Tagebuch – 11. Dezember 2023

Alltagsschnipsel

Ich schlief gestern Abend zwar ziemlich schlecht ein, konnte dafür dann aber die ganze Nacht gut durchschlafen. An sonderbare Träume erinnerte ich mich am Morgen nicht mehr.

Die morgendliche Fahrt zur Schule nutzten L und ich zum Buchstabieren einiger Wörter. Das macht ihr glücklicherweise bisher großen Spaß. Zudem bringt es ihr total viel. Wir werden nun zusätzlich ab und an diese Wörter auch schreiben üben.

Mein heutiger Arbeitstag bestand neben den montäglichen Meetings aus einigen, teilweise sehr kleinen To-dos. Die größte und zeitintensivste Aufgabe war die Vorbereitung der letzten Retrospektive des Jahres in einem der beiden Projekte, das ich als Scrum Master leite.

Vormittags trudelte eine Nachricht des Horts ein. Es herrscht aktuell große Personalnot, da sich nahezu jede Erzieherin und jeder Erzieher im Krankenstand befindet, weshalb die Abholzeiten für die ganze Woche vorverlegt wurden. Wer kann, möge sein Kind bitte so früh wie möglich von der Schule abholen. Wegen des Gesprächs mit der Lehrerin bezüglich Ls schulischen Leistungen konnte ich diesem Wunsch heute leider nicht nachkommen.

Besagtes Gespräch, auf das ich vier Wochen gewartet hatte, fand zum einen nur mit Ls Klassenlehrerin statt, weil die Erzieherin krank ist, und verlief zum anderen komplett anders als erwartet.
Die vor einem Monat per E-Mail angekündigte und blumig umschriebene Matheschwäche bei L wurde gar nicht mehr thematisiert. L konnte in den letzten Wochen wohl beweisen, dass sie alles verstanden hat und gut im Unterricht mitkommt.
Die am Freitag per E-Mail mitgeteilte Lese-Rechtschreibschwäche ist eher eine Rechtschreibschwäche. Im mit der gesamten Klasse durchgeführten Bundestest schnitt L bei allen Aufgaben rund ums Lesen überdurchschnittlich gut ab.
Einzig Sorgen bereiten der Lehrerin die vielen Schreibfehler unter Anwendung falscher Rechtschreibregeln. Da die Kinder auch jetzt noch überwiegend nach Gehör schreiben, kann ich ihre Sorge ehrlich gesagt diesbezüglich nicht teilen. Wenn niemand den Kindern sagt, dass ein nach Gehör geschriebenes Wort falsch ist, können sie es gar nicht besser wissen. Ich hatte am Wochenende sowieso beschlossen, mit L spielerisch ab und an Wörter schreiben zu üben – mit SOFORTIGER Korrektur und Erklärung, wenn etwas falsch geschrieben wurde.
Spannend finde ich und da kann ich die Sorgen der Lehrerin verstehen, wie L frei schreibt. Unabhängig von Schreibfehlern sind ihre frei erfundenen Texte nicht lesbar. Es handelt sich eher um eine Aneinanderreihung von Buchstaben als von Wörtern. Meine Theorie ist, dass L gedanklich schon zwei Sätze weiter ist und mit dem Schreiben ihrer Ideen nicht hinterherkommt. Dafür würde sprechen, dass sie sich auch beim Sprechen oft überschlägt, wenn sie mir schnell spannende Neuigkeiten erzählen will. Und genau dieser Punkt deutet wohl auf eine Rechtschreibschwäche hin.
So ganz bin ich noch nicht überzeugt, weshalb ich L in Kürze bitten werde, mir in zwei oder drei Sätzen mal eine kleine Geschichte aufzuschreiben. Ich möchte mich selbst davon überzeugen und ihr gegebenenfalls helfen.
Ich habe nun bis Donnerstag die Möglichkeit, meine Zustimmung zu erteilen, um für L weitere Tests zur Prüfung, ob eine Rechtschreibschwäche vorliegt oder nicht, anzuleiern. Diese Prüfungen würden aber erst im Februar oder März nächsten Jahres durchgeführt werden. Entsprechendes Informationsmaterial habe ich mitbekommen.

Im Auto berichtete mir L am Nachmittag, dass ihre Schulfreundin E und sie im Matheunterricht „Die Zahl des Tages“ vorgestellt haben. Zudem schrieb L die erste Strophe des Gedichts ab. Beides wird benotet. Die Note wird ihr noch diese Woche mitgeteilt.

Abends übte L freiwillig ein paar Matheaufgaben und lies sich von mir eine Aufgabe nochmal erklären.
Am Donnerstag findet die Klassenarbeit in Mathe statt. Thematisch wird alles drankommen, was sie bisher in diesem Schuljahr behandelt haben. Ich mache mir keine Sorgen. L ist mittlerweile echt gut.

Was heute schön war:

Treffen mit D.
D, die aktuell auf der Suche nach einer Wohnung in Berlin ist, und ich trafen uns heute zum Mittagessen. Nach meiner unfassbar leckeren und reichlichen Bowl, die mich bis in den Abend hinein sättigte, machten wir noch einen Verdauungsspaziergang im angrenzenden Park. Ich hoffe sehr, dass wir uns wenigstens noch einmal vor ihrem Umzug treffen können.

Ballettstunde.
Ich freute mich sehr für L, dass wir es nach dem Gespräch mit der Lehrerin noch pünktlich zur dritten Ballettstunde am späten Nachmittag geschafft hatten. Ich bin die letzten Tage nämlich eher davon ausgegangen, dass wir das zeitlich überhaupt nicht auf die Reihe bekommen werden. Während L tanzte, kaufte ich in aller Ruhe ein paar Lebensmittel ein und las anschließend ein paar Seiten in meinem Buch.

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