#WMDEDGT Januar 2023

Alltagsschnipsel

In diesem Jahr möchte ich an jedem 5. eines Monats einen weiteren Einblick in Ls und meinen Alltag geben. Auf anderen Blogs bin ich schon vor einiger Zeit über die Aktion #WMDEDGT (Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag) gestolpert, hab sie für gut befunden und mag sie nun gern selbst ausprobieren.


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Um Viertel nach sechs klingelte mein Telefonwecker und riss mich direkt aus einem Traum. Ein solches Wecken mag ich überhaupt nicht, da ich dann immer länger brauche, um richtig wach zu werden. So war es auch heute Morgen. Ich fühlte mich etwas gerädert und unglaublich müde. Mein Fitbit-Tracker war dennoch zufrieden mit der Qualität meines Schlafes. Beim Aufstehen aus dem Bett spürte ich am ganzen Körper einen leichten Muskelkater von meinen Sporteinheiten der letzten Tage. Diese Art Muskelkater ist tatsächlich sehr angenehm, denn sie zeigt, dass ich aktiv war, und ist gleichzeitig nicht hinderlich bei sämtlichen Bewegungen.

Ich trottete kurz vor halb sieben ins Bad und putzte meine Zähne. Anschließend ging ich zurück ins Schlafzimmer, knipste die Stehlampe an und weckte L. Zurück im Badezimmer wusch ich mein Gesicht mit meiner Manna-Gesichtsseife und zog mich an. L tat letzteres im Schlafzimmer auch.

Überrascht stellte ich fest, dass mir nur noch zehn Minuten Zeit für die Zubereitung für Ls Frühstück und Vesper blieben. Glücklicherweise teilte mir L schon gestern Abend ihre Wünsche mit, sodass ich die Brotbüchse innerhalb kürzester Zeit befüllen konnte. Auch L schaffte es in zehn Minuten, sich die Zähne zu putzen und ihre Haare zu kämmen. Wir warfen beide noch ein Blick auf das Einhornei, welches mein Bruder L kurz vor Weihnachten schenkte. Wir gehen davon aus, dass das Einhorn in wenigen Tagen vollständig geschlüpft sein wird.


Im entspannten Tempo liefen L und ich zur S-Bahn-Haltestelle. Etwa zwei Minuten nach unserer Ankunft stiegen wir bereits in die S-Bahn ein und fuhren drei Haltestellen. Die Tram fuhr uns anschließend noch eine Haltestelle bis zu Ls Schule. Ich verabschiedete L vor dem Eingang der Schule und wünschte ihr einen schönen Schultag.

Den kurzen Rückweg zur S-Bahn-Haltestelle legte ich zu Fuß zurück. Es ist nur ein kurzer Weg und schon im letzten Jahr mein lieb gewonnenes Ritual geworden. Heute konnte ich mich nicht so richtig auf den Spaziergang einlassen. Zu sehr war ich in Gedanken versunken. Ich plante im Kopf meinen Arbeitstag durch und dachte an dies und das. Ich bemerkte jedoch, dass der Verkehr im Vergleich zu gestern Morgen zugenommen hatte.


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Als ich wieder zu Hause ankam, bereitete ich mir mein Frühstück vor. Neben lecker belegtem Brot gab es natürlich auch meinen heiß geliebten Schokocappuccino. Ich kochte mir zudem anderthalb Liter Tee. So fällt es mir leichter, ausreichend über den Tag verteilt zu trinken.

Ich frühstückte an meinem Home Office Arbeitsplatz und checkte nebenbei die ersten Mails. Nach und nach trudelten in unserem firmeninternen Kommunikationssystem immer mehr Krankmeldungen meiner Kolleginnen und Kollegen ein. Oh je. Ich bereitete das heutige Management Weekly mit dem zweiten Geschäftsführer vor. Ein paar Punkte hatten sich angesammelt, über die ich mit ihm sprechen wollte. Auch den morgigen Videocall mit einer Bewerberin für ein Praktikum bereitete ich vor. Ich fühle mich in solchen Gesprächen einfach sicherer und selbstbewusster, wenn ich mir zuvor den Gesprächsablauf und die groben Inhalte überlegt habe.

Für die Zeit zwischen um neun und um zehn waren Monteure für Rauchmelder angekündigt. (In Sachsen ist es bisher keine Pflicht (gewesen?), Rauchmelder in der Wohnung zu haben.) Zwanzig Minuten nach um neun klingelte es an der Wohnungstür und bereits fünf Minuten später waren drei Rauchmelder in meiner Wohnung angebracht. Sehr zu meiner Freude musste keiner in die Küche. Die Rauchmelder haben eine Lebenszeit von etwa zehn Jahren und blinken auch nicht. Mir wurde gezeigt, wie ich sie im Falle, dass sie doch Fehlalarm schlagen sollten, ausschalten kann, und versichert, dass ich in Zukunft nichts weiter tun muss.

Um Viertel vor zehn hatte ich ein Daily. Unser kleines Team besteht aus einem Product Owner, einer Scrum Master (das bin ich), einem Webentwickler, einem Designer und einer Softwaretesterin. Wir besprachen kurz, wer heute welche Aufgaben im laufenden Sprint angehen wird.

Nachdem kurz darauf die Deutsche Post zwei Pakete, eines für mich, eines für L, lieferte, schlüpfte ich für den Rest des Arbeitstages in meinen warmen Relaxo-Fleeceanzug, den ich zu Weihnachten von J geschenkt bekommen hatte. Dieser Kuschelanzug hilft mir sehr dabei, bei mangelnder Bewegung nicht zu frieren, und ist eine sehr gute Alternative, um die Heizung nur mäßig zu beanspruchen. Tausend Dank J! ❤

Bis zum Management Weekly um 11 Uhr schaute ich meine Firmenkreditkartenabrechnung durch und überprüfte, ob alle Rechnungen vorliegen. Natürlich taten sie es nicht. Ich schrieb zwei E-Mails und bat um Übersendung der Rechnungen.

Nach einer kurzen technischen Schwierigkeit (ich glaube, mir fehlt für die Google Meet Calls jegliche Berechtigung, auch nur irgendetwas außer dem Beitreten zum Call tun zu dürfen) fanden D und ich via Teams zusammen. Ich unterrichtete ihn über den aktuellen Stand hinsichtlich der Personalsituation sowie den laufenden Projekten und konnte einige ungeklärte Dinge aus dem letzten Jahr mit ihm besprechen. Die für mich aus dem Gespräch resultierenden To Dos erledigte ich direkt im Anschluss.

Obwohl ich gerade im Flow war, unterbrach ich gegen zwölf Uhr meine Arbeit und bereitete mir mein Mittagessen zu. Heute aß ich das erste Mal seit vielen, vielen Wochen einen Salat, nur bestehend aus Gurke, Tomate, Kichererbsen und Räuchertofu. Seit dieser Woche setze ich mich bewusst zum Essen in die Küche und nicht vor den Rechner. Ich versuche auch während des Essens so wenig wie möglich mit dem Telefon zu interagieren.


Nach meiner Mittagspause schrieb ich eine Rechnung an einen unserer Kunden. Diese soll buchhalterisch für uns noch mit in den Dezember zählen, weshalb etwas Eile geboten war.

Die restliche Arbeitszeit verbrachte ich mit der Buchhaltung für die Monate November und Dezember. Ich lud unserer Finanzbuchhalterin im Unternehmen online weitere Rechnungen hoch, tätigte zuvor eine Überweisung und warf dabei einen Blick auf die Umsätze des Geschäftskontos und verglich Kontoabgänge mit den mir vorliegenden Rechnungen. Den morgigen Arbeitstag plante ich auch. Zwischendrin trank ich eine Tasse Heiße Schokolade und kochte erneut eine große Kanne Tee.


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Da L donnerstags nach dem Unterricht einen Malkurs besucht, hat es sich bei uns mittlerweile etabliert, dass ich sie an diesen Tagen mit dem Auto von der Schule abhole. Das Wetter war heute Nachmittag ohnehin unbeständig. Zudem mag ich es, schneller zu Hause zu sein.

Ich parkte das Auto wie immer auf dem Parkplatz des Rewe Markts in der Nähe der Schule, kaufte drei Lebensmittel ein und machte anschließend im Nieselregen einen Spaziergang. Dabei entdeckte ich die als Titelbild verwendete Straße. Irgendetwas in mir sprach diese Anordnung der Häuser an. Einerseits finde ich die gleichfarbigen und baugleichen Häuser langweilig, andererseits strahlt alles förmlich nach Ruhe und Ordnung. Ich war tatsächlich so irritiert von diesem Anblick, dass ich die Straße als Foto festhalten musste.

Pünktlich zum Ende des Malkurses wartete ich vor der Werkenraumtür auf L. Wir gingen gemeinsam zu ihrem Spind. Während L sich anzog, legte ich Ks Geburtstagsgeschenk hinein. L wird morgen von S, der Mutter ihrer Klassenkameradin L, abgeholt und zum Kindergeburtstag in die Stadt gefahren. So brauchen wir das Geschenk morgen nicht mit der S-Bahn transportieren. Ich gratulierte mir selbst für diesen grandiosen Einfall.

Zu Hause angekommen, dachte sich L ein Rollenspiel aus. Ich wurde genauestens instruiert, welche Sätze ich wann zu sagen habe. Nebenbei packten wir den Schulranzen für den morgigen Tag und ich bereitete unser Abendessen zu. Wir hatten beide so großen Hunger, dass wir schon vor um sechs aßen. Das sich im Ranzen befindliche Freundebuch von Ls anderer Klassenkameradin L füllten wir gemeinsam am Küchentisch aus. So kann L es morgen gleich zurückgeben.

Seit einigen Tagen bereite ich mir am Vorabend eine Freude für den nächsten Morgen, indem ich Ls und meine Kleidung herauslege. Das klappte bisher super und wir sparen dadurch morgens Zeit.

Nun heißt es bis zum Schlafengehen Füße hochlegen, einige Duolingo-Übungen in Französisch absolvieren und ein neues Buch anfangen. Bevor wir gegen um neun das Licht ausschalten, lese ich L sicherlich auch noch ein Kapitel im aktuellen Buch „Die Schule der magischen Tiere“ vor.




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