Unser verlängertes Wochenende im Mai

Alltagsschnipsel

… begann für L und mich bereits am Mittwochnachmittag. Wir fuhren nach dem Kindergarten spontan mit dem Fahrrad zum Petersberg, den wir im letzten Jahr mindestens einmal wöchentlich besuchten. Ich wollte mir unbedingt anschauen, was aus einer der beiden Hauptattraktionen der Bundesgartenschau 2021 geworden ist. 

Wie ich es vermutet hatte, ist alles weg. Einfach alles! Die Rutschen wurden abmontiert (und verkauft), der Kreativgarten ist verschwunden und von den gemütlichen kinderfreundlichen Orten zum Verweilen und Entspannen ist nichts mehr zu sehen. Einzig der Klimapavillon existiert noch. In diesem waren L und ich eine Weile und lasen gemeinsam ein Buch zum Thema Umweltschutz, ehe wir für den Rest unseres Aufenthalts auf dem Spielplatz verweilten.



Donnerstag, 26. Mai 2022


Weil ich abends zu müde war, um eine Einschlafbegleitung im Kinderzimmer durchzuführen, durfte L die Nacht mit in meinem Bett schlafen. Nach dem Aufwachen kuschelten wir noch ein wenig und lasen ein Kapitel im aktuellen Kinderbuch.

Zum Frühstück fuhren wir zu meinen Eltern. Zum Vatertag überreichten wir meinem Papa eine kleine Aufmerksamkeit, über die er sich sehr freute, und saßen anschließend etwas über eine Stunde gemütlich am Frühstückstisch.

Wieder zu Hause angekommen, durfte L eine Stunde fernsehen. Ich war trotz einer sehr guten Nacht unglaublich müde und nutzte die Zeit, um zu schlafen. (Im Verlauf des Tages leuchtete mir ein, dass mein Körper mit der seit Tagen bestehenden Müdigkeit erneut darauf hinweisen will, dass er eine Pause braucht und ich kürzertreten sollte. Wie gut, dass nun ein paar Tage Urlaub vor mir lagen.)

Nachdem L und ich unsere Taschen gepackt hatten, fuhren wir am frühen Nachmittag los in Richtung Leipzig. Es war nichts los auf den Autobahnen und wir kamen trotz anhaltender Müdigkeit meinerseits schnell auf dem KNAUS Campingpark Leipzig-Auensee an. Wir bezogen unseren bis Sonntag gemieteten Bungalow … und stellten fest, dass es dort an einer kleinen Küchenzeile fehlte. Wenig später trudelte J auf seinem Fahrrad ein. 

Für den Nachmittag waren wir mit H und D verabredet. Diese baten wir vorab, uns Besteck und etwas Geschirr mitzubringen. H war zudem so nett, uns seinen Campingkocher auszuleihen. So ließ es sich die nächsten Tage wunderbar aushalten.

Mit H und D spazierten wir am frühen Abend zum Auensee, spielten mit L auf dem Spielplatz und nahmen die überwiegend jugendlichen Jungsgruppen, die den Männertag laut und mit reichlich Alkohol feierten, interessiert (und belustigt) wahr. Später besuchten wir das zum Campingpark gehörende Restaurant und aßen Burger und/oder (Süßkartoffel-)Pommes.

Kurz nach 21 Uhr lagen wir drei in unseren Betten. Ich las weitere Kapitel aus Band vier der Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor. Eine Stunde später schliefen wir.



Freitag, 27. Mai 2022


Aufgewacht sind wir erst kurz vor um neun. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so lange geschlafen habe. Es regnete. Wir blieben noch über zwei Stunden liegen und lasen in Ls Kinderbuch weiter. Die Geschichte ist wirklich sehr spannend.

Nach dem Aufstehen duschte ich, während J und L unser Porridge mit Obst zubereiteten. Mittlerweile schien die Sonne und wir konnten gemütlich vor unserem Bungalow frühstücken. Während J zum Einkaufen fuhr, sich anschließend in seine Laufkleidung schmiss und davonrannte, gingen L und ich auf den schönen Spielplatz auf dem Campingplatz. L fand schnell Freunde und spielte mit diesen. So konnte ich entspannt auf der Bank in der Sonne sitzen und mir den Wind um die Ohren wehen lassen. Zwischendrin absolvierte ich ein paar Sportübungen.

Am Nachmittag liefen wir zu dritt eine Runde um den Auensee und fuhren mit der Parkeisenbahn. Das machte uns allen viel Spaß. Es war eine sehr schöne Fahrt.

Abends saßen wir vor dem Bungalow und aßen gemeinsam das von J eingekaufte Essen. L und ich gingen nochmals zum Campingplatz-Spielplatz und spielten mit zwei Jungs Fußball. Das war sehr lustig. Wie bereits am Vortag lagen wir kurz nach 21 Uhr in unseren Betten, ich las weiter in dem Kinderbuch vor und wir schliefen früh ein.



Samstag, 28. Mai 2022


Auch am Samstagmorgen erwachten wir erst kurz vor neun Uhr. Ich fühlte mich herrlich ausgeschlafen. Da niemand aufstehen wollte, las ich das Kinderbuch zu Ende vor. Schade, dachte ich mir. Was machen wir denn am Abend?!

Zum Frühstück gab es Porridge mit Obst. Es regnete nicht, war jedoch deutlich bewölkter und kälter als die letzten Tage. 

Ls Laune war nur so mittelgut. Hin und wieder dachte ich in den letzten Tagen bei mir, dass sie vielleicht gar nicht soooo die krassen psychischen Probleme hat, sondern einfach nur ein kleiner nölender und nörgelnder Mensch ist. Ich kenne ein paar solcher Leute. Vielleicht gehört L einfach zu dieser Sorte Mensch. Ich werde das über einen längeren Zeitraum mal beobachten.

Nach dem Abwasch gingen L und ich zum Spielplatz auf dem Campingplatz. J fuhr nochmals mit dem Fahrrad einkaufen. (Wir hatten tatsächlich alles aufgefuttert.) Es war sehr windig, sodass wir es nicht allzu lange draußen aushielten. Gerade als J zurückkam, verkrümelten wir uns in den Bungalow.

Nach einem späten Mittagessen zogen J und ich unsere Laufsachen an. Gemeinsam mit L, die auf ihrem Fahrrad neben bzw. eher hinter uns herfuhr, liefen wir drei Runden um den Auensee. L und ich gingen nach diesen fünf Kilometern zurück in den Bungalow, J lief noch ein paar Runden weiter. Sehr zu meiner Überraschung und Freude wollte L duschen. (Sie mag es normalerweise nicht und versucht es zu vermeiden.) Diesen Tag kann ich somit wieder rot im Kalender markieren. Ich hatte den Eindruck, dass ihr das Duschen sogar Spaß machte.

Am frühen Abend spazierten wir nochmals um den See herum und nahmen sowohl Sonnenschein, Regenschauer als auch Wind mit. Unser Abendprogramm lief ähnlich ab wie in den letzten beiden Tagen. Wir aßen Abendbrot vor dem Bungalow, wuschen das Geschirr und Besteck ab, machten uns bettfertig und lasen. (Ich las noch mal die ersten zwei Kapitel von Ls Kinderbuch vor.) Kurz nach 22 Uhr war Ruhe in unserem Bungalow.



Sonntag, 29. Mai 2022


Geschlafen haben wir wieder bis kurz vor neun. Herrlich! Wir standen diesmal zeitnah auf, zogen uns an, packten unsere Sachen, frühstückten, wuschen ab und räumten das Gepäck ins Auto. Pünktlich um halb elf verließen wir den Bungalow und den Campingpark.

Als wir bei J in der Wohnung ankamen, machte ich es mir auf der Couch gemütlich (wie immer), während J am Rechner saß und L ihre Spielzeugkiste durchsah. Mittags fuhr J mit H Fahrrad. L und ich fanden den zweiten Band der Petronella Apfelmus-Kinderbuchreihe und lasen daraus vor.

Um vierzehn Uhr machten wir drei uns gemeinsam mit Js Mitbewohner J und einer Bekannten auf den Weg nach Dölitz zum Dorffußball. Es spielte der Rote Stern Leipzig gegen Zwenkau. (Die letztgenannte Mannschaft gewann mit zwei Toren.) Es war eine andere (bessere und entspanntere) Atmosphäre als beim letzten Fußballspiel. Ich würde sogar behaupten, L hatte Spaß. Sie stellte interessiert ihre Fragen zum Geschehen auf dem Spielfeld und stand mutig neben uns am Rand. Wir aßen ein unglaublich leckeres Sojasteak und tranken Fassbrause. Es war ein wunderbares Ereignis.

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher zu Ls Grundschule, die unmittelbar auf dem Heimweg lag. Leider hatte L sehr schlechte Laune (diese wechselt bei ihr wie das Wetter und ich weiß nicht, woran es liegt, da ihr niemand etwas tut), sodass sie nur halbherzig hinsah. Sie äußerte mir gegenüber ein paar abfällige und gemeine Kommentare über ihre neue Schule, die mich sehr traurig machten. Ich wünsche ihr (und mir), dass sie sich im Herbst schnell in der neuen Stadt und im Schulalltag zurechtfindet.

Erst halb sechs waren wir wieder in Js Wohnung und taten dasselbe wie vor dem Fußballspiel. Zum Abendessen gab es für jeden eine leckere (vegane) Pizza von der Pizzeria Kruste. Anschließend spielten wir ein Abenteuer des Robin Hood-Brettspiels. L, die Gesellschaftsspiele eher langweilig findet, hatte großen Spaß. J und J spielten bis 22 Uhr weiter, während ich L schon eine Stunde eher ins Bett brachte. Ich selbst war auch unglaublich müde und schlief nur kurze Zeit nach ihr ein.

Gedanken- und Alltagsschnipsel im Mai

Alltagsschnipsel

Seit dem 2. Mai nutzen L und ich das Fahrrad für den Weg zum Kindergarten bzw. zur Arbeit. Ausnahmen hiervon stellen lediglich Schlechtwettervorhersagen (Gewitter) oder Termine und Verabredungen, für deren Wahrnehmung die Verwendung eines Autos angenehmer ist, dar. 

Schon nach wenigen Tagen konnte ich erfreut feststellen, dass L von Fahrt zu Fahrt geschickter, mutiger und sicherer wird. Ihre Angst vor der langen Abfahrt, mit der jeden Morgen unsere Reise zum Kindergarten beginnt, schwindet allmählich. (Auch wenn ich diese Angst gut nachvollziehen kann.) Sie lernt mehr und mehr, dass sie ihrer Fahrradbremse vertrauen kann. Spaß am Fahren hat sie obendrein auch.

Mir tun die frische Luft und die Bewegung am Morgen sehr gut. Ich merke während der Fahrt, wie Stress abgebaut wird. Ich würde Erfurt zwar nicht als fahrradfreundliche Stadt bezeichnen, dennoch kommen L und ich sowohl morgens als auch nachmittags gut voran. Ein großer Vorteil am Fahrradfahren ist, dass wir nachmittags bequem von Spielplatz zu Spielplatz fahren können.

Ich möchte Ls Schulweg ab Ende August in unserer neuen Heimat überwiegend mit dem Fahrrad zurücklegen und nur selten das Auto oder die S-Bahn nutzen. Ich bin mittlerweile sehr optimistisch, dass wir dieses Vorhaben problemlos schaffen werden.


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L und ich besuchten in diesem Monat zwei Vorstellungen im Kino. Wir schauten bei Unmengen an Popcorn den neuen Biene Maja Film und ein anderes Mal den Dokumentarfilm Willi und die Wunderkröte. Gerade letzterer war sehr informativ und die Thematik/Problematik kindgerecht umgesetzt. 

In den nächsten Wochen und Monaten laufen noch etliche Filme, die uns interessieren und die wir uns im Kino anschauen wollen. Zum Glück habe ich noch einige Kinogutscheine, die nun nach und nach zum Einsatz kommen werden.


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Ursprünglich wollte ich L für das Kinderradrennen „Fette Reifen“ anmelden, bei dem sie zwei Runden (circa fünfhundert Meter) hätte zurücklegen müssen. Der Gedanke an die Zuschauer, die ihr Augenmerk mit auf sie gerichtet hätten, schreckte sie allerdings ab. 

Jedoch erzählte sie mir einige Tage vor dem Rennen immer wieder, dass ihr Freund K an dem Rennen teilnimmt und sie ihn unbedingt anfeuern möchte. So kam es, dass L und ich Mitte Mai direkt nach dem Kindergarten mit den Fahrrädern zur Radrennbahn Andreasried fuhren. K und sein Papa waren tatsächlich da, allerdings – so wie wir – auch nur als Zuschauer. 😉

Die beiden Kinder spielten bzw. rauften mehr miteinander als sie tatsächlich den Kinderradrennen oder den sich anschließenden Rennen des Steher Grand Prix folgten. Mich störte es anfangs ein wenig, da sie kaum Rücksicht auf die anderen Zuschauer nahmen. Als sie ihr Spiel auf einer hinter den Rängen befindlichen Wiese fortsetzten, wurde ich zusehends entspannter.

Das erste Rennen des Steher Grand Prix fand ich unglaublich spannend. Es machte mir richtig Freude, den acht Motorrad- und Rennradfahrern dabei zuzusehen, an die Spitze zu kommen und das Rennen für sich zu entscheiden.


Eine Woche später fuhren L und ich erneut zur Radrennbahn Andreasried. Dort fand ein Radsportaktionstag mit Fokus auf Nachwuchsgewinnung statt. Neben einer Hüpfburg, auf der L viel Spaß hatte, und einigen Geräten für Koordinationstraining, auf denen wir beide viel Freude hatten, konnte sie in drei Disziplinen ihr Können unter Beweis stellen. Sie absolvierte die Stationen Schnelle Runde, Geschicklichkeitsfahren und Ergometer. Besonders freute sich L über ihre erste Medaille, die es zur Belohnung für die absolvierten Übungen gab.  


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Mit meiner Sportroutine und -motivation bin ich immer noch nicht zufrieden. Mittlerweile erhalte ich einmal wöchentlich einen Trainingsplan mit drei oder vier Übungen, die maximal zehn Minuten meiner Zeit in Anspruch nehmen. Dieser Plan hilft mir sehr, um dranzubleiben. Ich bin froh, dass L sich auf unser Fahrradexperiment eingelassen hat und oft den Wunsch äußert, mit mir in die Boulder- oder Schwimmhalle zu gehen.


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Apropos Schwimmhalle. Ab Mitte Juni nimmt L über den Kindergarten an einem Schwimmkurs teil. Ich bin gespannt, ob sie es innerhalb der vierzehn Schwimmstunden schafft, schwimmen zu lernen. Ob gleich das Seepferdchen-Abzeichen herausspringt, ist mir persönlich nicht so wichtig. Ich fände es jedenfalls unglaublich toll, könnte sie im Juli bereits schwimmen, denn in unserem Mama-L-Urlaub wird es einen Swimmingpool direkt bei der Unterkunft geben.


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In einem Fachcenter durfte sich L vor einigen Tagen ihren Schulranzen, der sie die nächsten vier Jahre ihrer Grundschulzeit begleiten soll, aussuchen. Die Beratung ging schnell und unkompliziert von statten. Ich bin froh, dass wir einen Schulranzen, der unter einem Kilo wiegt, finden konnten. Dieser passt zudem perfekt auf Ls Rücken. Wider Erwarten ist der von ihr gewählte Rucksack nicht rosa oder pink, sondern fliederfarben bis bläulich.

12 von 12 im Mai

Alltagsschnipsel

Ich möchte diesen Monat nutzen, um meine zahlreichen (Kirsch-)Blüten- und Naturbilder zu zeigen. Es gibt somit keine zwölf Bilder aus unserem heutigen Alltag, sondern eine kleine Fotostrecke mit Fotos aus den letzten Tagen.

Über diese Anblicke habe ich mich in den letzten Tagen sehr gefreut:


Für mich war heute ein ruhiger Tag. Am Morgen merkte ich, dass mein Kreislauf nicht so wollte wie ich. Deshalb verzichteten L und ich auf das Fahrrad und fuhren mit dem Auto zum Kindergarten. Ich begab mich direkt ins Home Office und arbeitete in aller Ruhe meine Aufgaben ab. Gegen Mittag ging es mir schon wieder besser.

Am späten Nachmittag machten J, L und ich einen kleinen Spaziergang zu den drei Quellen. L trinkt so gern das salzige Quellwasser. Als wir halb sechs am Abend wieder zu Hause waren, bestellten wir uns Sushi. ❤ Kurz nach acht brachte ich L ins Bett, las ihr wieder aus dem dritten Teil der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ vor und verkrümelte mich, als L schlief, zu J ins Bett.

Hanamifest mit Hindernissen

Alltagsschnipsel

Meine ehemalige Kollegin A lud L, J und mich vor einigen Wochen zum von ihr organisierten Hanamifest auf eine schöne Kirschplantage in der Nähe des kleinen Örtchens Burgtonna bei Gotha ein. 

Am letzten Apriltag war es schließlich so weit. Die Wettervorhersage passte, versprach zweistellige Temperaturen kurz vor zwanzig Grad Celsius und eine Regenwarnung erst für den späteren Abend.

Nach dem Aufstehen bereitete ich vegane Sandwichs zu und schaute, welche Knabbereien ich für das große Picknick noch so mitnehmen könnte. Schließlich wurden siebenunddreißig Personen, darunter elf Kinder erwartet. Drei Hunde sollten auch anwesend sein.

J, den L und ich vormittags am Hauptbahnhof einsammelten, fuhr mit dem Fahrrad noch Getränke und Zutaten für eine Bowl, die er im Anschluss zubereitete, ein. 

Mein Bruder, der aufgrund des achtzigsten Geburtstags unseres Opas an diesem Wochenende auch in Erfurt war, kam kurz nach elf Uhr zu Besuch und bastelte mit L eine neue Papierkrone. Gegen Mittag machte er sich auf den Weg in die Stadt. Wir räumten unser Picknick und ein Wikinger-Spiel ins Auto und fuhren los nach Burgtonna.

Am Ende eines sehr holprigen Feldweges trudelten wir halb drei gemeinsam mit drei anderen Fahrzeugen, darunter einem Wohnmobil, an einer schönen Stelle der Kirschplantage ein. Die Kirschblüten standen in voller Pracht. Wir beratschlagten gemeinsam in der Gruppe, ob wir direkt schon hier bleiben wollen (wollten wir) und wo unsere Picknickdecken ausgebreitet werden sollen (direkt zwischen zwei Kirschbäumen). Parallel versuchte ich L zu beruhigen, die große Angst vor einer verspielten Labrador-Hündin hatte.

Währenddessen untersuchte J, ob er (und andere?) im Laufe unseres Aufenthalts auf die (für mich morsch aussehenden) Kirschbäume klettern kann. Er hing sich an einen Ast. Als dieser stabil blieb, umklammerte er ihn auch mit den Beinen. Dann knackte es, der Ast gab nach und fiel gemeinsam mit J etwa zwei Meter in die Tiefe. J knallte mit dem Rücken/der Hüfte/den Rippen auf den Boden und bekam kurzzeitig keine Luft mehr. L verfiel sofort in Panik und weinte. Als dann noch jemand “Ruft den Notarzt” rief, war es bei ihr kurzzeitig vorbei. (Der Notarzt musste letztendlich nicht kommen.) Sie wurde sofort von einer anderen Mama getröstet, die näher bei ihr stand, während ich über J kniete und schaute, nachdem er wieder Luft bekam, ob sein Kreislauf stabil blieb. Ich kümmerte mich sogleich um die entsetzte L, behielt nebenbei den Hund im Auge und schielte immer wieder zu J herüber.

Während mittlerweile alle Menschen anwesend waren, ihre Picknickdecken ausbreiteten, das Buffet aufbauten, es sich gemütlich machten und L mit einem ein oder zwei Jahre älteren Mädchen spielte, fühlte ich mich kurzzeitig verloren. Sollten wir direkt wieder fahren und J in die Notaufnahme bringen? Er hatte große Schwierigkeiten beim Sitzen, Gehen, Liegen und Atmen. Wir entschieden uns, vorerst zu bleiben.

Als es J auch anderthalb Stunden später nicht besser ging, fuhr ich ihn nach Erfurt in die Notaufnahme des Helios Klinikums. L wollte auf dem Fest bleiben und mit ihrer neuen Freundin spielen. Ich versprach ihr, schnellstmöglich zurück zu sein. 

Dieses Versprechen wurde mir jedoch durch einen Unfall erschwert, der sich auf der Bundesstraße, kurz nachdem ich mit J in Richtung Erfurt fuhr, zugetragen haben muss. Nun waren beide Spuren (in Richtung Burgtonna und in Richtung Erfurt) gesperrt und kein Fahrzeug kam mehr durch. Ich wendete (so wie alle anderen auch) und hoffte, das Navi fände eine Alternativroute. Das tat es jedoch nicht. Ich wendete wieder, fuhr kurz vor die Unfallstelle und bog auf einen Feldweg ab (so wie alle anderen auch). So konnte ich den Unfall großzügig umfahren und mit “nur” einer halben Stunde Verspätung wieder bei den anderen auf der Kirschplantage sein. J wurde mittlerweile im Krankenhaus sogar schon geröntgt. (Gebrochen ist glücklicherweise nichts, aber J hat eine starke Rippenprellung davongetragen.)

Den holprigen Feldweg überlebte leider As Auto auf der Hinfahrt zur Kirschplantage nicht. Die Unterseite des Fahrzeugs wurde derart beschädigt, dass Öl auslief. Als ich nach der Notaufnahmefahrt wieder zurückkam, wurde ihr Auto gerade auf ein Abschleppfahrzeug des ADAC geladen. Kurz nach 20 Uhr fuhren L und ich A und ihre Tochter A nach Hause. Unterwegs ließ ich mich auf den neuesten Stand bezüglich unseres ehemals gemeinsamen Arbeitgebers bringen. Ich bin unendlich froh, vor vier Jahren gekündigt zu haben.

Gegen 21 Uhr holten L und ich J, der sicher über eine Stunde auf uns warten musste, vom Krankenhaus ab. Wir steuerten noch eine Nachtapotheke an und lösten Js Rezept ein. Zu Hause angekommen, brachte ich L gleich ins Bett, die sofort einschlief. Auch J schlief bereits, als ich ins Schlafzimmer kam.

Was für ein wilder Tag!

Hallo Mai!

Dies & Das

Im Mai werde ich …

… mit meiner Freundin J und meinem Bruder telefonieren 
… zur Physiotherapie gehen
… einen weiteren Termin bei der Kinderpsychologin wahrnehmen 
… den Geburtstag unserer Vermieterin C feiern
… die beiden Prachtrosellas meiner Eltern während ihres Urlaubs füttern 
… mit L die Kleinmesse in Leipzig besuchen 
… vielleicht am 29. Straßenfest in Connewitz teilnehmen 
… vier Tage Urlaub auf einem Campingplatz machen 
… mit L Fahrrad fahren und kurze Strecken joggen
… eventuell die neue Wohnung in Markkleeberg übergeben bekommen
… J in Leipzig besuchen und von ihm in Erfurt besucht werden 
… S gemeinsam mit J und L bei der Gartenarbeit helfen 
… L helfen, mit ihren Gefühlen besser klarzukommen 

Gedanken- und Alltagsschnipsel im April

Alltagsschnipsel

Seit Mitte April haben L und ich sowohl eine Wohnung als auch eine Grundschule in Markkleeberg bzw. Leipzig sicher. Umziehen werden wir direkt zu Beginn der Kitaschließzeit Mitte Juli. Ich freue mich über beides sehr, kann ich mich nun voll und ganz darauf konzentrieren, was in die neue Wohnung mitgenommen werden soll und was nicht. Auch ein paar Vorbereitungen hinsichtlich Ls Schuleinführung möchte ich noch treffen. Ein großes Event plane ich zwar nicht, aber einen schönen Tag möchte ich ihr dennoch gern bereiten.

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Anfang des Monats schleppten J und ich L zu ihrem ersten Fußballspiel mit. Es spielte Chemie Leipzig gegen Carl Zeiss Jena. (Erstgenannte Mannschaft gewann das Spiel.)

L war die Stadionatmosphäre nicht geheuer. Ihr machten die Fahnen, die Stadiongesänge und verständlicherweise auch die Rauchbomben Angst. Wir wechselten bereits nach wenigen Minuten vom Fan- in den Familienbereich. Das Gelbe vom Ei war es für L zwar immer noch nicht, aber wenigstens wollte sie von dort aus das Spiel bis zum Ende sehen. Ich hingegen war positiv überrascht, wie liebevoll der Familienbereich eingerichtet wurde.

J und ich sind uns einig, dass wir mit ihr beim nächsten Mal lieber zu einem ruhigeren Spiel in ein noch kleineres Stadion gehen wollen.

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Circa fünf Mal waren L und ich in unterschiedlichen Konstellationen auf dem Erfurter Altstadtfrühling anzutreffen. Mal waren meine Eltern mit dabei, mal Ls Kindergartenfreund K und sein Papa, mal Ls Opa väterlicherseits. L fuhr dieses Mal recht wenig Karussell. Sie hatte größere Freude bei den unterschiedlichen Buden. Am liebsten angelte sie Enten, warf mit Dartpfeilen auf Luftballons beziehungsweise mit Bällen auf Umklapptafeln oder wollte losen. Wir konnten Ls Kuscheltierbestand von 160 auf knapp 170 ausweiten.

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Die zurückliegenden Ostertage waren für mich sehr entspannt.

Den Karfreitag verbrachten wir mit Ls Oma M. Wir aßen gemeinsam ein von M zubereitetes Mittagessen, ließen L im Garten erste Osterkörbchen suchen, machten bei ein paar Folgen „Michel aus Lönneberga“ Mittagsruhe und gingen am späten Nachmittag auf den Friedhof.

Am Samstag grillten wir um die Mittagszeit bei meinen Eltern. Zuvor durfte L wieder suchen, ob der Osterhase bereits Süßigkeiten und Kleinigkeiten versteckt hatte. (Hatte er.)

Direkt nach dem Grillen fuhren wir knapp zweieinhalb Stunden in Richtung Lauf an der Pegnitz zu J und seinen Eltern. In den vier Tagen unseres Aufenthalts wurde gebruncht, generell unglaublich viel gefuttert, im Garten nach Osterkörbchen gesucht, gepuzzelt, geboult, gejoggt, musiziert, spaziert und in der Sonne im Liegestuhl entspannt.

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Ich habe meine neue Herausforderung oder vielmehr Aufgabe gefunden: L im Umgang mit ihren (negativen) Gefühlen helfen.

In gewisser Weise tue ich das bereits durch die einmal monatlich stattfindenden Termine bei der Kinderpsychologin. Das war und ist ein sehr guter Anfang für L und mich.

L erwischte mich nämlich in der ersten Nacht in Lauf bzw. am Morgen danach eiskalt, als ich sah, dass sie sich offenbar nachts ihr Gesicht zerkratzt hatte, weil irgendetwas nicht so verlief wie sie es sich wünschte. (J, L und ich schliefen in einem Raum, aus Platzgründen allerdings nicht alle im selben Bett. Diese Nacht war für alle im Haus der absolute Horror.)

Als wir nach den freien Tagen wieder zu Hause waren, überlegten L und ich uns gemeinsam ein erstes Mantra. L hatte direkt eine richtig gute Idee. Mantra eins steht somit fest. Wir werden aber mindestens noch ein weiteres etablieren.

Mir ist es sehr wichtig, dass sie lernt, ihre Gefühle zu kontrollieren. Wenn sie bereits mit sechs Jahren erste Anzeichen eines selbstverletzenden Verhaltens aufweist, kann ihr und mir das spätestens in der Pubertät richtig auf die Füße fallen. Ich werde mein bestes tun, ihr zu helfen.

12 von 12 im April

Alltagsschnipsel

Auch in diesem Monat wollte ich wieder an der Aktion „12 von 12“ teilnehmen. Am 12. eines Monats werden 12 Bilder im Laufe des (All-)Tages gemacht und anschließend im Blog gezeigt. Verlinken könnte ich das auf einem anderen Blog … aber dafür bin ich dann doch zu faul. 🙂

Aufgewacht und aufgestanden sind L und ich heute Morgen um kurz nach sieben. Unsere morgendliche Routine beinhaltet den Gang ins Bad mit der sogenannten Morgentoilette, aber natürlich auch die Zubereitung des Frühstücks. L bekam ein Vollkorntoast mit Margarine und Heidelbeermarmelade, ich bereitete mir für die Arbeit Haferflocken mit Obst und Sojajoghurt zu. Da ich aktuell wieder meine Kalorien tracke, kommt meine Küchenwaage täglich zum Einsatz.


Als L im Kindergarten war, fuhr ich zum Parkplatz in der Nähe des Büros und erfreute mich an dem schönen kurzen Arbeitsweg entlang von Kirchen und Gewässer. Seit gestern Nachmittag haben wir nun auch endlich wieder einen Obstkorb für alle Mitarbeiter. Es hatte sich einfach viele Monate lang wegen der Corona-Pandemie nicht gelohnt. Nun kehren aber doch wieder mehr zurück ins Büro, weshalb ich vergangene Woche eine Bestellung auslöste. Mit der Wahl des Obstes bin ich sehr zufrieden. Wir werden uns nun also wieder regelmäßig Obst liefern lassen.


Ich führte heute zwei Mitarbeitergespräche. Anfang Mai habe ich dann wieder einmal mit jedem gesprochen. Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut, wie viel guten Input jede*r mitgibt.

Da immer noch nur eine Erzieherin in Ls Bereich verfügbar ist, holte ich sie kurz vor 16 Uhr ab. Heute fuhren wir direkt nach Hause und verbrachten den Nachmittag im Garten und in der Wohnung. Durch den fehlenden Fernseher räumte ich im Wohnzimmer die Möbel lustig durch die Gegend. Ob das nun final so bleibt, weiß ich noch nicht, aber es gefiel mir für den Moment gut.


L blieb in ihrem Sommeroutfit bis abends draußen im Garten und unterhielt sich mit unserer Vermieterin C. Ich nutzte die Zeit und hing Wäsche auf und kochte uns Abendessen. (In den letzten Tagen war ich leider nicht motiviert genug, um uns ein warmes Abendessen zuzubereiten. Beziehungsweise waren L und ich auch selten vor um acht zu Hause. Umso erfreulicher, dass ich heute Abend Zeit und Lust dazu hatte.) L und ich aßen wenig später in Ruhe im Esszimmer bei einem Räucherstäbchen und Conni-Hörspiel.


Während L nach dem Essen ein wenig fernsehen durfte, nutze ich die Zeit für Ostervorbereitungen. Ebenso arbeitete ich an einem Buch weiter, das ich L zum 18. Geburtstag schenken will. Meinen täglichen Planer brachte ich auch auf den aktuellen Stand.


Gegen 21 Uhr wanderte L schließlich ins Bett. Ich lieg seit einer halben Woche nicht mehr neben ihr im Bett, sondern nutze den Kuscheltiersack davor, um es mir so gemütlich zu machen wie es irgendwie geht. (Es ist unglaublich ungemütlich.) Ich bin auch mit dieser Einschlafbegleitmethode nicht so happy. Zwar schläft L irgendwann alleine in ihrem Bett ein und ich kann mich problemlos aus dem Zimmer schleichen, nachdem ich meine Duolingo-Übungen gemacht und ein paar Minuten eines Films geschaut habe, aber wirklich freie Abendzeit für mich hatte ich in den vergangenen Monaten bisher nur zwischen fünf und fünfundzwanzig Minuten.

Auch heute wachte sie weinend nach nicht mal einer halben Stunde, nachdem ich aus ihrem Zimmer raus war, wieder auf und kam zu mir ins Bett gekrochen. Ich habe aufgrund der vorangeschrittenen Uhrzeit (circa 22:30 Uhr) auch keine Muße mehr, noch mal auf dem Kuscheltiersack Platz zu nehmen und wieder zu warten bis sie schläft. Es muss doch eine andere Lösung geben. 😦

Ein Wochenende im April

Alltagsschnipsel

Freitag, 8. April 2022

Drei von vier Erzieherinnen in Ls Doppelgruppe wurden am Dienstag positiv auf Corona getestet. Aus diesem Grund durften ab Mittwoch nur noch Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen, die einer Arbeit nachgehen. Um die Einzelkämpferin zumindest ein wenig zu entlasten, holte ich L am Freitag bereits um halb drei ab. 

Zu Hause hatte ich einiges zu tun. Zuerst kümmerte ich mich um die kürzlich im Gartenmarkt gekauften Pflanzen und verschönerte unseren Eingangsbereich. L spielte derweil mit ihren Puppen und dem Bollerwagen im Garten. Ich verteilte anschließend die restliche frische Erde auf alle Zimmerpflanzen in der Wohnung, düngte und goss sie und brachte drei Pflanzenstäbe an. Das war längst überfällig und ich behaupte, die Pflanzen haben sich sehr darüber gefreut.

Für die Kindergeburtstagsfeier am nächsten Tag buk ich einen Schokoladenkuchen. Auch wenn der Marshall-Tortenaufleger an einigen Stellen bereits gebrochen war, stellte mich das Ergebnis zufrieden. Den Kindern wird das sicher auch nichts ausmachen.


Unseren Fernseher, der schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber noch gut in Schuss ist, habe ich an meine Eltern verkauft. L ist die einzige, die ihn nutzt. Fernsehen kann sie allerdings auch über meinen Laptop oder das Tablet. Ich möchte außerdem unsere neue Wohnung ohne Fernseher einrichten. Da meine Eltern das Gerät schon am Sonntag abholen wollen, richtete ich endlich meinen Arbeitsplatz im Arbeitszimmer ein, verband den Laptop mit dem Monitor und schaute zum Schluss noch nach dem Ton. Nun kann L ihre Serien und Filme vom Arbeitszimmer aus schauen. Um meinen externen CD- und BluRay-Player kümmere ich mich in Kürze.


Seit Donnerstag verläuft Ls Einschlafbegleitung auf Anraten der Kinderpsychologin und aufgrund meiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse anders. Ich lege mich nun nicht mehr mit zu ihr ins Hochbett, sondern mache es mir vor dem Bett gemütlich. Wenn L eingeschlafen ist, kann ich mich so leichter aus dem Kinderzimmer stehlen. Die Veränderung führte am ersten Abend zu ein paar Tränen, dennoch fiel Ls Reaktion nicht ansatzweise so intensiv aus wie von mir erwartet. Und es funktionierte: Sie wachte nicht auf, als ich ihr Zimmer verließ. Freitagabend stellte sie dieses neue Vorgehen schon gar nicht mehr infrage. Ich würde mich freuen, wenn sie sich schnell an die neue Situation gewöhnt.

Samstag, 9. April 2022

Viel zu früh um kurz nach halb sieben wachte ich gestern Morgen auf. Draußen ging gerade die Sonne auf. Ich nutzte die Zeit, in der L noch schlief, und schaute meinen am Vortag begonnenen Star Wars Film zu Ende. Als L schließlich auch erwachte, kuschelten wir noch zwei Stunden lang im Bett herum und schauten über die ZDF App je eine Folge Bibi Blocksberg und Bibi und Tina.

Nach dem Frühstück nahmen wir die letzten Geburtstagsfeiervorbereitungen in Angriff: Innen- und Außendekoration anbringen, Tische decken, Knabbereien heraussuchen, Spiele und Preise sortieren, Wohnung grob säubern und Ls Kinderzimmer aufräumen. Ich ging noch fix duschen und ruhte mich ein wenig aus. 


Zehn nach 14 Uhr traf Ls bester Freund K ein. Zehn Minuten später kamen zwei weitere Jungs und zum Schluss Y mit seinen Eltern. Ich war beiden sehr dankbar, dass sie die ganze Zeit der Feier unterstützend mit dabei waren, denn ich hatte die Lautstärke von fünf aufgeregten Kindern und die Eigendynamik ein wenig unterschätzt. In den folgenden fünf Stunden futterten wir Schokoladenkuchen am Nachmittag, Pommes und (vegane) Wiener Würstchen am Abend, spielten Sack hüpfen, Eier laufen und Topf schlagen, veranstalteten ein Schaumkusswettessen, bauten die Carrera-Rennbahn auf und wechselten aufgrund des Aprilwetters mindestens drei Mal zwischen Wohnung und Garten. Die Zeit verging wirklich wie im Fluge und ich behaupte, L und ihre vier Jungs hatten Spaß.


Halb acht war es wieder ruhig. L durfte noch ein wenig fernsehen. Ich räumte die Wohnung auf und ruhte mich noch etwas aus, ehe ich L mit der neuen Einschlafbegleitmethode ins Bett brachte.

Ich begann die nächste Episode von Star Wars und verließ kurz vor 22 Uhr Ls Zimmer. Gerade als ich selbst das Licht ausmachen wollte, hörte ich Ls Schritte. Sie träumte offensichtlich noch, denn sie redete. Sie lief vom Flur schnurstracks in den Wintergarten aka Esszimmer. Ich rief sie. Sie reagierte auch darauf und kam nach Aufforderung in mein Bett gekrabbelt. Dort schlief sie direkt weiter. Ich fand diese Situation unglaublich gruselig.

L ist also eine Schlafwandlerin. Ich hatte bereits in der Quarantäne so einen Verdacht und diesen nun bestätigt bekommen. Über Doktor Google erfuhr ich, dass Schlafwandeln vererbt wird. Meine Mama ist ebenfalls eine Schlafwandlerin. Schauen wir mal, ob sich das verwächst oder ob es ein Teil von L bleibt.

Sonntag, 10. April 2022

Geschlafen haben wir heute bis kurz vor acht. Wie gestern auch standen wir nicht gleich auf, sondern schauten den Yakari Kinofilm. Zum Frühstück gab es ein Stück Schokoladenkuchen für jeden.

Am Vormittag kamen meine Eltern. Mein Papa stöpselte den Fernseher ab und wir fuhren ihn gemeinsam in die Wohnung meiner Eltern. Meine Mama passte derweil auf L auf. Die Aktion dauerte nicht lange. Schon am Mittag gingen wir zu viert noch mal auf den Rummel. L gewann wieder drei Kuscheltiere, eine Wackelente und eine Puppe.

Als wir am frühen Nachmittag wieder zu Hause waren, ruhte ich mich ein wenig aus. Ich konnte sogar etwas Mittagsschlaf machen. L hörte nebenbei leise ein Hörspiel (und futterte Süßigkeiten).

Auf Ls Wunsch hin aßen wir um vier eine Portion Nudeln mit Tomatensoße. Anschließend kaufte ich in ihrem Laden ein. Gegen 17 Uhr war es Zeit für die Badewanne. L durfte heute erstmals ihren neuen Fernsehplatz ausprobieren, während ich die Zeit nutzte und mit meiner Freundin J telefonierte.

Während der Einschlafbegleitung schaute ich meinen Star Wars Film zu Ende.

Hallo April!

Dies & Das

Im April werde ich …

… meinen Papa in einen Gartenmarkt begleiten und auch für unsere Pflanzen das ein oder andere kaufen
… mit L an einem oder zwei Wochenenden nach Leipzig fahren 
… und dort ein Fußballspiel ansehen
… und eventuell S erstmals bei der Arbeit in ihrem Garten helfen
… und hoffen, dass L der Garten auch so gut gefällt wie J und mir
… mehrmals den Erfurter Altstadtfrühling besuchen 
… hoffentlich mehr als einmal die Physiotherapie aufsuchen können 
… den zweiten Termin bei der Kinderpsychologin wahrnehmen 
… Ls Kindergeburtstag mit vier Jungen feiern
… einen Teil des Osterfestes in Lauf an der Pegnitz verbringen 
… zwei Geburtstage, darunter einen 80., feiern
… L erst kurz vor halb fünf aus dem Kindergarten abholen, da die Öffnungszeiten wieder normal(er) sind
… und dadurch produktiver auf Arbeit sein
… mit meiner Freundin J und meinem Bruder telefonieren 
… weiter im Keller ausmisten und mich über die Fortschritte freuen

Gedanken- und Alltagsschnipsel im März

Alltagsschnipsel

Rein zufällig und aus einer Laune heraus googelte ich Mitte Februar nochmals nach Ls Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Was auch immer ich im Sommer 2020 diesbezüglich im Internet fand, wurde auf keiner der Websites mehr erwähnt. Verwirrt und leicht hoffnungsvoll schrieb ich direkt eine E-Mail an unser hiesiges Jugendamt und schilderte knapp unseren Fall (Halbwaise durch den Tod des Vaters, Erbausschlagung und keine Halbwaisenrente). Nur wenige Stunden später rief mich eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zurück und bestätigte mir, dass L Unterhaltsvorschuss zusteht. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das für L und somit auch für mich freut. Das macht es uns doch ein wenig leichter in Zukunft.


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Ich habe mich entschieden: Die vierte Sprache, die ich nun auf Duolingo lerne, ist Schwedisch. Einige Lektionen habe ich bereits absolviert. Ich habe gut reingefunden und es macht mir Spaß, die Mischung aus Englisch, Deutsch und was auch immer zu erlernen. Anfang Juni fahren L, J und ich gemeinsam mit meiner Freundin J und ihrem J nach Schweden. Bis dahin kann ich sicherlich noch einige Wörter mehr.


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Für besagten Urlaub in Schweden haben wir bereits ein schönes großes Haus mitten im Nirgendwo Nahe Oskarshamn gebucht. L, J und ich werden auf der Fähre von Deutschland nach Schweden und zurück übernachten. Das macht es entspannter. Wir wollen unbedingt das Meer, einen Elchpark und Astrid Lindgrens Welt sehen. Ansonsten steht Erholung und Entspannung auf dem Plan. Ich freu mich schon riesig darauf. ❤


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Über Pfingsten werden L, J und ich drei Nächte auf einem Campingplatz verbringen. Ich hoffe auf gutes Wetter, auch wenn wir dieses Mal nicht in einem Zelt, sondern einer Blockhütte übernachten werden. (Dieses Jahr steht Erholung und Urlaub im Vordergrund.)


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Mitte März besuchte ich erstmals seit X Jahren wieder ein Konzert, welches nicht unter freiem Himmel stattfand. Gemeinsam mit J und einigen anderen genoss ich unter strengen 3G-Regeln die Musik der britischen Band Maybeshewill im Felsenkeller in Leipzig und fühlte mich wieder wie ein Teenager. Es war wirklich wunderschön, auch wenn es sicherlich merkwürdig ist, bei einem Konzert die ganze Zeit über eine FFP2-Maske zu tragen.


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Einen Monat hatte ich mit teils starken, teils aushaltbaren Stresssymptomen zu kämpfen, die mich Mitte Februar unvorbereitet und total unerwartet trafen. Wirklich gut oder sehr gut geht es mir erst seit dem Wochenende im Rhön Park Hotel Aktiv Resort.

Ich hoffe, dass ich es nun dauerhaft schaffe, Stress zu reduzieren. Ich werde die Zeit nutzen und alles dafür in die Wege leiten. Ich werde mir Unterstützung und Hilfe suchen, sofern möglich, und an mir selbst arbeiten, entspannter und gelassener zu werden. Mir machte diese körperliche Schwäche in den schlimmsten Phasen/Schüben große Angst. Ich möchte das in dieser Intensität nicht noch mal erleben.


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Die Wohnungssuche in Leipzig läuft an. Es werden nun immer mehr Inserate für frei werdende Wohnungen im Sommer veröffentlicht. Ich bin sehr gespannt, in welchen Stadtteil es L und mich letztendlich verschlägt.


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Da ihr jemand kurzfristig absagte, hatte ich im ersten Drittel des März‘ das große Glück, mit Ls Kinderärztin, die gleichzeitig auch eine Kinder- und Jugendpsychologin ist, über Ls teilweise merkwürdiges Verhalten zu sprechen. Dieses einstündige Gespräch, das ich mit ihr alleine führte, war sehr gut. Es tat gut, eine neutrale Sicht zu erhalten, und jemanden zu haben, der zuhört und das Gesagte direkt einordnen kann.

Die Ärztin sieht den größten Fokus überraschenderweise auf mehr Zeit für mich. L kann es zum Beispiel nicht ertragen, wenn ich sitze und nichts tue. Wusle ich in der Wohnung umher und mache Hausarbeit, stört sie das überhaupt nicht und spielt. Die Ärztin schlug vor, mit L im Alltag kleine Verabredungen zu treffen. Ich habe nun also eine Eieruhr gekauft. Beginnen werde ich mit fünf oder zehn Minuten, in denen ich ihr sage, dass jetzt Mama-Zeit ist. Sobald es klingelt, treffen wir uns wieder und machen Aktivität X wieder zusammen. Ich bin gespannt, ob das funktionieren wird und ab wann ich eine halbe Stunde einfach mal nichts machen darf. 🙂 Ebenso soll ich mir (vor allem dann in Leipzig) einen oder zwei Babysitter suchen und den Großelterndienst kontaktieren. Sie hält unseren geplanten Umzug für sehr sinnvoll, können wir so Abstand zu den Geschehnissen gewinnen und neue Eindrücke sammeln.