Gedanken- und Alltagsschnipsel im Dezember 

Alltagsschnipsel, Dies & Das

Seit einigen Wochen wechsle ich täglich meine vier Sprachen ab, die ich mithilfe der Duolingo App erlerne. Ich hatte in diesem Jahr so einiges ausprobiert und bin mit dieser Variante derzeit am zufriedensten. So kommt keine Sprache mehr zu kurz und ich merke schneller, wenn Übungen erneuert oder ganz verändert werden.


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Was für ein Jahr. Es ist unfassbar viel passiert. Schönes wie trauriges. 

Meine Erlebnisse waren sehr emotional, herausfordernd und stellenweise anstrengend, aber auch lustig, herzerwärmend und (ent)spannend. 

Nicht nur einmal fühlte ich mich überfordert und in meiner Rolle als Mama deplatziert. L und ich haben gelacht, geweint, viel zu oft gestritten und uns dennoch wieder vertragen. Sie hat einen sehr starken Charakter, dem ich oft nicht gewachsen bin.

Ich litt in diesem Jahr zum Glück nicht einmal unter psychosomatischen Rückenschmerzen aus der Hölle. Nicht ein einziges Mal. Ich habe trotz einiger Rückschläge sehr deutlich gespürt, dass mein Körper und meine Seele allmählich heilen. 

So viel wie in diesem Jahr habe ich schon lange nicht mehr vom Leben gelernt. Und das sowohl privat als auch beruflich. Diese wertvollen neuen Erkenntnisse mögen mich auch im kommenden Jahr begleiten und zur richtigen Zeit bei anstehenden Entscheidungen unterstützen.


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Mein jährlich gesetztes Ziel, mindestens zehn Bücher zu lesen, habe ich mit zweiundvierzig gelesenen definitiv geschafft.


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Ins kommende Jahr werden mich einige Fragen begleiten. Was ist wirklich wichtig im Leben? Enden wir früher oder später nicht alle im gesellschaftlichen Hamsterrad? Ist es vor diesem Hintergrund wirklich erstrebenswert, Leistungsdruck auf unsere Kinder auszuüben? Was wünsche ich mir für L? Was wünscht sie sich selbst? Wie soll unser Leben weitergehen?

Erste Antworten auf einige der obigen Fragen schwirren bereits durch meinen Kopf. Fakt ist: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und ich bin gespannt, was 2024 für uns bereithält. 


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Ich wünsche euch einen ruhigen Jahresausklang, ein schönes Silvesterfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Tagebuch – 28. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich wachte heute Morgen gegen neun Uhr im Gästezimmer meiner Schwiegermama auf. L ratzte sogar noch eine halbe Stunde länger.
Erst in den frühen Morgenstunden fing L wieder an zu husten. Ich hoffe, dass es ihr bald wieder besser geht. So schlimm wie im letzten Winter ist ihr Husten glücklicherweise aber (noch) nicht.

Nachmittags fuhren L und ich bei Sonnenschein zurück nach Markkleeberg. Die meiste Zeit über sprachen wir aufgrund dicker Luft kein Wort miteinander. Wir hörten diesmal auch kein Hörspiel und keine Musik. Das fand ich ein wenig schade.

Zu Hause angekommen, holte ich unser Gepäck aus dem Auto und trug es hoch in die Wohnung. Nach einer kurzen Pause, in der ich L eine Mahlzeit zubereitete und in Ruhe eine Tasse meines geliebten Schokocappuccinos trank, räumte ich sämtliche Taschen und Beutel aus.

Abends genoss ich nach dem Anblick eines wundervollen Sonnenuntergangs die Ruhe auf der Couch.

Was heute schön war:

Spielevormittag.
Gemeinsam mit Oma M spielten wir nach dem Frühstück die Spiele Hexenkugel von Bibi Blocksberg, Skip-Bo und Memory. Das erstgenannte Spiel durften wir sogar mit nach Hause nehmen.

Märchen.
Nach dem Mittagessen machten wir drei es uns auf der Couch gemütlich und schauten das uns allen unbekannte Märchen „Prinzessin Maleen“.

Tagebuch – 27. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte nach einer sehr traumreichen Nacht bis kurz vor um neun geschlafen.
Ich träumte unter anderem von einigen Bandmitgliedern der Big Band, in der ich bis vor fünfzehn Jahren noch mitgespielt habe. Das war ein sehr schöner Traum. In einem anderen befand ich mich wieder in unserem alten Büro im zweiten Obergeschoss. Mein Kollege/Freund M war gerade dabei, sich von unserer (mir unbekannten) Reinigungsfrau zu verabschieden, die nicht durch die Tür, sondern durch das Fenster ging. Vermutlich war sie eine Hexe oder lebensmüde.

Gefrühstückt hatte ich am Morgen nur mit meinem Papa. Meine Mama musste wieder zur Arbeit. L hatte schlechte Laune und keine Lust, uns Gesellschaft zu leisten. Auch gut. Wenig später erzählte sie mir, dass sie mich zwar sehr lieb hat, allerdings in letzter Zeit sehr oft eine große Wut auf mich in ihrem Bauch spürt. Ich meinte, dass dies vermutlich eine Art Hassliebe ist.

Vormittags packte ich unsere Sachen zusammen und belud das Auto. Wir verabschiedeten uns von meinem Papa und fuhren wenige Kilometer weiter zu Oma M, bei der wir noch bis morgen bleiben werden.

Was heute schön war:

Eislaufen.
Da L leider sehr starken und mittlerweile auch aus der Lunge kommenden Husten hat, ließ ich sie mittags bei ihrer Oma M und machte mich alleine auf den Weg zur Eishalle in Erfurt. Dort war ich mit U, E und ihrem Sohn K zum Eislaufen verabredet.
Sehr zu meiner Freude konnten wir während unseres Aufenthalts sowohl die Innenfläche als auch die 400-Meter-Bahn zum Fahren nutzen.


Tradition.
Einmal jährlich treffe ich mich seit einigen Jahren mit meinen Grundschul-/Orchesterfreunden B und J auf dem Erfurter Hauptfriedhof, um das Grab unserer mittlerweile verstorbenen Freundin J zu besuchen. Letztes Jahr mussten wir unser Treffen krankheitsbedingt leider ausfallen lassen. Heute allerdings stand unserem Besuch nichts im Wege.
Wir machten es uns auf einer Bank in der Nähe des Grabes gemütlich, tranken Glühwein und Punsch, aßen selbstgebackene Plätzchen, schwelgten in Erinnerungen und tauschten uns über aktuelle (und stellenweise traurige) Geschehnisse in unseren Leben aus.


Film- und Spieleabend.
Am späten Nachmittag war ich wieder bei L und ihrer Oma M. Wir machten es uns auf der Couch gemütlich und schauten auf Ls Wunsch hin das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Anschließend hatten wir alle Lust, eine Runde „Hexenkugel“ und das Kartenspiel Skip-Bo zu spielen. Den Abend ließen wir mit einem weiteren Märchen („Die Schneekönigin“) ausklingen.

Unser Weihnachtsfest 3/3

Alltagsschnipsel

Ich fand die halbe Nacht nicht richtig in den Schlaf. Das letzte Mal schaute ich um fünf Uhr morgens auf die Uhr. Zum Glück habe ich noch einige Tage frei und muss nicht zeitig aufstehen.
Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um L. Ihr gestriges Verhalten, ihre Ängste, ihre schulischen Probleme … das alles ist im Moment sehr viel für mich. Ich würde ihr so gern helfen. Ich tue zwar, was ich kann, dennoch merke ich selbst, dass sich mein Verhalten ihr gegenüber stark verändert hat. Ich bin sehr streng mit ihr geworden. Obwohl ich weiß, dass es kontraproduktiv ist, sie auf Teufel komm raus zu irgendetwas zu zwingen, ist es jeden Tag ein bisschen mehr dazu gekommen. Ich weiß mir derzeit nicht anders zu helfen. Arme L.
Irgendwann muss ich eingeschlafen sein, denn ich hatte bis zum Aufwachen um halb neun einige Albträume.

Unser heutiges Frühstück fiel klein aus, denn wir waren bereits elf Uhr zum Mittagessen verabredet. Mein Onkel W, der kürzlich seinen zweiten Schlaganfall überlebt hat, feierte seinen sechsundsechzigsten Geburtstag und lud zu diesem Anlass einen Teil der Familie zum Essen ein.

Als wir wenige Stunden später gut gesättigt wieder zu Hause waren, machte ich ein kleines Mittagsschläfchen und begann anschließend mit dem neuen Buch meiner Lieblingsautorin. L ruhte sich ebenfalls aus, schaute allerdings ein paar Videos auf dem iPad.

Am Nachmittag nahm ich mir Zeit, um Ls Playmobilhaus weiter aufzubauen. Die untere der drei Etagen ist nun fertig. L, deren Husten trotz Medizin von Tag zu Tag stärker wird, spielte währenddessen mit den in den Sets enthaltenen Playmobilfiguren und den Möbeln.

Zum Abendessen kostete ich die Meerrettichsoße, die es bei meinen Eltern traditionell an Heiligabend zum Mittagessen gibt. Die Zeit bis zum Schlafengehen ließ ich entspannt mit meinem Buch (und einigen wenigen Übungen in der Duolingo App) ausklingen.

Unser Weihnachtsfest 2/3

Alltagsschnipsel

L und ich schliefen heute beide bis halb neun. Einziger Unterschied zwischen uns war nach dem Aufwachen die Laune. L war nämlich so schlecht gelaunt, dass sie mir innerhalb kürzester Zeit auf die Nerven ging. 

Gemeinsam mit meinen Eltern frühstückten wir wenig später. Es gab wieder Croissants und Schokocappuccino für mich. L hatte kaum Hunger und aß nur ein paar Bissen.
Nach dem Essen half ich L beim Zusammenbau einiger Playmobilmöbel, die sie unbedingt für ihr Spiel brauchte. Während L eine ganze Weile lang in ihr Spiel vertieft war, konnte ich ungestört ein paar Seiten in meinem Buch lesen.

Als wir uns mittags auf den Weg zu unseren ehemaligen Vermietern C und A machen wollten und schließlich auch machten, weinte L lautstark vor Verlassen der Wohnung meiner Eltern, auf dem Weg zum Auto, während der Autofahrt und auf dem kurzen Weg vom geparkten Auto bis zur Klingel von C und A. Immer wieder brabbelte sie vor sich her, dass sie zu schüchtern sei und nicht mit wolle. Von Minute zu Minute spürte ich mehr, wie mir auf meinem Kopf graue Haare wuchsen. In solchen Momenten bin ich sehr überfordert und weiß nicht, was zu tun ist. L kennt alle Anwesenden (neben C und A auch U, E und ihre beiden Kinder K und M) schließlich schon ihr gesamtes Leben lang.

C hatte zum Glück den richtigen Riecher und zeigte L unmittelbar nach unserer Ankunft die Weihnachtsgeschenke, die der Weihnachtsmann für sie dagelassen hatte. Das sorgte zum einen für große Freude und ließ zum anderen die Tränen trocknen und L allmählich auftauen.
Somit war es allen wenig später vergönnt, in einer ruhigen Atmosphäre ein leckeres Essen zu genießen. Nach dem Dessert spielte L direkt weiter mit ihren Geschenken.

Die Stimmung kippte erst wieder während eines gemeinsamen Spaziergangs durch den Park in Richtung Spielplatz. Als L den Wasserstand der Gera sah, bekam sie innerhalb weniger Sekunden eine Panikattacke, da sie befürchtete, dieser könne sofort steigen und für eine Überschwemmung sorgen. Sie weinte noch lauter und länger als am Vormittag und hörte erst wieder auf, als ich mich mit ihr vorzeitig auf den Weg zurück in die Wohnung von C und A begab. Die anderen folgten uns eine halbe Stunde später. (Glaubte ich am Mittag, mit Ls Verhalten überfordert zu sein, war ich nun komplett ratlos. Ich verstehe ihre Angst – gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass Teile Deutschlands derzeit von Hochwasser betroffen sind. Dennoch fällt es mir gleichzeitig so schwer, ihre stellenweise unbegründete Angst und Panik vor Alles und Jedem zu tolerieren.)


In der Wohnung fühlte sich L wieder sicher und setzte ihr Spiel fort. Bevor wir alle am späten Nachmittag drei leckere Kuchen vesperten, telefonierten wir mit S, R und ihren Kindern T und J, die in diesem Jahr in Irland geblieben sind.
Und dann war es endlich soweit: K und L spielten gemeinsam miteinander und liefen mit Walkie Talkies durch die Wohnung. In geheimer Mission.

Abends waren L und ich wieder bei meinen Eltern. Wir spielten zu viert „Mensch ärgere dich nicht“, bei dem L verlor (und ich gewann). Da keiner mehr Lust hatte, mit ihr „Schwarzer Peter“ zu spielen, zog sich L weinend ins Gästezimmer zurück und war für eine ganze Weile nicht mehr ansprechbar. Nachdem sie irgendwann auch diese Enttäuschung überwunden hatte, spielte sie noch friedlich mit ihren Playmobilsets.

Gegen einundzwanzig Uhr gingen wir beide ins Gästezimmer. L durfte auf dem iPad noch ein bisschen was gucken, ich las in meinem Buch weiter. Mit einer schon wieder schlecht gelaunten L legte ich mich schließlich irgendwann schlafen.

Das war heute ein bisschen anstrengend und nicht so harmonisch wie ich es mir gewünscht hätte.

Unser Weihnachtsfest 1/3

Alltagsschnipsel

Ich erwachte heute Morgen halb acht. Die eine Stunde bis L aufwachte, nutzte ich zum Versenden etlicher Weihnachtsgrüße an Familienmitglieder, die wir zum diesjährigen Weihnachtsfest nicht sehen werden, sowie Freunde und Bekannte.

Nach dem leckeren Frühstück gemeinsam mit meinen Eltern ging ich unter die Dusche und machte mich schick für die bevorstehenden Stunden. Danach suchten L und ich uns je ein Weihnachtsgedicht heraus. In diesem Jahr wollte ich besser vorbereitet sein, wenn der Weihnachtsmann kommt. Ich machte mir sogar die Mühe und schrieb die zwei kurzen Strophen des hübschen Gedichts ab. Meine Eltern hatten bei ihrem letzten Einkauf im Rewe Markt neue Sticker erhalten. Die uns noch fehlenden klebte ich anschließend in das Disney Stickeralbum ein.

Am späten Vormittag sammelten L und ich ihre Oma M nebst zwei großen Tüten ein und fuhren weiter zu Tante M, Onkel S und Cousin M. Dort gab es kurze Zeit später ein leckeres Mittagessen. Danach machten wir es uns alle auf der Couch gemütlich und schauten ungefähr ein Drittel des Films „Der König der Löwen.“ (Die Kinder waren zu aufgeregt.)


Erstmals seit fünfunddreißig Jahren betrat ich an Heiligabend eine Kirche und hörte einem Gottesdienst zu. Grund hierfür war Ls Cousin M, der einen Engel beim Krippenspiel spielte. Mit seinen drei Jahren war er der Jüngste von allen Mitwirkenden. Er machte seine Sache sehr gut und bekam sehr viel Extraapplaus.

Kaum waren wir nach dem Gottesdienst wieder im Haus angekommen, klopfte und polterte es lautstark. Es dauerte nicht lange und der Weihnachtsmann betrat das große Wohnzimmer. Er hatte sowohl eine Rute als auch einen großen Geschenksack dabei. L und ihr Cousin M saßen plötzlich wie die Eckerchen auf der Couch und gaben keinen Mucks mehr von sich. Beiden war anzusehen, dass sie großen Respekt vor dem Weihnachtsmann, der auch ein paar Worte an beide richtete, hatten.
Die Rute brauchte der bärtige Besucher zum Glück nicht. Stattdessen verteilte er an alle Anwesenden seine mitgebrachten Geschenke. L freute sich über zwei Playmobilsets, ein Buch und eine Jacke für ihren Ballettunterricht.


Am späten Nachmittag fuhren L und ich zurück zu meinen Eltern. Bevor es das Traditionsgericht Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen gab, hatten wir sogar noch etwas Zeit, in das erste Playmobilset hineinzuschauen.
Nach dem Essen klingelte es plötzlich an der Tür. Vor der Wohnungstür standen zwei Säcke voller Geschenke. (L war erleichtert, dass der Weihnachtsmann nicht noch einmal zu uns in die Wohnung kam.) In aller Ruhe holten wir ein Geschenk nach dem anderen aus dem Sack und schauten jeder und jedem beim Auspacken zu. Zu Ls großer Freude wurde ihr Wunsch erfüllt. Im letzten Paket befand sich ihr seit Monaten gewünschtes Playmobilhaus.
Nach der Bescherung baute ich bereits einen kleinen Teil des Hauses auf. L holte sich einige Teile aus verschiedenen Playmobilsets und spielte.

Abends hörten wir uns zwei lustige Audiodateien an, die mein Bruder und seine Frau uns geschickt hatten. Danach schauten wir uns zwei Videos von der im Oktober veranstalteten Hochzeit an. Meine Eltern schalteten schließlich den Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ein, den ich ein paar Minuten lang mit verfolgte. L hatte sich bereits ins Gästezimmer zurückgezogen. Ich folgte ihr irgendwann, machte meine Übungen in der Duolingo App und las danach noch ein paar Seiten im Buch.


Ich wünsche euch allen ein frohes, entspanntes Weihnachtsfest, leckeres Essen und gesellige Stunden im Kreise eurer Liebsten.

Tagebuch – 23. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

L und ich sind gestern Abend früh eingeschlafen. Meine Nacht war diesmal überraschend ruhig, denn ich hatte bei L mit Fieberträumen, zumindest aber Albträumen gerechnet. Dafür war sie für unsere Verhältnisse sehr früh zu Ende. L konnte nämlich ab halb sieben nicht mehr einschlafen.  

L wachte mit immer noch leicht erhöhter Temperatur auf und hatte Husten. Im Verlauf des Tages wechselte ihre Körpertemperatur permanent zwischen normal zu leicht erhöht.

Mittags fuhren wir im Dauerregen auf freien Autobahnen nach Erfurt zu meinen Eltern. Wir hörten uns zuerst ein Weihnachtshörspiel an und wechselten für den Rest der Fahrt zu Weihnachtsmusik. Die Weihnachtslieder sangen wir im Auto mit.

Abends schauten L und ich eine halbe Stunde des Films „Eine Weihnachtsgeschichte“ mit. L gruselte sich aber sehr schnell und so zogen wir uns ins Gästezimmer zurück. Ich konnte bis zum Schlafengehen noch weiter in meinem Buch lesen.

Was heute schön war:

Verköstigung.
Mittags, nachmittags und abends wurden wir bei meinen Eltern mit leckerem Essen verwöhnt. Ich mag es sehr, mir keine Gedanken um die Mahlzeiten machen zu müssen, sondern mich an einen gedeckten Tisch setzen zu können.

Mittagsschlaf.
Nach dem Mittagessen war L sehr müde. Zu meiner Überraschung schlief sie sogar für knapp zwei Stunden ein. Ich konnte mittags auch ein bisschen schlafen und nutzte die Zeit, bis L wieder erwachte, um zu lesen.

Tagebuch – 22. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

L und ich hatten gut geschlafen. Wir merkten am Morgen aber beide, dass die Luft raus ist und es Zeit für ein paar freie Tage wird. Es war um Viertel nach sechs sehr dunkel draußen. Es war kalt. Es regnete in Strömen. Wir waren müde.

L hatte heute ihren letzten Schultag, der glücklicherweise nicht aus normalem Unterricht, sondern einem kleinen Weihnachtsbeisammensein, Singen in der Kirche und einer Theatervorführung vor der ersten Klasse bestand. Bei letzterer hatte L leider keine Rolle und räumte mit drei oder vier anderen Kindern ihrer Klasse das Klassenzimmer auf.

Ich hatte bereits meinen ersten Urlaubstag und nutzte die kindfreie Zeit, um unseren Koffer für den Erfurt-Aufenthalt zu packen, Wäsche zu waschen, die letzten Geschenke im Auto unter einer sehr großen Decke zu verstauen (L ahnt immer noch nichts) und das Auto zu betanken.

Schon ab zwölf Uhr durften die Kinder aus der Schule abgeholt werden. Als ich pünktlich zur Mittagszeit das Schulgebäude betrat, teilte mir L mit, dass sie gern nach Hause möchte, da sie so unendlich müde sei. (Geplant war eigentlich ein Weihnachtsmarktbesuch gemeinsam mit ihrer Freundin L und ihrer Familie. Diese verspätete sich allerdings.) So kam es, dass L den Rest des Tages mit nur einer kurzen Badewannenpause im Bett verbrachte. Gegen Abend hatte sie eine sehr leicht erhöhte Temperatur. Ich bin gespannt, wie die Nacht und wie es morgen sein wird.

Was heute schön war:

Telefonat mit J.
J aus Dresden und ich telefonierten heute das letzte Mal für dieses Jahr. Wichtigstes Ergebnis war, dass wir uns im kommenden Jahr unbedingt wieder treffen wollen. Wir haben uns zuletzt im September 2022 gesehen. Das ist schon wirklich sehr sehr lange her. Ich werde Ls Oma M bitten, an irgendeinem Wochenende zu uns zu kommen und auf L aufzupassen. Dann kann ich für zwei Nächte zu J fahren. Zeit wird’s.

Couch-Potato.
Ich hatte ab dem Nachmittag nichts weiter zu tun und nutzte diese Gelegenheit, um es mir mit Plätzchen auf der Couch gemütlich zu machen. Per Zufall sah ich, dass es ein LOL Xmas Special gibt. Das schaute ich mir gleich an und wurde wieder gut unterhalten. Danach suchte ich mir ein Buch heraus und begann zu lesen. Schon nach wenigen Seiten stellte ich zufrieden fest, dass mir die Handlung und der Schreibstil gefallen und las bis in den Abend hinein fleißig weiter.

Tagebuch – 21. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Eine gute Nacht lag hinter mir. Einzig das Klingeln des Weckers überraschte mich heute Morgen sehr und riss mich mitten aus einem Traum. Ich war noch sehr müde und es fiel mir deshalb auch ungemein schwer aufzustehen.
L erging es sehr ähnlich. Sie ist im Moment leider so demotiviert und traurig, dass sie nicht mehr zur Schule gehen mag.

Mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr war sehr ruhig. Ich überwies unsere Gehälter und stellte mit Blick auf die Bruttogehaltsabrechnungen erneut fest, dass bei einigen Kolleginnen und Kollegen (einschließlich mir) wieder einiges nicht stimmt. Dieses Problem werde ich mit in 2024 nehmen. Erstens sind die Berechnungen ohnehin durch für diesen Monat, zweitens können sie auch erst mit der Lohnbuchhaltung im Januar korrigiert werden. Es besteht somit keine Eile.

Beim Abholen aus der Schule fand ich eine aufgelöste L vor. Morgen dürfen einige Kinder aus ihrer Klasse der Vorschule ein kleines Theaterstück vorführen. Sie war Anfang der Woche bei der ersten Probe einer der Engel. Stolz und voller Freude sagte sie mir in den letzten Tagen mehrfach ihren kurzen Text auf. Nun hat sie wegen einer erneuten Auslosung der Rollen keine mehr. Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Losverfahren sind leider sehr negativ. Ihrer Freundin L gelang es zum Glück, sie zu trösten und wieder aufzubauen.
Normalerweise sehe ich das Ganze eher gelassen. Manchmal ist es im Leben so, dass sich Dinge ändern und wir lernen müssen, damit umzugehen. Da aber in den letzten Wochen so viel Unschönes für L passiert ist, kann ich ihren Ärger, ihre Wut und ihre Enttäuschung so sehr nachempfinden.
Grund zur Freude hatte sie heute aber dennoch: Auf das Abschreiben der ersten Strophe des Gedichts gab es die Note 1. In der Lernzielkontrolle im Fach Sachunterricht zum Thema Luft bekam sie ebenfalls eine 1 und in der Klassenarbeit in Mathe schrieb sie die Note 2. Die zwei Aufgaben, die sie falsch hatte, korrigierten wir am Abend nochmal. Das ging problemlos innerhalb von fünf Minuten.

Da die Kinder morgen in der Schule unter anderem eine kleine Weihnachtsfeier veranstalten und somit keinen Unterricht mehr haben, bekamen sie alle Schnellhefter, Arbeitshefte und Bücher mit nach Hause. Ich nahm mir am späten Nachmittag die Zeit, um alles in Ruhe durchzusehen. (Immerhin sehe ich einen Großteil der Unterrichtsmaterialien mehrere Wochen lang nicht.)
Ich schnappte mir für die bevorstehenden Weihnachtsferien das Heft zum Erlernen der Schulausgangsschrift (Schreibschrift) und ein Heft zur Rechtschreibung. Ich konnte in den letzten Wochen feststellen, dass zehn bis fünfzehn Minuten Üben am Tag bei L schnell zu Verbesserungen führen. So kann sie ihre Ferien trotz meiner penetranten Nachhilfe genießen. 😉

L meinte, dass die gesamte Klasse spätestens am Ende des Schuljahres, also in einem halben Jahr, die Schreibschrift beherrschen muss. Die Parallelklasse kann bereits alle Buchstaben. Deren Hefte sind also fast vollständig bearbeitet worden.
Mit Blick in Ls Heft stellte ich schnell fest, dass sie bisher im Unterricht nur die vier Buchstaben i, u, n und m geübt hat und das leider auch mehr schlecht als recht. Ich schnappte mir also einen Radiergummi, radierte alle traurigen Versuche weg und ließ sie am Abend die Buchstaben m und n nochmal mit Tintenroller schreiben. Anfangs war sie nicht sonderlich motiviert und sagte immer wieder, dass sie das nicht schaffe oder nicht könne. Nach ein paar Wiederholungen wurden die beiden Buchstaben immer besser und gingen ihr zusehends leichter von der Hand. Und siehe da: Plötzlich hatte L Freude daran und probierte gleich aus, ein erstes kurzes Wort in Schreibschrift zu schreiben. Für einen ersten Versuch ist ihr das auch sehr gut gelungen.

Wenn ich in Deutschland so dürfte wie ich wöllte, würde ich L für ein paar Monate aus der Schule abmelden und sie zu Hause unterrichten. Ich bin derzeit stark davon überzeugt, dass sie unter meiner Aufsicht in Deutsch und Mathe bis zum Sommer alles aufgeholt hätte, was ihr derzeit an Wissen und Können fehlt. Aber leider haben wir ja die unter Strafe gestellte Schul(anwesenheits)pflicht.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Aufgrund des starken Windes fiel meine morgendliche Bewegung an der frischen Luft zwar noch kürzer aus als sonst, dennoch waren die paar Schritte ein schöner Start in den Tag.

Weihnachtsvorbereitungen.
Neben einer nicht stillstehenden Waschmaschine, die unsere Kleidung für die nächsten Tage sauber wusch, packte ich heute die letzten Geschenke ein.

Tagebuch – 20. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich hatte ganz gut geschlafen, allerdings viel zu kurz. Entsprechend müde und mit Augenringen bis zum Boden stolperte ich ins Badezimmer und machte mich für den Tag fertig.

Mein heutiger vorletzter Arbeitstag in diesem Jahr war ruhig. Ich konnte im Büro in Erfurt noch ein paar Vorbereitungen für 2024 treffen und ein neues Tool einrichten, von dem ich mir im kommenden Jahr mehr Unterstützung und Zuverlässigkeit in unseren Arbeitsprozessen erhoffe.

L wurde am Morgen von ihrer Oma M in die Schule gebracht. Dort schrieb sie die letzten beiden Arbeiten für dieses Jahr. L meinte abends auf meine Nachfrage hin, dass sie jeweils mit Note zwei oder drei rechne. Ich bin gespannt. Dafür bekam sie in Mathe auf die kürzlich gemeinsam mit ihrer Schulfreundin E vorgestellte „Zahl des Tages“ die Note eins.

Nach meiner Mittagspause machte ich mich auf den Rückweg nach Markkleeberg. Ich hörte wieder ein Hörspiel von „Die drei ???“ (das neunundfünfzigste) und hörte anschließend Musik aus den 90er Jahren. Die Autobahnen waren nahezu leer. Dafür war es stellenweise wirklich sehr windig.

Die Thematik Lese-Rechtschreibschwäche schwebt wie ein Damoklesschwert über L und mir. Es bestimmt unsere Gedanken, unseren Alltag nebst Freizeit und mittlerweile auch unsere Lebensfreude. Es macht uns traurig, wütend und hilflos.
Abends im Bett kurz vor dem Schlafengehen fragte mich L: „Warum muss ich auf dieser Welt sein?“
Diese traurige Frage aus dem Mund eines kleinen Mädchens, das ihr ganzes Leben noch vor sich hat, berührte mich zutiefst. Es führte innerhalb von Sekunden dazu, dass mir richtig klar und bewusst wurde, dass es SO wie im Moment nicht weitergehen kann und wird. Es wurde eine Grenze überschritten. Sicherlich ist alles gut gemeint von Ls Lehrerin. Aber der (Leistungs)Druck und die leicht geöffnete LRS-Schublade, die derweil unsere Leben bestimmen, sind viel zu hoch. L zweifelt mittlerweile an all ihren Fähigkeiten. Sie ist total verunsichert bei allem, was sie tut. Sie hasst ihre Schule.
Ich habe bereits ein, zwei Ideen im Kopf, wie es für uns weitergehen wird. So jedenfalls nicht.

Was heute schön war:

Massage.
Bevor ich L aus der Schule abholte, versuchte ich, bei der letzten Massage des Jahres zu entspannen. Da ich ohnehin so müde war, ließen mich meine Gedanken in Ruhe und ich konnte vor mich hin dösen. Die Masseurin gab sich zudem auch die größte Mühe, meine Verspannungen in den Schultern zu lösen.

Sachsen-Therme.
Mit L und ihrer Schulfreundin E verbrachte ich drei Stunden am Abend in der Sachsen-Therme. Die meiste Zeit über verstanden sich die beiden Mädels gut. Ab und an gab es Unstimmigkeiten und lange Gesichter. Jede von uns bekam auch ein leckeres Abendessen im zum Schwimmbad dazugehörigen Restaurant. Ich staunte, weil beide so unglaublich viel in sich reinschaufelten.