einem Buch, einer Puppe, den Fahrgästen und etwas herumlaufen beschäftigen. Kurz vor sechs kamen wir am Hauptbahnhof in Erfurt an. Wir trafen S mit ihrer Tochter R, plauderten kurz und verabschiedeten uns, als wir Ms Mama mit Prinz erblickten. M fragte an der Information, ob jemand seine Geldkarte abgegeben hatte, was verneint wurde.

Beim Italiener gegenüber vom Haupteingang tranken wir noch etwas. L bekam von Ms Mama eine selbstgenähte Puppe geschenkt. M ließ telefonisch seine Geldkarte sperren. Halb sieben holten M und ich uns beim Arkaden-Döner noch etwas zu essen und fuhren dann mit L und Prinzi nach Hause. L schlief ein.

Zu Hause gab es Abendbrot. L, die schon wieder erhöhte Temperatur hatte, bekam Kartoffelbrei mit Spinat zu essen und ging anschließend ins Bett.

Es war trotz der ein oder anderen hektischen Situation eine wunderbare Radtour. M und ich haben dreiundvierzig Kilometer zurückgelegt. Positiv aufgefallen ist uns die Hilfsbereitschaft zahlreicher Leute in unserem Alter. Das hat uns beide nicht nur überrascht, sondern auch sehr gefreut ❤ Beim nächsten Mal nehmen wir jedoch beide Fahrradtaschen mit, damit wir Kleidung für jede Wetterlage mitnehmen können. In langen Hosen und gefütterten Schuhen soll bei über zwanzig Grad in der Sonne keiner mehr radeln müssen 😉

Unser erster Urlaub im Caravan – Teil 2/2

Reisen & Ausflüge

Am frühen Abend des 12. August standen wir erstmals auf unserer Reise vor einem Problem: Keiner der von uns angefragten Campingplätze hatte für die kommende Nacht noch einen Stellplatz frei. Gerade als wir uns mit dem Gedanken angefreundet hatten, die Nacht außerhalb eines Stellplatzes auf einem abgelegenen Parkplatz zu verbringen, teilte uns der Campingplatz in Sulzberg mit, dass noch eine Fläche für eine Nacht frei sei. Glücklicherweise waren wir nur zwanzig Autominuten von diesem entfernt. Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass der Campingplatz mit zahlreichen Caravans und Zelten übersät war. Entsprechend laut war – vor allem nachts – der Geräuschpegel, sodass wir froh waren, hier nur eine Nacht verbringen zu dürfen.

Den Abend konnten wir nicht genießen. Wir blickten mit besorgter Miene auf die noch verbleibenden Tage. Wir nutzten die Stunden am Abend und schrieben zahlreiche Campingplätze in der Nähe an. Einige reagierten sehr schnell, hatten jedoch keine positive Mitteilung für uns. Uns blieb somit nichts anderes übrig, als am nächsten Tag auf gut Glück nach einem freien Stellplatz zu suchen.

Und wir hatten Glück 🙂 Da wir bereits zur Mittagszeit am nächsten Tag ankamen, ergatterten wir einen der letzten freien Stellplätze auf dem Campingplatz in Blaichach. Der Ort lag nur knapp eine halbe Stunde von Sulzberg entfernt. Wir reservierten gleich für mehrere Tage, da keiner von uns große Lust verspürte, in den kommenden Tagen besorgt umherzufahren und freie Plätze zu suchen.

Mein Bruder traf am Mittag ebenfalls bei unserem neuen Campingplatz ein. Von München aus fährt man keine zwei Autostunden bis nach Blaichach. Wir spazierten an diesem wunderschönen Sommertag einfach drauflos und entdeckten nach kurzer Zeit den Inselsee Allgäu Wasserski- & Wakeboardpark. Bei einem leckeren Essen, Eis zum Nachtisch und kühlen Getränken schauten wir begeistert zu, wie ein Wasserski- bzw. Wakeboardfahrer nach dem anderen elegant über das Wasser glitt. Wir drei verspürten große Lust, irgendwann selbst einen Kurs zu belegen, und nahmen uns ein Prospekt mit 🙂 Mein Bruder bestaunte noch die Inneneinrichtung des Wohnanhängers, ehe er sich am frühen Abend auf den Rückweg nach München machte.

Am nächsten Tag unternahmen wir vier bei dreißig Grad eine Bergwanderung von Rohrmoos zum Piesenkopf über die Alte Piesenalpe. Kurz vor dem Gipfel stand eine Alm, bei der wir einen Kaffee, eine Limonade und eine Käsebrotmahlzeit kauften und neue Kräfte sammelten. L wurde gestillt und auch Prinzi bekam etwas zu trinken.
Auf dem Gipfel angekommen, bestaunten wir die herrliche Aussicht, hielten diese auf einigen Fotos fest und machten uns wieder an den Abstieg. Nach nur wenigen Metern hörte plötzlich der Wanderweg auf und wir standen unmittelbar vor Elektrostacheldrahtzäunen, hinter denen sich Kühe, Kälber und Bullen befanden. Der Wegweiser zeigte exakt in diese Richtung und wir fanden auch nach halbstündiger Suche keinen anderen Weg zurück zum Auto. Uns blieb nichts anderes übrig als unter den Elektrostacheldrahtzäunen hindurchzukriechen. Mit viel Abstand zu den Tieren liefen wir weiter und hofften, unseren Weg wiederzufinden. Ich konnte mit L im Tragetuch unter dem letzten Zaun hindurchkriechen und uns glücklicherweise vor den allmählich näher kommenden Kühen, die nun auch immer lauter werdende Rufe von sich gaben, in Sicherheit bringen. Offensichtlich fühlten sie sich durch uns und vor allem Prinzi bedroht. Ich hatte schreckliche Angst, von einer Kuh zertrampelt zu werden.

Wir mussten leider feststellen, dass unser Weg hinter den Elektrostacheldrahtzäunen nicht weiterging. Ein Umkehren kam für mich allein schon wegen der Kühe nicht in Frage. M suchte uns einen Weg durch das Dickicht – vergebens.
Am späten Nachmittag baten wir unseren Freund A, der über ein einwandfreies GPS-Gerät verfügt, um Hilfe. Glücklicherweise ist ein iPhone in der Lage, die eigenen GPS-Daten ziemlich genau anzuzeigen, weshalb wir ihm diese die nächsten drei Stunden immer wieder durchgaben, damit er uns sagen konnte, in welche Himmelsrichtung wir laufen müssen, um wieder auf einen Wanderweg zu kommen. Leider entpuppte sich der auf unserem iPhone mit spärlichem Netz sowie auf As GPS-Gerät angezeigte Weg als Fluss. Wir kamen nicht weiter und allmählich saß uns die Dämmerung im Nacken. Wir liefen noch eine Weile durch das Dickicht in der Hoffnung, einen Weg zu finden.

Um acht bat ich M, die Bergwacht zu rufen. Nun standen wir vor dem nächsten Problem: Wir hatten nur ab und an Netz. Obwohl ich nach Außen hin noch ruhig wirkte, schob ich bereits leichte Panik, bei zunehmender Kälte mit Baby in den Bergen übernachten zu müssen. Um 20:12 Uhr erreichte M jemanden vom Notruf in Österreich. Dank der GPS-Daten konnten wir unsere Position mitteilen. Der freundliche Mann in der Leitung gab unseren Notruf nach Deutschland weiter. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, ehe uns jemand aus Deutschland zurückrufen konnte. Es war bereits dämmrig, als wir die erlösende Mitteilung erhielten, dort zu bleiben, wo wir sind, da ein Rettungstrupp mit dem Auto unterwegs sei. Zum Glück kam kein Hubschrauber, da ich mir Prinz in einem solchen nicht vorstellen konnte.

Als uns der vierköpfige Rettungstrupp erreichte, war es bereits stockdunkel. Wir liefen nur zweihundert Meter steil bergauf und kamen auf einen Wanderweg – der auch als Forstweg dient -, auf welchem die Autos der Bergwacht parkten. Nach einer zehnminütigen Fahrt kamen wir wieder zum Parkplatz, auf dem unser Auto stand. Unsere Personalien wurden wegen der Rechnung aufgenommen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum fünfundzwanzig Minuten entfernten Campingplatz. Wir säuberten uns oberflächlich und fielen erschöpft, aber froh und unendlich dankbar ins Bett.

Am 15. August unternahmen wir nur einen Spaziergang zum Inselsee Allgäu Wasserski- & Wakeboardpark, den wir zwei Tage zuvor mit meinem Bruder schon besucht hatten, aßen leckere Sachen und ruhten uns von dem Abenteuer vom Vortag aus.

Nur eine Stunde Autofahrt entfernt liegt die Lindau Insel am Bodensee, die wir am darauffolgenden Tag besuchten. Wir parkten etwas abseits vom Stadtinneren und machten einen gemütlichen Spaziergang. Es war wunderschönes sonniges Wetter und der Bodensee lag in seiner ganzen Pracht vor uns. M und ich beschlossen, irgendwann für längere Zeit noch mal wiederzukommen. Wir kauften nochmals einige Postkarten, die ich abends und am nächsten Morgen beschrieb.

Unsere letzte Nacht wollten wir auf einem Campingplatz in Würzburg verbringen. Allerdings lasen wir auf der Autobahn den Ort Rotenburg ob der Tauber und M teilte mir mit, dass er sich diese Stadt schon immer mal ansehen wollte. Wir hatten unglaubliches Glück, noch einen freien Stellplatz für die Nacht zu bekommen, denn nur wenige Stunden nach unserer Ankunft waren beide Campingplätze der Stadt ausgebucht. Am Nachmittag des 17. August suchten wir in der Innenstadt Melee Island von dem Game Monkey Island und wurden auch fündig 😉 Rotenburg ob der Tauber ist wirklich eine sehr schöne Stadt. M und ich wollen eines Tages um die Weihnachtszeit wiederkommen.

Leider endete unser Caravan-Urlaub am 18. August. Wir hielten auf der Rückfahrt in Bad Kissingen, bewunderten die kilometerlangen gepflegten Parkwege, die sich optimal zum Joggen eignen, und aßen eine Kleinigkeit, ehe wir die letzte Etappe nach Erfurt unternahmen.

Zu Hause angekommen, räumten wir den Caravan leer, säuberten und saugten ihn von innen und brachten ihn am nächsten Tag zum Vermieter zurück.

M und ich waren absolut begeistert ❤ Es wird in Zukunft auf jeden Fall weitere Urlaube mit Caravan oder Wohnmobil geben. Der eingeschränkte Platz und das Beisammensein auf engstem Raum hat uns nicht gestört. Wir brauchten zu Hause sogar eine Zeit lang, um uns wieder an den vielen Platz zu gewöhnen 😉

Unser erster Urlaub im Caravan – Teil 1/2

Reisen & Ausflüge

Da L ein so liebes und pflegeleichtes Baby ist, entschieden wir uns vor wenigen Wochen, doch noch in den Urlaub zu fahren. M und ich überlegen, nächstes Jahr mit einem Wohnmobil oder Caravan eine mehrwöchige Norwegen-Tour zu unternehmen. Aus diesem Grund mieteten wir uns für elf Tage einen Wohnanhänger, um zu sehen, ob wir uns auf engstem Raum überhaupt wohlfühlen.

Nachdem der Caravan gebucht wurde, machte ich mich sogleich an die Reisevorbereitungen. Ich schrieb in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mehrere Campingplätze an und fragte nach deren Kapazitäten, denn schließlich wollten wir mit einem Baby und einem Hund in der Hochsaison durch die Ländereien fahren.

Am 8. August gegen 17:00 Uhr starteten wir unser kleines Abenteuer. Wir fuhren los … und kamen nur zehn Meter weit. Das Auto einer Nachbarin wurde leider so ungünstig geparkt, dass wir mit unserem großen Wohnanhänger nicht daran vorbeifahren konnten. Glücklicherweise kam M die Idee, unser Auto vom Caravan abzukoppeln und den Anhänger per Hand an dem geparkten Fahrzeug vorbeizuschieben. Das funktionierte sehr gut und eine halbe Stunde später ging die Fahrt weiter.

Wir wollten an diesem Abend auf einen Campingplatz in der Nähe von Frankfurt am Main fahren. Da die Rezeptionen jedoch zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr schließen und wir mit einem Wohnanhänger auf den Autobahnen nicht schneller als 100 km/h fahren dürfen, verwarfen wir dieses Vorhaben in den ersten zehn Minuten und entschieden uns für einen Campingplatz in Hünfeld Nahe Fulda. Hier blieben wir eine Nacht. Direkt bei diesem Campingplatz befindet sich ein See mit einem großen Waldgebiet, sodass wir nach unserer Ankunft am Abend sowie vor unserer Abfahrt am Vormittag einen ausgedehnten Spaziergang mit Prinzi machen konnten.

Da der von mir ausgewählte Campingplatz bei Frankfurt am Main nicht erreicht wurde, war nun auch der nächste in Lörrach zu weit von Hünfeld entfernt. Wir planten also erneut um und erreichten am späten Nachmittag des 9. August einen wesentlich größeren Campingplatz in Rastatt.

Gleich am nächsten Morgen joggte ich bei aufgehender Sonne drei Mal um den auf dem Campinggelände befindlichen See, der leider nicht mit Hunden betreten werden darf. Nach dem Frühstück liefen wir einen Rundwanderweg beginnend und endend am Alten Schloss zu den Battertfelsen und genossen die wunderbare Aussicht. Im Anschluss besuchten wir noch sämtliche sich an den Kurpark in Baden Baden anschließende Parkanlagen sowie einen liebevoll gestalteten Rosengarten. Letzteren mussten wir ebenfalls getrennt voneinander bewundern, da Hunde keinen Zutritt haben.

Spontan entschieden wir uns, auf dem Campingplatz in Rastatt noch eine weitere Nacht zu verbringen. Als M an der Rezeption unseren Entschluss verkünden wollte, war die Rechnung für zwei Nächte bereits gedruckt. Glücklicherweise war unser Stellplatz noch für eine weitere Übernachtung frei. Wir wurden dennoch darauf hingewiesen, dass wir nicht nochmals verlängern können.

Am nächsten Tag nutzten wir die Gelegenheit, Nahe der französischen Grenze zu kampieren, für einen Besuch in Straßburg. Trotz der gehäuften Vorfälle der letzten Wochen fand beim Passieren der Grenze keine Passkontrolle statt. Da wir durch das La Petite France zur Orangerie laufen wollten, parkten wir unser Auto in einer Tiefgarage direkt in der Innenstadt. Der arme Prinz war nach wenigen Metern von der großen Menschenmasse und dem damit verbundenen Lärm völlig durcheinander. Von daher war es ihm auch nicht zu verübeln, dass er auf den ein oder anderen Hund entsprechend reagierte. Ich habe jedenfalls lange nicht mehr so viele Hunde auf einem Fleck gesehen 😮 Befremdlich wirkten auf uns ebenfalls die bewaffneten Soldaten, die wir vor der Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg antrafen.

Die Orangerie befindet sich am Stadtrand und ist wegen ihrer gepflegten, blumigen Erscheinung definitiv einen Besuch Wert. Hier habe ich das erste Mal seit Jahren wieder Störche gesehen. Auf dem Rückweg zum Auto kauften wir bei einer kleinen Buchhandlung ein paar Postkarten, die ich gleich am Abend im Caravan beschrieb.

Unser Jahreswechsel in Frankenau

Reisen & Ausflüge

Bereits im Januar des vergangenen Jahres kümmerte ich mich um eine Silvesterunterkunft, um erneut dem Feuerwerk entfliehen und Prinz einen entspannten Jahreswechsel bieten zu können. Meine Wahl fiel auf ein Ferienhaus im hessischen Frankenau, welches nur zwei Stunden Autofahrt von Erfurt entfernt liegt. Im Herbst fragte uns ein befreundetes Pärchen, ob sie uns ein paar Tage mit ihren beiden Kindern Gesellschaft leisten können. Das Ferienhaus war glücklicherweise groß genug für sechs Personen und auch von Vermieterseite her stand der Idee nichts im Wege.

Am 30. Dezember reisten M, Prinzi und ich in Frankenau an. Schnell stellten wir fest, dass wir in einem Feriendorf gelandet sind und so gut wie jedes der über einhundertfünfzig Häuser über Silvester und Neujahr belegt war. Auf Lärm durch Feuerwerkskörper mussten wir uns also einstellen.

Unser Ferienhaus bestand aus einem großen Bad mit Dusche und Fenster, einem gegenüberliegenden Schlafzimmer, einem kleinen Flur, einem sehr großen Küch-/Ess- und Wohnbereich mit Kamin sowie einem weiteren Schlafzimmer. In jedem der Schlafzimmer befand sich ein Beistellbett. Da unsere Freunde natürlich gern mit ihren Kindern in einem Zimmer schlafen wollten, räumten wir ein Schlafzimmer so um, dass alle vier dort einen Schlafplatz finden konnten.

Direkt hinter unserem Ferienhaus befand sich ein Wald mit unzähligen Wandermöglichkeiten. Da uns nur noch eine Stunde Helligkeit nach unserer Ankunft zur Verfügung stand, beschlossen M und ich, erst einmal einen Spaziergang mit Prinzi zu machen.

Gleich am nächsten Tag kauften wir beim Bäcker und in einer Kaufhalle, die sich direkt im Ort befanden, die letzten Zutaten für unser am Abend geplantes veganes Raclette ein. Unsere Freunde trafen mit ihren Kindern am späten Nachmittag ein, sodass wir gemeinsam das Abendessen vorbereiten, gemütlich verspeisen und das neue Jahr beginnen konnten. Zu unserer großen Überraschung hatte Prinz in diesem Jahr keine Angst vor dem Feuerwerk. Wir schlossen im Vorfeld die Rollos, zogen die Vorhänge vor die Fenster und ließen die ganze Zeit über Musik laufen. Dennoch gelangte gelegentlich ein lautes Geräusch in das Ferienhaus, doch Prinz bellte nur kurz, legte sich dann freiwillig hin und ließ sich mit ein paar Leckerlies davon überzeugen, dass ihm nichts passiert und wir bei ihm sind. Da ich irgendwann nicht mehr sitzen konnte, ging ich am Neujahrstag morgens halb vier ins Bett; M und R folgten halb sechs 😉

Da nun kleine Kinder im Haus waren, mussten M und ich uns für ein paar Tage vom Ausschlafen verabschieden. An einem Morgen war unser Prinzi ganz besonders niedlich. Ihm war es eindeutig zu früh, um acht schon aktiv zu sein, weshalb er sich in unser Schlafzimmer zurückzog und trotz des Kinderlärms und unserer Geräusche weiter schlief 😀

Am Neujahrstag beschlossen wir, den Wildpark Edersee, der nur eine gute halbe Stunde Autofahrt von unserem Ferienhaus entfernt lag, zu besuchen. Am besten ging es den Wildschweinen und Rehen, da diese Tiere über die größten Behausungen verfügten. Am meisten leid taten mir die zwei Luchse, die Wölfe und die Greifvögel, die in sehr kleinen Käfigen ein eher trostloses Bild abgaben. Die Kinder interessierten sich eher weniger für die Tiere und waren die meiste Zeit über beschäftigt, zu essen, herumzurennen, sich zu verstecken oder fangen zu spielen 😉

Da unsere Freunde in Dublin wohnen und dort aufgrund zu milder Temperaturen im Winter kaum Schnee fällt, war es für die Kinder eine große Freude, als zwei Tage später eine ordentliche Schneedecke liegen blieb. Leider hatte J Ohrenschmerzen, weshalb nur sein großer Bruder, seine Mama, M, Prinzi und ich nach Winterberg zum Rodeln fahren konnten. Während M und T über eine Stunde rodelten, gingen S, Prinz und ich in der Gegend spazieren. Zum Abschluss unseres Ausflugs kehrten wir im Panorama-Café ein, verspeisten einen veganen Burger mit Pommes und wärmten unsere tiefgefrorenen Hände und Füße wieder auf.

S, R, T und J verließen uns am 4. Januar wieder. Prinz ließ sich in den vergangenen Tagen wieder einiges von den Kindern gefallen und ertrug sein Schicksal überaus geduldig. Wenn ihm der Trubel doch zu viel wurde, gaben M und ich uns die allergrößte Mühe, die Kinder davon zu überzeugen, den Hund in Ruhe zu lassen. Ich bin wirklich dankbar, einen so kinderlieben Hund zu haben 🙂

Nach der Abreise unserer Freunde standen M, Prinz und mir noch drei volle Tage bis zur Abreise zur Verfügung. Da wir uns in den letzten Tagen kaum bewegt hatten, gingen wir zwei Mal in der Nähe von Schloss Waldeck wandern und ein Mal im AquaPark Baunatal schwimmen. Die beiden Wanderungen, die um einen Stausee herumführten, waren jedes Mal sehr schön. M und ich können diese Gegend für ausgedehnte Wanderungen nur weiterempfehlen. Ich konnte auch endlich meine zu Weihnachten geschenkt bekommenen Nordic Walking Stöcke ausprobieren und bin mit diesen überaus zufrieden 🙂

Unser Jahreswechsel war dieses Mal sehr abwechslungsreich und wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Unsere Radtour von Dresden nach Prag – Teil 2/2

Reisen & Ausflüge

Nach einem sehr guten Frühstücksbuffet im hoteleigenen Restaurant verließen M und ich um 11:30 Uhr die Stadt Děčín, um mit den Bikes in das circa achtzig Kilometer entfernte Štětí, zu deutsch Wegstädtl, zu fahren. In dieser Stadt befand sich unsere Unterkunft für die Nacht. Bei Sonnenschein und durchschnittlich 32 Grad Celsius fuhren wir teils Holper- und Feldwege, teils Landstraße. Bei letzterer war außer uns jedoch so gut wie kein anderer Verkehrsteilnehmer unterwegs.

Da wir wieder unser allmorgendliches Start-Foto schießen wollten, hielten wir bereits nach wenigen Kilometern an. Eine richtig passende Stelle konnten wir dieses Mal leider nicht finden. Wir entschieden uns deshalb, direkt auf dem Radweg stehen zu bleiben. Die Aussicht auf ein dahinter befindliches Dorf hatte M und mich angesprochen. Es gab zur Motivation wieder einen Guter Start-Saft, sodass den ersten zwanzig Kilometern unserer Tagestour nichts mehr im Wege stehen konnte.

Unsere erste Pause machten wir in Ústí nad Labem, zu deutsch Aussig an der Elbe. Es handelt sich um die achtgrößte Stadt Tschechiens. Wir fanden schnell einen kleinen Lebensmittelladen und deckten uns mit Riegeln, einer neuen Wasserflasche sowie zwei Büchsen Mangosaft ein. Wir ließen uns anschließend für etwa eine halbe Stunde bei einem zum Bungalow-Dorf gehörenden Imbiss mit kleinem Schwimmbecken kurz vor dem Ortsausgang Ústí nieder. M und ich teilten uns eine Portion Pommes mit Ketchup und aßen jeder noch ein Eis. Kurz vor unserem Aufbruch spielten M und ich mit den im Schwimmbecken befindlichen Wasserbällen und verschafften uns so noch ein wenig Abkühlung 😀

Etwa 24 Kilometer später machten wir Rast in Litoměřice, hierzulande bekannt als Leitmeritz. Diese Stadt liegt südlich des Böhmischen Mittelgebirges am rechten Elbufer und zählt knapp über 24 000 Einwohner. Es war bereits kurz nach halb vier und M und ich waren hungrig. Wir fuhren etwas bergauf in das Stadtinnere und fanden eine Art Marktplatz mit unzähligen Restaurants. Wir ließen uns in einem Burger-Restaurant nieder und stellten überrascht fest, dass sogar ein vegetarischer Burger mit Pommes im Angebot war. Gestärkt und zufrieden verließen wir das hübsche Städtchen und machten uns auf den Weg nach Roudnice nad Labem, zu deutsch Raudnitz an der Elbe.

Da wir nun wieder 25 Kilometer hinter uns gelassen hatten und sichtlich erschöpft waren, machten M und ich noch einmal kurz Pause und tranken die zuvor in Ústí gekauften Büchsen Mango-Saft. Wir saßen eine Weile auf einer Bank direkt an einer stark befahrenen Kreuzung und beobachteten die Leute. Motiviert, nur noch acht Kilometer bis Štětí vor uns zu haben, der Stadt, bei der sich unsere Unterkunft für die Nacht befand, machten wir uns wieder entlang der Elbe auf den Weg.

Vom Ortseingang Wegstädtl bis zu unserer Unterkunft war es glücklicherweise nur noch ein Kilometer zu fahren. Kurz vor acht Uhr abends erreichten wir das Hotel, in welchem sich auch ein Restaurant befand. Das Zimmer war angemessen groß und wir genossen nach dieser anstrengenden Tour bei der Hitze eine kalte Dusche. Wir schlüpften wieder in unsere normalen Sommersachen und begaben uns runter ins Restaurant. In Děčín hatte es bereits wunderbar geklappt und der Kellner dort wusste, dass ein Colabier auch Diesel heißt. Ich dachte mir also, ich bestelle wieder ein Diesel. Die Kellnerin schien mich nicht zu verstehen, weshalb ich wieder Colabier sagte. Gebracht wurde mir letztendlich eine Cola und ein Bier 😀 Das stellte natürlich absolut kein Problem dar, mixte ich mir beide Getränke einfach zu einem Diesel zusammen. M und ich aßen jeder eine Portion Nudeln mit Bärlauchpesto sowie einen Nachtisch und tranken zwei Getränke. Wir zahlten wieder nur um die 15 € für alles zusammen.

Auch in Štětí war das Frühstücksbuffet zu unserer Zufriedenheit und wir konnten uns für die anstehenden letzten siebzig Kilometer bis Prag satt essen. Natürlich begleitete uns heute auch wieder die Sonne, allerdings kamen schon die ersten Wolken und leichter Nieselregen für wenige Minuten zum Vorschein. Dreißig Grad hatten wir trotzdem. Halb elf ging unsere Fahrt los.

Gleich auf den ersten Kilometern, die entlang der Elbe führten, begleitete uns ein Jetski, der einen Mann auf Wasserskiern hinter sich herzog. Der Mann hatte sichtlich Spaß. Auch uns machte das Zusehen große Freude. Wir hielten kurz an, tranken wieder unseren Guter Start-Saft und fuhren noch eine Weile neben dem Jetski her.

Wir fuhren bis Mělník, einem circa dreißig Kilometer vor Prag gelegenen Städtchen, an dem Elbe und Moldau zusammenfließen. Hier endete unser Elberadweg und M und ich wechselten auf den Moldauradweg. Der Elberadweg war von Dresden bis nach Mělník wirklich einwandfrei ausgeschildert, sodass wir die Kilometer ohne Probleme nur so schrubben konnten. Leider änderte sich das auf dem Moldauradweg. Es gab natürlich eine Beschilderung, allerdings mussten M und ich an mehr als nur einer Stelle wirklich ausgiebig nach dem Weg suchen und waren uns ab und an nicht sicher, überhaupt noch richtig zu sein.

Etwa zwanzig Kilometer vor Prag teilte sich plötzlich der Weg. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir uns für den anstrengenderen entschieden hatten. Wären wir geradeaus weiter gefahren, hätten wir nicht nur Kilometer und Zeit sparen können, sondern auch unsere Kräfte. Wir entschieden uns aber für den linken Weg, der etwa drei (!) Kilometer nur bergauf führte, und zwar so steil, dass es nach einer Weile einfach nicht mehr zu fahren ging. Da sich mein rechtes Knie wieder leicht bemerkbar machte und meine Gangschaltung nur begrenzt zur Verfügung stand, schob ich leicht frustriert mein Rad den endlosen Berg hinauf. Schnell war dies aber vergessen, als eine etwa drei Kilometer rasante Abfahrt hinunter zur anderen Seite des Bergs auf M und mich wartete 😉

Wir kamen abends um sieben in Prag an, checkten in unserem Hotel ein und machten uns nach einer verdienten Dusche auf den Weg in die Innenstadt. Zu unserer großen Freude fanden wir sogar ein veganes Restaurant. Unser einziges Problem bestand darin, uns ein Gericht aus der seitenlangen, super lecker klingenden Speisekarte auszusuchen 😉 Da wir bisher kein Geld umgetauscht hatten, holten wir dies nach dem Essen bei einer an jeder Straßenecke befindlichen Wechselstube nach. Die Gebühr hierfür war unverschämt hoch und M und ich ärgerten uns kurz darauf umso mehr, als wir eine kostenlose Umtauschmöglichkeit entdeckten. Wir tranken noch ein Bier in einem Irish Pub und suchten uns anschließend eine Location, die noch nicht so überlaufen war. Doch auch an diesem Ort konnten wir unser Getränk nicht in Ruhe genießen, da neben lautstark grölenden britischen und deutschen Touristen plötzlich zig Motorräder immer wieder ihre Runden drehten.

Am Sonntag stand eine Stadtbesichtigung auf dem Programm und M und ich entschieden uns für einen Hop on Hop off-Bus. Bei dieser Variante kann an jeder beliebigen Haltestelle aus- und später wieder in den nächsten Bus eingestiegen werden. Wie sinnlos diese Entscheidung war – in Prag sind sämtliche Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar – merkten wir, als in unserem Bus die Klimaanlage bei über dreißig Grad Außentemperatur nicht funktionierte. Wir fuhren also zunächst in einem Backofen umher und hörten uns den gelangweilt vorgelesenen deutschen Text zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten an. Als es uns zu heiß wurde, stiegen wir aus und liefen die einzelnen Stationen zu Fuß ab.

In unserem Hop on Hop off-Ticket mit inbegriffen war eine einstündige Schifffahrt, die wirklich viel Spaß machte und bei der wir bei Kaffee und einem leckeren Zwischenimbiss noch einiges von Prag sehen konnten.

Am frühen Abend holten wir unsere Fahrräder wieder ab, die wir trotz der Tatsache, bereits im Hotel ausgecheckt zu haben, den Tag über dort stehen lassen durften. M und ich machten uns auf den Weg zum Hauptbahnhof und stellten fest, dass die Gleise anders als in Deutschland erst zwanzig Minuten vor Abfahrt bekannt gegeben werden. Die knapp zweistündige Zugfahrt bis nach Dresden verlief ohne besondere Vorkommnisse. Leider ließ sich im Abteil kein Fenster öffnen. Klimaanlagen gab es auch nicht. Auf der Rückfahrt regnete es die ganze Zeit in Strömen und M und mir wurde bewusst, was für ein unglaublich großes Glück wir bei unserer Radtour mit dem Wetter hatten.

In Dresden angekommen, radelten wir die wenigen Kilometer bis zu unserem Hotel. Wegen eines Kreditkartenlesefehlers erhielten wir erneut ein Upgrade und fanden uns nun in einem Komfortzimmer mit super schönem Ausblick auf die Dresdner Altstadt wieder 😀 Wir bestellten uns das Abendessen aufs Zimmer. Weder M noch ich hatten sowas jemals zuvor gemacht, weshalb wir beide davon ausgingen, dass die Kosten hierfür auf die Hotelrechnung gesetzt werden. Schnell wurden wir aber eines Besseren belehrt, als der Lieferant bezahlt werden wollte. M und ich sind nach dem Duschen nur in Bademäntel geschlüpft und hatten unsere Portemonnaies nicht griffbereit. Wir wühlten hektisch unsere Taschen durch, bemerkten aus dem Augenwinkel, dass der Hotelangestellte vor Verlegenheit nicht wusste, wohin er gucken sollte, konnten unsere Bestellung aber nach einigen Minuten bezahlen. Nach dem Essen gingen wir runter in die Hotelbar und ließen den letzten Abend bei einem Glas Rotwein ausklingen.

Wieder in Erfurt angekommen, musste ich feststellen, dass eine weitere Flasche mit Zitronenlimonade in meinen Fahrradtaschen ausgelaufen war.

Diese Radtour war einfach fantastisch ❤ Es hat vom Wetter, den Unterkünften, dem Essen und der Stadtbesichtigung alles gepasst und viel Freude gemacht. Ich hoffe sehr, dass M und ich das irgendwann wiederholen werden.

Unsere Radtour von Dresden nach Prag – Teil 1/2

Reisen & Ausflüge

In unserem Radreiseführer erweckte im Frühjahr dieses Jahres die für sieben Tage ausgelegte Tour von Prag nach Dresden unsere Aufmerksamkeit. Da wir jedoch nicht so viel Zeit hatten, beschlossen wir, von Dresden nach Prag in nur drei Tagen zu fahren. Ein weiterer Tag sollte der Besichtigung von Prag zu Gute kommen. Für unsere Verhältnisse sehr zeitig, suchten wir bereits über zwei Monate vorher die Zwischenstopps nebst Unterkünfte heraus.

Einen Tag vor unserer geplanten Anreise in Dresden war schon so gut wie alles vorbereitet. Die vier Fahrradtaschen, die nur mit dem Nötigsten gefüllt wurden, sowie unser Proviant-/Erste Hilfe-Rucksack standen abfahrbereit im Flur. Die Wetter-App sagte hervorragendes Wetter voraus, weshalb überwiegend leichte Sommerbekleidung den Weg in unsere Taschen fand. Da an einem Tag auch ein Gewitterbild auftauchte, packte ich sicherheitshalber auch Regensachen mit ein.

Nach der Arbeit am Mittwoch bereitete ich den Rest vor. M und ich machten uns zuerst auf den Weg zu M und P, die so lieb waren, sich auf einen längeren Aufenthalt mit Prinzi einzustellen und ihn für die Zeit unserer Abwesenheit zu bespaßen. Da für Prinz die Umgebung schnell interessanter als unser Fortgehen war – ich hatte zumindest mit einem Bellen seinerseits gerechnet 😉 -, machten wir uns auf den Weg zu Ms Mama, um sein Tourenrad abzuholen. Wir montierten das Bike neben meinem auf dem Fahrradträger, aßen noch eine Kleinigkeit beim Döner um die Ecke, fuhren zur Packstation, um noch etwas wichtiges für die Reise abzuholen, und holten Geld bei der Sparkasse. Mir kam noch die grandiose Idee, ein Bier sowie ein mit Lemon gemixtes Bier für den Abendausklang in Dresden mitzunehmen.

Aufgrund unserer Bummelei in Erfurt erreichten wir erst kurz vor 23 Uhr unser Hotel in der Dresdner Altstadt Nahe der Frauenkirche. Uns wurde ein Platz in der zum Hotel dazugehörigen Tiefgarage angeboten, den wir aufgrund unserer Bikes dankend annahmen. Die Einfahrtshöhe betrug nur 1,90 Meter und wir waren froh, dass unsere Bikes nicht oben auf dem Dach, sondern hinten angebracht waren. Wir haben ewig gebraucht, ehe wir einen freien Parkplatz fanden – später an der Rezeption stellte sich heraus, dass es auch nur noch diesen einen freien Platz gab -, bemerkten jedoch nach einem aufwendigen Einparkmanöver recht schnell, dass unser Auto mit den Bikes hinten dran viel zu lang für diesen Stellplatz war und gut einen halben Meter überstand. M schaffte es irgendwie, in der viel zu engen Tiefgarage rückwärts auszuparken und viele Meter rückwärts Richtung Ausgang zu fahren – ein Wenden war nicht möglich. Lustigerweise befand sich nur drei Straßen vom Hotel entfernt ein öffentlicher Parkplatz, der uns nur 3 € statt der vom Hotel geforderten 22 € kostete 😀

Unser gebuchtes Zimmer lag im zweiten Obergeschoss des Hotels. Wir schlossen auf … und landeten in einem Raucherzimmer?! Da wir beide Nichtraucher sind und es sich um ein wirklich schlimm nach Rauch riechendes Zimmer handelte, machten wir uns wieder auf den Weg zur Rezeptionsdame und schilderten ihr unser Problem. Das Hotel verfügte über keine Raucherzimmer, weshalb ein Gast widerrechtlich geraucht haben musste. Als Entschuldigung für diese Unannehmlichkeit wurde uns eine Juniorsuite in der vierten Etage ohne Aufpreis angeboten. Da haben M und ich natürlich nicht nein gesagt 😉

Wir vermuteten, dass die hoteleigene Cocktailbar zu teuer für einen Absacker sein würde und begaben uns in die Dresdner Altstadt, die sich direkt vor dem Hotel erstreckte. Im Außenbereich einer Champagner Lounge, die als einzige noch nicht schließen wollte, machten wir es uns gemütlich und bekamen beim Anblick der viel zu überteuerten Preise einen Husten- und Lachanfall. Dummerweise sind M und ich von der Sorte Mensch, die eine Location nicht ohne Bestellung wieder verlassen. So kam es, dass jeder von uns ein Glas Rotwein für 14,50 € bestellte. Die Karte bot zudem einen Snack-Teller für 8,50 € an, den wir in Erwartung von ein paar Nüssen, Salzstangen und Chips oder Flips mit dazu bestellten. Serviert wurden ausgefallene Nusssorten, vier Pralinen und eine Auswahl an Trockenobst, das M und ich nicht allzu gern essen. Mit 40 € weniger im Portemonnaie verließen wir die Champagner Lounge und gingen zurück ins Hotel. Auch wenn der Wein wirklich vorzüglich schmeckte, war es doch eine sinnlose Geldverschwendung.

Nach dem zeitigen Check out am Donnerstag Morgen machten wir uns auf den Weg, einen schönen Platz in einem Café zu finden, um dort entspannt zu frühstücken. Die vom Hotel fürs Frühstück geforderten 40 € waren uns schlicht und ergreifend zu teuer. Gesättigt vom wirklich sehr leckeren Frühstück begaben wir uns noch in einen Fahrradladen, um eine Fahrradpumpe sowie zwei Fitnessriegel für unterwegs zu kaufen. Mit nur geringem Aufwand fanden wir anschließend in einem Wohngebiet einen kostenlosen freien Parkplatz, auf dem unser Auto bis zum Montag bedenkenlos stehen bleiben konnte.

Mittags um zwölf war es endlich soweit und unsere dreitägige Fahrradtour in Richtung Prag startete. An diesem Abend wollten wir das von Dresden aus circa achtzig Kilometer entfernte Děčín erreichen. Der Tag startete sehr sonnig und warm und eine gelegentlich auftauchende Wolkendecke sorgte für ein wenig Abkühlung. Dennoch lag die Temperatur bei durchschnittlich dreißig Grad. Wir fuhren die ersten Meter noch auf den Dresdner Straßen, fanden aber sehr schnell den Elberadweg. Wir kamen tatsächlich nur fünf (!) Kilometer voran – überwiegend auf einer sehr holprigen Strecke -, bis ich plötzlich an meinem Bike feststellte, dass einer der Schalthebel vorn auf der linken Seite abgebrochen ist 😮 Glücklicherweise befand sich nur wenige Kilometer von unserem Standort entfernt ein Fahrradladen. Mit einem neuen Schalthebel konnte mir zwar nicht gedient werden, aber es war zumindest möglich, vom schweren auf den mittleren Gang umzustellen. Der Mitarbeiter sprach mir noch ein Verbot aus, links zu schalten, sicherte mir aber zu, dass ich auf der rechten Seite jeden einzelnen Gang problemlos einstellen kann. Mit dieser Information machten wir uns endlich auf den Weg in das zwanzig Kilometer entfernte Pirna.

Als ob wir nicht schon spät genug dran waren, befand sich mitten auf dem Elberadweg plötzlich eine Baustelle sowie der Hinweis, dass bis Pirna eine Umleitung zu fahren ist. Aus den zwanzig Kilometern wurden dreißig. Die erste Fähre zum anderen Ufer nahmen wir aus dem Grund nicht, da Pirna auch auf unserer Seite erreicht werden konnte. Nachdem wir jedoch einen für unsere Bikes mit Taschen viel zu engen Weg passieren mussten und der auf unserer Uferseite befindliche Weg bis Pirna gesperrt war, setzten wir doch noch mit einer Fähre über und befanden uns endlich wieder auf einem asphaltierten Fahrradweg.

Die nächsten 25 Kilometer bis Bad Schandau gingen zügig voran und verliefen ohne Störungen. Wir machten fünfzehn Kilometer vor Děčín, zu deutsch Tetschen, noch einmal Rast, aßen unsere Fitnessriegel und tranken den Guter Start-Saft. Die letzten Kilometer gingen nur sehr langsam vorbei und waren auch anstrengend. Abends halb sieben erreichten wir endlich die Stadt, in der wir die Nacht verbringen wollten.

Sobald die ersten Häuser zu sehen waren, schauten wir bei Google Maps nach, wo sich in Děčín unsere Unterkunft befand. Mit Erschrecken stellten wir fest, dass sie außerhalb lag und von unserem Standpunkt aus nochmals acht Kilometer zu fahren sind. Müde und mit wenig Motivation machten wir uns auf den Weg, die Unterkunft zu suchen, gaben aber auf, als uns das Navi über die Autobahn schicken wollte. Wir schauten online nach anderen verfügbaren Hotels und fanden eines in nur zwei Kilometern Entfernung. Wir erreichten kurz vor um acht das auf einem Berg befindliche Vier-Sterne-Hotel, welches tatsächlich noch ein Doppelzimmer für uns frei hatte.

Erfreulicherweise gehörte zum Hotel auch ein Restaurant, welches wir nach einer ausgiebigen Dusche und der ernüchternden Feststellung, dass ein Bier in unserem Rucksack ausgelaufen und teilweise auch in meine beiden Taschen gewandert ist, sofort aufsuchten. Jeder von uns aß eine Portion Gnocchi mit Spinat sowie eine halbe Portion Pommes. Obwohl insgesamt noch vier Getränke hinzu kamen, bezahlten wir inklusive Trinkgeld gerade mal 14 €. Bevor wir erschöpft einschliefen, schauten wir noch eine halbe Folge unserer derzeitigen Serie The Wire, wegen der wir extra einen externen BluRay-Player mitgenommen haben.

42. Thüringer Burgenfahrt

Reisen & Ausflüge

Um in knapp anderthalb Wochen die dreitägige Radtour von Dresden nach Prag gut zu überstehen, ließ ich es mir heute trotz vorhergesagter 38 Grad Celsius nicht nehmen, das erste Mal mit M an der Thüringer Burgenfahrt teilzunehmen. Der Name klingt allerdings schlimmer, als die Tour ist. Es handelt sich um eine recht gemütliche Fahrt von Jung und Alt ohne Zeitmessung zu den Drei Gleichen, die aber nicht mit dem Rad erklommen werden müssen 😉

Wir starteten um halb zehn bei gut 28 Grad vom Leipziger Platz aus in Richtung Theaterplatz. Da mit vielen Teilnehmern gerechnet wurde, nahmen M und ich es mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Start vom Theaterplatz sollte nämlich um 09:30 Uhr sein. Wir trudelten auf unseren Bikes kurz nach halb 10 ein … und stellten fest, dass alle weg waren 😮

Wir kauften uns schnell eine der in diesem Jahr blauen Startkarten und fuhren über die Alfred-Hess-Straße und Motzstraße zum Fahrradweg von Erfurt-Hochheim nach Erfurt-Bischleben in der Hoffnung, die anderen noch einzuholen. Wir wechselten nach einer Weile auf den Fahrradweg in Richtung Ingersleben und entdeckten endlich eine Gruppe von Bikern zwischen Erfurt-Bischleben und Ingersleben. Wir gesellten uns glücklich dazu, nahmen dankend einen Becher Wasser entgegen und fuhren dann in der Gruppe im Schlepptau mit Kranken- und Polizeiwagen nach Neudietendorf.

In Neudietendorf kamen zwei Familien auf die grandiose Idee, sich links und rechts von der Straße mit Wasserschläuchen hinzustellen und auf die vorbeifahrenden Radfahrer zu zielen. Das war bei der Hitze eine willkommene Erfrischung, auch wenn man bereits nach gut 5 Minuten schon wieder trocken war 😉 Die letzten paar Kilometer bis Freudenthal, unserem Zielort, führten über Apfelstädt. Auch hier standen ein paar Freiwillige von der Feuerwehr mit Wasserschläuchen bereit und sorgten erneut für eine kleine Abkühlung.

Am Ziel angekommen, erwartete uns ein größerer Platz mit Fressbuden, Hüpfburgen, Verkaufsständen und vielem mehr. Da der gesamte Platz der prallen Sonne ausgesetzt war, flüchteten M und ich in den Biergarten der Gaststätte Freudenthal. So konnte ich eine angenehm gekühlte Himbeer-Brause genießen.

Unsere Hundebetreuung sollte mittags um eins enden, weshalb wir bereits um 11:30 Uhr den Heimweg antraten. Die Fahrt ging bis nach Ingersleben sehr zügig voran und wir lagen sehr gut in der Zeit. Zwischen Ingersleben und Erfurt-Bischleben stand plötzlich ein Hund mitten auf dem Weg – von Herrchen oder Frauchen war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Der Hund war sehr ängstlich und rannte plötzlich in Richtung Ingersleben. Da wir beschlossen hatten, die Feuerwehr zu kontaktieren, eilte M auf seinem Rennrad in einem Mordstempo dem Hund hinterher, um ihn festzuhalten. Hierbei wechselte der Hund immer wieder zwischen Straße und Fahrradweg. Irgendwann kurz vor Ingersleben traf M auf das Herrchen, der sich zwar bedankte, auf uns jedoch keinen verantwortungsvollen Eindruck machte. Am liebsten hätte ich ihm noch mal verdeutlicht, dass sein Hund bei der Hitze hätte sterben oder gar überfahren werden können. Ich beherrschte mich jedoch und es ging zurück zum Leipziger Platz, an dem wir kurz nach 13:00 Uhr ankamen.

Alles in allem war es eine sehr schöne Radtour, die wir sicher in Zukunft noch das ein oder andere Mal mitmachen werden. Wir haben insgesamt knapp 47 Kilometer zurückgelegt, weshalb ich für unsere Radtour Mitte Juli optimistisch gestimmt bin. Prag, wir kommen! 😉

Ein Wochenende an der Mosel

Reisen & Ausflüge

Im Januar dieses Jahres vereinbarte ich mit meiner Kollegin ein für M und mich hundefreies Wochenende. Da die beiden selbst gern einen Hund hätten, derzeit aber der nötige Platz fehlt, leihen sie sich ab und an gern mal unseren aus. Wir einigten uns schnell auf Ende Juni und freuten uns, dass Prinzi die paar Tage so gut aufgehoben sein würde.

Obwohl das Wochenende immer näher rückte, hatten M und ich weder einen Plan, wohin wir überhaupt fahren, was wir besichtigen und erleben wollten – es sollte definitiv etwas sein, das nur schwer mit Hund möglich gewesen wäre -, noch entsprechende Unterkünfte herausgesucht. Einzig das Wetter wurde sehr sonnig und warm sowie regenfrei vorhergesagt. Von mehreren Seiten wurde uns die Mosel wärmstens empfohlen. Diesen Vorschlag nahmen wir dankend an und einigten uns schnell auf die Orte Cochem und Zell im Landkreis Cochem-Zell. Da ich innerlich unruhig wurde, buchten wir zwei Tage vor Beginn unserer kleinen Reise ein Hotel in Cochem, welches sich direkt in ruhiger Waldlage befindet.

Dank des wunderbaren Wetters konnte M sich einen Traum erfüllen: Wir fuhren mit dem weißen Trans Am Pontiac, Baujahr 1988, in das von Erfurt knapp vier Stunden entfernte Cochem. Überrascht waren wir, dass wir die Stadt mit nur einer Tankfüllung erreichten, hatten wir doch fest damit gerechnet, unterwegs nochmals volltanken zu müssen.

Wir kamen am Freitag um kurz nach halb acht in Cochem an und steuerten auf das Hotel im Wald zu. Schnell fanden wir heraus, dass unsere Unterkunft zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt lag. Da wir durch die Arbeit und die Autofahrt jedoch schon den ganzen Tag gesessen hatten, waren wir erfreut, uns endlich die Beine vertreten zu können.

In einem gemütlichen kleinen Restaurant mit fantastischem Ausblick auf die Mosel und die Weinberge aßen wir Flammkuchen bzw. Kartoffelrösti mit Gemüse. Auf einem der Weinberge auf der anderen Uferseite wurde an diesem Wochenende ein Weinlagenfest veranstaltet. Da es erst kurz nach um neun war, machten M und ich uns natürlich auf den Weg dorthin und genossen bei einem Glas Mosel-Rotling unsere ersten Eindrücke von der wunderschönen Stadt mit Blick auf die abends beleuchtete Reichsburg. Gegen Mitternacht verließen wir das in ruhiger Umgebung gelegene Weinlagenfest und traten zu Fuß den Rückweg zum Hotel an.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der Sesselbahn zum Pinnerkreuz, von welchem man ebenfalls eine wunderbare Aussicht auf ganz Cochem genießen kann. Auf gleicher Höhe befindet sich auch ein Restaurant sowie ein Vergnügungspark, der von unserem Standort aus knapp 1,5 Kilometer entfernt lag. Leider hatten wir für letzteres keine Zeit. Wir ließen uns auf der Sesselbahn fotografieren und hoffen, dass die Bilder uns eines Tages nach Ende der Poststreiks zu Hause erreichen werden. Zudem sind wir auf unsere Gesichter gespannt, ließ die Technik es ja noch nicht mal zu, sich das Foto vorher anzusehen 😉

Um die Mittagszeit fuhren wir in das circa vierzig Kilometer entfernte Zell. Eine Unterkunft hatten wir noch nicht gebucht, weshalb wir auf der Suche nach einem Parkplatz Ausschau nach freien Zimmern hielten. Beim Schloss Zell fragten wir schließlich nach einer Unterkunft für die Nacht. Uns wurden prompt zwei Schlüssel in die Hand gedrückt und wir durften das Zimmer auswählen, welches uns am besten gefiel. Wir entschieden uns für ein Zimmer im Dachgeschoss. Als wir kurze Zeit darauf ein paar Postkarten kauften, fanden wir heraus, dass das Schloss Zell täglich von mehreren Touristen besucht wird und ein kleines Wahrzeichen der Stadt ist 😮

Am Nachmittag wanderten wir auf dem Collie-Rundweg mit Steilpfad. Insgesamt mussten zwei Kletterpassagen absolviert werden, wovon ich die erste trotz nicht vorhandener Kletterskills problemlos bewältigen konnte. Bei der zweiten hing ich gut fünf Minuten am Felsen fest, da mir das nötige Vertrauen in die Befestigungen fehlte. Die für mich problematische Stelle bestand nur aus Steigbügeln, einem eng am Felsen entlangführenden Seil sowie Stiften. Man musste sich also am Seil festhalten und Schritt für Schritt die Steilbügel wie eine Art Treppe nach oben laufen. Unbehaglich war mir deshalb, da ich mich aufgrund des Seils nicht mehr eng am Felsen befinden, sondern mehr oder weniger in der Luft hängen würde. Es dauerte ein Weilchen, bis ich mir wirklich sicher war, dass die Befestigungen mein Gewicht aushielten. Armer M! 😉

Wie durch Zufall fand an diesem Wochenende auch in Zell ein Weinfest statt. Es erfüllte die gesamte Innenstadt mit Leben und bot für die Kinder und Jugendlichen zudem noch einen kleinen Rummel. Von der Atmosphäre her konnte dieses Fest mit dem in Cochem absolut nicht verglichen werden. In Zell war es unangenehm laut und die Leute benahmen sich größtenteils auch daneben. Wir tranken ein Glas Mosel-Rotwein und ließen den Abend entspannt im schlosseigenen Restaurant ausklingen. Obwohl es noch vor Mitternacht war, räumten die beiden Kellner plötzlich alles zusammen und verließen gemeinsam mit dem Hotelier das Schloss – vermutlich steuerten sie das Weinfest an 😉

Bevor wir am Sonntag wieder von Zell nach Cochem fuhren, hielten wir noch im Weinladen des Winzers Theo Engel, um ein paar Rotwein- und Weißweinflaschen zu erstehen. In Cochem angekommen, fuhren wir auf den Weinberg, auf welchem das Weinlagenfest veranstaltet wurde, und kauften noch eine Flasche des leckeren Mosel-Rotlings. Unbedingt teilnehmen wollten wir an einer Führung auf und in der Reichsburg. Diese dauerte nur vierzig Minuten, war jedoch sehr interessant aufgebaut und ist absolut weiterzuempfehlen. Anschließend fuhren wir noch eine Stunde auf der „Stadt Bonn“ auf der Mosel entlang und konnten nochmals die Schönheit der Reichsburg sowie benachbarte Orte bewundern.

Mittlerweile war es Nachmittag und wir entschieden uns, in Richtung Koblenz aufzubrechen, dort beim Italiener zu Abend zu essen und dann die Fahrt nach Hause anzutreten. Nach unserer Ankunft in Erfurt holten wir unser liebes Hundi bei meiner Kollegin und ihrem Mann ab, hielten noch ein kleines Schwätzchen und machten uns zu dritt auf den Heimweg.

Dieses in Unterkünften und Aktivitäten spontan und flexibel gestaltete Wochenende an der Mosel war sehr entspannend. Das Wetter war jeden Tag ausgezeichnet und die Leute super freundlich. Es kam uns beiden so vor, als wären wir eine Woche fort gewesen und nicht nur ein paar Tage.

Erste Tour des Jahres auf dem Ilm-Rennsteig-Radweg

Reisen & Ausflüge

Mich hat das Radfieber gepackt! Am liebsten würde ich sofort die Radtaschen packen und auf einem der zig Radwege mit unbekanntem Ziel losfahren. Unterkünfte und Verpflegung würden sich unterwegs schon finden.
Seit wir Anfang des Monats unsere 3-Tages-Tour Mitte Juli diesen Jahres von Dresden nach Prag geplant haben, denke ich mehrmals wöchentlich voller Vorfreude an das bevorstehende Ereignis.

Als M Anfang der Woche von einer neuen Radstrecke bei Ilmenau hörte, stand schnell fest, dass wir diese bald erkunden würden. Der Radweg existiert erst seit wenigen Jahren und war bis vor kurzem eine stillgelegte Bahnstrecke. Dass unsere Tour noch in dieser Woche stattfinden würde, freute mich besonders. Auch das Wetter stand heute unserem Vorhaben nicht im Wege. Es war leicht bewölkt bei circa 18 Grad und gelegentlich kam die Sonne zum Vorschein.

Wir fuhren mittags mit dem Auto zum Alten Bahnhof in Langewiesen. Mit dabei war neben unseren Fahrrädern und den Helmen auch unser Hund Prinz, weshalb wir den neuen Radweg ihm zuliebe in gemütlichem Tempo auf uns wirken ließen.

Wir legten circa fünf Kilometer bis zum Nachbarort Gehren zurück und machten dort bei der Schlossruine eine kleine Trinkpause. Früher hatten meine Eltern zwischen Gehren und Langewiesen einen Garten gepachtet. Vom Radweg aus betrachtet, sah ich unseren Garten nicht. Vermutlich mussten die alten Gartenanlagen der neuen ICE-Strecke weichen. Diese führt oberhalb unseres Weges auf einer Brücke entlang.

Nach der kleinen Verschnaufpause fuhren wir sieben Kilometer bis Meuselbach-Schwarzmühle über das kleine Örtchen Möhrenbach. In Meuselbach-Schwarzmühle befindet sich eine Radweggabelung. Man kann nun entscheiden, ob man nach Neustadt am Rennsteig oder nach Großbreitenbach fahren will. Beide Orte liegen von diesem Standort aus jeweils 4,5 Kilometer entfernt.
Auf einer wilden Blumenwiese machten wir eine größere Rast. Wir aßen unsere Reisnudeln mit Gemüse und etwas Obstsalat und genossen die Stille um uns herum. Nach einer Weile machten wir uns wieder auf den Rückweg – erneut mit einer Trinkpause im Gehrener Stadtpark.

Wer wie ich bis vor kurzem noch nichts vom Ilm-Rennsteig-Radweg gehört hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass sich eine Tour definitiv lohnt. Es handelt sich um einen komplett asphaltierten Weg, der entlang von Feldern und Wiesen und durch den Wald bis zum Rennsteig führt. Alle paar Kilometer wurden sehr gemütlich aussehende Picknickecken errichtet. Begeistert waren wir beide von den Hundetütenspendern, an denen wir ebenfalls oft vorbeifuhren.

Auf unseren Prinzi bin ich heute besonders stolz. Super lieb ist er heute 24 Kilometer mit Leine am Fahrrad gelaufen. (Als wir zu Hause ankamen, wollte er sogar noch mal Ball spielen ;)) Ich konnte heute das erste Mal mit ihm an der Leine üben, neben mir am Fahrrad zu laufen. Es hat einwandfrei geklappt.

Schloss Lichtenstein – Das Märchenschloss Württembergs

Reisen & Ausflüge

Dass Baden-Württemberg von zahlreichen Burgen und Schlössern umgeben ist, wurde uns bereits in den ersten beiden Tagen nach unserer Ankunft bewusst. Wir wollten in unserem Urlaub unbedingt noch weitere Ausflüge zu historischen Bauten machen und haben uns heute für die Besichtigung des Schlosses Lichtenstein bei Reutlingen entschieden.

Im Vorfeld hatten wir bereits einen gut zehn Kilometer langen Rundwanderweg, beginnend beim Parkplatz Kalkofen über die Nebelhöhle bis hinauf zum Schloss Lichtenstein herausgesucht. Abwärts sollte es vorbei am Alten Forsthaus zum Goldloch und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt gehen.

Während unserer Wanderung hat es zwar nicht mehr geschneit, jedoch lag der Schnee gut einen halben Meter hoch. Viele Wanderschilde waren zugeschneit, weshalb wir ein ums andere Mal unsere Wanderapp zu Rate ziehen mussten. Wir hatten wegen des Schnees auch ganz schön zu tun, um vorwärts zu kommen. Auch Prinz hat sich mehrfach demonstrativ in den Weg gelegt und versucht, sich die Eisklümpchen von seinen Pfoten zu lecken.

Nichtsdestotrotz haben wir das Schloss erreicht und uns eine Weile lang an seiner Schönheit erfreut. Seit einigen Jahren befindet es sich schon in Privatbesitz, wie uns zwei Hunde hinter den dicken Mauern wissen ließen 😉 Von April bis Oktober eines jeden Jahres ist die Schlossbesichtigung täglich möglich. Im Februar, März und November ist das Schloss samstags und an Sonn- und Feiertagen zu bewundern.

Ganz in der Nähe des Schlosses Lichtenstein befindet sich das Wilhelm-Hauff-Denkmal, welches wir ebenfalls passierten. Wilhelm Hauff, der bereits mit Mitte zwanzig starb, war ein deutscher Schriftsteller der Romantik und verfasste unter anderem den Roman Lichtenstein.

Aufgrund der auf uns zukommenden Dunkelheit und fortgeschrittenen Zeit kamen wir beim Rückweg nur noch am Alten Forsthaus, welches ebenfalls sehr prunkvoll aussah, vorbei. Die Tropfsteinhöhle Goldloch haben wir uns nicht mehr ansehen können. Erst auf dem Rückweg kamen wir zufällig an der Nebelhöhle, ebenfalls eine Tropfsteinhöhle, vorbei. Auf dem Weg zum Schloss müssen wir wohl versehentlich einen anderen Weg genommen haben.

Dieser Rundwanderweg ist sehr zu empfehlen. Wir durften ihn inmitten einer wunderschönen Winterlandschaft genießen und hoffen beide, ihn eines Tages auch im Frühjahr oder Sommer nochmals zu passieren.