Gegen ein Uhr in der Nacht bin ich wegen eines Geräuschs aus dem Wohnzimmer, das dort definitiv nicht hingehört, aufgeschreckt. Ich schaute sofort nach und musste feststellen, dass Elli und Gerda ein Schlupfloch in der Absperrung entdeckt hatten und fröhlich das Wohnzimmer erkundeten. Mit Ls Hilfe, die ebenfalls wach wurde, schickten wir die beiden zurück ins Kaninchenzimmer und stabilisierten die Barriere.
Vom klingelnden Wecker wurde ich zur Aufstehzeit aus einem Traum gerissen. Somit startete ich etwas verpeilt in den Tag.
Zuerst packte ich die Frühstücksbrotdosen und Trinkflaschen in unsere Rucksäcke und fütterte anschließend unsere drei Kaninchen. Danach wurde L geweckt und wir machten uns gemeinsam im Badezimmer fertig.
Heute lagen wir gut in der Zeit und konnten die Wohnung zehn Minuten vor sieben Uhr verlassen. Glücklicherweise waren die Straßen frei. Lediglich die Gehwege waren stellenweise vereist und dadurch glatt.
Ich fuhr L mit dem Auto zur Schule und machte mich sogleich auf den Weg nach Erfurt. Nebel, zum Glück oft nur über den Feldern, und eine immense Kälte, die sogar bis ins Wageninnere kroch, begleiteten mich auf meiner Fahrt. Ich fuhr vorsichtig und kam gut im Büro an. In der Nähe des Mutterkonzerns waren zum Glück Ladesäulen frei, sodass ich das Auto direkt anstöpseln konnte.
Beschäftigt war ich den Vormittag über mit organisatorischen Aufgaben, die sich am allerbesten im Büro erledigen lassen.
Ich kümmerte mich sogar endlich um Ls gesperrte SIM-Karte in ihrer Kids Smart Watch. Zuerst rief ich beim Mobilfunkanbieter an und ließ eine Kleinigkeit im Profil ändern, damit ich wieder Zugriff auf die App habe. Dann legte ich die SIM-Karte in ein Telefon ein und gab die PUK und PIN ein. Als die SIM-Karte schließlich wieder in der Kids Smart Watch war, funktionierte die Uhr wieder. Dieses Prozedere dauerte alles in allem eine Dreiviertelstunde.
Nach einem halbstündigen Meeting zur Mittagsstunde holte ich das mittlerweile voll geladene Fahrzeug von der Ladesäule ab und parkte es um. Kurz darauf kaufte ich einige wenige Lebensmittel ein.
Zurück im Büro aß ich am Arbeitsplatz mein Mittagessen und arbeitete weiter.
Die Heimfahrt trat ich ein bisschen zeitiger an. Ich kämpfte mich unterwegs erneut durch den Nebel. Es hatte obendrein ab Sachsen-Anhalt zu regnen begonnen. Ich kam wieder gut in Leipzig an.
Am Nachmittag präsentierte die AG Filmwerkstatt, in der L ist, ihre in den letzten Wochen gedrehten Filme. Das Klassenzimmer wurde extra in ein kleines Kino verwandelt. Popcorn gab es auch. Die Filme waren sehr schön und liebevoll gemacht und behandelten die verschiedensten Themen. Sehr schade ist, dass die AG im zweiten Schulhalbjahr nicht mehr stattfinden wird.
Nach der tollen Vorführung fuhren L und ich zurück nach Hause. Ich stellte erleichtert fest, dass vor allem Elli und Gerda im Kaninchenzimmer waren und die Barriere nicht verrückt wurde.
Aufgrund großen Appetits bereitete ich uns ein frühzeitiges Abendessen zu. L und ich aßen vor dem Fernseher und schauten gemeinsam einen Teil des aktuellen Films weiter.
Die Reinigung des Kaninchenzimmers verschob ich kurzerhand auf morgen. Ich fühlte mich zu erschöpft, nicht einhundertprozentig fit und wollte einfach nur noch ins Bett. Ich bereitete lediglich noch Ls Frühstücksbrotdose für den morgigen letzten Schultag vor den Winterferien zu.
Mit einer Wärmflasche, meinem aktuellen Buch, der Serie „House of Guinness“ und meinen Französischübungen verkrümle ich mich nun zeitig ins Bett. Alt werde ich heute nicht mehr.
