L und ich konnten heute Morgen bis halb acht schlafen. Ich hatte einen Tag Urlaub, L wurde auf meinen Antrag hin vom Unterricht freigestellt. Obwohl wir länger schlafen konnten, waren wir beide bei weitem nicht ausgeschlafen. Beim Aufwachen hatte ich zu allem Übel Halsschmerzen.
In kurzer Zeit packte ich unsere letzten Sachen für die bevorstehende Reise nach München zusammen und bereitete etwas Reiseproviant vor. Um neun machten wir uns auf den Weg zur S-Bahn-Haltestelle und waren eine halbe Stunde später am Leipziger Hauptbahnhof.
Als wir mittags in München ankamen, holte uns J, meine Schwägerin, ab. Meine Eltern fuhren im selben Zug wie L und ich, reisten allerdings erste Klasse und befanden sich ab Erfurt somit in einem anderen Wagen als L und ich. Auf sie trafen wir nach Verlassen des Zuges auch.
Zu fünft machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg in die Olympiahalle und ließen uns von meinem sehr aufgeregten Bruder den Backstagebereich und die Bühne zeigen.







Nachmittags checkten meine Eltern, L und ich im Motel One ein. Wir hatten sogar nebeneinander liegende Zimmer. L und ich genossen den tollen Ausblick und ruhten uns etwa zwei Stunden lang aus.



Was heute schön war:
Zugfahrt.
Der Zug fuhr trotz zwei vorangegangener Streiktage pünktlich los und kam mit nur zehn Minuten Verspätung nach etwas mehr als drei Stunden Fahrt am Münchener Hauptbahnhof wieder an. Was will man mehr?! L und ich nutzten die Fahrt, um unter anderem einige Matheaufgaben für den Test am kommenden Dienstag zu üben. Nach kurzen Erklärungen meinerseits verstand L, was zu tun ist, und rechnete fleißig und richtig vor sich hin.
Musikfestival.
Etwa anderthalb Stunden vor Beginn des Konzerts trafen meine Eltern, L und ich am Pförtnereingang der Olympiahalle ein. Wir durften sogar nochmals den Backstagebereich betreten, konnten meinen Bruder und seine Bandkollegen sehen und ihnen viel Erfolg und Spaß wünschen. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Getränke- und Essenstand.
Kurz nach neunzehn Uhr begann die Show mit verschiedensten neuen Künstlerinnen und Künstlern. Ihnen gelang es sehr gut, das Publikum einzuheizen. Gegen zwanzig Uhr fünfundvierzig hatte schließlich die Band, in der mein Bruder mitspielt und die dieses Festival eigenfinanziert und selbstorganisiert auf die Beine gestellt hat, ihren großen Auftritt. L jubelte, kreischte, tanzte und klatschte die ganze Zeit über begeistert mit. Das dürfte ihren Onkel M am Schlagzeug sicher mächtig gefreut haben.
Es war ein sehr schöner musikalischer Abend. Ich freue mich, wieder neue Künstlerinnen und Künstler entdeckt zu haben, deren Musik ich mit großer Wahrscheinlichkeit sonst nie kennengelernt hätte.
Ich habe auch schon läuten hören, dass die Drei im nächsten Jahr wieder in der Olympiahalle auftreten wollen.



