Momente im Dezember (1)

Alltagsschnipsel

Pünktlich zum 1. Dezember lag ein wenig Schnee. Darüber freuten sich L und ich nach dem Aufstehen wirklich sehr. Leider war der Schnee bereits wenige Stunden später wieder verschwunden. Dies hinderte uns dennoch nicht daran, ein wenig vom Schlitten oder Ski fahren zu träumen.

Es ist dieses Jahr wieder etwas … eskaliert. (In weiser Voraussicht kaufte oder bastelte ich für L keinen Adventskalender.) Vorteil an diesen vielen Kalendern ist, dass L die Zahlen gut lernen kann. Ihr fällt es von Kalender zu Kalender leichter, die richtige Zahl wiederzukennen. Überhaupt hat sie in den letzten Wochen so viel gelernt: das Alphabet bzw. die Buchstaben, ein wenig Rechnen, Zählen bis zwanzig … ❤

Am Mittwoch veranstalteten wir erneut unser monatliches Teamfrühstück – leider aufgrund der Corona-Pandemie nur remote. Bei laufenden Kameras aßen wir unser Frühstück und tauschten uns über Dies und Das aus. Das meiste hatte ich zu verkünden/erzählen. Obwohl ich dieses Event wieder gut gelungen fand, werde ich mir für den Januar überlegen, wie wir es ein wenig aufpeppen oder lockerer gestalten können.

Was in den letzten Tagen noch so los war:

Aktuell ist die Adventszeit sehr stressig für mich. Ich komme gefühlt zu überhaupt gar nichts. Die Tage sind gut gefüllt, natürlich fast ausschließlich nur mit schönen Dingen, aber dennoch würde ich mir hin und wieder ein wenig mehr Ruhe wünschen. Nur noch zehn Arbeits- und Kindergartentage liegen vor L und mir, dann haben wir zwei Wochen Urlaub. Ich sehne die freie Zeit sehnlichst herbei.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Trainingsplan. Ich mache mindestens viermal wöchentlich Sport und wechsle Lauf- und Krafttraining sinnvoll ab. Es macht mir sehr viel Spaß, mich auszupowern. Erfolge konnte ich auch schon feststellen: ich habe etwas abgenommen, mein Körper ist straffer geworden und ich fühle mich besser.

Heute vor einem Jahr war Ms zehnstündige (ich glaube, es waren letztendlich sogar zwölf oder dreizehn Stunden) OP in der Berliner Charité. Wenn ich an diesen schrecklichen Dezember des Jahres 2019 zurückdenke, werde ich sehr traurig. M hätte sich diese OP sparen können – natürlich wussten wir das letztes Jahr noch nicht. Wir waren so voller Hoffnung. Es tut mir unendlich leid für M, dass er so schlimm leiden musste. Das Leben ist manchmal einfach nicht fair!

Tagebuch – Unsere Zeit vom 18. bis 30. November 2020

Alltagsschnipsel

Am 18. Dezember war es soweit: Ich fuhr am Vormittag in einem leeren Zug zum Hauptbahnhof nach Frankfurt am Main, stieg dort nach einer kleinen „Shoppingtour“ in der Bahnhofsbuchhandlung in die Straßenbahnlinie 11 um und stand wenige Stationen später vor dem Renault Autohaus, um mein neues Dienstfahrzeug abzuholen. Ich fahre also ab sofort einen Renault Megane Plug-In Hybrid. Das Fahrzeug verfügt über das von mir gewünschte Automatik-Schaltgetriebe. Mehr war mir persönlich nicht wichtig. Ich freue mich sehr, dass ich nun nicht mehr in einem Auto sitzen muss, dass beim Anfahren oder mitten in der Kurve einfach ausgeht. ❤ (Unser Familienauto wurde gleich am Tag darauf vom Nachlasspfleger abgeholt. Natürlich hab ich wieder ein paar Tränen vergossen, denn zu diesem Fahrzeug hatte ich die intensivste Bindung.)

Viel Sport habe ich in den letzten Tagen auch gemacht. Ich freue mich wirklich sehr, dass es mir wieder so leicht fällt, ein paar Minuten des Tages meinen Sportübungen zu widmen. L unterstützt mich ebenfalls. Sie hat kürzlich die Sportvideos von Alba Berlin kennengelernt und ist seitdem ganz verrückt danach. Wir machen also nahezu immer gemeinsam Sport. ❤

Mein Kollege/Freund J ließ kürzlich einen Satz fallen, der bei mir sofort eine Handlung auslöste. Ich meldete mich noch am selben Tag bei Duolingo an. Ich will schon so lange meine Sprachkenntnisse verbessern. Das betrifft in erster Linie natürlich Englisch. Ich verstehe nahezu alles, wenn jemand Englisch mit mir spricht. Aber mir fällt es unglaublich schwer, sinnvoll und einigermaßen grammatikalisch korrekt zu antworten. Ich will aber auch mein Französisch verbessern, denn diese Sprache liebe ich sehr. Nun mache ich beides … und es macht unglaublich viel Freude. Ich hatte schon viele Aha-Momente, auch wenn beide Sprachen derzeit noch auf einem sehr einfachen Niveau sind. Zu Weihnachten besuchen uns U, E und K aus Albanien. Ich wünsche mir, dass ich mit E ein paar Sätze in Englisch sprechen kann.

Am 21. November wurde im Erfurter Stadtpark eine mongolische Linde für M gepflanzt. Ms und meine Freunde haben dies organisiert und in die Wege geleitet. Mit großem Abstand schauten wir bei der Baumpflanzung zu und ließen anschließend einen Luftballon in den Himmel steigen. Nun haben L und ich die Möglichkeit, M zu besuchen, ohne jedesmal den Hauptfriedhof aufsuchen zu müssen. Ganz in der Nähe von Ms Baum befindet sich auch ein Spielplatz. ❤

An der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ habe ich teilgenommen. Ich habe für einen Jungen im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren einen Karton mit verschiedenen Dingen gefüllt. Besonders stolz bin ich, da ich nichts davon über Amazon bestellt habe. Ich war in zwei richtigen Läden und habe die Sachen gekauft. Knapp eine Woche vor Ende der Aktion gab ich mein Paket bei der Post auf. Nächstes Jahr möchte ich wieder daran teilnehmen.

Die letzte Novemberwoche war sehr anstrengend. L und ich verstanden uns überhaupt nicht gut. Ls Verhalten mir gegenüber war schon sehr fragwürdig. Mein Bruder äußerte bei einem unserer Telefonate, dass sie aktuell vielleicht eine Papa-Phase haben könnte. Würde M noch leben, würde sie vermutlich einfach mehr Zeit mit ihm verbringen und mich „meiden“. Da M allerdings nicht mehr bei uns ist, muss sie mich tagein, tagaus sehen/ertragen. Ich schien ihr also auf die Nerven zu gehen. Auch Ms Mama gegenüber verhielt sie sich sehr merkwürdig. Glücklicherweise verstanden wir uns ab dem Wochenende des ersten Advents wieder besser. Ls Verhalten nahm mich sehr mit und ich fragte mich oft, ob ich als Mama nicht einfach komplett unfähig bin.

Tagebuch – Unsere Woche vom 16. bis 17. November 2020

Alltagsschnipsel

Mir geht es seit einigen Tagen viel besser. Schlaflose Nächte hatte ich auch schon länger nicht mehr. Seit ich Tätigkeiten gefunden habe, die meinen Alltag verschönern, bin ich viel ausgeglichener. Das wirkt sich schon jetzt positiv auf mein Zusammenleben mit L aus.

M ist nun neunzehn Wochen nicht mehr bei L und mir – und Prinzi fünf. Die Zeit rast. Immer wieder erinnere mich an schöne, manchmal auch traurige Momente. So fiel mir heute ein, dass M und ich in den Jahren 2014 und 2015 zwei- bis dreimal wöchentlich mit Prinzi – vorzugsweise im Erfurter Steigerwald oder auf den Feldern – joggen waren. ❤

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Spielplatz.
Gleich nach dem Kindergarten machten sich L und ich gestern auf den Weg zum Kikaninchen-Spielplatz. Wir blieben bis zum Eintritt der Dunkelheit und hatten viel Spaß zusammen.

Telefonat mit meinem Bruder.
Heute Mittag telefonierte ich eine halbe Stunde mit meinem Bruder. Wir überlegen, nächstes Jahr Urlaub in Frankreich zu machen. Und mit L wollen wir auch einen Freizeitpark besuchen. ❤

Telefonat mit J.
Dank J wurde ich (noch rechtzeitig) auf die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ aufmerksam. Ich werde nächste Woche ein Paket packen und verschicken. Ich freue mich!

Sport.
Auf körperliche Betätigung hatte ich gestern und heute überhaupt keine Lust. Aber: Ich konnte mich gegen die Argumente meines Kopfes durchsetzen. Gestern trainierte ich die Arme mit vier Übungen, heute ging ich fünf Kilometer laufen.

Sushi.
Zur Belohnung (für was auch immer) bestellte ich mir heute beim Lieferservice meines Vertrauens (mal wieder) eine Portion veganes Sushi. Lecker! (L ist bei Ms Mama. Es ist wieder Oma-Dienstag.)

Tagebuch – Unser Wochenende 14./15. November 2020

Alltagsschnipsel

Seit ungefähr drei oder vier Wochen mache ich wieder regelmäßig Sport. Ich schaffe es derzeit, einmal wöchentlich laufen/joggen zu gehen und dreimal Krafttraining zu absolvieren. Ich merke bereits, wie meine Haut straffer wird und so manches Fettpölsterchen geschmolzen ist. Ebenso ernähre ich mich seit Wochen wieder nahezu hundertprozentig vegan und koche wieder viel selbst. Das ist schon ein tolles Gefühl. ❤

Seit Jahren träume ich davon, mein Englisch und Französisch zu verbessern. Nun mache ich beides parallel, und zwar mithilfe der App Duolingo. Das macht unglaublich viel Spaß. ❤

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Spielplatz.
Auch wenn L und ich gestern etwas getrödelt haben, schafften wir es am frühen Nachmittag hinaus in die frühlingswarme Novemberluft. Wir besuchten den Spielplatz beim Kressepark, zu dem L ihren Roller mitnehmen durfte.

Lebkuchen.
Als wir gestern gegen 16:00 Uhr wieder zu Hause ankamen, buken L und ich vegane Lebkuchen. (Das Rezept war sehr einfach, weshalb ich es in Kürze hier verewigen werde.) Somit ist die vorweihnachtliche Backsaison bei uns offiziell eröffnet. 

Sauberkeit und Sport.
Heute Vormittag schnappte ich mir unseren Staubsauger und saugte in jedem (!) unserer Räume. (Miro, der Staubsaugerroboter, durfte sich ausruhen.) Dabei kam ich so ins Schwitzen, dass ich Jillian Michaels Shred Level 1 gleich im Anschluss an die Hausarbeit dranhing. L machte sogar mit. ❤

Rollschuh fahren.
Auf den Besuch eines Spielplatzes hatte L heute keine Lust. Aber sie wollte Rollschuh fahren. Das haben wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht. Über anderthalb Stunden fuhren wir in unserem Garten herum.

Kaffeeklatsch.
Nach drei Wochen schafften L und ich es, mit C und A mal wieder Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Wir tauschten uns über die Arbeit aus und spielten alle gemeinsam lange mit L. Das war ein schöner Nachmittag.

Tagebuch – Unsere Woche vom 9. bis 13. November 2020

Alltagsschnipsel

Der Dienstag in dieser Woche war besonders traurig. M ist nun seit achtzehn Wochen nicht mehr bei uns, Prinzi ebenfalls schon wieder vier. Doch an diesem 10. November wäre M siebenunddreißig Jahre alt geworden. Ich hatte mir den Tag absichtlich komplett mit To Dos vollgepackt. Das half mir, nicht allzu viel über was auch immer nachzudenken und den Tag gut zu überstehen. Es klappte!

Was in den letzten fünf Tagen schön war:

Freundschaft.
Ich bin sehr sehr dankbar. Ich habe Kontakt zu vielen lieben Menschen, die mir bewusst und unbewusst durch meine Trauer helfen. Sei es J aus Dresden, mit der ich einmal wöchentlich telefoniere, sei es meine Grundschul-/Orchesterfreundin J, die mich am Dienstag sogar auf den Friedhof begleitet hätte, seien es Ms/meine Freunde, die mich immer wieder nach unserem Befinden fragen … die Aufzählung könnte ich ewig fortführen.
Noch vor Jahren war ich der Meinung, keine Freundschaften, sondern lediglich Bekanntschaften zu haben. Irgendwann hörte ich damit auf, solche strengen/merkwürdigen Gedanken zu hegen. Und das war auch gut so. Seither bemühe ich mich, den Kontakt bei denjenigen zu intensivieren, die mir etwas bedeuten (und das sind so einige.) Sicherlich gelingt mir das mal mehr, mal weniger gut, aber dennoch weiß ich mittlerweile, dass ich die besten Freunde auf der ganzen Welt habe. ❤

Sport.
Ich war sehr fleißig und bin auch stolz darauf. Mein gesetztes Ziel, einmal pro Woche laufen zu gehen und dreimal wöchentlich Krafttraining zu machen, habe ich erreicht.

Laternenumzug.
Martini durfte wegen der Pandemie nicht gefeiert werden und wurde abgesagt. Meine Eltern brachten bei ihrem Besuch am Mittwoch dennoch Martinshörnchen mit. Nach dem Verzehr machten wir uns zu viert mit drei Laternen auf den Weg in den dunklen Park und erfreuten uns an den Lichtern.

World Usability Day.
Ich will in Zukunft über alles, was für die Arbeit relevant ist, informiert sein. Meine Kolleginnen S und M haben Erfahrungen im Bereich Usability, weshalb ich am Donnerstag Nachmittag dem World Usability Day beiwohnte – natürlich remote. Die Vorträge waren sehr interessant/informativ und ich gewann einen ersten Eindruck/kleinen Überblick.

Spielplatz.
Die Resthelligkeit am heutigen Nachmittag nutzten L und ich, um direkt nach dem Kindergarten den Kikaninchen-Spielplatz zu besuchen. L durfte mit ihrem Roller fahren. Auf dem Spielplatz traf L eine Freundin aus der Nachbargruppe ihres Kindergartens. Die beiden Mädchen spielten mit mir verstecken.

Tagebuch – Unser Wochenende 7./8. November 2020

Alltagsschnipsel

Gestern lag Ms Tod bereits vier Monate zurück. Das ist ein Drittel eines Jahres. Völlig unklar!

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Wohnungsputz.
Um 10:30 Uhr waren gestern Miro (unser Staubsaugerroboter), L und ich mit dem Saugen, Wischen und Putzen der Wohnung fertig. Damit sich ihr Onkel bei uns zu Hause wohlfühlt, half mir L, das Bad zu reinigen.

Spielplatz.
Mit meinem Bruder im Schlepptau gingen L und ich gestern Vormittag auf den kürzlich neu eröffneten Spielplatz im Luisenpark. Wir hatten eine Menge Spaß. L ließ uns (zum Glück) keine Verschnaufpausen, sodass wir die November-Kälte kaum merkten. Wir machten auch einen kurzen Abstecher runter zur Gera, die eher die Bezeichnung Pfützchen statt Fluss verdient, und warfen Steine ins Wasser. Um die Mittagszeit trennten sich unsere Wege. L und ich machten uns auf den Heimweg. Mein Bruder fuhr zurück nach München.


Geburtstag.
Gestern Nachmittag feierten wir den 35. Geburtstag meines Schwippschwagers S nach. Baby M war wie immer gut gelaunt und super knuffig. L und ich hatten viel Spaß mit ihrem Cousin und der Hündin Maya. Wir borgten uns ein nachplapperndes Spielzeug-Lama aus und erzählten während der Rückfahrt, abends im Bett und heute den ganzen Tag nur Quatsch.

Sport.
An beiden Tagen reichte meine Motivation für ein Krafttraining aus. 

Grabpflege.
Um die Mittagszeit sammelten L und ich Ms Mama von zu Hause ein und fuhren in Richtung Hohenfelden. In einem kleinen Waldstück suchten und fanden wir eine Stelle, an der viel Moos wuchs. Wir packten eine große Kiste voll und deckten am Nachmittag Ms Grab ein, machten es also schon winterfest.

Tagebuch – Unsere Woche vom 2. bis 6. November 2020

Alltagsschnipsel

Wegen meines Wochenendtrips nach Bayern verbrachte ich diese Woche komplett im Home-Office … und war darüber trotz der Tatsache, dass ich mir das freiwillig auferlegt hatte, ein wenig traurig. Dass aber immer alles anders kommt, als man denkt, zeigte sich bereits am Montag Mittag, als mein Kollege/Freund M Home-Office für alle anordnen musste. Meine arme Kollegin S hatte seit dem Wochenende deutliche Covid-19-Symptome. Ihr Testergebnis kam gestern. Trotz Atemnot und Schmerzen in der Lunge ist S’ Test negativ. Ab Montag gehen deshalb einige aus dem Team unter Einhaltung noch strengerer Maßnahmen wieder ins Büro.


M ist seit Dienstag siebzehn Wochen, Prinz drei Wochen tot. Direkt am Vormittag holte ich Prinz’ Urne ab. Mein Hundekind ist nun also wieder bei uns zu Hause. ❤ L und ich einigten uns darauf, dass Prinzi erst mal auf seiner Couch bleibt.
Mir ging es an diesem Tag und teilweise auch am Mittwoch nicht gut. Am meisten tat mir L leid. Ich schaffte es erstmals nicht, ihr gegenüber fair und ausgeglichen zu sein. Sie bekam leider einiges von meiner schlechten Stimmung ab. (Der Oma-Tag wurde diese Woche von Dienstag auf Donnerstag verlegt.) Überhaupt bin ich seit Sonntag Nachmittag etwas dünnhäutig. 😦 Zum Glück gibt es den ein oder anderen Menschen, der mir hilft, wenn es mir nicht gutgeht. Tausend Dank dafür. ❤

Gestern Vormittag erschien ich als einzige der dreißig Gläubiger der insolventen Gesellschaft, also meinem vorherigen Arbeitgeber zum Prüfungs- und Berichtstermin beim Amtsgericht Erfurt. Dort traf ich erstmals den Insolvenzverwalter, der entgegen meines bisherigen Eindrucks ziemlich cool zu sein scheint. Wir quatschten vor dem Termin ein paar (private) Worte. Der Rechtspflegerin sagte er im Termin, dass ein Insolvenzantrag zu keinem Zeitpunkt hätte eingereicht werden müssen. Das fand ich sehr interessant. Auch kann er die Handlungen des zweiten Geschäftsführers nicht verstehen.
Ernüchternd, aber auch nicht vollkommen überraschend war die Mitteilung an mich, dass ich keinen Cent von meiner Forderung sehen werde, weil ich das Erbe ausgeschlagen habe.

Was in den letzten fünf Tagen schön war:

Sport und Massage/Folter.
Gemeinsam mit meinem Bruder holte ich L am Montag Nachmittag aus dem Kindergarten ab. L war etwas überdreht und hatte scheinbar Probleme mit ihren Ohren, denn mein Bruder musste hin und wieder mit ihr schimpfen. Ich nutzte die L-Bespaßung für vier Arm- und vier Beinübungen. Anschließend quälte mich M mit seinem Massagegerät, welches Verspannungen am ganzen Körper löst. Das war schön und schrecklich zugleich.

Telefonat mit J.
Dienstag Mittag telefonierte ich anderthalb Stunden mit J. Wir sprachen über die Uni und träumten ein wenig von einer Zukunft ohne Corona.

Geburtstag.
Meine Mama hatte am Dienstag Geburtstag. Durch die Einschränkungen war der geplante Restaurantbesuch nicht mehr möglich, weshalb sie L und mich zum Essen einlud. Sie kochte für uns asiatisch.

Sport.
Es gibt nun eine neue Motivation für mich, weiterhin fleißig Sport zu treiben. Seit gestern bzw. indirekt vorgestern erwachte unsere Arbeitssportgruppe zu neuem Leben. Alle, die Bock haben, nehmen nun mit einem persönlichen Ziel teil. ich freue mich sehr, dass nahezu alle mitmachen. Das wird super!
Mittwoch Abend absolvierte ich nach Ewigkeiten Level 1 von Jillian Michaels Shred. Gestern joggte ich gemeinsam mit meinem Bruder.

Gesellschaftsspiel.
Den gestrigen Abend verbrachte ich bei meinen Eltern. (L war bei Ms Mama.) Mein Papa erfand in den 90ern ein eigenes Gesellschaftsspiel, welches wir gestern nach unglaublich vielen Jahren Pause alle gemeinsam spielten. Über drei Stunden kämpften wir um den Sieg. Mein Bruder schaffte es letztendlich, den König zu stürzen, und gewann somit das Spiel.

Schuhkauf.
Heute kauften L und ich gemeinsam mit meiner Mama zwei Paar Winterschuhe für L. Ls Füße wurden dafür neu vermessen. Sie hat schon Größe 27! Wir waren keine zehn Minuten in dem Laden. Im Anschluss spielten wir noch mit meinem Bruder auf dem Spielplatz am Hirschgarten.

Tagebuch – Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November 2020

Alltagsschnipsel

Freitag, 30. Oktober 2020

Mein Bruder hatte Geburtstag. Gleich nachdem ich L viertel vor acht in den Kindergarten brachte, machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof und fuhr in einem komplett leeren Abteil zweieinhalb Stunden nach München. 


Kurz nach um elf holte mich mein Bruder vom Münchener Hauptbahnhof ab. Wir besichtigten zuerst sein Office. Dort lernte ich die übrigen Mitglieder seiner Band SHRX (wird Sharks ausgesprochen) kennen … und erhielt zusammen mit der Freundin eines Bandmitglieds ein Privatkonzert. Das war schon ziemlich cool, aber für uns und die Jungs vermutlich auch etwas unangenehm. Denn wir saßen nur knapp zwei Meter von ihnen entfernt. Nach dem Intro und dem ersten Song hatten wir uns allerdings aneinander gewöhnt und es wurde von Song zu Song normaler, so nah beieinander zu sein.

Mit dem Taxi fuhren wir am Mittag aus München raus. Nach einer dreißigminütigen Fahrt hielten wir bei einem super coolen Gasthaus in Baiernrain. Ich bezog mein Einzelzimmer (nachdem ich das mir und dem Sänger angebotene Doppelzimmer ablehnte 😉 ) und warf mich in Schale … oder besser in Tracht.


In der Bauernstube traf ich schließlich auf das Covid-19 negativ getestete Team. (Wir saßen den Nachmittag und Abend über auf vier Tische verteilt, durften den Platz nicht wechseln, trugen beim Verlassen der Stube den Mund-Nasen-Schutz und saßen mit viel Abstand zueinander.)

Das Essen war der Hammer! Ungefähr die Hälfte ernährte sich wie ich vegan/vegetarisch und dementsprechend waren die Mahlzeiten ausgewählt worden.


Am Abend machte mir eine Kollegin meines Bruders ein Kompliment. Sie und die anderen Mädels bewunderten schon die ganze Zeit über meine starke Ausstrahlung. (Ich kann mit Komplimenten noch nicht umgehen, bin aber dabei, das zu lernen.) Nachdem ich zu der Einsicht kam, dass sie das Gesagte ernst meinte und sich nicht über mich lustig machte, freute ich mich den ganzen restlichen Abend, eigentlich seitdem sehr darüber. ❤

Samstag, 31. Oktober 2020

Gegen Mitternacht schlief ich ein und erwachte erst kurz vor acht. Ich konnte also super gut schlafen.

Nach dem ausgiebigen und leckeren Frühstück spazierten wir zu viert in der warmen Sonne zum Nachbarort Lochen. Unterwegs begegneten wir einem Fuchs (ich bin einem Fuchs noch nie so nahe gekommen), einem Dackel, der uns ein Stück des Weges begleitete, und einer Katze.


Als wir um die Mittagszeit wieder zurück bei der Gaststube waren, fuhren zwei Rettungswagen mit Blaulicht und wenig später ein Polizeiwagen und der Notarzt vor. Einer der Gäste sei wohl ohnmächtig geworden. Ich brauchte ein paar Minuten, um das flaue Gefühl in meinem Bauch unter Kontrolle zu bringen. Ich stellte kürzlich fest, dass mich auch Rettungswagen triggern. Mein Bruder hatte als einziger schon wieder Hunger und bestellte sich eine Brotzeit, ehe wir gegen 14:00 Uhr mit dem Taxi zurück nach München fuhren.

Ich stellte meinen Koffer in der Wohnung meines Bruders ab und machte mich mit ihm gleich wieder auf in Richtung Theresienwiese. Um Menschenkontakte auf engstem Raum zu vermeiden, liefen wir mehrere Stunden durch München. Das war wirklich sehr schön, da wir uns dabei auch gut und viel über wichtige Themen unterhalten konnten. Bei einem Thema, das mich schon länger beschäftigt, konnte er mich sogar aufbauen.

Am Abend bestellten wir überteuertes, aber unglaublich leckeres Deluxe-Sushi.

Sonntag, 1. November 2020

Ich schlief auch diese Nacht richtig gut. Wach war ich allerdings schon halb acht rum. Als mein Bruder kurz vor neun kam, stand ich auf.

Am Vormittag fuhren wir gemeinsam mit dem Zug zurück nach Erfurt und wurden von unseren Eltern mit einem leckeren Essen begrüßt. Meine kleine L holte ich gegen 15 Uhr vom größeren Spielplatz im Stadtpark ab. Ms Mama ließ die letzten Tage mit L Revue passieren, berichtete aber über viel Spaß und ein liebes Kind. Als L und ich wieder bei meinen Eltern waren, spielte sie den Rest des Besuchs mit ihrem Onkel oder futterte Kuchen und Kartoffelsalat.

Tagebuch – Unsere Woche vom 28. bis 29. Oktober 2020

Alltagsschnipsel

Das ist das erste Mal, dass mich die Zeitumstellung tangiert. Ich erwachte gestern und heute jeweils kurz vor halb sechs. (Mein Wecker klingelt erst um sieben.) Die Zeit bis zum Aufstehen bekam ich glücklicherweise sinnvoll und produktiv herum.

Längst nicht mehr daran geglaubt, deshalb umso überraschter: Die Arbeiten an unserem neuen geplanten Zaun gingen gestern weiter. Nun fehlt streng genommen nur noch der Zaun selbst. Aber ob der in diesem Jahr noch kommt, steht in den Sternen …

Ms roter 540er BMW wurde heute Vormittag aus der Garage beim Büro abgeholt. Und obwohl ich keinen Bezug zu diesem Fahrzeug habe, musste ich (erneut) ein paar Tränen verdrücken – mitten in unserem Management Weekly. Wie unangenehm.

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Spielzeit.
Gestern waren L und ich erst kurz nach 17 Uhr zu Hause. Zu tun hatte ich im Haushalt nichts, also setzte ich mich einfach zu L ins Kinderzimmer. Wir spielten Kindergarten (L war die Erzieherin, ich L). Während dieses Spiels war es mir sogar gestattet, Lego zu bauen.

Telefonat mit meinem Bruder.
Nach der Pressemitteilung telefonierte ich am Mittwoch Abend mit meinem Bruder. Deutschlandweite Einschränkungen gelten ab 2. November, das heißt NACH meinem geplanten Wochenende in Baiernrain und München. Alle seine Kollegen und mein Bruder selbst wurden negativ auf Covid-19 getestet. Ich werde somit Freitag wie geplant fahren.

Lauftraining.
Am Morgen suchte ich meine Laufsachen zusammen und nahm sie mit ins Büro. Kurz vor fünf startete ich heute Abend direkt vom Office aus eine kleine Runde. Die spontan gewählte Laufstrecke war gut. Ich kam heute auf vier Kilometer in siebenundzwanzig Minuten.

Abendessen.
Meine Eltern holten am Nachmittag L vom Kindergarten ab. Nach dem Laufen kam ich am Abend hinzu, duschte kurz und futterte die Nudeln mit Tomatensoße mit. Als L und ich kurz nach halb acht wieder zu Hause waren, packte ich meinenKoffer für München und Ls Rucksack für ihr bevorstehendes Oma-Wochenende.

Tagebuch – Unsere Woche vom 26. bis 27. Oktober 2020

Alltagsschnipsel

Unser Team-Weekly nutzten wir gestern Vormittag zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Menschen nimmt nun auch in Thüringen massiv zu. Immer mehr Regionen werden zu Risikogebieten erklärt. Ein Drittel des Teams befindet sich ab heute für unbestimmte Zeit ausschließlich im Homeoffice. Dass wir durch den Neustart einige Mitarbeiter verloren hatten, kommt uns nun zugute. Alle anderen Teammitglieder können sich nun so auf die Büroräume aufteilen, dass jeder alleine sitzt. Auf den Gängen werden wir noch akribischer auf den Mindestabstand achten als bisher. Gemeinsame Pausen und Besprechungen im Konferenzraum werden eingeschränkt, im besten Fall vermieden. Sobald in Erfurt die Warnstufe Rot verkündet wird, müssen mein Kollege/Freund M und ich noch strengere Regeln finden. Mir blutet das Herz! 😦

Wie bereits erwähnt, leide ich seit ein paar Wochen unter Schlafstörungen. Medikamente oder ärztlicher Hilfe bedarf es meines Erachtens noch nicht. Ich liege pro Woche maximal zwei oder drei Nächte wach. Das geht also noch.

Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich leugnen, dass ich ungefragt/ungewollt/ungeahnt in eine (kleine) Lebenskrise geraten bin. Verständlich ist diese allemal, aber dieser Zustand ist unglaublich lästig/anstrengend. Ich hoffe, ich finde schnell Antworten auf die aufkommenden Fragen, mit denen mich mein Kopf immer wieder überrascht. Ich vermute, diese Krise gehört zur Trauerarbeit dazu?!

M ist heute nun sechzehn und Prinz zwei Wochen tot … einerseits will ich schnell wieder glücklich sein und eine neue Liebe finden, andererseits bin ich genau deswegen voller Schuldgefühle. Solche Gedanken zur jetzigen Zeit sind mit Sicherheit falsch!

Was in den letzten zwei Tagen schön war:

Filzweihnachtsbaum.
Ich hatte ihn vor ein paar Tagen auf irgendeiner Website gesehen und fand ihn augenblicklich super toll. Montag Nachmittag hing ich den Filzweihnachtsbaum nun an die Tür. (Ich weiß, es ist zu früh.) L schmückte ihn gleich und hatte dabei viel Spaß. (Dieser Baum kann ohne großen Aufwand so oft neu geschmückt werden, wie man lustig ist.)

Telefonat mit J.
Gestern Abend telefonierte ich lange mit meiner Freundin J aus Dresden. Ihr erster Remote-Uni-Tag verlief leider nicht so wie erhofft, denn das Portal stand den Studenten wegen eines Systemausfalls nicht zur Verfügung. Dies war ihrer ohnehin schon kaum vorhandenen Motivation nicht sehr zuträglich.

Laub kehren.
Ich liebe den Duft frischen Herbstlaubs. Und ich liebe es, Laub zu kehren und einzusammeln. Das ist ohne Witz meine liebste Tätigkeit bei allen Arbeiten, die ein Garten so mit sich bringt. Die Dämmerung und Dunkelheit hielt mich heute nicht davon ab, den Rasen und den Zufahrtsweg vom Laub zu befreien. (L übernachtete wieder bei ihrer Oma.) Zwischendrin bekam ich sogar Besuch von einer Katze. ❤
(Bei dieser Tätigkeit kann ich meinen Gedanken nachhängen und nebenbei etwas gegen meinen Perfektionismus tun. Denn egal wie blattfrei der Rasen ist, sobald der Wind weht, sieht es aus wie vorher. 😉 )
Selbst belohnt habe ich mich natürlich wieder mit Sushi.