J ging es heute Morgen zum Glück wieder gut. Er hat um die zwölf Stunden geschlafen, sich einmal erbrochen, eine Ibuprofen eingeworfen und unglaublich viel geschwitzt. Was auch immer ihm gestern zu schaffen machte, war heute wieder vorbei.
Nach dem Frühstück fuhren wir zur Burg von Berat. Das Burginnere erinnerte mich an eine kleine Stadt mit Steinhäusern und verwinkelten Gässchen. Einige der Häuser waren Restaurants oder Gästehäuser, in anderen wurden Souvenirs angeboten. Obwohl M und K je ein Spielzeug bekamen, kaufte ich L nichts. Ich hätte ihr gern ein Armband geschenkt. Die von ihr bevorzugte kleine Trommel wollte ich jedoch nicht kaufen. Darüber war L traurig, was ich natürlich verstehe, fing sich aber recht schnell wieder. Ich bin gespannt, ob das Thema Trommel bei ihr noch mal aufkommen wird oder ob diese, was ich eher vermute, komplett in Vergessenheit gerät. In der Burg gibt und gab es unzählige Kirchen. Wir schauten uns erneut eine sehr schöne orthodoxe Kirche an.












Gegen Mittag fuhren wir zurück ins Dorf bei Tirana und setzten unterwegs E, der nun für ein paar Tage geschäftlich unterwegs sein wird, ab. Nach einer Portion Nudeln und Granatäpfel (ich weiß jetzt, wie sich diese schnell und unkompliziert schälen lassen) für alle, spielten die Kinder draußen. Ich schlenderte noch mal durch den Gartenbereich und bestaunte die Obstbäume. Am Abend waren wir bei Es Eltern zum Abendessen eingeladen.




Was heute schön war:
– gesunder J
– Besichtigung der Burg von Berat mit einer orthodoxen Kirche
– entspannte Autofahrt zurück ins Dorf bei Tirana
– Abendessen bei Es Eltern
Was ich festgestellt habe:
Keine zehn Pferde würden mich in ein Auto bekommen, mit denen ich durch Tirana fahren soll.
Was ich gelernt habe:
Wenn eine albanische Familie Gäste zum Essen einlädt, essen die Gäste zuerst, während die Gastgeber dabei zusehen. So war das auch heute Abend. Es fühlte sich sehr merkwürdig an. (In traditionellen albanischen Familien ist es sogar üblich, dass die Frau die Speisen für die ausschließlich männlichen Gäste zubereitet, der Gastgeber anschließend gemeinsam mit seinen Gästen und die Frau allein in der Küche isst.)
Albanien ist ein sehr armes Land. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei circa 350 Euro. (Das heißt es gibt Menschen, die noch weniger haben.) Das Auto ist hier ein Statussymbol. Wie das funktioniert, denn das tut es, ist mir schleierhaft, sind die Spritpreise doch identisch mit denen in Deutschland.
