Montag, 1. Juli 2024, bis Donnerstag, 4. Juli 2024
Mir fiel es in den ersten Tagen sehr schwer, im Urlaub anzukommen, herunterzufahren und mich zu entspannen. Dem menschlichen Körper fehlt es definitiv an einem Schalter, der von jetzt auf gleich vom Aktiv- in den Erholungsmodus umschalten kann. Der mir zum Geburtstag von meiner Oma geschenkte Krimi, ein Ostseeroman, half mir dabei, zur Ruhe zu kommen. Mittlerweile habe ich den dicken Wälzer schon ausgelesen. Ich bin sehr froh, fast zwei Wochen in Italien bleiben zu können.
Vor allem in der zweiten Nacht steigerte ich mich sehr in etwas hinein, das mich vom Schlafen abhielt. Für meine Panik gab es allerdings überhaupt keine Anhaltspunkte. Mittlerweile konnte ich meine Nerven und Gedanken aber wieder beruhigen. Seitdem schlafe ich auch wieder sehr gut und lange.
L und ich haben ein Zwei-Zimmer-Apartment inmitten einer Apartmentsiedlung. Hier machen auch Italiener*innen Urlaub oder verbringen ihre Wochenenden. Die atemberaubende Sicht auf den Gardasee soll nahezu einzigartig in der Region sein. Insgesamt haben wir Dank eines entsprechenden Armbands Zugang zu drei verschiedenen Pools. Einer ist größer und schöner als der andere. Ich kann in Ruhe ein paar Bahnen schwimmen und L kann nach Herzenslust tauchen. Ich fühle mich wie im Paradies. Auf den Tischtennisplatten, die hier und da stehen, spielen wir ab und an mit unserem großen Beach Volleyball eine Art Ping Pong. Anfangs war L traurig und demotiviert, weil sie kaum Kontrolle über den Ball hatte. Mittlerweile ist sie sehr gut geworden und hat viel Freude am Spiel.
Anfang der Woche habe ich ein bisschen gearbeitet. Unser Geschäftskonto braucht dringend Zahlungseingänge, also schrieb ich fleißig einige Rechnungen. Nun mache ich aber den restlichen Urlaub so gut wie nichts mehr.
Ein erstes Gewitter und sehr viele Regenschauer haben wir bereits hinter uns. L hatte Angst, konnte sich selbst aber gut beruhigen oder von mir beruhigen lassen. Ich wünschte, ich könnte ihr diese Ängst von jetzt auf gleich nehmen.
Aufgrund einiger Sätze, die L in ihr Ferienerlebnisheft schreiben sollte, gab es einen heftigen Streit zwischen uns. L verpulverte ihre Energie mit Nölen, Jammern und negativer Stimmung. Irgendwann drehte sie völlig frei, steigerte sich komplett in was auch immer hinein und hatte einen einstündigen Wutanfall. Und das wegen drei oder vier Sätzen zu unserem Kurzaufenthalt in München.
Ich verstehe sie nicht. Ich verstehe die heutige Demotivation der Kinder nicht. Mein einziger Trost im Strudel meiner Selbstzweifel und den unaufhörlichen Worten in meinem Kopf, auf ganzer Linie versagt zu haben, ist die Tatsache, dass es nicht nur bei uns so abläuft. Etliche Eltern in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen oft weder ein noch aus.
Sehr zu meiner Freude machten L und ich einen ersten Ausflug zum Gardasee. Ich fuhr uns in den Ort Padenghe sul Garda und fand einen kostenlosen Parkplatz, von dem aus wir nur wenige Minuten bis zum Badebereich laufen mussten.
Was in den letzten vier Tagen schön war:
– ausschlafen
– Aktualisierung meines Terminkalenders
– lesen
– Schwimmen und Spaß im Pool
– Baden im Gardasee
– Ballspiele
– Filmabende
– Sprachübungen in der Duolingo App
Eindrücke der letzten vier Tage:











