Gedanken- und Alltagsschnipsel im Juli

Alltagsschnipsel, Dies & Das

L hat es geschafft! Seit dem 14. Juli 2022 hat sie ihr Seepferdchen-Abzeichen. Sie ist stolz. Ich bin stolz. Alle, die mit ihr mitgefiebert haben, sind stolz. Gut gemacht, L! 

Durch unseren Umzug in unmittelbare See(n)nähe und unseren gemeinsamen Urlaub am Senftenberger See konnte sie die Schwimmbewegungen bereits verfestigen und schon viel üben. Gemeinsamen Schwimmhallenbesuchen steht somit nichts mehr im Wege, wenn ich die bevorstehende Heizproblematik ab Herbst mal außen vor lasse.


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Ls Laune ist an manchen Tagen wirklich unerträglich. Ich merke, wie sich der Umgang mit ihr zusehends verschlechtert, wenn wir beide ohne andere Leute um uns herum zusammen sind. Sie wird unausstehlich, beleidigt mich, versucht mich herumzukommandieren, ist unfreundlich und grundlos eingeschnappt … Das gefällt mir nicht. Und zwar überhaupt nicht. Ich hoffe sehr, dass sich dieses Verhalten mit dem Schulbeginn bessert. Sollte das alles bereits ein Vorgeschmack auf die Pubertät sein, dann Prost Mahlzeit!


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An den Wochenenden vor und direkt nach unserem Umzug nach Markkleeberg fuhren L und ich viel mit der S-Bahn, anstatt das Auto zu nehmen. Hier merkte ich bereits, dass ich plötzlich wieder problemlos meine zehntausend Schritte am Tag schaffe. (Ich besitze seit ein paar Wochen eine ältere Version der FitBit-Uhren fürs Tracking.) Ich merkte jedoch auch, wie entschleunigend das Hin- und Zurücklaufen zur Haltestelle und das Warten auf und die Fahrt mit dem Zug sind. Ich beschloss, L ab August mit der S-Bahn zur Schule zu bringen, und schloss für sie und mich ab September ein entsprechendes Abonnement ab.

Und weil offensichtlich das S-Bahn-Fahren eine entspannende Wirkung auf mich hat, habe ich für mich erneut beschlossen, meine ab und an aufkommenden Stresssymptome (das Wort Depression gefällt mir nach wie vor nicht) wieder vollständig in den Griff zu bekommen. Ich möchte unbedingt wieder so „gesund“ und irgendwie auch belastbar sein wie noch vor wenigen Jahren.


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Durch unseren Mama-L-Urlaub habe ich verstanden, dass für mich aktuell nur erholsame Momente herausspringen, wenn L Kinder oder andere Personen zum Spielen um sich scharrt und ich quasi abgeschrieben bin. Dass in dem Nachbarbungalow in Hohenbocka zwei Kinder in ihrem Alter zur selben Zeit mit uns Urlaub machten, war für L, für die Verbesserung ihrer Laune und auch für mich ein absoluter Glückstreffer.

3 Gedanken zu “Gedanken- und Alltagsschnipsel im Juli

  1. Avatar von madeinheaven1

    Eine rein hypothetische Frage:
    Könnte das Verhalten von L. etwas mit Verlustängsten zu tun haben?
    Wenn dem so wäre, wie kann man was dagegen tun?

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    1. Avatar von Katja

      Sie hat auf jeden Fall Verlustängste. Die Vorstellung, ich könnte schlimm krank werden oder sterben, beschäftigt sie sehr. Mein Eindruck ist aber, dass das schon im Laufe der Zeit besser geworden ist. Die Kinderpsychologin meinte, emotional ist sie jetzt erst ungefähr zwei Jahre alt. Sie fängt seit Ms Tod quasi wieder von vorne an, sich von mir als Bezugsperson abzukapseln und sich anderen zu öffnen/zu vertrauen. Sie muss lernen, ihre Kontrolle über Geschehnisse zumindest ein Stück weit aufzugeben. Sie entwickelt sich nämlich ein bisschen zu einem Kontrollfreak.

      Aktuell kann nicht sooo viel dagegen getan werden. Zumindest besteht kein Therapiebedarf. Ich werde sie und ihr Verhalten beobachten und ihr immer wieder ihr Verhalten und ihre möglichen Gefühle spiegeln. Laut Ärztin soll ich ihr auch schrittweise Veränderungen, die ihr aktuell nicht in den Kram passen, zutrauen. Ich hoffe immer noch, dass sich das ein oder andere durch den Schulbeginn verändert.

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      1. Avatar von madeinheaven1

        Ja es ist halt im Moment sehr viel für sie. Neue Wohnung, neuer Ort, neue Schule, alles verändert sich und das kann ihr zu schaffen machen.
        Allerdings hättest du keine bessere Zeit für einen Umzug finden können, denn wenn sie sich einmal einen neuen Freundeskreis aufgebaut hat, dann wird es eher noch schwieriger.
        Ich hoffe für euch, dass ihr in dem neuen Zuhause etwas mehr Abstand und Ruhe bekommt. Es wird nicht einfach, aber anders.

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