Ein Wochenende im November

Alltagsschnipsel

Nach einem wunderbaren Konzert am Freitagabend nutzten L und ich das Wochenende zum Ausruhen und zur Vorbereitung für den bevorstehenden dritten Mathetest.


Samstag, 18. November 2023
 


Ich wachte am Morgen kurz nach acht Uhr im Hotelbett mit starken Kopfschmerzen auf. Ich fühlte mich verkatert, obwohl ich am Vorabend keinen Tropfen Alkohol zu mir genommen hatte. Das konnte somit nur bedeuten, dass ich nun richtig krank geworden war.

Nach einer kurzen Dusche packte ich Ls und meine Sachen zusammen und ging anschließend mit ihr und meinen Eltern, die ihr Hotelzimmer direkt neben unserem hatten, zum Frühstück. Leider war der Frühstücksraum gut besucht, sodass wir vier nicht zusammensitzen konnten. Die Auswahl an Speisen und Getränken war sehr gut. L und ich schlugen uns ordentlich die Bäuche voll.

Gegen zehn Uhr checkten wir aus, ließen uns an der Hotelrezeption ein Taxi rufen, das uns zum Münchener Hauptbahnhof bringen sollte, und verabschiedeten meine Eltern, die erst drei Stunden nach uns mit dem Zug zurück nach Hause fuhren.

Unser Zug stand pünktlich zum Einsteigen bereit. L und ich suchten unsere Plätze, richteten uns häuslich ein und mussten weitere fünfundvierzig Minuten darauf warten, bis die Reise losgehen konnte. Zuerst bestand ein technisches Problem am Zug, das behoben werden konnte. Dann wurde den Fahrgästen mitgeteilt, dass in Ingolstadt ein Stellwerk ausgefallen ist. Wir fuhren somit nicht über Ingolstadt, sondern einen Umweg über Augsburg.
Während unserer viereinhalbstündigen Reise spielten L und ich mehrere Runden UNO und beschäftigten uns mit Matheaufgaben. L durfte auch immer wieder auf meinem Telefon fernsehen, während ich die Augen schloss und versuchte zu schlafen. Meine Kopfschmerzen wurden im Verlauf der Fahrt immer stärker. Ich fühlte mich auch immer elender. Ich kann gar nicht zum Ausdruck bringen, wie dankbar ich bin, dass ich etwas schlafen durfte. Es gab Zeiten, da konnte ich L nicht so einfach „sich selbst überlassen“. Da um mich herum auffallend viel gehustet und geschnieft wurde, hatte ich auch kein allzu schlechtes Gewissen, krank im Zug zu sitzen.

Etwa neunzig Minuten später als geplant kamen wir schließlich am Leipziger Hauptbahnhof an … und verpassten leider unsere S-Bahn. Als wir am Bahngleis ankamen, sahen wir nur noch die Rücklichter des Zuges. Wir warteten zwanzig Minuten auf die nächste und kamen Viertel nach vier am Nachmittag wieder zu Hause an.
Kaum waren wir in der Wohnung, klingelte es und meine Paketlieferung traf ein. Ich war sehr glücklich darüber, denn in diesem Paket befanden sich unter anderem Vitamin C Tropfen für L und mich. Diese nahmen wir auch gleich ein.

Ich fühlte mich zu absolut nichts mehr in der Lage und bestellte uns deshalb ausnahmsweise Abendessen, das etwa eine halbe Stunde später eintrudelte. Nach dem frühen leckeren Abendessen machte ich es mir auf der Couch bequem und schlief, während L spielte. Die Kopfschmerzen wollten trotz Ruhe einfach nicht besser werden. Ich fand im Badezimmerschrank überraschenderweise eine Packung Ibuprofen und nahm eine Tablette ein. Etwa eine Stunde später waren die Kopfschmerzen wesentlich erträglicher und irgendwann sogar ganz weg. Ich konnte sogar noch ein wenig fernsehen.

Kurz vor dem Schlafengehen lasen L und ich uns gegenseitig noch ein paar Zeilen aus dem Buch von Max Mutzke vor.


Sonntag, 19. November 2023


Ich hatte wunderbar bis halb neun am Morgen geschlafen. Zufrieden stellte ich fest, dass meine Kopfschmerzen nicht zurückgekehrt und auch die Halsschmerzen kaum noch spürbar waren. Einzig ein leichter Schnupfen begleitete mich den Tag über.

Nach einer Dusche belud ich die Waschmaschine, stellte diese an und bereitete Ls und mein Frühstück zu. Nach dem Essen telefonierte ich lange mit U, sie sich unter anderem mein Gejammer über die Nachricht von Ls Lehrerin anhören musste. Ich erhielt aber auch viele neue Informationen aus ihrem Leben.

L beschloss, dass es zum Mittagessen Nudeln mit Tomatensoße geben soll, holte selbstständig die Zutaten aus den Schränken, suchte sich die Töpfe zusammen und legte los. Beim nächsten Mal werde ich ihr zeigen, wie sie die Herdplatte bedienen kann. Nach dem leckeren Mittagessen hing ich die Wäsche auf.

Den restlichen Tag verbrachte ich mit puzzeln und fernsehen. L spielte heute sehr viel mit ihrem Puppenhaus.
Zwischendrin übten wir immer wieder Matheaufgaben. Meine Haltung auf die Nachricht der Lehrerin änderte sich merklich von gestresst und panisch hin zu wütend. Ja, ich bin wütend auf die Lehrerin. Sie hätte nicht gleich mit der Keule „Wiederholung des Schuljahres“ um sich schlagen müssen, sondern darauf hinweisen können, dass L mehr Übung und Unterstützung in Mathe benötigt.
Wir üben erst seit wenigen Tagen täglich einige Aufgaben. Mittlerweile löst L einen Großteil dieser ohne eine Erklärung meinerseits fehlerfrei. Bei anderen sage ich ihr nur kurz, was gemeint ist. Sie versteht es sofort und setzt alles in den Übungen richtig und schnell um. Einen Grund, die Klasse zu wiederholen, sehe ich beim besten Willen nicht.

Abends durfte L in die Badewanne gehen. Sie spielte dort lange und zufrieden mit ihren Puppen.
Ich bereitete uns eine Kleinigkeit zum Abendessen zu und merkte, wie Schnupfen und Halsschmerzen wieder stärker wurden.

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