In der Nacht war Prinz sehr unruhig. Ich versuche immer wieder aufs Neue, sein (nerviges) Getippel eine Weile zu ignorieren, muss dann allerdings jedes Mal resigniert feststellen, dass es nichts bringt. Und obwohl ich nächtliche Störungen wirklich nicht leiden kann, stand ich (seinetwegen/ihm zuliebe) mehrmals auf. Ich öffnete ihm dabei die Wohnungstür, setzte mich auf die Treppe und wartete. Dabei sehnte ich mich nach meinem Bett. Gerechnet hatte ich mit dem kleinen oder sogar großen Geschäft, jedoch schien Prinz einfach nur schrecklich durstig zu sein. Dies ist definitiv eine der Nebenwirkungen der Cortison-Tabletten, die ihm ab sofort die Arthrose-Schmerzen lindern sollen. Irgendwann legte er sich zum Glück wieder schlafen und ich krabbelte zurück in mein Bett.
Was heute schön war:
Sushi.
Am späten Vormittag gelüstete es mir nach Sushi. Also bestellte ich mir ein kleines Mittagsmenü nach Hause. Lecker. 🙂
Hoffnung.
Nachmittags rief mich mein Kollege/Freund M an und teilte mir zum Feierabend noch hoffnungsvolle/positive Neuigkeiten hinsichtlich des neuen beruflichen Weges mit. Auch wenn nicht das gesamte Team mitgehen wird, freue ich mich schonsehr auf den Neubeginn. ❤
Lego.
Als L am frühen Abend von Ms Schwester nach Hause gebracht wurde (die beiden waren mit Baby M Eis essen), spielten wir noch eine Weile gemeinsam im Kinderzimmer. Ich baute wieder Lego. Ich habe riesige Lust, die seit Jahren unaufgebauten Fahrzeuge von Lego Technik hervorzukramen … ich glaube, das mache ich auch.
Autor: Katja
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 37
AlltagsschnipselErbausschlagung ist, wenn man nach wochenlanger Recherche die beste Entscheidung für sich und sein Kind getroffen hat, es sich trotzdem falsch und wie ein Verrat am Verstorbenen anfühlt.
Kurz nach 09:30 Uhr am Vormittag betrat ich das Justizzentrum in Erfurt, ließ mir Fieber messen, meinen Rucksack durchsuchen und meldete mich anschließend in der Nachlassabteilung. Keine dreißig Minuten später verließ ich das Gebäude wieder.
Es ist gut möglich, dass ich verrückt bin. Aber sowohl in der Geschäftsstelle als auch bei der Rechtspflegerin roch es nach M. Ich kann den Geruch nicht konkret beschreiben, jedenfalls habe ich ihn gelegentlich in der Nase – mal in der Wohnung, mal irgendwo draußen und eben heute im Gerichtsgebäude. (Als ich im Flur auf die Rechtspflegerin wartete, war der Geruch zum Beispiel nicht da.) Sollte M tatsächlich „anwesend“ gewesen sein, will ich nicht wissen, was er nun von mir denkt oder hält. Aber es war die richtige Entscheidung!
Seit Montag hat L ihre Liebe fürs Duschen entdeckt. Sie war in den wenigen Tagen nun schon dreimal unter der Dusche und verlangt regelrecht danach, wieder geduscht zu werden. Ich hätte nichts dagegen, wenn das so bleibt. 🙂
Ich bin traurig über die gestrige Wendung/Erkenntnis. Ich weiß, dass man sich Vertrauen verdienen muss. Und ich bin bereit, mir dieses Vertrauen, das mir sehr offensichtlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht (von allen) entgegengebracht wird, zu verdienen. Traurig und vielleicht enttäuscht bin ich, da genau die Teammitglieder, von denen ich es am allerwenigsten gedacht hätte, nicht bereit sind, für zwei oder drei Monate einen Vertrauensvorschuss zu geben. Niemand von uns hat etwas zu verlieren. Wenn die Zusammenarbeit mit uns oder unserem neuen Partner blöd ist, hat doch jeder das Recht, sich in Ruhe nach etwas anderem umzusehen. Das mache ich doch in diesem Fall ganz genauso. Egal wie oft ich mir darüber den Kopf zerbreche: Ich verstehe es einfach nicht (komplett)! Und deshalb zerbreche ich mir nun auch nicht mehr den Kopf darüber.
Seit gestern stelle ich mir Ms Reaktion diesbezüglich vor. Und er lacht. Ich glaube, er würde mich sogar auslachen, zumindest belächeln. Weil ich so naiv war. Weil ich so bestimmend war. Weil ich meine Interessen über die des Teams gestellt habe. Weil ich das Team falsch eingeschätzt habe. (Ich glaube, diese Liste könnte ich nun endlos fortführen.)
Heute Morgen rutschte mir während der Fahrt zum Kindergarten versehentlich das Schimpfwort „Spacko“ heraus. L schnappte es sofort auf und berichtete mir auf der Hinfahrt und am Nachmittag auf der Rückfahrt freudig von ihrem Freund Spacko, der im Auto vor uns fährt und dies oder jenes tut. Äh … ups.
Um die Mittagszeit trudelten nahezu alle Teammitglieder im Office ein. Der zweite/einzige Geschäftsführer wollte uns alle persönlich sprechen. Was jedoch keiner wusste (einige aber ahnten): Es handelte sich um eine Werbeveranstaltung à la „Kommt doch zur Muttergesellschaft“. Geleitet wurde dies vom Vorstandsvorsitzenden der Muttergesellschaft. Diese Unverfrorenheit/Unverschämtheit muss ich nun erst mal sacken lassen.
Was heute schön war:
Erinnerung.
Gestern Abend erinnerte sich L daran, wie sie sich gelegentlich gemeinsam mit ihrem Papa (meist unter der Bettdecke) versteckte, um mich kurz darauf zu erschrecken. Diese schöne/lustige Erinnerung teilte sie heute sogar im Kindergarten mit ihren Erzieherinnen. ❤
Besuch.
Am Nachmittag besuchten uns M und seine Mama C. Den ursprünglichen Plan, ins Dreibrunnenbad zu gehen, gaben wir wetterbedingt auf. Stattdessen spielten die Kinder im Kinderzimmer. Gegen 17:30 Uhr schnappten wir uns einen Bollerwagen, liefen zum Spielplatz in der Tettaustraße und später zu dem beim Espachcafé. Der Nachmittag/Abend ging schnell und ohne Langeweile vorbei. Sogar Prinz war ein sehr lieber Spielplatz-Hund.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 36
AlltagsschnipselWow! Ich fühle mich ein wenig … ach ich weiß auch nicht so genau. Es ist ein bisschen wie „Stell dir vor, du veranstaltest eine Party und keiner geht hin“. Heute fand ich heraus, dass unser Team gar nicht gerettet werden will. (Ja, ich hätte die vergangenen fünf Wochen nutzen können, um jeden Einzelnen zu fragen. Habe ich aber nicht. Und das merke ich jetzt beziehungsweise fällt meinem Kollegen M und mir nun auf die Füße.) Diese Option gab es schlicht und ergreifend nicht in meinem Kopf. (Das Problem habe ich öfters: Wenn ich mir manches nicht vorstellen oder gar in Erwägung ziehen kann, dann ploppt so eine einfache Idee wie das Fragen der Mitarbeiter nun mal einfach nicht auf.)
Ein Teil ist vorsichtig optimistisch und gibt dem „neuen Weg“ zumindest eine Chance. Tausend Dank! Ich bin euch dafür sehr dankbar. Der andere Teil ist aus (nachvollziehbaren) Gründen im (persönlichen) Chaos versunken und stellt nunmehr alles infrage.
Ich schäme mich! Ich schäme mich sogar sehr! Wie konnte ich nur so arrogant sein zu glauben, unser Team möchte als Einheit fortbestehen?! Warum, warum hatte ich im Vorfeld nicht einfach gefragt?!
Ändern kann ich diesen Fehler natürlich nicht mehr, aber ich werde nun umso mehr kämpfen. Ich kämpfe für diejenigen, die uns einen Vertrauensvorschuss geben werden. Ich kämpfe für eine bessere berufliche Zukunft! Ich kämpfe für das Wohl des Teams! Ich kämpfe für den Erhalt von Ms Lebenswerk, nicht für M, sondern für mich. Weil ich es will. Weil ich das Potential sehe. Weil ich an den neuen Partner glaube. Amen.
Was heute schön war:
Gespräche.
Um 11:00 Uhr war ich heute telefonisch mit meinem Kollegen S verabredet. Wir unterhielten uns eine Stunde. S gab mir unglaublich wertvolle Hinweise, die ich aktuell, aber vor allem in Zukunft berücksichtigen werde. Ich danke ihm sehr für seine offenen Worte.
Mittags fragte ich spontan meinen Kollegen A, ob er Zeit für einen Call hätte. Und das hatte er. In ihn konnte ich bisher am wenigsten „hineinschauen“. Sehr zu meiner (positiven) Überraschung sprachen wir fast eineinhalb Stunden miteinander. Auch dieses Gespräch war wirklich sehr hilfreich. Ich wusste schon immer, wie notwendig es ist, Gespräche mit dem Team zu führen, aber wie wichtig es wirklich ist, bemerkte ich erst heute.
Um 13:30 Uhr (verabredet waren wir eine halbe Stunde eher; sorry) sprach ich schließlich mit meinem Kollegen/Freund F. Er radelte extra mit seinem schicken E-Bike zu mir nach Hause. Sein Input war dem von S und R vom Vortag sehr ähnlich. Auch dieses Gespräch war sehr gut. Als dunkle Wolken aufzogen, verabschiedeten wir uns sicherheitshalber. Ich glaube, F kam noch trocken zu Hause an …
Gewitter.
Es donnerte bereits, als ich kurz vor halb vier im Kindergarten ankam. L saß ängstlich auf dem Schoß ihrer Erzieherin C. Kaum saßen L und ich im Auto, begann es leicht zu regnen. Da wir auf dem Rückweg im Stau standen, kamen wir in den Genuss des Gewitters und des Starkregens, der zeitweise dafür sorgte, dass ich nur 30 km/h fuhr. Ich freute mich trotzdem über den vielen Regen.
Lego.
Heute machte es mir großen Spaß, gemeinsam mit L im Kinderzimmer zu spielen. Ich setzte mich auf den Teppich und baute aus Lego Häuser. Das war entspannend. L spielte Kindergarten. Ich war die Erzieherin … beziehungsweise eben auch nicht, da ich Lego baute. L schien das nicht zu stören. Sie war mit meinem „Einsatz“ zufrieden. Mama glücklich, Kind glücklich, was will man mehr?! 😉
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 35
AlltagsschnipselNun sind fünf Wochen seit Ms Tod vergangen. Das Leben ging und geht weiter. Erst seit Kurzem finde ich Zeit zum Trauern. An M denke ich dennoch jeden Tag. Er ist allgegenwärtig, immer präsent und fehlt mir so sehr. In einem verzweifelten Moment kontaktierte ich neulich Dr. Google zum Thema Seelenverwandtschaft/Seelengefährten. M und ich hatten uns immer (zu) gut verstanden und uns prima ergänzt. Deswegen kam ich überhaupt erst auf diese Idee. (Und weil die Vorstellung so romantisch ist.) Ein paar der genannten Punkte auf den seriöser klingenden Seiten passen, aber schlauer bin ich trotzdem nicht.

Wie von mir vom zweiten/einzigen Geschäftsführer erwartet wurde, fanden Prinz und ich uns heute Morgen im Büro ein … und waren ganz allein. Es war zudem unglaublich warm. (Wir müssen dringend (!!!) die Lamellen wechseln.) Und das WLAN war sehr schwach. Ich kam über Slack in keinen Call rein. Frustriert machte ich mich eine Stunde später auf den Weg nach Hause – dort funktionierte wenigstens das Internet. Wieder ein merkwürdiger Start in den Arbeitstag.
Was heute schön war:
Gespräch.
Mittags traf ich meinen Kollegen/Freund R. Wir gingen in das Café, das ich das erste und zugleich letzte Mal mit M besuchte. Ich aß Folienkartoffeln mit Kräuterquark. R und ich unterhielten uns über die berufliche Zukunft.
Tierarzt.
Es ist wirklich so schön, wieder mehr Zeit zu haben: für mich, für L, aber eben auch für Prinz. Zuletzt war Prinz 2018 zu einem Alterscheck beim Tierarzt. Der heutige Besuch war somit überfällig. Wir liefen 15:30 Uhr los, waren die ersten (!) im Wartezimmer (das gab es in den letzten acht Jahren noch nie) und verbrachten dennoch drei Stunden beim Tierarzt. Prinz wurden die Krallen verschnitten. Ihm wurde zudem zweimal Blut abgenommen. Gewogen und untersucht wurde er ebenfalls. Und er bekam (zum Testen) ein Cortison-Medikament mit, das in Zukunft seine Arthrose-Schmerzen erheblich lindern könnte. Es soll ein wahres Wunder-/Zaubermittel sein. ❤ Ob er auch ein Schilddrüsenmedikament benötigt, erfahre ich am Donnerstag.

Hinweg 
Leeres Wartezimmer 
Erschöpftes Hundi
Treffen mit S.
Am Abend (L hatte heute wieder ihren Oma-Tag mit Übernachtung) traf ich mich mit meiner Kollegin/Freundin S am Domplatz. Ich fuhr mit dem Fahrrad in die Stadt. (M wäre stolz auf mich.) Ganz spontan und rein zufällig (ja, wirklich!) landeten wir bei Koko Sushi, bekamen einen Tisch im Außenbereich und futterten leckeres Essen.
Genau dort trafen wir auf N, der für sich und Grundschul-/Orchester-J vorbestelltes Sushi abholte. J, wenn du das liest: Wir kommen euch am Freitag, 21. August, im Garten besuchen. 😉 Auch mit S sprach ich hin und wieder über die berufliche Zukunft, aber auch viel privat. Wir landeten nach dem Essen auf der Krämerbrücke und waren ob der zahlreichen Menschen verwirrt. Es war Dienstag. Es war fast halb zehn abends. Was also machten all diese Menschen hier?!
Prinz war in der Zeit des Treffens etwa vier Stunden alleine zu Hause … und hat meine Abwesenheit komplett verschlafen. ❤ (Trotzdem danke an unseren Vermieter A, der ein Ohr auf Prinz hatte und ihn zu sich nach oben geholt hätte, hätte er sich bemerkbar gemacht.)
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 34
AlltagsschnipselKurz vor dem Weckerklingeln wachte ich auf. Ich erinnerte mich daran, gut geschlafen zu haben und nur einmal von Ls Weinen, weil sich ein bestimmtes Kuscheltier nicht mit im Bett befand, geweckt worden zu sein. Dieses Kuscheltier hatte ich nachts jedenfalls noch aus ihrem Kinderzimmer geholt (und dabei eine kleine Schimpftirade vom Stapel gelassen.) Im Nachhinein tut mir L deswegen sehr leid. Ich muss wirklich versuchen, in Zukunft entspannter mit nächtlichen Störungen umzugehen. Wenn es nur so einfach wäre …
Etwa eine Viertelstunde später tapste ich ins Bad, putze Zähne und zog mich an. L kam zwischenzeitlich dazu. Prinz schlief weiter. Wir aßen gemeinsam eine Kleinigkeit zum Frühstück, machten L für den ersten Kindergartentag nach der Schließzeit fertig, gingen kurz mit Prinz spazieren und fuhren los.
Um neun hatte ich meinen ersten Termin mit dem zweiten/einzigen Geschäftsführer. Dieser fand vor Ort bei der Muttergesellschaft statt. Als ich ankam, donnerte es in der Ferne. Das Wetter passte super zu meiner Stimmung. 😉 Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht, weshalb ich unbedingt in die Räumlichkeiten der Muttergesellschaft fahren sollte. ME quartierte mich in einen Extraraum ein und sprach in den folgenden zweieinhalb Stunden etwa zehn Minuten mit mir. Das war ein sinnloser Start in den ersten Arbeitstag. Einzig positiv war die Information, dass in Kürze unser Insolvenzausfallgeld gezahlt wird.
Was heute schön war:
Kindergarten.
Aufgrund der zahlreichen Baustellen in Erfurt fuhren L und ich heute einen anderen Weg zum Kindergarten. Wir standen nicht einmal im Stau. Ich war positiv überrascht. (Danke an unseren Vermieter A für den Tipp!)Vom Aufwachen bis zum Losfahren war L sehr traurig darüber, wieder in den Kindergarten gehen zu müssen. Es kullerte auch das ein oder andere Tränchen. Als jedoch ihre Erzieherin S die Tür öffnete und ich zudem ein wichtiges Anliegen für L klärte, ging diese freudig mit in den Gruppenraum. Ich freute mich sehr über diesen unkomplizierten Start. ❤
Telefonat mit meinem Bruder.
Da mein Bruder ab morgen für den Rest der Woche unterwegs ist, rief er am späten Nachmittag spontan an. Im September will er wieder zu Besuch kommen.
Telefonat mit J.
Pünktlich 19:00 Uhr telefonierten J (aus Dresden) und ich. Wir quatschten wieder einmal zwei Stunden. Auch J wird voraussichtlich erst im September nach Erfurt kommen.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 33
AlltagsschnipselWie gestern angekündigt, nahm ich mir heute Vormittag direkt nach dem Frühstück den Sicherungstausch beim Auto vor. Da Laura mir wegen ihrer Wespenhysterie jammernd in den Ohren lag, machte ich ihr in der Wohnung und somit weit weg von den Wespen den Fernseher an. So musste ich nur Prinzis Bellen ertragen, während ich versuchte, die richtige Sicherung zu tauschen. Die Prozedur dauerte nur wenige Minuten … und brachte nichts. Schade. Da das Fahrzeug hinten wirklich sehr tief hängt, kann ich es nicht mehr nutzen.
Ich bat unsere Vermieterin C, mir für heute und morgen ihr Auto zu leihen. Mein Bruder schaute nach einem Mietwagen und teilte mir am Abend das günstigste Angebot mit: 600 Euro/Monat. Puh!
Als ich am Nachmittag den Kindersitz von unserem Auto holte, um ihn in Cs Auto zu verfrachten, hörte ich ein sehr vertrautes Geräusch: Das Auto fuhr hinten hoch. Mein Tausch der Sicherung hatte also doch funktioniert. Wir sind trotzdem mit Cs Auto gefahren und werden das auch morgen tun. Am Dienstag fahren wir dann wieder mit unserem. Sobald es mir jedoch möglich ist, kümmere ich mich um ein zuverlässigeres Fahrzeug.

Ich geb zu: Es sieht kompliziert aus … 
Na toll!
Was heute schön war:
Langeweile.
Entspannter Start in den Tag trifft es auch. L und ich spielten gemeinsam im Kinderzimmer mit Lego, den Puppenoder den Kuscheltieren. Nebenbei/Zwischendrin wischte ich das Bad und die Küche, klebte Haken an die Küchenschränke und ließ eine Ladung Wäsche in der Waschmaschine waschen.
Geburtstag.
Heute ist L, die Tochter meiner Cousine J, zwei Jahre alt geworden. Am Nachmittag besuchten L und ich ihre Party. L spielte mal mit, mal ohne dem Geburtstagskind, fuhr Dreirad, planschte im süßen Planschbecken, freute sich über Seifenblasen und Luftballons und ließ sich die leckeren Kuchen schmecken. Geburtstags-L bekam einen wunderschönen Luftballon geschenkt, der die Form ihres Alters (2) hatte. Dieser wurde am Dreirad befestigt … hatte sich irgendwann in den Wäscheleinen verheddert, wurde abgetrennt und flog davon. (J, es tut mir soooo leid!)
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 32
AlltagsschnipselDas einzige der fünf Fahrzeuge, das ich fahre, ist auch genau das verkehrsuntauglichste/-unsicherste. (Die erste Amtshandlung mit meinem neuen Anstellungsvertrag ist die Anschaffung eines neuen (Leasing?-)Fahrzeugs.) Seit gestern blinkt in einem nicht übersehbaren Rotton der Hinweis/Fehler „Niveauregulierung inaktiv“. Zum Glück hatte M mir „vor Kurzem“ gezeigt, wie ich diese Fehlermeldung selbst beheben kann, ohne in die Werkstatt fahren zu müssen. Morgen nehme ich mir diese Problematik vor … das kann doch nicht so schwer sein?!
Was heute schön war:
Planschbecken.
Gleich am Vormittag pumpte ich neue Luft in unser großes Planschbecken, ließ frisches Wasser hinein und planschte … nur ein paar Minuten lang mit L. Dann hatte sie keine Lust mehr. Anschließend pflückten wir die ersten reifen Brombeeren und ein paar schöne Blumen, die nun in zwei Vasen direkt am Fenster in unserer Küche stehen.

Besuch.
Nachmittags schaltete ich Prinz den Fernseher ein (heute bekam er den Film „Grindelwalds Verbrechen“ zu sehen) und fuhr mit L ins Büro. Dort traf ich eine halbe Stunde später auf meine Eltern, die wir mit dem Auto zu uns nach Hause fuhren. Als wir die Wohnung betraten, schlief Prinz friedlich vor dem TV. ❤ Aufgrund der sehr hohen Außentemperaturen blieben wir diesmal in der Wohnung. Meine Mama spielte viel mit L. Am frühen Abend bestellten wir eine große Portion Sushi. Es blieb tatsächlich ein wenig für morgen übrig.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 31
AlltagsschnipselHeute vor einem Monat starb M. Erst vor wenigen Tagen konnte ich aktiv mit der Trauerphase beginnen. So komisch wie das klingen mag, aber vorher war dafür keine/kaum Zeit. Mein Kollege M und ich haben in diesen wenigen Wochen so unglaublich viel (positives) erreicht. Ich habe manchmal das Gefühl, als seien schon Monate vergangen. Es gab (vor allem für mich) Höhen und Tiefen sowie einen ständigen Wechsel zwischen Hoffnung und Enttäuschung verbunden mit Tränen. Doch nun wird es besser. Wir haben sehr liebe Menschen kennengelernt, die in Bälde unsere neuen Partner sein werden. Ich freue mich sehr auf den (beruflichen) Neuanfang.
Obwohl ich gefühlt den ganzen Tag futtere, habe ich weiter abgenommen. Nun bin ich bis auf wenige Gramm bei meinem Wunschgewicht. Ich werde mich bemühen, das Gewicht zu halten und Körperfett in Muskelmasse umzuwandeln.
Was heute schön war:
Oma-Tag für L.
Mittags holte Ms Mama L ab. Gemeinsam mit Ms Onkel, dessen Frau und Enkelsohn nahm L heute erstmals an einer Greifvögel-Flugvorführung auf der Niederburg bei Kranichfeld teil. Es gefiel ihr gut. Auch mit dem Enkelsohn verstand sie sich sehr gut.
Friseur.
Kurz nachdem ich mir am Vormittag die Haare gewaschen (und geduscht) hatte, rief ich wegen eines Termins beim Friseur an. Ich wollte am kommenden Dienstag gehen. Jedoch teilte mir die Friseurin mit, dass derzeit kaum Kunden kommen. Und so fragte ich, ob sie auch heute noch einen Termin für mich frei hätte. Da das bejaht wurde, machte ich mich am Mittag mit dem Fahrrad (!) auf in die Stadt. (Danke noch mal an E für den Reifenwechsel.) Die erste Hälfte meines Friseurbesuchs wurde ich mit Beleidigungen bezüglich des Zustandes meiner Haare übersät. Es dauerte nicht lange und mir dämmerte der Grund dafür: Durch die Schließung der Salons während des Corona-Lockdowns brachen Umsätze weg. Nun haben die Mitarbeiter vermutlich die Anweisung, die (überteuerten) Produkte an die Frau/den Mann zu bringen. Aber ob Beleidigungen der richtige Weg sind … Als ich zwei Stunden später mit einer Frisur ähnlich wie Baby aus Dirty Dancing nach Hause kam, schlief Prinz friedlich vor dem Fernseher. (Ich hatte ihm den Film „Twilight“ angestellt.)
Videocall.
Heute um 16:00 Uhr stellte sich D, ein Vertreter unseres zukünftigen Partners, dem Team vor und beantwortete sehr ausführlich alle Fragen. Mein Kollege M und ich befanden uns vor Ort. Der Rest nahm per Google Meet an dem Kennenlernen teil. Der Termin lief wirklich gut. ❤
Verabredung.
Über eine halbe Stunde musste Ms Papa auf mich warten, da der Videocall länger als geplant andauerte. Wir fuhren mit den Fahrrädern in Richtung Theater und setzten uns in den Außenbereich eines Restaurants. Wir haben uns wirklich sehr gut unterhalten. Es war ein schöner Abend.
Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 30
AlltagsschnipselL glaubt seit gestern Abend, alle fliegenden Insekten seien Pupsfliegen (ich gehe darauf nicht weiter ein). Ihre hysterische/panische Angst vor Wespen hat sich deshalb über Nacht in Luft aufgelöst. Sie kichert mittlerweile sogar, wenn ich die ein oder andere Wespe, die sich in unsere Wohnung verirrt hat, wieder (lebend) nach draußen befördere. Verstehe einer die Kinder …
Was heute schön war:
Es nimmt an Fahrt auf!
Der Insolvenzverwalter hat sich heute den Deal angehört. Vor Ort waren mein Kollege M, ein Anwalt und ein Vertreter des Investors. Vermutlich morgen wird der Insolvenzverwalter diesen Deal mit der Muttergesellschaft besprechen, denn diese hat ebenfalls ein (lächerliches) Angebot abgegeben. Die Muttergesellschaft versucht nun auch aktiv, die Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Welcher Deal der bessere ist bzw. wer besser für das Forbestehen unserer Firma ist, entscheidet am Ende der Insolvenzverwalter.Mittags haben wir unser Team auf den aktuellen Stand gebracht und auch erstmals den Namen des Investors genannt. Die Mehrheit war begeistert und geht diesen neuen Weg mit. ❤
Besuch.
Am Nachmittag besuchten uns J und ihre kleine Tochter L, die am Sonntag schon zwei Jahre alt wird. Die beiden Mädels spielten von Anfang an sehr lieb miteinander und planschten hin und wieder glücklich und zufrieden im Pool. L teilte sogar freiwillig ihr Spielzeug mit ihrer kleinen Urgroßcousine. J brachte eine super leckere Torte (Kalorienbombe) mit. ❤

Tagebuch – Unser Leben ohne M – Tag 29
AlltagsschnipselGestern Abend konnte ich ewig nicht einschlafen. Ich hörte mir deshalb auf Youtube (M würde den Kopf schütteln, weil ich nicht Spotify nutze) die Songs an, die ich im Herbst 2011, als ich merkte, mich allmählich in M zu verlieben, in Dauerschleife gehört hatte. Dazu zählten unter anderem die Ärzte-Songs „Ich will dich“, „Geh mit mir“ und „Vermissen, Baby“, aber auch so ziemlich jedes Lied des Albums „Im Schatten der Ärzte“. M teilte mir Anfang 2012 mit, dass er zu dieser Zeit gern „It Must Have Been Love“ von Roxette hörte.
Was heute schön war:
Spaziergang.
Kurz nach um acht ging ich mit Prinz über eine Dreiviertelstunde im Park spazieren. Die Ruhe um diese Zeit war wirklich wunderbar. Ich konnte ein wenig zur Ruhe kommen.
Licht am Ende des Tunnels.
Wegen eines Gesprächs mit unserem Investor (Eine Zusammenarbeit kommt definitiv zustande!!!) musste Prinz erstmals sechs (!) Stunden alleine zu Hause bleiben. Unsere Vermieterin C hatte ein Ohr auf ihn. Von diesen sechs Stunden war er „nur“ circa eine Stunde gestresst/aufgeregt. Das ist echt super. ❤ Wir besprachen heute schon nicht mehr das Ob, sondern bereits das Wie. Im besten Fall können wir schon zum 1. September neu durchstarten, im „schlechtesten“ zum 1. Oktober. Mein Kollege M war Stunden später (wie ich) sprachlos vor Glück. Morgen findet nochmal ein wichtiger/spannender Termin statt. Mittlerweile bin ich von einem positiven Ergebnis überzeugt, da die richtigen Leute an diesem Termin teilnehmen. Wie es auch kommt, arbeitssuchend bin ich in Zukunft erst mal nicht. Uff! Was für eine unglaubliche Last, die von mir fällt! Jetzt ein Schnäpschen, das wäre was! 😉
Besuch.
Ich hatte am Nachmittag zehn Minuten Zeit, kleinere Vorbereitungen im Garten zu treffen, ehe uns C mit ihrem Sohn M besuchte. M „bekochte“ uns eine Weile in der Kinderküche im Garten, da L und Ms Mama noch nicht da waren. L war noch keine fünf Minuten zu Hause, als sich ihr eine erste Wespe näherte. Sie bekam einen (lauten) hysterischen Anfall und wollte sich nicht mehr beruhigen. Wir gingen alle in ihr Kinderzimmer und ließen M und L erstmal drinnen spielen. Am Abend traute sich L wieder nach draußen und die beiden Kinder planschten doch noch vergnügt im Planschbecken.






