Tagebuch – Samstag, 7. Dezember 2019

Alltagsschnipsel

Zum dritten Mal in dieser Woche fahre ich mit dem Zug von Erfurt nach Berlin, um M nach seiner schweren zehnstündigen OP vor zwei Tagen beizustehen und Gesellschaft zu leisten.

Heute ist Samstag. Ich bin wie unter der Woche 07:00 Uhr aufgestanden, machte mich im Bad zurecht, bereitete für L und mich ein kleines Frühstück zu, ließ Ls Kleidung in der Waschmaschine waschen und hängte sie auf. Morgen sind meine Sachen an der Reihe, denn von Montag bis Mittwoch fahre ich mit L und Ms Mama gemeinsam nach Berlin. Prinz wird entweder von meinem Bruder oder Anna aus der Tierpension bespaßt.
Gerade als ich das letzte Kleidungsstück auf den Wäscheständer hing, wurde L wach. Ich wollte, dass sie heute ausschläft, denn gestern war ihre Nase vom vielen Schnupfen rot. Glücklicherweise bekam sie heute Nacht keine erhöhte Temperatur.

L und ich öffneten gemeinsam ihre drei Adventskalender. Ein kleines Pixi-Minibuch zur Thematik Weihnachtsgeschenke und zwei Stück Schokolade aus dem Feuerwehrmann Sam und Paw Patrol Kalender, waren wie auch in den sechs Tagen zuvor ihre Ausbeute. Beim gemeinsamen Frühstück las ich aus dem kleinem Buch vor, während L nur etwas Schokolade und Pudding aß. Mir ist schon oft aufgefallen, dass sie morgens kaum Appetit hat.

Kurz nach halb zehn brachte ich L und Prinz zu Ms Mama, die so lieb war und die beiden heute bespaßt. Leider musste ich sofort los zum Hauptbahnhof, um den Zug nach Berlin noch zu erwischen.

Ich checkte am Rechner die Arbeitsmails. Sofort bekam ich Bauchschmerzen. Aktuell gibt es zwei/drei Mails, bei denen ich nicht weiß, wie wir die Anforderungen kurzfristig und zur Zufriedenheit aller lösen können. Mein Kollege M ist im wohlverdienten Urlaub. Ihn kann und will ich nicht fragen. Andere Ansprechpartner in der Firma gibt es nicht. Und M kann ich auch nicht fragen. Er hat es verdient, sich voll und ganz auf seine Genesung und Heilung, die wer weiß wie viel Zeit in Anspruch nehmen wird, zu konzentrieren. Also muss ich mir eine Lösung einfallen lassen. Da ich jedoch nächste Woche mindestens drei Tage ausfalle, werde ich noch heute oder morgen agieren müssen. Der Spagat zwischen Krankenbesuch, Kind- und Hundbespaßung, Haushalt und Arbeit ist derzeit eine echte Herausforderung. Auch ich selbst will ungern noch weiter zu kurz kommen. Sonst würde das sorgfältig errichtete Kartenhaus einstürzen.

Sobald der etwas verspätete Zug in Berlin ankommt, belohne ich mich wie auch schon gestern und vorgestern mit einer kleinen Sushi-Box. Dieses Mittagessen tut mir gerade sehr gut und schmeckt obendrein super lecker.

Erfreut bin ich, dass Ms Mama unsere Unterkunft von Montag bis Mittwoch, die nur einen Kilometer von M entfernt liegen wird, bezahlt. Da uns der liebe B am Montag nach Berlin fährt, fallen für die Anreise auch keine Zugkosten an. Wir müssen also lediglich noch eine Zugverbindung für Mittwoch von Berlin nach Erfurt buchen. Für L muss ich zum Glück nur den Sitzplatz bezahlen, da sie unter sechs Jahre alt ist.

M teilte mir heute Morgen mit, dass der Oberarzt ziemlich viel aus seinem Mund herausgeholt hat. Die Zunge ist nun auch wieder kleiner.

Tagebuch – Alltag ohne M – Donnerstag, 4. Juli 2019

Alltagsschnipsel

Heute Nacht habe ich gut geschlafen. Heute Morgen hätte ich am liebsten weitergeschlafen oder wäre später aufgestanden. Motivation zum Aufstehen war letztendlich der nahende Urlaub.

Ich konnte über eine halbe Stunde arbeiten, ehe L wach wurde – ich musste ich sie vielmehr wecken.

ME war noch vor mir da und parkte somit vor der Garage. Ich hatte deshalb kurz Puls.

Unser Daily musste ich zeitiger verlassen, weil um zehn der Steuerberater kam. Das Gespräch war produktiv. Alle wissen, was sie jetzt zu tun haben. Von vielen Vorschlägen/Fragen von ME war er begeistert und würde zu diesen Vorgehensweisen auch raten.

Nach dem Termin habe ich mit ME das weitere Vorgehen hinsichtlich des Einbringungsvertrags besprochen. Viele To Dos habe ich bis morgen bekommen. Ich nutzte die Chance und fragte ME zum Besuch des Vorstandsmitglieds aus. Er meinte, es wird nicht schlimm und ist definitiv gut machbar, jedoch ist morgen noch einiges dafür zu tun.

Halb eins begann mein Arbeitstag. Nahezu alle Rechnungen habe ich überwiesen, weil es frisches Geld gab. Ich hoffe, dass unsere restlichen Rechnungen, die nicht über den Vorfinanzierer laufen, zeitnah bezahlt werden und wir Mitte des Monats noch hohe Rechnungen schreiben können.

Prinz fuhr ich wieder nach Hause und holte L extra eine Viertelstunde später ab.

Mit L habe ich zu Hause gespielt. U war auch im Garten und wir konnten quatschen. Später habe ich etwas Kraftsport gemacht und war anschließend duschen. Das war sehr schön. L wurde zwischenzeitlich von A und dem kleinen K bespaßt.

Abendbrot gab es heute beim Fernsehgucken. Ich hab währenddessen weitergearbeitet. Jetzt liegt L im Bett und ich warte darauf, dass sie einschläft, damit ich weiterarbeiten kann. Das wird heute ein langer Abend.

Gefreut habe ich mich über L. Sie war heute sehr gut drauf. Wir hatten morgens und nachmittags bis abends eine schöne Zeit zusammen.

Etwas erschöpft bin ich und sehr müde, aber meine Zuarbeiten für morgen sind auch wichtig, also Augen auf und weiterarbeiten. Ein Tag noch, dann ist Urlaub!

Sehr glücklich bin ich über Ms Besuch übers Wochenende. Auf das Angebot von Ms Mama, für uns unsere Wohnung steril zu reinigen, habe ich mich tot gestellt.

M hat nur noch 20 Bestrahlungen und 5 Chemotherapien (ohne Medikament 2) vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Mittwoch, 3. Juli 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war gut. Heute Morgen wäre ich gern liegen geblieben und hätte weitergeschlafen.

Da L bis um acht schlief, konnte ich gleich morgens eine halbe Stunde arbeiten.

Mein Arbeitstag im Büro war heute nicht so produktiv. Schock für meinen Kollegen M und mich, als ME die Begehung des Office durch den Vorstand der Muttergesellschaft am Freitag ankündigte. Das Vorstandsmitglied will sich Dutzende Dinge zeigen lassen. Bin gespannt, wie das Freitag wird.

Heute Mittag erledigte ich eine zweite Urlaubseinkaufsrunde im Tegut. Prinz hat wieder komplett geschlafen und nichts mitbekommen.

Nach dem Mittag saß ME plötzlich im Konfi. Zweieinhalb Stunden und einen Besuch im Steuerbüro später war er mit mir für heute fertig. Uff!!! To Do-Liste bis Freitag füllte sich innerhalb von zehn Minuten.

Prinz fuhr ich nach Hause, ehe ich L kurz vor halb fünf aus dem Kindergarten abholte. „Kannst du nicht später kommen?!“ war Ls Begrüßung. Auf der Heimfahrt war L nölig und nervig.

Wir haben U und ihren kleinen K im Garten gesehen und kurz gequatscht, ehe meine ehemalige Kollegin A kam. Halb acht kam ihr Mann mit Pizzen. Da war L bereits mit K baden und hat oben bei unseren Vermietern Abendbrot gegessen.

Als ich L oben eingesammelt habe, war sie völlig überdreht. Es gab ein kurzes Fernsehprogramm und dann ging es ab ins Bett. Wenn sie schläft, muss ich noch arbeiten (obwohl ich dazu keine Lust mehr habe).

Genervt (Untertreibung des Jahrhunderts) von ME und der Gründung. Morgen um 10:00 Uhr kommt der Steuerberater ins Office. ME wird den ganzen Tag anwesend sein.

L ist seit ein paar Tagen entweder in einer Phase, die für mich (und andere) sehr anstrengend ist. Sie hört nicht auf das, was gesagt wird, schreit herum und ist sehr überdreht. Oder ihr Verhalten hängt allmählich wirklich mit ihrem fehlenden Papa zusammen. „Mami, ich bin ganz traurig, dass Papi nicht mehr da ist!“ und „Ich will Papa wieder drücken und im Krankenhaus besuchen!“ erzählt sie jetzt öfter.

M hat nur noch 21 Bestrahlungen und 5 Chemotherapien (ohne Medikament 2) vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Dienstag, 2. Juli 2019

Alltagsschnipsel

Sehr gute Nacht gehabt! Offensichtlich habe ich nach dem Einschlafen noch mal auf Ms Nachrichten geantwortet – mit großem Unsinn.

L schlief bis um acht. Ich konnte in Ruhe frühstücken und Arbeits-E-Mails checken.

L habe ich nach dem Aufwachen erzählt, dass Oma M gleich kommt. Es kullerten ein paar Tränen. Zum Trost durfte L auf meinem Schoß sitzend frühstücken. Da war aber schon wieder alles gut.

L und Ms Mama wurden von Prinz und mir zum Eingang der EGA begleitet. Zum Abschied kullerten bei L noch kurz ein paar Tränen.

Viel geschafft auf Arbeit! Der Verwendungsnachweis ist fertig und raus! Frisches Geld dürfte morgen oder übermorgen auf dem Geschäftskonto sein. Damit sind meine Sorgen von jetzt auf gleich wieder viel kleiner.

Heute Mittag mit S und R zum Tegut gelaufen. Erste Urlaubseinkäufe getätigt. Prinz schlief beim Verlassen des Büros und auch beim Wiederkommen. So muss das sein!

Kurz nach vier zu Hause gewesen. Ms Mama und L waren schon da. L ist im Kinderwagen eingeschlafen. Sooo süß! L hat ihrer Oma für ihren Papa einen Brief diktiert. Die beiden haben viel gemacht und hatten wohl auch großen Spaß.

Nachmittags waren L, Prinz und ich bei meinen Eltern zum Grillen eingeladen. Meine Oma war auch da. War ein kurzweiliger Besuch. Als L anfing, Quatsch zu machen aka müde zu werden, machten wir uns auf den Heimweg.

Zu Hause dann Fernsehprogramm und ab ins Bett. Jetzt warte ich, dass L einschläft.

Sehr froh/glücklich/erleichtert, dass es M heute so viel besser ging. Es wirkte zumindest so. Dadurch konnten wir auch viel Arbeitskram zusammen erledigen.

Ich hab Ms Mama spontan zum Urlaub eingeladen. Sie wird uns für ein paar Tage zum Lütschesee begleiten. Eventuell kann ich M an einem Tag in Berlin besuchen. Urlaubsbeginn hängt davon ab, ob M am Wochenende nach Hause kommt, also irgendwann zwischen Samstag und Montag. Dasselbe gilt für die Abreise am darauffolgenden Wochenende – irgendwann zwischen Freitag und Sonntag.

M hat nur noch 22 Bestrahlungen und 5 Chemotherapien (ohne Medikament 2) vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Montag, 1. Juli 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war okay. Ich konnte nicht gut einschlafen, da ich bis halb zwölf mit U gearbeitet und geschwatzt habe. Hab vom Verwendungsnachweis geträumt.

Nach dem Aufstehen habe ich in Ruhe geduscht. Mit L, die wieder nölig erwachte, frühstückte ich bereits 07:45 Uhr. Halb neun waren wir beim Kindergarten. Den Spaziergang mit Prinz verschob ich um zehn Minuten wegen einer plötzlichen Regenhusche. War eine gute Entscheidung. Als wir beim Büro ankamen, war der Regen vorbei.

Am Morakel, Daily und Weekly teilgenommen. Sch wird PO des Förderprojekts und kümmert sich um unsere Leichen im Keller.

Halb elf begann mein Arbeitstag erst richtig. Ich habe die Buchhaltung fertiggestellt für zwei Firmen. Den Verwendungsnachweis habe ich so gut es ging bearbeitet.

Prinz fuhr ich nachmittags wegen der Wärme nach Hause, anschließend holte ich L im Kindergarten ab. (Dort gab ich Bescheid, dass L morgen nicht kommt. Ms Mama bespaßt L morgen auf der EGA. Um meines lieben Seelenfriedens willen habe ich L heute noch nichts davon erzählt.)

Den Nachmittag und Abend mit sämtlichen Bewohnern des Hauses im Garten verbracht – mit Ausnahme natürlich vom Dachgeschoss-Mieter. Ich habe erfahren, dass die Trauerfeier von Cs Mama, die am 29. Juni verstarb, am 8. Juli stattfindet, die Urnenbeisetzung irgendwann die Woche darauf.

L war sehr anstrengend und hat abwechselnd K, Prinz und mich geärgert. (Sie war aber zwischendrin auch fürsorglich und hat K gefüttert.) Wir aßen deshalb nur zu zweit bei uns unten Abendbrot.

Nach dem Fernsehen ging es ab ins Bett. Gleich, wenn L schläft, ist Feierabend!

Geärgert über den ausgebliebenen Zahlungseingang eines Kunden. Bei der dortigen Buchhaltung konnte ich niemanden erreichen.

Geärgert über S-Firm und ME. Über S-Firm, weil alles so steif und hierarchisch ist. Über ME, weil er zwei Zahlungen nicht freigegeben hat und es deshalb zu Verzögerungen kommen wird.

Geärgert über eine Sekretärin der Muttergesellschaft. Die ach so bürokratische Muttergesellschaft hält es offenbar nicht für nötig, ihren Mitarbeitern Bestätigungsschreiben zukommen zu lassen (hier: S’ Kur im Oktober).

Große Sorgen wegen des Verwendungsnachweises. Hoffnung besteht, dass mir jemand diesbezüglich helfen kann.

Ganz schlimmes M-Vermissen. (Bei L sind auch erste Anzeichen erkennbar.)

M hat nur noch 23 Bestrahlungen und 5 Chemotherapien (ohne Medikament 2) vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Donnerstag, 27. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war ruhig und erholsam. Es gab keine Störungen.

Heute Morgen lag die Temperatur bei 17 Grad. Das war sehr angenehm.

L ging bereitwillig in den Kindergarten und wurde freudig von den anderen Kindern begrüßt.

Prinz und ich trafen nach unserem Spaziergang kurz vor halb zehn am Büro ein.

Daily war heute kurz. Großartig Aufregendes gab es nicht zu berichten. Arbeitstag war produktiv und ging wie immer schnell vorbei.

Prinz ließ ich nachmittags wegen der Hitze im Büro, holte L im Kindergarten ab und fuhr mit ihr zum Büro zurück. Rs und S’ Tochter R war auch da. Die Kinder sind zusammen durch die Büroräume geflitzt.

Mit Prinz, L und R im Schlepptau bin ich nach Hause gefahren. R erhielt von mir den Autoschlüssel und die Tankkarte. Ich suchte verzweifelt nach der Zulassung, bis herauskam, dass sie bei M in Berlin liegt.

Mit U gesprochen und Zeit mit den Kindern verbracht, die alle auffallend ruhig waren. A fuhr zu C ins Krankenhaus und kam abends mit Pizzen für die Kinder wieder.

Abendbrot oben gegessen. Es gab für mich Reis mit Gemüse. Zum Nachtisch aß ich Ls Eis auf.

L hatte keine Lust, mit den Jungs fernzusehen. K war müde. Also haben wir uns verabschiedet und sind alle runtergegangen. L schaut noch Timmy, das Schäfchen. Gleich geht es ins Bett.

Genervt war ich von meinen Eltern, die ihren Unmut an mir ausgelassen haben. Da ihre Telefonanlage derzeit spinnt, kommen keine Anrufe durch. Sie dachten schon, sie hätten was falsch gemacht, weil sich keiner mehr meldet.

Genervt vom Einzahlungsautomat der Sparkasse gewesen. Bei einem Teilbetrag konnte der Automat die Echtheit des Geldes nicht garantieren. Mir wurde der Betrag zwar gutgeschrieben, aber es kann in den nächsten Wochen unter Umständen was auf mich zukommen. Bitte nicht!

Die Erkenntnis, dass alle auf eine Erlösung bei Cs Mutter warten und ihr nicht mehr geholfen werden kann, ist sehr schlimm. C will bis zuletzt an ihrem Krankenbett verweilen. Morgen ist ihre Mutter exakt 91,5 Jahre alt.

M hat nur noch 25 Bestrahlungen und 6 Chemotherapien vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Mittwoch, 26. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war bis auf den kurzen Weinanfall von L gut. Allerdings brauchte Prinz danach wieder Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Nervig!

Heute Morgen konnte ich in Ruhe duschen und frühstücken. L schlief bis kurz vor neun. Ich zog sie an, ging mit ihr hoch zu unserer Vermieterin C und verabschiedete mich sogleich.

Kurz vor halb zehn übergab ich Prinz an Ms Schwester. Sie ließ den Audi beim Büro stehen und fuhr mit dem BMW fort.

Zusammen mit meinen Kollegen R, S, F und A fuhr ich nach Hohenfelden. Dort trafen wir alle bis auf M, der sonstwo geparkt hatte, und Sch an. S hatte sich mit Kopfschmerzen abgemeldet. Sch hatte verschlafen und wurde kurz nach um zehn von Ms Anruf geweckt.

Unser Team halbierte sich. Die eine Hälfte golfte, die andere kletterte im Kletterwald lustig herum. Ich habe mit F zusammen den Spaß- und Fitnessparcours absolviert. Hat super viel Spaß gemacht. Gerne wieder!

Es könnte sein, dass eine App-Anfrage eintrudelt. Wir Kletterer wurden allesamt zu diesem Thema ausgefragt.

Flammkuchen mit Lachs und Lauch gegessen und mit den anderen auf der Snack-Terrasse gechillt.

Halb zwei wurde entweder gegolft oder mit Pfeil und Bogen geschossen. Ich war im Golf-Team und war nicht die schlechteste. Bei den Bogenschießern konnte A glänzen.

Halb vier ging es mit dem Auto zurück nach Erfurt. F spazierte noch durch Hohenfelden und wollte später mit dem Bus zurückfahren. Ob wir ihn jemals wiedersehen? Ms Schwester brachte Prinz und den BMW zurück zum Büro.

Zuhause mit L im Pool gebadet und mit den Wasserspritzpistolen geschossen. Die Jungs spielten oben Beyblade, K schlief. Über die Torfernbedienung, die im Briefkasten lag, habe ich mich gefreut.

Ich begrüßte U und unterhielt mich mit ihr. Unterbrochen wurden wir durch den unangekündigten Besuch von Ms Mama. Nervig!

Zum Abendessen (ohne C) gab es Spaghetti mit selbstgemachter veganer Bolognese. Die Kinder schauten noch zwei Folgen Beyblade, während ich mit K spielte und U quatschte.

Um neun haben wir alle im Garten aufgeräumt. C kam mit neuen Informationen bezüglich ihrer Mutter nach Hause. Halb zehn lag L im Bett und schlief kurz vor zehn ein. Jetzt hab ich Feierabend!

Geärgert habe ich mich über Ms Mama, die ohne Vorankündigung am Abend bei uns reinschneite. Ich werde ihr noch mitteilen, dass sie in Zukunft vorher anrufen muss.

Gefreut habe ich mich, dass ich meine Ängste beim Klettern mit nur einer Ausnahme besiegen konnte.

Traurig bin ich über den Gesundheitszustand von Cs Mutter. Als C eben nach Hause kam, hat sie geweint. Es sieht sehr schlecht aus. Ihre Mutter kann nicht mehr sprechen und sagt lediglich „Au au“, wenn sie umgedreht wird. Der Blutdruck ist nach wie vor im Keller. Sie bekommt Flüssigkeit in Form von Kochsalzlösung eingeflößt, scheidet aber keine Flüssigkeit aus. Die Nieren kommen nicht hinterher. Arme, Beine und langsam auch der Kopf sind aufgequollen. C weiß nicht, wie lange Herz und Lunge das noch mitmachen. Sie wollen ihre Mutter morgen wieder ins Stift verlegen lassen, da die Ärzte derzeit nichts außer Antibiotika und Flüssigkeit geben. C ist morgen den ganzen Tag vor Ort, U bespaßt die Jungs und L geht in den Kindergarten.

Die letzten Worte von Cs Mutter an mich am vergangenen Sonntag bestanden aus einer Gratulation und dem Wunsch, dass ich noch viele schöne Erlebnisse mit meiner Familie haben soll.

M hat nur noch 26 Bestrahlungen und 7 Chemotherapien vor sich.

Tagebuch – Alltag ohne M – Dienstag, 25. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war wieder ruhig. Obwohl ich gut geschlafen habe, war ich heute Morgen sehr müde. Das hielt den ganzen Tag über an.

Prinz hat sein gestriges Fressen nicht angerührt. Mal sehen, ob er heute Abend frisst. Vermutlich ist ihm zu warm, da er ansonsten einen guten Eindruck macht.

Von um sieben bis zu Ls Aufwachen um acht gearbeitet und über die erste von acht Arbeitsstunden des Tages gefreut.

Um neun sind L und ich nach einem ersten gemeinsamen Frühstück zu unserer Vermieterin C und den Jungs hochgegangen. Für L gab es ein zweites Frühstück. C fuhr heute mit den Kindern zum Erdbeeren pflücken.

Halb zehn kamen Prinz und ich beim Büro an und hatten kurz darauf das Daily.

Prinz und ich gingen anschließend raus und haben den Spaziergang mit dem Kauf eines Abschiedsblumenstraußes für E verbunden, die heute ihren letzten richtigen Arbeitstag vor Urlaub, Mutterschutz und Elternzeit hatte.

Mein Papa kam kurz vorbei, um mir leckere Kirschen zu überreichen. Sein Aufzug war jedoch interessant: kurze Hose, weiße Socken, die bis zur Wade reichten, und Sandalen.

Heute war Teammeeting. Meine Kollegen M, H und B kamen erst später dazu. Sie hatten einen Kundentermin. Solange das Negative aus tropfenden Wasserhähnen, der Hitze und der Lagerung des Obstes/Gemüses bei der Wärme besteht, muss ich mir keine Sorgen machen. Dennoch lag – vermutlich wegen der Hitze – eine aggressiv angehauchte Stimmung in der Luft.

Auf Cs Wunsch hin war ich um zwei zu Hause und spielte anderthalb Stunden mit den Kindern. Vor allem mit T lieferte ich mir eine wilde Wasserschlacht. L übte derweil „tauchen“. Obwohl sie lediglich ihren Pony und Teile der Stirn untertauchte, behielt ich sie im Auge, damit sie mir nicht ertrank.

Als A kam, vernichteten wir eine große von ihm mitgebrachte Eispackung.

C kam leider mit schlechten Neuigkeiten über den Gesundheitszustand ihrer einundneunzigjährigen Mutter nach Hause.

Gefreut habe ich mich über drei Stunden Homeoffice, die ich von nachmittags halb vier bis abends um acht ableistete.

Mit den Jungs, C und L draußen im Garten Abendbrot gegessen. Zuvor plauderten wir alle am Gartenzaun mit den Nachbarn.

Als L beim Essen ihren vollen Wasserbecher über meinen Rock kippte, war es Zeit für uns, schlafen zu gehen. Nach einer Folge Biene Maja und fünf Minuten Geschichten erzählen, ist L eingeschlafen. Wenn es doch immer so schnell ginge.

Feierabend!

Etwas geärgert habe ich mich heute über die Dreistigkeit und Aufdringlichkeit von Ms Mama.

Besorgt bin ich wegen des Gesundheitszustands von Cs Mutter.

Ich freue mich über den ersten sichtbaren Erfolg der Krebstherapie. Dennoch hoffe ich, dass die nächsten Behandlungswochen irgendwie erträglich verlaufen.

M hat nur noch 27 Bestrahlungen und 8 Chemotherapien vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Montag, 24. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Unsere Nacht war nur so mittel. Um eins morgens hat L geweint. Dass sie auf ihren Papa Rücksicht nehmen und ihn bitte nicht aufwecken sollte, hat sie nicht interessiert.

Heute Morgen bin ich früher aufgestanden, um bei der Verabschiedung von M dabei zu sein. Die Müdigkeit hielt den Tag über an.

L erwachte ein bis zwei Stunden früher als erwartet. Ihre Stimmung war eher weinerlich. Ich bangte um ihren Tag/Ausflug mit unserer Vermieterin C und den Jungs. L fing sich aber wieder.

L aß ein zweites Frühstück bei C und den Jungs. Prinz und ich fuhren kurz nach neun ins Büro. Ein großer weißer Transporter stand vor der leeren Wohnung beim Büro, sodass ich nicht vor der Garage parken konnte und mir woanders einen Parkplatz suchen musste. Mööp.

Morakel und Daily entfielen, weil mein Kollege M beim Kundentermin war. Ich hab schnell Kuchen anlässlich meines Geburtstages vor zwei Tagen organisiert beim Bäcker. Alle haben sich darauf gestürzt.

Von meinen Kollegen M und E habe ich einen schönen Blumenstrauß bekommen. Mittags gab es was vom Asiaten dank J, B und H. Ich hab am Platz gegessen und weitergearbeitet, um schneller auf meine Stunden zu kommen.

Schnappatmung wegen der Lohnkosten für Juni gehabt. Beruhigter war ich durch die Mitteilung, dass noch Geld von einem Kunden kommt.

Kurz nach halb vier hab ich mit Prinz das Büro verlassen und bin nach Hause gefahren. C und die Kinder waren schon da. Mit Prinz bin ich schnell zum Briefkasten gelaufen und habe anschließend oben Kaffee getrunken und Kuchen/Melone gegessen. A kam nach Hause.

Anschließend bin ich mit den Kindern in den Garten gegangen und habe weitergearbeitet. Waschmaschine mit zahlreichen Bürohandtüchern lief derweil.

Gegen halb sieben habe ich mit T Schach gespielt. Meine „Ich mach irgendwas-Strategie“ funktioniert bei T noch gut. Hätten wir zu Ende gespielt, hätte ich sicher gewonnen. Ich habe seeehr lange kein Schach mehr gespielt.

L kippte Saft über mich und sich, sodass wir in die Badewanne gingen. Nach dem Bad haben wir oben Abendbrot gegessen. Danach schauten die Kinder „abwechselnd“ Peppa Wutz (10 %) und Beyblade (90 %). Ich hatte kurz Angst, in die „Deutschland ist scheiße“-Unterhaltung von C und A mit reingezogen zu werden.

Kurz nach halb zehn mit L ins Bett verkrümelt, eine kurze Geschichte erzählt und zehn Minuten später war Ruhe. Jetzt ist Feierabend! Ich bin aber schon müde!

Gefühlsmäßig war ich heute stabiler als gestern. Heute Morgen beim Verabschieden musste ich mir aber eine Träne verkneifen. Der Vermissen-Faktor ist viel höher als von mir zunächst erwartet. Das wird noch lustig in den nächsten Wochen. Ansonsten war ich heute stellenweise sehr nervös und aufgeregt wegen der ersten Chemotherapie.

M hat nur noch 28 Bestrahlungen und 9 Chemotherapien vor sich!

Hallo Mai!

Dies & Das

Im Mai werde ich …

… mit L einmal wöchentlich an Max & Mia machen Musik im MusikWerk teilnehmen
… 2,5 Kilometer beim 14. Jenaer Teamlauf zurücklegen
… unser neues Bett in Empfang nehmen
… eine Nacht ohne M, der sich in Berlin aufhält, verbringen
… einen Arzttermin wahrnehmen
… Cs Geburtstag feiern
… entspannte Tage auf dem Campingplatz Meyersgrund bei Ilmenau verbringen
… eventuell ein Faszien-Seminar besuchen
… mich ein paar Tage um die zwei Rosellasittiche kümmern, während meine Eltern im Urlaub sind
… eventuell ein verlängertes Wochenende bei einem Campingplatz an der Mosel verbringen

Gesehen beim Blog Frische Brise, für gut befunden, hier übernommen 😉