Tagebuch – 26. April 2023

Alltagsschnipsel

Meine Nacht war nur so mittelgut. Diesmal bin ich aber definitiv selbst Schuld daran, denn ich habe gestern Abend die körperlichen Anzeichen von Müdigkeit wegen einer spannenden Serie ignoriert. Als ich halb elf schlafen wollte, kam mein Kopf lange Zeit nicht zur Ruhe. Es dauerte ewig, ehe ich in den Schlaf fand. Heute Morgen fühlte ich mich dementsprechend noch sehr müde, als der Wecker auf dem Telefon klingelte.

Heute jährt sich zum einundzwanzigsten Mal der Amoklauf am Gutenberggymnasium in Erfurt, bei dem zahlreiche unschuldige Menschen ihr Leben verloren hatten. Obwohl ich zum Glück nicht selbst davon betroffen war, denn ich ging zu der Zeit auf ein anderes Gymnasium in Erfurt, kenne ich einige, die damals die schreckliche Bluttat mit erleben mussten.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich damals die achte Klasse besuchte. Gegen Mittag nach der Mittagspause hatten wir Deutschunterricht. Unser Lehrer kam bereits mit ersten Informationen in das Klassenzimmer, die er im Radio im Lehrerzimmer mitbekommen hatte. Zu der Zeit wusste noch niemand, welches Erfurter Gymnasium betroffen war. Aus diesem Grund schloss unser Lehrer die Klassenzimmertür zu. An Unterricht war natürlich nicht zu denken. Wir hörten die ganze Stunde lang Radio und durften alle zeitiger die Schule verlassen und nach Hause gehen. Unser Lehrer, der wirklich ausgezeichnet war, verließ zum Schuljahresende unsere Schule und wechselte ans Gutenberggymnasium. Für diese Entscheidung bewundere ich ihn nach wie vor.

Was heute schön war:

Morgenspaziergang.
Trotz drei Grad Celsius am Morgen lief ich zehn Minuten durch die Gegend, ehe ich nach Hause ins Homeoffice ging. Ich erfreute mich am Sonnenschein und am Geruch des frisch gemähten Grases. Um mich herum grünte und blühte es. Es wird, es wird.

Thai-Massage.
Nachmittags ließ ich mir meine Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich wegmassieren. Das war wieder herrlich. Heute war die Massage sogar so schön, dass ich mich danach wie in Trance fühlte. Von den beiden jungen Frauen, die vor etlichen Wochen zur Unterstützung der Masseurin da waren, fehlt seit einiger Zeit jede Spur. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass sie vorerst auch nicht wiederkommen werden.

Sushi.
Mit L war ich am späten Nachmittag einkaufen. Wir holten uns für das Abendessen ein wenig Sushi. Das war wie immer sehr lecker und eine willkommene Abwechslung zu unserem sonstigen Abendbrot.

2 Gedanken zu “Tagebuch – 26. April 2023

  1. Avatar von sori1982

    Erfurt. Freitag, 26. April 2002. Ein Tag, den ich nie vergessen werde. Ich war zu diesem Zeitpunkt Bürokauffrau-Lehrling bei Russ & Janot. Nachdem wir im Radio die ersten Meldungen gehört hatten, war kaum an das Weiterarbeiten zu denken.
    Auch nach 20 Jahren spüre ich immer noch den Schmerz, die Trauer, die Erfurt einhüllten.

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  2. Avatar von N. Aunyn

    Ich erinnere mich an den Besuch bei einem Freund im Ausland. Wir waren fassungslos vor dem Fernseher. Der 26. April ist für mich auch der Tag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986, an deren Auswirkungen ich viele Erinnerungen habe.

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