Der Tag vor Heiligabend
L und ich starteten langsam und gemütlich in den Tag. Obwohl wir beide seit Wochen krank sind, wollen uns in den nächsten Tagen alle sehen. Es wäre mir auch unglaublich schwer gefallen, das Weihnachtsfest im Bett zu verbringen, nachdem L und ich seit Tagen kaum etwas anderes taten.
Wir fuhren um die Mittagszeit mit einem voll gepackten Kofferraum, von dessen Inhalt L nur teilweise wusste, nach Erfurt. L glaubt noch an den Weihnachtsmann. Ich gehe stark davon aus, dass dieser Zauber im nächsten Jahr vorbei sein wird. Auf der Fahrt hörten wir ein Conni-Hörspiel. L schlief sogar für eine halbe Stunde ein.
Gemeinsam mit meinen Eltern aßen wir eine Nudelsuppe zum Mittag. L und ich besuchten anschließend zwei Spielplätze im Stadtpark und Ms Baum, der seit unserem letzten Vorbeischauen ordentlich gewachsen ist.
Nach dem Vesper und Abendessen schauten wir gemeinsam etwas fern. Das Märchen “Der kleine Lord” holte L nicht so ab, weshalb wir uns ins Bett verkrümelten. Ich las L noch die Geschichte “Der Tannenbaum” von Hans Christian Anderson vor. Das Buch, in dem die Geschichte enthalten ist, kauften L und ich uns am 4. Advent auf dem kleinen Weihnachtsmarkt in Markkleeberg bei Brot & Kees.
Heiligabend
In der Nacht hatte ich einen sehr starken Hustenanfall. So stark, dass mein Papa davon wach wurde und mir Medizin verabreichte.
Aufgewacht sind L und ich um acht. Wir hatten beide schon wieder Schnupfen. Das durfte doch nicht wahr sein! Über den Taubenbesuch vor unserem Fenster freute ich mich dennoch sehr.

Nach dem Frühstück las ich L eine Geschichte vor. Wir begleiteten anschließend meine Eltern auf einen Mini-Spaziergang, den ich wegen Ls unfassbar schlechter Laune und Nörgelei vorzeitig für beendet erklärte und mit ihr zurückging.
Unsere Familientradition sieht zum Mittagessen an Heiligabend Meerrettichsoße, Brot und Würstchen vor. Und genau das gab es auch. Alle außer mir aßen noch Sauerkraut dazu.
Um 14 Uhr holten wir Ls Oma M ab und fuhren mit ihr zu Ls Tante, ihrem Onkel S und ihrem Cousin M. Ls Opa D war bereits da. Wir starteten unsere Zusammenkunft mit einem leckeren Kuchen. Die Kinder waren unfassbar aufgeregt und fragten alle paar Minuten, wann denn der Weihnachtsmann die Geschenke bringt. Einen unbeobachteten Moment nutzte ich aus, um mich noch mal heimlich zum Auto zu schleichen und unseren Geschenkesack zu holen. Auf dem kurzen Weg dorthin wurde ich mit einem schönen Regenbogen überrascht und war mir sicher, dass M auch Teil unseres Weihnachtsfestes ist.




Um Viertel nach vier war es endlich soweit. Es rumpelte im Kamin und klopfte kurz darauf an der Tür. Und da war er. Der Weihnachtsmann. L und ihr Cousin M zeigten überhaupt keine Angst oder Schüchternheit, sagten ihre Gedichte auf oder sangen Lieder und wurden reichlich beschenkt. L, die sich seit dem Sommer das Peppa Wutz Wohnmobil wünscht, freute sich riesig, als sie dieses unter ihren Geschenken fand. Die Kinder spielten sofort mit ihren neuen Sachen und Ls Cousin M zeigte sehr großes Interesse an dem Wohnmobil.

Nach dem traditionellen Abendessen, bestehend aus Kartoffelsalat und (veganen) Würstchen, mussten L und ich überstürzt aufbrechen, da meine Eltern schon unruhig wurden und auf uns warteten, wie mir in mehreren Nachrichten mitgeteilt wurde. Diese Hektik mussten wir leider auch auf Ls Oma M übertragen, die geradeso ihr Abendessen beenden konnte und sich dann gleich anziehen musste. (M, S und M wohnen dörflich von Erfurt und Ls Oma M wäre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause gekommen. Sie war somit auf uns angewiesen.) Über diese vielen Müssen werde ich in der nächsten Zeit in Ruhe nachdenken. Ich will keine Hektik an Heiligabend haben und die gab es in diesem Jahr definitiv.
Mit einer halben Stunde Verspätung kamen L und ich um 19 Uhr bei meinen Eltern an. Die Stimmung war nur so mittel. Nach einem zweiten kleinen Abendessen fand die Bescherung statt. L und ich bekamen sehr schöne Dinge.
Halb neun verkrümelten wir zwei uns ins Bett. L schlief recht schnell ein, während ich bis 23 Uhr in einem neu erschienenen Buch meiner Lieblingsautorin las.
Der 1. Weihnachtsfeiertag
Ich schlief in dieser Nacht unglaublich schlecht. Wegen eines spannenden Buches ignorierte ich meine aufkommende Müdigkeit. Als ich mich schlafen legen wollte, konnte ich mein Gedankenkarussell einfach nicht abschalten.
Aufgewacht sind wir zum Glück erst halb neun. Nach dem Frühstück versendete ich Weihnachtsnachrichten und las mein Buch zu Ende, während L mit ihren Geschenken spielte.

Zum Mittagessen gab es von meinen Eltern selbstgemachte Klöße, die sie am Vormittag zubereiteten, Rehbraten, für mich eine leckere vegane Alternative sowie Rosenkohl. Wir telefonierten nach dem Essen mit meinem Bruder und seiner Freundin J, die ihre Weihnachtstage in Erding bei Js Eltern verbringen. Während mein Papa Mittagsruhe hielt und L mit ihrem Wohnmobil spielte, unterhielt ich mich in Ruhe mit meiner Mama. Solche Gelegenheiten sind sehr selten.
Verabredet waren L und ich an diesem Nachmittag mit unseren ehemaligen Vermietern C und A. U, E und die Kinder K und M waren ebenfalls da. Wir fuhren zuvor zum Tanken an die Tankstelle und trudelten kurz nach 15 Uhr ein. L war anfangs super schüchtern und versteckte sich hinter meinem Rücken. Beim reichhaltigen Kuchenbuffet taute sie langsam auf. Zu ihrer großen Freude gab es noch ein paar Geschenke für sie.
Während L viel und sehr lieb mit K spielte, unterhielt ich mich mit U. Leider hatte ich kaum Möglichkeit, mit C und A zu quatschen, da sich die beiden nicht mit im Wohnzimmer aufhielten. Nach dem Abendessen verabschiedeten L und ich uns wieder und waren 20 Uhr zurück bei meinen Eltern.
Wir schauten gemeinsam eine halbe Stunde das mir bis dato unbekannte Märchen “Das Schloss hinterm Regenbogen”. Dann wollte L lieber ins Bett gehen. Wir lasen noch den letzten Teil unseres Adventskalenders von Die drei ??? und schliefen zeitig ein.
Der 2. Weihnachtsfeiertag
In dieser Nacht schlief ich viel besser. Ich wachte nur drei oder vier Mal kurz auf und hustete auch deutlich weniger. Dennoch stand meine Mama nachts um drei plötzlich mit Hustensaft und kaltem Kräutertee vor unserem Bett. Offensichtlich hat mein Husten sie aufgeweckt.
L beschloss, dass wir um kurz vor acht Uhr nicht mehr schlafen wollen. Der Morgen war leider wieder genauso dunkel und grau wie in den letzten Tagen und es fiel mir schwer, nicht weiterschlafen zu dürfen.
Nach einem kleinen Frühstück und einer kurzen Spielmöglichkeit für L fuhren wir am späten Vormittag zur Taverne am Drosselberg, um bei einem leckeren weihnachtlichen Mittagessen den 65. Geburtstag meines Onkels W zu feiern. L erhielt sogar noch ein Weihnachtsgeschenk.



Kurz vor halb zwei waren wir schon wieder zu Hause. L spielte mit ihrer neuen Puppe und dem Peppa Wutz Wohnmobil. Um meinen Eltern etwas Mittagsruhe zu ermöglichen, schnappten uns L und ich ihre neuen Rollschuhe und liefen zum nahegelegenen Spielplatz bei der Thomaskirche. Der Aufenthalt im Freien tat uns beiden sehr gut.


Den späten Nachmittag und Abend ließen wir ruhig angehen. Es wurde mit den Weihnachtsgeschenken gespielt, etwas ferngesehen, vorgelesen und nochmals von den leckeren Gerichten der letzten Tage gegessen.
Morgen werden wir S, R und ihre Kinder T und J sowie nochmals U, E und ihre Kinder K und M treffen, ehe L und ich am Mittag nach Lauf an der Pegnitz zu J und seinen Eltern fahren.
