Unser Silvester

Alltagsschnipsel

Erst nach dreiundzwanzig Uhr legten L und ich uns gestern schlafen. Wir wollten schließlich für den heutigen Abend üben.
Aufgewacht bin ich am Morgen gegen halb neun. Ich war zwar noch ziemlich müde, hörte aber bereits das Geschirr klappern. Bis zum Aufwachen von L las ich noch ein paar Seiten in meinem Buch.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit Schokocappucchino und Croissant machten meine Eltern, L und ich uns auf den kurzen Weg zu meiner Oma H, die heute ihren einundachtzigsten Geburtstag hat. Wir überreichten unsere Geschenke, hielten etwas Smalltalk und verkrümelten uns zehn Minuten später wieder. Feiern wird meine Oma aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht.

Als wir wieder zu Hause waren, übte ich mit L eine Viertelstunde im Schreibschriftheft. Von Mal zu Mal wurden ihre Buchstaben schöner. 
Ich merkte beim Üben wieder sehr deutlich, dass L sich oft einfach nur selbst im Weg steht. Würde sie weniger nölen und jammern, sondern einfach mal machen, hätte ich zum einen weniger zu schimpfen, zum anderen hätten wir beide mehr Freizeit.

Vor dem Mittagessen, zu dem es bei uns traditionell eine von meiner Mama zubereitete Linsensuppe gab, um auch im kommenden Jahr Glück und genug Geld zu haben, telefonierten wir abwechselnd mit meinem Bruder.
Danach war Mittagsruhe. Ich las auf den Blogs, denen ich folge, die Jahresrückblicke und machte für ein paar Minuten die Augen zu. L spielte derweil und schaute Videos auf dem iPad.

Halb vier entschied ich mich dazu, noch ein paar Sportübungen zu machen, um den Aufbau der Routine nicht zu gefährden. 

Nach einem leckeren Glas Bowle mit Früchten spielten meine Mama, L und ich schließlich eine Runde “Mensch ärgere dich nicht” und danach das lustige Spiel “Pass auf, was du sagst”. Beide Male gewann meine Mama.
Ich ließ L nochmals zwei Buchstaben in Schreibschrift üben, ehe wir die Hefte für den Rest des Jahres sehr weit weg legten.

In den Abend starteten wir gemütlich und entspannt mit einem leckeren Abendessen, zu dem es unter anderem zwei Salate, Baguettes und Gemüsebällchen gab.
Danach las ich noch eine Weile in meinem Buch, ehe wir gemeinsam zwei Stunden lang ein von meinem Papa vor fünfundzwanzig Jahren erdachtes und entwickeltes Brettspiel spielten, bei dem L sehr große Freude am Vorlesen der Ereigniskarten hatte und ich letztendlich aufgrund des höchsten Postens und Ranges gewann.


Bevor ich wieder in meinem Buch versank, verteilte ich an uns alle je ein Los der Glücksrakete. Bei der ersten der beiden Gewinnchancen gingen wir leider leer aus.

Die letzte halbe Stunde des Jahres schauten wir gemeinsam die Silvester-Show im ZDF, stießen Punkt null Uhr mit einem Glas (Kinder)Sekt an, schauten uns vom Fenster aus das Feuerwerk an und rubbelten erneut je ein Glücksraketelos frei. Meine Eltern hatten beide Glück und gewannen je fünf Euro.


Ich wünsche allen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr! 🙂

Tagebuch – 30. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte eine gute Nacht und wachte gegen halb neun auf. Als L kurz darauf ausgeschlafen hatte, spielten wir im Bett die Kinderedition des Spiels “Pass auf, was du sagst”, das L über die Weihnachtsferien von der Schule mit nach Hause nehmen durfte. Es ist faszinierend zu beobachten, wie gut und schnell L lesen kann, wenn sie Lust darauf hat.

Nach dem Frühstück packte ich eine kleine Tasche mit Kleidung für drei Nächte und ging anschließend unter die Dusche.

Gegen späten Mittag fuhren wir auf Wunsch eines einzelnen Kindes erneut zu meinen Eltern nach Erfurt. Unterwegs hörten wir vermutlich ein letztes Mal für etliche Monate Weihnachtsmusik. 
Wir machten zuvor einen kurzen Abstecher ins Paunsdorf Center, weil L ihr Taschengeld unters Volk bringen und sich ihre eintausendste Puppe kaufen wollte.

Was heute schön war:

Restaurantbesuch.
Abends gingen wir zu viert im italienischen Restaurant “Trattoria la Grappa” in der Erfurter Innenstadt essen. Für mich gab es ein Gnocchi-Gericht, für L Nudeln und meine Eltern teilten sich eine große Vorspeisenplatte für zwei Personen.

Tagebuch – 29. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Obwohl ich gestern Abend erst spät eingeschlafen bin, war meine Nacht erholsam, ruhig und schlafreich. L hustete nicht einmal. Kurz nach halb acht heute Morgen war ich allerdings bereits ausgeschlafen und hatte noch eine Stunde Zeit für mich, ehe L aufwachte. Diese nutzte ich für private Planungen.

Vormittags aktualisierte ich meine Finanzplanung. Der Brutto-Netto-Rechner wurde mittlerweile auf das Jahr 2024 umgestellt, sodass ich meine Zahlen einmal durchlaufen lassen konnte. Dabei stellte ich fest, dass meine Krankenkasse (AOK Plus) ihren Zusatzbeitrag auf 1,8 Prozent erhöhen wird. Immerhin verringert sich die Lohnsteuer um ein paar Euro.
Auslöser meines Finanzupdates war im Übrigen die Überweisung von Ls Unterhaltsvorschuss, der überraschend höher ausfiel als erwartet. Ich bekomme ja grundsätzlich nichts mit und wusste somit auch nichts von einer geplanten Erhöhung. Umso größer war natürlich meine Freude.

Bevor L und ich am Nachmittag mit dem Auto zum Einkaufen fuhren, ließ ich sie unseren Einkaufszettel schreiben. Ich diktierte ihr einige Lebensmittel, die wir unbedingt benötigten. Das klappte sehr gut. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Funfact: Ich hatte beim Einkauf weder mein Telefon, auf dem sich die Einkaufsliste befand, noch den von L geschriebenen Zettel dabei. Bis auf eine wichtige Sache konnte ich mich aber an alles erinnern.
Vom Einkauf mitgebracht hatte ich auch zwei Karten. Eine ist für meine Oma bestimmt, die an Silvester einundachtzig Jahre alt wird. Da ich eine Anrufallergie habe, bin ich dazu übergegangen, ihr Grußkarten zu schreiben. Beide Karten brachten L und ich später noch zum Briefkasten.

In den letzten Tagen ist bei uns leider immer öfter miese Stimmung. L ist sehr weinerlich und reagiert auf nahezu alles viel emotionaler als sonst. Irgendetwas ist mit ihr. Ich stemple die aktuelle Situation als eine Phase ab und hoffe auf baldige Besserung.

So wie bei Ls Husten. Gestern Abend ließ ich sie erstmals inhalieren, heute Vormittag ein zweites Mal. Dieses Wundermedikament hat mich bereits Anfang des Jahres beeindruckt. Innerhalb weniger Stunden wird der Husten merklich besser und verschwindet schließlich ganz.

Was heute schön war:

Massage.
Vor allem meine verspannten Schultern ließ ich am Nachmittag von meinem Schultern- und Nackenmassagegerät massieren. Diesmal dachte ich auch daran, vorher etwas Massageöl auf meinen Schultern zu verteilen.

Sportübungen.
Nach tagelanger Pause startete ich mit vier kurzen Übungen. Ich machte unter anderem ein paar Liegestütze, Kniebeuge und Situps. Jetzt heißt es wieder dranbleiben und Routine aufbauen.

Sushi.
Auf Wunsch eines einzelnen Kindes gab es zum Abendessen Sushi und Edamame. Die sehr wahrscheinlich letzte Sushimahlzeit in diesem Jahr war sehr lecker. Wir waren beide nach dem Schlemmen jedenfalls gut gesättigt.

Gedanken- und Alltagsschnipsel im Dezember 

Alltagsschnipsel, Dies & Das

Seit einigen Wochen wechsle ich täglich meine vier Sprachen ab, die ich mithilfe der Duolingo App erlerne. Ich hatte in diesem Jahr so einiges ausprobiert und bin mit dieser Variante derzeit am zufriedensten. So kommt keine Sprache mehr zu kurz und ich merke schneller, wenn Übungen erneuert oder ganz verändert werden.


***


Was für ein Jahr. Es ist unfassbar viel passiert. Schönes wie trauriges. 

Meine Erlebnisse waren sehr emotional, herausfordernd und stellenweise anstrengend, aber auch lustig, herzerwärmend und (ent)spannend. 

Nicht nur einmal fühlte ich mich überfordert und in meiner Rolle als Mama deplatziert. L und ich haben gelacht, geweint, viel zu oft gestritten und uns dennoch wieder vertragen. Sie hat einen sehr starken Charakter, dem ich oft nicht gewachsen bin.

Ich litt in diesem Jahr zum Glück nicht einmal unter psychosomatischen Rückenschmerzen aus der Hölle. Nicht ein einziges Mal. Ich habe trotz einiger Rückschläge sehr deutlich gespürt, dass mein Körper und meine Seele allmählich heilen. 

So viel wie in diesem Jahr habe ich schon lange nicht mehr vom Leben gelernt. Und das sowohl privat als auch beruflich. Diese wertvollen neuen Erkenntnisse mögen mich auch im kommenden Jahr begleiten und zur richtigen Zeit bei anstehenden Entscheidungen unterstützen.


***


Mein jährlich gesetztes Ziel, mindestens zehn Bücher zu lesen, habe ich mit zweiundvierzig gelesenen definitiv geschafft.


***


Ins kommende Jahr werden mich einige Fragen begleiten. Was ist wirklich wichtig im Leben? Enden wir früher oder später nicht alle im gesellschaftlichen Hamsterrad? Ist es vor diesem Hintergrund wirklich erstrebenswert, Leistungsdruck auf unsere Kinder auszuüben? Was wünsche ich mir für L? Was wünscht sie sich selbst? Wie soll unser Leben weitergehen?

Erste Antworten auf einige der obigen Fragen schwirren bereits durch meinen Kopf. Fakt ist: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und ich bin gespannt, was 2024 für uns bereithält. 


***


Ich wünsche euch einen ruhigen Jahresausklang, ein schönes Silvesterfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Tagebuch – 28. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich wachte heute Morgen gegen neun Uhr im Gästezimmer meiner Schwiegermama auf. L ratzte sogar noch eine halbe Stunde länger.
Erst in den frühen Morgenstunden fing L wieder an zu husten. Ich hoffe, dass es ihr bald wieder besser geht. So schlimm wie im letzten Winter ist ihr Husten glücklicherweise aber (noch) nicht.

Nachmittags fuhren L und ich bei Sonnenschein zurück nach Markkleeberg. Die meiste Zeit über sprachen wir aufgrund dicker Luft kein Wort miteinander. Wir hörten diesmal auch kein Hörspiel und keine Musik. Das fand ich ein wenig schade.

Zu Hause angekommen, holte ich unser Gepäck aus dem Auto und trug es hoch in die Wohnung. Nach einer kurzen Pause, in der ich L eine Mahlzeit zubereitete und in Ruhe eine Tasse meines geliebten Schokocappuccinos trank, räumte ich sämtliche Taschen und Beutel aus.

Abends genoss ich nach dem Anblick eines wundervollen Sonnenuntergangs die Ruhe auf der Couch.

Was heute schön war:

Spielevormittag.
Gemeinsam mit Oma M spielten wir nach dem Frühstück die Spiele Hexenkugel von Bibi Blocksberg, Skip-Bo und Memory. Das erstgenannte Spiel durften wir sogar mit nach Hause nehmen.

Märchen.
Nach dem Mittagessen machten wir drei es uns auf der Couch gemütlich und schauten das uns allen unbekannte Märchen „Prinzessin Maleen“.

Tagebuch – 27. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte nach einer sehr traumreichen Nacht bis kurz vor um neun geschlafen.
Ich träumte unter anderem von einigen Bandmitgliedern der Big Band, in der ich bis vor fünfzehn Jahren noch mitgespielt habe. Das war ein sehr schöner Traum. In einem anderen befand ich mich wieder in unserem alten Büro im zweiten Obergeschoss. Mein Kollege/Freund M war gerade dabei, sich von unserer (mir unbekannten) Reinigungsfrau zu verabschieden, die nicht durch die Tür, sondern durch das Fenster ging. Vermutlich war sie eine Hexe oder lebensmüde.

Gefrühstückt hatte ich am Morgen nur mit meinem Papa. Meine Mama musste wieder zur Arbeit. L hatte schlechte Laune und keine Lust, uns Gesellschaft zu leisten. Auch gut. Wenig später erzählte sie mir, dass sie mich zwar sehr lieb hat, allerdings in letzter Zeit sehr oft eine große Wut auf mich in ihrem Bauch spürt. Ich meinte, dass dies vermutlich eine Art Hassliebe ist.

Vormittags packte ich unsere Sachen zusammen und belud das Auto. Wir verabschiedeten uns von meinem Papa und fuhren wenige Kilometer weiter zu Oma M, bei der wir noch bis morgen bleiben werden.

Was heute schön war:

Eislaufen.
Da L leider sehr starken und mittlerweile auch aus der Lunge kommenden Husten hat, ließ ich sie mittags bei ihrer Oma M und machte mich alleine auf den Weg zur Eishalle in Erfurt. Dort war ich mit U, E und ihrem Sohn K zum Eislaufen verabredet.
Sehr zu meiner Freude konnten wir während unseres Aufenthalts sowohl die Innenfläche als auch die 400-Meter-Bahn zum Fahren nutzen.


Tradition.
Einmal jährlich treffe ich mich seit einigen Jahren mit meinen Grundschul-/Orchesterfreunden B und J auf dem Erfurter Hauptfriedhof, um das Grab unserer mittlerweile verstorbenen Freundin J zu besuchen. Letztes Jahr mussten wir unser Treffen krankheitsbedingt leider ausfallen lassen. Heute allerdings stand unserem Besuch nichts im Wege.
Wir machten es uns auf einer Bank in der Nähe des Grabes gemütlich, tranken Glühwein und Punsch, aßen selbstgebackene Plätzchen, schwelgten in Erinnerungen und tauschten uns über aktuelle (und stellenweise traurige) Geschehnisse in unseren Leben aus.


Film- und Spieleabend.
Am späten Nachmittag war ich wieder bei L und ihrer Oma M. Wir machten es uns auf der Couch gemütlich und schauten auf Ls Wunsch hin das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Anschließend hatten wir alle Lust, eine Runde „Hexenkugel“ und das Kartenspiel Skip-Bo zu spielen. Den Abend ließen wir mit einem weiteren Märchen („Die Schneekönigin“) ausklingen.

Unser Weihnachtsfest 3/3

Alltagsschnipsel

Ich fand die halbe Nacht nicht richtig in den Schlaf. Das letzte Mal schaute ich um fünf Uhr morgens auf die Uhr. Zum Glück habe ich noch einige Tage frei und muss nicht zeitig aufstehen.
Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um L. Ihr gestriges Verhalten, ihre Ängste, ihre schulischen Probleme … das alles ist im Moment sehr viel für mich. Ich würde ihr so gern helfen. Ich tue zwar, was ich kann, dennoch merke ich selbst, dass sich mein Verhalten ihr gegenüber stark verändert hat. Ich bin sehr streng mit ihr geworden. Obwohl ich weiß, dass es kontraproduktiv ist, sie auf Teufel komm raus zu irgendetwas zu zwingen, ist es jeden Tag ein bisschen mehr dazu gekommen. Ich weiß mir derzeit nicht anders zu helfen. Arme L.
Irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn ich hatte bis zum Aufwachen um halb neun einige Albträume.

Unser heutiges Frühstück fiel klein aus, denn wir waren bereits elf Uhr zum Mittagessen verabredet. Mein Onkel W, der kürzlich seinen zweiten Schlaganfall überlebt hat, feierte seinen sechsundsechzigsten Geburtstag und lud zu diesem Anlass einen Teil der Familie zum Essen ein.

Als wir wenige Stunden später gut gesättigt wieder zu Hause waren, machte ich ein kleines Mittagsschläfchen und begann anschließend mit dem neuen Buch meiner Lieblingsautorin. L ruhte sich ebenfalls aus, schaute allerdings ein paar Videos auf dem iPad.

Am Nachmittag nahm ich mir Zeit, um Ls Playmobilhaus weiter aufzubauen. Die untere der drei Etagen ist nun fertig. L, deren Husten trotz Medizin von Tag zu Tag stärker wird, spielte währenddessen mit den in den Sets enthaltenen Playmobilfiguren und den Möbeln.

Zum Abendessen kostete ich die Meerrettichsoße, die es bei meinen Eltern traditionell an Heiligabend zum Mittagessen gibt. Die Zeit bis zum Schlafengehen ließ ich entspannt mit meinem Buch (und einigen wenigen Übungen in der Duolingo App) ausklingen.

Unser Weihnachtsfest 2/3

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen heute beide bis halb neun. Einziger Unterschied zwischen uns war nach dem Aufwachen die Laune. L war nämlich so schlecht gelaunt, dass sie mir innerhalb kürzester Zeit auf die Nerven ging. 

Gemeinsam mit meinen Eltern frühstückten wir wenig später. Es gab wieder Croissants und Schokocappuccino für mich. L hatte kaum Hunger und aß nur ein paar Bissen.
Nach dem Essen half ich L beim Zusammenbau einiger Playmobilmöbel, die sie unbedingt für ihr Spiel brauchte. Während L eine ganze Weile lang in ihr Spiel vertieft war, konnte ich ungestört ein paar Seiten in meinem Buch lesen.

Als wir uns mittags auf den Weg zu unseren ehemaligen Vermietern C und A machen wollten und schließlich auch machten, weinte L lautstark vor Verlassen der Wohnung meiner Eltern, auf dem Weg zum Auto, während der Autofahrt und auf dem kurzen Weg vom geparkten Auto bis zur Klingel von C und A. Immer wieder brabbelte sie vor sich her, dass sie zu schüchtern sei und nicht mit wolle. Von Minute zu Minute spürte ich mehr, wie mir auf meinem Kopf graue Haare wuchsen. In solchen Momenten bin ich sehr überfordert und weiß nicht, was zu tun ist. L kennt alle Anwesenden (neben C und A auch U, E und ihre beiden Kinder K und M) schließlich schon ihr gesamtes Leben lang.

C hatte zum Glück den richtigen Riecher und zeigte L unmittelbar nach unserer Ankunft die Weihnachtsgeschenke, die der Weihnachtsmann für sie dagelassen hatte. Das sorgte zum einen für große Freude und ließ zum anderen die Tränen trocknen und L allmählich auftauen.
Somit war es allen wenig später vergönnt, in einer ruhigen Atmosphäre ein leckeres Essen zu genießen. Nach dem Dessert spielte L direkt weiter mit ihren Geschenken.

Die Stimmung kippte erst wieder während eines gemeinsamen Spaziergangs durch den Park in Richtung Spielplatz. Als L den Wasserstand der Gera sah, bekam sie innerhalb weniger Sekunden eine Panikattacke, da sie befürchtete, dieser könne sofort steigen und für eine Überschwemmung sorgen. Sie weinte noch lauter und länger als am Vormittag und hörte erst wieder auf, als ich mich mit ihr vorzeitig auf den Weg zurück in die Wohnung von C und A begab. Die anderen folgten uns eine halbe Stunde später. (Glaubte ich am Mittag, mit Ls Verhalten überfordert zu sein, war ich nun komplett ratlos. Ich verstehe ihre Angst – gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass Teile Deutschlands derzeit von Hochwasser betroffen sind. Dennoch fällt es mir gleichzeitig so schwer, ihre stellenweise unbegründete Angst und Panik vor Alles und Jedem zu tolerieren.)


In der Wohnung fühlte sich L wieder sicher und setzte ihr Spiel fort. Bevor wir alle am späten Nachmittag drei leckere Kuchen vesperten, telefonierten wir mit S, R und ihren Kindern T und J, die in diesem Jahr in Irland geblieben sind.
Und dann war es endlich soweit: K und L spielten gemeinsam miteinander und liefen mit Walkie Talkies durch die Wohnung. In geheimer Mission.

Abends waren L und ich wieder bei meinen Eltern. Wir spielten zu viert „Mensch ärgere dich nicht“, bei dem L verlor (und ich gewann). Da keiner mehr Lust hatte, mit ihr „Schwarzer Peter“ zu spielen, zog sich L weinend ins Gästezimmer zurück und war für eine ganze Weile nicht mehr ansprechbar. Nachdem sie irgendwann auch diese Enttäuschung überwunden hatte, spielte sie noch friedlich mit ihren Playmobilsets.

Gegen einundzwanzig Uhr gingen wir beide ins Gästezimmer. L durfte auf dem iPad noch ein bisschen was gucken, ich las in meinem Buch weiter. Mit einer schon wieder schlecht gelaunten L legte ich mich schließlich irgendwann schlafen.

Das war heute ein bisschen anstrengend und nicht so harmonisch wie ich es mir gewünscht hätte.

Unser Weihnachtsfest 1/3

Alltagsschnipsel

Ich erwachte heute Morgen halb acht. Die eine Stunde bis L aufwachte, nutzte ich zum Versenden etlicher Weihnachtsgrüße an Familienmitglieder, die wir zum diesjährigen Weihnachtsfest nicht sehen werden, sowie Freunde und Bekannte.

Nach dem leckeren Frühstück gemeinsam mit meinen Eltern ging ich unter die Dusche und machte mich schick für die bevorstehenden Stunden. Danach suchten L und ich uns je ein Weihnachtsgedicht heraus. In diesem Jahr wollte ich besser vorbereitet sein, wenn der Weihnachtsmann kommt. Ich machte mir sogar die Mühe und schrieb die zwei kurzen Strophen des hübschen Gedichts ab. Meine Eltern hatten bei ihrem letzten Einkauf im Rewe Markt neue Sticker erhalten. Die uns noch fehlenden klebte ich anschließend in das Disney Stickeralbum ein.

Am späten Vormittag sammelten L und ich ihre Oma M nebst zwei großen Tüten ein und fuhren weiter zu Tante M, Onkel S und Cousin M. Dort gab es kurze Zeit später ein leckeres Mittagessen. Danach machten wir es uns alle auf der Couch gemütlich und schauten ungefähr ein Drittel des Films „Der König der Löwen.“ (Die Kinder waren zu aufgeregt.)


Erstmals seit fünfunddreißig Jahren betrat ich an Heiligabend eine Kirche und hörte einem Gottesdienst zu. Grund hierfür war Ls Cousin M, der einen Engel beim Krippenspiel spielte. Mit seinen drei Jahren war er der Jüngste von allen Mitwirkenden. Er machte seine Sache sehr gut und bekam sehr viel Extraapplaus.

Kaum waren wir nach dem Gottesdienst wieder im Haus angekommen, klopfte und polterte es lautstark. Es dauerte nicht lange und der Weihnachtsmann betrat das große Wohnzimmer. Er hatte sowohl eine Rute als auch einen großen Geschenksack dabei. L und ihr Cousin M saßen plötzlich wie die Eckerchen auf der Couch und gaben keinen Mucks mehr von sich. Beiden war anzusehen, dass sie großen Respekt vor dem Weihnachtsmann, der auch ein paar Worte an beide richtete, hatten.
Die Rute brauchte der bärtige Besucher zum Glück nicht. Stattdessen verteilte er an alle Anwesenden seine mitgebrachten Geschenke. L freute sich über zwei Playmobilsets, ein Buch und eine Jacke für ihren Ballettunterricht.


Am späten Nachmittag fuhren L und ich zurück zu meinen Eltern. Bevor es das Traditionsgericht Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen gab, hatten wir sogar noch etwas Zeit, in das erste Playmobilset hineinzuschauen.
Nach dem Essen klingelte es plötzlich an der Tür. Vor der Wohnungstür standen zwei Säcke voller Geschenke. (L war erleichtert, dass der Weihnachtsmann nicht noch einmal zu uns in die Wohnung kam.) In aller Ruhe holten wir ein Geschenk nach dem anderen aus dem Sack und schauten jeder und jedem beim Auspacken zu. Zu Ls großer Freude wurde ihr Wunsch erfüllt. Im letzten Paket befand sich ihr seit Monaten gewünschtes Playmobilhaus.
Nach der Bescherung baute ich bereits einen kleinen Teil des Hauses auf. L holte sich einige Teile aus verschiedenen Playmobilsets und spielte.

Abends hörten wir uns zwei lustige Audiodateien an, die mein Bruder und seine Frau uns geschickt hatten. Danach schauten wir uns zwei Videos von der im Oktober veranstalteten Hochzeit an. Meine Eltern schalteten schließlich den Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ein, den ich ein paar Minuten lang mit verfolgte. L hatte sich bereits ins Gästezimmer zurückgezogen. Ich folgte ihr irgendwann, machte meine Übungen in der Duolingo App und las danach noch ein paar Seiten im Buch.


Ich wünsche euch allen ein frohes, entspanntes Weihnachtsfest, leckeres Essen und gesellige Stunden im Kreise eurer Liebsten.

Tagebuch – 23. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

L und ich sind gestern Abend früh eingeschlafen. Meine Nacht war diesmal überraschend ruhig, denn ich hatte bei L mit Fieberträumen, zumindest aber Albträumen gerechnet. Dafür war sie für unsere Verhältnisse sehr früh zu Ende. L konnte nämlich ab halb sieben nicht mehr einschlafen.  

L wachte mit immer noch leicht erhöhter Temperatur auf und hatte Husten. Im Verlauf des Tages wechselte ihre Körpertemperatur permanent zwischen normal zu leicht erhöht.

Mittags fuhren wir im Dauerregen auf freien Autobahnen nach Erfurt zu meinen Eltern. Wir hörten uns zuerst ein Weihnachtshörspiel an und wechselten für den Rest der Fahrt zu Weihnachtsmusik. Die Weihnachtslieder sangen wir im Auto mit.

Abends schauten L und ich eine halbe Stunde des Films „Eine Weihnachtsgeschichte“ mit. L gruselte sich aber sehr schnell und so zogen wir uns ins Gästezimmer zurück. Ich konnte bis zum Schlafengehen noch weiter in meinem Buch lesen.

Was heute schön war:

Verköstigung.
Mittags, nachmittags und abends wurden wir bei meinen Eltern mit leckerem Essen verwöhnt. Ich mag es sehr, mir keine Gedanken um die Mahlzeiten machen zu müssen, sondern mich an einen gedeckten Tisch setzen zu können.

Mittagsschlaf.
Nach dem Mittagessen war L sehr müde. Zu meiner Überraschung schlief sie sogar für knapp zwei Stunden ein. Ich konnte mittags auch ein bisschen schlafen und nutzte die Zeit, bis L wieder erwachte, um zu lesen.