Zweiter Bloggeburtstag

Dies & Das

Wieder ist der Heiligabend gekommen und mein Blog feiert heute schon seinen zweiten Geburtstag!

In diesem Jahr ist für M, Prinz und mich viel passiert, das unser bisheriges Leben mit seinen gewohnten Abläufen völlig verändert hat: Ls Geburt ❤

War Prinz die ersten zwei Monate nach Ls Ankunft in unserem Zuhause Anfang April total desinteressiert an ihr, freut er sich mittlerweile immer, wenn er sie sieht. Zum Glück beruht das auf Gegenseitig. Natürlich ist er stellenweise ein wenig eifersüchtig, da er nicht mehr unsere unangefochtene Nummer eins ist. Besonders Besuchern teilt er in allen Einzelheiten sein Leid mit und lässt sich minutenlang streicheln. M und ich geben uns aber die allergrößte Mühe, ihm dennoch genug Aufmerksamkeit zu schenken.

Prinz zu Ehren habe ich im November begonnen, seine Lebensgeschichte und unsere gemeinsamen kleinen Abenteuer festzuhalten. Das erste Kapitel ist bereits verfasst und an dem zweiten arbeite ich derzeit. Mein Traum ist es schon seit längerer Zeit, ein kleines Kinderbuch über Prinz‘ Leben zu schreiben. Ich bin freudig überrascht, dass ich es in diesem Jahr tatsächlich geschafft habe, damit anzufangen. Die einzelnen Kapitel werde ich sukzessive auf diesem Blog veröffentlichen. Sind genug zusammengekommen, wird daraus ein kleines Buch für L erstellt 🙂

Ich habe in diesem Jahr so viele Bücher gelesen wie in den letzten drei Jahren zusammen. Meinen Vorsatz, mich weiterzubilden, konnte ich dadurch also erfüllen. In der Schwangerschaft und auch danach habe ich einige Bücher zum Thema Geburt, Kindererziehung, Impfen und zur Ernährung verschlungen. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, meinen Englischkurs zu absolvieren. M hatte mir letztes Jahr zu Weihnachten eine entsprechende Software geschenkt. Da U uns gestern ihren albanischen Freund, der auch englisch spricht, vorgestellt hat, war es mir besonders unangenehm, hier noch keine Fortschritte erzielt zu haben.

Sport habe ich nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch gleich wenige Wochen nach der Geburt gemacht. Das Krafttraining habe ich aber seit gut einem halben Jahr ein wenig vernachlässigt. Das merke ich vor allem in der Arm-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Seit einigen Wochen gehe ich immer mal wieder mit Kind und Hund joggen. Auch hier erhoffe ich mir, dies in Zukunft regelmäßiger zu tun.

Schwangerschafts- und dadurch übelkeitsbedingt litt in diesem Jahr unsere gesunde Ernährung. Auch nach der Geburt ist es kaum besser geworden, da mir oft die Möglichkeit fehlte, uns etwas leckeres zu kochen. Meine Freundin J und ich wollen nächstes Jahr anfangen, Rezepte zu sammeln, sodass es auf M und meinem Teller nur besser werden kann 😉

Vegane Wok-Nudelpfanne

Rezepte

Vergangenes Wochenende habe ich beschlossen, dass ab sofort wieder mehr gekocht wird. In den letzten Wochen und Monaten haben wir unsere guten Vorsätze betreffend gesunde Ernährung schleifen lassen und nahezu täglich Essen bestellt oder auswärts gegessen. Von nun an soll fünf bis sechs Mal die Woche gekocht und nur noch ein bis zwei Mal Essen bestellt werden.

Den Auftakt machte heute eine vegane Wok-Nudelpfanne.

In den Wok kamen zuerst etwas Olivenöl, fünf zerkleinerte kleine Zwiebeln sowie in Würfel geschnittener Basilikum Tofu. Ich ließ das Ganze kurz anbraten und fügte nach einer Weile weiße und braune Champignons, Zucchini, Erbsen und veganes Pesto Rosso hinzu.

Zuletzt gab ich die Hartweizennudeln, die zwischenzeitlich in unserem geliebten Thermomix gekocht wurden, in den Wok und rührte den gesamten Inhalt kräftig um.

Ich danke meinen Eltern für das leckere vegane Pesto Rosso, das unserer Wok-Nudelpfanne eine leckere Würze verliehen hat 🙂

Unser erster Urlaub im Caravan – Teil 2/2

Reisen & Ausflüge

Am frühen Abend des 12. August standen wir erstmals auf unserer Reise vor einem Problem: Keiner der von uns angefragten Campingplätze hatte für die kommende Nacht noch einen Stellplatz frei. Gerade als wir uns mit dem Gedanken angefreundet hatten, die Nacht außerhalb eines Stellplatzes auf einem abgelegenen Parkplatz zu verbringen, teilte uns der Campingplatz in Sulzberg mit, dass noch eine Fläche für eine Nacht frei sei. Glücklicherweise waren wir nur zwanzig Autominuten von diesem entfernt. Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass der Campingplatz mit zahlreichen Caravans und Zelten übersät war. Entsprechend laut war – vor allem nachts – der Geräuschpegel, sodass wir froh waren, hier nur eine Nacht verbringen zu dürfen.

Den Abend konnten wir nicht genießen. Wir blickten mit besorgter Miene auf die noch verbleibenden Tage. Wir nutzten die Stunden am Abend und schrieben zahlreiche Campingplätze in der Nähe an. Einige reagierten sehr schnell, hatten jedoch keine positive Mitteilung für uns. Uns blieb somit nichts anderes übrig, als am nächsten Tag auf gut Glück nach einem freien Stellplatz zu suchen.

Und wir hatten Glück 🙂 Da wir bereits zur Mittagszeit am nächsten Tag ankamen, ergatterten wir einen der letzten freien Stellplätze auf dem Campingplatz in Blaichach. Der Ort lag nur knapp eine halbe Stunde von Sulzberg entfernt. Wir reservierten gleich für mehrere Tage, da keiner von uns große Lust verspürte, in den kommenden Tagen besorgt umherzufahren und freie Plätze zu suchen.

Mein Bruder traf am Mittag ebenfalls bei unserem neuen Campingplatz ein. Von München aus fährt man keine zwei Autostunden bis nach Blaichach. Wir spazierten an diesem wunderschönen Sommertag einfach drauflos und entdeckten nach kurzer Zeit den Inselsee Allgäu Wasserski- & Wakeboardpark. Bei einem leckeren Essen, Eis zum Nachtisch und kühlen Getränken schauten wir begeistert zu, wie ein Wasserski- bzw. Wakeboardfahrer nach dem anderen elegant über das Wasser glitt. Wir drei verspürten große Lust, irgendwann selbst einen Kurs zu belegen, und nahmen uns ein Prospekt mit 🙂 Mein Bruder bestaunte noch die Inneneinrichtung des Wohnanhängers, ehe er sich am frühen Abend auf den Rückweg nach München machte.

Am nächsten Tag unternahmen wir vier bei dreißig Grad eine Bergwanderung von Rohrmoos zum Piesenkopf über die Alte Piesenalpe. Kurz vor dem Gipfel stand eine Alm, bei der wir einen Kaffee, eine Limonade und eine Käsebrotmahlzeit kauften und neue Kräfte sammelten. L wurde gestillt und auch Prinzi bekam etwas zu trinken.
Auf dem Gipfel angekommen, bestaunten wir die herrliche Aussicht, hielten diese auf einigen Fotos fest und machten uns wieder an den Abstieg. Nach nur wenigen Metern hörte plötzlich der Wanderweg auf und wir standen unmittelbar vor Elektrostacheldrahtzäunen, hinter denen sich Kühe, Kälber und Bullen befanden. Der Wegweiser zeigte exakt in diese Richtung und wir fanden auch nach halbstündiger Suche keinen anderen Weg zurück zum Auto. Uns blieb nichts anderes übrig als unter den Elektrostacheldrahtzäunen hindurchzukriechen. Mit viel Abstand zu den Tieren liefen wir weiter und hofften, unseren Weg wiederzufinden. Ich konnte mit L im Tragetuch unter dem letzten Zaun hindurchkriechen und uns glücklicherweise vor den allmählich näher kommenden Kühen, die nun auch immer lauter werdende Rufe von sich gaben, in Sicherheit bringen. Offensichtlich fühlten sie sich durch uns und vor allem Prinzi bedroht. Ich hatte schreckliche Angst, von einer Kuh zertrampelt zu werden.

Wir mussten leider feststellen, dass unser Weg hinter den Elektrostacheldrahtzäunen nicht weiterging. Ein Umkehren kam für mich allein schon wegen der Kühe nicht in Frage. M suchte uns einen Weg durch das Dickicht – vergebens.
Am späten Nachmittag baten wir unseren Freund A, der über ein einwandfreies GPS-Gerät verfügt, um Hilfe. Glücklicherweise ist ein iPhone in der Lage, die eigenen GPS-Daten ziemlich genau anzuzeigen, weshalb wir ihm diese die nächsten drei Stunden immer wieder durchgaben, damit er uns sagen konnte, in welche Himmelsrichtung wir laufen müssen, um wieder auf einen Wanderweg zu kommen. Leider entpuppte sich der auf unserem iPhone mit spärlichem Netz sowie auf As GPS-Gerät angezeigte Weg als Fluss. Wir kamen nicht weiter und allmählich saß uns die Dämmerung im Nacken. Wir liefen noch eine Weile durch das Dickicht in der Hoffnung, einen Weg zu finden.

Um acht bat ich M, die Bergwacht zu rufen. Nun standen wir vor dem nächsten Problem: Wir hatten nur ab und an Netz. Obwohl ich nach Außen hin noch ruhig wirkte, schob ich bereits leichte Panik, bei zunehmender Kälte mit Baby in den Bergen übernachten zu müssen. Um 20:12 Uhr erreichte M jemanden vom Notruf in Österreich. Dank der GPS-Daten konnten wir unsere Position mitteilen. Der freundliche Mann in der Leitung gab unseren Notruf nach Deutschland weiter. Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, ehe uns jemand aus Deutschland zurückrufen konnte. Es war bereits dämmrig, als wir die erlösende Mitteilung erhielten, dort zu bleiben, wo wir sind, da ein Rettungstrupp mit dem Auto unterwegs sei. Zum Glück kam kein Hubschrauber, da ich mir Prinz in einem solchen nicht vorstellen konnte.

Als uns der vierköpfige Rettungstrupp erreichte, war es bereits stockdunkel. Wir liefen nur zweihundert Meter steil bergauf und kamen auf einen Wanderweg – der auch als Forstweg dient -, auf welchem die Autos der Bergwacht parkten. Nach einer zehnminütigen Fahrt kamen wir wieder zum Parkplatz, auf dem unser Auto stand. Unsere Personalien wurden wegen der Rechnung aufgenommen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum fünfundzwanzig Minuten entfernten Campingplatz. Wir säuberten uns oberflächlich und fielen erschöpft, aber froh und unendlich dankbar ins Bett.

Am 15. August unternahmen wir nur einen Spaziergang zum Inselsee Allgäu Wasserski- & Wakeboardpark, den wir zwei Tage zuvor mit meinem Bruder schon besucht hatten, aßen leckere Sachen und ruhten uns von dem Abenteuer vom Vortag aus.

Nur eine Stunde Autofahrt entfernt liegt die Lindau Insel am Bodensee, die wir am darauffolgenden Tag besuchten. Wir parkten etwas abseits vom Stadtinneren und machten einen gemütlichen Spaziergang. Es war wunderschönes sonniges Wetter und der Bodensee lag in seiner ganzen Pracht vor uns. M und ich beschlossen, irgendwann für längere Zeit noch mal wiederzukommen. Wir kauften nochmals einige Postkarten, die ich abends und am nächsten Morgen beschrieb.

Unsere letzte Nacht wollten wir auf einem Campingplatz in Würzburg verbringen. Allerdings lasen wir auf der Autobahn den Ort Rotenburg ob der Tauber und M teilte mir mit, dass er sich diese Stadt schon immer mal ansehen wollte. Wir hatten unglaubliches Glück, noch einen freien Stellplatz für die Nacht zu bekommen, denn nur wenige Stunden nach unserer Ankunft waren beide Campingplätze der Stadt ausgebucht. Am Nachmittag des 17. August suchten wir in der Innenstadt Melee Island von dem Game Monkey Island und wurden auch fündig 😉 Rotenburg ob der Tauber ist wirklich eine sehr schöne Stadt. M und ich wollen eines Tages um die Weihnachtszeit wiederkommen.

Leider endete unser Caravan-Urlaub am 18. August. Wir hielten auf der Rückfahrt in Bad Kissingen, bewunderten die kilometerlangen gepflegten Parkwege, die sich optimal zum Joggen eignen, und aßen eine Kleinigkeit, ehe wir die letzte Etappe nach Erfurt unternahmen.

Zu Hause angekommen, räumten wir den Caravan leer, säuberten und saugten ihn von innen und brachten ihn am nächsten Tag zum Vermieter zurück.

M und ich waren absolut begeistert ❤ Es wird in Zukunft auf jeden Fall weitere Urlaube mit Caravan oder Wohnmobil geben. Der eingeschränkte Platz und das Beisammensein auf engstem Raum hat uns nicht gestört. Wir brauchten zu Hause sogar eine Zeit lang, um uns wieder an den vielen Platz zu gewöhnen 😉

Unser erster Urlaub im Caravan – Teil 1/2

Reisen & Ausflüge

Da L ein so liebes und pflegeleichtes Baby ist, entschieden wir uns vor wenigen Wochen, doch noch in den Urlaub zu fahren. M und ich überlegen, nächstes Jahr mit einem Wohnmobil oder Caravan eine mehrwöchige Norwegen-Tour zu unternehmen. Aus diesem Grund mieteten wir uns für elf Tage einen Wohnanhänger, um zu sehen, ob wir uns auf engstem Raum überhaupt wohlfühlen.

Nachdem der Caravan gebucht wurde, machte ich mich sogleich an die Reisevorbereitungen. Ich schrieb in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mehrere Campingplätze an und fragte nach deren Kapazitäten, denn schließlich wollten wir mit einem Baby und einem Hund in der Hochsaison durch die Ländereien fahren.

Am 8. August gegen 17:00 Uhr starteten wir unser kleines Abenteuer. Wir fuhren los … und kamen nur zehn Meter weit. Das Auto einer Nachbarin wurde leider so ungünstig geparkt, dass wir mit unserem großen Wohnanhänger nicht daran vorbeifahren konnten. Glücklicherweise kam M die Idee, unser Auto vom Caravan abzukoppeln und den Anhänger per Hand an dem geparkten Fahrzeug vorbeizuschieben. Das funktionierte sehr gut und eine halbe Stunde später ging die Fahrt weiter.

Wir wollten an diesem Abend auf einen Campingplatz in der Nähe von Frankfurt am Main fahren. Da die Rezeptionen jedoch zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr schließen und wir mit einem Wohnanhänger auf den Autobahnen nicht schneller als 100 km/h fahren dürfen, verwarfen wir dieses Vorhaben in den ersten zehn Minuten und entschieden uns für einen Campingplatz in Hünfeld Nahe Fulda. Hier blieben wir eine Nacht. Direkt bei diesem Campingplatz befindet sich ein See mit einem großen Waldgebiet, sodass wir nach unserer Ankunft am Abend sowie vor unserer Abfahrt am Vormittag einen ausgedehnten Spaziergang mit Prinzi machen konnten.

Da der von mir ausgewählte Campingplatz bei Frankfurt am Main nicht erreicht wurde, war nun auch der nächste in Lörrach zu weit von Hünfeld entfernt. Wir planten also erneut um und erreichten am späten Nachmittag des 9. August einen wesentlich größeren Campingplatz in Rastatt.

Gleich am nächsten Morgen joggte ich bei aufgehender Sonne drei Mal um den auf dem Campinggelände befindlichen See, der leider nicht mit Hunden betreten werden darf. Nach dem Frühstück liefen wir einen Rundwanderweg beginnend und endend am Alten Schloss zu den Battertfelsen und genossen die wunderbare Aussicht. Im Anschluss besuchten wir noch sämtliche sich an den Kurpark in Baden Baden anschließende Parkanlagen sowie einen liebevoll gestalteten Rosengarten. Letzteren mussten wir ebenfalls getrennt voneinander bewundern, da Hunde keinen Zutritt haben.

Spontan entschieden wir uns, auf dem Campingplatz in Rastatt noch eine weitere Nacht zu verbringen. Als M an der Rezeption unseren Entschluss verkünden wollte, war die Rechnung für zwei Nächte bereits gedruckt. Glücklicherweise war unser Stellplatz noch für eine weitere Übernachtung frei. Wir wurden dennoch darauf hingewiesen, dass wir nicht nochmals verlängern können.

Am nächsten Tag nutzten wir die Gelegenheit, Nahe der französischen Grenze zu kampieren, für einen Besuch in Straßburg. Trotz der gehäuften Vorfälle der letzten Wochen fand beim Passieren der Grenze keine Passkontrolle statt. Da wir durch das La Petite France zur Orangerie laufen wollten, parkten wir unser Auto in einer Tiefgarage direkt in der Innenstadt. Der arme Prinz war nach wenigen Metern von der großen Menschenmasse und dem damit verbundenen Lärm völlig durcheinander. Von daher war es ihm auch nicht zu verübeln, dass er auf den ein oder anderen Hund entsprechend reagierte. Ich habe jedenfalls lange nicht mehr so viele Hunde auf einem Fleck gesehen 😮 Befremdlich wirkten auf uns ebenfalls die bewaffneten Soldaten, die wir vor der Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg antrafen.

Die Orangerie befindet sich am Stadtrand und ist wegen ihrer gepflegten, blumigen Erscheinung definitiv einen Besuch Wert. Hier habe ich das erste Mal seit Jahren wieder Störche gesehen. Auf dem Rückweg zum Auto kauften wir bei einer kleinen Buchhandlung ein paar Postkarten, die ich gleich am Abend im Caravan beschrieb.

Windelfrei

Kind

Mit windelfrei – ich bevorzuge nach wie vor windelarm – wollte ich unmittelbar nach Ls Geburt beginnen. Da diese allerdings sechs Wochen zu früh auf die Welt kam, verbrachten wir die ersten beiden Lebenswochen auf der Intensivstation im Krankenhaus, auf der ein solches Experiment unmöglich war. Nach unserer Entlassung nach Hause brauchte ich eine weitere Woche zur Eingewöhnung. Mir wäre es eindeutig zu stressig gewesen, sofort mit windelfrei zu beginnen, soll es doch für Mutter und Kind entspannt sein und ohne Druck vonstattengehen.

Exakt drei Wochen nach Ls Geburt wagte ich einen ersten Versuch. Bereits am ersten Tag waren wir erfolgreich. Dass es funktionieren soll, hatte ich nicht nur während des Kurses von einigen Teilnehmern gehört, sondern auch in verschiedenen Foren gelesen. Dass es allerdings so schnell klappt, hat uns überrascht.

Mittlerweile sind fünf Wochen vergangen, seit L jedes Mal direkt nach dem Aufwachen über einem Töpfchen abgehalten wird. Sie wird tagsüber etwa fünf bis sieben Mal abgehalten. Nachts praktizieren wir windelfrei (noch) nicht.

Da es auf Anhieb funktionierte, ist meine Begeisterung nach wie vor ungebremst. Das Abhalten über dem Töpfchen gehört schon längst zu unserem Alltag, macht keinen Aufwand und allen großen Spaß. Im Vorfeld habe ich lediglich ein IKEA Lockig-Töpfchen besorgt, von welchem ich bisher nur das grüne herausnehmbare Teil verwende.

Seit fünf Wochen beobachte ich nun, dass L bis auf sehr wenige Ausnahmen jedes Mal nach dem Öffnen der Windel ihr kleines Geschäft über dem Töpfchen verrichtet. Bis vor einer Woche war es mir nahezu unmöglich, jedes große Geschäft abzuhalten, da sie permanent Stuhlgang zu haben schien. Doch auch dies hat sich mittlerweile verändert. Jetzt befindet sich oft nur noch ein kleiner Klecks in der Windel, während der Rest im Töpfchen landet. Gelegentlich kommt es sogar vor, dass wir eine Windel wiederverwenden können, da weder das kleine noch das große Geschäft darin verrichtet wurde.

Ich kann windelfrei jedem empfehlen. Es stärkt definitiv die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind, macht großen Spaß und spart auf lange Sicht gesehen viele Windeln. Für uns ist das beispielsweise Grund genug, Windeln der Marke Naty anstatt Pampers zu verwenden. Sie sind genauso dicht, wurden jedoch sehr umweltfreundlich hergestellt und brauchen keine fünfhundert Jahre, um zu verrotten.

Schwangerschaft und überraschende Geburt

Kind

Im Frühling letzten Jahres haben M und ich beschlossen, unsere Familie zu vergrößern. Damit eine Schwangerschaft möglichst schnell eintritt, probierte ich bereits einige Monate zuvor die Temperaturmessung aus. Dadurch konnte ich feststellen, wie viele Tage immer von der Periode bis zum Eisprung vergingen.

Um den 6. oder 7. August hatte ich meinen Eisprung. Als die Temperatur Ende des Monats immer noch erhöht war, und keine Anzeichen erkennen ließen, dass sie bald fällt und somit die Periode wieder einsetzt, wusste ich, dass es zu einer Befruchtung gekommen war. Um alle Zweifel zu beseitigen, kaufte ich mir in der Mittagspause in der Drogerie einen Schwangerschaftstest, der das Ergebnis mit „schwanger“ oder „nicht schwanger“ verkünden sollte.

Nur wenige Stunden später fragte mich M im Auto – wir waren gerade auf dem Heimweg von unserem Lauftraining im Wald – ob meine Temperatur noch genauso hoch sei wie am Vortag. Hätte er die zwei Minuten bis zur Ankunft in unserer Wohnung gewartet, hätte ich ihm das Ergebnis des Schwangerschaftstests vor Augen geführt 😉 So beichtete ich ihm meinen Kauf des Schwangerschaftstests und teilte ihm auch das eindeutige Ergebnis mit: schwanger. M war zunächst einige Minuten sprachlos, ehe er mich aufgeregt fragte, ob er es seinem besten Freund A schon erzählen dürfe.

Meine Schwangerschaft

Unser Baby sollte um den 5. Mai herum das Licht der Welt erblicken. Anfangs verging die Zeit für mich eher schleppend, da es mir nicht gut ging und ich jeden Tag auf Besserung hoffte. Bis in den fünften Monat hinein litt ich extrem unter Übelkeit. Mit Beginn der 8. Schwangerschaftswoche übergab ich mich vier Mal täglich, einige Wochen später nur noch alle zwei Tage, schließlich nur noch alle vierzehn Tage und am Ende der Schwangerschaft nur noch ein bis zwei Mal im Monat. Da es mir permanent so schlecht ging, bekam ich von meiner Frauenärztin ein Beschäftigungsverbot erteilt und brauchte während der Schwangerschaft nicht arbeiten.

Ich konnte mit Einsetzen der Übelkeit nur noch wenige Lebensmittel riechen, weshalb ich beim Öffnen des Kühlschranks immer die Luft anhielt, und noch weniger davon essen. Sogar mein geliebtes veganes Sushi blieb nicht im Magen. Zu Beginn der Schwangerschaft nahm ich deshalb fünf Kilo ab und hatte gegen Ende nur sechs Kilo wieder zugenommen. Das hatte zur Folge, dass ich nur einen kleinen Babybauch vorzeigen konnte, der zudem im Winter unter dem dicken Mantel verschwand 😉

Während der Schwangerschaft nahm ich an einem Schwangerenyogakurs teil und probierte Nordic Walking aus. Entsprechende Stöcke schenkte mir M zu Weihnachten 2015. Gelegentlich bin ich auch ins Hallenbad gegangen, um ein paar Bahnen zu schwimmen.

Die restliche Zeit vertrieb ich mir mit langen Spaziergängen mit unserem Prinzi sowie dem Ausmisten und Aufräumen unser Wohnung. Ich fand auch Gefallen am Stricken kleiner Schals und Mützen sowie dem Besticken von Lätzchen mit Weihnachtsmotiven. Erst zu Beginn dieses Jahres verspürte ich den Drang, entsprechende Fachliteratur zu lesen, um mich etwas auf das Bevorstehende vorzubereiten.

Gleich nachdem feststand, dass M und ich ein Baby erwarten, vereinbarte ich mit einer Hebamme des Geburtshauses den ersten Beratungstermin. Unser Baby sollte unbedingt in einer ruhigen und entspannten Umgebung, wie sie das Geburtshaus bieten kann, zur Welt kommen und nicht in einem Krankenhaus. Da bei einer Geburt im Geburtshaus zwei Hebammen anwesend sein müssen, lernten wir wenig später noch eine zweite kennen. Unsere Vorsorgetermine fanden nun also immer im Wechsel mit den beiden Frauen statt.

Da meine Frauenärztin einige Bedenken hinsichtlich unserer geplanten Geburt äußerte, die nichts mit der Gesundheit des Babys zu tun hatten, wechselte ich im dritten Trimester die Arztpraxis. Ich fand eine Frauenärztin, die unseren Vorstellungen offen und unterstützend gegenüberstand.

Ls Geburt

Am Abend des 16. März dürfte sich unser Baby ins Becken gedreht haben, denn seit diesem Tag verspürte ich einen permanenten Druck, hatte täglich stärker werdende Rückenschmerzen und fand liegen, stehen und gehen gleichermaßen unangenehm. Ich hatte mir die Wehen zwar von meiner Hebamme beschreiben lassen und fand auch, dass das irgendwie passte, dachte aber aufgrund der 34. Schwangerschaftswoche eher an einen eingeklemmten Ischiasnerv.

Am Morgen des 22. März fühlte ich mich ganz elend. Alles war unangenehm und mein Rücken schmerzte und brannte höllisch. Glücklicherweise erreichte ich telefonisch eine Naturheilpraxis, die auch bei Schwangeren Osteopathie anwendet, und freute mich riesig, als mir mitgeteilt wurde, dass um die Mittagszeit noch ein Termin frei wäre.

Die Behandlung brachte leider nichts. Da ich aufgrund der Schmerzen keinen Mittagsschlaf halten konnte, beschloss ich, mit Prinzi einen Spaziergang zu machen. Allerdings kam diesem Vorhaben ein Tritt gegen die Bauchdecke dazwischen, bei dem ich etwas Flüssigkeit verlor. Ich dachte nach wie vor, mit meinem Darm stimme etwas nicht und dass diesem gleich etwas schlimmes passiert. Als ich kurz darauf Blut im Urin feststellte, rief ich sofort M an und bat ihn, nach Hause zu kommen, damit er mich ins Krankenhaus fährt. Dieser befand sich gerade mit seinem Kollegen beim Maler, um Farben für das neue Büro auszusuchen.

Unsere Vermieterin arbeitet auf derselben Etage, auf der wir wohnen. Ich versuchte nach dem Telefonat die wenigen Meter unter starken Rückenschmerzen zu ihr zu gelangen, damit sie einen Krankenwagen für mich ruft.

Kaum hatte C den Anruf getätigt, setzten bei mir die Presswehen ein. Ich dachte immer noch an meinen Darm, war nun aber nicht mehr hundertprozentig überzeugt, dass dieser die Ursache meiner tagelangen Schmerzen war, und verspürte plötzlich Angst in mir aufsteigen, weil ich das Baby jetzt noch nicht bekommen wollte. Unsere Vermieterin und Prinzi waren die ganze Zeit über bei mir und haben versucht, mich zu beruhigen ❤

Wenig später trafen die Rettungssanitäter ein, nahmen meine „Das Baby kommt!“-Rufe aber nicht für voll. Ich quälte mich mit deren Hilfe die wenigen Treppen hinunter in den Hausflur zur Bahre, unterbrochen durch einige Presswehen. Ich wusste kaum, wie ich auf die Liegefläche kommen sollte, hatte ich doch das Gefühl, dass gleich irgendwo etwas rauskommt. M war inzwischen auch da.

Auf den zwanzig Metern von unserem Hausflur bis zum Krankenwagen habe ich immer wieder gesagt, dass das Baby gleich kommt. Ich wurde gerade in den Krankenwagen geschoben, als ich dies wiederholte. Einer der beiden Rettungssanitäter, der mir zuvor immer wieder mitteilte, dass jetzt noch kein Baby käme, schaute nun doch mal unter meinen Rock. Mit blassem Gesicht meinte er schließlich, er würde mir bei der Schulter helfen, da dies am schwersten sei. Da war Ls Kopf also schon sichtbar. Eine Presswehe später platzte meine Fruchtblase und L erblickte das Licht der Welt. Da sie sofort schrie, wurde sie nach kurzer Begutachtung auf meine Brust gelegt. Nachdem der zehn Minuten später eintreffende Notarzt seine Untersuchungen durchgeführt hatte, machten L und ich uns kuschelnd auf den Weg ins Krankenhaus. Unglücklicherweise funktionierte die Heizung im Krankenwagen nicht, sodass wir eine frostige Fahrt hatten.

Im Krankenhaus angekommen wurde L den Kinderärzten übergeben, während ich zur Behandlung in der Gynäkologie verblieb. Da die Plazenta nach einer Stunde noch nicht geboren wurde, meinten die Ärzte, sie mit Gewalt herausholen zu müssen und drückten mehrfach gegen meinen Bauch. Im Vergleich zur Geburt erlitt ich durch diese Methode, die noch nicht mal zum gewünschten Erfolg führte, wirklich starke Schmerzen. Eine halbe Stunde später wurde mir ein leichtes Wehenmittel injiziert. Leider fehlte meiner Plazenta ein kleines Stück – vermutlich verursacht durch das gewaltsame Eingreifen der Ärzte – weshalb ich eine 15-Minuten-Narkose bekam und ausgeschabt wurde.

M meinte am Abend, 15:05 Uhr war unser Baby da. Angerufen hatte ich ihn erst 14:40 Uhr. Unsere kleine L kam mit 43 cm und 1810 g circa sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt.

L liegt nach wie vor zur Beobachtung auf der Neonatologie, einer Intensivstation für zu früh geborene Babys. Sie ist und war jedoch von Anfang an unauffällig. Wenn alles klappt, ziehen wir morgen in ein Eltern-Kind-Zimmer um und dürfen hoffentlich bald nach Hause 🙂

Veganer Nudel-Gemüse-Auflauf

Rezepte

Der Brokkoli, den ich erst vergangene Woche gekauft hatte, musste allmählich verarbeitet werden, da er bereits zu verwelken begann. Auf Suppe oder Gemüsepfanne hatte ich heute absolut keinen Appetit und auch eine Rezeptsuche im Internet lieferte mir keine passenden Treffer. Nach einer Weile kam mir die rettende Idee, mal wieder einen von Ms geliebten Aufläufen zuzubereiten.

Ich entschied mich dieses Mal für 250 Gramm Nudeln aus Hartweizengrieß und kochte diese auf dem Herd bis zur gewünschten Konsistenz. Nebenbei benutzte ich unseren geliebten Thermomix für die Zubereitung des Brokkoli. Auf Stufe 3,5 wurden die Röschen zehn Sekunden lang zerkleinert, ehe ich Wasser hinzugab und den Inhalt unter Betätigung der Linksdreh- und Varoma-Taste zwanzig Minuten garen ließ.

In der Zwischenzeit schnitt ich die Zucchini klein und gab die Stücke gemeinsam mit dem Mais in die Auflaufform. Anschließend bereitete ich aus 100 Millilitern Wasser, zwei Esslöffeln Soya Cuisine, zwei Esslöffeln Tomatenmark sowie Pfeffer, Paprikagewürz und etwas Salz die Soße zu.

Nachdem Nudeln und Brokkoli gar waren, gab ich beides nacheinander in die Auflaufform und verteilte die vegane Tomatensahnesoße.

Zuletzt bereitete ich den Käse, der schließlich bei keinem Auflauf fehlen darf, vor, indem ich 250 Gramm veganen Pizza-Schmelz, 100 Milliliter Soya Cuisine sowie 150 Milliliter Wasser in den Thermomix gab. Die Zutaten wurden auf Stufe sechs bei 100 Grad für sechs Minuten vermengt und zu einer cremig-flüssigen Masse erhitzt, welche ich im Anschluss über die Auflaufform ergoss.

Ich schob den veganen Nudel-Gemüse-Auflauf nur noch für fünfundzwanzig Minuten bei 180 Grad in den Backofen und konnte ihn anschließend servieren 🙂

Dinkelvollkornbrot mit Sonnenblumenkernen

Rezepte

Es sind bestimmt zwei Jahre vergangen, seit ich das letzte Mal ein Brot komplett selbst gebacken habe. Heute hatte ich große Lust darauf, es nochmals auszuprobieren. M und ich wollen uns in diesem Jahr wieder konsequent gesünder ernähren, weshalb Selbstgemachtes für dieses Vorhaben von großem Vorteil ist. Denn so wissen wir ganz genau, welche Zutaten sich in unserem Essen befinden.

In einen Messbecher gab ich 340 Milliliter warmes Wasser, drei Esslöffel Sonnenblumenöl und den Inhalt einer Packung veganer Backhefe. Ich rührte solange, bis sich alle Zutaten zu einem Ganzen vermischt hatten. In eine mittelgroße Schüssel kamen 400 Gramm Dinkelvollkornmehl, ein Teelöffel Meersalz, ein Teelöffel Vollrohrzucker sowie 100 Gramm Sonnenblumenkerne. Ich goss den Messbecher über der Schüssel aus und rührte mit einem großen Löffel den Inhalt sorgfältig um. Anschließend formte ich den Teig zu einer Kugel, legte diese in die Schüssel zurück und brachte sie mit einem Tuch abgedeckt in einen warmen Raum. Den Teig ließ ich dreißig Minuten gehen.

Nach Ablauf dieser Zeit knetete ich den Teig zehn Minuten lang immer von außen nach innen. Der Teig kam nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und wurde in die von mir gewünschte Brotform gebracht. Das Backblech brachte ich erneut mit einem Tuch abgedeckt in einen warmen Raum und wartete neunzig Minuten.

Ich heizte den Backofen auf 220 Grad vor und schob das Backblech kurz darauf in die Röhre. Nach zehn, zwanzig und dreißig Minuten bestrich ich das Brot mit einem Pinsel mit Wasser. Nachdem die ersten zwanzig Minuten Backzeit vorüber waren, drehte ich die Temperatur auf 180 Grad herunter. Als weitere zwanzig Minuten verstrichen, holte ich mein Brot aus dem Ofen und ließ es auf einem Backgitter abkühlen.

Da ich neugierig war, ob mir das Dinkelvollkornbrot mit Sonnenblumenkernen gelungen ist, genehmigte ich mir gleich nach dem Abkühlen eine erste Scheibe … und bin begeistert und äußerst zufrieden 🙂 Dennoch probiere ich beim nächsten Mal statt der veganen Backhefe 20 Gramm Frischhefe aus.

Chili sin Carne mit Basmati-Reis

Rezepte

Bereits am späten Vormittag gelüstete es mir nach einer leckeren veganen Variante des beliebten Gerichts Chili con Carne. Da wir alle dafür notwendigen Zutaten im Haus hatten, stand somit meinem heutigen Abendessenswunsch nichts mehr im Wege.

Ausnahmsweise kam heute anstelle unseres geliebten Thermomix‘ der Wok für die Zubereitung des Essens zum Einsatz, der M und mir schon einige leckere Mahlzeiten beschert hat.

Zuerst gab ich einen Esslöffel Sonnenblumenöl in den Wok, füllte diesen sogleich mit veganem Hack sowie einer klein geschnittenen roten Zwiebel und briet die Zutaten kurz an. Anschließend gab ich jeweils in gewürfelter Form eine halbe Zucchini, eine kleine Möhre sowie eine halbe Paprika und 500 Gramm passierte Tomaten hinzu. Erneut ließ ich das Gemisch kurz anbraten, drehte die Temperatur etwas herunter und legte zum Garen den Deckel auf den Wok. Zuletzt gab ich die wichtigsten Zutaten, nämlich den Mais und die Kidneybohnen hinzu und würzte ordentlich mit Pfeffer, Paprika und Chili.

In einem mit einem halben Liter Wasser gefüllten Topf gab ich circa 170 Gramm Basmati-Reis, welchen ich kurz aufkochen und anschließend bei etwas geringerer Temperatur weitere sieben Minuten kochen ließ. Zu meiner großen Überraschung war der Reis nach dieser kurzen Kochzeit tatsächlich schon fertig 😮

Ein Chili sin Carne lässt sich wirklich unglaublich schnell zubereiten. Während des Kochens fragte ich mich, warum M und ich dieses Gericht nicht schon viel eher ausprobiert haben. Geschmeckt hat es im Übrigen sehr gut, hätte aber noch stärker gewürzt sein können 😉

Unser Jahreswechsel in Frankenau

Reisen & Ausflüge

Bereits im Januar des vergangenen Jahres kümmerte ich mich um eine Silvesterunterkunft, um erneut dem Feuerwerk entfliehen und Prinz einen entspannten Jahreswechsel bieten zu können. Meine Wahl fiel auf ein Ferienhaus im hessischen Frankenau, welches nur zwei Stunden Autofahrt von Erfurt entfernt liegt. Im Herbst fragte uns ein befreundetes Pärchen, ob sie uns ein paar Tage mit ihren beiden Kindern Gesellschaft leisten können. Das Ferienhaus war glücklicherweise groß genug für sechs Personen und auch von Vermieterseite her stand der Idee nichts im Wege.

Am 30. Dezember reisten M, Prinzi und ich in Frankenau an. Schnell stellten wir fest, dass wir in einem Feriendorf gelandet sind und so gut wie jedes der über einhundertfünfzig Häuser über Silvester und Neujahr belegt war. Auf Lärm durch Feuerwerkskörper mussten wir uns also einstellen.

Unser Ferienhaus bestand aus einem großen Bad mit Dusche und Fenster, einem gegenüberliegenden Schlafzimmer, einem kleinen Flur, einem sehr großen Küch-/Ess- und Wohnbereich mit Kamin sowie einem weiteren Schlafzimmer. In jedem der Schlafzimmer befand sich ein Beistellbett. Da unsere Freunde natürlich gern mit ihren Kindern in einem Zimmer schlafen wollten, räumten wir ein Schlafzimmer so um, dass alle vier dort einen Schlafplatz finden konnten.

Direkt hinter unserem Ferienhaus befand sich ein Wald mit unzähligen Wandermöglichkeiten. Da uns nur noch eine Stunde Helligkeit nach unserer Ankunft zur Verfügung stand, beschlossen M und ich, erst einmal einen Spaziergang mit Prinzi zu machen.

Gleich am nächsten Tag kauften wir beim Bäcker und in einer Kaufhalle, die sich direkt im Ort befanden, die letzten Zutaten für unser am Abend geplantes veganes Raclette ein. Unsere Freunde trafen mit ihren Kindern am späten Nachmittag ein, sodass wir gemeinsam das Abendessen vorbereiten, gemütlich verspeisen und das neue Jahr beginnen konnten. Zu unserer großen Überraschung hatte Prinz in diesem Jahr keine Angst vor dem Feuerwerk. Wir schlossen im Vorfeld die Rollos, zogen die Vorhänge vor die Fenster und ließen die ganze Zeit über Musik laufen. Dennoch gelangte gelegentlich ein lautes Geräusch in das Ferienhaus, doch Prinz bellte nur kurz, legte sich dann freiwillig hin und ließ sich mit ein paar Leckerlies davon überzeugen, dass ihm nichts passiert und wir bei ihm sind. Da ich irgendwann nicht mehr sitzen konnte, ging ich am Neujahrstag morgens halb vier ins Bett; M und R folgten halb sechs 😉

Da nun kleine Kinder im Haus waren, mussten M und ich uns für ein paar Tage vom Ausschlafen verabschieden. An einem Morgen war unser Prinzi ganz besonders niedlich. Ihm war es eindeutig zu früh, um acht schon aktiv zu sein, weshalb er sich in unser Schlafzimmer zurückzog und trotz des Kinderlärms und unserer Geräusche weiter schlief 😀

Am Neujahrstag beschlossen wir, den Wildpark Edersee, der nur eine gute halbe Stunde Autofahrt von unserem Ferienhaus entfernt lag, zu besuchen. Am besten ging es den Wildschweinen und Rehen, da diese Tiere über die größten Behausungen verfügten. Am meisten leid taten mir die zwei Luchse, die Wölfe und die Greifvögel, die in sehr kleinen Käfigen ein eher trostloses Bild abgaben. Die Kinder interessierten sich eher weniger für die Tiere und waren die meiste Zeit über beschäftigt, zu essen, herumzurennen, sich zu verstecken oder fangen zu spielen 😉

Da unsere Freunde in Dublin wohnen und dort aufgrund zu milder Temperaturen im Winter kaum Schnee fällt, war es für die Kinder eine große Freude, als zwei Tage später eine ordentliche Schneedecke liegen blieb. Leider hatte J Ohrenschmerzen, weshalb nur sein großer Bruder, seine Mama, M, Prinzi und ich nach Winterberg zum Rodeln fahren konnten. Während M und T über eine Stunde rodelten, gingen S, Prinz und ich in der Gegend spazieren. Zum Abschluss unseres Ausflugs kehrten wir im Panorama-Café ein, verspeisten einen veganen Burger mit Pommes und wärmten unsere tiefgefrorenen Hände und Füße wieder auf.

S, R, T und J verließen uns am 4. Januar wieder. Prinz ließ sich in den vergangenen Tagen wieder einiges von den Kindern gefallen und ertrug sein Schicksal überaus geduldig. Wenn ihm der Trubel doch zu viel wurde, gaben M und ich uns die allergrößte Mühe, die Kinder davon zu überzeugen, den Hund in Ruhe zu lassen. Ich bin wirklich dankbar, einen so kinderlieben Hund zu haben 🙂

Nach der Abreise unserer Freunde standen M, Prinz und mir noch drei volle Tage bis zur Abreise zur Verfügung. Da wir uns in den letzten Tagen kaum bewegt hatten, gingen wir zwei Mal in der Nähe von Schloss Waldeck wandern und ein Mal im AquaPark Baunatal schwimmen. Die beiden Wanderungen, die um einen Stausee herumführten, waren jedes Mal sehr schön. M und ich können diese Gegend für ausgedehnte Wanderungen nur weiterempfehlen. Ich konnte auch endlich meine zu Weihnachten geschenkt bekommenen Nordic Walking Stöcke ausprobieren und bin mit diesen überaus zufrieden 🙂

Unser Jahreswechsel war dieses Mal sehr abwechslungsreich und wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.