Sonntag, 16. Juli 2023
Um sieben Uhr klingelte am Morgen der Wecker. L und ich machten uns fertig für unsere bevorstehende Reise und verließen eine Stunde später mit zwei Rucksäcken und einem großen Koffer die Wohnung.
Mit dem Auto fuhren wir ins Zentrum von Markkleeberg. Die Suche nach einem Parkplatz gestaltete sich schwieriger als erwartet und zog sich gefühlt ewig in die Länge. Vier Minuten vor Abfahrt unserer S-Bahn standen wir am Gleis. Das war knapp.
Die Linie 5 brachte L und mich in einer halben Stunde zum Flughafen Leipzig/Halle.
Wie ich bereits im vergangenen Oktober feststellte, ist im Flughafen selbst alles idiotensicher erklärt und total unkompliziert. Wir gaben unser Gepäck auf, passierten die Sicherheitskontrolle und zeigten unsere Pässe vor. Der zuständige Polizist fragte mich, ob ich mit L alleine reise und das alleinige Sorgerecht habe. Da ich nunmal ich bin befand sich in meinem Handgepäck Ms Sterbeurkunde. Die hatte ich auch schon im letzten Jahr mit dabei. Der Polizist wollte sie letztendlich aber nicht sehen, vertraute meiner Aussage, dass der Vater meines Kindes verstorben ist, und wünschte uns einen schönen Urlaub.

Ich mag das Gefühl im Kopf- und Brustbereich überhaupt nicht, wenn das Flugzeug startet und an Höhe gewinnt. Ich brauchte ein paar Minuten bis der enorme Schwindel vorbeiging. Wenn ein Flug nicht so unfassbar viel Zeit sparen würde, würde ich lieber mit dem Auto fahren. Auch L fand das Fliegen diesmal nicht so toll und hatte Probleme mit dem Druckausgleich. Sie klagte über Druck auf den Ohren.
Der Flug selbst ging schnell vorbei und erinnerte mich erneut an eine Kaffeefahrt. Erst sorgte das Personal für das leibliche Wohl der Gäste, dann wurden Rubbellose für einen guten Zweck verkauft und zum Schluss fuhr der Wagen gefüllt mit Parfums und Kosmetik durch den Gang.
Am Dubliner Flughafen abgeholt wurden L und ich am Mittag von R und den Jungs T und J. Mit dem Auto fuhren wir etwa eine halbe Stunde bis zum Haus der vier. L war überhaupt nicht schüchtern und plauderte gleich munter drauflos.
Wir aßen erst mal gemeinsam Crêpes. Während die Kinder danach auf das Trampolin gingen, unterhielt ich mich mit S und R. Wir schauten uns zudem die Miet- und Kaufpreise in der näheren Umgebung an. Dublin ist eine unfassbare teure Stadt. Benötigt eine Familie beispielsweise drei Schlafzimmer, liegt der aktuelle Mietpreis im Moment bei 3.500 Euro. Kaufen ist tatsächlich „günstiger“ und sinnvoller als mieten. Rechte haben im Übrigen ausschließlich die Vermieter.

Mit Wechsel aus Regenschauer und Sonnenschein spazierten wir am Nachmittag (bei herbstlichen Temperaturen) zu einer großen Rutsche und liefen kurz darauf weiter zum Pub „The Blue Light“. Dort gab es Live Musik, ein Bulmers für mich und Pizza, Pommes und Chips ohne Ende für uns alle. Pure Völlerei quasi.









Abends durften sich die Kinder einen Film ansehen, während wir Erwachsenen uns weiter unterhielten.
Gegen 22 Uhr irischer Zeit – das heißt 23 Uhr in Deutschland (GTM+2) – verschwanden L und ich schließlich müde ins Bett.
Montag, 17. Juli 2023
Um Viertel nach sieben irischer Zeit, das heißt GMT+1, wachte ich heute Morgen auf. Ich hatte wunderbar geschlafen und viel geträumt, konnte mich aber an nichts Konkretes mehr erinnern. L ratzte noch über eine Stunde länger.
Nach meiner Morgendusche und einem Kornflakes-Frühstück machten sich S und R für ein paar Stunden auf den Weg zur Arbeit. Ich blieb mit den drei Kindern L, J und T daheim.
T und J haben vor Kurzem die Warhammer-Welt für sich entdeckt. Vor allem T macht das Bemalen der einzelnen Figuren großen Spaß. Während L und J auf dem Trampolin spielten, durfte ich die Haut eines Orks bemalen. Das war witzig.
Da die Sonne schien und ich mir gern die Gegend anschauen wollte, machten wir uns gegen Mittag nach dem Kehren einzelner Räume durch J und dem Ausräumen des Geschirrspülers durch T auf den Weg zum Park mit Bachlauf und zwei Spielplätzen. Die Wohngegend ist wirklich sehr sauber und ruhig und die Häuser gefallen mir auch optisch sehr.






Als wir irgendwann ins Haus zurückkehrten, ruhte ich mich ein wenig aus und las. L und J verzogen sich direkt wieder auf das Trampolin.
Nachmittags waren S und R wieder zurück und wir machten uns allesamt auf den Weg in Richtung Ts und Js Schule. Dort gibt es in der Nähe nämlich einen Bubble Waffle Shop. Ich wollte unbedingt eine Waffel essen und entschied mich für „Death by Chocolate“, während L eine „Unicorn Magic“ futterte.


Der Knocksink Wood, den wir anschließend besuchten, war so unfassbar grün und dicht bewachsen, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte, Fotos zu machen. Der Fluss enthielt Katzengold (Pyrit) und schimmerte (vermutlich wegen eines hohen Eisengehalts) rötlich. L und J wateten ein wenig durch ihn hindurch, J barfuß und L in ihren Gummistiefeln. Gegen Ende des Weges kletterten die Kinder noch einen sehr steilen Hügel hinauf.




Zum Abendessen gab es gegrilltes Gemüse, Chicken Wings und vegane Burger Patties. L war aus unerfindlichen Gründen ausgehungert und futterte unglaublich viel.
Nach dem Essen war es bereits kurz nach um neun. L und ich verkrümelten uns ins Zimmer, schauten noch ein wenig fern und gingen dann schlafen.
