Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 88

Alltagsschnipsel

Es ist so unglaublich viel zu tun für die Arbeit, doch mir fehlt einfach die Zeit. Viele Dinge regle ich zusätzlich noch für M, der es zwar gern selbst machen würde, es aus gesundheitlichen Gründen aber nicht kann. Ich fühle mich hilflos, stellenweise überfordert und irgendwie auch von der Muttergesellschaft alleine gelassen. Ich werde diese Woche die Arbeitszeit erhöhen. Sonst fliegt mir das alles irgendwann um die Ohren.

Unser kinderfreier Abend verlief gestern anders als erwartet. M hatte die geniale Idee, einen der neueren Star Wars-Filme zu sehen. Dazu kam es leider nicht, weil der neue Fernseher unbedingt noch aufgestellt werden musste und das unter gar keinen Umständen bis morgen Zeit hatte. Als wir fertig waren, war es bereits 23 Uhr. Echt schade!

Was heute schön war:

Badewannenzeit.
L und ich sind direkt nach dem Aufstehen in die Badewanne gegangen. L trug dabei ihre neuen Badeschuhe. Schon anderthalb Stunden später hätte ich sie erneut in die Badewanne packen können, da sie sich ein Gemisch aus Haferflocken und Milch ins Gesicht schmierte.

Intravenöse Ernährung.
Was habe ich den heutigen Tag herbeigesehnt. Ms und meine Zusammenarbeit am gestrigen Tag hat zum Glück insoweit geholfen, als dass ausreichend Flüssigkeit in seinen Körper gegeben wurde und überwiegend auch dort verblieb. In der onkologischen Arztpraxis wurde ab sofort/schnellstmöglich die intravenöse Ernährung verordnet. Ich habe dem Gesundheitsdienst Bescheid gegeben. Dieser regelt alles Notwendige mit dem Pflegedienst. Ich gehe davon aus, dass es heute Abend direkt losgeht. (Die Nahrung läuft circa zwölf Stunden und wird deshalb über Nacht verabreicht.) Die Immuntherapie und die Chemotherapie werden so lange verschoben, bis die Durchfälle aufhören und es M besser geht. Die Gefahr ist derzeit zu groß, Ms Darm zu zerstören oder ihn umzubringen. Der Wert der roten Blutkörperchen ist im Keller. M bekommt morgen eine Bluttransfusion.

Oma-Tag & -Nacht für L.
Während des Arztbesuchs war L bei Ms Mama. Die beiden hatten zunächst beschlossen, bis zum Abend Zeit miteinander zu verbringen und schickten mir eine Nachricht. (Geplant war nur eine oder zwei Stunden.) Wenig später entschieden sie sich erneut um: L will bei ihrer Oma übernachten. So hatten M und ich sehr viel mehr Zeit für ein paar Erledigungen. (Der neue 4k-Fernseher holt sich schließlich nicht von alleine ab. 😉)

Aufräumen & Wischen.
Die freie Zeit nutze ich zum Aufräumen. (Für was auch sonst?!) Das war so nötig und fühlte sich gut an. Jetzt ist in unserer Wohnung alles wieder ordentlich. Da sich der Pflegedienst für den Abend ankündigte, wischte ich noch in dem ein oder anderen (relevanten) Zimmer.

Telefonat mit J.
Montags ist Telefontag. Dieser ist mittlerweile zu einem sehr schönen Wochenbeginn für mich geworden. Heute quatschten J und ich etwas über zwei Stunden – ganz ohne (L-)Unterbrechungen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 87

Alltagsschnipsel

M und ich leben aktuell verschiedene Lebenseinstellungen. M lebt aus nachvollziehbaren Gründen nach dem Motto „Wer weiß, ob ich morgen noch lebe?!“ Er hat in den letzten Wochen viele, stellenweise sehr teure Anschaffungen getätigt. (Er verdient auch entsprechend.) Ich freunde mich hingegen immer mehr mit dem Minimalismus an. Ich habe schon einiges aussortiert und entsorgt. Zudem habe ich in den letzten Monaten kaum etwas gekauft. Die Dinge, die ich angeschafft habe, waren auch notwendig. Zudem habe ich vor dem Kauf lange darüber nachgedacht. 

Nackenverspannung.
Seit ein paar Nächten zerknautsche ich mein Kissen auf merkwürdige Weise und schlafe in ungesunder Haltung. Heute Morgen bekam ich dafür die Quittung: Ich kann meinen Kopf nun linksseitig nicht mehr drehen, ohne dass es schmerzt. Zum Glück hat M vor einigen Jahren einen Faszienball gekauft. Der kam heute öfters zum Einsatz – ebenso das Nackenmassagegerät.

Schock am Vormittag.
Ms Nacht war schlecht und von Durchfällen begleitet. Als er sich heute Morgen wog, zeigte die Waage nur noch 36,5 kg an. Was für ein Schock! Vier Kilogramm weniger als gestern. Zum Glück stellte sich wenig später heraus, dass die Waage uneben stand. Es sind doch 40 kg Körpergewicht. M versicherte mir, dass er dem Flüssigkeitsverlust noch in der Nacht durch ausreichendes Trinken entgegengewirkt hat. Da bis zum Abend drei Liter Flüssigkeit im Körper blieben, entschied M sich gegen die Aufnahme im Helios. Morgen gehen wir endlich in die onkologische Praxis.

Beleidigungen.
Unser Nachbar Herr B ließ am Abend einen Schwall Beleidigungen auf L und mich herab. Er findet L zu wild und zu vorlaut. Seiner Meinung nach hat sie das alles von mir. (Er kennt mich gar nicht.) Er machte mir Vorwürfe, weil ich L barfuß laufen lasse. Dies wiederholte er circa zehn Mal. Ebenso fragte er mich allen ernstes, weshalb L so lange nicht mehr im Kindergarten war, und betonte, dass das nicht gut sei. Ich verwies auf die Corona-Pandemie. Das schien ihn zu erstaunen, denn er äußerte: „Was?! Das geht sogar runter bis zu den Kleinen?!“ Und obwohl seine Worte ausgemachter Unsinn sind und nichts davon für mich Bedeutung haben sollte, haben sie mich verletzt.

Was heute schön war:

Sport im Schlafanzug.
Sonntage sind die besten Tage. L und ich können ohne schlechtes Gewissen so lange wie wir mögen, im Schlafanzug bleiben. Denn Pakete oder Briefe werden nicht zugestellt. Ich nutzte die frühe Stunde des Tages für zwei Sportübungen und war eine halbe Stunde später glücklich über siebzig Liegestütze und einhundert Kniebeuge. Im Anschluss hüpfte ich schnell unter die Dusche. Perfekt!

Feedback.
Ich bin überwältigt und gerührt. Es war nicht leicht für mich, die Inhalte des Blogs mit anderen zu teilen. Umso mehr freue ich mich, dass es guten Anklang findet. Den Blog teilte ich heute Abend mit weiteren Freunden.

Prinz.
Prinz hatte heute einen guten Tag. Nach den ersten Metern merkte ich, dass er weniger Schmerzen beim Laufen zu haben scheint und bin mit ihm die größere Runde spazieren gegangen.

Besuch.
Ich hatte heute Besuch von meiner Cousine und ihrer kleinen Tochter. L hatte anfangs unglaublich schlechte Laune und wollte gar nichts mit uns zu tun haben. Zum Glück änderte sie nach gut einer Stunde ihre Meinung und leistete uns doch noch Gesellschaft. Nach eigener Aussage war der Müsliriegel der Grund ihres Unmuts. Äh ja … schon klar, mit Eifersucht hatte das ganz sicher nichts zu tun. 😉

Fangen.
Wie bereits gestern spielten L und ich heute Fangen auf der Wiese. L ist super schnell!

Die Vögel haben uns die Kirschernte abgenommen 😉

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 86

Alltagsschnipsel

Schwellerbruch.
Ms Papa wechselte gestern Abend bei unserem Familienauto (das Auto, in das Prinz darf) die Räder. Er wollte gerade das letzte Sommerrad festschrauben, als der Schweller brach. Wir werden den Schaden in einer Werkstatt beheben lassen und das Fahrzeug anschließend verkaufen.

T.E.C.
Wir waren lange nicht mehr hier. 😉 M wollte etwas – wie ich erst auf der Rückfahrt erfuhr, handelt es sich um einen neuen 4K-Fernseher (!!!) – vom Media Markt abholen. Allerdings hatte das Geschäft 18:30 Uhr bereits zu. Darüber war M sehr traurig, konnte er sich doch gerade so zu diesem Ausflug aufraffen. L und ich kauften derweil im Real ein. Allerdings ist meine Einkaufsliste immer noch gut gefüllt. Nachdem ich dreimal im Laden auf der Suche nach den Produkten herumgeirrt bin, gab ich es auf. Das wichtigste für das Wochenende habe ich bekommen.

Ms Gesundheitszustand …
… ist wie immer ein einziges Auf und Ab. Eigentlich mehr ein Ab. Ich sehne den Montag und somit den Arztbesuch in der onkologischen Praxis herbei. Entweder verordnet die Ärztin eine intravenöse Nahrungsaufnahme oder M muss wieder ins Krankenhaus. Gewichtstiefpunkt lag bei 38,5 kg. Er hat ständig Bauchkrämpfe, gegen die kein Medikament so richtig zu wirken scheint. Nur mäßig gebessert haben sich die Übelkeit und der Durchfall. Er sieht schrecklich aus. Laut eigener Aussage fühlt er sich auch so. Ich hätte ihn am liebsten schon gestern wieder ins Helios gebracht, denn ich habe Angst.

Was heute schön war:

Duschen.
Nachdem das Badezimmer die letzten Tage mehr oder weniger ganztägig von M blockiert war, nutzte ich heute Morgen kurz vor neun, als M noch schlief, die Gunst der Stunde und duschte. Das war schön (und nötig).

Fangen.
Am frühen Nachmittag rannten L und ich durch den Garten und spielten eine Mischung aus Verstecken und Fangen. Das hat großen Spaß gemacht. Meine sonst so strenge Apple Watch hat mir sogar sechzehn Trainingsminuten dafür gegeben. (Normalerweise ist jede einzelne Minute hart erkämpft.)

Mut.
Etwa sechs Jahre hat es gedauert, bis ich mich traute, die Inhalte dieses Blogs mit anderen zu teilen. Einzig mein Bruder wusste bisher davon (er hat ihn erstellt). Das war heute ein sehr wichtiger und richtiger Schritt für mich.

Years and Years.
Gegen 23:00 Uhr starteten M und ich die sechste und somit letzte Folge. Was für eine Serie! M wird sie morgen wohl noch mal gucken müssen – er ist wieder eingeschlafen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 85

Alltagsschnipsel

Der Sport kommt aktuell wieder zu kurz! Es liegt nicht an meiner mangelnden Lust, sondern an der Zeit. Ich hatte die letzten Tage nicht mal zehn Minuten Freiraum, um meine Übungen zu machen. Das will und muss ich schnellstmöglich ändern.

Aus der stellenweise angespannten Situation zwischen M und mir konnte ich bereits viel Nützliches lernen – über mich, über M und über uns als Paar. Ich denke, wir bekommen unsere Probleme wieder in den Griff. An mangelnder Kommunikation könnte es diesmal liegen. Wir hatten schon lange keine wirkliche Paarzeit mehr. (Angesichts seiner Krankheit und der damit verbundenen ständigen Behandlungen und des Umstands, dass wir seit Wochen alle zu Hause sind, ist das nicht weiter verwunderlich.) Und wenn L doch mal bei ihren Großeltern ist, müssen wir arbeiten, irgendwelche Termine wahrnehmen oder uns um den Haushalt kümmern. Sobald es etwas ruhiger ist, fahren M und ich weg – für eine oder zwei Nächte und nur wir beide allein.

M hat schon wieder abgenommen. Sein Körpergewicht beträgt vierzig Kilogramm. Ich finde es unverantwortlich, dass er keinen Ansprechpartner/keinen Ernährungsplan hat. Wir müssen uns darum jetzt unbedingt kümmern. Eine entsprechende App hat er sich gekauft, um in regelmäßigen Abständen an die Nahrungsaufnahme erinnert zu werden. Das ist zumindest ein Anfang. Dennoch mache ich mir große Sorgen um ihn.

Unordnung … 
… ist die nette Umschreibung hinsichtlich des Zustandes in unserer Wohnung. Mir fehlt aktuell die Kraft, daran etwas zu ändern, weil es nichts bringt. Würde ich an der einen Stelle aufräumen oder an einer anderen wischen, würde es bereits eine Stunde später genauso, wenn nicht noch schlimmer aussehen. Das frustriert mich aktuell sehr. Bis einschließlich Montag war der Zustand unserer Wohnung mehr als in Ordnung. Was ein Familienmitglied mehr im Haushalt alles so bewirken kann. 😉

Was heute schön war:

Sport.
Juhuuuu! Doch wieder geschafft. Heute waren ausschließlich die Bauchmuskeln an der Reihe. Das Training war furchtbar und schön zugleich. Ich versuche, die Sportübungen wieder täglich in den Alltag zu integrieren.

Erdbeeren.
Durch den Regen der vergangenen drei Tage konnten L und ich heute einige rote Erdbeeren pflücken, die wir mit unseren Vermietern teilten. Schließlich hat C die ganze Arbeit.

Aufräumen.
Als M mir mittags unter Tränen sagte, dass er selbst zum Lappen halten und wischen zu schwach sei, konnte ich mich doch aufraffen und einen Teil unserer Wohnung aufräumen und säubern.

Years and Years.
Folge fünf habe ich mehr oder weniger alleine geschaut. M ist neben mir eingeschlafen ❤

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 84

Alltagsschnipsel

Spontaner Oma-Tag für L.
Und weil das so spontan war, weinte L beim Hinbringen. Ms Mama meinte aber, dass L schnell wieder aufhörte und Spaß hatte. Prinz war heute auch dabei. Etwa dreieinhalb Stunden später holte ich meine beiden Kinder wieder ab.

Arztbesuch.
Ich begleitete M zu seinem Gastroenterologen, bei dem er seit Anfang 2015 wegen seiner Colitis ulcerosa in Behandlung ist. Nach Entlassung aus dem Krankenhaus sollte M sich zeitnah bei ihm vorstellen. Wir mussten nicht lange im Wartezimmer sitzen. M bekam unzählige Medikamente verordnet, die sogar alle in der Apotheke verfügbar waren.

Was heute schön war:

Badewannenzeit.
Direkt nach dem Aufstehen gingen L und ich baden. (Abends schaffen wir das kaum noch. Es kommt fast immer etwas dazwischen.) Wir spielten L zu Besuch bei ihrem Freund K und dessen Schwester Linda. L war Linda, ich wie immer L. 😉

Höffner.
Für M wollten wir einen Massagesessel mit Hocker kaufen. Im Internet wurde er von 800 Euro auf 550 Euro reduziert. Im Möbelhaus hätten wir sogar nur 334 Euro zahlen müssen – aber: Beim Hinsetzen spürte M das Metall an seinem Rücken (M besteht aktuell nur aus Haut und Knochen). Die Massagefunktion beim Ausstellungsstück war leider defekt und konnte nicht getestet werden. Wir suchten weiter. Die anderen Relaxsessel hatten keine Massagefunktion und lagen im Schnitt bei 3.500 Euro. Blöd.Wir holten uns erst mal einen Beratungstermin für die Planung einer neuen Küche. Nächste Woche Dienstag ist es schon soweit. M will derweil im Internet noch mal wegen des Sessels recherchieren.

Years and Years.
Heute Abend schauten wir die Folgen drei und vier. Es war wieder unglaublich spannend. Die Serie ist sehr realistisch. Wirklich gut! Zwei Folgen stehen noch aus.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 83

Alltagsschnipsel

T.E.C.
Dieser Ausflug begann gut, war zwischenzeitlich sehr schlimm und endete okay. Irgendwie ist bei M und mir der Wurm drin. Wir gehen beide wegen jeder Kleinigkeit, die der andere äußert, an die Decke. Stellenweise sind wir schlimm genervt vom anderen. Auf dem Parkplatz vor dem Einkaufscenter krachte es und wir mussten uns kurz sammeln. Für L war das blöd. Ins Decathlon gingen wir drei dann glücklicherweise dennoch und tätigten die ein oder andere Neuanschaffung. (Das war der Sinn unseres Ausflugs.) 

Was heute schön war:

Oma/Opa-Tag für L.
Elf Uhr brachte ich L heute Morgen zu meinen Eltern. Die drei machten sich auch sofort auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. (Da L und ich so getrödelt haben, mussten die beiden leider eine halbe Stunde auf uns warten.) L besuchte heute das erste Mal in diesem Jahr unseren Zoopark. Sie freute sich besonders auf die Schildkröten und die trächtige Elefantendame. Auf dem Wasserspielplatz durfte sie auch spielen.

Büro.
Das Büro befindet sich in der Nähe der Wohnung meiner Eltern. Ich nutzte also die Zeit und verbrachte zweieinhalb Stunden in meinem Büro. Ich hatte ganz vergessen, wie ordentlich aufgeräumt ich es Anfang März hinterließ. Darüber freute ich mich heute sehr. Ich räumte die vor Wochen erledigte Post in die Ablagefächer, füllte meinen Bedarf an Briefumschlägen wieder auf, checkte Mails auf dem Windowsrechner, hing ein wichtiges Plakat auf und fotografierte dieses und entleerte den Briefkasten. Nach einem Schwatz mit meinen Kollegen S und F machte ich mich auf den Heimweg zu Prinzi und M. (Danke an S für das leckere belegte Brötchen und den Erdbeerkuchen <3)

Regen und Gewitter.
Gegen Mittag zogen immer dunklere Wolken auf. Schwül war es bereits seit dem Morgen. Ich habe mich sehr gefreut, als es wie vorhergesagt regnete und gewitterte. Nach dem heftigen Regenschauer holten M und ich L bei meinen Eltern ab.

Arbeit.
So viel wie heute schaffte ich schon lange nicht mehr. Das war ziemlich befriedigend. Ich fühlte mich gleich viel nützlicher für die Firma.

Years and Years.
M und ich begannen 23:00 Uhr mit Folge eins dieser für uns neuen Serie. (Ich quälte mich trotz Müdigkeit aus dem Bett.) Und weil sie so gut war, schauten wir direkt im Anschluss Folge zwei. Schon lange ist in einer Folge nicht mehr so viel passiert wie hier. Ich bin sehr gespannt, was in den restlichen vier Episoden noch alles passiert. Schön war, dass M und ich nun abends wieder Zeit zusammen verbrachten.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 82

Alltagsschnipsel

Regelbetrieb.
Ab heute dürfte L wieder in den Kindergarten gehen. Die Erzieherinnen und die Leitung haben ein Hygienekonzept erstellt, das sich laut M gut liest. Leider findet das zweiwöchige Wechselmodell mit kleinen Gruppen um die zehn Kinder nicht statt. Der Kindergarten hat von jetzt auf gleich von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb mit etwas verkürzten Betreuungszeiten umgestellt. Und das ist M und mir im Moment zu heikel. Auch wenn Erfurt keine Neuinfizierten hat und es sich thüringenweit ebenfalls in Grenzen hält, zählt M zur Risikogruppe und darf sich unter keinen Umständen mit dem Virus anstecken. Ob L in den verbleibenden sechs Wochen bis zur dreiwöchigen Schließzeit den Kindergarten besucht, wissen wir auch noch nicht. Es ist und bleibt kompliziert.

Fahrradtour.
M und ich … das ist aktuell ebenfalls kompliziert. Dennoch nutzten wir den Nachmittag und fuhren gemeinsam 10,5 Kilometer mit dem Fahrrad. (M hatte im Helios sein iPad vergessen.) Da mein Fahrrad einen Platten hat und ich mir noch keinen Ersatzreifen besorgt habe, fuhr ich mit dem E-Bike von Ms Mama. (Das mache ich ungern. Lieber hätte ich mein Fahrrad genommen.) Im Park nahmen wir gemeinsam am letzten Call des Tages teil (Leitungsmeeting) und fuhren anschließend in Richtung Krankenhaus. Fahrradfahren im Park ist schön, auf den Radwegen okay, aber auf den geflickten Straßen im Berufsverkehr nicht so meins. Zudem war das Rad von Ms Mama etwas zu groß für mich. M meinte abends, er hätte keinen Spaß gehabt, da ich auch keinen hatte. Was soll ich schon groß dazu sagen?! 

Was heute schön war:

Oma-Tag für L.
L erwachte heute erst 09:15 Uhr. Mit Ms Mama vereinbarte ich gestern, dass sie halb zehn bei uns sein soll (sie wollte mi L in den Egapark gehen). In der Viertelstunde, die uns verblieb, schafften wir es tatsächlich, L anzuziehen, ihre Zähne zu putzen sowie Spielsachen und ein kleines Picknick vorzubereiten. Zehn Minuten nach halb zehn machten sich Ms Mama und L mit einem Toast in der Hand auf den Weg. Das ist doch prima gelaufen!

Aussprache mit M.
M meinte, seine Griesgrämigkeit liege nicht an mir. Sein ganzes mürrisches Verhalten hätte auch nichts mit mir zu tun. Er vermutet, dass ihm die Sozialkontakte fehlen. Ich hoffe, dass wir bald B und S zu uns einladen können – das wäre ein schöner Anfang. Und dann würde M hoffentlich merken, dass er sich vor seinen Freunden, die er über zwanzig Jahre kennt, nicht zu schämen braucht. Unsere Freunde sind toll. Nicht einen einzigen würde ich so einschätzen, dass er sich über Ms Krankheit/Befinden/Zustand lustig macht. Mit unseren Freunden aus Köln haben wir auch lange nicht telefoniert.Wir haben auch über die Fahrradtour gesprochen. Dabei ist mir erneut aufgefallen, dass ich komisch bin – immerhin merke ich es (noch). Es war für mich eine große Überwindung mit dem Fahrrad von Ms Mama zu fahren, denn es ist mir unbekannt/nicht vertraut, etwas zu groß, ziemlich schwer und ein E-Bike. Ich kann mich innerhalb kürzester Zeit in die Situation hineinsteigern und ein Drama daraus machen. Ich frage mich, ob es an mangelndem Selbstvertrauen liegt, Neues/Unbekanntes auszuprobieren?! Oder ob da noch eine andere Komponente beachtet werden muss?! Dieses „Verhalten“ ist jedenfalls tagesformabhängig. An anderen Tagen wäre ich ohne zu Murren auf ein unbekanntes Rad gestiegen und losgefahren.

Telefonat mit J.
Zwei Stunden habe ich mit meiner Freundin aus Dresden telefoniert. Ihr Freund J befindet sich berufsbedingt immer noch in Österreich. Wir konnten heute wieder viele Themen besprechen. Das war schön.

Vorlesezeit.
Zum gestrigen Kindertag bekam L von unseren Vermietern C und A unter anderem das Buch „Pippi feiert Geburtstag“ geschenkt. Die Geschichte las ich L gestern zweimal und heute einmal vor dem Einschlafen vor. Das Buch ist wirklich toll, da es auf jeder Seite tolle Zeichnungen passend zur Textpassage gibt. L mag das Buch auch sehr.

Blue Thunder.
Obwohl ich schon sehr müde war, bin ich am Abend um viertel nach zehn noch mal aus dem Bett gekrabbelt. M und ich haben eine Stunde des Films Blue Thunder geschaut. Ich weiß gar nicht, wann wir das letzte Mal einen Film zusammen geschaut haben. Vielleicht schaffen wir das noch ein paar Mal, ehe nächste Woche die letzte Chemotherapie startet.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 81

Alltagsschnipsel

Entlassung aus dem Krankenhaus.
M wurde heute Nachmittag aus dem Helios entlassen. Wir werden im Laufe der Woche seinen Facharzt aufsuchen, um das weitere Vorgehen/die medikamentöse Behandlung zu besprechen. M kam am Abend spontan bei meinen Eltern vorbei. Keine fünf Minuten später war ich von seiner Art der Kommunikation mit mir schon wieder genervt.

Was heute schön war:

Drei Quellen Brunnen.
Am Vormittag kam Ms Mama zu Besuch und überreichte L ein kleines Geschenk zum Kindertag. Nachdem die beiden ein wenig zusammen gespielt haben, spazierten wir gemeinsam zum Drei Quellen Brunnen und tranken etwas von dem Salzwasser. L hatte großen Spaß daran, unsere mitgebrachten Becher mit frischem Brunnenwasser zu befüllen.

Grillfest.
Fünf Stunden verbrachten wir unten im Hof bei meinen Eltern. Es gab wieder viel leckeres Essen vom Grill. L beschäftigte vor allem ihren Onkel M. Jede Minute Pause musste er sich hart erkämpfen. M kam später kurz mit dem Fahrrad vorbei.

Blogerneuerung.
Heute ist mein seit Ende 2014 bestehender Blog umgezogen. In den nächsten Tagen ist die neue Domain verfügbar. Ich werde diesmal dem ein oder anderen den Link mitteilen. Das ist ein großer Schritt für mich.

Hallo Juni!

Dies & Das

Im Juni werde ich …

… fünf Telefonate mit meiner Dresden-Freundin J führen
… wegen eines neuen Sessels und einer neuen Küche mit M und L ins Möbelhaus Höffner fahren
… den Theorieteil des sechsten Heftes meines Fernlehrgangs Kindererziehung beenden
… zwei Einsendeaufgaben an die ILS schicken
… L eventuell ab und an in den Kindergarten bringen
… Spielverabredungen mit anderen Mamas und ihren Kindern wahrnehmen
… M während seines letzten Chemotherapie-Zyklus‘ zur Seite stehen (indem ich L und Prinz bespaße)
… meinen zweiunddreißigsten Geburtstag feiern
… ein eigenes Depot eröffnen (die Altersvorsorge kann beginnen)

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 80

Alltagsschnipsel

Ms Gesundheitszustand.
M teilte mir heute Morgen mit, dass er eine schlimme Nacht hinter sich hat. Er musste nahezu stündlich auf die Toilette und fand keine Erholung. Die für heute angedachte Entlassung aus dem Krankenhaus wird somit nicht erfolgen. Auch seinem Rücken geht es nicht gut. Das Krankenhausbett trägt sein Übriges dazu bei.

Was heute schön war:

Etwas Zeit für mich.
Es kommt noch nicht allzu oft vor, jedoch in letzter Zeit immer häufiger. L hat sich direkt nach dem Frühstück in ihr Zimmer verzogen und selbstständig mit ihren Spielsachen gespielt – eine Stunde lang! So hatte ich Zeit, in Ruhe meinen Schoko-Cappuccino auszutrinken, meinen Gedanken nachzuhängen und einfach mal nichts zu tun.

Kindergeschichte.
Die Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge meiner Dresden-Freundin J arbeitete ich heute Vormittag in die Geschichte ein. Anschließend bat ich sie und M nochmals um ein Feedback. Beide teilten mir ihre Meinung innerhalb kürzester Zeit mit. Ich bin überglücklich: Die erste Kindergeschichte mit rund eintausendzweihundert Wörtern ist fertig! Tausend Dank an alle Testleser!

Ms Besuch.
Trotz seines holprigen Starts in den Tag besuchte M uns für ein paar Stunden zu Hause. Er konnte sich sogar ein wenig mit unseren Vermietern unterhalten. Morgen wird im Krankenhaus eine Blutanalyse gemacht. Eventuell darf er am Dienstag wieder nach Hause.

Spielzeit mit Onkel M.
Auch heute Nachmittag kam mein Bruder zu Besuch zu uns. L erzählte mir kurz vor seinem Eintreffen, sie habe Herzklopfen, weil sie so aufgeregt ist, dass Onkel M gleich kommt. Soooo süß! L spannte M komplett ein und beanspruchte ihn für sich. Großartig unterhalten konnten mein Bruder und ich uns somit nicht. 😉