Ein Wochenende im September

Alltagsschnipsel

Freitag, 2. September 2022

Um kurz vor 16 Uhr hielt ich nach anderthalbstündiger Autofahrt auf dem Parkplatz eines Supermarkts ganz in der Nähe von Ls Schule und fand wenig später ein auf dem Pausenhof mit einer Klassenkameradin spielendes und glückliches Schulkind vor. L hatte mir wieder viel von ihrem heutigen Schultag zu erzählen. Ich freue mich sehr und bin so unglaublich erleichtert, dass die erste Schulwoche gut verlief und sie Anschluss zu vielen Kindern ihrer Schule gefunden hat.

Wir holten wenig später die Pfandflaschen aus dem Auto, brachten sie zum Leergutautomaten und kauften ein paar Lebensmittel für das Wochenende ein. Hier trafen wir einen Erzieher aus Ls Schule und wünschten ihm ein schönes Wochenende. (In den Grundschulklassen wird im Tandem unterrichtet. Es sind während des Unterrichts immer eine Lehrerin/ein Lehrer und eine Erzieherin/ein Erzieher anwesend. Ich mag das Konzept sehr.)

Zu Hause angekommen, ging L in die Badewanne, während ich nach Verräumen des Einkaufs noch für etwa anderthalb Stunden weiterarbeitete. 

Den restlichen Abend verbrachten wir beide mit entspannenden Tätigkeiten wie lesen, Sprachübungen in der Duolingo App und fernsehen. Auch ich ging zwischenzeitlich noch mal in die warme Badewanne, da mir plötzlich unglaublich kalt war. Lange wach waren L und ich an diesem Abend nicht. Gegen halb zehn schliefen wir beide tief und fest.


Samstag, 3. September 2022


Und weil wir am Vorabend so zeitig schliefen, war es auch nicht verwunderlich, dass ich am Samstagmorgen bereits um Viertel vor sieben wach wurde. Das war aber nicht weiter schlimm, da ich tatsächlich ausgeschlafen war. L wachte nur wenig später um kurz nach sieben auf.

Wir blieben noch eine ganze Weile im Bett liegen und spielten ein von L erdachtes Spiel mit einigen ihrer zahlreichen Kuscheltiere. (Ich merkte bereits um diese Zeit, dass mir Ls Stimme in den Ohren dröhnte, ich am liebsten nicht ununterbrochen vollgelabert werden wollte und sehr gerne meine Ruhe hätte.) Irgendwann standen wir auf und frühstückten eine Kleinigkeit. Danach spielte L weiter und bezog mich in ihre Welt mit ein. 

Ihrer Oma M hatte ich am Freitag versprochen anzurufen. Ein paar Minuten lang telefonierten wir gemeinsam. L war deutlich anzuhören, dass sie so gar keine Lust auf dieses Telefonat hatte.

Da wir nachmittags bei Ls Schulfreundin eingeladen waren, machten wir uns mittags auf den Weg zu Rossmann, um eine Kleinigkeit als Mitbringsel zu kaufen. Ich fand schnell, was ich suchte. L, die ihr Taschengeld mitnahm, brauchte hingegen eine ganze Weile, ehe sie das circa zweihundertste Kuscheltier kaufte. Als wir wieder zu Hause waren, futterten wir Nudeln. Anschließend machte ich Mittagsschlaf, während L ein wenig fernsehen durfte.

Auf dem Weg zur Schuleinführungsparty begleitete mich ein nöliges Kind, das mir mehrfach zu verstehen gab, wie wenig Lust sie auf die Feier ihrer Schulkameradin hat. Sogar in der S-Bahn war ihr Schniefen und Geheul deutlich hörbar. Klein beigeben wollte ich nicht. So viele Menschen in Leipzig kennen L und ich noch nicht. Mit der Mama von Ls Klassenkameradin verstehe ich mich gut. Von daher wollte ich wenigstens für eine oder zwei Stunden bei dieser Feier vorbeischauen. Natürlich auch in der Hoffnung, neue Leute kennenzulernen.

Und wie das bei L öfters der Fall ist, verwandelte sich mit Betreten des Gartens ihre schlechte Stimmung in das genaue Gegenteil. Sie spielte mit den zahlreichen Kindern und wollte auch nach sieben Stunden nicht nach Hause gehen. 🙂 Mir gefiel die Gartenparty mit den vielen wunderbaren Menschen und dem leckeren Essen auch sehr sehr gut. Es war die richtige Entscheidung, mit L dorthin zu gehen. Erst um kurz nach 22 Uhr fuhr unsere S-Bahn zurück nach Hause.


Das einzige, was in den knapp sieben Stunden unserer Anwesenheit nicht so schön war, waren meine von Stunde zu Stunde schlimmer werdenden krampfartigen Rückenschmerzen. Als wir abends zur S-Bahn liefen, waren sie bereits so stark, dass mir davon übel war. Ein wenig erinnern mich diese alle vier bis sechs Wochen für einen, maximal zwei Tage auftretenden Schmerzen an Migräne – nur eben mit dem Unterschied, dass ich keine Kopf-, sondern Rückenschmerzen habe.


Sonntag, 4. September 2022


Am heutigen Sonntag schliefen L und ich aus. Als ich auf die Uhr schaute, war es bereits acht Uhr. Obwohl ich sehr gut geschlafen hatte, war ich noch unglaublich müde. Aus diesem Grund beschloss ich, mit L weder in den Zirkus, auf den sie ohnehin keine richtige Lust hatte, noch ins Hüpfburgenland oder Kino zu gehen. Wir machten bis zum Nachmittag nichts.

Meine krampfartigen Rückenschmerzen vom Vortag waren wieder verschwunden. Nachdem ich vormittags nochmals geschlafen und anschließend gelesen hatte, erledigte ich ein paar Dinge im Haushalt. Zu dieser unglaublichen Müdigkeit in den letzten Tagen verspüre ich ebenfalls einen starken Hunger, weshalb es eine größere Menge Essen zum Mittag gab. Kurz darauf kam mein Kollege und Freund H, der sich etwas abholen wollte. Wir unterhielten uns noch eine Stunde lang über verschiedenste Themen.

Als sich H wieder auf den Heimweg machte, puzzelten L und ich gemeinsam, ruhten uns im Anschluss nochmals aus und telefonierten nachmittags mit meinen Eltern. L verzog sich kurze Zeit später in ihr Zimmer. So konnte ich ein paar Minuten lang ungestört mit meiner Mama sprechen.

Da es sommerlich warm war und die Wettervorhersage für die nächste Woche bereits in Richtung Herbst kippen soll, überredete ich L zu einem kurzen Nachmittagsspaziergang. So richtig wollte sie erst nicht, stimmte dann aber zu, mich zu begleiten, wenn wir auf einen Spielplatz gehen würden. Klar, wieso auch nicht. Wir fanden einen richtig schönen Spielplatz nur etwa zwanzig Gehminuten von unserer Wohnung entfernt. Ich fühlte mich hier auf Anhieb wohl und auch L spielte gleich drauf los. Ich machte währenddessen einige Sportübungen.


Als wir abends halb sieben zurückkehrten, gab es Abendessen und einen Film für L. Gegen 21 Uhr machten wir schon das Licht aus, denn morgen beginnt Ls zweite Schulwoche und wir müssen wieder früh aufstehen.

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