Tagebuch – Alltag in der Corona-Zeit – Tag 87

Alltagsschnipsel

M und ich leben aktuell verschiedene Lebenseinstellungen. M lebt aus nachvollziehbaren Gründen nach dem Motto „Wer weiß, ob ich morgen noch lebe?!“ Er hat in den letzten Wochen viele, stellenweise sehr teure Anschaffungen getätigt. (Er verdient auch entsprechend.) Ich freunde mich hingegen immer mehr mit dem Minimalismus an. Ich habe schon einiges aussortiert und entsorgt. Zudem habe ich in den letzten Monaten kaum etwas gekauft. Die Dinge, die ich angeschafft habe, waren auch notwendig. Zudem habe ich vor dem Kauf lange darüber nachgedacht. 

Nackenverspannung.
Seit ein paar Nächten zerknautsche ich mein Kissen auf merkwürdige Weise und schlafe in ungesunder Haltung. Heute Morgen bekam ich dafür die Quittung: Ich kann meinen Kopf nun linksseitig nicht mehr drehen, ohne dass es schmerzt. Zum Glück hat M vor einigen Jahren einen Faszienball gekauft. Der kam heute öfters zum Einsatz – ebenso das Nackenmassagegerät.

Schock am Vormittag.
Ms Nacht war schlecht und von Durchfällen begleitet. Als er sich heute Morgen wog, zeigte die Waage nur noch 36,5 kg an. Was für ein Schock! Vier Kilogramm weniger als gestern. Zum Glück stellte sich wenig später heraus, dass die Waage uneben stand. Es sind doch 40 kg Körpergewicht. M versicherte mir, dass er dem Flüssigkeitsverlust noch in der Nacht durch ausreichendes Trinken entgegengewirkt hat. Da bis zum Abend drei Liter Flüssigkeit im Körper blieben, entschied M sich gegen die Aufnahme im Helios. Morgen gehen wir endlich in die onkologische Praxis.

Beleidigungen.
Unser Nachbar Herr B ließ am Abend einen Schwall Beleidigungen auf L und mich herab. Er findet L zu wild und zu vorlaut. Seiner Meinung nach hat sie das alles von mir. (Er kennt mich gar nicht.) Er machte mir Vorwürfe, weil ich L barfuß laufen lasse. Dies wiederholte er circa zehn Mal. Ebenso fragte er mich allen ernstes, weshalb L so lange nicht mehr im Kindergarten war, und betonte, dass das nicht gut sei. Ich verwies auf die Corona-Pandemie. Das schien ihn zu erstaunen, denn er äußerte: „Was?! Das geht sogar runter bis zu den Kleinen?!“ Und obwohl seine Worte ausgemachter Unsinn sind und nichts davon für mich Bedeutung haben sollte, haben sie mich verletzt.

Was heute schön war:

Sport im Schlafanzug.
Sonntage sind die besten Tage. L und ich können ohne schlechtes Gewissen so lange wie wir mögen, im Schlafanzug bleiben. Denn Pakete oder Briefe werden nicht zugestellt. Ich nutzte die frühe Stunde des Tages für zwei Sportübungen und war eine halbe Stunde später glücklich über siebzig Liegestütze und einhundert Kniebeuge. Im Anschluss hüpfte ich schnell unter die Dusche. Perfekt!

Feedback.
Ich bin überwältigt und gerührt. Es war nicht leicht für mich, die Inhalte des Blogs mit anderen zu teilen. Umso mehr freue ich mich, dass es guten Anklang findet. Den Blog teilte ich heute Abend mit weiteren Freunden.

Prinz.
Prinz hatte heute einen guten Tag. Nach den ersten Metern merkte ich, dass er weniger Schmerzen beim Laufen zu haben scheint und bin mit ihm die größere Runde spazieren gegangen.

Besuch.
Ich hatte heute Besuch von meiner Cousine und ihrer kleinen Tochter. L hatte anfangs unglaublich schlechte Laune und wollte gar nichts mit uns zu tun haben. Zum Glück änderte sie nach gut einer Stunde ihre Meinung und leistete uns doch noch Gesellschaft. Nach eigener Aussage war der Müsliriegel der Grund ihres Unmuts. Äh ja … schon klar, mit Eifersucht hatte das ganz sicher nichts zu tun. 😉

Fangen.
Wie bereits gestern spielten L und ich heute Fangen auf der Wiese. L ist super schnell!

Die Vögel haben uns die Kirschernte abgenommen 😉

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