Ich habe beschlossen, das Leben im kommenden Jahr mehr zu genießen.
Ich werde auch weiterhin monatlich etwas Geld zur Seite legen, will aber in Zukunft nicht mehr so streng zu mir sein, wenn ich auf Erspartes zurückgreifen muss. L und ich leben jetzt. Es tut uns nicht gut, wenn wir im Alltag auf schöne kleine Dinge, die uns sehr glücklich machen, verzichten müssen, nur weil das Geld für den Monat aufgebraucht ist.
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Auf das im Dezember stattfindende Gespräch mit Ls Lehrerin und ihrer Erzieherin zu ihren schulischen Leistungen bin ich gespannt wie ein Flitzebogen.
Ich vertrete nach wie vor die Meinung, dass L die Klasse nächstes Jahr nicht wiederholen muss, wenn wir weiterhin fleißig für Mathe und Deutsch üben. Die bisher von L mit nach Hause gebrachten Noten im Einser- und Zweierbereich geben mir zudem Recht.
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Ich bin in diesem Monat über etwas sehr interessantes gestolpert. Ich gehöre zu den Menschen, die schon lange auf der Suche nach ihrem persönlichen Sinn des Lebens sind. Richtig fündig geworden bin ich trotz all der Jahre des Nachdenkens nicht.
Nun wurde ich damit konfrontiert, dass der eigene Sinn des Lebens nicht zwangsläufig ein bestimmter Beruf, ein Talent oder eine Sache, für die man brennt, sein muss. Der Sinn des Lebens kann auch in anderen Menschen gefunden werden.
Darüber habe ich viel nachgedacht. Ich empfinde Freude und Begeisterungsfähigkeit bei vielen verschiedenen Dingen, fand jedoch bisher nichts, das mich langfristig in seinen Bann ziehen und mich in Flammen der Hingabe aufgehen lassen konnte.
Die allergrößte Freude bereitet es mir, für andere Menschen da zu sein, ihnen zuzuhören, sie zu beschenken und mich um sie zu kümmern. Das wurde mir bisher nie langweilig und ich gehe mit all meinem Herzblut voll darin auf. (Ab und an vielleicht sogar ein wenig zu viel.)
Ich würde also soweit gehen zu sagen, dass mein Sinn des Lebens darin besteht, von anderen Menschen gebraucht zu werden und ihnen Liebe und Unterstützung zu schenken.
