Tagebuch – 21. November 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war ganz okay. Ab und an wurde ich wach, um mir die Seele aus dem Leib zu husten, aber ich fand immer wieder schnell zurück in den Schlaf. Das frühe Aufstehen am Morgen tat mir nicht sonderlich gut. Ich hatte Augenringe bis zum Boden und fühlte mich müde und schlapp.

Der heutige Arbeitsvormittag war sehr produktiv. Mein Kollege/Freund M und ich planten, wer in den nächsten drei Monaten in welchen Projekten eingesetzt wird. Das machte mir großen Spaß. Zudem zeigte sich, dass durchaus ein großer Bedarf an einer Rolle als Scrum Master besteht.
Gegen Mittag merkte ich, wie erschöpft ich war und legte eine längere Pause ein, um die Stress- und Krankheitssymptome auf ein Minimum zu reduzieren.

L drückte ich am Morgen ganz fest die Daumen für ihren dritten Mathetest. Als ich sie am Nachmittag von der Schule abholte, teilte sie mir freudestrahlend das Ergebnis ihres Tests, den die Lehrerin offenbar noch vor der halben Woche Ferien korrigieren wollte, mit. Sie hatte eine Eins plus.
Nun fühle ich mich noch mehr veralbert als ohnehin schon. Zum einen frage ich mich, warum ich so stark auf die Nachricht der Lehrerin reagiert habe. Zum anderen verstehe ich die Fehleinschätzung der Lehrerin bezüglich Ls schulischen Leistungen nicht. Wie dem auch sei: L und ich werden in Deutsch und Mathe weiterhin täglich ein paar „Hausaufgaben“ machen. Dann dürfte sich das „Problem“ hoffentlich von selbst lösen.

Den Nachmittag und Abend nutzte ich überwiegend, um meine aktuelle Serie zu suchten und mich auszuruhen. Mein Schnupfen war am Abend schon wieder viel besser.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Trotz der deutlich frischeren Temperaturen und einem leichten Nieselregen ließ ich es mir am Morgen nicht nehmen, ein paar Meter in der Nähe von Ls Schule zu spazieren. Durch die Erkältung spürte ich aber deutlich, wie anstrengend das für mich war.

Telefonat mit meinem Bruder.
Mittags telefonierte ich mit meinem Bruder, der sich von mir die Situation mit Ls Lehrerin schildern ließ. Obwohl er mich gut verstehen kann, gab er mir ein paar Gedanken mit auf den Weg, die mich sicherlich noch eine Weile beschäftigen werden.
Schön zu hören war allerdings, dass ich ihn immer anrufen kann, wenn mich etwas beschäftigt. Ich möchte an mir arbeiten und versuchen, dieses Angebot, das ich nicht nur von ihm bekommen habe, in Zukunft anzunehmen. Es ist nicht gut, wenn ich alle Sorgen und Ängste nur mit mir selbst ausmache. Ich möchte mich den Menschen, die mir am Herzen liegen, öffnen und sie an meinem Leben einschließlich meiner Gedankenwelt teilhaben lassen.

Puzzle.
Mein Puzzle mit fünfhundert Teilen habe ich am Nachmittag fertiggestellt. Ich werde mich nun nach einem geeigneten Bilderrahmen umsehen. Das Motiv ist nämlich so schön, dass ich es gern als Bild an der Wand aufhängen möchte.

Tagebuch – 20. November 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte gut, aber viel zu kurz geschlafen. Meine Augen waren am Morgen leicht gerötet und etwas geschwollen. Im Tagesverlauf verstärkten sich zudem Husten und Schnupfen.

Mein Arbeitstag bestand aus den montäglichen Terminen. Ich hatte zudem Zeit, einige Punkte meiner To-do-Liste anzugehen.

Ls Lehrerin schrieb mir vormittags eine Nachricht auf eine Rückfrage meinerseits und teilte mit, dass L neben Mathe auch Schwierigkeiten in Deutsch habe. Wir sollen beim Üben nun Fokus auf eine ordentliche Handschrift und fehlerfreies Abschreiben legen.
So ganz verstehe ich das „Problem“ nicht. Vergleiche ich Ls Schriftbild mit Mai diesen Jahres, ist eine deutliche Verbesserung erkennbar. Sie hält mittlerweile die Zeilen ein und schreibt leserlich. Sie hat allerdings keine typische „Mädchenhandschrift“ wie ich sie hatte und noch immer habe. Laut Doktor Google haben zudem etliche Kinder in ihrem Alter Probleme, Texte korrekt und fehlerfrei abzuschreiben.
Ich bestellte kurz nach der Nachricht dennoch ein Diktat- und Rechtschreibübungsheft, das bereits morgen ankommen soll. Wir werden neben Mathe nun also auch vermehrt für Deutsch üben.

Am Nachmittag zeigte ich L anhand einer täglichen Matheübung, die seit kurzem Teil des Unterrichts zu sein scheint, wie sie die Rechenaufgaben ordentlich und für alle leserlich in ihr Heft schreiben soll. Leerzeichen oder freie Zeilen sucht man in ihrem Heft bisher nämlich vergeblich. Es ist alles aneinander geklatscht.
Unter meiner Aufsicht sollte sie die wenigen Aufgaben erneut abschreiben. Ich erklärte ihr, wo ein Leerzeichen und wo eine freie Zeile Sinn ergeben. Im Anschluss daran sagte sie mir, dass ihr das bisher noch nie jemand gezeigt oder sie darauf angesprochen habe. Das verwunderte mich schon ein wenig.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Eine kurze Runde am Morgen in der Nähe von Ls Schule zeigte mir sehr deutlich, dass sich der Herbst allmählich dem Ende nähert. Hingen am Donnerstag noch zig Blätter an den Bäumen, waren die allermeisten Bäume heute bereits kahl.

Massage.
Mit einem schlechten Gewissen wegen meines Schnupfens betrat ich das Massagestudio und ließ mir den Rücken, die Schultern und den Nacken massieren. Das tat gut, auch wenn ich wegen meines Gedankenkarussells nicht so richtig abschalten konnte. Ich hoffe zudem sehr, dass ich die arme Frau nicht angesteckt habe.

Vollumfängliche Vorbereitung.
Nahezu den gesamten Nachmittag und Abend nutzten L und ich zur Vorbereitung des morgigen Mathetests. Wir schafften es, alle Aufgaben zu den Themen Hundertertafel und Zahlenstrahl zu besprechen. L hatte in den letzten Tagen zahlreiche Aha-Effekte und löste auch die heutigen Aufgaben nahezu komplett fehlerfrei.
Als wir nach einem kleinen Einkauf am Nachmittag einen Regenbogen sahen, meinte L, dass ihr den Papa geschickt hat und dieser ein Zeichen dafür ist, dass sie eine gute Note schreiben wird.

Ein Wochenende im November

Alltagsschnipsel

Nach einem wunderbaren Konzert am Freitagabend nutzten L und ich das Wochenende zum Ausruhen und zur Vorbereitung für den bevorstehenden dritten Mathetest.


Samstag, 18. November 2023
 


Ich wachte am Morgen kurz nach acht Uhr im Hotelbett mit starken Kopfschmerzen auf. Ich fühlte mich verkatert, obwohl ich am Vorabend keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen hatte. Das konnte somit nur bedeuten, dass ich nun richtig krank geworden war.

Nach einer kurzen Dusche packte ich Ls und meine Sachen zusammen und ging anschließend mit ihr und meinen Eltern, die ihr Hotelzimmer direkt neben unserem hatten, zum Frühstück. Leider war der Frühstücksraum gut besucht, sodass wir vier nicht zusammensitzen konnten. Die Auswahl an Speisen und Getränken war sehr gut. L und ich schlugen uns ordentlich die Bäuche voll.

Gegen zehn Uhr checkten wir aus, ließen uns an der Hotelrezeption ein Taxi rufen, das uns zum Münchener Hauptbahnhof bringen sollte, und verabschiedeten meine Eltern, die erst drei Stunden nach uns mit dem Zug zurück nach Hause fuhren.

Unser Zug stand pünktlich zum Einsteigen bereit. L und ich suchten unsere Plätze, richteten uns häuslich ein und mussten weitere fünfundvierzig Minuten darauf warten, bis die Reise losgehen konnte. Zuerst bestand ein technisches Problem am Zug, das behoben werden konnte. Dann wurde den Fahrgästen mitgeteilt, dass in Ingolstadt ein Stellwerk ausgefallen ist. Wir fuhren somit nicht über Ingolstadt, sondern einen Umweg über Augsburg.
Während unserer viereinhalbstündigen Reise spielten L und ich mehrere Runden UNO und beschäftigten uns mit Matheaufgaben. L durfte auch immer wieder auf meinem Telefon fernsehen, während ich die Augen schloss und versuchte zu schlafen. Meine Kopfschmerzen wurden im Verlauf der Fahrt immer stärker. Ich fühlte mich auch immer elender. Ich kann gar nicht zum Ausdruck bringen, wie dankbar ich bin, dass ich etwas schlafen durfte. Es gab Zeiten, da konnte ich L nicht so einfach „sich selbst überlassen“. Da um mich herum auffallend viel gehustet und geschnieft wurde, hatte ich auch kein allzu schlechtes Gewissen, krank im Zug zu sitzen.

Etwa neunzig Minuten später als geplant kamen wir schließlich am Leipziger Hauptbahnhof an … und verpassten leider unsere S-Bahn. Als wir am Bahngleis ankamen, sahen wir nur noch die Rücklichter des Zuges. Wir warteten zwanzig Minuten auf die nächste und kamen Viertel nach vier am Nachmittag wieder zu Hause an.
Kaum waren wir in der Wohnung, klingelte es und meine Paketlieferung traf ein. Ich war sehr glücklich darüber, denn in diesem Paket befanden sich unter anderem Vitamin C Tropfen für L und mich. Diese nahmen wir auch gleich ein.

Ich fühlte mich zu absolut nichts mehr in der Lage und bestellte uns deshalb ausnahmsweise Abendessen, das etwa eine halbe Stunde später eintrudelte. Nach dem frühen leckeren Abendessen machte ich es mir auf der Couch bequem und schlief, während L spielte. Die Kopfschmerzen wollten trotz Ruhe einfach nicht besser werden. Ich fand im Badezimmerschrank überraschenderweise eine Packung Ibuprofen und nahm eine Tablette ein. Etwa eine Stunde später waren die Kopfschmerzen wesentlich erträglicher und irgendwann sogar ganz weg. Ich konnte sogar noch ein wenig fernsehen.

Kurz vor dem Schlafengehen lasen L und ich uns gegenseitig noch ein paar Zeilen aus dem Buch von Max Mutzke vor.


Sonntag, 19. November 2023


Ich hatte wunderbar bis halb neun am Morgen geschlafen. Zufrieden stellte ich fest, dass meine Kopfschmerzen nicht zurückgekehrt und auch die Halsschmerzen kaum noch spürbar waren. Einzig ein leichter Schnupfen begleitete mich den Tag über.

Nach einer Dusche belud ich die Waschmaschine, stellte diese an und bereitete Ls und mein Frühstück zu. Nach dem Essen telefonierte ich lange mit U, sie sich unter anderem mein Gejammer über die Nachricht von Ls Lehrerin anhören musste. Ich erhielt aber auch viele neue Informationen aus ihrem Leben.

L beschloss, dass es zum Mittagessen Nudeln mit Tomatensoße geben soll, holte selbstständig die Zutaten aus den Schränken, suchte sich die Töpfe zusammen und legte los. Beim nächsten Mal werde ich ihr zeigen, wie sie die Herdplatte bedienen kann. Nach dem leckeren Mittagessen hing ich die Wäsche auf.

Den restlichen Tag verbrachte ich mit puzzeln und fernsehen. L spielte heute sehr viel mit ihrem Puppenhaus.
Zwischendrin übten wir immer wieder Matheaufgaben. Meine Haltung auf die Nachricht der Lehrerin änderte sich merklich von gestresst und panisch hin zu wütend. Ja, ich bin wütend auf die Lehrerin. Sie hätte nicht gleich mit der Keule „Wiederholung des Schuljahres“ um sich schlagen müssen, sondern darauf hinweisen können, dass L mehr Übung und Unterstützung in Mathe benötigt.
Wir üben erst seit wenigen Tagen täglich einige Aufgaben. Mittlerweile löst L einen Großteil dieser ohne eine Erklärung meinerseits fehlerfrei. Bei anderen sage ich ihr nur kurz, was gemeint ist. Sie versteht es sofort und setzt alles in den Übungen richtig und schnell um. Einen Grund, die Klasse zu wiederholen, sehe ich beim besten Willen nicht.

Abends durfte L in die Badewanne gehen. Sie spielte dort lange und zufrieden mit ihren Puppen.
Ich bereitete uns eine Kleinigkeit zum Abendessen zu und merkte, wie Schnupfen und Halsschmerzen wieder stärker wurden.

Tagebuch – 17. November 2023

Alltagsschnipsel

L und ich konnten heute Morgen bis halb acht schlafen. Ich hatte einen Tag Urlaub, L wurde auf meinen Antrag hin vom Unterricht freigestellt. Obwohl wir länger schlafen konnten, waren wir beide bei weitem nicht ausgeschlafen. Beim Aufwachen hatte ich zu allem Übel Halsschmerzen.

In kurzer Zeit packte ich unsere letzten Sachen für die bevorstehende Reise nach München zusammen und bereitete etwas Reiseproviant vor. Um neun machten wir uns auf den Weg zur S-Bahn-Haltestelle und waren eine halbe Stunde später am Leipziger Hauptbahnhof. 

Als wir mittags in München ankamen, holte uns J, meine Schwägerin, ab. Meine Eltern fuhren im selben Zug wie L und ich, reisten allerdings erste Klasse und befanden sich ab Erfurt somit in einem anderen Wagen als L und ich. Auf sie trafen wir nach Verlassen des Zuges auch.
Zu fünft machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg in die Olympiahalle und ließen uns von meinem sehr aufgeregten Bruder den Backstagebereich und die Bühne zeigen.


Nachmittags checkten meine Eltern, L und ich im Motel One ein. Wir hatten sogar nebeneinander liegende Zimmer. L und ich genossen den tollen Ausblick und ruhten uns etwa zwei Stunden lang aus.


Was heute schön war:

Zugfahrt.
Der Zug fuhr trotz zwei vorangegangener Streiktage pünktlich los und kam mit nur zehn Minuten Verspätung nach etwas mehr als drei Stunden Fahrt am Münchener Hauptbahnhof wieder an. Was will man mehr?! L und ich nutzten die Fahrt, um unter anderem einige Matheaufgaben für den Test am kommenden Dienstag zu üben. Nach kurzen Erklärungen meinerseits verstand L, was zu tun ist, und rechnete fleißig und richtig vor sich hin.

Musikfestival.
Etwa anderthalb Stunden vor Beginn des Konzerts trafen meine Eltern, L und ich am Pförtnereingang der Olympiahalle ein. Wir durften sogar nochmals den Backstagebereich betreten, konnten meinen Bruder und seine Bandkollegen sehen und ihnen viel Erfolg und Spaß wünschen. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Getränke- und Essenstand.
Kurz nach neunzehn Uhr begann die Show mit verschiedensten neuen Künstlerinnen und Künstlern. Ihnen gelang es sehr gut, das Publikum einzuheizen. Gegen zwanzig Uhr fünfundvierzig hatte schließlich die Band, in der mein Bruder mitspielt und die dieses Festival eigenfinanziert und selbstorganisiert auf die Beine gestellt hat, ihren großen Auftritt. L jubelte, kreischte, tanzte und klatschte die ganze Zeit über begeistert mit. Das dürfte ihren Onkel M am Schlagzeug sicher mächtig gefreut haben.
Es war ein sehr schöner musikalischer Abend. Ich freue mich, wieder neue Künstlerinnen und Künstler entdeckt zu haben, deren Musik ich mit großer Wahrscheinlichkeit sonst nie kennengelernt hätte.
Ich habe auch schon läuten hören, dass die Drei im nächsten Jahr wieder in der Olympiahalle auftreten wollen.

Tagebuch – 16. November 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war deutlich besser als die vorherige. Ich wurde irgendwann in den frühen Morgenstunden wach, schlief aber schnell wieder ein und hatte bis zum Klingeln des Weckers komische Träume.

L ist unglaublich stark. Viel stärker als ich es in ihrem Alter war und stellenweise sogar heute bin.
Sollte sie die zweite Klasse wegen Mathe wiederholen müssen, was meines Erachtens noch nicht entschieden werden kann und sollte, möchte sie das auf einer anderen Schule tun. Vielleicht haben wir Glück und sie kann die Grundschule in unserem Einzugsgebiet besuchen. Oder eine der anderen drei in Markkleeberg. Dieser Gedanke machte ihr Mut, ließ sie morgens lächeln und gab ihr offenbar Kraft. Das beruhigte mich sehr.
Ich weiß, dass es im Leben immer einen Weg gibt, auch wenn man diesen nicht gleich sieht. Dennoch ist der Mensch ein Gewohnheitstier und da nehme ich mich selbst nicht aus. Neues und Unbekanntes wird oft mit Skepsis und Ablehnung aufgenommen. L und ich werden gemeinsam die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit treffen.

Ich muss ganz doll auf mich aufpassen. Ich habe Ohrenrauschen, kann nicht ordentlich einatmen, habe ein flaues Gefühl in der Magengegend und durch den ganzen Stress der letzten Zeit oft Kopfschmerzen. Diese Symptome sind eindeutige und wichtige Signale meines Körpers, mir mitzuteilen, dass ich kürzer treten und mich ausruhen muss. Mir und L zuliebe will ich wieder mehr auf mich achtgeben und lernen, besser mit stressigen Phasen, die im Leben immer wiederkehren werden, umzugehen.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Ein paar Minuten am Morgen an der frischen Luft zu spazieren, klappte diese Woche ganz wunderbar. Ich bin dankbar, dass ich auch heue die Möglichkeit hatte, so entspannt in den Tag starten zu können.

Badewanne.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal ein Bad genommen hatte. Umso schöner war heute die Körperpflege im warmen und duftenden Wasser für mich.

Entspannung.
Den Nachmittag und Abend verbrachte ich wieder mit meinem Puzzle und ein paar Folgen einer Serie. Diese Beschäftigungen tun mir im Moment neben Lesen besondern gut, um abzuschalten und herunterzufahren.

Tagebuch – 15. November 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte nicht allzu gut geschlafen. Halb drei wurde ich wach und blieb es auch eine ganze Weile lang. Mein Gedankenkarussell sprang nämlich sofort an und wollte sich einfach nicht mehr abschalten lassen.
Als Viertel nach sechs Uhr der Wecker klingelte, wurde ich mitten aus einem Traum gerissen (ich bin also offenbar wieder eingeschlafen) und brauchte ewig, um richtig wach zu werden.

Im Moment ist sehr viel los in meinem Leben. Vor allem im emotionalen Bereich. Mir ist und wird das ein wenig zu viel. Es fühlt sich an, als würden einige Lebensbereiche in Scherben vor mir liegen, die ich neu oder generell wieder zusammensetzen muss. Vielleicht puzzle ich deshalb im Moment wieder so gern …

Heute erhielt ich eine Nachricht von Ls Klassenlehrerin, die mich sehr überrascht und komplett unvorbereitet getroffen hat. Ich hatte sogar eine leichte Panikattacke. Die Lehrerin meinte, dass es für L vielleicht besser wäre, zum Halbjahr im Fach Mathe zurück in die erste Klasse zu wechseln und im nächsten Schuljahr die zweite Klasse neu zu starten. Soweit so gut.
Mich irritiert diesbezüglich sehr, dass L bisher ausschließlich Zweien (auch in Mathe) geschrieben hat. Ich frage mich nun, wie viel Wert und Aussagekraft diese Zensuren haben, wenn L offenbar große Probleme zu haben scheint. Mir ist aufgefallen, dass es L oft schwerfällt, neue Aufgaben im Unterricht auf Anhieb zu verstehen. Das betrifft bei Weitem aber nicht alle neuen Themen. Wenn wir uns allerdings zu Hause hinsetzen und ich es ihr nochmals in Ruhe erkläre, fällt der Groschen oft nach wenigen Minuten.
Als ich L heute beim Abholen aus der Schule davon erzählte, brach sie direkt in Tränen aus. Sie will die Klasse nicht wiederholen, generell keinen Neustart und ihre Freundinnen nicht verlassen.
Das Gespräch zu dieser Thematik führe ich (leider erst) in vier Wochen mit der Klassenlehrerin und der Erzieherin. Ich verstehe den Gedanken der Lehrerin, bin derzeit aber davon überzeugt, dass es L eher schaden als helfen würde, die zweite Klasse zu wiederholen. Das sagt mir im Moment zumindest mein Bauchgefühl.

Ich bat L am Nachmittag an, dass wir uns nun mehrmals wöchentlich zusammensetzen und Matheaufgaben üben werden. (Damit hatten wir Ende der ersten Klasse phasenweise bereits begonnen.) Hausaufgaben gibt es an ihrer Schule nicht. Deshalb werden wir uns ab sofort selbst welche auferlegen. Das taten wir auch heute. Über eine Stunde lang saßen wir zusammen, rechneten und wiederholten die verschiedensten Aufgaben und erklärten bis dato Unklares. Wieder konnte sie innerhalb weniger Minuten in der Schule unverstandene Aufgaben nach kurzer Zeit richtig lösen.

Mir war abends so unendlich kalt und schwindelig, dass ich mich mit einer Wärmflasche auf die Couch kuschelte und meinen Gedanken nachhing. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich zu beobachten, wie stark mein Körper derzeit reagiert.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Mir fiel es so schwer wie noch nie, etwas Schönes am heutigen Tag zu finden. Ich ging allerdings wieder einige Minuten am Morgen spazieren. Das war entspannend und tat mir gut. Das war definitiv schön.

Tagebuch – 14. November 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte nachts wieder gut geschlafen und erinnerte mich heute Morgen zumindest daran, viel geträumt zu haben.

Mein Arbeitstag bestand aus einigen Terminen, aus denen sich neue To-dos für mich ergaben, verlief ansonsten aber ruhig.

Unseren Nachmittag und Abend verbrachten L und ich nahezu identisch zu gestern. Wir fuhren nach dem Abholen aus der Schule direkt nach Hause, wuselten dort umher (ich) oder spielten (L) und machten es uns anschließend lesend, fernsehschauend oder puzzelnd im Wohn- oder Schlafzimmer gemütlich. Draußen regnete und stürmte es. Wir verpassten somit überhaupt gar nichts.  

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Immer wenn es mir möglich ist, spaziere ich morgens ein paar Minuten umher. Das hilft mir sehr, entspannt in den Tag zu starten und einen ersten Blick auf die bevorstehenden Aufgaben zu werfen. Manchmal entdecke ich auf den kurzen Wegen auch lustige oder schöne Dinge. So wie heute.

Dehnübungen.
Das heutige Workout beinhaltete entspannte Übungen für den Rücken- und Hüftbereich. Ich schaffte es zwar nicht annähernd, meine Gliedmaßen so zu bewegen wie im Video gezeigt, spürte die Dehnung dafür dennoch sehr deutlich. Ich fragte mich erneut, wie ich nur jemals damit aufhören konnte.

Tagebuch – 13. November 2023

Alltagsschnipsel

Gegen halb fünf heute Morgen wachte ich erstmalig auf, schlief aber zum Glück schnell wieder ein. Sechs Uhr war ich schließlich richtig wach und nutzte die paar Minuten bis zum Aufstehen, um im Internet auf einigen Seiten zu lesen.

Nachdem ich L auf ihrem Weg in Richtung Schule verabschiedet hatte, ging ich einige Lebensmittel im Rewe Markt einkaufen. Anschließend fuhr ich mit dem Auto zurück nach Hause und begab mich ins Homeoffice. 

Als ich L nachmittags von der Schule abholte, wurde ich mit äußerst schlechter Laune und viel Gemecker begrüßt. An solchen Tagen frage ich mich, warum ich nicht ab und an die langen Öffnungszeiten der Schule für mich nutze. Offenbar war L aber nur unterzuckert. Wir holten ihr etwas zu essen und prompt besserte sich ihre Laune.

Nun ist es täglich bereits gegen sechzehn Uhr dämmrig und nur wenige Minuten später stockdunkel. L und ich verbringen wieder sehr viel Zeit zu Hause. Ich konnte mich abends ohne schlechtes Gewissen gemütlich auf die Couch setzen, lesen, fernsehen und puzzeln.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Zehn Minuten lief ich am Morgen durch die herbstliche Gegend in der Nähe von Ls Schule, atmete die frische Luft tief ein und plante gedanklich meinen Tag und die bevorstehende Woche.

Dehnübungen.
Ich habe mir für den November vorgenommen, wieder Dehnübungen in meine Sportroutine zu integrieren. Gerade im Hüftbereich fühle ich mich sehr steif und unbeweglich. Ich suchte mir nachmittags ein passendes Workout für Schultern, Nacken und Rücken heraus und fragte mich während der nächsten fünfundzwanzig Minuten immer wieder, wieso ich vor fast zwei Jahren damit aufgehört hatte.

12 von 12 im November

Alltagsschnipsel

Das Wochenende und somit auch einen Teil des heutigen Tages verbrachten L und ich gemeinsam mit dem Klassenmaskottchen Wolfi bei Ls Oma M in Erfurt.



Guten Morgen Erfurt! Ms Gästezimmer gewährt uns immer diesen Blick in den Innenhof der Wohnanlage.
Mit leichten Kopfschmerzen legte ich mich gestern Abend schlafen, mit leichten Kopfschmerzen wachte ich heute Morgen gegen acht Uhr wieder auf. Ich fühle mich gesundheitlich ein wenig angeschlagen. Vermutlich habe ich mich bei L, die seit Freitag einen leichten Schnupfen hat, angesteckt.



Halb zehn trafen wir drei uns am gedeckten Frühstückstisch …



… und spielten anschließend eine Runde Skip-Bo, bei der L gewann, und danach etwa fünf Minuten lang das mir bis dato unbekannte Spiel „Malefiz“. Aus einem M und mir unbekannten Grund hatte L plötzlich schlechte Laune und wollte die Spielregeln nicht akzeptieren. Als L letztendlich wutschnaubend das Wohnzimmer verließ und Türen knallte, erklärten wir den Spielevormittag für beendet.



Nachdem L noch einen Eierkuchen gegessen hatte, packten wir unsere sieben Sachen zusammen und fuhren auf angenehm gefüllten Autobahnen mit einem Conni-Hörspiel zurück nach Markkleeberg.



Wieder zu Hause angekommen, kochte ich mir eine Tasse meines geliebten Schokocappuccinos sowie eine große Kanne Salbeitee, schaute mir die bisherigen Einträge in Wolfis Abenteuerbuch an, kochte Kartoffeln und Eier und bereitete eine Senfsoße zu. (Auf dieses Gericht hatte ich irgendwie seit der Autofahrt großen Appetit.)
Nach dem späten Mittagessen schauten L und ich uns ihre Schulsachen an, spitzten Stifte, korrigierten einige Seiten im Mathe- und Deutschheft und packten den Schulrucksack für den morgigen Schultag.



Damit nicht wieder eine Woche ohne Wäschewaschen vergeht, stellte ich gleich nach dem Ausräumen unserer kleinen Reisetasche die Waschmaschine an und hing die saubere Kleidung kurze Zeit später im kleinen Abstellraum auf.



Nach einem (vermutlich ersten) Abendessen für L durfte diese in eine mit angenehm warmen Wasser gefüllte Badewanne gehen. Ich nutzte die Zeit, um ihrer Lehrerin eine E-Mail unter anderem wegen einer Freistellung für einen Tag in der kommenden Woche zu schreiben.



Trotz immer noch leichter Kopfschmerzen werde ich L und Wolfi nachher kurz vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten im neuen Kinderbuch vorlesen. L hatte sich das bereits gestern von mir gewünscht und ich vertröstete sie wegen ebendieser Kopfschmerzen auf heute Abend. Ich möchte natürlich auch wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Tagebuch – 11. November 2023

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen bis acht Uhr am Morgen durch und frühstückten eine gute Stunde später gemeinsam mit ihrer Oma M.

Am Nachmittag fuhren wir nach dem Besuch von Ms Baum im Stadtpark in Erfurt in den Ortsteil Mittelhausen. Gemeinsam mit meiner Schwägerin M, meinem Neffen M und meinem Schwippschwager S futterten wir die gestern gekauften Martinshörnchen. Die Kinder spielten danach schön zusammen, sodass wir Erwachsenen uns unterhalten konnten.

Was heute schön war:

Herbstlese.
Vor einigen Monaten kaufte Ls Oma M Karten für eine Lesung im Rahmen der Erfurter Herbstlese. Der Musiker Max Mutzke las heute Vormittag aus seinem ersten Kinderbuch „Komm mit ins Paradies der Träumer“ vor und lockerte die Veranstaltung mit einigen seiner Songs, die gut zum Inhalt des Buches passten, auf. Uns allen gefiel die einstündige kinderfreundliche Lesung sehr sehr gut.
Im Anschluss kauften wir L auf ihren Wunsch hin das Buch, das sie sich direkt vom Autor signieren ließ.


Baumbesuch.
Nachmittags trafen wir drei uns mit Ls Tante M, ihrem Cousin M und ihrem Onkel S bei Ms Baum. Wir ließen zwei Luftballons mit je einer großen Zahl vierzig darauf und je einem von L und ihrer Oma M geschriebenen Zettel daran in den Himmel zu ihm steigen. Wenig später entdeckten wir am Himmel zwei Regenbögen und wussten, dass unsere Wünsche bei M angekommen waren.


Martinsfeuer.
Mit dem Fanfarenorchester und zahlreichen Fackeln in den Händen zogen wir am Abend durch das Dorf Mittelhausen, um wenig später das Martinsfeuer zu entzünden. Während die Kinder auf dem Sportplatz spielten, wärmten wir Erwachsenen uns am Feuer, tranken Kinderpunsch oder Glühwein und aßen Abendessen.


Filmabend.
Als wir wieder bei Ls Oma M zu Hause waren, machten wir es uns mit Wärmflaschen und Decken auf der Couch gemütlich und schauten den Film „Monky“. Wir haben diesen Film schon mehrfach geschaut. L liebt ihn sehr. Mir ist er allerdings zu traurig. Dennoch ist er perfekt für die Trauerbewältigung nach dem Tod eines geliebten Menschen geeignet.