Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 74

Alltagsschnipsel

Ms Laune …
… ist unerträglich. Ich hoffe, dass sich dies bald ändert/bessert, denn so macht mir das Zusammenleben keine Freude. Er scheint zu vergessen, dass auch ich unter seiner Krankheit leide und ihm nur das Beste für die Zukunft wünsche. Sein Fußabtreter oder Mülleimer bin ich aber nicht! Ich weiß, dass er es nicht so meint und sein ruppiges Verhalten auch keine böse Absicht ist. Es nervt trotzdem.

Was heute schön war:

Testleser.
Die erste der fünf kurzen Geschichten für Kinder, basierend auf Ls Spielideen, konnte ich heute Morgen in der Testleser-Version fertigstellen. Ich habe sie an zwei Kinder (T und J) und zwei (vier?) Erwachsene (mein Bruder und meine Freundin J, eventuell auch S und R) zum Probelesen verschickt. Ich bin sehr auf das Feedback und die Anregungen gespannt.

Entspannter Einkauf.
Gemeinsam mit L war ich heute ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Mittlerweile ist sie zum Glück aus dem Alter heraus, im Supermarkt herumzurennen und nicht auf mich zu hören. So macht das Einkaufen wirklich großen Spaß und ist super entspannend.

Die Schildkröte hat Geburtstag.
Ich liebe diese Geschichte seit meiner Kindheit. L liebt Schildkröten. Wir haben das Buch heute um die zehnmal zusammen gelesen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 73

Alltagsschnipsel

Der arme M. Er sieht schrecklich aus. Seine Augen sind gerötet und stark geschwollen, seine Lippe ist immer noch dick und er macht auch generell keinen guten Gesamteindruck. Es würde mich nicht wundern, wenn er schon wieder Gewicht verloren hat. Seit ein paar Tagen kann er nichts großartig im Magen behalten. Die Übelkeit ist zwar besser geworden, aber der Durchfall hält sich hartnäckig. Seit drei Tagen kommt der Pflegedienst wieder zu uns und hängt ihm an seinen Portzugang Flüssigkeit an. So hat er wenigstens einen Liter Wasser sicher. Er wird morgen die onkologische Arztpraxis aufsuchen und sich Blut abnehmen lassen.
Ich bewundere ihn wirklich für seinen Kampfgeist. Ich weiß nicht, ob ich an seiner Stelle so stark sein und die zahlreichen (bisher erfolglosen) Therapien über mich ergehen lassen könnte. Ich wünsche ihm so sehr, dass das alles nicht umsonst ist.

Heute vor acht Monaten haben wir spontan von jetzt auf gleich geheiratet. Es war trotz der Spontanität ein wunderschöner Tag. Vielleicht schafft es unsere Liebe sogar, wieder aufzuleben, wenn die Behandlungen Erfolge zeigen und es M dadurch besser geht. 

Was heute schön war:

Fernlehrgang.
Heute Morgen nach dem Aufwachen hatte ich wieder circa dreißig Minuten Zeit, mich demThema vier des sechsten Heftes zu widmen. Bald ist es geschafft. Im Juni bearbeite ich vorrangig zwei Einsendeaufgaben, ehe ich mit Heft sieben fortfahre.

Vorlesezeit.
L erwachte „bereits“ gegen 08:45 Uhr (und somit fast eine Dreiviertelstunde eher als gestern). Wir blieben noch eine Stunde im Bett liegen und lasen aneinander gekuschelt einige Geschichten zusammen. Das war sehr schön. Auch am frühen Abend hatten wir Lust, etwas zu lesen. L setzte sich auf meinen Schoß und ich las ihr die Geschichte „Pippi geht in den Zirkus“ und einige Seiten aus dem Buch „Michel in der Suppenschüssel“ vor.

Aufräumen.
Vor einigen Tagen habe ich mir bereits vorgenommen, den Schuppen im Garten aufzuräumen. Heute habe ich den Plan gemeinsam mit L in die Tat umgesetzt. Wir waren bereits nach fünfundvierzig Minuten fertig! Ich hoffe, dass wir nun wieder leichter an die Spielsachen herankommen und die Ordnung eine Weile bestehen bleibt.

Salzteig.
Weil L das Schlecken und Lutschen daran so liebt, haben wir heute erstmals Salzteig selbst hergestellt. Das ging super schnell und war sehr einfach. Die mit dem Loch werden wir in Kürze bemalen.

Fußball spielen.
L und ich hatten am Nachmittag viel Spaß beim Fußball spielen. L spielte als Mia, ich als L. 

Badewannenzeit.
Abends badeten L und ich zusammen. L traute sich erstmals, mit dem Gesicht und ausgestattet mit ihrer Schwimmbrille wenige Zentimeter unter Wasser zu gehen und die Augen dabei offen zu halten. Bravo L!

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 72

Alltagsschnipsel

Was heute schön war:

Regen.
Auch wenn nicht genug Regen viel, um die trockene Erde aufzuweichen oder die Bäume und Pflanzen mit ausreichend Wasser zu versorgen, freute ich mich, dass es über den Tag verteilt hin und wieder regnete.

Langeweile.
Mit diesem Wort verbinde ich seit längerem Spielen mit L, keine Verabredungen und das Lustprinzip. Wir hatten heute nichts vor, mussten nirgendwo hin und haben den ganzen Tag nur das gemacht, was wir wollten. L blieb auf eigenen Wunsch bis zum frühen Nachmittag im Schlafanzug. Ich habe mit ihr draußen, aber auch in ihrem Kinderzimmer viel gespielt. Das war sehr schön.

Erdbeerkuchen und Zupfkuchen.
Heute aßen L und ich die letzten beiden Stücke Erdbeerkuchen, den meine Mama gebacken hatte. Abends buk M einen Zupfkuchen. Der schmeckte umwerfend lecker.

Sport.
Das Trainingsprogramm über dreißig Tage habe ich heute mit einhundert Burpees (ohne Liegestütze) beendet. Ab morgen startet ein neues Training. Ich bin gespannt, was J mir herausgesucht hat.

Leserausch.
Heute beendete ich das Buch „My last hope“ von Kate Summer. Es war eine nette Kurzweile. Obwohl einige Ereignisse vorhersehbar waren, spürte ich während des Lesens zu keiner Zeit Langeweile. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Geschichten á la „Die Schöne und das Biest“ genauso liebt wie ich.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 71

Alltagsschnipsel

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, kann ich nicht oft genug sagen, wie dankbar ich bin. 

Ich bin dankbar für unsere bezahlbare Wohnung in einer der besten Lagen Erfurts mit riesengroßem Garten. Wir müssen nur die Wohnungstür öffnen und können Prinz und L guten Gewissens draußen schnüffeln bzw. spielen lassen.

Ich bin dankbar für meine positive Einstellung in Zeiten des Zuhausebleibens. Täglich lese ich Berichte und Kommentare von Eltern, überwiegend Müttern, die die Zeit mit ihren Kindern nicht genießen können, da ihre Sorgen die Oberhand haben. Auch bei uns ist selbstverständlich nicht jeden Tag eitel Sonnenschein. Immerhin ist M schwer krank und ich habe inoffiziell auch den Status einer in Vollzeit arbeitenden Alleinerziehenden. Dennoch sind unsere Tage zu Hause stellenweise äußerst entspannend, schön und harmonisch. Mir wurde sozusagen noch einmal etwas Elternzeit geschenkt. Und diese Zeit nutze ich auch und mache das Beste daraus. Ich habe für mich auch wieder gemerkt, dass ich ein äußerst häuslicher Mensch bin und am liebsten für immer von zu Hause aus arbeiten würde. Ich habe sogar schon eins, zwei Ideen dafür im Kopf.

Ich bin dankbar für unsere Familie und unsere Freunde. In der schweren Zeit seit Ms Diagnose hatten und haben wir die beste Unterstützung, die man sich nur vorstellen kann. Dennoch habe ich erst seit ein paar Wochen das Gefühl, die Treffen mit der Familie wieder richtig genießen zu können. Vor Corona empfand ich es eher als eine Zusatzbelastung, eine Pflicht, die es zu erfüllen galt. Nun während Corona ist unser Alltag entschleunigt. Seit circa zwei Wochen ist das Treffen zwischen zwei Haushalten wieder erlaubt. Mittlerweile empfinde ich wieder Vorfreude, wenn wir Besuch bekommen. Auch Freunde treffen wir hin und wieder. L hat schon zweimal mit ihrem besten Freund Y auf dem Spielplatz gespielt. Ich genieße mein wöchentliches Telefonat mit meiner Freundin aus Dresden.

Pflegedienst.
Leider sind Ms Schleimhäute weiterhin angeschwollen. Seine Lippe ist doppelt so dick und seine Augen sind gerötet. Zudem bleibt aktuell weder Flüssigkeit noch Nahrung im Körper. Entweder erbricht er oder hat Durchfall. Aus diesem Grund haben wir heute noch mal den Pflegedienst bestellt, der M wenigstens Flüssigkeit per Infusion zuführen konnte.

Platten.
So viel zum Thema, ich fahre jetzt öfter mit dem Fahrrad zum Einkaufen. Heute bemerkte ich beim Hinterrad einen Platten. Da fahre ich einmal jährlich Fahrrad und dann passiert sowas. Bin gespannt, wie lange wie brauchen, den Reifen zu wechseln.

Was heute schön war:

Sport.
Heute habe ich Tag 29 meines Sportprogramms vollendet. Vor vier Tagen hatte ich damit begonnen 🙈 Nun steht für morgen nur noch eine Übung aus, dann wechsle ich das Trainingsprogramm, welches mir meine Freundin J netterweise ausgesucht hat. Ich bin schon sehr gespannt. Mein Ziel ist nach wie vor, wenigstens an sechs von sieben Tagen ein bisschen Sport zu treiben.

Erdbeerkuchen.
L und ich futterten heute Nachmittag je ein Stück Erdbeerkuchen, den meine Mama gebacken hatte. Wir lieben Erdbeerkuchen.

Grillfest.
Heute grillten wir noch mal gemeinsam mit unseren Vermietern C & A, die Cs Freundin und ihren Mann eingeladen hatten. Zum Nachtisch gab es sehr zu Ls Freude pikant gewürzte Erdnüsse.

Fledermäuse.
Kurz bevor L ins Bett ging – es war bereits 21:30 Uhr – entdeckte ich beim Nachputzen von Ls Zähnen eine Fledermaus, die draußen direkt vor unserem Fenster hin und her flog. Offenbar wohnt sie beim Fensterrollo. Ich machte M und L darauf aufmerksam und gemeinsam schauten wir den mittlerweile zwei Fledermäusen beim Fliegen/Spielen zu.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 70

Alltagsschnipsel

Neben- und Nachwirkungen der Chemotherapie.
Mein armer M! Seit gestern Morgen sind nahezu alle Schleimhäute des Körpers angeschwollen und entzündet. Seine Augen sind gerötet und seine Lippe ist aufs Doppelte angeschwollen. Er kann kaum trinken und essen und musste sich über den Tag verteilt auch einige Male übergeben. 😕 Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht. Er hatte sich so gefreut, wieder normal trinken zu können und wollte sich zum Vater-/Männertag ein paar Schlucke Bier genehmigen. Daraus wurde vorerst leider nichts.

Was heute schön war:

Schildkröte im Park.
Vormittags war ich mit L und Prinzi im Park. Überrascht war ich, wie schön die Freilauffläche für Hunde geworden ist. Ich meide diese Stelle mit Prinz nun schon seit Jahren. Heute war aber niemand mit seinem Hund dort und wir drei schauten uns um.Wenig später wurden wir von einer älteren Frau angesprochen. Sie trug einen großen Korb mit sich. Den stellte sie genau vor L und fragte, was das für ein Tier sei. L wusste natürlich Bescheid. Die Frau holte die Schildkröte heraus, setzte sie auf die Wiese und wir schauten alle zu, wie sie durch das Gras lief. Als die Frau mit ihrer Schildkröte weiterzog, verriet mir L ein Geheimnis: Sie will unbedingt eine Schildkröte haben! 😉

FKK-Saison.
Es war bereits am späten Vormittag so warm, dass L heute erstmals den ganzen Tag nackt im Garten spielend verbringen konnte. Nun kann sie auch den Wasserhahn, der zu unserem Brunnen gehört, alleine betätigen. L übte es gleich mehrfach, indem sie Eimer voll kaltes Wasser holte und über sich oder meine Füße kippte.

Familienausflug.
Mittags fuhren wir ein paar Meter zu Gartenanlagen in Waldnähe. Wir haben bei unserem kleinen Spaziergang wirklich sehr schöne Gärten gesehen. L wollte unbedingt ihr Fahrrad mitnehmen, allerdings ging es hinwärts stellenweise steil bergauf und rückwärts natürlich steil bergab. Den Rückweg nutzen wir, um Ls Bremstechnik zu verbessern und ihr Selbstvertrauen zu stärken. M lief einige Schritte voraus und L fuhr mit dem Rad den Hang hinab direkt zu ihm. War sie zu schnell oder vergaß zu bremsen, stoppte M sie. Wie er das mit circa vierzig Kilogramm Körpergewicht schaffte, blieb mir ein Rätsel.

Grillnachmittag mit meinen Eltern.
Am Nachmittag kamen meine Eltern zum Grillen vorbei. Wir erzählten viel, spielten mit L und aßen die leckeren Dinge. Obwohl M selbst nichts davon hatte, grillte er für uns. Es war eine sehr entspannte Zeit. Erst am Abend machten sich meine Eltern wieder auf den Heimweg.

Blumen gießen.
Kurz nach sieben kehrten unsere Vermieter von ihrem Fahrradausflug nach Hause. C fragte L, ob sie ihr wieder beim Blumen gießen helfen will. Natürlich wollte L das. 😊

Buchlektüre. 
Ich liebe und hasse die Tage, an denen mich ein Buch so fesselt, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen mag. (Aus mehreren Gründen lese ich meine Bücher nur noch auf dem Kindle.) An solchen Tagen fällt es mir besonders schwer, mich auf Ls Spiele einzulassen, da ich nebenbei (heimlich) weiterlese. Das Buch „Nachtchroniken. Wer will schon ewig leben?“ von Evita Sommer kann ich weiterempfehlen. Es war von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 69

Alltagsschnipsel

Die letzten Tage und Wochen sind bei uns wie im Fluge vergangen. Das schöne und angenehme an dieser Zeit war die sehr gute Stimmung. Ich hoffe, dass es auch weiterhin so bleibt. So lässt es sich jedenfalls gut zu Hause aushalten – trotz Home Office, Kind- und Hundbespaßung, M-Pflege, Haushalt und und und.

Eventuell kann L ab Juni wieder wochenweise in den Kindergarten gehen. Gestern habe ich mit der Erzieherin S telefoniert, die so etwas in der Richtung andeutete. Im besten Fall könnte L dann endlich ihren Freund K wiedersehen. Bis auf einen schönen Brief hatten wir zu ihm kaum Kontakt. Mit Ls Freund Y läuft es hingegen besser.

Ms Mama wird vermutlich nächste Woche für ein paar Tage in den Urlaub irgendwo in Deutschland fahren. Das schlimme daran ist, dass sie mit einer elfköpfigen (!!!) Reisegruppe unterwegs sein wird. M und ich sind uns nicht sicher, ob das mit rechten Dingen zugeht und derzeit überhaupt erlaubt ist … Nach ihrem Urlaub werden wir sie wohl oder übel vierzehn Tage von L fernhalten müssen. 

Mit meinem Fernlehrgang und Sportprogramm komme ich aktuell gut und kontinuierlich vorwärts. Ich hoffe sehr, dass es auch in den nächsten Wochen so weitergeht.

Jeden Abend lese ich L eine kleine Geschichte vor, während sie in meinem Arm kuschelt. Das ist seit vielen Jahren ein schönes Ritual. Ich würde ihr gern mehr vorlesen, allerdings verschieben sich unsere Aufwach- und Zubettgehzeiten jede Woche ein kleines bisschen nach hinten. 

Was heute schön war:

Tante-Tag für L.
L durfte heute Zeit mit ihrem kleinen Baby-Cousin, der Hündin Maya und ihrer Tante verbringen. Beim Abholen zeigte sie mir stolz ihre neue Krone, einen Stern-Zauberstab und ein kleines Windrad. Ich nutze die kinderfreien Stunden zum arbeiten, aufräumen und wischen und einen Prinz-Spaziergang.

Besuch von D.
Ls Opa D haben wir nun viele Wochen nicht gesehen. Er hat sich unser kürzlich gekauftes Wohnmobil angesehen und uns beim Tragen der neuen Matratze für den Schlafbereich geholfen. Natürlich hatte er wieder eine Kleinigkeit zu naschen für L dabei 😉

Telefonat mit M.
Am Abend habe ich kurz mit meinem Bruder telefoniert. Nächste Woche kommt er uns für ein paar Tage besuchen. Wir freuen uns schon sehr.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 68

Alltagsschnipsel

Mein Bruder hat heute das Ergebnis seines Antikörpertests erfahren. Wider Erwarten konnten keine Antikörper nachgewiesen werden.

Was heute schön war:

Gemeinsames Duschen.
L mag keine Duschen. Sie badet lieber. Umso begeisterter war ich, dass ich sie heute überreden konnte, mit mir kurz unter die Dusche zu springen.

Fernlehrgang.
Ich konnte heute eine Stunde vor Ls Erwachen und eine halbe Stunde in der Arztpraxis nutzen, um weiter am sechsten Heft Thema vier des Fernlehrgang Kindererziehung zu arbeiten. Sobald ich das vierte und somit letzte Thema dieses Heftes abgeschlossen habe, widme ich mich den beiden offenen Einsendeaufgaben, ehe ich mit Heft sieben weitermache. So der Plan.

Verschiebung der Chemotherapie.
M war heute zur Blutuntersuchung. Seine Werte waren tiptop. Ich habe ihn begleitet, da wir die Ärztin um Verschiebung der Chemotherapie bitten wollten. Sie stimmte sofort zu und verschob den letzten Zyklus sogar um drei Wochen. Nun kann sich M noch länger von den drei bisherigen Chemotherapien erholen. Morgen findet somit nur die Immuntherapie statt.

Treffen mit Ls bestem Freund Y.
L und ich haben heute Nachmittag Ls besten Kindergartenfreund und seine Mama getroffen. Wir waren bis abends auf dem Spielplatz. Zwischendurch gab es Softeis und Kuchen. Am beliebtesten war die Wasserstelle in der Nähe des Espachcafés. L und Y hatten viel Spaß beim Planschen und Hüpfen.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 67

Alltagsschnipsel

Termin für die Reparatur unseres Geschirrspülers.
Heute Morgen stellte ich fest, dass unser Geschirrspüler nicht mehr abpumpt und sich Wasser am Boden angesammelt hat. Die nächsten Tage werden wir abwaschen müssen. Ich erreichte zum Glück einen Reparaturservice in Gotha, der sich Ende nächster Woche unsere Spülmaschine ansieht. Die Familie habe ich gebeten, bis dahin nur das notwendigste an Geschirr zu benutzen 😉

Was heute schön war:

Oma-Tag für L.
Heute Vormittag hat Ms Mama L abgeholt und ist mit ihr in den Egapark gegangen. L war bereits heute Morgen nach dem Aufwachen voller Vorfreude. M und ich haben in der Zeit ein bisschen was im Haushalt gemacht, Prinz bespaßt und gearbeitet.

Zukunftspläne mit M.
Aufgrund Ms Erkrankung ist es für uns natürlich unmöglich, weiter als ein paar Wochen im Voraus zu planen. Aus diesem Grund bin ich ihm sehr dankbar, dass er mich vorhin angehört hat, als ich ihm mitteilte, dass ich mir vorstellen könnte, in den nächsten Jahren ein Pflegekind bei uns aufzunehmen. Er ist der Sache positiv gegenüber eingestellt. (Ein zweites biologisches Kind werden wir nicht mehr bekommen können.) Wir haben so viel Platz im Garten – es wäre schade, könnte nur L ihn nutzen.

Einkaufen mit dem Fahrrad.
Wer mich kennt, weiß, dass ich nur selten Fahrrad fahre. Heute bat mich M, für ihn ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Da es so schön sonnig und warm war, hatte ich absolut keine Lust, mit dem Auto zu fahren. Aus diesem Grund holte ich die Fahrradtaschen aus dem Keller, die mir vor fünf (!!!) Jahren zum Geburtstag geschenkt wurden, und fuhr mit dem Fahrrad ins Dorf. Das werde ich jetzt öfter tun.

Telefonat mit J.
Seit einigen Wochen telefonieren meine Freundin J und ich regelmäßig montags. Auch heute Abend tauschten wir uns wieder über das aktuelle Geschehen aus.

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 66

Alltagsschnipsel

Was heute schön war:

Fernlehrgang.
Die halbe Stunde, in der L noch schlief, nutzte ich für meinen Fernlehrgang zum Thema Kindererziehung. Ich befinde mich aktuell in Heft 6 Thema drei von vier. Sobald ich die Einsendeaufgaben des fünften und sechsten Hefts fertiggestellt und eingereicht habe, ist die Hälfte des Lehrgangs geschafft.

Aufräumaktion.
L tanzte heute Morgen zu Ms ausgewähltem Musikmix, der laut durch unsere Wohnung schallte. Anschließend spannte sie M in ihr Rollenspiel mit ein. Das war so ein schöner Anblick, dass mir das Aufräumen in unserer Wohnung leichter fiel.

Sport.
Nach dem Aufräumen hatte ich Zeit, drei verschiedene Plank-Übungen zu absolvieren. Die vierte und letzte machte ich am Abend.

Bauernhof und Tiere.
Bereits gestern spielten L und ich mit den Tieren und dem Bauernhof. Auch heute hatten wir beide wieder Lust, damit zu spielen. L war für die Schafe und Ziegen verantwortlich.

Konditorei.
M und L haben heute Nachmittag gemeinsam einen Papageienkuchen gebacken.

Sandkasten.
L und ich haben am Abend in unserer kleinen Sandkiste Sandkuchen gebacken. Gespielt wurde dabei Feuerwehrmann Sam. L war wie immer Feuerwehrfrau Penny und ich Feuerwehrmann Sam.

Blumenpflege.
L liebt es zu gießen. Am Abend nutzte sie ihre Chance und half unserer Vermieterin C beim Blumen gießen.

Ausflug nach Wallichen.
Unsere Kollegen R und S, die schon länger auf der Suche nach einem eigenen Haus sind, haben ein Inserat gefunden. M, Prinzi, L und ich haben uns am Abend auf den Weg gemacht, um uns das Haus anzusehen. Das haben M und ich früher aus Spaß und zur Entspannung sehr oft getan. Wirkliches Kaufinteresse hatten und haben wir nach wie vor nicht, dennoch macht es uns Spaß, hin und wieder ein bisschen zu spinnen und alternative Zukunftsszenarien zu erschaffen.

Kurzum:
Ein schöner Sonntag mit sehr guter Stimmung bei allen Familienmitgliedern!

Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Rückblick & Tag 65

Alltagsschnipsel

Wahnsinn! Seit dem 13. März 2020 sind M, Prinz, L und ich zu Hause. Das sind mittlerweile 65 Tage.

Am 13. März 2020 hatte Ls Kindergarten einen Schließtag, da die Erzieherinnen an einer Fortbildung teilnahmen. Morgens war ich mit L zur U8 bei der Kinderärztin. Bereits am Nachmittag wurde bekannt gegeben, dass die Kindergärten in Thüringen ab Dienstag, 17. März 2020, schließen. Wir ließen L auch an dem Montag zu Hause.

Die letzten neun Wochen sind wie im Fluge vergangen. Wir hatten bisher super viele schöne Momente, denn ich habe die zusätzliche Zeit, die mir mit L geschenkt wurde, genossen. Ich bin für dieses Gefühl sehr dankbar, denn ich weiß, dass es vielen Müttern oder Eltern nicht so ergeht. 

Für mich ist viel Druck weggefallen. Ich muss morgens nicht zu einer bestimmten Uhrzeit aufstehen, mit L nicht pünktlich im Kindergarten sein, mit Prinzi, der altersbedingt während der zehnminütigen Fahrt jault und hin und wieder sein großes Geschäft verrichtet, nicht Auto fahren, mit ihm nicht auf Arbeit hetzen, mit ihm nicht zurück in den Kindergarten fahren, um L abzuholen etc.

Stattdessen konnte ich die freie Zeit nutzen und mich in den Morgenstunden, in denen ich bereits wach war und L noch schlief, meinem Fernlehrgang zum Thema Kindererziehung widmen. Ich habe auch nahezu täglich Zeit, ein kleines Sportprogramm zu absolvieren. Des Weiteren konnte ich mich endlich motivieren, fünf Kurzgeschichten zu verfassen, die auf Ls Rollenspielen basieren.

Wir haben das schöne Wetter genutzt und jeden Tag bei uns im großen Garten gespielt. Ich wusste auch vor dem 13. März 2020 bereits zu schätzen, dass wir großes Glück haben, in einem Drei-Familien-Haus mit großem Garten wohnen zu dürfen. Jetzt in der COVID-19 Zeit bin ich für diese Umstände noch dankbarer. Es fühlte sich für uns nicht so an, auf etwas verzichten zu müssen. Auch die Tatsache, dass die Spielplätze für mehrere Wochen geschlossen wurden oder wir Freunde und Familienmitglieder nur aus der Ferne sehen konnten, war anfangs nicht schlimm.

Je mehr Wochen vergingen, desto anstrengender und manchmal auch eintöniger wurde unser Aufenthalt hier zu Hause. L wechselt ihre Rollenspiele nämlich höchstens einmal wöchentlich.

Seit Mitte März arbeite ich im Home-Office. Seit April bin ich in Kurzarbeit. Während meiner Arbeitszeit (täglich zweimal anderthalb Stunden) schaut L ihre Lieblingsserien. Leider gibt es keine andere Möglichkeit, L in dieser Zeit zu beschäftigen. Mittlerweile hat sie sich daran gewöhnt und freut sich auf ihr Fernsehprogramm. Ich versuche die arbeitsfreie Zeit so intensiv wie möglich mit ihr zu verbringen und ignoriere dabei natürlich meine eigenen Bedürfnisse. Leider habe ich das Gefühl, weder der Arbeit noch dem geliebten Kind gerecht zu werden.

L und Prinz sind jedoch nicht die einzigen, die von mir betreut und bespaßt werden. Auch um M, der letztes Jahr am 29. Mai 2019 die Krebsdiagnose bekam, kümmere ich mich – jedoch leider bei weitem nicht so intensiv wie um L. Ich würde ihm gern in den schlechten Stunden mehr Zeit schenken. Dies ist allerdings nicht möglich.

Während dieser vergangenen neun Wochen hatte M bereits drei von vier Immunchemotherapie-Zyklen. Diese Therapie-Zyklen knocken ihn für mindestens eine, meist aber anderthalb bis zwei Wochen völlig aus. Aktuell beträgt sein Gewicht 42,6 kg. Der letzte Zyklus ist für den 20. Mai 2020 geplant, wir hoffen jedoch, dass wir ihn um eine Woche verschieben können. M geht es nämlich erst seit Anfang dieser Woche wieder besser. In den kurzen Zeiten, in dem es ihm gut geht, ist er meist den ganzen Tag im Arbeitszimmer verschwunden. Einmal wöchentlich bäckt er dann für L und mich Kuchen oder bekocht uns. Nach dem vierten Zyklus wird es ihm hoffentlich dauerhaft „gut“ gehen.

Kurz vor Ostern hatte L eine zweiwöchige Schlechte-Laune-Phase. Diese Zeit war sehr nervenaufreibend und anstrengend für mich. Alles, was ich tat, war falsch. Ich wurde die ganze Zeit beschimpft/kritisiert. Zum Glück ist jetzt seit vielen Wochen gute Stimmung. Das darf gerne auch die nächsten Wochen so bleiben.

Ebenso musste ich feststellen, dass M, sobald es ihm nach einem Zyklus besser ging, ebenfalls mit Kritisieren anfing. Somit wurde und werde ich in regelmäßigen Abständen von zwei Personen für alles, was passiert, verantwortlich gemacht. Das ist nicht schön und sehr kräftezehrend.

Aktuell übe ich folgende Rollen alleine aus: Mutter, Ehefrau, Hundebesitzerin, Haushälterin inkl. Einkaufen, Saubermachen und Wäsche waschen, Köchin, Arbeitnehmerin, Erzieherin, Freundin, Pflegerin, Tochter/Schwiegertochter. Leider kann ich nicht alle Rollen zu meiner vollsten Zufriedenheit ausführen. Das frustriert mich hin und wieder ebenfalls sehr.

Seit Beginn der Schließzeit halten wir mit der Erzieherin S Brief- und E-Mail-Kontakt. Wir haben bereits auch schon zwei beidseitig gestaltete A4-Seiten für Ls Portfolio in den Kindergarten geschickt. Ich bin gespannt, ob L im Juni ab und an wieder den Kindergarten besuchen kann. Ich hoffe auch, dass sie mit ihren besten Freunden Y und K in einer Gruppe sein wird. In Kürze dürften wir das erfahren.

Seit letzter Woche haben nicht nur die Spielplätze geöffnet, sondern die Mitglieder zweier Haushalte dürfen sich wieder treffen. Da es in unserer Stadt Erfurt nur etwas über 100 Fälle gibt und derzeit das Risiko, sich anzustecken, sehr gering ist, habe ich diese Lockerungen für L und mich genutzt. Denn M gehört definitiv zur Risikogruppe und darf unter keinen Umständen COVID-19 bekommen – und L und ich somit auch nicht. 

Wir haben uns bereits mit Ls bestem Kindergartenfreund Y und seiner Mama auf einem Spielplatz getroffen, ebenso kurz darauf mit einer anderen Mama und ihrem Sohn.

Auch der Kontakt zu den Großeltern ist wieder häufiger geworden. Hier muss jedoch festgehalten werden, dass die Großeltern, die stellenweise zur Risikogruppe zählen, sich nicht immer an das Kontaktverbot halten wollten und ihre Sehnsucht nach L über ihre Gesundheit stellten. Der Kontakt ist jedoch trotzdem erst wieder aufgelebt, seit die Lockerungen mitgeteilt wurden. Diese Stunden kinderfrei sind für M und mich wirklich angenehm, auch wenn wir in dieser freien Zeit meist arbeiten.

Angeregt durch andere Blogs versuche ich nun wenigstens in Kurzform unsere täglichen Erlebnisse festzuhalten. Ich beginne somit heute, dem 65. Tag unserer Zeit zu Hause.

Was heute schön war:

Wir retten die Bienen!
L und ich haben für die Bienen heute einen Teller mit Zuckerwasser hingestellt. Das haben wir in den vergangenen Wochen schon sehr oft getan. L hatte gestern und heute nämlich wieder tote Bienen entdeckt. Da war es Zeit für uns zu handeln.

Verabredung zum Grillen.
Meine Eltern haben L und mich gestern spontan zum Grillen eingeladen. Im Anschluss besuchten L und ich drei Spielplätz. Statt des Autos haben L und ich uns für einen Spaziergang mit dem Kinderwagen entschieden.

Rollschuh/Inline Skates fahren.
L und ich sind heute das erste Mal seit vielen Wochen wieder Rollschuhe beziehungsweise Inlineskates gefahren. Unser zum Haus gehörender Garten bietet dafür Platz genug.

Vertrauens-/Bindungsübung.
L hat sich heute erstmals getraut, Prinz Leckerlis aus ihrer Hand fressen zu lassen. Das war für beide ein schönes Erlebnis.

Halbmarathon.
Mein Kollege F hat heute im Erfurter Steigerwald den Rennsteig-Halbmarathon absolviert. Ich bin sehr stolz auf ihn.

Bauernhof und Tiere.
Auch diese Scheune und die Tiere waren für L lange Zeit uninteressant. Heute hatte sie spontan Lust, mit mir und den Tieren zu spielen.

Burger zum Abendessen.
M geht es seit Montag Abend wieder besser. Heute hatte er sogar Lust, ein Computerspiel zu spielen. Mit Prinz war er auch spazieren. Abends hat er für L einen Burger selbst gemacht. Ich war noch vom Grillen satt.