Unser Familienwochenende

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

L und ich haben gemeinsam mit meiner Schwiegermama, meiner Schwägerin M und meinem Neffen M zwei Nächte auf dem Campingplatz in Großbreitenbach mitten im Thüringer Wald verbracht.


Samstag, 31. August 2024


Ich habe bis acht Uhr ausgeschlafen. Das war wunderbar. 

Zum großen Entsetzen aller mussten wir auf engstem Raum im Bungalow frühstückten. Es regnete unaufhörlich und war mit vierzehn Grad Celsius Außentemperatur nicht nur so kalt wie an einem Herbsttag, sondern auch um die vierzehn Grad Celsius kälter als am Vortag. Ich hatte für L und mich zwar warme Kleidung eingepackt, dachte allerdings, dass wir diese lediglich an den Abenden benötigen werden.

Vormittags fuhren wir im dichten Nebel zur Talstation Obstfelderschmiede. Normalerweise wird mir auf kurvigen Strecken nicht übel, wenn ich das Auto selbst fahre. Diesmal war das anders. Verwundert war ich über drängelnde Fahrer*innen, denen ich offenbar zu langsam fuhr.

Wir kauften uns Fahrscheine und stiegen mit sehr vielen Menschen in die Thüringer Bergbahn ein. Wir saßen über eine halbe Stunde lang, ehe sich diese endlich in Bewegung setzte. Uns wurde mitgeteilt, dass eine technische Antriebsstörung vorlag. Dank der offenen Fenster und dem Fahrtwind kehrte allmählich Sauerstoff in die Kabine zurück.



Als wir mittags an der Bergstation Lichtenhain ankamen, stiegen wir in die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn um und fuhren bis Cursdorf. Wir liefen eine Weile in dem Ort herum und entdeckten einen öffentlichen Bücherschrank. Jede*r von uns fand ein oder mehrere Bücher. Ich nahm mir insgesamt drei Bücher mit. Allmählich klärte es auf, die Wolkendecke lockerte sich und die Sonne kam zum Vorschein.  



Mit selbiger Bahn fuhren wir einen Ort weiter nach Oberweißbach-Deesbach. Dort ließen wir die Kinder auf dem schönen Spielplatz spielen und entschieden, ein spätes Mittagessen in einem in der Nähe befindlichen italienischen Restaurant einzunehmen. Für mich gab es einen leckeren hausgemachten Mango-Eistee und Gnocchi mit Tomate-Mozzarella-Soße.


Es war bereits Nachmittag, als wir zur Bergstation Lichtenhain zurückkehrten. Diesmal fuhren wir im strahlenden Sonnenschein mit dem Capriowagen der Bergbahn zurück zur Talstation Obstfelderschmiede. L genoss die Fahrt und wäre am liebsten erneut hoch- und heruntergefahren. 


Mit den Autos fuhren wir schließlich zu unserem Bungalow zurück. Meine Schwägerin M und ich begleiteten die Kinder auf den Spielplatz des Campingplatzes und ließen meine Schwiegermama ausruhen. Danach gab es Abendessen.

Gegen halb sieben am Abend machten wir uns auf den Weg zum Feuerwehrfest in Großbreitenbach. Dort entdeckten wir hinter dem Feuerwehrgebäude einen weiteren schönen Spielplatz für die Kinder. Am Fackelumzug selbst nahmen wir zwar nicht teil, schauten den Menschen allerdings beim Losmarschieren und Ankommen zu.


Bevor es schlafen ging, wollte L duschen. Da dieser Wunsch nicht allzu oft geäußert wird, nutzte ich gleich die Gunst der Stunde. Kurz nach halb zehn wollte sie dann schließlich schlafen gehen. Ich absolvierte nur noch meine Italienischübungen in der Duolingo App, ehe auch mir die Augen zufielen.


Sonntag, 1. September 2024 


Auch heute schlief ich wunderbar, wachte allerdings schon Viertel nach sieben Uhr auf.

Genau wie gestern frühstückten wir in Etappen im kleinen Wohnzimmer des Bungalows und machten uns anschließend daran, sämtliches Zeug zusammenzuräumen und das Bungalow besenrein zu hinterlassen. Um zehn Uhr sollten wir dieses nämlich geräumt haben.  


Da das Wetter sehr schön und sonnig war, hielten wir in Gehren im Ilmkreis und spazierten gemütlich durch den Schlosspark. Als Kind war ich mit meinem Bruder und meinen Eltern öfter hier, da wir einen Garten gepachtet hatten.


Am späten Vormittag fuhren L und ich im Auto zurück nach Markkleeberg. Die Autobahnen waren sehr voll. Es waren etliche Raser*innen unterwegs. Mit einer Kolonne Polizeiwagen fuhren wir einen kurzen Teil der Strecke. In Erfurt fuhren die Fahrzeuge schließlich ab und versammelten sich vor dem Landtag. Auch die Vollsperrung auf der A38 in Richtung Göttingen aufgrund der Explosion vor ein paar Tagen hatte noch Bestand. 

Zur Mittagszeit waren wir wieder zu Hause und begrüßten Elli und Waltraud. Ich räumte unsere Tasche und den Rucksack aus, stellte eine Waschmaschine an und bereitete Mittagessen zu. Danach reinigte ich den Kaninchenstall und das -gehege und hing die Wäsche im Gartenbereich zum Trocknen auf. 

Den restlichen Tag versackte ich größtenteils auf der gemütlichen Couch. Ich las in meinem Buch weiter oder schaute eine Serie über Netflix. 
Abends kümmerte ich mich nochmals um den Haushalt. Ich holte die trockene Wäsche wieder hoch und bereitete Ls Frühstück für den morgigen Schultag vor. Meine Schwedischübungen machte ich im Anschluss daran.

Vor dem Schlafengehen verfolgte ich mit zunehmender Sorge die Hochrechnungen der Wahlergebnisse für die Bundesländer Thüringen und Sachsen. Mit jedem Blick auf die Stimmenverteilung wurde mir übler. Ich bemühte mich, Ls berechtigte Sorgen abzuschwächen und erklärte ihr so kindgerecht wie möglich, was die Wahlergebnisse bedeuten und was in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird (Gespräche zwischen den Parteien, Regierungsbildung). Ihre Wut auf die und ihre Angst vor der AfD, die vor einiger Zeit ohne mein Zutun von heute auf morgen entstanden sind, kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich mache mir große Sorgen um die Zukunft. Umso trauriger bin ich über die Schuldzuweisungen der alten Bundesländer und die geäußerte Reue zum damaligen Beitritt der neuen Bundesländer zur Bundesrepublik. Meiner Meinung nach sollten sich die alten Bundesländer nochmals ihre Zweitstimmen bei den letzten Wahlen anschauen. Dann können wir gern weiterreden.

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