Ausschlafen war mir an diesem Wochenende nicht vergönnt. Auch heute war ich gegen sieben Uhr wach. Trotz einer bestehenden Restmüdigkeit konnte ich nicht zurück in den Schlaf finden. Während L noch tief und fest schlummerte, hörte ich den Vögeln beim Trällern ihrer Morgenlieder zu. Auch wenn die Wettervorhersage für die kommende Woche noch sehr deutlich winterliche Temperaturen zeigt, habe ich die Hoffnung auf Sonnenschein und baldige Frühlingswärme noch nicht aufgegeben.
Noch im Bett liegend bestellte ich für eine Schulfreundin von L ein Geschenk, welches L in circa einem Monat mit zur Kindergeburtstagsfeier nehmen soll. Das Mädchen wünscht sich neue Malstifte und die soll sie auch bekommen. Seit anderthalb Jahren schleiche ich um einen japanischen Manga aus den 60er oder 70er Jahren herum, der es endlich nach Deutschland geschafft hat. Da ich für mich selbst kaum Geld ausgebe, mir diesen ersten Band aber wirklich wünsche, bestellte ich ihn mir. Morgen soll er bereits eintreffen.
Als L halb neun aufwachte, kamen wir auf das Thema Haustiere, in unserem Fall Hund oder Katze, mit sämtlichen Vor- aber eben auch Nachteilen zu sprechen. Und dann machten wir einen ersten Fehler, indem wir die Seite des Tierheims Leipzig aufriefen. Uns fielen direkt drei Rüden ins Auge, die vom Tierheim nicht als gefährlich eingestuft wurden und sehr verspielt und verschmust sein sollen. Unser zweiter Fehler bestand darin, dass wir die Informationen über diese drei Hunde an J weitergaben.
Um neun standen wir auf. Es war so unfassbar kalt in der Wohnung, dass ich in der Küche und im Wohnzimmer kurz die Heizung aufdrehte. Ich verschwand daraufhin im Bad, wusch mein Gesicht mit meiner Mannaseife, ölte es anschließend ein und zog mich an. L suchte sich ihre Kleidung selbst aus dem Schrank heraus und zog sich derweil im Wohnzimmer an.
Unser Sonntagsfrühstück fiel sehr dürftig aus. Jede von uns bekam etwas zu trinken und ein belegtes Toast zu essen.
L hörte nach dem Essen auf ihrem Hochbett ein Hörspiel über die Toniebox, unterbrach dieses aber kurz, als ich mich lautstark in ihrem Zimmer über die Unordnung beschwerte. Widerwillig half sie mir etwas beim Aufräumen, ehe sie wieder aufs Bett krabbelte und weiter hörte. In Zukunft darf sie ihr Zimmer so unordentlich lassen wie sie will, muss dafür aber ihre saubere Kleidung selbst in den Schrank räumen. Sie ist sofort einverstanden gewesen.
Ich ließ vormittags unseren Staubsaugerroboter in drei Räumen fahren, legte Wäsche zusammen, verräumte sie in meinem und ein letztes Mal in Ls Schrank und hing die frisch gewaschene Kleidung zum Trocknen auf. L durfte ein wenig über das iPad fernsehen, während ich Zeit hatte, um mich um meinen Terminkalender “Ein guter Plan” zu kümmern. Diese Minuten für mich mag ich immer sehr.
Bevor wir mittags mit dem Auto nach Connewitz fuhren, half ich L beim Zähneputzen und Inhalieren. Wir haben beide das Gefühl, dass ihr Husten schon sehr viel besser geworden ist. An eine dauerhafte Asthmaerkrankung glaube ich mittlerweile nicht mehr. Wenige Meter vom Restaurant „Goldene Krone“ entfernt fanden wir einen Parkplatz. Auf J mussten wir zum Glück nicht lange warten. Mit Einsetzen des Schneefalls betraten wir das warme Restaurant. Während wir uns am abwechslungsreichen, leckeren asiatischen Buffet satt aßen, sprachen wir immer wieder über Peppi, einen Rüden, der aktuell im Tierheim in Leipzig lebt. Und dann folgte Fehler drei am heutigen Tag: Wir bauten Luftschlösser. Wenn J als Hauptverantwortlicher wirklich diesen Hund adoptiert, hätte er die Unterstützung von drei Erwachsenen einschließlich mir und seinem Mitbewohner sowie von L sicher. Für L und mich hätte es den Vorteil, dass wir wieder viel Kontakt zu einem Hund hätten, ohne ganz alleine für ihn verantwortlich zu sein. J wird morgen das Tierheim Leipzig anschreiben, um ein erstes Kennenlernen mit Peppi, den wir vermutlich in Pepe umbenennen, aber weiterhin Peppi rufen würden, zu vereinbaren.
Nach dem Essen kaufte J in einem Späti zehn Center Shock Kaugummis. Die kenne ich noch aus meiner Kindheit. Ich war erstaunt darüber, dass es sie noch gibt. L war von dem sauren Geschmack total begeistert. Wir blieben noch etwas in der Nähe des Späti stehen und entdeckten, dass ein Spielplatz in Js Wohnnähe, den wir schon oft besucht hatten, neu gestaltet und umgebaut wird. Ersten Blicken hinter die Absperrung zufolge wird er noch schöner werden als zuvor.
Nachmittags waren L und ich wieder zu Hause. L ließ sich von mir die Fingernägel violett anmalen, während ich mit halbem Auge zum Display schielte, auf dem der RTL Zwei Livestream lief. Der Sender feiert an diesem Wochenende seinen dreißigsten Geburtstag. Ich bin mit dem (Kinder-)Programm groß geworden und wollte bei der ein oder anderen Serie von früher nicht fehlen.
L durfte abends in die Badewanne gehen, nachdem sie in der Anton App alle Übungen zum Buchstaben R erledigt hatte. Nach dem Baden stand das halbe Bad unter Wasser. Das sah ich sehr locker, konnte ich mir so das Wischen des Badezimmerfußbodens sparen.
Im Gegensatz zu mir, die noch sehr satt vom Mittagsbuffet war, hatte L Hunger und aß abends eine Schüssel voll mit Erbseneintopf. Während des Erwärmens der Suppe kümmerte ich mich um die weißen und roten Rosen, die L und ich am Montag beim Einkaufen mitnahmen. Einige der Blumen sahen noch sehr gut aus und werden uns mit ihrem Anblick bestimmt noch ein paar Tage erfreuen.
Nach Ls Abendessen packten wir gemeinsam ihren Schulranzen für morgen. Sie löste noch eine Matheübung in der Anton App und durfte den restlichen Abend fernsehen.
Nach dem Zähneputzen und Inhalieren wird L mir zehn Minuten im Buch „Pittiplatsch – Geschichten zum Lesenlernen“ vorlesen und von mir eine weitere Unterschrift in ihrem Leseheft bekommen. Anschließend werde ich ihr ein Kapitel aus dem zehnten Buch der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vorlesen. Bevor ich mich nachher schlafen legen werde, absolviere ich noch meine Französischübungen auf Duolingo und schaue einen Film.
Autor: Katja
Wochenrückblick
AlltagsschnipselAlles neu macht der Ma… März! Ich möchte ab sofort einen Wochenrückblick schreiben. Es passieren so viele kleine und große Dinge in Ls und meinem Alltag. Diese möchte ich gern in erster Linie für mich festhalten, um sie nicht zu vergessen. Gleichzeitig möchte ich aber auch einen tieferen Einblick in unser Leben zu zweit geben.
Montag, 27. Februar 2023
Die Winterferien sind nun auch in Sachsen vorbei. Dennoch brauchte L nicht in die Schule gehen und konnte ausschlafen. Grund hierfür war unser Erstgespräch bei einer Kinderpsychotherapeutin in Leipzig.
Bevor wir uns kurz nach 9 Uhr durch den Stadtverkehr quälten, rief ich in der Uniklinik in Leipzig im Bereich Pneumologie an, um für L, die seit Anfang Februar einen Husten hat, der einfach nicht besser werden will, einen Termin zu vereinbaren. Die Mitarbeiterin meinte, freie Termine gäbe es erst wieder im Oktober und November. Sie nannte mir die Namen der drei übrig gebliebenen Ärzte und Ärztinnen in Leipzig, die im Bereich Pneumologie praktizieren. Ich probierte es daraufhin telefonisch in der erstgenannten Praxis. Die Angestellte gab mir für Anfang Juli einen Termin. Bis dahin werden L und ich schauen, ob durch das Inhalationsspray, das Ls Kinderärztin letzten Freitag verschrieb, eine Besserung eintritt. Beim Abhören der Lunge war eindeutig eine Verengung hörbar. Arme L.
Unser Termin bei der Kinderpsychologin verlief gut. L wurde ein wenig ausgefragt, antwortete aber zögerlich und schüchtern. Die Praxis wird nun den März nutzen, um zu schauen, ob wir hier richtig sind oder ob eine „normale“ Trauerbegleitung, beispielsweise bei der Wolfsträne in Leipzig ausreicht.
Dienstag, 28. Februar 2023
Das Weckerklingeln riss mich mitten aus meinem Traum. Gerädert startete ich somit in den Tag. Das finde ich immer nicht so schön.
L besuchte wieder die Schule. Das zweite Schulhalbjahr startete mit einer Methodenwoche. Den Schülerinnen und Schülern wurden Neuerungen mitgeteilt und der bisherige Unterrichtsstoff wurde wiederholt. L brachte eine Einladung zu einer Kindergeburtstagsfeier mit nach Hause und verteilte ihre eigenen.
Ich fuhr in der Mittagszeit nochmals in die Praxis der Kinderpsychotherapie. Es stand ein Anamnesegespräch über L auf dem Plan, welches eine andere Psychologin als am Tag zuvor mit mir führte. Diese Frau war unglaublich nett. Ihr gehört auch der Therapiehund, der mir ein paar Mal zur Begrüßung über die Hand schleckte und sich anschließend zum Schlafen in eine Ecke verkrümelte. Die Ärztin nahm mir in einigen Punkten meine Sorgen und Ängste. Beispielsweise bei der Thematik Schlaf und Familienbett. Nach dem Termin fühlte ich mich richtig gut. Vielleicht mache ich doch nicht alles falsch in Ls Erziehung.
Mit meiner Freundin J aus Dresden tauschte ich mich telefonisch über die Geschehnisse in den letzten zwei Wochen aus. In ihrem Leben ist im Moment auch so einiges los.
Mittwoch, 1. März 2023
Karneval oder Fasching, wie wir zumindest in Thüringen und Sachsen sagen, ist zwar seit letzter Woche vorbei, dennoch durften die Kinder verkleidet zum Unterricht erscheinen. L ging als Hauskatze. Ihr Kostüm bestand aus mehreren Einzelteilen und ließ sich schnell an- und ausziehen. In der Schule wurde zudem der 100. Schultag gefeiert. Aus der Klassenkasse wurden zur Feier des Tages sogar Pfannkuchen (Krapfen) gekauft.
Mein Arbeitstag war produktiv. Das ist immer ein sehr schönes Gefühl. Am Monatsanfang habe ich viel zu tun. Der alte Monat muss zeitnah buchhalterisch abgeschlossen und erste Rechnungen für den neuen Monat wollen geschrieben werden. Unserer Finanzbuchhalterin stellte ich im Unternehmen online sämtliche Rechnungseingänge und -ausgänge bereit. Um die Auslagen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmerte ich mich auch.
Meine Masseurin hat seit letzter Woche eine neue Angestellte. Diese wiederholte auch diesmal ein nettes Kompliment. Weil ich offenbar sehr jung aussehe, glaubte sie, ich sei noch eine Schülerin und maximal achtzehn Jahre alt. Ein wenig geschockt schien sie schon zu sein, als ich ihr mitteilte, dass ich bereits vierunddreißig Jahre alt bin.
Sie kümmerte sich erneut sehr gut um meine Verspannungen in der Schulter. Ich mag es, wenn Massagen ein wenig schmerzen.
Die Angestellte ist vermutlich in ihren Zwanzigern, kommt aus Thailand und lernt gerade die deutsche Sprache. Aus diesem Grund spricht sie mit mir die meiste Zeit Englisch. Ich bin im Moment wohl die einzige Kundin, mit der sie sich unterhalten kann. Auch wenn ich selbst Unsicherheiten in der englischen Kommunikation habe und mir oft Vokabeln nicht einfallen, möchte ich in Zukunft versuchen, mich mehr mit ihr zu unterhalten. Das wäre für uns beide eine Win-Win-Situation. Trotz ihres Akzents verstehe ich ihr Englisch nämlich ausgesprochen gut.
Ich führe seit Anfang 2022 sehr diszipliniert eine Tabelle, in der meine und Ls Einnahmen und Ausgaben detailliert und vollständig aufgelistet sind. So sehe ich Monat für Monat, wie viel Taschengeld uns für Freizeitaktivitäten, Geburtstagsgeschenke für Dritte, Urlaubsreisen, Kleidung etc. zur Verfügung steht. Würde ich diese Übersicht nicht führen, würden wir vermutlich über unsere Verhältnisse leben. Ende des Monats feiert L ihren ersten von insgesamt zwei Kindergeburtstagen. Das Geld für den Indoorspielplatz in Erfurt hob ich direkt vom Konto ab und legte es an einen sicheren Ort, damit ich es nicht versehentlich für etwas anderes ausgebe. Mein Glück ist, dass ich solche Tabellen sehr mag. Dennoch stimmt es mich manchmal traurig, wie teuer alles geworden ist und wie schnell mir das Geld durch die Finger rinnt. Ungefähr neunzig Prozent des Taschengelds gebe ich für meine L aus, um ihr eine abwechslungsreiche, angenehme Kindheit zu bescheren. Das tue ich sehr gern. Und doch spüre ich Monat für Monat sehr deutlich, dass ein zweites Einkommen fehlt. Jede finanzielle Entscheidung lastet alleine auf meinen Schultern. Ich bin die Gute, wenn ich meinem Kind einen Wunsch erfüllen kann, und die Böse, wenn ich es nicht kann. Ich frage mich sehr oft, wie es anderen Alleinerziehenden ergeht, die finanziell nicht so gut dastehen wie L und ich, denn uns beiden geht es alles in allem immer noch sehr gut.
Weil mich am Vortag zwei Kinderaugenpaare flehend und sehnsüchtig anschauten, holte ich am Nachmittag nicht nur L, sondern auch ihre Schulfreundin L ab. Gemeinsam gingen wir zum nahegelegenen Spielplatz. Es war zwar kalt, aber sonnig und nahezu windstill. Ls Freundin meckerte kurz über die von mir gekauften (zuckerfreien) Knabbereien, griff wenig später aber sehr beherzt in die Tüte. Ihre Mama, die eine Dreiviertelstunde später zu uns stieß, meinte, dass sie solche Knabbereien selbst häufig kauft.
Abends las ich die ersten Kapitel im neuen Buch meiner Lieblingsautorin.
Donnerstag, 2. März 2023
In der Nacht träumte ich, dass meine Kollegin S und ich vollständig bekleidet in einem Schwimmbecken mit vier Delfinen waren und darüber sprachen, was wir mit den Therapiekindern anstellen könnten, wenn die Delfine mal keine Lust auf ihre Aufgabe/Arbeit haben. Es ist immer wieder spannend, was nachts in den Köpfen so vor sich geht.
L ist einfach kein Morgenmensch. In den Winterferien war ich optimistisch. Ich wollte unseren Wecker nach den Ferien eine halbe Stunde nach hinten stellen, damit wir länger schlafen können. L bummelt morgens jedoch so sehr, dass ich gezwungen bin, sie nach wie vor früh zu wecken, wenn wir pünktlich das Haus verlassen wollen. Ein Unterrichtsbeginn um 08:30 Uhr oder 9 Uhr würde zumindest meinem Kind besser bekommen. Auch ich spüre, wie das frühe Aufstehen an meinen Kräften zehrt. In den Ferien schliefen L und ich teilweise nur eine Stunde länger und der Start in den Tag war um so vieles einfacher und besser. Aber alles meckern hilft nichts. In fünfeinhalb Wochen sind ja wieder Ferien.
L und ich besuchten am Nachmittag einen uns bis dato unbekannten Spielplatz in Markkleeberg. Er liegt umgeben von kleinen Einfamilienhäusern in ruhiger Lage. Ich hab L gleich verkündet, dass ich diesen ruhigen, gemütlichen Ort im Sommer öfter mit ihr aufsuchen möchte.
Freitag, 3. März 2023
Am Morgen war ich von Ls Bummelei und ihrem Verhalten, das genau gegenteilig zu meinen geäußerten Bitten war, genervt. Das führte dazu, dass ich mich ihr gegenüber nicht sehr erwachsen und vernünftig verhielt. Sie musste weinen. Das tat mir natürlich sehr leid. Niemand sollte um sieben an einem neuen Tag in Tränen ausbrechen müssen. Ich fühlte mich deshalb viele Stunden des Tages unfassbar schlecht.
Während meiner Autofahrt ins Büro nach Erfurt überfiel mich wie so oft in letzter Zeit meine Trauer um M. Ich lasse den Schmerz bewusst in Form von Tränen aus meinem Körper heraus, finde den Zeitpunkt dennoch ein wenig ungünstig. Immerhin muss ich mich während der Fahrt auf den Verkehr konzentrieren. Gleichzeitig sind die Autofahrten, zumindest wenn ich alleine unterwegs bin, die einzige Möglichkeit für meinen Geist, die Geschehnisse der letzten Jahre zu verarbeiten. Ich bin ja ansonsten nie alleine. Mein Geist und Körper werden schon wissen, warum sie genau diese Alltagssituation zur Trauerbewältigung ausgewählt haben.
Um die Mittagszeit fuhr ich zu meiner Gynäkologin, bei der ich zuletzt im Januar 2021 vorstellig war. Letztes Jahr war so vollgepackt mit Ereignissen, Entscheidungen und Neuerungen, dass ich es nicht geschafft hatte, zur Krebsvorsorge zu gehen. Entsprechend aufgeregt war ich natürlich, als ich das Sprech- und Untersuchungszimmer der Ärztin betrat. Wenige Minuten später konnte ich aufatmen: Ich bin gesund und alles ist so wie es sein soll.
Samstag, 4. März 2023
Am Vormittag machten L und ich uns beizeiten auf den Weg nach Chemnitz, um N, ihren drei Jahre jüngeren Bruder und ihre Großeltern zu besuchen. Kennengelernt hatten wir uns im vergangenen Sommer während Ls und meinem Urlaub in der Nähe des Senftenberger Sees. Die vier bewohnten damals das Nachbarbungalow auf demselben Grundstück.
Wir wurden freudig und aufgeregt begrüßt. L war anfangs wieder sehr zurückhaltend, beobachtend und schüchtern, taute aber nach und nach auf und übernahm schließlich Ns Übermut und wuselte mit ihr durch die Wohnung der Großeltern umher.
Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Kuddeldaddeldu, einem wunderschönen Indoorspielplatz mitten im Chemnitz Center, einem riesengroßen Einkaufszentrum. Die drei Kinder hatten sehr viel Spaß. Ich unterhielt mich derweil mit dem Opa und schickte zwischendurch der Mama von Ls Schulfreundin L den Link zu diesem Indoorspielplatz als Anregung. Diese wollen im Sommer 2024 nach Geithain umziehen und fahren dann nur etwa fünfundzwanzig Minuten bis dahin.
Nachmittags kehrten wir in die Wohnung der Großeltern zurück, aßen selbstgebackenen Apfelkuchen und ließen die drei Kinder noch bis zum frühen Abend mit der Verkleidungskiste spielen, ehe L und ich uns auf den Heimweg machten. Im Frühling dürfen wir die vier in ihrem Garten besuchen kommen.
Kurz vor dem Schlafengehen beendete ich das neueste Buch meiner Lieblingsautorin. Lange auf Lesenachschub brauche ich wohl nicht zu warten, denn Anfang Mai will sie bereits die Fortsetzung veröffentlichen.
Sonntag, 5. März 2023
Mit J trafen L und ich uns am Mittag zum asiatischen Buffet in Connewitz. Uns drei lässt der Gedanke, einem Hund aus dem Tierheim ein schönes Leben zu bereiten, seit einiger Zeit nicht mehr los. Auch Js Mitbewohner J und dessen Freundin S könnten sich vorstellen, einen Hund zu haben. J würde den Hund offiziell adoptieren, aber um ihn kümmern und sämtliche Kosten teilen würden sich vier Erwachsene und ein Kind. Besonders hat es uns der Rüde Peppi aus dem Leipziger Tierheim angetan. J will sich in den nächsten Tagen mit dem Tierheim in Verbindung setzen.
Hallo März!
Dies & DasIm März werde ich …
… ein neues Buch meiner Lieblingsautorin lesen
… einige Thai Massagen genießen
… einen Arzttermin wahrnehmen
… mit L nach Chemnitz fahren, um N, N und ihre Großeltern zu besuchen
… wieder mit dem Laufen beginnen
… und meine tägliche Sportroutine aufrechterhalten
… mit L meinen Bruder und J in München besuchen
… mich über den Besuch meiner Eltern in Markkleeberg freuen
… Ls 7. Geburtstag feiern
… am dritten Open Space Friday teilnehmen
… mit L ein Wochenende in Erfurt verbringen
… L eine Kindergeburtstagsfeier mit Freunden aus dem Kindergarten ermöglichen
… Klavier und Saxophon spielen
Gedanken- und Alltagsschnipsel im Februar
Alltagsschnipsel, Dies & DasDas erste Schulhalbjahr ist nun vorbei. Am 10. Februar brachte L ihr erstes Zeugnis beziehungsweise ihre erste Halbjahresinformation mit nach Hause … und diese war überraschend ehrlich geschrieben.
Den Kindern wurde kein Honig ums Maul geschmiert. Es wurde klar und deutlich formuliert, was schon gut klappt und woran sie in Zukunft arbeiten sollen, um sich zu verbessern.
L macht Sachkunde, Deutsch, Sport, Englisch und Kunst am meisten Spaß. Wir nutzten für Mathe nun die Winterferien, um das Rechnen im Zahlenraum bis zehn zu festigen, indem L jeden Tag ein paar Übungen entweder über die Anton App oder mithilfe eines Aufgabenblattes absolvierte. Sie gab sich (fast immer) große Mühe und ich konnte mich davon überzeugen, dass sie den Unterrichtsstoff verstanden hat.
Im zweiten Schulhalbjahr wird es kleinere Änderungen, aus meiner Sicht zu Gunsten der Motivation der Kinder, geben. Ich bin gespannt, was L in den nächsten Monaten noch alles lernen wird. Mir ist wichtig, dass sie weiterhin mit Freude zur Schule geht und sich in jedem Fach anstrengt.
***
Den Februar nutzte ich intensiv für die Vereinbarung von sämtlichen Arztterminen (inklusive Krebsvorsorgen) sowohl für mich als auch für L. Darüber bin ich wirklich sehr stolz, denn ich lasse dies gern schleifen. In den nächsten Monaten werde ich mich also bei vertrauten und neuen Ärztinnen vorstellen. Das fühlt sich sehr erwachsen an.
***
In dem von mir als Scrum Master betreuten Projekt fand Anfang des Monats die erste Retrospektive in Person in unserem Erfurter Büro statt. Das war für alle aus dem Team einschließlich mir eine ganz neue Erfahrung.
Schaffe ich es full remote locker, fünf Methoden in meiner Retrospektive einzubauen, musste ich diesmal aufgrund der vorangeschrittenen Zeit eine Methode komplett streichen und eine andere stark abwandeln und verkürzen.
Wir hatten dennoch viel Spaß, viel gelacht und zudem wertvolle Informationen für unsere zukünftige Arbeit im Projekt gesammelt.





Ein Wochenende im Februar
AlltagsschnipselDieses Wochenende war es soweit! Ich löste einen M und mir zur Hochzeit im Herbst 2019 geschenkten Kurzurlaub-Gutschein für zwei Personen ein. Da ich nicht ewig durch die Weltgeschichte fahren wollte und die Gegend zudem noch nicht kannte, entschied ich mich für die kleine Stadt Merseburg in Sachsen-Anhalt. L durfte mich begleiten.
Freitag, 17. Februar 2023
Ich holte L am Nachmittag aus dem Ferienhort ab und fuhr mit ihr auf direktem Wege in unser Hotel in Merseburg. Auf der kurzen Fahrt hörten wir ein Hörspiel von „Die Schule der magischen Tiere“ zu Ende. Viel los war auf der Autobahn nicht. Der Wind sorgte allerdings dafür, dass die meisten Autofahrerinnen und -fahrer langsam(er) fuhren. So auch ich.
Da die umliegenden Parkplätze in der Nähe des Hotels regelrecht nach Ordnungsgeld schrien, machte ich meinem Ruf als Weit-weg-Parkerin alle Ehre und parkte das Auto auf dem Besucherparkplatz des Klinikums und somit etwa sechs Gehminuten vom Hotel entfernt.
Mit meinem Gutschein konnte ich wenig später problemlos an der Rezeption einchecken. L und ich bekamen ein Hotelzimmer im vierten Stockwerk. Wir waren beide von der Größe des Schlaf- und Badezimmers positiv beeindruckt und machten es uns gleich im Hotelbett gemütlich.

Eine Stunde später liefen wir zum Klinikum zurück, bezahlten einen Euro Parkgebühr und fuhren das Auto zweihundert Meter weiter auf einen kostenlosen Parkplatz. Den hatte ich bei der Ankunft nicht sofort entdeckt.
Wir waren beide schon hungrig und entschieden uns für das Restaurant zur Goldenen Möwe. Auf dem anderthalb Kilometer langen Weg dorthin nahm der Wind immer mehr zu und der Himmel wurde zusehends dunkler und dunkler. Von einem gemütlichen kleinen Erkundungsspaziergang hatte das nicht mehr viel. Als L mit ihrer „Tornado“-Angst kurz vor einer kleinen Panikattacke stand, sah ich zu, dass wir McDonald’s schnell erreichten. L und ich essen sehr selten bei McDonald‘s. Am liebsten und ausschließlich im Urlaub. Sehr zu meinem Bedauern gab es dort leider keinen veganen Burger. Vermutlich waren die Zutaten aus. Ich aß mich somit an einer großen Portion Pommes mit Ketchup satt.

Eine halbe Stunde später verließen wir McDonald‘s und huschten im strömenden Regen schnell über die Straße, um bei ALDI noch ein paar Kleinigkeiten für den Abend einzukaufen. Wie durch ein Wunder war der Starkregen nach unserem Einkauf vorbei und wir konnten den zwanzigminütigen Fußmarsch zurück zum Hotel entspannt, bei milden Temperaturen und ohne viel Gemecker seitens L zurücklegen.

Abends machten wir es uns im Hotelzimmer gemütlich, lasen im zehnten Band der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor und schauten fern – allerdings über das mitgebrachte iPad. Das lineare TV-Programm sprach uns so gar nicht an.
Samstag, 18. Februar 2023
Aus einem unerklärlichen Grund wachte ich bereits kurz nach 6 Uhr auf und konnte nicht mehr weiterschlafen. Ich nutzte die Zeit bis zu Ls Erwachen um Viertel nach neun und las in meinem Buch weiter. Ich habe nach langem Suchen endlich mal wieder ein fesselndes Abenteuer gefunden. Schade für den Lesefluss sind allerdings die vielen Grammatikfehler.
Gegen um neun waren L und ich beim Frühstück. Die Auswahl war sehr gut und wir aßen uns beide richtig satt. Wäre es bereits Frühling mit warmen Temperaturen, hätten L und ich sicherlich draußen gefrühstückt. Der Außenbereich sah sehr einladend aus.




Nach dem Frühstück spielten L und ich drei Runden des Benjamin Blümchen Memory Spiels, welches Teil des Happy Meals war. Anschließend löste L drei Matheaufgabenblöcke in der Anton App.
Bei heftigem Wind, der L erneut an den Rande des Wahnsinns trieb, machten wir uns am Vormittag auf den Weg zum Schloss und Dom Merseburg. Ich konnte den schönen Schlossgarten, das beeindruckende Schloss, die eingesperrten Raben, welche die Merseburger Rabensage aufrechterhalten sollen, und den Dom nicht in Ruhe betrachten, da L lautstark um ihr Leben fürchtete. Für einige Fotos hat unser Ausflug dorthin aber gereicht.











Ich habe auf unserer Erkundungstour den Eindruck gewonnen, dass Merseburg nach dem Fall der Mauer und dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland vergessen wurde. Und das finde ich wirklich sehr schade. Die kleine Stadt hat aus meiner Sicht Potential. Diese Wohnblöcke beispielsweise gab es in Erfurt in den 90er und Anfang der 00er Jahre auch noch zuhauf. Sie wurden mittlerweile jedoch entweder abgerissen (Asbest) oder vollständig saniert und renoviert. Hier in Merseburg sind sie nach wie vor Teil des Stadtbildes. Es wohnen auch offenbar noch Leute darin.


In der kleinen Einkaufsstraße gingen L und ich in drei Geschäfte, kauften unter anderem ein Paar Ohrringe für mich, ein Sommerkleid für L und Babysachen, die ich B zur Geburt ihres Sohnes schenken möchte.

Wieder im Hotelzimmer angekommen, ruhten wir uns beim Lesen und Fernsehen (L schaut gern die Sendung Klein gegen Groß) eine Stunde aus. Ich war ganz schön erschöpft.
Halb drei saßen L und ich im Kinosaal 2 des Domstadtkinos. An der Kinokasse bekamen wir sogar noch richtige Kinokarten ausgedruckt. Besonders begeistert waren wir von dem Kindermenü, bestehend aus Popcorn, Softdrink, einem Riegel Kinderschokolade und einem Milcheis. Das Menü war liebevoll zusammengestellt und preislich angemessen. Schade, dass die großen Kinoketten sowas nicht anbieten. Wir schauten uns den Film „Mumien – Ein total verwickeltes Abenteuer“ an. Ein wunderbarer, lustiger und toller Familienfilm. Wir können ihn guten Gewissens weiterempfehlen.




Abends machten L und ich uns auf den Weg zum Asia-Restaurant Kim Dynastie, bekamen zum Glück noch einen Tisch und ließen uns das leckere, abwechslungsreiche Buffet schmecken. Die Erdnusssauce war unglaublich lecker.



Bevor uns beiden halb zehn im Hotelbett die Augen zufielen, las ich in meinem Buch weiter und absolvierte meine Schwedischübungen, während L noch ein wenig auf dem iPad spielte.
Sonntag, 19. Februar 2023
Am heutigen Sonntag waren wir beide gegen sieben Uhr wach. Wir blieben noch eine Weile im gemütlichen Hotelbett liegen, ehe wir zum Frühstücksbuffet gingen. Sehr zu unserer Freude gab es Croissants.
Nach dem Frühstück spielten L und ich eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“. Das Biene Maja Spiel bekam L von ihrer Tante M geschenkt, die es wiederum aus einem McDonald‘s Happy Meal hat. Ich gewann ganz knapp. Mein Sieg führte leider dazu, dass L eine Dreiviertelstunde nicht mehr mit mir sprach.

So verließen wir gegen 11 Uhr schweigend das Hotelzimmer, checkten schweigend aus, liefen mit unserem Gepäck schweigend zum Auto, das immer noch etwa sechs Gehminuten vom Hotel entfernt parkte, und fuhren schweigend zurück nach Markkleeberg. Erst als ich kurz vor Ankunft ein komplett ausgebranntes Auto am Straßenrand stehen sah und mich lautstark darüber äußerte, sprach das Kindchen wieder mit mir und alles war wie immer.
Zu Hause angekommen verzog sich L gleich zum Spielen in ihr Kinderzimmer. Ich räumte unser Gepäck aus und war etwa anderthalb Stunden im Haushalt beschäftigt.
Weil ich müde war, machte ich sogar etwas Mittagsschlaf, während L auf dem iPad spielen durfte.
Am frühen Nachmittag saßen wir gemeinsam am Küchentisch. L löste ein paar Matheaufgaben, die sie alle richtig rechnete. Freude daran hatte sie aber keine. Es kostete mich viel Überredungskunst, dass sie noch ein paar Minuten weitermacht. Zur Belohnung für ihren Fleiß durfte sie in die Badewanne gehen und dabei ein Hörspiel hören.
Zum Abendessen kochte ich uns Nudeln mit Tomatensoße. Abschließend schauten wir gemeinsam vom Bett aus den zweiten Teil der Harry Potter Filmreihe zu Ende. Es war bereits halb acht, als L plötzlich die Lust packte und sie anderthalb Stunden lang in der Anton App Sachkunde- und Englischaufgaben löste. Und zwar mit einer Freude, dass ich nur so staunte. Sie hatte in beiden Fächern bei den unterschiedlichsten Aufgaben auch nahezu alles richtig.
Um zehn war schließlich unser beider Tag zu Ende. Morgen geht L wieder in den Ferienhort und bastelt Faschingsmasken.
12 von 12 im Februar
AlltagsschnipselAufgewacht bin ich heute gemeinsam mit L um kurz nach acht Uhr und verspürte einen leichten Kopfschmerz an der Stirn. Das ist für mich ungewöhnlich, habe ich doch an super wenigen Tagen im Jahr Kopfschmerzen. Vielleicht ist das merkwürdige Wetter da draußen nicht ganz unschuldig daran.
Noch im Bett liegend, planten L und ich ihre Kindergeburtstagsfeier(n) Ende März und/oder Anfang April. Im Gegensatz zum letzten Jahr werde ich mir dieses Mal nicht so viel Arbeit machen. Sehr wahrscheinlich gehen wir mit einigen Kindergartenfreunden in den Indoorspielplatz in Erfurt und mit einigen Schulfreunden in einen Indoorspielplatz in Leipzig. Wir suchten daraufhin schöne Einladungskarten und gleich Geschenktüten für alle Kinder in Ls Klasse aus. Mit was wir diese letztendlich füllen werden, überlegen wir uns noch.
L spielt in den letzten Tagen sehr oft und viel mit ihren Spielsachen (am liebsten mit ihren Puppen und Kuscheltieren) – und zwar ganz alleine. Normalerweise wurde ich immer in irgendeiner Form in ihr Spiel mit einbezogen. Mich freut es für sie sehr, denn ich glaube, das ist auch ein wichtiger Schritt für sie, nicht permanent an mir zu kleben. Das Chaos im Wohnzimmer war für mich deshalb auch nicht schlimm.

Während L spielte, bereitete ich unser Frühstück zu. Ein leckerer Obstsmoothie durfte dabei nicht fehlen. L aß sehr gut. Ich verabreichte meinem immer noch stark hustenden Kind nach dem Essen Hustensaft, ehe sie begann, ihre Spielsachen für unseren geplanten Erfurt-Aufenthalt zusammenzusuchen. Ich blieb noch etwas am Frühstückstisch sitzen und schrieb in meinem Terminkalender „Ein guter Plan“. Zu meiner großen Freude riefen die Großeltern der beiden Kinder N und N, die im letzten Sommer in dem Nachbarbungalow in Hohenbocka mit uns Urlaub machten, an. Wir verabredeten uns für Samstag in drei Wochen. L und ich werden an diesem Tag zu Besuch nach Chemnitz fahren. Da ich am Abend vermutlich keine Zeit haben werde, absolvierte ich nach dem Telefonat schon meine Italienischübungen auf Duolingo.

Dann wurde es allmählich Zeit, unsere Sachen für Erfurt zu packen. Ich räumte nebenbei auch Ls Zimmer und das Wohnzimmer auf. Dabei entdeckte ich zwei Drachen, die in den letzten Tagen offenbar bei uns eingezogen sein müssen. Ich ruhte mich danach noch aus in der Hoffnung, dass die Kopfschmerzen bis zur Abfahrt am Mittag nachlassen. L durfte auf dem Tablet spielen und etwas schauen. Einzige Bedingung meinerseits war, dass sie vorher eine Übung mit Minusaufgaben in der Anton App löst.



Gegen 13 Uhr begann ich, das Auto mit unseren Gepäckstücken zu beladen und den Müll zu entsorgen. Hierbei beobachtete mich eine süße Katze. Kurz vor halb zwei gab ich im Navi unsere Zieladresse ein und suchte das von L gewünschte Conni-Hörspiel heraus. Schon konnte die Fahrt losgehen. Auf den beiden Autobahnen war absolut nichts los. Wir kamen gut durch und parkten pünktlich 15 Uhr vor unserem ehemaligen Zuhause.

Gemeinsam mit C und A, unseren ehemaligen Vermietern, tranken wir Kaffee und Kakao und aßen die Hälfte des von mir gestern gebackenen Kuchens. Ich spürte nach einer Tasse Kaffee bereits, wie meine Kopfschmerzen allmählich schwächer wurden. Nach einer zweiten waren sie dann endlich völlig verschwunden. Ein Hoch auf das Koffein. Um den Snack, den L lieber als meinen Kuchen aß, nicht zu vergessen, verewigte ich ihn in einem Foto.


Die ersten zwei Stunden unseres fast vierstündigen Besuchs war L äußerst reserviert, sprach zu niemandem ein Wort und tat mit uns allen irgendwie dumm. Ich nutzte einfach dieses merkwürdige Verhalten und berichtete über alle Ereignisse, die sich nach Weihnachten zugetragen hatten. Als L schließlich auftaute, spielten wir gemeinsam mit C.
Bevor wir uns kurz vor 19 Uhr auf den Weg zu Ls Oma M machten, zeigte uns C unsere alte Wohnung, die frisch gemalert und an der ein oder anderen Stelle auch baulich verändert wurde. Der Durchgang zu Cs Büro, die Verbindungstür quasi, wurde entfernt. In zwei Räumen wurde zudem die Deckenhöhe herabgesetzt. Die kurze Besichtigung war sehr interessant. C meinte, sie bekommt in unserer alten Wohnung oft Flashbacks von M.
Kurz nach um sieben trudelten wir bei Ls Oma M ein und aßen Pizza zum Abendessen. Wir schauten anschließend gemeinsam auf der Couch einen von Ls Lieblingsfilmen. Den schwedischen Film „Monky“ finde ich persönlich eher traurig. Außer L, ihrer Oma und mir schauten auch zwei Esel mit. (Ls Oma liebt Esel.) Nach dem Film telefonierten wir ein paar Minuten mit Ls Tante M, machten uns anschließend bettfertig und lagen kurz nach halb zehn auf der Schlafcouch im Gästezimmer, unserem Quartier bis Mittwoch.




Ein Hauch von Frühling!
AlltagsschnipselAls ich L heute Morgen zur Schule brachte, war ich unfassbar überrascht, wie hell es jetzt bereits um kurz nach sieben Uhr ist. Durch Ls Erkältung und die damit einhergehenden Schulfehltage bis einschließlich gestern ist der zeitige Sonnenaufgang irgendwie total an mir vorbeigegangen.
Ich war von der Helligkeit und dem klaren Himmel so begeistert, dass ich meinen zehnminütigen Morgenspaziergang spontan im angrenzenden Waldgebiet bei Ls Schule machte. Mit minus acht Grad Celsius war es heute natürlich unfassbar kalt. Mit einer Frühlingswärme hatte das noch nicht allzu viel zu tun. Bei dem mir unbekannten Waldweg, den ich einschlug, beobachtete ich jedoch die Vögel, die mir eindeutig zeigten, dass der Frühling vor der Tür steht. Ihnen machte die Kälte überhaupt nichts aus. Sie flogen fröhlich umher und spielten miteinander. Auch die Pflanzen lassen mich auf ein baldiges Winterende hoffen.
Mit Blick auf die Wettervorhersage für die nächsten Tagen bekomme ich schon jetzt leuchtende Augen. Es soll tags- und auch nachtsüber wärmer werden. Zudem wird uns stundenlanger Sonnenschein versprochen. Sonne! Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sie aussieht. Es liegt eindeutig ein Hauch von Frühling in der Luft! ❤







#WMDEDGT Februar 2023
AlltagsschnipselIch erwachte bereits um kurz nach halb acht. Obwohl ich noch unglaublich müde war, fand ich nicht mehr zurück in den Schlaf. Neben mir lag die seit Donnerstagabend kränkelnde L, der es schwer fiel, vernünftig durch die Nase zu atmen. Den ganzen Dezember über kämpften wir beide gegen mindestens zwei Erkältungsviren, waren erst am Jahresanfang wieder gesund und jetzt, nach nur einem Monat normalem Schul- und Arbeitsalltag, sind wir erneut leicht erkältet. Ich mag es nicht.
Nachdem auch L kurze Zeit später aufwachte, lasen wir kuschelnd im Bett die letzten drei Kapitel des siebten Abenteuers der Buchreihe “Die Schule der magischen Tiere“.
L durfte anschließend je zwei Folgen von Petronella Apfelmus und Conni schauen, während ich uns in der Küche das Frühstück zubereitete. L wünschte sich nur Joghurt, Apfelmus und Smoothie. Ich kochte für uns beide zunächst eine große Kanne Tee, bereitete mir eine Tasse Schokocappuccino zu, ließ mithilfe des Thermomix’ den Obstsmoothie entstehen und schmierte mir ein Brot. Ich nahm noch je einen Tropfen der Vitamine B12 und D3 ein, ehe ich halb zehn mit dem fertigen Frühstückstablett zurück ins Schlafzimmer ging.
L und ich frühstückten das dritte (?) Mal in unserem Leben im Bett und schauten dabei ein paar Minuten vom ersten Harry Potter Film, den L gestern begonnen hatte. Ich spielte vor einer Weile mit dem Gedanken, ein Betttablett bzw. -tisch zu kaufen. Da Frühstück im Bett jedoch eher die Ausnahme bleiben soll und wir bereits das große lilafarbene Tablett besitzen, gewann am Ende die Vernunft und ich bestellte nichts.
Wegen Ls Blässe, Müdigkeit und Husten plante ich am Vormittag meine kommende, terminlich sehr volle Arbeitswoche um und informierte zwei Kollegen darüber, dass ich nicht nach Erfurt fahren werde. Und weil ich einmal so im Flow war, arbeitete ich noch zwei Stunden weiter. Ich bereitete mir sozusagen für die kommende Woche eine Freude, indem ich einige ToDos schon erledigte.
Zum Mittagessen waren wir eigentlich mit H, D und J verabredet. Da L krank ist, ich zumindest ein leichtes Halskratzen verspüre und sich D auch nicht fit fühlt, sagten wir das gemeinsame Treffen in der Stadt ab. Die beiden Männer gingen alleine indisch essen und schickten uns ein Foto von ihrem Beisammensein. Das nächste Mal klappt es bestimmt wieder in größerer Runde.
Ich kochte für L mittags ein paar Nudeln, die mit grünem Pesto verfeinert wurden. Von ihrer Portion aß sie keine fünf Nudeln. Ich war noch satt vom Frühstück.
L durfte nach dem Mittagessen eine Viertelstunde in die Badewanne gehen. Sie genoss sichtlich die Wärme des Wassers, freute sich über die Kräutergerüche des Erkältungsbads und hörte ein Hörspiel. Ich nutzte die paar Minuten und beendete die Arbeitstätigkeit, an der ich schon vor dem Mittagessen saß. Nach dem Baden kuschelten wir uns mit dem begonnenen Hörspiel ins Bett.
Kurz nach 15 Uhr trafen sich J, seine Eltern und ich nach einigen technischen Schwierigkeiten seitens Js Eltern in einem Zoom-Call. Die beiden wollen uns im Frühjahr in Leipzig besuchen kommen. Wir schauten gemeinsam nach einem passenden Wochenende und einigten uns auf eines Ende April. Die meiste Zeit des Calls fühlte ich mich nicht sonderlich wohl. Js Eltern stellten viele merkwürdige Fragen und versuchten, unser Gesagtes aus der Ferne heraus zu analysieren. Die Stimmung war zudem von Beginn an etwas gereizt. Ich hatte das Gefühl, an einem Verhör teilzunehmen.
Direkt nach diesem einstündigen Zoom-Call telefonierten L und ich fünf Minuten mit Ls Oma M, ehe wir es uns wieder im Bett gemütlich machten.
Zum Abendessen probierte ich eine neue vegane Salamipizza von Dr. Oetker. L knabberte zumindest ein wenig auf einem Stück herum. Mit einer Wärmflasche kuschelten wir uns wieder ins Bett. Ich las L das erste Kapitel in einem Buch von „Die drei !!!“ vor. Ich merkte am Schreibstil und Inhalt sehr deutlich, dass die Zielgruppe Mädchen im Teenageralter sind. L schien es trotzdem gefallen zu haben. Den restlichen Abend werden wir noch etwas fernsehen und lesen. Zudem warten meine Französischübungen auf Duolingo darauf, absolviert zu werden.
L wird zumindest den morgigen Tag noch bei mir zu Hause bleiben. Wir haben ausgemacht, dass wir von Tag zu Tag entscheiden, wann sie wieder schulfähig ist. Zum Glück sind ab 13. Februar Ferien.
Hallo Februar!
Dies & DasIm Februar werde ich …
… meine Sportroutine ausbauen
… mehrmals wöchentlich Klavier spielen
… mit meinem Kollegen/Freund M weitere Mitarbeitergespräche führen
… drei Thai Massagen genießen
… mit L, ihrer Klassenkameradin L, deren Mama M und noch einigen anderen ins Kitupiland Leipzig gehen
… an den Wochenenden selbst gemachte Smoothies trinken
… den 60. Geburtstag meines Papas in einem Erfurter Restaurant feiern
… und dort unter anderem meinen Bruder und seine Verlobte J treffen
… am zweiten Elterninformationsnachmittag in Ls Schule teilnehmen
… mich mit L über ihr ersten Zeugnis freuen
… zwei Mal einige Tage am Stück in Erfurt verbringen
… und dort an einem Nachmittag Kuchen bei C & A essen
… aufgrund der Winterferien morgens eine Stunde länger schlafen
… öfter im Büro anwesend sein
… mich hoffentlich mit einer erst kürzlich aus Berlin zurückgekehrten Freundin treffen
… den 3. Geburtstag von Ls Cousin M feiern
… mit L an einem Wochenende nach Merseburg fahren
… am zweiten Open Space Friday teilnehmen
… bei Ls Oma M und meinen Eltern übernachten
… gemeinsam mit L den ersten Termin bei einer Kinderpsychotherapeutin wahrnehmen
Gedanken- und Alltagsschnipsel im Januar
Alltagsschnipsel, Dies & DasDieser Januar war mindestens genauso grau und dunkel wie der im vergangenen Jahr, würde ich behaupten. An den zwei oder maximal drei Tagen, an denen in diesem Monat die Sonne schien, fühlte ich mich gleich wie ein anderer Mensch. Ich habe mir diese Tage sogar in meinem Terminkalender „Ein guter Plan“ positiv hervorgehoben. Obwohl ich das Vitamin D3 täglich einnehme, bin ich unfassbar müde und beende meine Tagesaktivitäten meist schon gegen 18 Uhr. Die Luft ist dann einfach raus. Ich habe zudem meinen abendlichen Heißhunger resignierend zur Kenntnis genommen. Ich esse dann stellenweise so viele (ungesunde) Dinge, dass mein Kalorienbedarf pro Tag erheblich überschritten wird. Es grenzt an ein Wunder, dass ich mein Gewicht seit Wochen halten kann und immer noch im mittleren Normalgewichtsbereich liege.
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Ich bin in (Sommer-)Urlaubsstimmung.
Im Juli fliegen L, J und ich für eine Woche nach Irland und besuchen S, R, T und J. Eine Woche Mama-L-Urlaub wird es im August wieder in der Nähe des Senftenberger Sees geben. Es gefiel uns beiden dort so gut, dass wir wieder hinfahren wollen. Diese beiden Wochen sind die größeren geplanten Unternehmungen in diesem Jahr.
Zur Hochzeit im Herbst 2019 bekamen M und ich zwei Wochenend-Auszeiten geschenkt. Diese Gutscheine verlängerte ich Ende letzten Jahres um ein weiteres Jahr. Die erste kleine Auszeit werden L und ich in gut drei Wochen in Merseburg nehmen. Ich hoffe, dass ich noch ein Hotel finde, bei dem wir den zweiten Gutschein einlösen können. Durch die Pandemie sind nämlich nicht mehr allzu viele Hotels übrig geblieben, bei denen ich den Gutschein einlösen kann.
Nach München fahre ich in diesem Jahr sogar drei Mal, einmal im März, einmal im Oktober zur Hochzeit meines Bruders und nochmals im November, um mir ein Konzert anzuhören und -schauen.
Gemeinsam mit Ls Oma M, ihrer Tante M und ihrem Cousin M schauen wir gerade nach einer Ferienunterkunft in der Nähe des Harzes. Für vier oder fünf Tage wollen wir im Juli zusammen Urlaub machen.
Weil ich mich schon sehr lange danach sehne, mal wieder zwei Wochen am Stück in einem warmen Land Urlaub zu machen, buchte ich kurzentschlossen über Airbnb eine bezahlbare, hübsch gelegene und eingerichtete Unterkunft am Gardasee für nicht einmal achthundert Euro. Ich kann und will es mir nicht leisten, Tausende von Euro in „nur“ sieben oder zehn Tage Urlaub zu investieren. Im Juli 2024 verbringen L und ich unseren Urlaub somit in Italien. Ich bin jetzt schon voller Vorfreude.
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Seit dem Jahr 2013 lese ich mindestens zehn Bücher pro Jahr. Spitzenrekord stellte das Jahr 2019 mit 54 gelesenen Büchern dar.
Im Januar las ich bereits drei Bücher. Eines war richtig richtig gut, durch die anderen beiden habe ich mich stellenweise ein wenig gequält. Zudem habe ich noch vier oder sogar fünf Bücher angefangen zu lesen, musste aber nach einigen Seiten oder spätestens nach der Hälfte aufhören, weil sie wirklich unfassbar schlecht waren. Ich werde wohl das Genre wechseln müssen, um neuen Lesestoff zu erschließen. Ich liebäugle mit Kriminalromanen.
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Mitte des Monats verspürte ich große Lust, erneut die Folgen der BBC-Serie „Sherlock“ zu sehen. Ich tänzelte einige Tage umher, konnte mich aber nicht so richtig durchringen, Folge 1 der ersten Staffel zu beginnen. (Ich lese viel lieber und greife eher zu einem Buch als eine Serie zu schauen.) Bei einem Nachmittagsspaziergang sah ich bei einem parkenden Fahrzeug plötzlich einen Aufkleber am Fenster, auf dem „Sherlock“ stand. Da das ganz mein Humor ist und das Schicksal offenbar sehr deutlich zu mir sprach, schaute ich noch an diesem Abend die erste Folge. Mittlerweile bin ich in Staffel drei angekommen und habe mich wieder herrlich unterhalten gefühlt. Die Serie ist wirklich toll.
