#WMDEDGT Juni 2023

Alltagsschnipsel

Fünf Minuten vor dem Klingeln des Telefonweckers wachte ich heute Morgen auf. Ich bekam die Augen kaum auf, so müde war ich noch. Um gemütlich in den Tag zu starten, las ich ein wenig im Internet und tippelte auf dem Telefon herum. Seit langer Zeit hatte ich gestern Abend in der Duolingo App die Woche in meiner Liga mal wieder auf Platz eins abgeschlossen. Darüber freute ich mich sehr. Die neunundzwanzig Mitspieler*innen machten es mir dieses Mal aber auch leicht. Ich warf noch einen Blick auf die aktuelle Temperatur und die zu erwartende, stand endlich auf und legte für L und mich Kleidung zurecht.

Ich weckte L, die sich relativ schnell zum Anziehen motivieren ließ, und drehte meine morgendliche kleine Badrunde. Während des Zähneputzens machte ich einen Squat Hold. Anschließend wusch ich mein Gesicht mit Seife, trocknete es ab und ölte es mit einem Pflegeöl ein. Ich zog meine Kleidung an, kämmte die Haare und begab mich in die Küche. Auf dem Weg dorthin kam mir L entgegen, die nun ihrerseits ins Bad verschwand. Für Ls Schultag füllte ich ihre Brotbüchse und die Trinkflasche.

Gegen sieben Uhr verließen wir die Wohnung und liefen umgeben von herrlich duftender Natur zum Auto. Den Weg zur Schule nutzten wir auf Ls Wunsch hin für Matheaufgaben. So rechnete sie während der Fahrt Plus- und Minusaufgaben und übte mit mir das Halbieren und Verdoppeln. Nachdem ich sie an der Ampel vor der Schule verabschiedet hatte, lief ich wenige Minuten in der näheren Umgebung umher und genoss dabei die morgendliche Ruhe und den Sonnenschein. Anschließend fuhr ich nach Hause zurück.

Mein heutiger Arbeitstag bestand aus sehr vielen To-dos. Es ist schließlich Monatsanfang und da sind Zuarbeiten für die Buchhaltung fällig. Ebenso wollen Rechnungen an unsere Kunden geschrieben werden.
Bevor ich allerdings konzentriert dazu kam, schrieb mir mein Kollege/Freund M, dass D, unser zweiter Geschäftsführer, bei ihm angerufen hatte, um mitzuteilen, dass in fünf Minuten ein Schülerpraktikant zu uns ins Büro kommt, dessen Praktikumsanmeldung für einen Zeitraum von vier Wochen er in den letzten Monaten verbummelt hatte. Somit waren wir den Vormittag über beschäftigt, um eine geeignete Betreuungsperson zu bestimmen und den Jungen mit sinnvollen Aufgaben zu versorgen. Unser Anspruch ist, dass (Schüler-)Praktikanten bei uns etwas lernen und einen umfassenden Einblick in die IT-Berufe erhalten sollen. Zumindest für die kommenden zwei Wochen fanden wir To-dos für ihn.
Neben meinen drei Meetings am Vormittag und einigen Anfragen von Mitarbeiter*innen, weil dieses und jenes nicht so funktionierte wie es sollte, sah ich Ms und meine Firmenkreditkartenabrechnungen durch und suchte die noch fehlenden Belege zusammen. Parallel dazu kaufte ich Tickets für den Kongress WeAreDevelopers, zu der einige Kolleginnen und Kollegen Ende Juli fahren wollen.

Meine Mittagspause nutzte ich für eine kleine Laufrunde. Obwohl es sehr warm war, sorgte der Wind gepaart mit einigen Wolken dafür, dass ich eine wunderbare Laufatmosphäre hatte. Im Gegensatz zu letzter Woche konnte ich das Joggen mehr genießen. Ein paar harmlose Gedanken gingen mir durch den Kopf, die ich nebenbei verarbeitete. Ich konnte sogar mein Tempo ein wenig erhöhen, wie ich nach dem Lauf in der Zusammenfassung bemerkte.
Während eine Gemüsemischung in der Bratpfanne auf dem Herd aufgetaut und erwärmt wurde, ging ich unter die Dusche. Es gibt für mich nichts motivierenderes, als mit ungewaschenen Haaren Laufen zu gehen. Denn die erfrischende Dusche nach dem Sport ist einfach jedes Mal unbezahlbar. Und sauber werde ich auch noch.
Während des Mittagessens stellte ich fest, dass L heute Nachmittag gar nicht zum Kindertanz angemeldet ist, sondern erst morgen. Wegen des schönen Wetters packte ich deshalb vorsorglich einen Rucksack mit Badesachen.

Mit meiner ehemaligen Kollegin B aus der Zeit, als ich beim Amtsgericht in Gotha arbeitete, telefonierte ich am frühen Nachmittag. Nebenbei erledigte ich weitere Arbeits-To-dos. In einer halben Stunde brachten wir uns auf den aktuellen Stand im Leben der jeweils anderen. Das war sehr schön. Ich hoffe sehr, dass wir es dieses Jahr schaffen, uns endlich mal wieder zu treffen.
Als mir weder die Tools Unternehmen online noch StarMoney Einlass gewährten, beschloss ich, Feierabend zu machen und L von der Schule abzuholen. Überweisungen tätigen und weitere buchhalterische Unterlagen hochladen und bearbeiten kann ich genauso gut auch noch morgen erledigen.

Als ich in der Schule eintraf, begegnete ich S, der Mama von Ls Schulfreundin L. Die beiden Mädchen hatten große Lust, noch ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Auch wir Mamas hatten für den Nachmittag nichts weiter geplant. So fuhren wir zur etwas weiter entfernten Eisdiele in der Schulgegend. Für mich gab es ein kleines Softeis. L holte sich zwei Kugeln Vanilleeis. Danach gingen wir gemeinsam auf den in der Nähe befindlichen Spielplatz. Die Mädchen baten eine halbe Stunde später, noch zu einem See zu fahren. So kam es, dass uns S ihre jetzt nicht mehr so geheime Lieblingsstelle am Störmthaler See zeigte. Vom Ausblick war ich sehr begeistert. L und ich wohnen wirklich in einer Gegend, in der andere Urlaub machen. Das ist so toll. L und L waren mutig und schwammen im (eis)kalten Wasser herum. S und ich saßen am Ufer und unterhielten uns.


Gegen neunzehn Uhr waren L und ich wieder zu Hause. Wir packten den Ranzen für den morgigen Schultag und aßen danach Reis mit Soße zum Abendessen. L wollte unbedingt noch duschen, ehe sie sich mit dem iPad ins Bett zurückzog.

Heute Abend werde ich die dritte Folge der ersten Staffel „Game of Thrones“ schauen. Gestern habe ich mit der Serie begonnen. (Ich weiß, dass ich zwölf Jahre in Verzug bin.) Wenn L allmählich ins Land der Träume entschwindet, werde ich meine Schwedischübungen auf Duolingo absolvieren, ehe auch ich schlafen gehe.

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