#WMDEDGT Februar 2025 

Alltagsschnipsel

Als ich kurz nach Mitternacht zur Toilette ging, nahm ich wegen der Taschenlampenfunktion mein Telefon mit ins Badezimmer. Gegen zweiundzwanzig Uhr hatte ich eine Nachricht meines Bruders erhalten, die äußerst vielversprechend und aufregend klang.

Aufgewacht bin ich heute bereits zehn Minuten vor sechs Uhr und damit etwa zwanzig Minuten, bevor der Wecker geklingelt hätte. Ich blieb gleich wach. Eine weitere Nachricht war nicht eingetrudelt. 
Beim Aufwachen spürte ich meinen Muskelkater in beiden Armen und immer noch Schmerzen in den Unterarmen wegen des Tragens der schweren Pakete. Es gibt Menschen, die lernen einfach nicht dazu und überschätzen sich und ihre körperlichen Kräfte maßlos. Ich gehöre dazu.

Irgendwann gab ich mir einen Ruck und stand auf. Ich packte Ls Brotdose und die Trinkflasche in ihren Ranzen, stellte den Kaninchen frisches Grünfutter in den Käfig, auf das sie sich begierig stürzten, und kehrte etwas Eintreu und Stroh auf. 
Dann wurde es Zeit, L zu wecken. Sie sah noch sehr müde aus, hatte aber gute Laune und kam gut aus dem Bett. Gemeinsam machten wir uns im Badezimmer für den bevorstehenden Schul- und Arbeitstag fertig.

Auf dem Weg zum Auto brachte ich den Restmüll in die schwarze Tonne. L fuhr mit ihrem Roller. 
Heute waren die Autoscheiben nicht so stark zugefroren wie gestern. Ich brauchte also nur die beiden vorderen Seitenfenster freikratzen. Für die Frontscheibe verwende ich seit ein paar Tagen einen Schutz, den ich lediglich wegnehmen brauchte. Innerhalb von fünf Minuten konnten wir die Fahrt in Richtung Schule antreten. 
An der letzten Ampel vor der Schule verabschiedete ich L und spazierte in der Gegend umher. Mir war es allerdings viel zu kalt, weshalb ich wenige Minuten später wieder im warmen Auto saß und zurück nach Hause fuhr.

Bevor ich in meinen Arbeitstag startete, bereitete ich mir Frühstück zu. Neben einem Glas LaVita-Saft und einer Tasse Schokocappuccino gab es Knusper-Beerenmüsli mit Weintrauben. Eine Kanne Kamillentee stellte ich mir ebenfalls an den Arbeitsplatz.
Vormittags hatte ich einige Termine, darunter ein Weekly in dem Projekt, in dem letzten Freitag der Workshop stattfand. Die anfängliche Euphorie scheint schon wieder verpufft zu sein. Das Team sieht nur noch einen Batzen Arbeit auf sich zukommen. Dafür liefen zwei andere Abstimmungsmeetings entspannt ab. Wir wechselten sogar ein paar private Worte. Das tat gut.

Während meiner Mittagspause – es gab Kartoffeln und Grünkohl – rief mich die Werkstatt an und fragte, ob ich nicht auch heute schon mit dem Auto zum Räderwechsel vorbeikommen kann. Das passte mir sehr gut, da es morgen zeitlich hätte knapp werden können.
Ein Update meines Bruders erreichte meine Mama und mich. Allmählich geht es los. Ich bin gedanklich bei ihm und meiner Schwägerin J und voller Vorfreude.

Nachdem ich einige Überweisungen auf die neue Art über das Unternehmen online getätigt und Belege für den Monatsabschluss für die Lohnbuchhalterin bereitgestellt hatte, machte ich mich auf den Weg in die Werkstatt.
Zuerst bin ich an dieser vorbeigefahren und drehte mit dem Auto eine unfreiwillige Extrarunde. Schließlich entdeckte ich die schmale Einfahrt und fuhr innerlich betend und mich bekreuzigend hindurch. Breiter dürfen Fahrzeuge wirklich nicht mehr werden. 


Eine halbe Stunde später waren die Räder montiert und die Sensoren angelernt, sodass ich mich zurück ins Homeoffice begeben und am Monatsabschluss weiterarbeiten konnte. Aufgewärmt habe ich mich dabei mit einer zweiten Tasse Schokocappuccino.

Nachmittags traf ich L am vereinbarten Treffpunkt in der Nähe der Schule. Wir kauften ein paar Lebensmittel ein und holten L noch etwas zum Essen vom Bäcker.
Auch die Wiederholung der Klassenarbeit in Mathematik ergab die Note vier. Diese kippt nun allerdings deutlich in Richtung drei. Auf dem Zeugnis wird eine Zwei stehen. 

L und ich waren eine Viertelstunde eher in der Ergotherapiepraxis. Ls Stunde begann unmittelbar nach unserem Eintreffen. Ich las ein paar Seiten in meinem aktuellen Buch.
Auf dem Heimweg trudelten einige Updates meines Bruders ein.

Als wir abends wieder zu Hause waren, kümmerte ich mich um das leibliche Wohl von Elli, Waltraud, L und mir. Die Kaninchen bekamen Grünfutter, für L und mich bereitete ich erneut Maccheroni mit Tomatensoße zu. Zudem befüllte ich Ls Brotdose für den morgigen Schultag.

Den Abend werde ich mit einer Wärmflasche auf der Couch ausklingen lassen und dabei eine Serie gucken und meine Schwedischübungen absolvieren. Hin und wieder werde ich dabei auf mein Telefon schielen in der Hoffnung, Updates von meinem Bruder zu erhalten. Noch ist meine Schwägerin J mitten in der Eröffnungsphase.

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