Mittwoch, 15. Mai 2024 – Viel Hoffnung

Alltagsschnipsel

Der Wecker riss mich heute Morgen mitten aus einem Traum. Ich brauchte ewig, um richtig wachzuwerden, und fühlte mich die erste halbe Stunde des Tages ein wenig neben der Spur. 
Meine Lebensgeister erwecken konnte ein leckeres Beeren-Schokomüsli mit Banane und Pflanzenmilch zum Frühstück. Mittags aß ich eine italienische Gemüsepfanne mit Falafel und abends bereitete ich L und mir vegane Waffeln mit veganem Schokoaufstrich zu.

Neben etlichen büroorganisatorischen und finanzbuchhalterischen Aufgaben verbrachte ich meinen Arbeitstag in zwei Meetings. Im ersten besprachen wir neuen Content für den Social Media Auftritt des Unternehmens, im zweiten bereiteten wir das morgen stattfindende Management Weekly vor.
Ls Schultag war laut eigener Aussage gut. L und ihre Freundin YW sind von sich aus auf die Erzieherin zugegangen, um gemeinsam zu besprechen, ob die zu verrichtende Strafarbeit aufgrund eines Regelverstoßes nicht an einem anderen Tag stattfinden könne als am kommenden Freitag. Übermorgen ist YW nämlich nicht in der Schule. Die Erzieherin lenkte ein und stimmte dem Vorschlag der Mädels zu. L, die mir seit ein paar Tagen deshalb weinend in den Ohren lag, war darüber überaus glücklich. Ich freue mich für sie, dass sie erneut lernen konnte, dass der Mut, ein unangenehmes Thema anzusprechen, ab und an auch belohnt wird. Das Hortzimmer dürfen die beiden Mädels nun Ende Mai alleine aufräumen und säubern. 

Eine Viertelstunde meiner Mittagspause verbrachte ich bei Ls neuer Kinderärztin. Dort informierte mich die Arzthelferin über anstehende mögliche Impfungen. Nächste Woche Dienstag bekommt L eine Auffrischungsimpfung. Einen guten Monat später und somit kurz vor Antritt unseres Italienurlaubs wird sie noch gegen Hepatitis A geimpft. Im weiteren Jahresverlauf wird nun ab und an eine Impfung anstehen.
Nachmittags hatte L ihre zweite Stunde Ergotherapie. Der Junge vom letzten Mal war nicht anwesend, dafür hospitierten diesmal gleich drei Hunde. L fand die Zeit wieder sehr schön, weiß aber nicht, wie ihr die Stunden weiterhelfen sollen. Parallel dazu wurde mir bereits mitgeteilt, was letzte Woche beim ersten Aufeinandertreffen mit L aufgefallen ist. So unterschiedlich ist unsere Wahrnehmung. 😉
Mit Betreten des Musikzimmers am späten Nachmittag triggerte mich ein perfektes Klavierspiel eines Jungen, der vor L Unterricht hat. Er spielte die für mich traurige, aber wunderschöne Melodie des Stücks „Comptine d’un autre été: L’après-midi“, die mir vor allem durch den Pianisten Einaudi bekannt ist. M mochte seine Interpretationen sehr und schenkte mir vor zwölf Jahren eine CD. Seit Ms Tod versuche ich weitestgehend, diese Musik zu vermeiden, da ein Klavierstück von Einaudi auch auf Ms Beerdigung gespielt wurde. Ich bin noch nicht bereit, mich mit Ms Lieblingskünstler*innen auseinanderzusetzen.  
Mit halbem Ohr verfolgte ich den Klavierunterricht und muss feststellen, dass L sich gut schlägt. Und nebenbei ahnt sie nicht einmal, dass sie ihr Gehirn trainiert.  
Abends saß L noch eine Stunde am Wochenplan und löste Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik. Der Plan ist wieder so voll, dass wir ihn auch zu Hause nicht fertiggestellt bekommen haben. Das erledigen wir sukzessive in den nächsten Tagen. 

Mein Bruder schenkte mir heute Morgen bezüglich meines ETFs, der als Altersvorsorge dient, sehr viel Hoffnung. Er zeigte mir eine aktuelle Prognose für das Jahr 2049. (Da bin ich noch nicht in Rente.) Der Betrag lässt sich sehen und könnte durchaus reichen, um mir bis zu meinem Tod ein angenehmes Leben zu machen. Ich hatte bei meiner laienhaften Hochrechnung die Zinsen und die lange Laufzeit komplett vernachlässigt. 
Mit der Ergotherapeutin bin ich so verblieben, dass ich die ersten drei Stunden selbst bezahlen werde. Sie macht mir einen fairen Preis, sodass ich insgesamt Kosten von einhundertzwanzig Euro haben werde. Es handelt sich zwar um eine außerplanmäßige Ausgabe, allerdings ist diese zu verschmerzen. Nächste Woche macht sie mit L einen Test, auf dessen Grundlage sie mir ein paar Zeilen für die Kinderarztpraxis schreiben wird. Sie geht davon aus, dass ich dann endlich ein Kassenrezept erhalten werde.  
Schon nächste Woche unterziehe ich L einer umfassenden Augenüberprüfung. Bei dieser werden neben der Sehkraft unter anderem die Augachse und die räumliche Wahrnehmung untersucht. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt, zumal sich L eine Brille wünscht.  

Was heute schön war: 

– lesen
– Vereinbarung von zahlreichen Privatterminen
– sonnen- und windgetrocknete Wäsche
– Waffeln zum Abendessen
– Italienischübungen in der Duolingo App

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