Ich habe bis halb fünf ganz gut geschlafen. Hochgeschreckt bin ich zu dieser Zeit aufgrund eines Polterns im Flur. L ist auf dem Weg ins Badezimmer vor eine Absperrung für die Kaninchen gelaufen. Die Ideallösung ist das noch nicht, aber vorerst muss diese Barriere herhalten. Ich konnte anschließend bis sechs Uhr weiterschlafen. Dann hörte ich die Mädels im Wohnzimmer. Da sie allerdings leise blieben, bin ich wieder eingenickt und erst acht Uhr final aufgewacht.
Gefrühstückt habe ich eine Schüssel voll mit Schokomüsli und -crunchy sowie Apfelstücke. Mittags hatte ich Appetit auf Nudeln mit Tomatensoße und abends teilte ich mir mit L eine Pizza.
Nach dem Aufstehen bereitete ich für L und ihre Schulfreundin HB Frühstück zu. Dabei erfuhr ich, dass die beiden seit halb fünf wach sind und sich um sechs Uhr in der Küche an ihre Matheaufgaben, die am Montag dem Klassenlehrer gezeigt werden sollen, gesetzt haben. Ich bin irritiert und sprachlos. Vor zwei Jahren hätte ich nicht geglaubt, das jemals erleben zu dürfen. L macht FREIWILLIG Schularbeiten.
Vormittags fuhren wir HB nach Hause.
Als L und ich wieder in unserer Wohnung waren, kümmerte ich mich ums Aufräumen und Ausmisten einiger kleiner Ecken sowie die Reinigung des Kaninchenzimmers. Ich ließ Wäsche waschen, hing diese draußen zum Trocknen auf und holte sie nachmittags wieder hoch, hantierte im Keller herum und war bis in den frühen Abend gut beschäftigt.
L wiederum drehte vormittags so sehr am Rad, dass ich das iPad einkassierte und sie mit der Aufgabe betraute, ihr Kinderzimmer aufzuräumen und dabei genau zu schauen, mit welchen Spielsachen sie nicht mehr spielt. Nach anfänglichem Gezeter und Wutanfällen ergab sie sich in ihr Schicksal und erledigte ihre Aufgabe. Danach setzte sie sich freiwillig eine Stunde lang hin und löste weitere Matheaufgaben. Ohne Gemecker. Vermutlich arbeitet sie so konzentriert, weil sie weiß, dass es Ärger mit dem Klassenlehrer geben würde, hätte sie am Montag die Aufgaben nicht gelöst.
Abends machte ich es mir gemütlich. L gesellte sich irgendwann zu mir. Sie war wieder gut drauf.
Ich merke derzeit sehr deutlich, dass sie klare Vorgaben und gegebenenfalls auch Konsequenzen braucht. Spannend, was die Kinder bereits in der Vorpubertät durchmachen. Auch ich werde in nächster Zeit noch viel lernen.
Was heute schön war:
– länger schlafen
– freiwillige Schularbeiten
– Aufräumen und Ausmisten
– sonnen- und windgetrocknete Wäsche
– Telefonate
– Serienabend
– Englischübungen
