Ein Wochenende im März

Alltagsschnipsel

Ein wunderbares, warmes und ereignisreiches erstes Frühlingswochenende in diesem Jahr liegt hinter L und mir. Meinetwegen dürfen die Temperaturen ab sofort gerne im zweistelligen Bereich bleiben. Und gegen Sonnenschein habe ich ohnehin nichts einzuwenden.


Samstag, 18. März 2023


Am Freitagabend war ich bereits kurz nach 21 Uhr so unfassbar müde, dass ich meine Augen nicht mehr offenhalten konnte und nur wenige Minuten nach L tief und fest einschlief. 

Am Morgen erwachte L bereits zehn Minuten vor sieben Uhr. Och nööö, dachte ich mir. Ich hatte zwar sehr gut geschlafen und dabei viel geträumt, war aber immer noch etwas müde. L machte mir aber unmissverständlich klar, dass die Nacht nun vorbei ist.

Vor dem Aufstehen übte ich eine halbe Stunde Schwedisch mithilfe der Duolingo App und verbesserte meine Position in der Rangliste um fünf Plätze nach oben. Drei Kreuze mache ich Sonntagabend um 21 Uhr dennoch, wenn der alle paar Wochen stattfindende Wettbewerb wieder vorbei ist und ich in meinem normalen Tempo weiterlernen kann. Ich mag diese Konkurrenzkämpfe überhaupt nicht.

L und ich frühstückten gegen acht Uhr bei einem Conni-Hörspiel. 

Nach dem Essen spielte L, während ich unsere Wohnung säuberte. Zunächst bezog ich unser Bett für meine Eltern, die eine Nacht bei uns schlafen werden. Anschließend ließ ich den Staubsaugerroboter Miro durch das Zimmer fahren. Währenddessen legte ich trockene Wäsche zusammen und stellte die Waschmaschine an. Ls Kinderzimmer, in dem L und ich in der kommenden Nacht schlafen werden, räumte ich auf. Miro fuhr wenig später in der Küche, in unserer kleinen Abstellkammer und im Bad herum. Ich putzte unsere Arbeitsplatte in der Küche und räumte in dieser noch ein wenig um, ehe ich mich der Säuberung des Badezimmers widmete. Nach dem Aufhängen der Wäsche war ich mit dem Hausputz fertig. Fertig im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne Miro hätte ich die Wohnung in so kurzer Zeit nicht vorzeigbar herrichten können. 

Ich duschte, machte mich im Badezimmer ausgehfein zurecht und stritt mich nebenbei mit einer auf Krawall gebürsteten L, die absichtlich den Spiegel im Badezimmer vollspritzte, den ich erst geputzt hatte, obwohl ich sie eine Sekunde zuvor bat, bitte aufzupassen.

Mit dieser aufgeheizten Stimmung liefen wir 11 Uhr los zur S-Bahn-Haltestelle. Auf dem Weg dorthin bewunderte ich die Blumenpracht. Wir fuhren in einer nahezu leeren S-Bahn zum Leipziger Hauptbahnhof, kauften Brötchen und Croissants für das Frühstück am Sonntag ein und stellten uns an ein leeres Gleis, auf dem wenige Minuten später meine Eltern in der Regionalbahn ankamen.


Gemeinsam liefen wir bei herrlichstem Sonnenschein die Nikolaistraße entlang und kehrten in einem italienischen Restaurant ein, um eine Kleinigkeit zum Mittag zu essen. Zum Nachtisch holten L und ich uns jede noch eine Kugel Eis auf die Hand. Eine Kugel Eis kostet in dieser Saison offenbar 1,80 Euro … Einfach nicht darüber nachdenken.


Wir fuhren mit der S-Bahn zurück nach Markkleeberg. Meine Eltern konnten in unserer Wohnung erst mal ihr Gepäck abstellen, sich umziehen und frischmachen. In der Küche sitzend – für mich im wärmenden Sonnenschein, der durch das Dachfenster kam – unterhielten wir uns lange. L durfte zwischendrin eine Stunde ihre Kindervideos auf Youtube schauen.

Am Nachmittag spazierten wir gemeinsam hinter das Haus. Dort befindet sich nämlich eine Kleingartenanlage, deren Gärten wir uns anschauen und nebenbei träumen wollten. Es war mittlerweile so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen konnten. Überall zwitscherten die Vögel, die Frühblüher zeigten sich von ihrer schönsten Seite und die Luft roch nach Frühling.

Nach unserem Spaziergang fuhren wir mit dem Auto zum Markkleeberger See, der heute ganz ruhig lag. L durfte sich noch eine Weile auf dem Spielplatz austoben, ehe wir in ein gehobenes italienisches Restaurant einkehrten. Ich trank zweieinhalb Gläser von drei unterschiedlichen hausgemachten Limonaden und genoss Gnocchi mit Spinat, Tomaten und Tofuspießen.


Gegen halb acht abends waren wir wieder bei uns in der Wohnung. Wir zeigten meinen Eltern das Spiel Dobble, das L sehr gerne mag, erklärten die Regeln und spielten drei Runden.

Danach verzogen sich meine Eltern ins Schlafzimmer. Ich stellte ihnen das Live-TV des Senders ZDF an und ging zu L ins Kinderzimmer. Ich schaute noch zwei Folgen der Serie Superstore, während L auf Youtube Videos anschaute. Als L schlief, schaute ich noch mal kurz in der Duolingo App vorbei. Dann war mein Tag auch zu Ende.


Sonntag, 19. März 2023


Aufgewacht bin ich heute um sieben Uhr. Die Nacht war nur so mittelgut. Zum einen schliefen L und ich gemeinsam in ihrem kleinen Hochbett, zum anderen war das Fenster die ganze Nacht über offen. Und das sorgte für einen ziemlichen Lärm, den ich in der Form nicht erwartet hätte. Es fuhren draußen permanent (laute) Autos entlang und irgendwann kreiste sogar ein Helikopter seine Runden über die Wohngegend. Das Fenster schließen war leider keine Option. Geschlafen hatte ich dennoch, da ich mich an eins, zwei merkwürdige Träume erinnerte.

Wie auch bereits gestern Morgen verbrachte ich direkt ein paar Minuten in der Duolingo App, um meinen Rang zu verbessern. Ich wollte nämlich schon sehr gern in den Top 10 bleiben. L war kurz nach mir ebenfalls wach und durfte sich eine halbe Stunde lang Youtube-Videos ansehen. Lust, mir ein paar Minuten vorzulesen, hatte sie leider keine.

Gegen 9 Uhr frühstückten wir zu viert an unserem kleinen runden Tisch in der Küche. Anschließend wuselten wir noch etwas in der Wohnung herum. L spielte, meine Eltern packten ihre Kleidung und Habseligkeiten zurück in ihre Taschen und ich räumte in der Küche auf. Kurz vor 11 Uhr fuhren meine Eltern mit der S-Bahn zurück in die Leipziger Innenstadt. L und ich begleiteten sie nur bis zur S-Bahnhaltestelle, die etwa vierhundert Meter von unserer Wohnung entfernt liegt.


Nach der Verabschiedung meiner Eltern und dem kurzen Rückweg zur Wohnung holte ich direkt Ls neues und mein acht Jahre altes Fahrrad aus dem Keller. Luft war noch zur Genüge auf den Reifen. Wir schnappten unsere Fahrradhelme und packten eine Fahrradtasche mit Proviant, einem Kuscheltier und unseren Regenjacken und starteten in die erste Fahrradtour des Jahres UND unseres Umzugs nach Markkleeberg.
L wollte nicht zu den Seen, sondern lieber in Richtung Connewitz fahren. Und so kam es, dass wir nach einer wunderbaren und entspannten Fahrt an der blumigen Frühlingsluft feststellten, dass Ls Schule nur circa zwanzig Minuten mit dem Fahrrad entfernt liegt. Der Weg führt ausschließlich auf Radwegen durch den Agra-Park und Wald. Wir waren beide so begeistert, dass wir nun mit dem Gedanken spielen, morgen mit den Fahrrädern zur Schule zu fahren.


Wir fuhren an Ls Schule vorbei und weiter in Richtung eines Spielplatzes. Nach circa einer Dreiviertelstunde Spielen und Sonnen stellten wir uns in die lange Schlage, die sich bei unserer momentanen Lieblingseisdiele gebildet hatte. Da L eine Waffel mit einer Eiskugel darauf essen wollte, setzten wir uns heute rein. Nach der leckeren Süßspeise fuhren wir gemütlich zurück nach Hause … und hatten unglaubliches Glück. Gerade als ich die Haustür aufschloss, fing es an zu regnen.


L durfte sich ein wenig ausruhen, ihre Kindervideos auf Youtube schauen und spielen, während ich das Bett im Schlafzimmer frisch bezog, die getrocknete Bettwäsche vom Wäschestander zusammenlegte und wenig später frisch gewaschene nasse Kleidung von L und mir wieder aufhängte. Parallel dazu kochte ich L eine große Portion Nudeln mit Tomatensoße. Ich war noch satt vom gestrigen und heutigen Essen. 

Nachmittags packten wir Ls Schulranzen für den morgigen Tag. Zudem ließ ich ihr ein Bad ein. Den restlichen Abend werden wir beide so entspannt wie möglich ausklingen lassen: fernsehen, lesen und noch etwas essen. Die nächste Woche wird für L (und irgendwie auch mich) aufregend genug, denn der siebte Geburtstag steht vor der Tür.

Tagebuch – 17. März 2023

Alltagsschnipsel

Am gestrigen Tag erwähnte L nicht ein einziges Mal eventuell bestehende Bauchschmerzen. Und ich werde auch zukünftig den Teufel tun, ihr gegenüber dieses Wort zu erwähnen. Auch im Moment ist es diesbezüglich sehr ruhig … und ich wünsche mir so sehr, dass die vielen Tage voller Bauchschmerzen endlich vorbei sind.

L war gestern kurz vor dem Schlafengehen so übermüdet, dass sie einen viertelstündigen Wein- und Schreianfall bekam. Ich vermute, der Termin bei der Kinderpsychologin floss in ihre Emotionen mit ein. Sie schlief nach dem Loswerden ihrer (negativen?) Energie jedoch schnell ein. Unsere Nacht war zum Glück sehr gut, ruhig und entspannt. Ich wachte heute Morgen sogar eine halbe Stunde eher auf als sonst und fühlte mich ausgeschlafen.

Gemeinsam mit J und A fuhr ich am Morgen ins Büro nach Erfurt. Die Hinfahrt über unterhielten wir uns über die verschiedensten Themen und blödelten herum. Auf dem Rückweg nach Leipzig war ich alleine unterwegs. Die Autobahnen waren frei. Es regnete nicht. Windig war es ebenfalls nicht. Insgesamt also ein entspannter Pendeltag.

Was heute schön war:

Workshop.
Heute fand im großen Konferenzraum im Erfurter Büro ein mehrstündiger Workshop in dem von mir als Scrum Master betreuten Projekt statt. Im Vorfeld – Mittwoch um genau zu sein – stimmte ich mich mit dem Product Owner und J über die mögliche Agenda ab. Das gesamte Team arbeitete heute sehr zielgerichtet, sodass wir tatsächlich alle Punkte besprechen und bis zu dem uns vorhandenen Kenntnisstand bearbeiten konnten. Mit einem sehr guten Gefühl endete unser Treffen. Ein leckeres Mittagessen auf Firmenkosten gab es zur Freude aller selbstverständlich auch.

Unbeabsichtigte Schleichwerbung


Spielplatzbesuch.
Die Mama von Ls Schulfreundin L (nicht die Mama in der Milchtrinkpäckchen-Affäre) war am Nachmittag so lieb und holte L mit von der Schule ab. So brauchte ich mich auf der Rückfahrt nicht so sehr stressen. Wir vier waren seit Dienstag ohnehin für heute lose zum Eis essen verabredet. Am Morgen stimmte ich mich kurz mit der Mama S ab und so kam unser schöner Nachmittagsausflug zustande.
Um Viertel vor vier stieß ich zu der Bande hinzu. Eis hatten die drei zu dieser Zeit allerdings schon gegessen. Da es angenehm mild und nicht spät war, besuchten wir gemeinsam noch den in der Nähe liegenden Spielplatz. Die beiden Ls spielten und S und ich quatschten und brachten uns so auf den neuesten Stand.


Eis essen.
Als wir uns am späten Nachmittag von S und L verabschiedeten, fragte L, ob sie noch ein Eis essen dürfe. Sie durfte. Und weil ich ja noch keines hatte, kaufte ich mir auch eine Kugel. Lecker war das wieder.

Tagebuch – 16. März 2023

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen auch in dieser Nacht zum Glück wieder sehr gut.

Um den Weg zur Schule antreten zu können, musste ich heute Morgen erst mal sämtliche Scheiben des Autos frei kratzen. Obwohl die Sonne schien, waren es nur minus drei Grad Celsius.


Überraschend fand ich etwas Geld. Kein Bargeld. Vielmehr stellte ich bei Durchsicht der Umsätze im Online-Banking fest, dass ich mich Ende letzten Monats zu meinen Ungunsten verrechnet hatte. Somit steht L und mir doch noch etwas mehr Taschengeld für die zweite Märzhälfte zur Verfügung als gedacht.
Einen kleinen Teil des Geldes investierte ich allerdings direkt in neue Kleidung für mich. Ich musste in den letzten Tagen feststellen, dass viele meiner Kleider allmählich immer größere Löcher bekommen. In meiner Freizeit stört mich das herzlich wenig und ich werde sie auch weiterhin tragen, aber für wichtige berufliche Termine sind mir Löcher in der Kleidung unangenehm. Da ich nicht gern viel Geld für Kleidung ausgebe und es ohnehin mehr Kleidung auf der Welt als Menschen gibt, kaufte ich mir fünf sehr gut erhaltene Teile in einem Secondhand-Onlineshop.

Das Rätsel um die fehlenden Milchtrinkpäckchen in Ls Schulspeisung in der Mittagspause hat sich gelöst. Beiläufig erwähnte L nach dem Abholen aus der Schule, dass sie und ihre Freundin L vor zwei Wochen die Essenschips vertauscht hatten. Aus diesem Grund erhielt Ls Freundin Ls bestelltes Mittagessen UND ihre Milch. Ich traf kurz nach diesem Geständnis zufälligerweise die Mama von L auf dem Rewe Parkplatz, die mir mitteilte, dass ihre Tochter L überhaupt keine Milch mag und sie ihr diese deshalb auch nie mitbestellt.
Für diese und nächste Woche habe ich Ls Milchtrinkpäckchen dennoch abbestellt. Wie wir in Zukunft weiterverfahren, weiß ich noch nicht.

Um 17 Uhr fand Ls Gespräch bei der Kinderpsychotherapeutin statt. Ich wartete derweil im Wartezimmer und las auf meinem Telefon in meinem aktuellen Buch weiter. Kurz vor 18 Uhr kam L wieder zu mir und wir machten uns nach diesem langen Tag auf den Weg nach Hause. In zwei Wochen findet das Auswertungsgespräch statt. Dann erfahren wir, wie und ob es für uns weitergeht.


Was heute schön war:

Sonnenschein.
Beim sehr kurzen Morgenspaziergang – mir war es einfach zu kalt – freute ich mich über die Helligkeit. Alles glänzte und glitzerte im Sonnenlicht. Wenig später wärmten mich die Sonnenstrahlen am Arbeitsplatz zu Hause. Kurzum: Es ist einfach wunderbar für die Seele, wenn die Sonne scheint.

Klavier spielen.
Zwanzig Minuten meiner Mittagspause nutze ich heute, um ein wenig Klavier zu üben. Mittlerweile kann ich wieder einige der Stücke spielen, die ich vor sieben Jahren gut bis sehr gut beherrschte. Es geht voran.

Tagebuch – 15. März 2023

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen in dieser Nacht sehr gut. Weder gab es nächtliche Störungen durch Ls Bauchschmerzen noch Gedankenkarusselle, die einfach nicht stillstehen wollen. Das darf gerne in den nächsten Nächten so bleiben.

Unser Geschäftsforecast bis einschließlich Juni sieht sowohl von den Umsätzen als auch der Auslastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter her sehr gut aus. Das ist ein wunderbares Gefühl, das sich bei mir heute durch ein leichtes Kribbeln im Bauch äußerte. Ich muss meine Energie dennoch bewusst einsetzen, denn bei meinem Abstimmungstermin nach dem Mittagessen hatte ich für etwa zehn Minuten ein körperliches Stressanzeichen, das mir aus dem vergangenen Jahr noch allzu vertraut war. Ich möchte diese Phase keinesfalls wieder für mehrere Wochen durchmachen müssen.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Nachdem ich L heute Morgen bereits an der Ampel verabschiedete und sie alleine die letzten Meter zur Schule ging, lief ich noch ein paar Minuten in der Gegend herum. Es dauerte nicht lange und eine Art Graupelschauer setzte ein. Der Spaziergang tat mir sehr gut. Es war zwar wieder winterlich kalt, aber die Luft war rein.


Saxophon spielen.
Ich nutzte eine Viertelstunde meiner Mittagspause und baute mein Alt-Saxophon nach vielen, vielen Monaten Pause zusammen. Das Holzblättchen sah noch nahezu unbenutzt und sauber aus, sodass ich es guten Gewissens an meinem Mundstück befestigen und sehr leise ein paar erste Töne anspielen konnte. (Ich weiß nicht, wie toll es die Nachbarn finden, wenn ich lautstark tröte.) Ich ließ kurz darauf die Pianobegleitung des Stücks, bei dem ich auf der Hochzeit meines Bruders und J Saxophon spielen soll, laufen … und musste lachend abbrechen. Mithilfe meines Bruders fanden wir schnell heraus, dass die Noten des Saxophons einen Halbton zu tief sind. Mein Bruder änderte daraufhin die Pianobegleitung um einen Halbton, sodass das Saxophon und das Piano wieder miteinander harmonieren. Nun steht meinem Üben in Zukunft nichts mehr im Wege.

Sport.
In nicht einmal zehn Minuten machte ich zweihundert jumping jacks in vier unterschiedlichen Ausführungen mit je fünfzig Wiederholungen. Ich verstehe mich manchmal selbst nicht, warum ich mich an so vielen Tagen nicht zum Sport motivieren kann.

Softeis.
Die Sonne schien. Das war für L und mich Grund genug, die Eisdiele, die wir im vergangenen Jahr häufiger nach der Schule aufgesucht hatten, zu besuchen. Für mich gab es ein leckeres Vanille-Waldmeister-Softeis und für L ein Zimteis. Das war lecker.

Tagebuch – 14. März 2023

Alltagsschnipsel

Geschlafen haben L und ich nur so mittelgut. Irgendwann in der Nacht wachte L auf und klagte über Bauchschmerzen. Schon wieder. Ich kraulte ihr ein wenig den Bauch, nickte aber immer wieder ein, was L nicht so gut gefiel. Irgendwann schlief aber auch sie wieder ein. Beim Klingeln des Weckers waren wir beide heute Morgen noch sehr müde.

Ich trage nahezu täglich schwarze Leggings. Die von mir im vergangenen Mai bestellten drei Hosen sind mittlerweile löchrig oder stellenweise zerrissen. Es wurde somit mal wieder Zeit, mir neue zu kaufen. Ich haderte ein paar Minuten mit mir, bestellte mir dann aber drei neue Hosen. Es kann ja nicht sein, dass ich schluderig herumlaufe.

Nach der Schule ging ich mit L in die Apotheke. Ich schilderte der Apothekerin jedes Detail von Ls Bauchschmerzen. Diese beruhigte mich und meinte, dass Kinder sehr oft unter Bauchschmerzen leiden und diese oft vom Kopf herrühren. Ich kaufte dennoch zwei Arzneitees. Schaden kann es ja nicht. L ist mittlerweile sehr genervt von den ständigen Bauchschmerzen.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Nachdem ich L in die Schule brachte, lief ich noch ein paar Minuten durch die Gegend und genoss die frische, warme Luft. Ich entdeckte sogar einen mir bis dato unbekannten öffentlichen Spielplatz, der eingebettet zwischen vielen Kleingärten liegt. L und ich werden diesen bei nächster Gelegenheit gemeinsam besuchen.


Geschenke eingepackt.
Da ich seit Dezember permanent mit einem Anruf der Schule rechne, in dem ich gebeten werde, L vorzeitig abzuholen, nutzte ich ein paar Minuten meiner heutigen Mittagspause, um Ls Geburtstagsgeschenke einzupacken. Nächste Woche ist es schon wieder soweit und meine kleine L wird sieben Jahre alt.

Wasserkocher.
Ende letzter Woche ging der Wasserkocher plötzlich nicht mehr. Es war auch nichts mehr zu machen. Ich bestellte also einen neuen, der heute Abend geliefert wurde. Ich habe mich darüber unglaublich gefreut, denn ich habe den Wasserkocher wirklich schmerzlichst vermisst. Er ist bei mir mehrmals täglich im Einsatz. Das Kochen von Wasser im Topf würde mich langfristig gesehen vermutlich in den Wahnsinn treiben.

Massage.
Ich wurde wieder von einer neuen Mitarbeiterin massiert. Auch diese spricht besser Englisch als Deutsch. Sie fand schnell meine verspannten Stellen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich und massierte mich insgesamt ganz fabelhaft. Ich habe morgen bestimmt etwas Muskelkater.

Lesen.
Abends begann ich in einem neuen Buch zu lesen. Ich machte es mir im Bett gemütlich, trank zuerst ein Glas mit unglaublich leckerem Fuze Tee und kochte mir anschließend noch eine Heiße Schokolade. Während des Lesens hörte ich dem Regen und dem Wind zu, die sich vor dem Dachfenster ein Duell lieferten. Mir wurde wieder bewusst, warum ich auch den Herbst so mag.

Tagebuch – 13. März 2023

Alltagsschnipsel

Der Wunsch nach Tagebucheinträgen – ähnlich wie ich es vor allem im Jahr 2020 regelmäßig tat – wurde von einer Leserin an mich herangetragen. Der Gedanke gefiel mir auf Anhieb. Ich werde ab sofort versuchen, den Wochenrückblick und das Tagebuchbloggen abzuwechseln.

Die Nacht war mittelgut. In den frühen Morgenstunden ging mein Gedankenkarussell an und ließ sich nur widerwillig abschalten. Der Schlaf schien aber ausreichend gewesen zu sein, denn ich war den Tag über weder todmüde noch gerädert oder unkonzentriert.

Nachdem ich L in die Schule gebracht hatte, fuhr ich im Regen ins Büro nach Erfurt. Die anderthalbstündige Autofahrt über hörte ich über Spotify HIM und trällerte die meisten Songs mit. Da ich im Moment Koffein nicht so gut vertrage, füllte ich statt meines heiß geliebten Schokocappuccinos Heiße Schokolade in den Thermobecher. Das war auch lecker.
Nach mehrmaligem Verschieben des letzten Mitarbeitergesprächs konnten mein Kollege/Freund M und ich heute mit S über ihre beruflichen Ziele für das Jahr 2023 sprechen. Anschließend fuhr ich wieder zurück nach Leipzig und hatte stellenweise Mühe, das Auto wegen des starken Winds in der Spur zu halten.

L berichtete mir am späten Nachmittag, dass sie zum Mittagessen in der Schule wieder kein Milchtrinkpäckchen erhalten hat. Das passiert mir in letzter Zeit viel zu häufig. Ich finde es mittlerweile auch nicht mehr lustig, denn ein Trinkpäckchen kostet neunzig Cent.

Abends schaute ich die ersten beiden Folgen der erste Staffel der Serie „How I met your mother“. Ich wollte leichte Kost und wusste, dass viele Menschen in meinem Umfeld diese Serie bereits vor Jahren geschaut hatten. So richtig abgeholt hat mich die Serie allerdings nicht. Gut unterhalten wurde ich in den zwei Folgen aber trotzdem.

Was heute schön war:

Eis essen.
Als ich L am späten Nachmittag von der Schule abholen wollte, schauten mich mal wieder zwei Kinderaugenpaare flehend an. Eis essen wollten die beiden Mädchen mit mir. So einfach war das jedoch nicht, denn diesmal handelte es sich um Ls Klassenkameradin Y. Und für sie habe ich (noch) keine Abholerlaubnis von ihren Eltern erteilt bekommen. Glücklicherweise kam Ys Papa kurz nach mir. Die Kinder überredeten uns beide, ein Eis essen zu gehen. Da wir nicht wussten, ob die Eisdielen in der Nähe der Schule bereits wieder geöffnet haben, und weil es bereits recht spät war, kauften wir uns jeder ein leckeres Eis im Rewe.

Lesen.
Bevor ich L abends im aktuellen Buch ein paar Seiten vorlas, war sie an der Reihe. Heute begannen wir eine neue Geschichte über eine Katze. Entweder gefiel ihr die Geschichte besser als die vorherige oder sie hatte einen sehr guten Tag, denn L las wirklich super gut. In den zehn Minuten, die sie mir vorlas, schaffte sie fast fünf Seiten. Das ist im Moment ihr persönlicher Rekord.

12 von 12 im März

Alltagsschnipsel

Heute ist der 12 März. Das bedeutet, dass heute viele Bloggerinnen und Blogger wieder bei der Aktion 12 von 12 mitmachen. Am zwölften eines Monats werden im Tagesverlauf viele Fotos gemacht. Zwölf davon werden am Abend im eigenen Blog präsentiert. Auch ich möchte in diesem Jahr regelmäßig teilnehmen.



Aufgewacht sind L und ich heute Morgen gegen acht Uhr auf der Schlafcouch meines Bruders und seiner Verlobten J. Demzufolge war unser erster Blick in den Raum ein anderer als normalerweise. Zu meiner großen Erleichterung war auch diese Nacht sehr gut. Den Schlafmangel der letzten Tage dürfte ich somit wieder ausgeglichen haben.



Gemeinsam frühstückten wir halb zehn am großen Esstisch. L aß gemeinsam mit meinem Bruder eine Schale Müsli, J und ich verspeisten je eine Toastscheibe. Mein Bruder bereitete extra für mich einen Schokocappucchino und für L eine warme Schokolade zu. Nach dem Frühstück teilten wir uns zu dritt in die Schokolade der zwei Kinder-Überraschungseier rein. L wollte nur die Spielzeuge.



Am späten Vormittag war es Zeit für Ls und meine Heimfahrt. Etwa zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges kamen wir gemeinsam mit meinem Bruder und J am Münchener Hauptbahnhof an. Etwas irritiert liefen wir zunächst von Gleis 20 zu Gleis 22, ehe wir akzeptieren mussten, dass unser für 10:55 Uhr in der Abfahrt angekündigter Zug bereits um 10:42 Uhr losgefahren war.

Auf dem Weg zum Informationsschalter im Hauptbahnhof glaubte ich mich an eine E-Mail zu erinnern, die mir kurz nach der Buchung des Zuges zugesandt wurde. (Die Tickets kaufte ich bereits Ende Dezember oder Anfang Januar.) Es ist gut möglich, dass ich in dieser E-Mail über die vorzeitige Abfahrt des Zuges informiert wurde. Leider hat sich diese Information nie in der Deutsche Bahn App unter „Meine Tickets“ aktualisiert. Ich habe diese Benachrichtigung vor über zwei oder zweieinhalb Monaten schlicht und einfach vergessen. Der Mitarbeiter am Informationsschalter stellte mir direkt und unkompliziert eine Bescheinigung aus und sicherte mir obendrein zu, dass L und ich nun jeden beliebigen Zug zurück nach Leipzig nutzen dürfen.

L und ich verabschiedeten uns von meinem Bruder und J und stiegen wenig später in den ICE, der um 11:39 Uhr abfuhr. Glücklicherweise konnte ich uns noch am Gleis zwei Sitzplätze reservieren, denn der Zug war vollkommen ausgebucht.

Ich hatte mich bereits damit abgefunden, in Erfurt in einen anderen ICE, der uns nach Leipzig fahren sollte, umzusteigen. (Der Zug um 11:39 Uhr fuhr nicht über Leipzig, sondern über Halle (Saale).) Umso witziger war für mich, als L und ich auf Anraten eines Zugbegleiters via Lautsprecherdurchsage im Zug vorzeitig in Bamberg ausstiegen und in unseren ursprünglichen ICE einstiegen. Dieser Zug hatte es auf seiner Fahrt von München bis Bamberg irgendwie geschafft, eine Stunde Verspätung zu haben. Somit fuhren L und ich doch noch mit dem Zug, der dreizehn Minuten zeitiger aus München losfuhr. Kurz vor 15 Uhr kamen wir in Leipzig an.

Wir waren beide so hungrig, dass wir einen Zwischenstopp bei McDonald’s machten. Satt und zufrieden fuhren wir die letzten Kilometer mit der S-Bahn nach Markkleeberg.



Vor dem S-Bahnhof staunten L und ich nicht schlecht über die Schar an Narzissen, die am Freitag definitiv noch nicht zu sehen waren. Der Frühling kann nicht mehr weit entfernt sein.



Wieder zu Hause angekommen, bezog ich die Betten neu, stellte direkt die Waschmaschine mit der schmutzigen Bettwäsche an, verräumte den Inhalt unserer Taschen, nahm saubere Wäsche vom Wäscheständer, hing dort später die nasse Bettwäsche auf, räumte Ls chaotisches Kinderzimmer auf und den Geschirrspüler aus.

Bevor ich mich zu L, die schon wieder unter Bauchschmerzen litt, ins Bett kuschelte, aktualisierte ich meinen Terminkalender „Ein guter Plan“.



Den restlichen Abend werde ich mit meinen Duolingoübungen (Italienisch) und einem Buch oder einer Serie verbringen. L ist bereits müde und wird von mir in der nächsten halben Stunde ins Bett gebracht werden. Wir wollen es morgen wieder mit dem Schulbesuch versuchen. Zudem bin ich terminlich im Erfurter Büro verabredet.

Wochenrückblick

Alltagsschnipsel

Diese Woche verlief komplett anders als geplant. Aber wen interessieren schon Pläne?! Ich hatte an einigen Tagen Schlafstörungen aufgrund verschiedener Ursachen und lief stellenweise todmüde durch den Tag. Da mein Körper leichte Stressanzeichen signalisiert, muss und will ich meinen Fokus in den kommenden Wochen auf Entspannung und Auszeiten im Alltag legen.


Montag, 6. März 2023


In den ersten Arbeitstag der neuen Woche startete ich ruhig. Ich erledigte die zeitkritischen buchhalterischen Aufgaben, schaute die Kontoauszüge durch und vervollständigte unsere Geschäftsjahrestabelle.

Nach der Schule gingen L und ich wieder auf den in der Nähe gelegenen Spielplatz. So bekamen wir wenigstens noch etwas Frischluft.

J schrieb mittags eine Nachricht an das Tierheim in Leipzig und bekundete sehr süß sein Interesse an dem Rüden Peppi. Wir sind nun alle sehr gespannt auf die Antwort.

Den Leipziger Verkehrsbetrieben gab ich online Rückmeldung, dass ich mein Abonnement auf das Deutschlandticket umstellen lassen möchte. Ich würde ab Mai nicht nur über fünfundzwanzig Euro einsparen, sondern könnte vor allem in Leipzig, Markkleeberg, Erfurt und München unkompliziert den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Ls Schülerabonnement hingegen würde ich gern so bestehen lassen. Ich hoffe, dass dies möglich ist.


Dienstag, 7. März 2023


Nachdem ich L in die Schule gebracht hatte, fuhr ich mit meinem Kollegen A nach Erfurt ins Büro. Die anderthalbstündige Fahrt über unterhielten wir uns sehr angenehm. Auf der Rückfahrt nach Leipzig, die ich alleine antrat, wurde der Wind immer stärker. Zudem war die Sicht durch Regenschauer eingeschränkt. Ich war froh, als ich das Auto schließlich parken konnte.

J erhielt eine Antwort des Leipziger Tierheims. Der Rüde Peppi befindet sich bereits in der Eingewöhnung bei einem anderen Menschen. Das Tierheim kann sich aber vorstellen, dass J und der Rüde Devil gut zueinander passen würden. J wird nun in Ruhe über diesen Vorschlag nachdenken.

Obwohl ich die letzten Tage weniger Kalorien zu mir genommen hatte als ich sollte/müsste, wog ich am Morgen schon wieder mehr. Davon frustriert, kaufte ich mir eine Tafel Schokolade und verputzte sie abends komplett. Das tat gut.

Irritiert nahm ich am späteren Abend den starken Schneefall zur Kenntnis.


Mittwoch, 8. März 2023


L erwachte am Morgen mit Bauchschmerzen. Da sich am Vortag ein Mitschüler im Morgenkreis herzhaft in den Klassenraum übergab, ließ ich sie sicherheitshalber bei mir zu Hause. Ich arbeitete sowieso im Homeoffice. L durfte sich ausruhen und etwas fernsehen oder Hörspiele hören, absolvierte über den Tag verteilt aber auch Mathe- und Deutschaufgaben. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Lernmotivation und ihren Arbeitsergebnissen.

Ein Blick aus dem Wohnzimmerfenster zeigte Schnee. Viel Schnee sogar. Ich mag Schnee. Zu Weihnachten. Und im Januar und Februar. Im März hingegen bin ich bereits in Frühlingsstimmung. Die Wettervorhersage für die nächsten vierzehn Tage lässt mich aber weiterhin auf einen baldigen Frühlingsbeginn hoffen.

Von einem Kollegen, von dem ich es am wenigsten erwartet hätte, bekam ich am Morgen sehr nett formulierte Glückwünsche zum Frauentag. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

J ist sich sehr unsicher wegen einer Hundeadoption. Ich gehe im Moment stark davon aus, dass aus der Idee nichts werden wird.

Obwohl ich am Vortag mehr Kalorien aufgenommen hatte als ich sollte, wog ich am Morgen deutlich weniger. Verstehe einer den menschlichen Körper.


Donnerstag, 9. März 2023


Die letzten Nächte schlief ich nicht besonders gut. Ich denke, der Vollmond ist daran nicht ganz unbeteiligt. Hinzu kommt ein sich permanent drehendes Gedankenkarussell, das sich auch in der Nacht nur schwer abstellen lässt. Diese Nacht verlief wieder ähnlich. Zu meiner Müdigkeit am Morgen kam diesmal noch ein schmerzender Nacken hinzu. Ich rieb die Stelle gleich mit meiner Salbe ein und hoffe, dass ich meinen Kopf zeitnah wieder vollständig nach rechts drehen kann.

Ls Bauchschmerzen entwickelten sich bereits am Abend zuvor zu einem Magen-Darm-Infekt. Mit mildem Verlauf. Ich meldete sie dennoch für die restlichen beiden Unterrichtstage in dieser Woche ab. Sie soll sich auskurieren und nächste Woche wieder fit am Unterricht teilnehmen. Deutsch- und Matheübungen absolvierte sie dennoch. Interessanterweise fällt ihr das Rechnen im Zahlenbereich bis zwanzig leichter als im Bereich bis zehn. Mit ihrem Lese- und Schreibfortschritt bin ich sehr zufrieden.

Unerwartet teilte mir J am Abend seine Entscheidung mit. Er wird erneut Kontakt mit dem Tierheim in Leipzig aufnehmen und um ein Kennenlernen mit dem Rüden Devil bitten. Vielleicht findet eine treue Hundeseele doch noch ein liebevolles Zuhause.


Freitag, 10. März 2023


Die Nacht war noch schlafärmer und unruhiger als die Nächte zuvor. L wachte mehrfach auf, wollte jedes Mal auf die Toilette begleitet werden und fand anschließend aufgrund ihrer Bauchschmerzen nicht gleich zurück in den Schlaf. Außer diesen Bauchschmerzen fehlt ihr aber absolut nichts. Sie hat nach wie vor großen Appetit, erbricht nicht, hat kein Durchfall und kein Fieber. Sie ist zudem nicht mehr so blass wie in den Wochen zuvor und auch ihr penetranter Husten ist kaum noch vorhanden. Ich vermute allmählich, dass ihre Bauchschmerzen vom Wachstum ihrer inneren Organe herrühren könnten.

Unfassbar gerädert und todmüde lief ich durch den Tag. Mein Körper signalisiert mir schon seit einigen Tagen leichte Stresssymptome. Ich muss ab sofort noch besser auf mich achtgeben, damit ich nicht wieder wochenlang darunter leide.

Der Sonnenschein und die Temperaturen um die zehn Grad Celsius wirkten bei mir Wunder. Fühlte ich mich am Vortag noch überfordert, vom Winterwetter und den permanenten Infekten von L genervt und völlig ausgelaugt, sog meine Seele förmlich die UV-Strahlen in sich auf und verteilte das Gefühl von Wärme und den Duft des Frühlings im ganzen Körper. Auch L tanzte ein paar Minuten lang glücklich an der frischen Luft herum.

Am Abend kamen L und ich pünktlich nach einer mehrstündigen Zugfahrt bei meinem Bruder und J in München an. L, deren Bauchschmerzen während der Fahrt im ICE wieder begannen, war leider nur noch ein Häufchen Elend. Während wir anderen die unglaublich leckeren türkischen Manti aßen, war L sehr weinerlich und wollte ins Bett. Wir verabreichten dem armen Kind ein pflanzliches Medikament und gaben ihr eine Wärmflasche. Von ihrem Onkel bekam sie eine liebevolle Bauchmassage. Gegen 20 Uhr war L bereits eingeschlafen. Ich konnte mich wenigstens noch eine halbe Stunde mit meinem Bruder und J unterhalten, ehe L kurz wach wurde und nach mir rief. Ein zweites Mal schaffte ich es aufgrund meiner eigenen Müdigkeit nicht mehr, zu den beiden ins Nebenzimmer zu gehen.

Türkische Manti



Samstag, 11. März 2023


Schlaf! Endlich! Viele Stunden schliefen L und ich ohne Störungen oder andere nennenswerte Unterbrechungen bis acht Uhr am Morgen durch. Zum Frühstück bekam ich sogar einen eigens für mich zubereiteten Schokocappucchino. Croissants gab es für L und mich auch. Das war ein wunderbarer Start in den Tag.

Vormittags fuhren wir mit der U-Bahn und dem Bus in den AirHop Trampolinpark. Dort wurde seit unserem letzten Besuch vor mehr als einem Jahr einiges umgebaut. Es gab beispielsweise einen Hindernisparcours, bei dem wir vier in unterschiedlichen Konstellationen auf Zeit gegeneinander antraten. (Spoiler: L und mein Bruder gewannen am häufigsten.)

Mittags aßen wir einen leckeren (veganen) Hotdog. L und ich probierten erstmals einen Bubble Tea aus. Ich denke, ein solch köstliches Getränk werden wir uns in der wärmeren Jahreszeit öfter gönnen.


Geschafft von den ersten Stunden des Tages zogen wir uns am frühen Nachmittag in die Wohnung zurück. Ich konnte weiteren Schlaf nachholen. Sogar L machte ein wenig Mittagsschlaf.

Nach dem Aufwachen hatte L wieder Bauchschmerzen und weinte. Sie bekam einige Tropfen des pflanzlichen Medikaments. Mein Bruder und ich sind uns unsicher, ob L sich nicht zu sehr in diese Bauchschmerzen hineinsteigert. Denn auf dem Weg zum Restaurant, im Restaurant selbst, auf dem Rückweg und während des gesamten restlichen Abends klagte sie kein weiteres Mal darüber.

Wir aßen abends im Restaurant Secret Garden. Jedes Gericht auf der Speisekarte ist vegan. Wir bestellten eine ganze Menge, stellten die Speisen auf die Mitte des Tisches und teilten alles miteinander, sodass jede und jeder von uns alles probieren konnte. Unfassbar lecker war das! Ich bin mir sehr sicher, dass wir wiederkommen werden.


Vor dem Schlafengehen beschäftigten M, J und ich uns mit der instrumentalen Begleitung des Songs, der im Herbst während Js Gang zum Traualtar von mir auf dem Alt-Saxophon gespielt werden soll. Ich habe jetzt noch ein halbes Jahr Zeit zu üben. Ich bin zuversichtlich, dass mein kleiner Auftritt auf der Hochzeit sehr schön klingen wird.


Sonntag, 12. März 2023


Gleich nach dem Frühstück machten sich mein Bruder, J, L und ich auf den Weg zum Münchener Hauptbahnhof. Wir kamen etwa zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges auf dem Gleis, der mir unter „Meine Tickets“ in der Deutsche Bahn App angezeigt wurde, an. Interessanter Weise war der Zug zu dieser Zeit bereits abgefahren. Und zwar erst seit ungefähr drei Minuten. Insgesamt fuhr unser Zug dreizehn Minuten eher ab als angekündigt.
An der Information im Hauptbahnhof wurde mir unkompliziert eine Bescheinigung ausgestellt. Mir wurde zudem zugesichert, dass ich nun jeden beliebigen Zug nach Leipzig nehmen dürfe.
Etwa eine Stunde später als geplant saßen L und ich im nächsten Zug. Auf Anraten des Zugbegleiters stiegen wir spontan in Bamberg um und fuhren nur zehn Minuten später mit unserem ursprünglichen Zug, der dreizehn Minuten eher von München losfuhr, nach Leipzig weiter. Dieser Zug hatte nämlich auf seiner Fahrt nach Bamberg eine Stunde Verspätung angehäuft.
Mir ist auf meinen zahlreichen Fahrten mit der Deutschen Bahn schon so einiges passiert, aber es bleibt doch immer wieder spannend.

#WMDEDGT März 2023

Alltagsschnipsel

Ausschlafen war mir an diesem Wochenende nicht vergönnt. Auch heute war ich gegen sieben Uhr wach. Trotz einer bestehenden Restmüdigkeit konnte ich nicht zurück in den Schlaf finden. Während L noch tief und fest schlummerte, hörte ich den Vögeln beim Trällern ihrer Morgenlieder zu. Auch wenn die Wettervorhersage für die kommende Woche noch sehr deutlich winterliche Temperaturen zeigt, habe ich die Hoffnung auf Sonnenschein und baldige Frühlingswärme noch nicht aufgegeben.

Noch im Bett liegend bestellte ich für eine Schulfreundin von L ein Geschenk, welches L in circa einem Monat mit zur Kindergeburtstagsfeier nehmen soll. Das Mädchen wünscht sich neue Malstifte und die soll sie auch bekommen. Seit anderthalb Jahren schleiche ich um einen japanischen Manga aus den 60er oder 70er Jahren herum, der es endlich nach Deutschland geschafft hat. Da ich für mich selbst kaum Geld ausgebe, mir diesen ersten Band aber wirklich wünsche, bestellte ich ihn mir. Morgen soll er bereits eintreffen.

Als L halb neun aufwachte, kamen wir auf das Thema Haustiere, in unserem Fall Hund oder Katze, mit sämtlichen Vor- aber eben auch Nachteilen zu sprechen. Und dann machten wir einen ersten Fehler, indem wir die Seite des Tierheims Leipzig aufriefen. Uns fielen direkt drei Rüden ins Auge, die vom Tierheim nicht als gefährlich eingestuft wurden und sehr verspielt und verschmust sein sollen. Unser zweiter Fehler bestand darin, dass wir die Informationen über diese drei Hunde an J weitergaben.

Um neun standen wir auf. Es war so unfassbar kalt in der Wohnung, dass ich in der Küche und im Wohnzimmer kurz die Heizung aufdrehte. Ich verschwand daraufhin im Bad, wusch mein Gesicht mit meiner Mannaseife, ölte es anschließend ein und zog mich an. L suchte sich ihre Kleidung selbst aus dem Schrank heraus und zog sich derweil im Wohnzimmer an.

Unser Sonntagsfrühstück fiel sehr dürftig aus. Jede von uns bekam etwas zu trinken und ein belegtes Toast zu essen.

L hörte nach dem Essen auf ihrem Hochbett ein Hörspiel über die Toniebox, unterbrach dieses aber kurz, als ich mich lautstark in ihrem Zimmer über die Unordnung beschwerte. Widerwillig half sie mir etwas beim Aufräumen, ehe sie wieder aufs Bett krabbelte und weiter hörte. In Zukunft darf sie ihr Zimmer so unordentlich lassen wie sie will, muss dafür aber ihre saubere Kleidung selbst in den Schrank räumen. Sie ist sofort einverstanden gewesen.

Ich ließ vormittags unseren Staubsaugerroboter in drei Räumen fahren, legte Wäsche zusammen, verräumte sie in meinem und ein letztes Mal in Ls Schrank und hing die frisch gewaschene Kleidung zum Trocknen auf. L durfte ein wenig über das iPad fernsehen, während ich Zeit hatte, um mich um meinen Terminkalender “Ein guter Plan” zu kümmern. Diese Minuten für mich mag ich immer sehr.

Bevor wir mittags mit dem Auto nach Connewitz fuhren, half ich L beim Zähneputzen und Inhalieren. Wir haben beide das Gefühl, dass ihr Husten schon sehr viel besser geworden ist. An eine dauerhafte Asthmaerkrankung glaube ich mittlerweile nicht mehr. Wenige Meter vom Restaurant „Goldene Krone“ entfernt fanden wir einen Parkplatz. Auf J mussten wir zum Glück nicht lange warten. Mit Einsetzen des Schneefalls betraten wir das warme Restaurant. Während wir uns am abwechslungsreichen, leckeren asiatischen Buffet satt aßen, sprachen wir immer wieder über Peppi, einen Rüden, der aktuell im Tierheim in Leipzig lebt. Und dann folgte Fehler drei am heutigen Tag: Wir bauten Luftschlösser. Wenn J als Hauptverantwortlicher wirklich diesen Hund adoptiert, hätte er die Unterstützung von drei Erwachsenen einschließlich mir und seinem Mitbewohner sowie von L sicher. Für L und mich hätte es den Vorteil, dass wir wieder viel Kontakt zu einem Hund hätten, ohne ganz alleine für ihn verantwortlich zu sein. J wird morgen das Tierheim Leipzig anschreiben, um ein erstes Kennenlernen mit Peppi, den wir vermutlich in Pepe umbenennen, aber weiterhin Peppi rufen würden, zu vereinbaren.

Nach dem Essen kaufte J in einem Späti zehn Center Shock Kaugummis. Die kenne ich noch aus meiner Kindheit. Ich war erstaunt darüber, dass es sie noch gibt. L war von dem sauren Geschmack total begeistert. Wir blieben noch etwas in der Nähe des Späti stehen und entdeckten, dass ein Spielplatz in Js Wohnnähe, den wir schon oft besucht hatten, neu gestaltet und umgebaut wird. Ersten Blicken hinter die Absperrung zufolge wird er noch schöner werden als zuvor.

Nachmittags waren L und ich wieder zu Hause. L ließ sich von mir die Fingernägel violett anmalen, während ich mit halbem Auge zum Display schielte, auf dem der RTL Zwei Livestream lief. Der Sender feiert an diesem Wochenende seinen dreißigsten Geburtstag. Ich bin mit dem (Kinder-)Programm groß geworden und wollte bei der ein oder anderen Serie von früher nicht fehlen.

L durfte abends in die Badewanne gehen, nachdem sie in der Anton App alle Übungen zum Buchstaben R erledigt hatte. Nach dem Baden stand das halbe Bad unter Wasser. Das sah ich sehr locker, konnte ich mir so das Wischen des Badezimmerfußbodens sparen. 

Im Gegensatz zu mir, die noch sehr satt vom Mittagsbuffet war, hatte L Hunger und aß abends eine Schüssel voll mit Erbseneintopf. Während des Erwärmens der Suppe kümmerte ich mich um die weißen und roten Rosen, die L und ich am Montag beim Einkaufen mitnahmen. Einige der Blumen sahen noch sehr gut aus und werden uns mit ihrem Anblick bestimmt noch ein paar Tage erfreuen.

Nach Ls Abendessen packten wir gemeinsam ihren Schulranzen für morgen. Sie löste noch eine Matheübung in der Anton App und durfte den restlichen Abend fernsehen.

Nach dem Zähneputzen und Inhalieren wird L mir zehn Minuten im Buch „Pittiplatsch – Geschichten zum Lesenlernen“ vorlesen und von mir eine weitere Unterschrift in ihrem Leseheft bekommen. Anschließend werde ich ihr ein Kapitel aus dem zehnten Buch der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vorlesen. Bevor ich mich nachher schlafen legen werde, absolviere ich noch meine Französischübungen auf Duolingo und schaue einen Film.

Wochenrückblick

Alltagsschnipsel

Alles neu macht der Ma… März! Ich möchte ab sofort einen Wochenrückblick schreiben. Es passieren so viele kleine und große Dinge in Ls und meinem Alltag. Diese möchte ich gern in erster Linie für mich festhalten, um sie nicht zu vergessen. Gleichzeitig möchte ich aber auch einen tieferen Einblick in unser Leben zu zweit geben.


Montag, 27. Februar 2023


Die Winterferien sind nun auch in Sachsen vorbei. Dennoch brauchte L nicht in die Schule gehen und konnte ausschlafen. Grund hierfür war unser Erstgespräch bei einer Kinderpsychotherapeutin in Leipzig.

Bevor wir uns kurz nach 9 Uhr durch den Stadtverkehr quälten, rief ich in der Uniklinik in Leipzig im Bereich Pneumologie an, um für L, die seit Anfang Februar einen Husten hat, der einfach nicht besser werden will, einen Termin zu vereinbaren. Die Mitarbeiterin meinte, freie Termine gäbe es erst wieder im Oktober und November. Sie nannte mir die Namen der drei übrig gebliebenen Ärzte und Ärztinnen in Leipzig, die im Bereich Pneumologie praktizieren. Ich probierte es daraufhin telefonisch in der erstgenannten Praxis. Die Angestellte gab mir für Anfang Juli einen Termin. Bis dahin werden L und ich schauen, ob durch das Inhalationsspray, das Ls Kinderärztin letzten Freitag verschrieb, eine Besserung eintritt. Beim Abhören der Lunge war eindeutig eine Verengung hörbar. Arme L.

Unser Termin bei der Kinderpsychologin verlief gut. L wurde ein wenig ausgefragt, antwortete aber zögerlich und schüchtern. Die Praxis wird nun den März nutzen, um zu schauen, ob wir hier richtig sind oder ob eine „normale“ Trauerbegleitung, beispielsweise bei der Wolfsträne in Leipzig ausreicht.


Dienstag, 28. Februar 2023


Das Weckerklingeln riss mich mitten aus meinem Traum. Gerädert startete ich somit in den Tag. Das finde ich immer nicht so schön.

L besuchte wieder die Schule. Das zweite Schulhalbjahr startete mit einer Methodenwoche. Den Schülerinnen und Schülern wurden Neuerungen mitgeteilt und der bisherige Unterrichtsstoff wurde wiederholt. L brachte eine Einladung zu einer Kindergeburtstagsfeier mit nach Hause und verteilte ihre eigenen.

Ich fuhr in der Mittagszeit nochmals in die Praxis der Kinderpsychotherapie. Es stand ein Anamnesegespräch über L auf dem Plan, welches eine andere Psychologin als am Tag zuvor mit mir führte. Diese Frau war unglaublich nett. Ihr gehört auch der Therapiehund, der mir ein paar Mal zur Begrüßung über die Hand schleckte und sich anschließend zum Schlafen in eine Ecke verkrümelte. Die Ärztin nahm mir in einigen Punkten meine Sorgen und Ängste. Beispielsweise bei der Thematik Schlaf und Familienbett. Nach dem Termin fühlte ich mich richtig gut. Vielleicht mache ich doch nicht alles falsch in Ls Erziehung.

Mit meiner Freundin J aus Dresden tauschte ich mich telefonisch über die Geschehnisse in den letzten zwei Wochen aus. In ihrem Leben ist im Moment auch so einiges los.


Mittwoch, 1. März 2023


Karneval oder Fasching, wie wir zumindest in Thüringen und Sachsen sagen, ist zwar seit letzter Woche vorbei, dennoch durften die Kinder verkleidet zum Unterricht erscheinen. L ging als Hauskatze. Ihr Kostüm bestand aus mehreren Einzelteilen und ließ sich schnell an- und ausziehen. In der Schule wurde zudem der 100. Schultag gefeiert. Aus der Klassenkasse wurden zur Feier des Tages sogar Pfannkuchen (Krapfen) gekauft.

Mein Arbeitstag war produktiv. Das ist immer ein sehr schönes Gefühl. Am Monatsanfang habe ich viel zu tun. Der alte Monat muss zeitnah buchhalterisch abgeschlossen und erste Rechnungen für den neuen Monat wollen geschrieben werden. Unserer Finanzbuchhalterin stellte ich im Unternehmen online sämtliche Rechnungseingänge und -ausgänge bereit. Um die Auslagen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmerte ich mich auch.

Meine Masseurin hat seit letzter Woche eine neue Angestellte. Diese wiederholte auch diesmal ein nettes Kompliment. Weil ich offenbar sehr jung aussehe, glaubte sie, ich sei noch eine Schülerin und maximal achtzehn Jahre alt. Ein wenig geschockt schien sie schon zu sein, als ich ihr mitteilte, dass ich bereits vierunddreißig Jahre alt bin.
Sie kümmerte sich erneut sehr gut um meine Verspannungen in der Schulter. Ich mag es, wenn Massagen ein wenig schmerzen.
Die Angestellte ist vermutlich in ihren Zwanzigern, kommt aus Thailand und lernt gerade die deutsche Sprache. Aus diesem Grund spricht sie mit mir die meiste Zeit Englisch. Ich bin im Moment wohl die einzige Kundin, mit der sie sich unterhalten kann. Auch wenn ich selbst Unsicherheiten in der englischen Kommunikation habe und mir oft Vokabeln nicht einfallen, möchte ich in Zukunft versuchen, mich mehr mit ihr zu unterhalten. Das wäre für uns beide eine Win-Win-Situation. Trotz ihres Akzents verstehe ich ihr Englisch nämlich ausgesprochen gut.

Ich führe seit Anfang 2022 sehr diszipliniert eine Tabelle, in der meine und Ls Einnahmen und Ausgaben detailliert und vollständig aufgelistet sind. So sehe ich Monat für Monat, wie viel Taschengeld uns für Freizeitaktivitäten, Geburtstagsgeschenke für Dritte, Urlaubsreisen, Kleidung etc. zur Verfügung steht. Würde ich diese Übersicht nicht führen, würden wir vermutlich über unsere Verhältnisse leben. Ende des Monats feiert L ihren ersten von insgesamt zwei Kindergeburtstagen. Das Geld für den Indoorspielplatz in Erfurt hob ich direkt vom Konto ab und legte es an einen sicheren Ort, damit ich es nicht versehentlich für etwas anderes ausgebe. Mein Glück ist, dass ich solche Tabellen sehr mag. Dennoch stimmt es mich manchmal traurig, wie teuer alles geworden ist und wie schnell mir das Geld durch die Finger rinnt. Ungefähr neunzig Prozent des Taschengelds gebe ich für meine L aus, um ihr eine abwechslungsreiche, angenehme Kindheit zu bescheren. Das tue ich sehr gern. Und doch spüre ich Monat für Monat sehr deutlich, dass ein zweites Einkommen fehlt. Jede finanzielle Entscheidung lastet alleine auf meinen Schultern. Ich bin die Gute, wenn ich meinem Kind einen Wunsch erfüllen kann, und die Böse, wenn ich es nicht kann. Ich frage mich sehr oft, wie es anderen Alleinerziehenden ergeht, die finanziell nicht so gut dastehen wie L und ich, denn uns beiden geht es alles in allem immer noch sehr gut.

Weil mich am Vortag zwei Kinderaugenpaare flehend und sehnsüchtig anschauten, holte ich am Nachmittag nicht nur L, sondern auch ihre Schulfreundin L ab. Gemeinsam gingen wir zum nahegelegenen Spielplatz. Es war zwar kalt, aber sonnig und nahezu windstill. Ls Freundin meckerte kurz über die von mir gekauften (zuckerfreien) Knabbereien, griff wenig später aber sehr beherzt in die Tüte. Ihre Mama, die eine Dreiviertelstunde später zu uns stieß, meinte, dass sie solche Knabbereien selbst häufig kauft.

Abends las ich die ersten Kapitel im neuen Buch meiner Lieblingsautorin.


Donnerstag, 2. März 2023


In der Nacht träumte ich, dass meine Kollegin S und ich vollständig bekleidet in einem Schwimmbecken mit vier Delfinen waren und darüber sprachen, was wir mit den Therapiekindern anstellen könnten, wenn die Delfine mal keine Lust auf ihre Aufgabe/Arbeit haben. Es ist immer wieder spannend, was nachts in den Köpfen so vor sich geht.

L ist einfach kein Morgenmensch. In den Winterferien war ich optimistisch. Ich wollte unseren Wecker nach den Ferien eine halbe Stunde nach hinten stellen, damit wir länger schlafen können. L bummelt morgens jedoch so sehr, dass ich gezwungen bin, sie nach wie vor früh zu wecken, wenn wir pünktlich das Haus verlassen wollen. Ein Unterrichtsbeginn um 08:30 Uhr oder 9 Uhr würde zumindest meinem Kind besser bekommen. Auch ich spüre, wie das frühe Aufstehen an meinen Kräften zehrt. In den Ferien schliefen L und ich teilweise nur eine Stunde länger und der Start in den Tag war um so vieles einfacher und besser. Aber alles meckern hilft nichts. In fünfeinhalb Wochen sind ja wieder Ferien.

L und ich besuchten am Nachmittag einen uns bis dato unbekannten Spielplatz in Markkleeberg. Er liegt umgeben von kleinen Einfamilienhäusern in ruhiger Lage. Ich hab L gleich verkündet, dass ich diesen ruhigen, gemütlichen Ort im Sommer öfter mit ihr aufsuchen möchte.


Freitag, 3. März 2023


Am Morgen war ich von Ls Bummelei und ihrem Verhalten, das genau gegenteilig zu meinen geäußerten Bitten war, genervt. Das führte dazu, dass ich mich ihr gegenüber nicht sehr erwachsen und vernünftig verhielt. Sie musste weinen. Das tat mir natürlich sehr leid. Niemand sollte um sieben an einem neuen Tag in Tränen ausbrechen müssen. Ich fühlte mich deshalb viele Stunden des Tages unfassbar schlecht.

Während meiner Autofahrt ins Büro nach Erfurt überfiel mich wie so oft in letzter Zeit meine Trauer um M. Ich lasse den Schmerz bewusst in Form von Tränen aus meinem Körper heraus, finde den Zeitpunkt dennoch ein wenig ungünstig. Immerhin muss ich mich während der Fahrt auf den Verkehr konzentrieren. Gleichzeitig sind die Autofahrten, zumindest wenn ich alleine unterwegs bin, die einzige Möglichkeit für meinen Geist, die Geschehnisse der letzten Jahre zu verarbeiten. Ich bin ja ansonsten nie alleine. Mein Geist und Körper werden schon wissen, warum sie genau diese Alltagssituation zur Trauerbewältigung ausgewählt haben.

Um die Mittagszeit fuhr ich zu meiner Gynäkologin, bei der ich zuletzt im Januar 2021 vorstellig war. Letztes Jahr war so vollgepackt mit Ereignissen, Entscheidungen und Neuerungen, dass ich es nicht geschafft hatte, zur Krebsvorsorge zu gehen. Entsprechend aufgeregt war ich natürlich, als ich das Sprech- und Untersuchungszimmer der Ärztin betrat. Wenige Minuten später konnte ich aufatmen: Ich bin gesund und alles ist so wie es sein soll.


Samstag, 4. März 2023


Am Vormittag machten L und ich uns beizeiten auf den Weg nach Chemnitz, um N, ihren drei Jahre jüngeren Bruder und ihre Großeltern zu besuchen. Kennengelernt hatten wir uns im vergangenen Sommer während Ls und meinem Urlaub in der Nähe des Senftenberger Sees. Die vier bewohnten damals das Nachbarbungalow auf demselben Grundstück.

Wir wurden freudig und aufgeregt begrüßt. L war anfangs wieder sehr zurückhaltend, beobachtend und schüchtern, taute aber nach und nach auf und übernahm schließlich Ns Übermut und wuselte mit ihr durch die Wohnung der Großeltern umher.

Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Kuddeldaddeldu, einem wunderschönen Indoorspielplatz mitten im Chemnitz Center, einem riesengroßen Einkaufszentrum. Die drei Kinder hatten sehr viel Spaß. Ich unterhielt mich derweil mit dem Opa und schickte zwischendurch der Mama von Ls Schulfreundin L den Link zu diesem Indoorspielplatz als Anregung. Diese wollen im Sommer 2024 nach Geithain umziehen und fahren dann nur etwa fünfundzwanzig Minuten bis dahin.

Nachmittags kehrten wir in die Wohnung der Großeltern zurück, aßen selbstgebackenen Apfelkuchen und ließen die drei Kinder noch bis zum frühen Abend mit der Verkleidungskiste spielen, ehe L und ich uns auf den Heimweg machten. Im Frühling dürfen wir die vier in ihrem Garten besuchen kommen.

Kurz vor dem Schlafengehen beendete ich das neueste Buch meiner Lieblingsautorin. Lange auf Lesenachschub brauche ich wohl nicht zu warten, denn Anfang Mai will sie bereits die Fortsetzung veröffentlichen.


Sonntag, 5. März 2023


Mit J trafen L und ich uns am Mittag zum asiatischen Buffet in Connewitz. Uns drei lässt der Gedanke, einem Hund aus dem Tierheim ein schönes Leben zu bereiten, seit einiger Zeit nicht mehr los. Auch Js Mitbewohner J und dessen Freundin S könnten sich vorstellen, einen Hund zu haben. J würde den Hund offiziell adoptieren, aber um ihn kümmern und sämtliche Kosten teilen würden sich vier Erwachsene und ein Kind. Besonders hat es uns der Rüde Peppi aus dem Leipziger Tierheim angetan. J will sich in den nächsten Tagen mit dem Tierheim in Verbindung setzen.