Tagebuch – Alltag ohne M – Donnerstag, 27. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war ruhig und erholsam. Es gab keine Störungen.

Heute Morgen lag die Temperatur bei 17 Grad. Das war sehr angenehm.

L ging bereitwillig in den Kindergarten und wurde freudig von den anderen Kindern begrüßt.

Prinz und ich trafen nach unserem Spaziergang kurz vor halb zehn am Büro ein.

Daily war heute kurz. Großartig Aufregendes gab es nicht zu berichten. Arbeitstag war produktiv und ging wie immer schnell vorbei.

Prinz ließ ich nachmittags wegen der Hitze im Büro, holte L im Kindergarten ab und fuhr mit ihr zum Büro zurück. Rs und S’ Tochter R war auch da. Die Kinder sind zusammen durch die Büroräume geflitzt.

Mit Prinz, L und R im Schlepptau bin ich nach Hause gefahren. R erhielt von mir den Autoschlüssel und die Tankkarte. Ich suchte verzweifelt nach der Zulassung, bis herauskam, dass sie bei M in Berlin liegt.

Mit U gesprochen und Zeit mit den Kindern verbracht, die alle auffallend ruhig waren. A fuhr zu C ins Krankenhaus und kam abends mit Pizzen für die Kinder wieder.

Abendbrot oben gegessen. Es gab für mich Reis mit Gemüse. Zum Nachtisch aß ich Ls Eis auf.

L hatte keine Lust, mit den Jungs fernzusehen. K war müde. Also haben wir uns verabschiedet und sind alle runtergegangen. L schaut noch Timmy, das Schäfchen. Gleich geht es ins Bett.

Genervt war ich von meinen Eltern, die ihren Unmut an mir ausgelassen haben. Da ihre Telefonanlage derzeit spinnt, kommen keine Anrufe durch. Sie dachten schon, sie hätten was falsch gemacht, weil sich keiner mehr meldet.

Genervt vom Einzahlungsautomat der Sparkasse gewesen. Bei einem Teilbetrag konnte der Automat die Echtheit des Geldes nicht garantieren. Mir wurde der Betrag zwar gutgeschrieben, aber es kann in den nächsten Wochen unter Umständen was auf mich zukommen. Bitte nicht!

Die Erkenntnis, dass alle auf eine Erlösung bei Cs Mutter warten und ihr nicht mehr geholfen werden kann, ist sehr schlimm. C will bis zuletzt an ihrem Krankenbett verweilen. Morgen ist ihre Mutter exakt 91,5 Jahre alt.

M hat nur noch 25 Bestrahlungen und 6 Chemotherapien vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Mittwoch, 26. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war bis auf den kurzen Weinanfall von L gut. Allerdings brauchte Prinz danach wieder Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Nervig!

Heute Morgen konnte ich in Ruhe duschen und frühstücken. L schlief bis kurz vor neun. Ich zog sie an, ging mit ihr hoch zu unserer Vermieterin C und verabschiedete mich sogleich.

Kurz vor halb zehn übergab ich Prinz an Ms Schwester. Sie ließ den Audi beim Büro stehen und fuhr mit dem BMW fort.

Zusammen mit meinen Kollegen R, S, F und A fuhr ich nach Hohenfelden. Dort trafen wir alle bis auf M, der sonstwo geparkt hatte, und Sch an. S hatte sich mit Kopfschmerzen abgemeldet. Sch hatte verschlafen und wurde kurz nach um zehn von Ms Anruf geweckt.

Unser Team halbierte sich. Die eine Hälfte golfte, die andere kletterte im Kletterwald lustig herum. Ich habe mit F zusammen den Spaß- und Fitnessparcours absolviert. Hat super viel Spaß gemacht. Gerne wieder!

Es könnte sein, dass eine App-Anfrage eintrudelt. Wir Kletterer wurden allesamt zu diesem Thema ausgefragt.

Flammkuchen mit Lachs und Lauch gegessen und mit den anderen auf der Snack-Terrasse gechillt.

Halb zwei wurde entweder gegolft oder mit Pfeil und Bogen geschossen. Ich war im Golf-Team und war nicht die schlechteste. Bei den Bogenschießern konnte A glänzen.

Halb vier ging es mit dem Auto zurück nach Erfurt. F spazierte noch durch Hohenfelden und wollte später mit dem Bus zurückfahren. Ob wir ihn jemals wiedersehen? Ms Schwester brachte Prinz und den BMW zurück zum Büro.

Zuhause mit L im Pool gebadet und mit den Wasserspritzpistolen geschossen. Die Jungs spielten oben Beyblade, K schlief. Über die Torfernbedienung, die im Briefkasten lag, habe ich mich gefreut.

Ich begrüßte U und unterhielt mich mit ihr. Unterbrochen wurden wir durch den unangekündigten Besuch von Ms Mama. Nervig!

Zum Abendessen (ohne C) gab es Spaghetti mit selbstgemachter veganer Bolognese. Die Kinder schauten noch zwei Folgen Beyblade, während ich mit K spielte und U quatschte.

Um neun haben wir alle im Garten aufgeräumt. C kam mit neuen Informationen bezüglich ihrer Mutter nach Hause. Halb zehn lag L im Bett und schlief kurz vor zehn ein. Jetzt hab ich Feierabend!

Geärgert habe ich mich über Ms Mama, die ohne Vorankündigung am Abend bei uns reinschneite. Ich werde ihr noch mitteilen, dass sie in Zukunft vorher anrufen muss.

Gefreut habe ich mich, dass ich meine Ängste beim Klettern mit nur einer Ausnahme besiegen konnte.

Traurig bin ich über den Gesundheitszustand von Cs Mutter. Als C eben nach Hause kam, hat sie geweint. Es sieht sehr schlecht aus. Ihre Mutter kann nicht mehr sprechen und sagt lediglich „Au au“, wenn sie umgedreht wird. Der Blutdruck ist nach wie vor im Keller. Sie bekommt Flüssigkeit in Form von Kochsalzlösung eingeflößt, scheidet aber keine Flüssigkeit aus. Die Nieren kommen nicht hinterher. Arme, Beine und langsam auch der Kopf sind aufgequollen. C weiß nicht, wie lange Herz und Lunge das noch mitmachen. Sie wollen ihre Mutter morgen wieder ins Stift verlegen lassen, da die Ärzte derzeit nichts außer Antibiotika und Flüssigkeit geben. C ist morgen den ganzen Tag vor Ort, U bespaßt die Jungs und L geht in den Kindergarten.

Die letzten Worte von Cs Mutter an mich am vergangenen Sonntag bestanden aus einer Gratulation und dem Wunsch, dass ich noch viele schöne Erlebnisse mit meiner Familie haben soll.

M hat nur noch 26 Bestrahlungen und 7 Chemotherapien vor sich.

Tagebuch – Alltag ohne M – Dienstag, 25. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Die Nacht war wieder ruhig. Obwohl ich gut geschlafen habe, war ich heute Morgen sehr müde. Das hielt den ganzen Tag über an.

Prinz hat sein gestriges Fressen nicht angerührt. Mal sehen, ob er heute Abend frisst. Vermutlich ist ihm zu warm, da er ansonsten einen guten Eindruck macht.

Von um sieben bis zu Ls Aufwachen um acht gearbeitet und über die erste von acht Arbeitsstunden des Tages gefreut.

Um neun sind L und ich nach einem ersten gemeinsamen Frühstück zu unserer Vermieterin C und den Jungs hochgegangen. Für L gab es ein zweites Frühstück. C fuhr heute mit den Kindern zum Erdbeeren pflücken.

Halb zehn kamen Prinz und ich beim Büro an und hatten kurz darauf das Daily.

Prinz und ich gingen anschließend raus und haben den Spaziergang mit dem Kauf eines Abschiedsblumenstraußes für E verbunden, die heute ihren letzten richtigen Arbeitstag vor Urlaub, Mutterschutz und Elternzeit hatte.

Mein Papa kam kurz vorbei, um mir leckere Kirschen zu überreichen. Sein Aufzug war jedoch interessant: kurze Hose, weiße Socken, die bis zur Wade reichten, und Sandalen.

Heute war Teammeeting. Meine Kollegen M, H und B kamen erst später dazu. Sie hatten einen Kundentermin. Solange das Negative aus tropfenden Wasserhähnen, der Hitze und der Lagerung des Obstes/Gemüses bei der Wärme besteht, muss ich mir keine Sorgen machen. Dennoch lag – vermutlich wegen der Hitze – eine aggressiv angehauchte Stimmung in der Luft.

Auf Cs Wunsch hin war ich um zwei zu Hause und spielte anderthalb Stunden mit den Kindern. Vor allem mit T lieferte ich mir eine wilde Wasserschlacht. L übte derweil „tauchen“. Obwohl sie lediglich ihren Pony und Teile der Stirn untertauchte, behielt ich sie im Auge, damit sie mir nicht ertrank.

Als A kam, vernichteten wir eine große von ihm mitgebrachte Eispackung.

C kam leider mit schlechten Neuigkeiten über den Gesundheitszustand ihrer einundneunzigjährigen Mutter nach Hause.

Gefreut habe ich mich über drei Stunden Homeoffice, die ich von nachmittags halb vier bis abends um acht ableistete.

Mit den Jungs, C und L draußen im Garten Abendbrot gegessen. Zuvor plauderten wir alle am Gartenzaun mit den Nachbarn.

Als L beim Essen ihren vollen Wasserbecher über meinen Rock kippte, war es Zeit für uns, schlafen zu gehen. Nach einer Folge Biene Maja und fünf Minuten Geschichten erzählen, ist L eingeschlafen. Wenn es doch immer so schnell ginge.

Feierabend!

Etwas geärgert habe ich mich heute über die Dreistigkeit und Aufdringlichkeit von Ms Mama.

Besorgt bin ich wegen des Gesundheitszustands von Cs Mutter.

Ich freue mich über den ersten sichtbaren Erfolg der Krebstherapie. Dennoch hoffe ich, dass die nächsten Behandlungswochen irgendwie erträglich verlaufen.

M hat nur noch 27 Bestrahlungen und 8 Chemotherapien vor sich!

Tagebuch – Alltag ohne M – Montag, 24. Juni 2019

Alltagsschnipsel

Unsere Nacht war nur so mittel. Um eins morgens hat L geweint. Dass sie auf ihren Papa Rücksicht nehmen und ihn bitte nicht aufwecken sollte, hat sie nicht interessiert.

Heute Morgen bin ich früher aufgestanden, um bei der Verabschiedung von M dabei zu sein. Die Müdigkeit hielt den Tag über an.

L erwachte ein bis zwei Stunden früher als erwartet. Ihre Stimmung war eher weinerlich. Ich bangte um ihren Tag/Ausflug mit unserer Vermieterin C und den Jungs. L fing sich aber wieder.

L aß ein zweites Frühstück bei C und den Jungs. Prinz und ich fuhren kurz nach neun ins Büro. Ein großer weißer Transporter stand vor der leeren Wohnung beim Büro, sodass ich nicht vor der Garage parken konnte und mir woanders einen Parkplatz suchen musste. Mööp.

Morakel und Daily entfielen, weil mein Kollege M beim Kundentermin war. Ich hab schnell Kuchen anlässlich meines Geburtstages vor zwei Tagen organisiert beim Bäcker. Alle haben sich darauf gestürzt.

Von meinen Kollegen M und E habe ich einen schönen Blumenstrauß bekommen. Mittags gab es was vom Asiaten dank J, B und H. Ich hab am Platz gegessen und weitergearbeitet, um schneller auf meine Stunden zu kommen.

Schnappatmung wegen der Lohnkosten für Juni gehabt. Beruhigter war ich durch die Mitteilung, dass noch Geld von einem Kunden kommt.

Kurz nach halb vier hab ich mit Prinz das Büro verlassen und bin nach Hause gefahren. C und die Kinder waren schon da. Mit Prinz bin ich schnell zum Briefkasten gelaufen und habe anschließend oben Kaffee getrunken und Kuchen/Melone gegessen. A kam nach Hause.

Anschließend bin ich mit den Kindern in den Garten gegangen und habe weitergearbeitet. Waschmaschine mit zahlreichen Bürohandtüchern lief derweil.

Gegen halb sieben habe ich mit T Schach gespielt. Meine „Ich mach irgendwas-Strategie“ funktioniert bei T noch gut. Hätten wir zu Ende gespielt, hätte ich sicher gewonnen. Ich habe seeehr lange kein Schach mehr gespielt.

L kippte Saft über mich und sich, sodass wir in die Badewanne gingen. Nach dem Bad haben wir oben Abendbrot gegessen. Danach schauten die Kinder „abwechselnd“ Peppa Wutz (10 %) und Beyblade (90 %). Ich hatte kurz Angst, in die „Deutschland ist scheiße“-Unterhaltung von C und A mit reingezogen zu werden.

Kurz nach halb zehn mit L ins Bett verkrümelt, eine kurze Geschichte erzählt und zehn Minuten später war Ruhe. Jetzt ist Feierabend! Ich bin aber schon müde!

Gefühlsmäßig war ich heute stabiler als gestern. Heute Morgen beim Verabschieden musste ich mir aber eine Träne verkneifen. Der Vermissen-Faktor ist viel höher als von mir zunächst erwartet. Das wird noch lustig in den nächsten Wochen. Ansonsten war ich heute stellenweise sehr nervös und aufgeregt wegen der ersten Chemotherapie.

M hat nur noch 28 Bestrahlungen und 9 Chemotherapien vor sich!

Hallo Mai!

Dies & Das

Im Mai werde ich …

… mit L einmal wöchentlich an Max & Mia machen Musik im MusikWerk teilnehmen
… 2,5 Kilometer beim 14. Jenaer Teamlauf zurücklegen
… unser neues Bett in Empfang nehmen
… eine Nacht ohne M, der sich in Berlin aufhält, verbringen
… einen Arzttermin wahrnehmen
… Cs Geburtstag feiern
… entspannte Tage auf dem Campingplatz Meyersgrund bei Ilmenau verbringen
… eventuell ein Faszien-Seminar besuchen
… mich ein paar Tage um die zwei Rosellasittiche kümmern, während meine Eltern im Urlaub sind
… eventuell ein verlängertes Wochenende bei einem Campingplatz an der Mosel verbringen

Gesehen beim Blog Frische Brise, für gut befunden, hier übernommen 😉

Tagebuch – Maifeuer

Alltagsschnipsel

Nach zwei anstrengenden und kräftezehrenden Vormittagen – L wollte partout nicht in den Kindergarten, da ihre Lieblingserzieherin Urlaub hat – sehnten wir alle den heutigen Abend und den morgigen freien Tag herbei.

Gemeinsam mit unseren Vermietern C und A machten wir uns kurz nach neunzehn Uhr auf den Weg zum Maifeuer in unserem Ortsteil. L lief ein paar Meter allein und wurde den Rest des Weges von mir getragen.

Als wir ankamen, brannte das Feuer bereits. Wir fanden eine schöne Stelle in der Nähe des Feuers. A organisierte für uns alle Getränke. L und ich holten uns wenig später ein Stockbrot und hielten es über die Glut einer gesonderten Feuerstelle. Diese befand sich in einer ausgebauten Wäschetrommel. Eine hervorragende Idee! E, Ls Kindergartenfreundin, war mit ihrer Familie auch beim Maifeuer und leistete uns beim Stockbrot-Grillen Gesellschaft. L war anfangs geschockt, bekannte Gesichter auch außerhalb des Kindergartens zu treffen, taute aber schnell auf. Das Stockbrot war super lecker, auch wenn ich nur ein kleines Stück probieren durfte 😉

M stieß nach seinem langen Lauftraining und einem kurzen Aufenthalt zu Hause zu uns. Er hatte sich zuvor eine Pizza im Dorf gekauft und wurde glatt darauf angesprochen, ob er denn keine Bratwurst möge 😉 Zu dieser Zeit zog L bereits mit E „um die Häuser“. Nach einer Weile schauten wir, wohin sich die beiden verzogen hatten und fanden zwei lieb miteinander spielende Kinder vor. E und L kamen wenig später auf uns zu und fragten, ob sie zu dem nahegelegenen Spielplatz gehen dürfen. Das war ein neues Gefühl für mich, denn L ist oftmals anhänglich und schüchtern. Ich freute mich heute Abend sehr für sie ❤

C und A holten eine zweite Getränkerunde für alle und eine Portion Pommes für mich. Seit Ende Dezember habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Heute ließ ich mir ein kühles Radler schmecken. Einen Unterschied zu einem alkoholfreien konnte ich nicht erkennen, weshalb dieses Radler eine Ausnahme bleiben wird.

Wir rückten näher an das Feuer heran, um uns zu wärmen. Mittlerweile war es dunkel. E brachte L zu uns zurück, verabschiedete sich und ging mit ihrer Familie nach Hause. L bekam ein Brötchen, setzte sich vor uns auf den Rasen und schaute dem Feuer zu.

Gegen halb zehn liefen wir gemütlich nach Hause zurück. L lief fast den gesamten Weg allein.

Zu Hause begrüßte uns Prinzi. Nur wenig später lagen wir zu viert im Bett, lasen noch eine Geschichte und schliefen ein.

Osterspaziergang durch die Drachenschlucht

Reisen & Ausflüge

Mindestens fünf Jahre ist es her, seit M, Prinzi und ich durch die Drachenschlucht, eine Klamm bei Eisenach, gewandert sind. Heute machten wir zum Ausklang unseres Osterurlaubs bei herrlichstem Wetter erneut einen Ausflug zu diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Ich muss zugeben, dass sich L und ich hinsichtlich unserer Kleiderwahl heute nicht mit Ruhm bekleckert haben. L zog sich alleine an und bestand auf einem Sommerkleidchen. Darunter trug sie glücklicherweise eine kurze Hose, denn wie wir am späten Vormittag feststellen mussten, war es in Eisenach noch ziemlich frisch. Nur ihre neuen roten Wandersandaletten waren dem Anlass angemessen. Auch ich hatte Lust, ein Kleid mit langer Leggins zu tragen. Dies hielt mich nicht davon ab, meine Barfuß-Wanderschuhe anzuziehen. Ich sah sicher etwas merkwürdig aus, denn das Kleid passte absolut nicht zu meinen Schuhen. Um aber meine neuen Schuhe einlaufen und nebenbei ein Barfuß-Gefühl haben zu können, nahm ich das gern in Kauf 😉

Die Fahrt nach Eisenach ging schnell vorbei. Wir hatten jedoch große Mühe, einen Parkplatz zu finden. Dass es am Ostermontag voll sein wird, ahnten wir bereits. Unsere Erwartungen wurden jedoch noch übertroffen. M ließ mich mit Prinz und L auf einem Privatparkplatz aussteigen und suchte alleine weiter. Ich lief derweil in einem entspannten, soll heißen sehr langsamen Tempo Richtung Drachenschlucht-Tor. L, die ich überreden konnte, ihre Jacke anzuziehen, sammelte unterwegs zahlreiche Stöcke. Nach einer Viertelstunde holte uns M ein, bekam von L einen Stock in die Hand gedrückt und setzte mit uns gemeinsam die Wanderung fort.

Etwas über einen Kilometer später erreichten wir das Tor zur Drachenschlucht. Vor uns lagen 2,6 Kilometer unberührte, wunderschöne Natur. Einziger Wermutstropfen waren die vielen Menschen. Es war unglaublich voll. So viele Hunde auf einem Haufen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Obwohl wir nur schleppend vorwärts kamen, versuchten M und ich den Ausflug zu genießen und unsere aufkommende Gereiztheit zu unterdrücken. Denn ändern konnten wir es ohnehin nicht, dass L abwechselnd Schokolade essen, etwas trinken, getragen werden, sich die Jacke ausziehen, balancieren oder ihren Rucksack selbst tragen wollte. Prinz schlug sich ebenfalls tapfer. Wäre er ein Mensch, wäre er bereits über achtzig Jahre alt. Glücklicherweise war der Weg nicht allzu steil und er konnte hin und wieder aus dem kleinen Bächlein trinken. Er hat sich von keinem einzigen Hund provozieren lassen. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn ❤

Gegen Ende des Weges durch die Drachenschlucht wurde es etwas matschiger. Sowohl Ls Kleid und Schuhe als auch meine Leggins und Barfuß-Schuhe hatten ihre Farbe gewechselt. M, der dummerweise ein Paar Turnschuhe mit eingerissener Sohle trug, bekam eine nasse Socke.

Die letzten Meter trug M L auf seinen Schultern. Am frühen Nachmittag erreichten wir Hohe Sonne, eine Waldsiedlung mit Imbiss direkt an der Bundesstraße. Für L und mich gab es jeweils ein Eis, welches wir zwischendrin tauschen mussten, da L ihr Eis zu kalt war. M, der bereits seit Dezember 2018 eine Zahnfleischentzündung und seit kurzem auch eine wunde Zunge hat, aß ein Stückchen Kuchen. Die ungewürzten Pommes musste er schmerzbedingt zum Großteil L und mir überlassen. Anfangs ließ sich Prinz von den anderen Hunden nicht aus der Ruhe bringen und genoss die Pause. Gerade als wir Bekannte mit ihren drei Kindern entdeckten, bemerkte er unter unserem Tisch einen anderen Hund und bellte laut drauf los. Das war uns sehr unangenehm.

Kaum hatten wir die Bundesstraße überquert, um auf einem anderen Wanderweg den Rückweg anzutreten, bemerkten wir, dass Prinz ungewöhnlich langsam lief. Kurz darauf zog er sein linkes Hinterbein hinter sich her. Wir konnten ihm seine Schmerzen ansehen. M entschied, die knapp 4,5 Kilometer allein zum Auto zurückzulaufen und uns beim Imbiss Hohe Sonne abzuholen.

Ich lief mit Prinz und L die wenigen Meter zum Parkplatz Hohe Sonne zurück. Unterwegs spielten L und ich Rumpelstilzchen, indem L mich fragte, ob ich Stroh zu Gold spinnen könne. Immer wenn ich dies verneinte, bot sie mir ihre Hilfe an und fragte, was sie dafür bekäme. Nach einer Weile wechselte sie zum Märchen Schneewittchen und fragte ihren imaginären Spiegel, wer denn die Schönste sei.

Abseits des Imbiss’ standen zwei Bänke, auf denen ich es mir mit L und Prinz gemütlich machte. L und ich aßen Schokolade, gingen gefühlt zehn Mal auf die Toilette und genossen bis zu Ms Eintreffen die Sonne. Auf der Rückfahrt schief L sofort ein. Auch Prinz, der auf der Hinfahrt gelegentlich seinen Unmut mit uns teilte, gab keinen Mucks mehr von sich ❤

Ls erster Tag im Kindergarten

Kind

Obwohl wir heute recht früh wach waren, schafften L und ich es geradeso, pünktlich um zehn im Kindergarten anzukommen. Ich hatte den Berufsverkehr um diese Uhrzeit schlichtweg unterschätzt.

Ls Eingewöhnung in der Marienkäfergruppe des Kindergartens sollte im Freien beginnen. Ein Blick heute Morgen aus dem Fenster ließ mich jedoch vermuten, dass daraus nichts wird. Es regnete wie bereits gestern in Strömen.

Wir zogen unsere nassen Jacken und Schuhe aus, legten diese auf eine kleine Bank an der Seite der großen Garderobe und betraten den Gruppenraum. Ein Dutzend Kinder zwischen ein und sechs Jahren saß am Tisch und malte. Der Geräuschpegel war der Situation angemessen.

Wir wurden von den Erzieherinnen flüchtig begrüßt. L wollte auf meinen Arm. Ich wusste jedoch auch nicht so recht, wohin mit uns, und setzte mich erst mal auf einen Stuhl direkt neben der Tür. Die Erzieherin L brachte uns wenig später Lego Duplo Bausteine, mit denen L sogar spielte.

Wir folgten nach einer Weile der Einladung von Ls zukünftiger Haupterzieherin S und begaben uns gemeinsam an den Maltisch. Mit verschiedenen Farben malte L ein Bild zum Thema Instrumente 😉

S zeigte uns in der Garderobe Ls Platz mit dem dazugehörigen Bild. In ihrer Kindergartenzeit wird L fortan ein Kuchen-Bild begleiten. Wir räumten unsere Sachen von der kleinen Bank an Ls Haken.

Der Wintergarten, in dem bereits einige Kinder spielten, weckte Ls Neugier und Interesse, sodass wir uns die restliche Zeit dort aufhielten. L baute mit großen Holzbausteinen einen Turm nach dem anderen. S gesellte sich zu uns und stellte mir ein paar Fragen zu L, beobachtete sie und knüpfte erste Kontakte.

Um elf war Zeit für uns zu gehen. So viel zur Theorie. Als L hörte, dass die Kinder jetzt Mittagessen bekommen, teilte sie lautstark mit, dass sie auch essen möchte ❤ Obwohl wir das komplette Essen für diesen Monat auf S’ Anraten hin abbestellt hatten, durfte L mitessen. Ich nahm während des Essens wieder meinen Platz auf dem Stuhl direkt neben der Tür ein und freute mich, dass L anderthalb volle Teller verputzte.

Wir gingen nach dem Essen Hände waschen. L hätte am liebsten sogar noch ihre Zähne mit geputzt. Ich staunte nur.

Um zwölf verabschiedeten wir uns allerdings endgültig für heute von S und den Kindern. Diese machten nun Mittagsschlaf und wir fuhren ins Büro, um unseren Prinz abzuholen. Wir freuen uns auf morgen 🙂

Hallo September!

Dies & Das

Im September werde ich …

… weiterhin am Qualifizierungskurs zur Kindertagespflegeperson teilnehmen
… L im Kindergarten eingewöhnen
… mit L einmal wöchentlich an Max & Mia erleben Musik im MusikWerk Fränzel teilnehmen
… As Geburtstag feiern
… an meinem Tagesmama-Konzept schreiben
… einen Praktikumshefter für den Qualifizierungskurs erstellen
… die dritte Einsendeaufgabe meines ILS Fernlehrgangs zur Benotung verschicken
… an einem Elternnachmittag im Kindergarten teilnehmen

Gesehen bei den Blogs Frische Brise und Erdbeerkönigreich, für gut befunden, hier übernommen 😉

Eintausend Fragen an mich selbst – Teil 14

Persönliches

Ein Viertel der Fragen liegt nun hinter mir. Einige Fragen helfen mir dabei herauszufinden, wer ich bin und was ich wirklich will.

Ich genieße trotz kleiner Blogpause sehr, mich mit jeder einzelnen Frage auseinanderzusetzen. Hier kommen nun die Antworten auf die Fragen zweihunderteinundsechzig bis zweihundertachtzig.

Frage 261
Über welche Themen unterhältst du dich am liebsten?
Am liebsten unterhalte ich mich über Themen, die mich aktuell beschäftigen und die ich gern mit anderen diskutieren oder teilen will. Dauerbrenner sind allerdings das deutsche Schulsystem, Reisen und die Umsetzung von geschmiedeten Plänen.

Frage 262
Kannst du leicht Fehler eingestehen?
Ich bin gerade dabei, es wieder zu lernen. Fehler machen ist menschlich und nicht schlimm. Leider war der Umgang selbst mit den belanglosesten Fehlern bei meiner letzten Arbeitsstelle nicht richtig. Das hat bei mir deutliche Spuren hinterlassen und benötigt Zeit, um sich wieder zu normalisieren.

Frage 263
Was möchtest du nie mehr tun?
Ich will nie mehr für das Amtsgericht Gotha arbeiten.

Frage 264
Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?
Ich bin ein fröhlicher, lustiger und überwiegend ausgeglichener Mensch. Ich nehme das Leben mit Humor.

Frage 265
Sagst du immer die Wahrheit?
Grundsätzlich oder überwiegend ja. Unehrlichkeit bringt niemandem was und kommt früher oder später sowieso ans Tageslicht. Es gibt allerdings auch Menschen, da ist es zu deren eigenem Seelenfrieden besser, wenn sie nur die halbe Wahrheit kennen 😉

Frage 266
Was bedeutet Musik für dich?
Seit der ersten Grundschulklasse bin ich mit der Musik verbunden. Ich habe ein Jahr Notenlehre absolviert und spiele drei Instrumente: Blockflöte, Saxophon und Klavier. Musik ist deshalb so wichtig für mich, da durch sie alle Themen, die unsere Gesellschaft in den letzten Jahrhunderten bewegte, ausgedrückt werden können.

Frage 267
Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht?
Nein.

Frage 268
Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?
Ich arbeite lieber allein. Wenn das Team allerdings aus klugen, engagierten und kreativen Menschen besteht und ich das Gefühl habe, dass etwas Gutes daraus wird, arbeite ich auch gern mit anderen zusammen.

Frage 269
Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?
Es war nichts so schwerwiegend, dass ich es mir nicht verzeihen könnte.

Frage 270
Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selber nicht?
Da fällt mir nichts ein. Alle Verliebtheiten, die ich empfinde, haben ihre Berechtigung.

Frage 271
Denkst du intensiv genug über das Leben nach?
Oh ja. Seit August 2012 hat das Nachdenken noch mal zugenommen und hält bis jetzt an. Meine Gedanken sind aber größtenteils positiver Natur.

Frage 272
Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber sehr unsicher?
Ja leider. Auch daran arbeite ich gerade, da es oftmals keinen Grund für diese Unsicherheit gibt.

Frage 273
Bist du autoritätsgläubig?
Nein. Jeder Mensch darf Fehler machen und macht auch welche.

Frage 274
Bist du gern allein?
Gelegentlich. Ich genieße es, Zeit mit mir und mit Dingen zu verbringen, die (nur) ich mag. Ich nenne das Pflege des eigenen Ichs. Wenn meine Akkus leer sind, nehme ich mir eine solche Auszeit, um wieder zu Kräften zu kommen.

Frage 275
Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?
Ich habe meinen unliebsamen Job gekündigt und den Qualifizierungskurs zur Kindertagespflegeperson begonnen. Seit kurzem mache ich wieder regelmäßig Lauf- und Krafttraining.

Frage 276
Welchen guten Zweck förderst du?
Ich bemühe mich derzeit eine reformpädagogische Schule in Gründung zu unterstützen. Leider gab es noch keine Rückmeldung seitens der drei Gründer.

Frage 277
Wie sieht dein Traumhaus aus?
Mein Traumhaus sieht wie das große schöne Haus in Plumfield auf dem Lande aus 😉

Frage 278
Machst du leicht Versprechungen?
Vor Ls Geburt habe ich mich schon an meine gemachten Versprechungen gehalten, nach Ls Geburt achte ich darauf sogar noch mehr. Meine L merkt sich wirklich alles, was ich ihr erzähle. Ich gebe ihr nur die Versprechungen, die ich auch wirklich halte.

Frage 279
Wie weit gehst du für Geld?
Obwohl ich meinen unverschämt gutbezahlten Job gekündigt habe, ist mir Geld wichtig. Ich habe einen Geldbetrag im Kopf, den ich monatlich zum Überleben brauche. Ich will allerdings Geld nur noch mit Arbeit verdienen, die mir auch Spaß macht.

Frage 280
Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?
Eher nicht.