Nach einer erholsamen Nacht mit vielen Stunden Schlaf wachte ich heute Morgen gegen sechs Uhr auf, stöberte noch auf einigen Internetseiten herum, ließ den Paw Patrol Wecker bellen, weckte L und stand schließlich selbst auf, um mich für den Tag fertigzumachen.
L und ich verließen wenig später ohne Streit die Wohnung und fuhren mit einiger Wartezeit aufgrund des immer noch bestehenden morgendlichen Staus wegen der Sperrung der Straße im Nachbardorf in Richtung Schule. L lief die letzten Meter bis zum Schultor zügiger, um Abstand von mir zu gewinnen und so zu tun, als kenne sie mich nicht. Ich musste heute nämlich ins Sekretariat, um ihren Schülerausweis verlängern zu lassen. Meine Anwesenheit war ihr offenbar unangenehm.
Im Matheunterricht schrieb L einen Probetest, der mit einer Probezensur benotet wurde. Die Kinder sollten dadurch erfahren, wie ein Test abläuft und was es zu beachten gibt. Zudem sollte allen die Nervosität für zukünftige Arbeiten genommen werden.
Laut der Klassenlehrerin war L die ganze Zeit über konzentriert und fokussiert dabei. Ich stellte beim Blick auf ihren Test zudem fest, dass sie die Zahlen sehr leserlich geschrieben hatte. Mehr war mir persönlich nicht wichtig. Ihre Probenote war okay. Ich entdeckte auf Anhieb einige Schusselfehler. Bei zwei Aufgabenblöcken bestätigte mir L meine Vermutung, dass sie überhaupt nicht wusste, was zu tun war und wo bzw. wie sie die errechneten Ergebnisse notieren sollte. Letzteres werde ich als kurzes Feedback an die Lehrerin weitergeben. Sie hat sie Kinder erst mit Start der zweiten Klasse übernommen und wollte sich mit dem Probetest ein Bild machen, wo die Kinder aktuell stehen.
Nachmittags ging ich mit L zur Hautärztin. Seit vielen Jahren hat L auf dem Rücken ein großes Leberfleck, das angeschaut werden sollte. Die Ärztin miss dieses aus, hatte vorerst keinen Grund zur Beunruhigung, bat uns aber, in einem Vierteljahr erneut vorbeizukommen. So vereinbarte ich einen Folgetermin kurz vor Heiligabend.
Was heute schön war:
Klarheit.
Abends stellten L und ich uns dem Vorstand der Kleingartenanlage vor. Die ältere Frau, die das Sagen hat, war nicht sonderlich sympathisch und hatte eindeutig Haare auf den Zähnen. Sie bestätigte mehr oder weniger deutlich, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen sei, wenn gegen die Auflagen der Satzung verstoßen wird. Von Spaß im eigenen Garten scheint sie auch nichts zu halten. Einem Trampolin, das ich L gern aufgebaut hätte, würde sie niemals zustimmen. Sie meinte, bei einem Sturm seien diese nicht sicher und zudem verursachen sie zu viel Lärm.
Ich werde mir nun in Ruhe die Satzung der Kleingartenanlage durchlesen. Da L während des Kennenlernens bereits signalisierte, dass sie gehen will, gehe ich davon aus, dass unser privates Projekt mit diesem Verein nicht zustandekommen wird. Wir haben zum Glück keine Eile.
