Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 19

Alltagsschnipsel

Erst gegen 02:00 Uhr morgens kam ich allmählich zur Ruhe. Dieses Mal lag es an Prinzi. Er lief stundenlang unruhig in der Wohnung umher, erbrach einen Teil seines Futters im Flur (auf dem ich im Dunkeln beinahe ausgerutscht wäre) und war mehrfach (mit mir) im Garten. Irgendwann ging es ihm besser und er legte sich schlafen. Zu meinem Glück erwachte L mit mir erst um viertel nach zehn am Vormittag.

Meinem Onkel O geht es sehr schlecht. Er befindet sich seit Montag Abend im Helios Klinikum in Erfurt und wurde bereits mehrfach operiert. Er liegt nach wie vor auf der Intensivstation. Laut den Ärzten ist er eine tickende Zeitbombe und sein Gesundheitszustand ist sehr besorgniserregend. Wir rechnen bereits mit dem Schlimmsten. 😦

Was heute schön war:

Regen.
In den frühen Morgenstunden, am Vormittag und auch am späten Nachmittag regnete es – teilweise sehr stark. Dieser Regen war längst überfällig. Am Nachmittag saßen wir gemeinsam im Garten unter einem Regenschutz und schauten dem Treiben zu.

Telefonat mit meinem Bruder.
Gegen 12:00 Uhr rief mich spontan mein Bruder an. Wir telefonierten eine gute halbe Stunde. Er besprach mit mir die Strategie für seinen morgigen Call und brachte mich auf den aktuellen Stand bezüglich des Gesundheitszustandes unseres Onkels.

Kino.
Am frühen Nachmittag machten sich L und ich auf den Weg zum Kino. Prinzi ließen wir bei U im Garten. Wir fuhren wie vorgestern wieder mit dem Bus. Vor Ort wartete bereits meine Mama auf uns. Wir hinterließen unsere Kontaktdaten auf einem A4-Zettel und kauften Snacks und Tickets für den Film „Paw Patrol: Mighty Pups“. Der Film lief in Saal 1. Wir saßen diesmal in der dritten Reihe und somit sehr nah an der Leinwand. Das Abenteuer der Fellfreunde war spannend erzählt. L hatte großen Spaß. 🙂

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 18

Alltagsschnipsel

Lagebesprechung.
Gestern Abend gegen 21:00 Uhr beschlossen wir, uns heute Vormittag um elf zusammenzusetzen und weitere Pläne/Möglichkeiten zur Fortführung von Ms Geschäften zu besprechen. Sogar mein Kollege M stimmte diesem spontanen Treffen zu. Tausend Dank dafür! Wir redeten um die drei Stunden und sind ein gutes Stück weitergekommen. M und ich sind uns einig. Nun müssen wir einen potentiellen Investor gewinnen/überzeugen und schließlich die restlichen Mitarbeiter. Deren Wohl liegt sowohl M als auch mir am meisten am Herzen. 

Was heute schön war:

Besuch.
Am Vormittag kam mein Bruder zu Besuch. Er unterstützte mich (zum dritten Mal in dieser Woche) bei beruflichen Angelegenheiten. Ich hoffe, dass wir bei seinem nächsten Besuch entspanntere/schönere Sachen machen können.Mittags kam J aus Dresden zu Besuch. Wir hatten Glück und konnten noch eine Weile in Ruhe, das heißt ohne die Kinderleins, quatschen und gingen nachmittags kurz mit Prinzi im Park spazieren. Für Montag und Dienstag schmiedeten wir auch schon Pläne.

Schach.
T fragte mich am Abend, ob wir Schach spielen wollen. (Letzten Sommer spielte ich auch schon gegen ihn.) Wir nutzten unser schönes Star Trek-Schachspiel. Obwohl ich mich aufgrund des Kinderlärms nur schwer konzentrieren konnte, gewann ich das Spiel. (Ich gehe aber davon aus, dass T mich früher oder später schlagen wird. Ich spiele sehr selten bis nie und er regelmäßiger. Außerdem wird T im August auch „erst“ zehn …)


Grillabend.
Gegen 19:30 Uhr aßen L und ich gemeinsam mit unseren Vermietern C und A, T und J sowie U, E und K im Garten Abendbrot. A grillte für uns. Nach dem Essen, als aber noch alle am Tisch saßen, verkündete U nun offiziell, dass sie im Februar 2021 ihr zweites Baby erwartet. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 17

Alltagsschnipsel

Mein Körper zeigt seit ein paar Tagen wieder Stress an, vorrangig durch Übelkeit und einen verkrampften Brustkorb. Die Situation rund um Ms Erbe belastet und beschäftigt mich sehr. Ich hatte alleine in dieser Woche so viele Termine mit Beratern, dass ich kaum Zeit für meine Bedürfnisse oder gar mein Kind hatte. Ich wünsche mir ein zeitnahes, zufriedenstellendes Ende dieser Angelegenheit und … Ruhe!

Am Mittag lief ich mit meinem Bruder, der zuvor die drei Kinder als Kitzelmonster bespaßte, zum Büro unserer Steuerberater. Wir kamen auch hier schnell zu dem Ergebnis, dass es cleverer wäre, Ms Erbe auszuschlagen. Zudem hatten die beiden Berater noch gute Ideen, wie es für Ms Firma mit weniger Ärger durch die Muttergesellschaft weitergehen könnte. Morgen Vormittag kommt mein Kollege M zu uns nach Hause. Wir besprechen dann in größerer Runde unsere Möglichkeiten.

Was heute schön war:

Kino.
Da es vormittags Probleme mit der Online-Reservierung gab, fuhr ich am Nachmittag mit den drei Kindern T, J und L auf gut Glück ins Kino. Außer uns vieren schaute nur noch eine Mama mit ihrer Tochter den Film „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“. Wir hatten somit Saal 1 des Kinos für uns alleine. Nach Kauf der Snacks dachte ich zuerst, ich hätte es ein wenig übertrieben, aber wir leerten sämtliches Popcorn noch vor Ende des Films! Das habe ich nicht erwartet. Der Film war sehr unterhaltsam.

Blumen.
T, J und L haben mir einen schönen Blumenstrauß gepflückt. Der steht nun in unserer Küche. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 16

Alltagsschnipsel

Diese Nacht schlief ich um ein Vielfaches besser als die Nacht davor, aber immer noch nicht gut/erholsam genug. In den frühen Morgenstunden wachte ich auf und konnte die Gedanken in meinem Kopf rund um Ms Erbe/die Rettung der Firma nicht mehr beruhigen.

Mittags lief ich mit meinem Bruder zum Büro der Anwälte. (Prinz schlief friedlich im Garten. Ich konnte ihn vorsichtig anleinen und mich dann unbemerkt aus dem Haus schleichen.) Obwohl ich nicht gut vorbereitet war, brachte mir der Termin sehr viel. Sie klärten mich über wichtige Dinge auf und kamen letztendlich zu dem Schluss, dass es besser sei, wenn ich Ms Erbe ausschlage. Mein Bruder stellte zwischendrin auch sehr gute Fragen. Zum Glück hat er mich zu dem Termin begleitet.

Wir waren nach dem Termin bei den Anwälten nur eine halbe Stunde zu Hause, als mein Bruder und ich gemeinsam mit meinem Kollegen M zum Espachcafé aufbrachen. Dort trafen wir uns mit einem potentiellen Investor/Interessenten. Die beiden Männer hinterließen auf der menschlichen Ebene einen sehr guten Eindruck. Wir sind so verblieben, dass wir den Kontakt in den nächsten Wochen intensivieren. Mein Bruder warf während des Gesprächs konkrete Zahlen in den Raum, was die beiden erst mal nicht mit der Wimper zucken ließ.

Was heute schön war:

Ausflug.
L durfte unsere Vermieter C und A, U, E und K sowie T und J auf ihrem Ausflug zum Brocken begleiten. Kurz nach halb zehn am Vormittag startete die Reisegruppe und kehrte erst gegen 19:00 Uhr zurück. So konnte ich heute in Ruhe die wichtigen Termine wahrnehmen.

Unterstützung.
Ich bin froh, dass mich mein Bruder heute zu den Terminen begleitet hatte. Alleine hätte ich sicher nicht so viel herausgefunden oder die Informationen aufgrund meiner Aufregung/Anspannung verdreht. Vier Ohren hören einfach mehr als zwei.

Besuch.
Auch wenn ich die beiden eine gute halbe Stunde warten ließ, freute ich mich am Abend sehr über den Besuch von A und S. Wir werden vermutlich im Herbst M zu Ehren im Luisenpark einen Baum pflanzen. (Ich bin offensichtlich nicht sie einzige mit einer Friedhof-Phobie.) Die Idee ist jedenfalls toll und ich hoffe, dass unser Vorhaben klappt.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 15

Alltagsschnipsel

Null Minuten! Ich habe heute Nacht kein Auge zubekommen und somit keine einzige Minute Schlaf gefunden. Die Gedanken in meinem Kopf waren einfach zu laut. Ich kam nicht zur Ruhe.

Trotz des Schlafmangels fühlte ich mich heute den Tag über nicht müde. Während ich mich für Ms Trauerfeier und Urnenbeisetzung zurechtmachte, meinte L plötzlich, dass sie nun doch nicht mitkommen wolle. Äh … eine andere Wahl hatte sie leider nicht mehr, denn ausnahmslos alle Personen, die sie heute hätten bespaßen können, erschienen heute mit uns auf dem Hauptfriedhof.

Halb zwölf kam Prinz‘ Betreuungsperson bei uns zu Hause an. Da er die arme Frau ohne Unterlass anknurrte, ansprang und nach ihr schnappte, leinte ich ihn im Garten an und stellte seinen Wassernapf in erreichbarer Nähe ab. Mit einem mittelguten Gefühl stieg ich eine halbe Stunde später gemeinsam mit L in S‘ Auto ein. S war so lieb und fuhr uns hoch zum Friedhof.

Viertel vor eins lief ein Großteil der Gesellschaft in Richtung Halle 2. Die traurigen Klänge der Klaviermusik ließen nicht nur mich in Tränen ausbrechen. L, die zuletzt am Todestag ihres Papas weinte/schrie/um sich schlug, zeigte erstmals wieder ihre wahren Emotionen. Auch sie weinte und wollte nicht mit hinein zur Trauerrede in Halle 2. Mein Bruder erklärte sich bereit, mit ihr draußen zu bleiben. (Ich war ihm unendlich dankbar. Es tat mir jedoch auch sehr leid für ihn.) Dass die Trauerrede auch in den Außenbereich übertragen wurde, war ein kleiner Trost für mich. (Durch COVID-19 durften nur dreißig Personen an der Trauerrede in der Halle teilnehmen.)

Der Trauerredner schrieb und hielt eine sehr gute Rede. Er wechselte zwischendrin in die Ich-Perspektive und erzählte Ms Leben aus seiner Sicht. Alle, mit denen ich sprach, glaubten tatsächlich, M hätte diese Worte vor seinem Tod selbst verfasst/zu Papier gebracht. Dem war nicht so. Ich finde, das zeugt von der guten Arbeit des Redners.

Um 13:30 Uhr liefen wir gemeinsam mit circa einhundert (!!!) zur Beerdigung erschienenen Personen zum Grab. Jeder von ihnen stand eine Weile vor dem Grab und hatte Gelegenheit, sich von M zu verabschieden. Diese traurige Situation wurde ein wenig aufgehellt durch einen Stein, der mitten im Weg befestigt war und den ein oder anderen stolpern ließ. Das wäre ganz nach Ms Humor gewesen. Ich stellte mir jedenfalls vor, wie er uns beobachtete und aus dem Lachen nicht mehr herauskam.


Was heute schön war:

Anteilnahme.
Ich bin gerührt und überwältigt, wie viele Menschen sich heute Mittag von M verabschiedet haben. M kannte wirklich unglaublich viele Personen. 

Double B.
Um 17:00 Uhr stieß ich zu unseren Freunden in Ms Lieblingslocation dazu. In den nächsten drei Stunden unterhielt ich mich mit vielen und erinnerte mich gemeinsam an lustige/schöne Momente mit M. Die alten Schülerzeitungen und Dutzende Fotos lagen auch zum Stöbern bereit. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 14

Alltagsschnipsel

Nun ist M schon zwei Wochen tot. Zur Ruhe gekommen bin ich jedoch noch nicht. Es ist einfach unglaublich viel zu tun – gerade im Hinblick auf das Erbe. Je mehr Tage vergehen, umso trauriger werde ich. Ich vermisse M so sehr!

Ich nutzte heute Morgen das Mehr an Motivation und übergab einen Teil meiner beruflichen Aufgaben dem zweiten und nunmehr einzigen Geschäftsführer. Das fühlte sich gut an. Eine große Last fiel sogleich von meinem Herzen.

Vielen Dank an alle, die L und mir einen Fernseher angeboten hatten. ❤ Unser „alter“ Fernseher steht jedoch noch bei Ms Mama, die wiederum ihren „alten“ auch noch nicht weggegeben hatte. Mein Schwippschwager brachte uns heute den „alten“ Fernseher zurück.

Was heute schön war:

Backstube.
Da die liebe S in den vergangenen Tagen unseren super ranzigen alten Backofen säuberte und er nun in neuem Glanze erstrahlt, hielt ich mein Versprechen L gegenüber und buk mit ihr heute (vegane) Plätzchen. Statt Zucker probierten wir erstmals Zuckerrübensirup aus. Abgesehen davon, dass wir nach der Backzeit riesige Plätzchen aus dem Ofen holten, schmeckten die ersten Kostproben sehr gut.


Telefonat mit J.
Ich hatte im Laufe des Tages schon nicht mehr daran geglaubt, aber J (aus Dresden) und ich konnten ab 17:30 Uhr für eine Dreiviertelstunde telefonieren. Sie war gerade auf dem Weg zu ihrer Prüfung. Gegen 21:30 Uhr wird sich J heute noch auf den Weg nach Erfurt machen, um morgen bei Ms Beisetzung dabei sein zu können.

Besuch.
Am Nachmittag trudelte mein Bruder mit dem Zug in Erfurt ein. Er kam L und mich am Abend besuchen. Die drei Kinder waren sofort Feuer und Flamme und „baten“ (zwangen) ihn, mit ihnen Monsterjagd (Fangen) zu spielen.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 13

Alltagsschnipsel

Mit nur mäßig guter Laune erwachte L heute Morgen um halb neun. (Ich hätte gern noch ein wenig weitergeschlafen, denn ich bekam meine Augen kaum auf vor Müdigkeit.) Gestern Abend bat ich Ms Mama, L heute erst umdie Mittagszeit herum abzuholen. Ich wollte, dass L ausschlafen, in Ruhe frühstücken und noch etwas mit den drei Jungs spielen kann. Da L seit dem Aufwachen jedoch immer wieder (in nöligem/weinerlichem Ton) nach der Ankunft ihrer Oma fragte, bat ich diese, zeitiger zu kommen. Kurz vor halb elf trudelte diese ein und nahm L mit. Wie man es macht …

Während S und U in unserer Küche weiter werkelten, saß ich (trotz Krankschreibung) vor dem Rechner, um das ein oder andere Organisatorische zu erledigen. Ich erhielt von einem Investor einen Anruf mit einer völlig neuen/anderen Perspektive. Nur wenige Minuten später rief mich die andere Perspektive an. Der Ersteindruck am Telefon war sehr gut. Mein Kollege M und ich werden uns am Donnerstag mit dem Mann treffen, um gemeinsam zu entscheiden, ob eine Zusammenarbeit zustande kommen und wie diese konkret(er) aussehen könnte. Auch wenn natürlich noch gar nichts entschieden ist, hat mich dieser Anruf aufgebaut/motiviert. Unsere Firma scheint wirklich eine Zukunft zu haben! Das Organisatorische habe ich allerdings nicht mehr geschafft. Sei‘s drum!

Ich bin dankbar, aktuell so viele Freiheiten zu haben. Ich war schon lange nicht mehr so oft aus wie in den letzten paar Tagen. Tausend Dank an alle, die mir das bisher ermöglicht und auf L, Prinzi oder sogar beide aufgepasst haben. ❤

Was heute schön war:

Besprechung.
Über eine Stunde habe ich am Vormittag mit meinem Kollegen M telefoniert. Ich merkte erst wieder während des Gesprächs, wie nötig der Austausch war. Ich bin zuversichtlich, dass wir es alle gemeinsam schaffen, Ms Firma eine Zukunft zu geben.

Oma-Tag für L.
Ms Mama besuchte heute mit L das zukünftige Grab ihres Papas. Die beiden säuberten alles noch einmal gründlich. Übermorgen ist bereits die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung. Am Nachmittag waren die beiden auf der EGA. L übernachtete auch wieder bei ihrer Oma.

Besuch.
Nachmittags kam uns J (aus Kassel) besuchen. S war gerade dabei, die letzte Wand in unserer Küche zu streichen. J und ich putzten einige Fenster. Gegen 19:00 Uhr machte ich mich mit J auf den Weg in die Stadt. Wir aßen Abendbrot bei dem Italiener auf der Lange Brücke. Anschließend schlenderten wir noch ewig durch die Altstadt. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Es war ein toller Abend. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 12

Alltagsschnipsel

Küche.
Heute Vormittag baute ich den letzten Schrank für die Küche auf, während L und K draußen spielten. E war irgendwann so lieb, schnappte sich beide Kinder und machte mit ihnen einen kleinen Fahrradausflug mit Spielplatzbesuch. U strich Wände und/oder montierte in der Küche herum. Wir sind nun fast fertig.

Was heute schön war:

Grillnachmittag.
Kurz nach 13:00 Uhr fuhr ich mit Prinzi und L zu meinen Eltern. Es gab leckeres Essen vom Grill und Kartoffelsalat, von dem sogar L sehr angetan war. Wir spielten viel mit dem Ball im Planschbecken oder fuhren Skateboard. 


Thüringer Bachwochen.
Nachdem ich am Dienstag in die falsche Location ging, hatte ich heute einen neuen Versuch. Mitte Juni kaufte M für sich und mich zwei Tickets für ein einstündiges Konzert des Organisten Cameron Carpenter. Es fühlte sich genauso falsch an hinzugehen wie die Karten, die Teil meines Geburtstagsgeschenks waren, verfallen zu lassen. J (aus Kassel) begleitete mich. Wir waren gut in der Zeit und fanden das Kontor problemlos. Diese neue Location wertet den Erfurter Norden definitiv auf. Das freut mich sehr. Der Künstler spielte eine Stunde Kompositionen von Johann Sebastian Bach. M liebte Bach sehr. Ich muss gestehen, ich kann seine Begeisterung nur bedingt teilen. Das Konzert war sehr schön, aber eine Stunde Bach ist auch ausreichend …


Sushi.
Das war eine schöne Überraschung. Nach dem Konzert trank ich mit J (aus Kassel) noch ein Glas Rosé. S holte uns vom Kontor ab und wir fuhren in die Stadt. J hatte Plätze in einem Sushirestaurant reserviert. Es war super lecker! ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 11

Alltagsschnipsel

Prinz.
Seit ein paar Tagen läuft Prinzi wieder auffallend schlechter. Er hat vor allem Probleme mit seinen Hinterbeinen. Ich werde noch im Juli mit ihm zum Tierarzt gehen. Vielleicht gibt es ein Medikament, das seine Schmerzen (?) lindert und den Allgemeinzustand verbessert.

Mut.
Ich staune nur. Normalerweise benimmt sich L in Es Gegenwart schüchtern und meidet ein Aufeinandertreffen wo sie nur kann. Heute fuhr sie jedoch mit ihm gemeinsam auf Ms E-Bike durch den Park und suchte immer mal wieder den Kontakt zu ihm. Auch ich sprach in den letzten zwei Tagen mehr mit ihm, als in den vergangenen Jahren zusammen. (E ist Albaner und spricht in Deutschland englisch. Ich kann zwar elf Jahre Englischunterricht vorweisen, habe aber große Hemmungen beim Sprechen. Ich verstehe jedoch nahezu alles Gesagte. Nun da M nicht mehr da ist, muss ich lernen, über meinen Schatten zu springen. Wenn nur der Perfektionismus nicht wäre …)

Was heute schön war:

IKEA.
S und ich holten heute Morgen kurz nach um zehn die Kartons (Oberschränke) für die neue Küche ab. U und S nutzten am Vortag Click & Connect, sodass wir binnen fünf Minuten den Wagen zum Auto schieben und alles einladen konnten.


Produktivität.
Während U in unserer Küche die alten Regale abbaute und anschließend die Wände weiß malerte, baute ich einen Oberschrank nach dem anderen auf. Das fühlte sich sinnvoll und gut an. Um 23:00 Uhr, als K und L schliefen, traf ich mich mit U in unserer Küche und half beim Malern mit.

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 10

Alltagsschnipsel

Zehn Tage ist Ms Tod nun schon her. Es ist in dieser kurzen Zeit unglaublich viel passiert. Des Öfteren verspürte ich den Drang, M aufzusuchen und ihm von dem ein oder anderen Ereignis zu erzählen. Wir standen ja über Jahre im ständigen Austausch und teilten nahezu alles miteinander. Dass dies nun nicht mehr möglich ist, schmerzt mich und fehlt mir sehr. Nicht nur mein Ehemann ist fort, sondern eben auch mein bester Freund!

War ich die ersten Tage nach seinem Tod noch voller Tatendrang, merke ich nun immer deutlicher, dass ich mich kaum noch für irgendetwas (berufliches) motivieren kann. Dank meines Bruders bin ich nun zu der Erkenntnis gelangt, dass das auch nicht schlimm ist. Es dankt mir später (vermutlich) sowieso keiner. (Das bedeutet natürlich nicht, dass ich aufgegeben habe. Ich schmiede im Hintergrund weiter an eigenen Plänen – nur etwas langsamer. Lediglich meine Trauer/(Körper-)Gefühle/Gedanken haben mehr Raum zum Atmen erhalten.)

Schlechte Laune.
L war heute ziemlich nölig, und zwar den ganzen Tag über. Das war für uns alle ein wenig anstrengend. 

Was heute schön war:

Gemeinschaft.
Ich bin dankbar, hier zu Hause nicht alleine zu sein, und freue mich jeden Tag sehr über den Besuch. L wird auch in den nächsten Tagen immer jemanden zum Spielen haben und ich jemanden zum Reden.

Telefonat mit meinem Bruder.
Wir telefonierten spontan ab 20:30 Uhr. L schaute in dieser Zeit ein paar Folgen „Peppa Wutz“. Unser „kurzes“ Telefonat endete trotzdem erst nach einer Stunde. Nächste Woche Dienstag kommt M für ein paar Tage nach Erfurt. Darüber freue ich mich sehr!