Unsere Nacht war bis zu dem Moment sehr gut, als ich wegen eines Höllenlärms, den Elli verursacht hatte, in den frühen Morgenstunden geweckt wurde. Sie hat es geschafft, aus dem Stand über das Gitter des Kaninchengeheges zu springen. Ich bin schockiert und begeistert zugleich. Ich beförderte sie zurück ins Gehege, schlief sofort wieder ein und wachte ausgeschlafen um acht Uhr wieder auf, L etwa eine halbe Stunde später.
Etabliert hat sich mittlerweile zum Frühstück ein Beeren-Schokomüslimix, den ich mir heute mit Erdbeeren und Pflanzenmilch verfeinerte. Mittags bereitete ich uns Nudeln mit Tomatensoße zu und als frühes Abendessen gab es einen Veggieburger.
Heute schwamm ich trotz leichten Muskelkaters viel.
Den Vormittag widmete ich einer intensiven Komplettsäuberung des Kaninchenstalls und -geheges einschließlich der Buddelkiste voll Sand, die mehr und mehr zur weiteren Toilette umfunktioniert wurde. Obwohl Elli und Waltraud gerade einmal drei Wochen bei uns wohnen, hat sich sehr viel Dreck angesammelt. Bevor ich mich an die Neugestaltung des Geheges machte, legte ich eine sehr große wasserabweisende Unterlage auf den Boden. Nun ist der Boden vor dem aggressiven Urin geschützt. In die Buddelkiste kam diesmal Rindenmulch. Ich bin gespannt, wie er bei den Kaninchen ankommen wird.
Am Nachmittag machten L und ich uns auf den Weg in die Sachsentherme. Da wir beim Stadtfest in Markkleeberg viel weniger Geld ausgegeben hatten als erwartet, konnte ich unseren gesamten Aufenthalt bar bezahlen. Das passiert auch nicht alle Tage. Die Therme war gut besucht, aber nicht überfüllt. L und ich konnten schwimmen und unsere Versteckspiele spielen. L kann nun sogar eine Vorwärtsrolle unter Wasser machen.
In den letzten Tagen wurde ich öfter mit den unterschiedlichen Lebensstandards um mich herum konfrontiert. L und mir geht es nach wie vor sehr gut. Wir leben unser Leben, können uns hier und da etwas leisten und mit genug Planungen auch schöne Urlaube machen. Es fehlt uns an nichts Wichtigem. Ins Straucheln gerate ich lediglich, wenn unvorhergesehene hohe Kosten auf mich zukommen – wie zuletzt am Beispiel der Ergotherapie. In solchen Momenten spüre ich sehr deutlich, dass ein zweites Einkommen fehlt und/oder ich zu wenige Ersparnisse habe.
Dennoch gelingt es mir immer besser, unsere Situation zu akzeptieren wie sie ist. Ich empfinde kein Neid oder Missgunst, wenn ich das schöne Haus, den großen Garten, die Sauna im Badezimmer und eine Reinigungskraft, die alle zwei Wochen vorbeikommt, bei anderen Familien in Ls Klasse sehe. Denn sehr schnell bekomme ich auch die Kehrseite präsentiert: Ein Beruf, der einen Elternteil zeitlich so vereinnahmt, dass dieser kaum zu Hause ist, oder eine instabile Partnerschaft. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
Was heute schön war:
– ausschlafen
– Säuberung und Umgestaltung des Kaninchenreichs
– Sachsentherme
– Telefonat mit meiner Schwiegermama
– lesen
– Englischübungen in der Duolingo App
