Tagebuch – 9. Mai 2023

Alltagsschnipsel, Reisen & Ausflüge

Ich habe gut geschlafen, aber nicht so tief wie in den letzten Nächten.
Zum einen wachte ich in der Nacht mehrfach auf, um Ls Körpertemperatur zu überprüfen. Seit Sonntagabend hat sie nämlich leichten Schnupfen. Sie hatte aber die ganze Schlafenszeit über zum Glück Normaltemperatur.
Zum anderen war ich ein wenig aufgeregt, weil heute ein Firmenwandertag anstand, an dem ich unbedingt teilnehmen wollte. Hätte L nachts Fieber bekommen, hätte ich zu meinem Bedauern nicht mitfahren können. So musste ich „nur“ bewerkstelligen, dass L und ich am Morgen die Wohnung über eine halbe Stunde eher als sonst verlassen.

Kurz nach sieben Uhr war L in der Schule und ich gemeinsam mit meinen Kollegen L und A auf dem Weg zur Gemeinde Geraberg Ortsteil Geratal in Thüringen. Wir kamen pünktlich kurz vor um neun an. Den ganzen Tag über hatten wir bestes Wetter. Es war wunderbar warm und sonnig, es duftete an jeder Ecke und die Stimmung unter den achtzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern war ebenfalls sehr gut.


Wir hatten eine geführte Wanderung. Da wir für diesen Klimaweg in naher Zukunft eine App entwickeln werden, diente der heutige Ausflug nicht nur zur Bespaßung, sondern war auch ein Auftakt in unser neues Projekt, bei dem ein Teil des heute anwesenden Teams mitwirken wird. Wir haben quasi ein Teamevent daraus gemacht.

Für die ersten zwei Kilometer brauchten wir ungelogen über zwei Stunden, weil wir an jeder Informationstafel stehen blieben, höchst Interessante Informationen über die Region, das Klima und Sagen aus dem Umkreis erfuhren, und uns (zu) detailliert über mögliche Features in der App oder Besonderheiten auf dem Weg unterhielten.
Der Ausblick war die ganze Zeit über wunderschön.
Große Sorge bereitet dem Wald aktuell der Borkenkäfer, der bereits zahlreiche Bäume getötet hat. Das Ausmaß des Befalls sahen wir heute mit eigenen Augen.


Nach unserem Halt beim Goethefelsen (Wo war Goethe eigentlich nicht?!) liefen wir die restlichen Kilometer zügiger. Wir fuhren mit unseren Autos direkt zum Deutschen Thermometermuseum, in dessen Außenbereich wir zunächst unsere mitgebrachten belegten Brötchen im Rahmen einer Mittagspause verspeisten, ehe wir um kurz nach 13 Uhr eine Führung durch das Museum erhielten.


Deutsches Thermometermuseum … klingt erst mal nicht so spannend. Ähnlich voreingenommen waren wir im Team auch. Doch ein Großteil merkte schnell, dass die Geschichte des Thermometers höchst interessant ist. Für jede und jeden, der das Museum besucht, empfehle ich eine Führung, da die Mitarbeiterinnen unglaublich viel Fachwissen haben, das die Informationstafeln nicht hergeben. Zudem gaben sie ihr Wissen mit so viel Freude und Liebe weiter, dass man sich danach um einiges schlauer fühlt. Besonders beeindruckend war die Vorführung einer sechsundachtzigjährigen Frau, die zu tiefsten DDR-Zeiten gemeinsam mit hunderten anderen Frauen im Akkord Thermometer herstellte. Thüringen war nämlich einst Europas Martkführer in der Herstellung von Thermometern. Die alte Frau zeigte uns die Arbeitsschritte, um ein Thermometer herzustellen. Das war unglaublich spannend. Viele wussten danach jedenfalls, dass das heutzutage keine geeignete Arbeit für sie wäre.

Gegen 15 Uhr verließen wir Geratal und machten uns auf den Heimweg.

Was heute schön war:

Wanderung und Museumsbesuch.
Ein wirklich gelungenes kleines Teamevent. Die Mitglieder der Gemeinde und die Mitarbeiterinnen des Museums haben unfassbar viel Lust, ihre Region bekannter zu machen und positive Veränderungen herbeizuführen. Allerdings werden viele Ideen vermutlich an den Entscheidungen einzelner Gremien scheitern. Es klang jedenfalls alles unfassbar bürokratisch, langwierig und ernüchternd. Schauen wir mal, ob und was sich in den nächsten Jahren so tut.

Eis essen.
Die Mama von Ls Schulfreundin L holte L mit von der Schule ab. So hatte ich auf der Heimfahrt weniger Zeitdruck und Stress. Wir trafen uns kurz nach halb fünf am Nachmittag in der Eisdiele in der Nähe der Schule. Bei dem schönen Wetter konnte ich natürlich nicht widerstehen und kaufte mir ein Eis.
L und ich gingen im Anschluss noch ein paar Minuten auf den Spielplatz, ehe auch wir den Heimweg antraten.

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