12 von 12 im Mai

Alltagsschnipsel

Ich möchte diesen Monat nutzen, um meine zahlreichen (Kirsch-)Blüten- und Naturbilder zu zeigen. Es gibt somit keine zwölf Bilder aus unserem heutigen Alltag, sondern eine kleine Fotostrecke mit Fotos aus den letzten Tagen.

Über diese Anblicke habe ich mich in den letzten Tagen sehr gefreut:


Für mich war heute ein ruhiger Tag. Am Morgen merkte ich, dass mein Kreislauf nicht so wollte wie ich. Deshalb verzichteten L und ich auf das Fahrrad und fuhren mit dem Auto zum Kindergarten. Ich begab mich direkt ins Home Office und arbeitete in aller Ruhe meine Aufgaben ab. Gegen Mittag ging es mir schon wieder besser.

Am späten Nachmittag machten J, L und ich einen kleinen Spaziergang zu den drei Quellen. L trinkt so gern das salzige Quellwasser. Als wir halb sechs am Abend wieder zu Hause waren, bestellten wir uns Sushi. ❤ Kurz nach acht brachte ich L ins Bett, las ihr wieder aus dem dritten Teil der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor und verkrümelte mich, als L schlief, zu J ins Bett.

Hanamifest mit Hindernissen

Alltagsschnipsel

Meine ehemalige Kollegin A lud L, J und mich vor einigen Wochen zum von ihr organisierten Hanamifest auf eine schöne Kirschplantage in der Nähe des kleinen Örtchens Burgtonna bei Gotha ein. 

Am letzten Apriltag war es schließlich so weit. Die Wettervorhersage passte, versprach zweistellige Temperaturen kurz vor zwanzig Grad Celsius und eine Regenwarnung erst für den späteren Abend.

Nach dem Aufstehen bereitete ich vegane Sandwichs zu und schaute, welche Knabbereien ich für das große Picknick noch so mitnehmen könnte. Schließlich wurden siebenunddreißig Personen, darunter elf Kinder erwartet. Drei Hunde sollten auch anwesend sein.

J, den L und ich vormittags am Hauptbahnhof einsammelten, fuhr mit dem Fahrrad noch Getränke und Zutaten für eine Bowl, die er im Anschluss zubereitete, ein. 

Mein Bruder, der aufgrund des achtzigsten Geburtstags unseres Opas an diesem Wochenende auch in Erfurt war, kam kurz nach elf Uhr zu Besuch und bastelte mit L eine neue Papierkrone. Gegen Mittag machte er sich auf den Weg in die Stadt. Wir räumten unser Picknick und ein Wikinger-Spiel ins Auto und fuhren los nach Burgtonna.

Am Ende eines sehr holprigen Feldweges trudelten wir halb drei gemeinsam mit drei anderen Fahrzeugen, darunter einem Wohnmobil, an einer schönen Stelle der Kirschplantage ein. Die Kirschblüten standen in voller Pracht. Wir beratschlagten gemeinsam in der Gruppe, ob wir direkt schon hier bleiben wollen (wollten wir) und wo unsere Picknickdecken ausgebreitet werden sollen (direkt zwischen zwei Kirschbäumen). Parallel versuchte ich L zu beruhigen, die große Angst vor einer verspielten Labrador-Hündin hatte.

Währenddessen untersuchte J, ob er (und andere?) im Laufe unseres Aufenthalts auf die (für mich morsch aussehenden) Kirschbäume klettern kann. Er hing sich an einen Ast. Als dieser stabil blieb, umklammerte er ihn auch mit den Beinen. Dann knackte es, der Ast gab nach und fiel gemeinsam mit J etwa zwei Meter in die Tiefe. J knallte mit dem Rücken/der Hüfte/den Rippen auf den Boden und bekam kurzzeitig keine Luft mehr. L verfiel sofort in Panik und weinte. Als dann noch jemand “Ruft den Notarzt” rief, war es bei ihr kurzzeitig vorbei. (Der Notarzt musste letztendlich nicht kommen.) Sie wurde sofort von einer anderen Mama getröstet, die näher bei ihr stand, während ich über J kniete und schaute, nachdem er wieder Luft bekam, ob sein Kreislauf stabil blieb. Ich kümmerte mich sogleich um die entsetzte L, behielt nebenbei den Hund im Auge und schielte immer wieder zu J herüber.

Während mittlerweile alle Menschen anwesend waren, ihre Picknickdecken ausbreiteten, das Buffet aufbauten, es sich gemütlich machten und L mit einem ein oder zwei Jahre älteren Mädchen spielte, fühlte ich mich kurzzeitig verloren. Sollten wir direkt wieder fahren und J in die Notaufnahme bringen? Er hatte große Schwierigkeiten beim Sitzen, Gehen, Liegen und Atmen. Wir entschieden uns, vorerst zu bleiben.

Als es J auch anderthalb Stunden später nicht besser ging, fuhr ich ihn nach Erfurt in die Notaufnahme des Helios Klinikums. L wollte auf dem Fest bleiben und mit ihrer neuen Freundin spielen. Ich versprach ihr, schnellstmöglich zurück zu sein. 

Dieses Versprechen wurde mir jedoch durch einen Unfall erschwert, der sich auf der Bundesstraße, kurz nachdem ich mit J in Richtung Erfurt fuhr, zugetragen haben muss. Nun waren beide Spuren (in Richtung Burgtonna und in Richtung Erfurt) gesperrt und kein Fahrzeug kam mehr durch. Ich wendete (so wie alle anderen auch) und hoffte, das Navi fände eine Alternativroute. Das tat es jedoch nicht. Ich wendete wieder, fuhr kurz vor die Unfallstelle und bog auf einen Feldweg ab (so wie alle anderen auch). So konnte ich den Unfall großzügig umfahren und mit “nur” einer halben Stunde Verspätung wieder bei den anderen auf der Kirschplantage sein. J wurde mittlerweile im Krankenhaus sogar schon geröntgt. (Gebrochen ist glücklicherweise nichts, aber J hat eine starke Rippenprellung davongetragen.)

Den holprigen Feldweg überlebte leider As Auto auf der Hinfahrt zur Kirschplantage nicht. Die Unterseite des Fahrzeugs wurde derart beschädigt, dass Öl auslief. Als ich nach der Notaufnahmefahrt wieder zurückkam, wurde ihr Auto gerade auf ein Abschleppfahrzeug des ADAC geladen. Kurz nach 20 Uhr fuhren L und ich A und ihre Tochter A nach Hause. Unterwegs ließ ich mich auf den neuesten Stand bezüglich unseres ehemals gemeinsamen Arbeitgebers bringen. Ich bin unendlich froh, vor vier Jahren gekündigt zu haben.

Gegen 21 Uhr holten L und ich J, der sicher über eine Stunde auf uns warten musste, vom Krankenhaus ab. Wir steuerten noch eine Nachtapotheke an und lösten Js Rezept ein. Zu Hause angekommen, brachte ich L gleich ins Bett, die sofort einschlief. Auch J schlief bereits, als ich ins Schlafzimmer kam.

Was für ein wilder Tag!

Hallo Mai!

Dies & Das

Im Mai werde ich …

… mit meiner Freundin J und meinem Bruder telefonieren 
… zur Physiotherapie gehen
… einen weiteren Termin bei der Kinderpsychologin wahrnehmen 
… den Geburtstag unserer Vermieterin C feiern
… die beiden Prachtrosellas meiner Eltern während ihres Urlaubs füttern 
… mit L die Kleinmesse in Leipzig besuchen 
… vielleicht am 29. Straßenfest in Connewitz teilnehmen 
… vier Tage Urlaub auf einem Campingplatz machen 
… mit L Fahrrad fahren und kurze Strecken joggen
… eventuell die neue Wohnung in Markkleeberg übergeben bekommen
… J in Leipzig besuchen und von ihm in Erfurt besucht werden 
… S gemeinsam mit J und L bei der Gartenarbeit helfen 
… L helfen, mit ihren Gefühlen besser klarzukommen 

Gedanken- und Alltagsschnipsel im April

Alltagsschnipsel

Seit Mitte April haben L und ich sowohl eine Wohnung als auch eine Grundschule in Markkleeberg bzw. Leipzig sicher. Umziehen werden wir direkt zu Beginn der Kitaschließzeit Mitte Juli. Ich freue mich über beides sehr, kann ich mich nun voll und ganz darauf konzentrieren, was in die neue Wohnung mitgenommen werden soll und was nicht. Auch ein paar Vorbereitungen hinsichtlich Ls Schuleinführung möchte ich noch treffen. Ein großes Event plane ich zwar nicht, aber einen schönen Tag möchte ich ihr dennoch gern bereiten.

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Anfang des Monats schleppten J und ich L zu ihrem ersten Fußballspiel mit. Es spielte Chemie Leipzig gegen Carl Zeiss Jena. (Erstgenannte Mannschaft gewann das Spiel.)

L war die Stadionatmosphäre nicht geheuer. Ihr machten die Fahnen, die Stadiongesänge und verständlicherweise auch die Rauchbomben Angst. Wir wechselten bereits nach wenigen Minuten vom Fan- in den Familienbereich. Das Gelbe vom Ei war es für L zwar immer noch nicht, aber wenigstens wollte sie von dort aus das Spiel bis zum Ende sehen. Ich hingegen war positiv überrascht, wie liebevoll der Familienbereich eingerichtet wurde.

J und ich sind uns einig, dass wir mit ihr beim nächsten Mal lieber zu einem ruhigeren Spiel in ein noch kleineres Stadion gehen wollen.

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Circa fünf Mal waren L und ich in unterschiedlichen Konstellationen auf dem Erfurter Altstadtfrühling anzutreffen. Mal waren meine Eltern mit dabei, mal Ls Kindergartenfreund K und sein Papa, mal Ls Opa väterlicherseits. L fuhr dieses Mal recht wenig Karussell. Sie hatte größere Freude bei den unterschiedlichen Buden. Am liebsten angelte sie Enten, warf mit Dartpfeilen auf Luftballons beziehungsweise mit Bällen auf Umklapptafeln oder wollte losen. Wir konnten Ls Kuscheltierbestand von 160 auf knapp 170 ausweiten.

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Die zurückliegenden Ostertage waren für mich sehr entspannt.

Den Karfreitag verbrachten wir mit Ls Oma M. Wir aßen gemeinsam ein von M zubereitetes Mittagessen, ließen L im Garten erste Osterkörbchen suchen, machten bei ein paar Folgen „Michel aus Lönneberga“ Mittagsruhe und gingen am späten Nachmittag auf den Friedhof.

Am Samstag grillten wir um die Mittagszeit bei meinen Eltern. Zuvor durfte L wieder suchen, ob der Osterhase bereits Süßigkeiten und Kleinigkeiten versteckt hatte. (Hatte er.)

Direkt nach dem Grillen fuhren wir knapp zweieinhalb Stunden in Richtung Lauf an der Pegnitz zu J und seinen Eltern. In den vier Tagen unseres Aufenthalts wurde gebruncht, generell unglaublich viel gefuttert, im Garten nach Osterkörbchen gesucht, gepuzzelt, geboult, gejoggt, musiziert, spaziert und in der Sonne im Liegestuhl entspannt.

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Ich habe meine neue Herausforderung oder vielmehr Aufgabe gefunden: L im Umgang mit ihren (negativen) Gefühlen helfen.

In gewisser Weise tue ich das bereits durch die einmal monatlich stattfindenden Termine bei der Kinderpsychologin. Das war und ist ein sehr guter Anfang für L und mich.

L erwischte mich nämlich in der ersten Nacht in Lauf bzw. am Morgen danach eiskalt, als ich sah, dass sie sich offenbar nachts ihr Gesicht zerkratzt hatte, weil irgendetwas nicht so verlief wie sie es sich wünschte. (J, L und ich schliefen in einem Raum, aus Platzgründen allerdings nicht alle im selben Bett. Diese Nacht war für alle im Haus der absolute Horror.)

Als wir nach den freien Tagen wieder zu Hause waren, überlegten L und ich uns gemeinsam ein erstes Mantra. L hatte direkt eine richtig gute Idee. Mantra eins steht somit fest. Wir werden aber mindestens noch ein weiteres etablieren.

Mir ist es sehr wichtig, dass sie lernt, ihre Gefühle zu kontrollieren. Wenn sie bereits mit sechs Jahren erste Anzeichen eines selbstverletzenden Verhaltens aufweist, kann ihr und mir das spätestens in der Pubertät richtig auf die Füße fallen. Ich werde mein bestes tun, ihr zu helfen.

12 von 12 im April

Alltagsschnipsel

Auch in diesem Monat wollte ich wieder an der Aktion „12 von 12“ teilnehmen. Am 12. eines Monats werden 12 Bilder im Laufe des (All-)Tages gemacht und anschließend im Blog gezeigt. Verlinken könnte ich das auf einem anderen Blog … aber dafür bin ich dann doch zu faul. 🙂

Aufgewacht und aufgestanden sind L und ich heute Morgen um kurz nach sieben. Unsere morgendliche Routine beinhaltet den Gang ins Bad mit der sogenannten Morgentoilette, aber natürlich auch die Zubereitung des Frühstücks. L bekam ein Vollkorntoast mit Margarine und Heidelbeermarmelade, ich bereitete mir für die Arbeit Haferflocken mit Obst und Sojajoghurt zu. Da ich aktuell wieder meine Kalorien tracke, kommt meine Küchenwaage täglich zum Einsatz.


Als L im Kindergarten war, fuhr ich zum Parkplatz in der Nähe des Büros und erfreute mich an dem schönen kurzen Arbeitsweg entlang von Kirchen und Gewässer. Seit gestern Nachmittag haben wir nun auch endlich wieder einen Obstkorb für alle Mitarbeiter. Es hatte sich einfach viele Monate lang wegen der Corona-Pandemie nicht gelohnt. Nun kehren aber doch wieder mehr zurück ins Büro, weshalb ich vergangene Woche eine Bestellung auslöste. Mit der Wahl des Obstes bin ich sehr zufrieden. Wir werden uns nun also wieder regelmäßig Obst liefern lassen.


Ich führte heute zwei Mitarbeitergespräche. Anfang Mai habe ich dann wieder einmal mit jedem gesprochen. Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut, wie viel guten Input jede*r mitgibt.

Da immer noch nur eine Erzieherin in Ls Bereich verfügbar ist, holte ich sie kurz vor 16 Uhr ab. Heute fuhren wir direkt nach Hause und verbrachten den Nachmittag im Garten und in der Wohnung. Durch den fehlenden Fernseher räumte ich im Wohnzimmer die Möbel lustig durch die Gegend. Ob das nun final so bleibt, weiß ich noch nicht, aber es gefiel mir für den Moment gut.


L blieb in ihrem Sommeroutfit bis abends draußen im Garten und unterhielt sich mit unserer Vermieterin C. Ich nutzte die Zeit und hing Wäsche auf und kochte uns Abendessen. (In den letzten Tagen war ich leider nicht motiviert genug, um uns ein warmes Abendessen zuzubereiten. Beziehungsweise waren L und ich auch selten vor um acht zu Hause. Umso erfreulicher, dass ich heute Abend Zeit und Lust dazu hatte.) L und ich aßen wenig später in Ruhe im Esszimmer bei einem Räucherstäbchen und Conni-Hörspiel.


Während L nach dem Essen ein wenig fernsehen durfte, nutze ich die Zeit für Ostervorbereitungen. Ebenso arbeitete ich an einem Buch weiter, das ich L zum 18. Geburtstag schenken will. Meinen täglichen Planer brachte ich auch auf den aktuellen Stand.


Gegen 21 Uhr wanderte L schließlich ins Bett. Ich lieg seit einer halben Woche nicht mehr neben ihr im Bett, sondern nutze den Kuscheltiersack davor, um es mir so gemütlich zu machen wie es irgendwie geht. (Es ist unglaublich ungemütlich.) Ich bin auch mit dieser Einschlafbegleitmethode nicht so happy. Zwar schläft L irgendwann alleine in ihrem Bett ein und ich kann mich problemlos aus dem Zimmer schleichen, nachdem ich meine Duolingo-Übungen gemacht und ein paar Minuten eines Films geschaut habe, aber wirklich freie Abendzeit für mich hatte ich in den vergangenen Monaten bisher nur zwischen fünf und fünfundzwanzig Minuten.

Auch heute wachte sie weinend nach nicht mal einer halben Stunde, nachdem ich aus ihrem Zimmer raus war, wieder auf und kam zu mir ins Bett gekrochen. Ich habe aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit (circa 22:30 Uhr) auch keine Muße mehr, noch mal auf dem Kuscheltiersack Platz zu nehmen und wieder zu warten bis sie schläft. Es muss doch eine andere Lösung geben. 😦

Ein Wochenende im April

Alltagsschnipsel

Freitag, 8. April 2022

Drei von vier Erzieherinnen in Ls Doppelgruppe wurden am Dienstag positiv auf Corona getestet. Aus diesem Grund durften ab Mittwoch nur noch Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen, die einer Arbeit nachgehen. Um die Einzelkämpferin zumindest ein wenig zu entlasten, holte ich L am Freitag bereits um halb drei ab. 

Zu Hause hatte ich einiges zu tun. Zuerst kümmerte ich mich um die kürzlich im Gartenmarkt gekauften Pflanzen und verschönerte unseren Eingangsbereich. L spielte derweil mit ihren Puppen und dem Bollerwagen im Garten. Ich verteilte anschließend die restliche frische Erde auf alle Zimmerpflanzen in der Wohnung, düngte und goss sie und brachte drei Pflanzenstäbe an. Das war längst überfällig und ich behaupte, die Pflanzen haben sich sehr darüber gefreut.

Für die Kindergeburtstagsfeier am nächsten Tag buk ich einen Schokoladenkuchen. Auch wenn der Marshall-Tortenaufleger an einigen Stellen bereits gebrochen war, stellte mich das Ergebnis zufrieden. Den Kindern wird das sicher auch nichts ausmachen.


Unseren Fernseher, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber noch gut in Schuss ist, habe ich an meine Eltern verkauft. L ist die einzige, die ihn nutzt. Fernsehen kann sie allerdings auch über meinen Laptop oder das Tablet. Ich möchte außerdem unsere neue Wohnung ohne Fernseher einrichten. Da meine Eltern das Gerät schon am Sonntag abholen wollen, richtete ich endlich meinen Arbeitsplatz im Arbeitszimmer ein, verband den Laptop mit dem Monitor und schaute zum Schluss noch nach dem Ton. Nun kann L ihre Serien und Filme vom Arbeitszimmer aus schauen. Um meinen externen CD- und BluRay-Player kümmere ich mich in Kürze.


Seit Donnerstag verläuft Ls Einschlafbegleitung auf Anraten der Kinderpsychologin und aufgrund meiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse anders. Ich lege mich nun nicht mehr mit zu ihr ins Hochbett, sondern mache es mir vor dem Bett gemütlich. Wenn L eingeschlafen ist, kann ich mich so leichter aus dem Kinderzimmer stehlen. Die Veränderung führte am ersten Abend zu ein paar Tränen, dennoch fiel Ls Reaktion nicht ansatzweise so intensiv aus wie von mir erwartet. Und es funktionierte: Sie wachte nicht auf, als ich ihr Zimmer verließ. Freitagabend stellte sie dieses neue Vorgehen schon gar nicht mehr infrage. Ich würde mich freuen, wenn sie sich schnell an die neue Situation gewöhnt.

Samstag, 9. April 2022

Viel zu früh um kurz nach halb sieben wachte ich gestern Morgen auf. Draußen ging gerade die Sonne auf. Ich nutzte die Zeit, in der L noch schlief, und schaute meinen am Vortag begonnenen Star Wars Film zu Ende. Als L schließlich auch erwachte, kuschelten wir noch zwei Stunden lang im Bett herum und schauten über die ZDF App je eine Folge Bibi Blocksberg und Bibi und Tina.

Nach dem Frühstück nahmen wir die letzten Geburtstagsfeiervorbereitungen in Angriff: Innen- und Außendekoration anbringen, Tische decken, Knabbereien heraussuchen, Spiele und Preise sortieren, Wohnung grob säubern und Ls Kinderzimmer aufräumen. Ich ging noch fix duschen und ruhte mich ein wenig aus. 


Zehn nach 14 Uhr traf Ls bester Freund K ein. Zehn Minuten später kamen zwei weitere Jungs und zum Schluss Y mit seinen Eltern. Ich war beiden sehr dankbar, dass sie die ganze Zeit der Feier unterstützend mit dabei waren, denn ich hatte die Lautstärke von fünf aufgeregten Kindern und die Eigendynamik ein wenig unterschätzt. In den folgenden fünf Stunden futterten wir Schokoladenkuchen am Nachmittag, Pommes und (vegane) Wiener Würstchen am Abend, spielten Sack hüpfen, Eier laufen und Topf schlagen, veranstalteten ein Schaumkusswettessen, bauten die Carrera-Rennbahn auf und wechselten aufgrund des Aprilwetters mindestens drei Mal zwischen Wohnung und Garten. Die Zeit verging wirklich wie im Fluge und ich behaupte, L und ihre vier Jungs hatten Spaß.


Halb acht war es wieder ruhig. L durfte noch ein wenig fernsehen. Ich räumte die Wohnung auf und ruhte mich noch etwas aus, ehe ich L mit der neuen Einschlafbegleitmethode ins Bett brachte.

Ich begann die nächste Episode von Star Wars und verließ kurz vor 22 Uhr Ls Zimmer. Gerade als ich selbst das Licht ausmachen wollte, hörte ich Ls Schritte. Sie träumte offensichtlich noch, denn sie redete. Sie lief vom Flur schnurstracks in den Wintergarten aka Esszimmer. Ich rief sie. Sie reagierte auch darauf und kam nach Aufforderung in mein Bett gekrabbelt. Dort schlief sie direkt weiter. Ich fand diese Situation unglaublich gruselig.

L ist also eine Schlafwandlerin. Ich hatte bereits in der Quarantäne so einen Verdacht und diesen nun bestätigt bekommen. Über Doktor Google erfuhr ich, dass Schlafwandeln vererbt wird. Meine Mama ist ebenfalls eine Schlafwandlerin. Schauen wir mal, ob sich das verwächst oder ob es ein Teil von L bleibt.

Sonntag, 10. April 2022

Geschlafen haben wir heute bis kurz vor acht. Wie gestern auch standen wir nicht gleich auf, sondern schauten den Yakari Kinofilm. Zum Frühstück gab es ein Stück Schokoladenkuchen für jeden.

Am Vormittag kamen meine Eltern. Mein Papa stöpselte den Fernseher ab und wir fuhren ihn gemeinsam in die Wohnung meiner Eltern. Meine Mama passte derweil auf L auf. Die Aktion dauerte nicht lange. Schon am Mittag gingen wir zu viert noch mal auf den Rummel. L gewann wieder drei Kuscheltiere, eine Wackelente und eine Puppe.

Als wir am frühen Nachmittag wieder zu Hause waren, ruhte ich mich ein wenig aus. Ich konnte sogar etwas Mittagsschlaf machen. L hörte nebenbei leise ein Hörspiel (und futterte Süßigkeiten).

Auf Ls Wunsch hin aßen wir um vier eine Portion Nudeln mit Tomatensoße. Anschließend kaufte ich in ihrem Laden ein. Gegen 17 Uhr war es Zeit für die Badewanne. L durfte heute erstmals ihren neuen Fernsehplatz ausprobieren, während ich die Zeit nutzte und mit meiner Freundin J telefonierte.

Während der Einschlafbegleitung schaute ich meinen Star Wars Film zu Ende.

Hallo April!

Dies & Das

Im April werde ich …

… meinen Papa in einen Gartenmarkt begleiten und auch für unsere Pflanzen das ein oder andere kaufen
… mit L an einem oder zwei Wochenenden nach Leipzig fahren 
… und dort ein Fußballspiel ansehen
… und eventuell S erstmals bei der Arbeit in ihrem Garten helfen
… und hoffen, dass L der Garten auch so gut gefällt wie J und mir
… mehrmals den Erfurter Altstadtfrühling besuchen 
… hoffentlich mehr als einmal die Physiotherapie aufsuchen können 
… den zweiten Termin bei der Kinderpsychologin wahrnehmen 
… Ls Kindergeburtstag mit vier Jungen feiern
… einen Teil des Osterfestes in Lauf an der Pegnitz verbringen 
… zwei Geburtstage, darunter einen 80., feiern
… L erst kurz vor halb fünf aus dem Kindergarten abholen, da die Öffnungszeiten wieder normal(er) sind
… und dadurch produktiver auf Arbeit sein
… mit meiner Freundin J und meinem Bruder telefonieren 
… weiter im Keller ausmisten und mich über die Fortschritte freuen

Gedanken- und Alltagsschnipsel im März

Alltagsschnipsel

Rein zufällig und aus einer Laune heraus googelte ich Mitte Februar nochmals nach Ls Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Was auch immer ich im Sommer 2020 diesbezüglich im Internet fand, wurde auf keiner der Websites mehr erwähnt. Verwirrt und leicht hoffnungsvoll schrieb ich direkt eine E-Mail an unser hiesiges Jugendamt und schilderte knapp unseren Fall (Halbwaise durch den Tod des Vaters, Erbausschlagung und keine Halbwaisenrente). Nur wenige Stunden später rief mich eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zurück und bestätigte mir, dass L Unterhaltsvorschuss zusteht. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das für L und somit auch für mich freut. Das macht es uns doch ein wenig leichter in Zukunft.


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Ich habe mich entschieden: Die vierte Sprache, die ich nun auf Duolingo lerne, ist Schwedisch. Einige Lektionen habe ich bereits absolviert. Ich habe gut reingefunden und es macht mir Spaß, die Mischung aus Englisch, Deutsch und was auch immer zu erlernen. Anfang Juni fahren L, J und ich gemeinsam mit meiner Freundin J und ihrem J nach Schweden. Bis dahin kann ich sicherlich noch einige Wörter mehr.


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Für besagten Urlaub in Schweden haben wir bereits ein schönes großes Haus mitten im Nirgendwo Nahe Oskarshamn gebucht. L, J und ich werden auf der Fähre von Deutschland nach Schweden und zurück übernachten. Das macht es entspannter. Wir wollen unbedingt das Meer, einen Elchpark und Astrid Lindgrens Welt sehen. Ansonsten steht Erholung und Entspannung auf dem Plan. Ich freu mich schon riesig darauf. ❤


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Über Pfingsten werden L, J und ich drei Nächte auf einem Campingplatz verbringen. Ich hoffe auf gutes Wetter, auch wenn wir dieses Mal nicht in einem Zelt, sondern einer Blockhütte übernachten werden. (Dieses Jahr steht Erholung und Urlaub im Vordergrund.)


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Mitte März besuchte ich erstmals seit X Jahren wieder ein Konzert, welches nicht unter freiem Himmel stattfand. Gemeinsam mit J und einigen anderen genoss ich unter strengen 3G-Regeln die Musik der britischen Band Maybeshewill im Felsenkeller in Leipzig und fühlte mich wieder wie ein Teenager. Es war wirklich wunderschön, auch wenn es sicherlich merkwürdig ist, bei einem Konzert die ganze Zeit über eine FFP2-Maske zu tragen.


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Einen Monat hatte ich mit teils starken, teils aushaltbaren Stresssymptomen zu kämpfen, die mich Mitte Februar unvorbereitet und total unerwartet trafen. Wirklich gut oder sehr gut geht es mir erst seit dem Wochenende im Rhön Park Hotel Aktiv Resort.

Ich hoffe, dass ich es nun dauerhaft schaffe, Stress zu reduzieren. Ich werde die Zeit nutzen und alles dafür in die Wege leiten. Ich werde mir Unterstützung und Hilfe suchen, sofern möglich, und an mir selbst arbeiten, entspannter und gelassener zu werden. Mir machte diese körperliche Schwäche in den schlimmsten Phasen/Schüben große Angst. Ich möchte das in dieser Intensität nicht noch mal erleben.


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Die Wohnungssuche in Leipzig läuft an. Es werden nun immer mehr Inserate für frei werdende Wohnungen im Sommer veröffentlicht. Ich bin sehr gespannt, in welchen Stadtteil es L und mich letztendlich verschlägt.


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Da ihr jemand kurzfristig absagte, hatte ich im ersten Drittel des März‘ das große Glück, mit Ls Kinderärztin, die gleichzeitig auch eine Kinder- und Jugendpsychologin ist, über Ls teilweise merkwürdiges Verhalten zu sprechen. Dieses einstündige Gespräch, das ich mit ihr alleine führte, war sehr gut. Es tat gut, eine neutrale Sicht zu erhalten, und jemanden zu haben, der zuhört und das Gesagte direkt einordnen kann.

Die Ärztin sieht den größten Fokus überraschenderweise auf mehr Zeit für mich. L kann es zum Beispiel nicht ertragen, wenn ich sitze und nichts tue. Wusle ich in der Wohnung umher und mache Hausarbeit, stört sie das überhaupt nicht und spielt. Die Ärztin schlug vor, mit L im Alltag kleine Verabredungen zu treffen. Ich habe nun also eine Eieruhr gekauft. Beginnen werde ich mit fünf oder zehn Minuten, in denen ich ihr sage, dass jetzt Mama-Zeit ist. Sobald es klingelt, treffen wir uns wieder und machen Aktivität X wieder zusammen. Ich bin gespannt, ob das funktionieren wird und ab wann ich eine halbe Stunde einfach mal nichts machen darf. 🙂 Ebenso soll ich mir (vor allem dann in Leipzig) einen oder zwei Babysitter suchen und den Großelterndienst kontaktieren. Sie hält unseren geplanten Umzug für sehr sinnvoll, können wir so Abstand zu den Geschehnissen gewinnen und neue Eindrücke sammeln.

Update aus der Isolation

Alltagsschnipsel

Nachdem J und mein Schnelltest am 22. März 2022 positiv war, begaben wir uns einen Tag später zum Testzentrum, um einen PCR-Test machen zu lassen. L blieb natürlich bei uns zu Hause und besuchte die ganze Woche über nicht den Kindergarten. Das war auch gut so, denn am Freitag war sie schlaff, müde und klagte über Gliederschmerzen. Ihr Schnelltest war auch innerhalb von Sekunden positiv. Sie hatte sich bei J und/oder mir angesteckt und meine Theorie, sie hätte es vom Kindergarten mitgebracht, war hinfällig.

Glücklicherweise ging es ihr am Samstag schon wieder gut. Dennoch machten wir beide uns nochmals auf den Weg zum Testzentrum, um bei ihr erst einen Schnelltest und bei positivem Ergebnis einen PCR-Test machen zu lassen. Allerdings hatten die Mitarbeiter im Testzentrum so gar keine Lust, einen Abstrich bei einem Kind zu machen, aus Angst, sie könnte erbrechen, und schickten uns unverrichteter Dinge wieder fort.

Heute Morgen machte erst J einen Schnelltest (positiv), danach ich (negativ). Im Kindergarten rief ich an und teilte mit, dass L nun vermutlich auch Corona hat. Wir wurden gebeten, einen PCR-Test machen zu lassen. Somit fuhren L und ich am Nachmittag erneut in ein Testzentrum. Hier wurde ihr ein Abstrich aus dem Rachenraum entnommen. Ihr Schnelltest war überraschenderweise negativ. Ich ließ mich wieder freitesten, denn auch der Schnelltest im Testzentrum war negativ. Ich habe es überstanden!

L lasse ich dennoch noch mindestens eins, zwei Tage hier bei J und mir, denn so richtig geheuer ist mir das Ergebnis des Testzentrums nicht. Ich habe mit ihr noch mal einen Schnelltest im Nasenbereich gemacht, der innerhalb von Sekunden positiv war. Ich weiß nicht, was nun stimmt …

Was wir in der Isolation treiben, halte ich im Folgenden kurz fest. Darunter sind auch einige Beispiele, warum uns die Quarantäne „guttut“ … 🙂

Wir laufen auf dem Grundstück mehrere Runden um das Haus herum, um a) ein wenig Bewegung zu haben und b) ein paar Schritte zu erzielen. Dabei freue ich mich jedesmal sehr über die vielen Frühlingsblumen.

Wir malen viel mit Kreide und machen ein bisschen Sport.

Wir singen lautstark unsinnige Lieder und dichten erfundene und sehr fragwürdige Texte dazu.


J und ich haben mit einem 1000 Teile Puzzle begonnen, das ich vor ungefähr siebzehn Jahren von meinen Eltern geschenkt bekommen habe. Soweit wie jetzt bin ich bei diesem Puzzle noch nie gekommen.

L läuft auf dem Dach der Garage herum.

Ich habe L schon zwei Conni-Bücher, die sie zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, vorgelesen.

Wir haben eine Minion Lebkuchenstadt errichtet. (In der Adventszeit und an Weihnachten fanden wir einfach keine Zeit hierfür.)


Wir spielen nahezu täglich das Neinhorn-Kartenspiel.

Manchmal arbeiten wir vom Bett aus.

L hat allmählich verstanden, dass nichts schlimmes passiert, sich hin und wieder selbst zu beschäftigen, während J und ich arbeiten.


Es werden Türen geknallt – ausschließlich von L.

Es gab bisher ein, maximal zwei Nächte, die wirklich ruhig verliefen. Was auch immer gerade mit L los ist, möge schnell ein Ende finden und vorbeigehen. Ich brauche meine nächtliche Ruhe!

Ls sechster Geburtstag …

Alltagsschnipsel

… verlief so ganz anders als geplant! Aber Pläne sind bekanntlich dafür da, um über Bord geworfen zu werden, habe ich mal gehört.

Dabei fing der Tag sehr gut an. Um kurz vor sieben wachte ein sehr aufgeregtes Geburtstagskind auf und begab sich mit mir direkt auf den Weg zu ihrem Geschenketisch. Über alle meine Geschenke freute sie sich sehr, am meisten aber über das rote Kuscheltier. Den Hund Clifford wünschte sie sich bereits, seit wir den Kinofilm zusammen gesehen haben.


Um viertel nach acht ging L mit zahlreichen Paw Patrol Muffins und Knabbereien für alle Kinder ihrer Gruppe in den Kindergarten. Dort fand mit den Kindern und Erzieherinnen eine kleine Feier für sie statt. An einer halben Stunde Musikschule nahm sie ebenfalls teil.


Wegen leichter Halskratzen machte J am Vormittag einen Schnelltest, der leider positiv war. Da wir seit dem Freitag zusammen waren, machte ich ebenfalls einen Test. Auch dieser war innerhalb von Sekunden positiv, ein zweiter ebenfalls. Wir begaben uns direkt in eine Apotheke, um einen offiziellen Schnelltest machen zu lassen.

Als auch hier das Ergebnis bei uns beiden positiv war, kullerten bei mir ein paar Tränchen. Dieser Geburtstag sollte der erste seit zwei Jahren sein, der nicht von Covid-19 geprägt ist. Am Nachmittag sollten die Großeltern kommen. Mein Bruder und seine Freundin saßen bereits im Zug auf dem Weg nach Erfurt und wollten auch bei uns übernachten. Und am Samstag war die erste Kindergeburtstagsfeier geplant. Mir tat L, die noch nichts davon ahnte, unglaublich leid.

Ich sammelte L um 14 Uhr vom Kindergarten ein, teilte ihrer Erzieherin unsere Situation mit und sagte L, dass ich Corona habe. Wider Erwarten reagierte sie unglaublich erwachsen. Nachdem ich ihr versicherte, dass wir ihre Kindergeburtstagsfeier auf jeden Fall nachholen, sobald ich wieder gesund bin, war die Sache für sie erledigt.

Das Wetter war zum Glück frühlingswarm und sonnig. Keiner unserer Nachmittagsgäste ließ sich von unseren positiven Schnelltests abschrecken. Alle schienen auf ihre Booser-Impfung zu vertrauen. Ausschließlich draußen, mit meterweiten Abständen zwischen den Gartenstühlen, zwei maskentragenden Menschen (J und ich) und einem negativen Schnelltest bei L bekam das Geburtstagskind ihren Besuch. Mein Bruder und seine Freundin übernachteten aber sicherheitshalber in einem Hotel.

Ich bin meiner Familie sehr dankbar, dass sie L diesen schönen Nachmittag bereitet und sich wissentlich in die Gefahrenzone begeben haben. Es fühlte sich wie ein „normaler“ Geburtstagsbesuch an. ❤

Abends futterten J, L und ich den von meiner Mama zubereiteten Kartoffel- und Nudelsalat mit veganen Würstchen und ließen den Geburtstag mit dem geschenkten Neinhorn-Kartenspiel ausklingen.